Wein und Tod - Eva Rossmann - ebook

Wein und Tod ebook

Eva Rossmann

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Opis

Mira Valensky liebt guten Wein. Was also liegt näher, als über den jungen Weinviertler Starwinzer zu berichten? Dann wird Hans Berthold beim Joggen erschossen ... Schon bald stellt sich heraus, dass nicht nur Mira seine blauen Augen fasziniert haben. Idyllisch ist in dieser Welt höchstens der Blick vom Ried Hüttn aus - in Pastelltöne getaucht liegt einem Wien zu Füßen. Weinseligkeit herrscht mehr bei den japanischen Einkäufern als unter den Winzern. Die Bank will der Witwe den Geldhahn abdrehen, das alteingesessene Weingut Kaiser versucht mit allen Mitteln, zwei Großaufträge an sich zu reißen, mit den Nachbarn ist man schon seit Generationen verfeindet. Mira Valensky erlebt ein berauschendes Weinjahr - und löst mit Hilfe ihrer Putzfrau und Freundin Vesna einen neuen Fall.

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Liczba stron: 431

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Wein & Tod

Lektorat: Eva-Maria Widmair

Zweite Auflage

© FOLIO Verlag, Wien • Bozen 2006

Alle Rechte vorbehalten

Grafische Gestaltung: Dall’O & Freunde

© Umschlagfoto: Michael Himml, www.michaelhimml.at

Druckvorbereitung: Graphic Line, Bozen

Druck: Dipdruck, Bruneck

ISBN 3-85256-311-9

eISBN 9783990370063

www.folioverlag.com

Gewidmet „meinem“ Weinviertelund allen leidenschaftlichen WinzerInnen dieser Welt

[ MÄRZ]

Auf der Treppe liegt tatsächlich Schnee. Ich habe es so satt. Ich wohne im fünften Stock eines Altbauhauses mitten in Wien und habe Schneeverwehungen auf der Treppe. Über mir toben eine Mischmaschine und irgendetwas, das ich für einen Presslufthammer halte. Das Stiegenhaus vibriert. Anstelle des Daches gibt es jetzt eine angeblich vollkommen wetterdichte Plane. Wohnungsspekulationen. Der Hauseigentümer baut den Dachboden aus und wollte nicht länger warten, bis es Frühling wird. Jeden Tag um Punkt sieben Uhr geht es los. Kein Wunder, dass Gismo die meiste Zeit auf dem Kasten sitzt und faucht. Bleibt abzuwarten, wer früher durchdreht. Meine Katze oder ich. Mein Vorteil: Ich kann fliehen.

Ich würde zu gerne wissen, was die neue Chefredakteurin vom „Blatt“ mit mir zu besprechen hat. „Das Blatt“ ist die größte Zeitung des Landes, wenn auch nicht gerade die beste. Dagegen ist selbst das „Magazin“, für das ich arbeite, ein qualitativ hoch stehendes Medium. Na ja, jedenfalls hin und wieder. Zum „Blatt“ habe ich nicht gerade besonders gute Beziehungen. Könnte meine Reportage, die vor zwei Wochen erschienen ist, mit dem Termin zu tun haben? An sich ein harmloser Lifestyle-Bericht, aber ich habe mich darüber lustig gemacht, dass die Chefredakteurin ständig im Schlepptau der beiden Bankmanager auftaucht, denen das „Blatt“ inzwischen gehört. Ist doch die Wahrheit und nichts als die reine Wahrheit.

An sich lehne ich Termine vor zehn Uhr am Vormittag ab, aber da ich momentan sowieso um sieben aus dem Bett geworfen werde, stehe ich gähnend um fünf vor acht am Empfangsschalter der Zeitung. Die Empfangsdame trägt eine komplizierte Frisur mit Zickzackscheitel, sie mustert mich skeptisch, ruft dann aber doch in der Chefredaktion an, ihre Miene wird um nichts freundlicher, als sie mich bittet, den linken Lift hinauf in den sechsten Stock zu nehmen. Bürohaus, modern, Glas und Beton, transparenter Bunker.

„Sekretariat Chefredakteur Dr. Daniela Messerschmidt“, steht auf dem Türschild. Die Sekretärin lächelt verbindlich, bittet mich weiter. Die Chefredakteurin trägt einen schmal geschnittenen dunklen Hosenanzug, der sie älter aussehen lässt, lächelt ebenfalls, gibt mir die Hand, bittet mich Platz zu nehmen. Lass das Getue und sag, worum es geht. Aber ich lächle natürlich auch und nehme Platz.

Eine halbe Stunde später bin ich ordentlich verblüfft. Man hat mir einen Job angeboten, einen – objektiv gesehen – sogar sehr guten. Die Zeitung wird umstrukturiert. Und ich soll das neu geschaffene Ressort „Aufdeckung und Kriminalberichterstattung“ übernehmen, viertausendfünfhundert Euro Gage pro Monat plus alle Spesen.

„Brutto?“, habe ich misstrauisch gefragt.

„Netto“, hat Frau Chefredakteurin Messerschmidt lächelnd geantwortet. Man könne es sich nicht leisten, dass ich dem „Blatt“ die besten Kriminalstorys wegschnappe, also versuche man mich einzukaufen. Ich habe mir Bedenkzeit ausgebeten. Ich weiß genau, welche Art von Aufdeckung und Kriminalberichterstattung das Sudelblatt von mir möchte. Aber: Momentan verdiene ich weniger als halb so viel, und nicht einmal das bekomme ich fix. Ich bin freie Mitarbeiterin beim „Magazin“, wenn auch regelmäßig beschäftigt.

Sie wolle „Frauen fördern“, hat die Messerschmidt außerdem noch gesagt, ich hätte sie fragen sollen, warum dann auf ihrem Türschild „Chefredakteur“ steht, vielleicht ein Versehen. Ich habe nichts dagegen, wenn Frauen vorankommen, aber … ich möchte mir doch gern aussuchen, von wem ich gefördert werde. Kann man ein solches Angebot ausschlagen? Ich habe nur bis morgen Bedenkzeit. Ich bin einfach noch nicht wach genug, um klar überlegen zu können. So viel Geld. Und so unglaublich edel sind die beim „Magazin“ auch nicht. Ich muss ja nicht … Mira, lüg dich nicht an, du wirst müssen. Das „Blatt“ hat eine ganz klare Linie. Und die ist nicht die deine. Ohne allzu moralisch werden zu wollen, sie ist ein bisschen menschenverachtend. So in die Richtung: Ordentliche und anständige Kleinbürger gegen den Rest der Welt, vor allem, wenn es um irgendwelche verdächtig anderen Gruppen geht wie Ausländer, Arbeitslose, Künstler, Feministinnen, Sozialisten oder Kommunisten. Und das „Magazin“? Quotenorientierter Unsinn. Nicht nur. Manchmal auch Information, öfter harmlose Unterhaltung. Ich arbeite für gewöhnlich im Ressort „Lifestyle“, und das geht mir zunehmend auf die Nerven. Quatsch, es ist der Dachbodenausbau, der meine Nerven blank gelegt hat.

Ich fahre zum „Magazin“. Ob man sich überall, wo man ist, nach einer gewissen Zeit zu Hause fühlt? Hier kennt mich die Empfangsdame, ich nicke ihr zu. Ich weiß, welchen Lift ich nehmen muss, und unser Bürogebäude aus Glas und Beton und Stahl wirkt irgendwie … freundlicher. Zumindest heute.

Die Chefredakteurin vom „Blatt“ ist mir nicht sehr sympathisch, über Jahre hat sie im Fernsehen ein politisches Magazin moderiert, ohne allzu viel anzuecken, versteht sich, so macht man Karriere. Nicht dass ich darauf aus wäre. Ich wäre schon zufrieden, wenn sie mich in Ruhe ließen und sich über meiner Wohnung wieder ein festes Dach befände. Was soll ich tun? Den Chefredakteur vom „Magazin“ mag ich auch nicht besonders. Droch meint, ich hätte eben ein Problem mit Hierarchien, das sei alles, deswegen würde ich Vorgesetzte nie leiden können. Heute ist Donnerstag, er wird an seinem Leitartikel schreiben. Immerhin, es gibt im „Magazin“ auch ernst zu nehmende und ernst genommene Journalisten. Droch und … Momentan fällt mir niemand ein, gut, ab und zu hat man sogar mich schon erst genommen. Ich muss mit ihm reden. Er kennt die Branche. Wenn es eng wird, ist er mir immer ein guter Freund.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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