OptiManage your Business - Peter Breidenbach - ebook

OptiManage your Business ebook

Peter Breidenbach

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134,99 zł

Opis

Durch eine positive Sichtweise können Sie Ihren persönlichen und den Erfolg Ihres Unternehmens steigern. Das Buch zeigt neue Möglichkeiten und Ideen, um den täglichen Herausforderungen mit Mitarbeitern, Kunden, Kollegen und Mitbewerbern erfolgreicher gewachsen zu sein. Mit lösungsorientierten, bewährten und leicht umsetzbaren Ansätzen, Übungen und Tests. Inhalte: - Optimismus als Triebfeder Ihres Erfolgs - Erfolg beginnt in Ihrem Kopf - Das Wesentliche im Fokus - Work-Life-Balance - zurück zum inneren Gleichgewicht

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EPUB

Liczba stron: 474




Inhaltsverzeichnis

Hinweis zum UrheberrechtImpressumWidmungVorwort1   OptiManage Yourself – so aktivieren Sie Ihr persönliches Erfolgspotenzial1.1   OptiManage Your Basic Thinking1.1.1   Optimist ist nicht gleich Optimist – die 5 Optimisten-Typen1.1.2   Die Pessimisten-Typen1.1.3   Mit Optimisten hat man gern zu tun1.1.4   Warum Real-Optimisten im Business so wichtig sind1.1.5   Was Real-Optimisten so anziehend macht1.1.6   Sind Frauen optimistischer als Männer?1.1.7   Wie Sie Ihren Real-Optimismus stärken1.2   OptiManage Your Values1.2.1   Ehrlichkeit – die Basis unseres Zusammenlebens1.2.2   Zuverlässigkeit – eine Tugend, die aus der Mode gekommen ist1.2.3   Höflichkeit – eine Tugend, die Herzen öffnet1.2.4   Toleranz – wichtiger denn je1.2.5   Offenheit – die Triebfeder für Neues1.2.6   Vertrauen – ohne Vertrauen geht es nicht1.3   OptiManage Your Self-Management1.3.1   Selbstverantwortung als Kompetenzschlüssel1.3.2   Verantwortung übernehmen – der Schlüssel zum Erfolg1.3.3   Warum Sie Selbstverantwortung übernehmen sollten1.3.4   Selbstbestimmt oder fremdbestimmt – wer entscheidet Ihr Leben?1.4   OptiManage Your Self-Motivation1.4.1   Worauf es bei der Selbstmotivation ankommt1.4.2   Ein positives Selbstbild als Erfolgsmotor1.4.3   Erkennen Sie Ihre Einzigartigkeit1.4.4   Wie Sie Ihr Selbstbild optimieren1.4.5   So starten Sie optimal in den Tag1.4.6   Wie Sie tagsüber motiviert bleiben1.5   OptiManage Your Success Power1.5.1   Wie werden Sie wirklich „erfolgreich“?1.5.2   Erfolg als Ergebnis Ihrer inneren Einstellung1.5.3   Was Menschen erfolgreich macht1.5.4   Misserfolge sind Vorboten für den wahren Erfolg1.5.5   Nehmen Sie sich erfolgreiche Menschen als Vorbilder1.6   OptiManage Your Destination Power1.6.1   Wie sich Ziele von Wünschen und Träumen unterscheiden1.6.2   Warum klare Ziele für Ihr Leben und ein erfolgreiches Business so wichtig sind1.6.3   Was Sie bei Ihrer Zielfindung beachten sollten1.6.4   Die schnellste Art, Ziele zu erreichen – die Technik des Mentaltrainings, Ihr persönlicher „Gedankenturbo“1.6.5   Wie Sie sich auf Erfolg programmieren – Mentaltraining erfolgreich anwenden1.7   OptiManage Your Positive Mindness1.7.1   Warum Probleme durchaus sinnvoll sind1.7.2   Was positives Denken wirklich ist1.7.3   Die 7 Schritte zur Problemlösung1.7.4   Wie Sie angstfreier leben können1.8   OptiManage Your Staying Power1.8.1   Ohne Geduld geht gar nichts1.8.2   Ausdauer führt zum Erfolg1.8.3   Warum der Erfolgreiche mehr Misserfolge hat1.8.4   So optimieren Sie Ihre Ausdauer im Berufs- und Privatleben1.8.5   So optimieren Sie Ihre Konzentrationsfähigkeit – fokussieren Sie Ihr Ziel!1.9   OptiManage Your Fitness1.9.1   Wie Sie Ihrem Körper nur das Beste geben1.9.2   Wie Sie selbst für Ihre Gesundheit sorgen1.9.3   Lernen Sie, gesund zu denken und zu fühlen1.9.4   Langzeitstudien beweisen: Optimisten leben länger!1.9.5   Das Zusammenspiel zwischen Körper, Seele und Geist1.9.6   Die geheimnisvolle Sprache Ihres Körpers1.10   OptiManage Your Balancing1.10.1   Was „Stress“ wirklich bedeutet1.10.2   Stress ist nicht gleich Stress1.10.3   Wie Stress entsteht und wie er sich auswirkt1.10.4   Der optimale Umgang mit Stress1.10.5   Ärger als überflüssiger Stressor2   OptiManage Your Business – so aktivieren Sie Ihr berufliches Erfolgspotenzial2.1   OptiManage Your Power2.1.1   Was Burn-out ist – Geschichte und Entwicklung2.1.2   Das Phänomen Burn-out – die Fakten2.1.3   Die Gefahren des Burn-out – Anzeichen und Symptome2.1.4   Mögliche Ursachen des Burn-out2.1.5   Schluss mit Burn-out – hier meine besten 20 OptiManage-Tipps für Sie2.2   OptiManage Your Time2.2.1   Zeitmanagement – Definition und Erklärung2.2.2   Die ALPEN-Methode2.2.3   Die „Eisenhower-Methode“2.2.4   Das Pareto-Prinzip2.2.5   Grenzen der Priorisierung – Lösungswege2.3   OptiManage Your Leadership2.3.1   Plötzlich Führungskraft – gar nicht so einfach!2.3.2   Voraussetzungen einer Führungskraft2.3.3   Die wichtigsten Führungsstile2.3.4   Wie Sie Führungsstile unterscheiden2.3.5   Welcher Führungsstil in der Praxis am besten ist2.3.6   Wie Sie als eine gute Führungskraft sein sollten2.4   OptiManage Your Decision Power2.4.1   Warum wir uns so schwertun, Entscheidungen zu treffen2.4.2   Entscheiden heißt riskieren2.4.3   Wenn Verstand und Gefühl miteinander ringen2.5   OptiManage Your External Motivation2.5.1   Ihre eigene Einstellung auf dem Prüfstand2.5.2   Die verschiedenen Motivatoren2.5.3   Wie Sie Ihr Team optimal motivieren – die besten OptiManage-Tipps2.6   OptiManage Your Communication Power2.6.1   Warum Kommunikation so wichtig ist2.6.2   Verbale Kommunikation – unsere Sprache im Einsatz2.6.3   Optimaler Umgang mit Kritik – Kritikgespräche positiv gestalten2.6.4   Exkurs: Motivationsfaktor Mitarbeitergespräche2.6.5   Nonverbale Kommunikation – die geheimen Botschaften2.7   OptiManage Your Team2.7.1   Teams gehört die Zukunft2.7.2   Die Unternehmen und das Betriebsklima im Wandel der Zeit2.7.3   Wie Sie Ihr Betriebsklima verbessern können2.7.4   Betriebsklima und Zuständigkeiten2.7.5   Sorgen Sie für eine gute Personalauswahl und finden Sie den richtigen Mitarbeiter2.7.6   Exkurs: Face Reading für Führungskräfte2.7.7   Bewerbungsgespräche optimal führen2.7.8   Wie Sie Nachwuchs- und Fachkräfte gewinnen2.8   OptiManage Your Financial Sector2.8.1   Konkurs- oder Insolvenzgefahr? – Nein danke!2.8.2   So steigern Sie Ihren Unternehmensgewinn2.8.3   Wie Sie ein positives Geldbewusstsein entwickeln2.8.4   Optimieren Sie Ihre Effizienz – Effektivität reicht nicht2.9   OptiManage Your Selling2.9.1   Jeder Mensch ist ein Verkäufer2.9.2   Wie Sie als guter Verkäufer sein sollten2.9.3   Kundenorientiert verkaufen heißt: mit positiven Perspektiven Werte schaffen2.10   Optimanage Your Presentation2.10.1   Was ist Charisma?2.10.2   Wie Sie Ihr Charisma trainieren können2.10.3   Das Geheimnis der positiven Körpersprache2.10.4   Rhetorik und Präsentation – selbstbewusstes Reden und AuftretenNachwortArbeitshilfen online
[1]

Hinweis zum Urheberrecht

Haufe-Lexware GmbH & Co. KG, Freiburg

Impressum

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.

Print: ISBN 978-3-648-11376-9 Bestell-Nr. 10277-0001

ePub: ISBN 978-3-648-11377-6 Bestell-Nr. 10277-0100

ePDF: ISBN 978-3-648-11378-3 Bestell-Nr. 10277-0150

Peter Breidenbach

OptiManage your Business

1. Auflage 2018

© 2018 Haufe-Lexware GmbH & Co. KG, Freiburg

www.haufe.de

[email protected]

Produktmanagement: Christiane Engel-Haas

Lektorat: Helmut Haunreiter, Marktl am Inn

Satz: kühn & weyh Software GmbH, Satz und Medien, Freiburg

Umschlag: RED GmbH, Krailling

Alle Angaben/Daten nach bestem Wissen, jedoch ohne Gewähr für Vollständigkeit und Richtigkeit. Alle Rechte, auch die des auszugsweisen Nachdrucks, der fotomechanischen Wiedergabe (einschließlich Mikrokopie) sowie der Auswertung durch Datenbanken oder ähnliche Einrichtungen, vorbehalten.

Widmung

Dieses Buch widme ich

… meiner geliebten Frau Eva für ihre wertvolle Unterstützung nicht nur bei diesem Projekt,

… meinen inzwischen vier Kindern, ohne die mein Leben nur halb so schön wäre, und

… meiner Freundin Gisela und meinen Freunden Nico und Erwin, die trotz ihrer unternehmerischen Erfolge „Menschen“ geblieben und großartige Beispiele für gelebten Real-Optimismus sind.

Vorwort

„Optimismus ist in seinem Wesen keine Ansicht über die gegenwärtige Situation, sondern er ist eine Lebenskraft, eine Kraft der Hoffnung, wo andere resignieren, eine Kraft, den Kopf hoch zu halten, wenn alles fehlzuschlagen scheint, eine Kraft, Rückschläge zu ertragen, eine Kraft, die die Zukunft niemals dem Gegner lässt, sondern sie für sich in Anspruch nimmt.“[2]

Dietrich Bonhoeffer

Liebe Leserin, lieber Leser,

mein Name ist Peter Breidenbach und ich freue mich, Ihr Begleiter sein zu dürfen.

Wir leben in einer Zeit, in der sich die Welt gerade stark verändert. Krisen zwingen uns zum Umdenken. Werte verändern sich, die Gesellschaft verändert sich. Auch beruflich werden wir immer mehr gefordert. Das Burn-out-Risiko ist bei vielen groß. Doch es liegt an uns, wie wir damit umgehen. Wir können uns durch den Krisenbazillus anstecken lassen oder mit Kreativität, Optimismus und Mut neue Wege finden und beschreiten.

Es gibt sicher einen Grund dafür, warum Sie dieses Buch gewählt haben. Möglicherweise sind Sie Existenzgründer und sind in der Orientierungsphase. Sie fragen sich, wo soll es hingehen und wie komme ich am besten so schnell wie möglich an mein Ziel? Vielleicht wollen Sie noch erfolgreicher werden und/oder Ihr Geschäft ausbauen? Oder Sie suchen wertvolle Tipps eines Experten dazu, wie Sie sich selbst und Ihre Mitarbeiter besser motivieren können. Eventuell wollen Sie Ihre Führungsqualitäten optimieren oder ein Burn-out-Risiko minimieren. Oder Sie wollen mithilfe der Inhalte und Übungen Ihr Privatleben verbessern.

Es gibt viele Anlässe für den Kauf dieses Buches. Und Sie werden viele neue Impulse für sich finden können.[3]

Ein wesentlicher Faktor für die Zukunftssicherheit von Unternehmen ist ein stetiger Optimierungsprozess. Damit Mitarbeiter und Management ihr bestmöglichstes Leistungspotenzial entwickeln können, bedarf es einer optimalen Einstellung – motiviert, engagiert, lösungsorientiert.

OptiManage your Business ist das Ergebnis meiner langjährigen Erfahrung im Coaching- und Seminarbereich mit Privatleuten, Führungskräften und Spitzensportlern. Es ist ein klar strukturiertes und effektives Konzept, das die wesentlichen Instrumente zur Stärkung der individuellen und kollektiven Leistungsfähigkeit beinhaltet. Das Ziel ist, Ihren persönlichen und beruflichen Erfolg zu maximieren.

Neben verschiedenen praktischen Tipps und Übungen wird der individuellen Persönlichkeitsbildung ein besonderer Stellenwert in diesem Werk beigemessen. Wenn wir etwas verändern wollen, dann dort, wo die Veränderung herbeigeführt werden muss – an unserer inneren Einstellung, in unserem Denken, in unserem Handeln.

Die Intension für dieses Buch ist meiner Wahrnehmung entsprungen, dass die Stimmung in unserer Gesellschaft und in den Unternehmen gerade in den letzten Jahren zunehmend schlechter geworden ist.

Eine Ausrichtung auf verlässliche Werte wie Ehrlichkeit, Zwischenmenschlichkeit, Vertrauen zueinander, Freundschaft, Zuverlässigkeit, Loyalität, Hilfsbereitschaft, Verständnis usw. wird zwar von jedem als wichtig empfunden, diese Werte spielen aber inzwischen leider sowohl in Unternehmen als auch in der Gesellschaft keine wichtige Rolle mehr.[4]

Auch höre ich in meinen Coachings und Fortbildungen bei Firmen vermehrt von einer massiven Unzufriedenheit seitens der Mitarbeiter, was Motivation, Betriebsklima und Zeitdruck angeht. Die Folge davon ist immer häufiger ein Gefühl des Funktionieren-Müssens, das in einen Zustand der Erschöpfung bis hin zu einem Burn-out münden kann

Dieser Entwicklung heißt es entgegenzutreten und es ist wichtig, gemeinsam dazu beizutragen, dass menschliche Tugenden wieder den Stellenwert bekommen, der ihnen gebührt. Hier besteht auch die große Chance für einen Neuanfang – im Großen wie im Kleinen.

Grundlage meiner Ideen für Ihr Business ist „Real-Optimismus“ – eine grundlegende Überzeugung, dass jedes Problem auch eine Lösung beinhaltet und wir jederzeit in der Lage sind, auf widrigste Umstände mit einer kreativen und zielgerichteten Vorgehensweise zu reagieren, um optimale Ergebnisse zu erreichen.

Durch die Aktivierung und Potenzierung real-optimistischer Grundeinstellungen wird Ihr Privatleben lebendiger, Ihr Umsatz gesteigert und mit kreativen Ideen die Grundlage für nachhaltigen Unternehmenserfolg geschaffen. Dabei geht es in erster Linie um eine Optimierung Ihrer vorliegenden Fähigkeiten und Fertigkeiten, die Sie für ihre berufliche und persönliche Laufbahn nutzen können.

Ich möchte Ihnen gleichzeitig eine Vielzahl von Möglichkeiten aufzeigen, die Ihr Berufs- und Privatleben auf vielen Ebenen erfolgreicher, entspannter und gewinnbringender macht.[5]

Glauben Sie nicht, ich sei als Optimist zur Welt gekommen. Auch ich durfte durch manches tiefe Tal gehen, habe Prüfungen vermasselt, Niederlagen erlebt, Krankheiten gemeistert, schmerzhafte Trennungen erlebt, und doch habe ich meinen Optimismus und meinen Glauben an einen guten Ausgang nie verloren.

Gerne teile ich mit Ihnen meine Erkenntnisse und freue mich schon jetzt, wenn ich von Ihrer erfolgreichen Umsetzung meiner Empfehlungen hören bzw. lesen darf.

Als Real-Optimist gehöre ich zu den Menschen, die von sich aus Verantwortung übernehmen, wenn Hilfe vonnöten ist. Daher setze ich mich persönlich in meinem gemeinnützigen Verein „Optimisten für Deutschland e. V.“ für wichtige Werte wie Ehrlichkeit, Vertrauen und Toleranz ein. In diesem Buch bekommen Sie Einblick in die vielfältigen Möglichkeiten, die eine lösungsorientierte und damit real-optimistische Sichtweise mit sich bringt.

Ich schreibe ganz bewusst in einem lockeren, einfachen und klaren Sprachstil, den ich auch in meinen Seminaren und Coachings verwende. Vielleicht gelingt es mir dadurch, Sie mit meiner optimistischen Grundhaltung anzustecken und Ihnen an mancher Stelle ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Und wissen Sie was, als Real-Optimist bin ich davon überzeugt, dass mir das gelingt.

Ich wünsche Ihnen auf jeden Fall viel Freude beim Lesen und bin sicher, dass Sie viele meiner praktischen OptiManage-Tipps erfolgreich zu Ihrem Wohle und zum Wohl Ihres Unternehmens umsetzen werden.[6]

Mit optimistischen Grüßen

Ihr

Peter Breidenbach

1   OptiManage Yourself – so aktivieren Sie Ihr persönliches Erfolgspotenzial

1.1   OptiManage Your Basic Thinking

Optimismus als Triebfeder Ihres Erfolgs – so optimieren Sie Ihre Grundeinstellung

„Eine neue Art des Denkens ist notwendig, wenn die Menschheit weiterleben will.“

Albert Einstein

Jeder will etwas in seinem Leben erreichen, glücklich sein, sich wohlfühlen, mutig nach vorne blicken, Ideen umsetzen und bei anderen beliebt sein.

Haben Sie sich schon einmal die Frage gestellt, was ein Steven Spielberg und eine Tina Turner gemeinsam haben? Was macht einen Barack Obama so faszinierend? Warum ist Bill Gates, der Chef von Microsoft, so erfolgreich?

Ganz einfach – sie sind Optimisten! Sie sind Gewinnertypen!

Das Buch beschreibt in den folgenden Kapiteln ein OptiManage-Seminar – Sie nehmen gewissermaßen live daran teil. Doch nicht nur Sie besuchen die Veranstaltung, unter anderem tun das auch zwei Unternehmer und ihre Begleiterinnen. Nicht immer betrachten wir das Seminar aus einer „neutralen“ Perspektive. An manchen Stellen verlassen wir diesen Blickwinkel und wir schauen durch die Brille dieser beiden Unternehmer.

Sie werden schnell erkennen, dass die beiden – es könnte sie so, wie sie beschrieben sind, tausendfach in unserem Land geben – zwei verschiedene Lebensweisen verkörpern. Obwohl sich die beiden Hauptpersonen im Hinblick auf ihren Charakter polar gegenüberstehen, ist auch beim Erfolgreicheren der beiden nicht immer alles Gold, was glänzt. Eventuell erkennen Sie sich in einer der Personen wieder – zumindest in bestimmten Facetten.[7]

Und jetzt möchte ich Ihnen die beiden persönlich vorstellen.

Klever & Graumann

Das eine Unternehmen ist die „Felix Klever GmbH & Co. KG“, ein Bauunternehmen mit ca. 80 Mitarbeitern und das andere Unternehmen ist die „Willi Graumann OHG“, eine Recyclingfirma mit 60 Mitarbeitern.

Zur Familie Klever gehören Felix, unser Bauunternehmer, seine Frau Sonja und die beiden Kinder Tim (12 Jahre) und Jana (8 Jahre). Die Familie lebt in einer schönen hellen Mansardenwohnung mit Blick auf einen kleinen See.

Unser Recyclingspezialist Willi Graumann lebt mit seiner Frau Trude und seinen Kindern Agathe (13) und Kevin (6) in einem alleinstehenden Haus (Baujahr 1957) am Stadtrand. Die Familie Graumann hat noch einen Dobermann mit dem Namen „Hasso“.

Felix Klever wird unterstützt von seinem Geschäftsführer Herrn Glück. Willi Graumann hatte vor einem Jahr kurzfristig Frau Schleich als Assistentin der Geschäftsleitung, die jedoch nach einem kurzen Disput noch während der Probezeit gekündigt wurde.

Die Felix Klever GmbH & Co. KG schreibt trotz einer schwierigen Anfangszeit seit Jahren schwarze Zahlen. Das Unternehmen Graumann hat jedes Jahr Probleme, wirtschaftlich zu überleben.

Herr Klever möchte die Firma weiter voranbringen und seine ohnehin schon sehr gute Marktposition ausbauen. Herr Graumann will einen Konkurs des Unternehmens vermeiden. Sowohl Herr Klever als auch Herr Graumann besuchen ein „OptiManage your Business“-Seminar, das 2 Tage dauert.[8]

Mit dabei ist auch die rechte Hand von Felix, Herr Glück, und Trude Graumann, Ehefrau von Willi, die im Unternehmen für das Personal zuständig ist. Wie es der Zufall so will, sitzen Felix Klever und Willi Graumann nebeneinander in der zweiten Reihe. Beide Männer begrüßen sich kurz und denken sich: „Was für eine Ausstrahlung!“ Willi denkt konkret „Toll, bewundernswert, so eine Ausstrahlung möchte ich auch haben.“ Felix meint dagegen: „Der Arme, ganz schön mitgenommen der Junge, der sollte mal was tun.“

Das Seminar beginnt ... beide Firmenchefs und ihre Begleiter folgen dem Trainer aufmerksam bei seinen Ausführungen. Der Seminarleiter beginnt mit einer ersten wichtigen Aussage: „Entdecken Sie den Gewinner in sich!“

Eine solche Gewinnerkraft hat jeder von uns! Auch Sie! In jedem von uns steckt Optimismus. Auch in Ihnen!

Oft hängt das Vorhandensein dieser Gewinnerkraft allerdings von den äußeren Umständen ab. Dadurch entsteht häufig eine gewisse Abhängigkeit von externen Faktoren, die auf die innere Einstellung einen entscheidenden Einfluss haben können. Besser wäre es für jemanden, auf den das zutrifft, eine innerlich gefestigte Haltung zu erreichen, die es ermöglicht, die Balance zu halten, obwohl die äußeren Umstände einiges von ihm abverlangen.

„Sei selbst die Veränderung, die Du in der Welt sehen willst.“

Mahatma Gandhi

Immer ein Optimist sein – ist das möglich?

Sicherlich nein!

Es kann durchaus sein, dass es Phasen in Ihrem Leben gibt, in denen Sie optimistischer oder pessimistischer sind. Das ist normal. Das ist menschlich.[9]

Optimismus ist nicht gleich Optimismus und Pessimismus nicht gleich Pessimismus.

Vorurteile gegenüber Optimisten

Immer wieder hört man u. a.:

Optimisten leben in einer Traumwelt – Optimisten tragen eine rosarote Brille – Optimisten verdrehen die Wahrheit – Optimisten sind unrealistisch – Optimisten belügen sich selbst – Optimisten verdrängen Probleme – Optimisten sind naiv – Optimisten machen sich etwas vor usw.

Daher ist es an der Zeit, zunächst zu klären, welche Form von Optimismus unerlässlich für unseren Erfolg und welche eher schädlich und damit erfolgsverhindernd ist. Denn obige Vorurteile sind nicht immer von der Hand zu weisen, sondern beinhalten tatsächlich ein Fünkchen Wahrheit.

Daher wenden wir uns – und das ist schon typisch für einen Optimisten – zunächst dem Charakterbild des Optimisten zu. Ich unterscheide inzwischen 5 Typen des Optimismus.

1.1.1   Optimist ist nicht gleich Optimist – die 5 Optimisten-Typen

„Es gibt Leute, die nur aus dem Grund in jeder Suppe ein Haar finden, weil sie, wenn sie davorsitzen, so lange den Kopf schütteln, bis eines hineinfällt.“

Friedrich Hebbel

Prüfen Sie bitte, zu welchem Typ Sie gehören.

Optimisten-Typ 1: Der unrealistische Optimist („Der Träumer“)

Sein Credo ist, alles Unangenehme auszublenden, den möglichen Problemen und Risiken des Lebens auszuweichen, blind zu sein für die Realität, die man lieber unter den Teppich kehrt, anstatt sich damit auseinanderzusetzen. Sie sind mit ca. 4–5 %[10] der Bevölkerung in der Minderheit. „Träumer“ sehen Ihre Welt oft idealistischer als die Norm.

Ihr Motto ist: „Träume nicht dein Leben, sondern lebe Deinen Traum!“ (Dale Carnegie)

Sie träumen von einer Welt ohne Kriege und Auseinandersetzungen. Sie suchen gerne nach dem Sinn des Lebens, reisen nach Indien, tanzen sich in Trance oder suchen lebenslang den idealen Lebenspartner. Glauben sie dann, diesen gefunden zu haben, sind sie bereit, alles andere hinter sich zu lassen und ungewöhnliche hohe Opfer zu bringen.

Optimisten-Typ 2: Der zweckbezogene Optimist („Der Beschützer“)

Im Allgemeinen verfolgen „die Beschützer“ hinter ihrer grundsätzlich positiven Lebenseinstellung und Denkweise einen praktischen Zweck. Sie möchten, dass es anderen gut geht, damit es ihnen selbst gut geht. Die zweckbezogenen Optimisten sind eher bodenständig, lieben die Heimat, die Familie und bestimmte Rituale. Sie gehen überaus rücksichtsvoll und aufmerksam mit ihren Mitmenschen um. Auch zeichnen sie sich dadurch aus, dass sie ihre Ziele diszipliniert verfolgen und emotional grundsätzlich sehr ausgeglichen sind.

Ihr Motto ist: „Liebe deinen Nächsten.“

Die „Beschützer“ sind überaus fürsorglich und beschäftigen sich nicht nur mit den Problemen der anderen, sondern kümmern sich auch um ihre eigenen Bedürfnisse. Dabei steht aber immer das Wohl des anderen im Mittelpunkt. Sie sind sehr bescheiden und bleiben eher im Hintergrund, um den anderen die „Bühne des Lebens“ zu überlassen. Sie sind „lieb“, neigen zum Perfektionismus und machen es gerne allen recht. Sie brauchen auch einmal die Zeit, um für sich alleine zu sein. Ständige Nähe und das Gefühl der Unfreiheit sind ihnen auf Dauer zu viel. Sie neigen dann dazu, auch aus langen Beziehungen auszubrechen. Dabei gehören sie eher zu den ruhigen Personen, die sich auch beim Kennenlernen zunächst zurückhaltend verhalten und erst prüfen, ob sie den Kontakt vertiefen möchten. Doch auch wenn sie nicht viel von sich preisgeben, sind sie geniale Beobachter, denen nichts entgeht. Sie gehören mit ca. 10–12 %[11] der Bevölkerung zu einer eher kleinen Gruppe. Ihre altruistische Art macht sie zu typischen „Burn-out“- Risikopatienten.

Optimisten-Typ 3: Der Real-Optimist („Der Problemlöser“)

Beim realistischen Optimismus handelt es sich um eine gesunde Form der Lebenseinstellung. Real-Optimisten sind grundsätzlich vom Gelingen Ihrer Pläne überzeugt und gehen Probleme mit einer lösungsorientierten Sichtweise an. Sie wägen zum einen die positiven Aspekte, zum anderen die realistische Machbarkeit ihrer Ziele oder ihrer Entscheidungen ab.

Diese Optimisten sehen das Leben als Abenteuerspielplatz, auf dem sie so manche interessante Herausforderung finden und ausprobieren wollen. Dabei können sie sich auch schnell überfordern, da eine ihrer Schwächen darin liegt, ihre eigenen Grenzen zu überschreiten.

Dieser Typus hat oft das Quäntchen Glück im Leben, um das ihn andere beneiden. Erfolg fällt den „Problemlösern“ einfach zu, ohne dass sie sich dafür überaus anstrengen müssten. Möglicherweise liegt es auch daran, dass es ihnen gelingt, eine gewisse Risikobereitschaft mit gesundem Menschenverstand und Flexibilität zu kombinieren.[12]

Ihr Motto ist: „Ich finde sicher eine Lösung“

„Die Problemlöser“ sehen zunächst immer das Beste im Menschen. Durch ihre soziale Ader sind sie hilfsbereit und fürsorglich. Eine intakte Beziehung zu ihren Mitmenschen ist ihnen wichtig. Gibt es ein Problem, findet man bei ihnen ein offenes Ohr und oft auch einen guten Rat. Geht es darum, eine Party oder ein Treffen mit Freunden zu organisieren, stehen sie parat. Dadurch sind sie beliebt und haben einen großen Freundeskreis. Grundsätzlich haben sie gute Laune. Das kann ansteckend aber auch anstrengend sein. Den einen freut es, den anderen nervt es. Dann kann es sein, dass sich der „Real-Optimist“ schon einmal einen übellaunigen Spruch einhandelt. Aussagen wie „Wie kann man denn immer nur gut gelaunt sein?!” oder „Deine gute Laune kann ich gerade gar nicht gebrauchen“ sind keine Seltenheit. Tatsächlich ist es oft eine Gratwanderung, wie sie sich auf den launischen Nervenbahnen ihrer Mitmenschen bewegen. Das Optimistische daran ist, dass der Gute-Laune-Virus leicht übertragbar ist. Auch dauerhafte Schäden und Nebenwirkungen sind bislang unbekannt, dem Virus wird sogar ein gewisser Pandemiecharakter nachgesagt.

Ein friedvolles Miteinander ist den Real-Optimisten wichtig. Sie haben ein Talent dafür, sich in ihre Mitmenschen hineinzudenken und das Gute in ihnen zu wecken[13]. Haben sie ein Ziel, überraschen sie ihre Umwelt mit so mancher neuen und ungewöhnlichen Idee. Mitunter sind sie anderen damit um Jahre voraus.

Mit ihrer romantischen und idealistischen Ader kommt nicht jeder zurecht. Viele verstandesorientierte Zeitgenossen sehen darin nur eine überflüssige Verhaltensweise, die keinen produktiven Gewinn abwirft. Dabei übersehen sie geflissentlich, dass diese Optimisten zumeist vernünftig handeln und entscheiden, weil sie generell den langfristigen Erfolg für alle Beteiligten im Blick haben. Da ist schon einmal ein guter Schuss Romantik erlaubt.

Real-Optimisten arbeiten gerne mit anderen zusammen. Ihre Hilfsbereitschaft ist sprichwörtlich. Grundsätzlich sind sie mit ihrem Leben zufrieden. Negative Stimmungen nehmen sie zwar wahr, lassen sich durch diese aber nur selten aus der Ruhe bringen. Und falls doch, finden sie schnell wieder in ihr gewohntes Lösungsdenker-Fahrwasser zurück.

In den meisten Fällen verfolgen sie ihre beruflichen und privaten Ziele erfolgsorientiert und geduldig.

Sie sind die Exoten in unserer Bevölkerung und mit ca. 3 % eher selten anzutreffen.

Optimisten-Typ 4: Der heimliche Optimist („Der Kritiker“)

Die heimlichen Optimisten sind sehr kritisch und werden gerne auch als „Zweck-Pessimisten“ bezeichnet. Sie haben in erster Linie Angst davor, ihren Besitz oder ihre Träume zu verlieren. Eine häufige Begründung lautet: „Wenn ich Schlechtes erwarte oder sage, kann ich nicht enttäuscht werden“. Aus diesem Grund sehen sie zuerst die Probleme und Risiken und versuchen daher, Ihre Ziele etwas kleiner zu stecken, um Enttäuschungen zu vermeiden.[14] Insgeheim hoffen sie darauf oder gehen sogar davon aus, dass alles klappt, wie sie es sich wünschen oder vorstellen. Sie zählen aber doch zum Kreis der Optimisten, weil sie allen Risiken zum Trotz dennoch gerne eine Chance beim Schopf packen. Sie sind eher der rationalen Bevölkerungsschicht zuzuordnen, die verstandesorientiert ihre Entscheidungen trifft, um Risiken möglichst gering zu halten.

Ihr Motto ist: „Es wird hoffentlich irgendwie doch gut gehen“

Die Zweckpessimisten verlieren gerne einmal ihr Ziel aus den Augen. Lieber schmieden sie Pläne, denken über sich und die Welt nach. Dabei verzetteln sie sich und glänzen mit teils genialen Ideen, können diese aber oft nicht umsetzen. Ihre Gedankenspiele behalten sie für sich, aus Angst, jemand anderes könnte sie wegnehmen. Überhaupt spielt die Furcht vor Verlust eine wichtige Rolle in ihrem Leben.

Tiefe Gefühle behalten sie größtenteils für sich. Sollten sie die Kammer zu ihren Herzen öffnen, bekommen nur wenige, sehr nahestehende Menschen einen Zugang. Oft bekommen Außenstehende von dem Gemütszustand des „heimlichen“ Optimisten gar nichts mit. Der Zweckoptimist beherrscht seine Rolle im „Spiel der Geheimnisse“ hervorragend. Kontakte schließt er nur schwer, sein grundlegendes Misstrauen ist mächtiger als sein Wunsch nach Nähe. Außenstehenden ist dieser Typus oft suspekt. Auch wenn es Momente gibt, in denen sie auftauen und locker in der Gesellschaft auftreten, nimmt ihr Umfeld sie eher als abweisend und wenig empathisch wahr.[15]

Trotz ihrer Skepsis wird ihnen eine gewisse Stärke an Kreativität und Ideenreichtum nachgesagt. Beides probieren sie auch gerne aus, solange der Geduldsfaden dick genug ist und nicht überstrapaziert wird. Reißt er, ziehen sie sich schnell wieder in ihr gewohntes Schneckenhaus zurück. Es fällt ihnen zudem schwer, langfristige Ziele zu erreichen, weil Konzentrationsvermögen nicht zu ihren Stärken gehört und sie sich leicht ablenken lassen.

Sie gehören mit 40–50 % zu der größten Gruppe der Bevölkerung

Optimisten-Typ 5: Der fatalistische Optimist („Der Kapitulierer“)

Dieser Optimist hat zwar Wünsche und Träume, aber selten klare Ziele. Er lässt sich treiben, ergibt sich in sein Schicksal und wartet darauf, dass sich alles von selbst zum Guten wendet.

Sein Motto ist: „Abwarten. Es wird sich schon irgendwie lösen“ oder „Ich fühle mich den Menschen und den Umständen ausgeliefert, ich bin hilf- und machtlos.“

Dieser Pseudooptimist ist davon überzeugt, keinen Einfluss auf sein Leben zu haben. Er sieht sich als Opfer seiner Umstände.

Die „Kapitulierer“ geben ihre Selbstverantwortung ab und lassen andere für sich entscheiden. Chancen werden gar nicht gesehen. Mitunter ist es für sie auch zu anstrengend, neue Perspektiven zu entwickeln und Wege aus der eigenen Sackgasse zu finden. Sie geben ihr Schicksal in andere Hände. Wenn sich andere oder gar der Staat um sie kümmern, wird dies zwar auf der einen Seite als unangenehm empfunden, doch der psychologische Primärgewinn der Hilfe von außen wird den eigenen Versuchen, das Leben selbst zu bestimmen, übergeordnet. Diese Geisteshaltung entsteht oft nach schweren Lebenskrisen oder Verlusten, bei denen der Betroffene keinen anderen Ausweg erkennt, als sich sein Schicksal zu ergeben. Zu den Kapitulierern zählen ca. 12–15 %[16] unserer Mitmenschen. Fatal ist, wenn sich ihre grundsätzlich positive Denkweise ins Gegenteil wendet und nur noch rein pessimistische Gedanken das Leben bestimmen. Diese Gefahr ist relativ hoch und kann bis zur Selbstaufgabe führen.

Hand aufs Herz – zu welcher Gruppe fühlen Sie sich zugehörig? Wahrscheinlich erkennen Sie, dass es Lebensphasen gibt, in denen Sie sich optimistischer fühlen, mehr an Ihren Erfolg und Ihre Ziele glauben als in anderen Zeiten. Daher sind Sie – wie die meisten Menschen – vermutlich ein Mischtyp. Und doch gibt es in jedem einen bestimmten Grundtypus. Er ist nicht angeboren, sondern hat stattdessen im Laufe des Lebens durch Erfahrungen und Prägungen unseres Umfeldes eine in uns entsprechende Geisteshaltung hinterlassen.

1.1.2   Die Pessimisten-Typen

„Ein Pessimist ist ein Mensch, der sich über schlechte Erfahrungen freut, weil sie ihm Recht geben.“

Heinz Rühmann

Vielleicht gehören Sie ja – noch – zu den „Pessimisten“, den Schwarzmalern, die immer ein Haar in der Suppe suchen und schließlich auch finden.[17]

Die zwei unterschiedlichen Typen von Pessimisten sind:

Pessimisten-Typ 1: Der absolute Pessimist („Der Schwarzseher“)

Dieser Typ sieht in jeder Lösung ein Problem. In diesem Fall herrscht die Überzeugung, dass, egal was passiert, immer alles schief gehen kann. Die Schwarzseher gehen grundsätzlich immer erst vom Schlimmsten aus und erleben dann auch meistens das Schlimmste. Die Folge ist eine negative Emotionsspirale, die bis hin zu einer schweren Depression führen kann.

Ihr Motto ist: „Alles geht schief. Ich kann nichts, ich bin nichts.“

Diese Pessimisten zweifeln an sich und ihren Fähigkeiten und trauen sich nichts oder nur noch wenig zu. Sie sind voller Angst und Unsicherheiten. Dazu zählen ca. 3–5 % unserer Mitmenschen.

Pessimisten-Typ 2: Der Zweckpessimist („Der Zweifler“)

Der Zweckpessimist ist voller Zweifel mit einer noch kleinen Portion Hoffnung. Er ist im Grunde davon überzeugt, dass das erwünschte Ereignis ausbleibt. Zu diesem Kreis gehören in erster Linie sehr rational orientierte Menschen, die bei allen Entscheidungen in viele Richtungen abwägen, dabei eine Vielzahl von Unsicherheiten erkennen und in Ihr Denken integrieren.

Ihr Motto ist: „Ich zweifle daran, dass es klappt. Ich habe es nicht in der Hand.“

So wie es reine Zweckoptimisten gibt, so gibt es auch Zweckpessimisten. Wenn Sie einen Zweckpessimisten fragen, warum er an seiner negativen Denkweise festhält, ist seine häufigste Begründung: „Wenn ich mit dem Schlimmsten rechne, dann erlebe ich keine bösen Überraschungen und bin vorbereitet.“[18]

Diese Haltung wirkt auf den ersten Blick sehr vernünftig. Doch wie hoch ist der Preis, den der Zweckpessimist dafür bezahlt? Je nach Vorstellungskraft und Fantasie kann das sich Ausmalen einer Katastrophe auf unser Wohlbefinden genau die gleichen Auswirkungen haben, als wäre sie tatsächlich eingetreten. Entwickelt jemand dabei noch ein Gefühl der Panik, kann sich das auf seine Gesundheit auswirken. Eine solche Denkweise kann krank machen.

Dieser Preis ist eindeutig zu hoch. Viele Burn-out-Patienten sind in dieser Gruppe zu finden. Ihr Anteil in der Bevölkerung ist mit 15–20 % erschreckend hoch, Tendenz steigend.

Klever & Graumann

Trude Graumann stößt ihren spitzen Ellenbogen in Willis untere Rippe. Als dieser seiner Ehefrau einen bitterbösen Blick zuwirft, raunzt ihn seine Gattin an. „Haste richtig zugehört Willi? Der Seminarleiter hat gerade von Dir gesprochen.“ Willi denkt sich nur: „Hätte ich sie besser zu Hause gelassen.“

Herr Glück schaut Felix Klever von der Seite an. Sein Chef spürt seinen Blick und fragt. „Was ist mit Ihnen mein Guter?“ Ich bin froh, dass Sie zu den Optimisten gehören Herr Klever” Felix lächelt innerlich und lauscht weiter gespannt den Ausführungen des Trainers.

1.1.3   Mit Optimisten hat man gern zu tun

„Höre nie auf zu lächeln, auch dann nicht, wenn Du traurig bist, denn Du weißt nicht, wer sich vielleicht in Dein Lächeln verliebt.“

Gabriel Garcià Màrquez

Hat man mit Optimisten tatsächlich so gerne zu tun, wie die Überschrift behauptet? Stellen Sie sich anstelle einer Antwort einfach die folgenden Fragen:[19]

Wen würden Sie als Begleiter wählen,

… wenn Sie schwer krank wären?

Den optimistischen Arzt, der an Ihre Heilung glaubt, der Ihnen Mut macht und nach Heilungsmöglichkeiten sucht oder den Arzt, der Ihnen erzählt, dass es unwahrscheinlich ist, dass Sie gesund werden?

… wenn Sie plötzlich den Arbeitsplatz verlieren?

Den optimistischen Freund, der von Ihren Fähigkeiten überzeugt ist und Sie trotz der angespannten Arbeitsmarktlage bei der Jobsuche unterstützt oder den Freund, der sagt, Sie seien mit 50 Jahren doch viel zu alt für eine neue Aufgabe und Ihnen einen Antrag auf Privatinsolvenz mitbringt?

… wenn Sie ein hohes sportliches Ziel verfolgen?

Den optimistischen Trainer, der Ihr Talent fördert, Ihnen Ihre Stärken bewusst macht und Sie 100 %ig in Ihrer Zielerreichung unterstützt oder den Trainer, der immer nur von den Stärken der anderen redet und Sie in Ihrer Begeisterungsfähigkeit bremst? 

Die Antworten sind klar oder?

Sicher wünschen Sie sich einen optimistisch denkenden Therapeuten an Ihrer Seite, den Freund, der Sie motivieren kann und den Trainer, der das Beste aus Ihnen herausholt.

Mit Optimismus sind Wunder wieder möglich

Bin ich ein Träumer und Gutredner, wenn ich folgende Fragen an Sie stelle:

Ist die medizinische Forschung zu optimistisch, wenn sie glaubt, ein Mittel gegen Krebs finden zu können?

Ist eine Sportmannschaft zu optimistisch, wenn sie daran glaubt, eine Meisterschaft zu gewinnen?[20]

Sind die Menschen naiv, die sich für den Frieden einsetzen?

Diese Fragen lassen sich nicht eindeutig beantworten. Es hängt von den jeweiligen Entwicklungen und vielen inneren wie äußeren Faktoren ab. Doch frage ich Sie:

Waren schwer kranke Menschen, die von der Medizin aufgegeben wurden, zu optimistisch, als sie auf wundersame Weise wieder gesund wurden?

War die deutsche Fußballnationalmannschaft zu optimistisch, als sie 2014 das erste Mal in der Geschichte als europäisches Team in Südamerika den Weltmeistertitel holte?

Waren die Weltraumwissenschaftler zu optimistisch, als sie daran glaubten, die Menschen könnten zum Mond fliegen?

Immer wieder haben uns Menschen bewiesen, dass Vieles, ja oftmals Unmögliches, doch möglich war.

„Fortschritt ist eine Verwirklichung von Utopien.“

Oscar Wilde

Kennen Sie die Geschichte von Wilma Rudolph?

Wilma Rudolph erkrankte mit 4 Jahren an Kinderlähmung. Das rechte Bein und der rechte Fuß waren gelähmt. Die Ärzte gaben ihr keine Chance, jemals normal zu laufen. Ihre Mutter und ihre Geschwister massierten sie täglich. Mit 7 Jahren ging Wilma das erste Mal an Krücken. Mit 11 Jahren warf sie die Krücken weg. In der Schule entdeckte man ihr Lauftalent. Sie trainierte hart und qualifizierte sich als 16-jährige für die Olympischen Spiele in Melbourne. Mit der Sprintstaffel gewann sie Bronze. Vier Jahre später, 1960, gewann sie drei Goldmedaillen bei der Olympiade in Rom. Sie ging in die Geschichte des Sports ein als „Schwarze Gazelle“, als eine Frau, die nach Ansicht der Medizin nie hätte laufen können.[21]

Wie wäre es, wenn auch Sie in der Zukunft Ziele erreichen, die für Sie unmöglich erschienen und die Ihnen niemand zutraute?

Dann halten wir fest: Der Pessimist sieht in jeder Möglichkeit ein Problem, der Real-Optimist in jedem Problem eine Chance.

Der Pessimist sieht eine Rose und ärgert sich über die Dornen, während sich der Optimist über die Schönheit der Rose freut. Der Pessimist ärgert sich über das, was er verloren hat, Optimisten sind dankbar dafür, was sie besitzen. Im Grunde haben beide ja Recht, es kommt nur auf die Sichtweise an. Doch eines ist sicher, der Optimist fühlt sich gut, der Pessimist fühlt sich schlecht.

Oder nehmen wir einen Praxisfall aus dem letzten Jahr. Man kann hier auch treffend sagen: „Aus dem Leben gegriffen!“

Georg kam Anfang des Jahres zu mir in die Praxis. Im zarten Alter von 65 Jahren wollte er sein Leben verändern. Seine üble Laune, sein ständiges Nörgeln an seinen Mitmenschen, seine Einstellung gegen alles und jeden hat dazu geführt, dass sich alle von Georg abgewandt hatten. Er war krank, hatte Diabetes, litt unter Depressionen und dem Gefühl der Einsamkeit.

Der Entschluss, sein pessimistisches Denken abzulegen und dem Dasein etwas Gutes abzugewinnen, hat sein Leben innerhalb kurzer Zeit verändert. In nur vier Wochen haben sich seine Blutwerte normalisiert, seine Partnerin hat sich neu in Georg verliebt, hat einen neuen Freundeskreis gefunden und strahlt über das ganze Gesicht. Sein Umfeld – mich eingeschlossen – ist verblüfft über das Ergebnis von Lebensoptimismus.[22]

Und was Georg schafft, können Sie auch!

Vergleichen wir also die Denkweisen:

Der OptimistDer PessimistIch schaffe esIch bin hilflosIch entscheide selbstIch bin ausgeliefertIch glaube an michIch bin machtlosIch kann esIch bin unfähigIch vertraueIch habe Angst

1.1.4   Warum Real-Optimisten im Business so wichtig sind

„Ich habe immer an meine Vision von purem Design geglaubt und nie lockergelassen.“

Jil Sander

Weil Real-Optimisten etwas bewegen, andere motivieren, mutig nach vorne blicken, Ideen haben und diese umsetzen, Kollegen helfen und darüber hinaus für eine grundlegend gute Stimmung im Unternehmen und im Team sorgen, sind sie im Business so wichtig.

„Für den Optimisten ist das Leben kein Problem, sondern bereits die Lösung.“

Marcel Pagnol

Seien Sie ein real-optimistisches Vorbild! Nur durch optimistisches Denken können Sie Ihre Ziele erreichen, persönliche oder berufliche Krisen bewältigen, sich und Ihr Team optimal motivieren.

Stellen Sie sich einmal ein kleines Unternehmen vor, in dem der Chef ein ständig nörgelnder Pessimist ist. Er mault ständig herum, kommt schlecht gelaunt ins Geschäft, klagt über die Wirtschaft, die Politiker und seine Kunden. Wie motiviert werden wohl seine Mitarbeiter sein? Werden diese gut gelaunt und fröhlich ihrem Tagewerk nachgehen? Unvorstellbar oder?

Ist der Chef aber ein Optimist, voller Tatendrang, voll des Lobes über seine Mitarbeiter, sieht er in der Kundenzufriedenheit den wesentlichen Erfolgsfaktor und ist er darüber hinaus noch ein Vorbild an Ehrlichkeit und Verlässlichkeit, dann gehen seine Angestellten für ihn durchs Feuer. Stimmt oder?[23]

Ein Unternehmen mit diesem Chef wird auf der Erfolgswelle immer oben schwimmen. Und sollte es einmal eine wirtschaftliche Talsohle geben, wird nicht geklagt oder gejammert, sondern es werden mit Kreativität und Vertrauen in die eigenen Ressourcen neue Wege gegangen, vielleicht wird eine neue Idee präsentiert oder noch intensiver am Puls der Zeit gearbeitet. Ob im Unternehmen, in der Familie oder im Sport – es wird immer der gleiche Prozess sein.

Optimistische Menschen reißen andere mit. Sie strahlen Erfolg aus und können durch ihre positive Ausstrahlung andere dazu motivieren, selbst erfolgreich zu werden.

Na, haben Sie langsam richtig Lust auf Real-Optimismus bekommen? Gut, dann setzen wir noch eins drauf!

1.1.5   Was Real-Optimisten so anziehend macht

„Mit Humor kann man Frauen am leichtesten verführen denn die meisten Frauen lachen gerne, bevor sie anfangen zu küssen.“

Jerry Lewis

Zu wem fühlen Sie sich mehr hingezogen? Zum geborenen Miesepeter, der Ihnen tagtäglich erzählt, was so alles in die Hose gehen kann? Oder zu dem Menschen, dem Partner, dem Sportverein, der Niederlagen kennt, aber immer wieder aufsteht, seine optimistische Grundhaltung bewahrt, das seinem Umfeld mitteilt und ganz altmodisch mit gutem Beispiel vorangeht?

Also: Sind Sie Real-Optimist, macht Sie Ihre positive Einstellung beliebter als andere. Wo Sie auftauchen, sprühen Sie vor Lebenskraft und Ideen. Ihre gute Laune steckt an und macht Sie einfach sympathisch. Als Gesprächspartner sind Sie immer gern gesehen. Ihnen hört man zu. Ihre Meinung ist anderen wichtig. Mit Ihrer positiven Einstellung machen Sie anderen Mut, auch wenn um Sie herum die Welt zusammenbricht. Sie finden immer eine Lösung. Sie sind der ideale Lebens- und Geschäftspartner[24]. Sie können Menschen, ganze Gruppen begeistern. Sie sind der Lichtbringer einer jeden Krisensitzung. Sie haben Charisma und Selbstbewusstsein. Mit Ihnen an der Seite „scheint immer die Sonne“.

Natürlich ist eine optimistische Lebenshaltung nicht der Garant dafür, immer glücklich, erfolgreich und gesund zu sein. Und doch ist diese innere Lebenseinstellung zweifellos ein überaus wichtiger Baustein für Ihr persönliches Wohlbefinden.

Der Optimist hat mehr Glück. Der Optimist hat mehr Ausstrahlung. Der Optimist ist beliebt. Der Optimist hat meistens gute Laune. Der Optimist schafft Vertrauen. Der Optimist macht Mut. Der Optimist ist ein Vorbild.

1.1.6   Sind Frauen optimistischer als Männer?

„Die Logik der Frauen beruht auf der Überzeugung, dass nichts unmöglich ist.“

Maurice Chevalier

Die Antwort ist eindeutig ja, was zumindest den Beruf betrifft.Frauen denken optimistischer und sind darüber hinaus auch flexibler als Männer.

Zu diesem Ergebnis kommt eine deutsche Arbeitsmarktstudie von StepStone und Allegra, die 1.866 Personen online befragten. Im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen blicken Frauen ihrer beruflichen Zukunft mit größerer Zuversicht entgegen. Konkret zeigt sich die positivere Einschätzung bereits daran, dass lediglich 31 Prozent der Frauen derzeit um ihren Job fürchten – unter den männlichen Befragten geht diese Angst bei immerhin 41 Prozent um.[25]

Da zum Kreis der Pessimisten eher rational ausgerichtete Menschen gehören, ist es nachvollziehbar, dass sich mehr Pessimisten unter der männlichen Bevölkerung befinden.

Jungs, das sollte doch ein Ansporn sein. Freuen Sie sich daher auf die kommenden Zeilen!

1.1.7   Wie Sie Ihren Real-Optimismus stärken

„Bevor Ihr den Menschen predigt, wie sie sein sollen, zeigt es ihnen an euch selbst.“

Fjodor M. Dostojewski

Einige Gramm Metall ergeben, richtig geformt, einen Schlüssel. Wenn dieser in das dazu passende Schlüsselloch gesteckt und in eine bestimmte Richtung gedreht wird, kann er eine schwere Tür öffnen. Ebenso können Ihnen die richtigen Gedanken und Taten Türen öffnen, die Ihnen vorher verschlossen waren, und zwar zu allen materiellen, geistigen und emotionalen Schätzen, die Sie sich nur wünschen können.

Der Schlüssel zu diesen Schätzen liegt in der Art und Weise Ihres Denkens, und es liegt an Ihnen, zu entscheiden, ob Sie diesen Schlüssel jetzt, nächstes Jahr, irgendwann einmal oder niemals nutzen wollen.

Betrachten wir ein Beispiel: Sie treffen einen Kollegen, dem es nicht gut geht. Der fängt kurzerhand an, Ihnen von seinem Leid zu berichten. Er fragt nicht, ob Sie einen Moment Zeit haben. Er legt einfach los. Sie merken sofort, dass er sich eigentlich nur ausheulen und bei Ihnen Mitleid erzeugen will. Sie sollen sein seelischer Mülleimer sein. Sie können nicht nein sagen, Sie wollen auch nicht unhöflich werden, ihn vor dem Kopf stoßen, als unsozial oder unkollegial gelten – also hören Sie zu.[26]

Als Pessimist würden Sie jetzt wahrscheinlich alles über sich ergehen lassen, mit ihm heulen, ihn in seiner schlechten Lage bestärken und dann sogar von den eigenen schlechten Erfahrungen berichten. Sie würden sich nach dem Gespräch richtig ausgelaugt und kaputt fühlen.

Als Real-Optimist verhalten Sie sich anders. Es kann sein, dass Sie Ihr Gegenüber bitten, einen geeigneteren Moment für ein Gespräch zu finden. Falls Sie sich jedoch zum Zuhören entscheiden, werden Sie aufmerksam zuhören. Sie werden seinen Zustand ernst nehmen, Mitgefühl, aber kein Mitleid zeigen. Ihr Bewusstsein wird darauf gerichtet sein, dass es sicherlich auch für die Probleme Ihres Gegenübers eine Lösung geben wird. Also werden Sie ihn darin bestärken, dass die unangenehme Zeit bald der Vergangenheit angehört und gegebenenfalls die Aufmerksamkeit auf ein positives Gesprächsthema lenken, z. B. auf das Thema: „Wie ich meine Selbstheilungskräfte entwickeln kann.“ Sie werden ihn ermutigen, an sich und an einen guten Ausgang zu glauben. Eine solche Einstellung kann man lernen.

Um nicht nur einen Tag lang ein Real-Optimist zu sein, bedarf es der regelmäßigen Übung. Daher sollte man sich täglich bewusst ausrichten. Man sollte jeden Tag überprüfen Sie, ob man noch der neuen, positiven Lebenseinstellung folgt. Die Umstellung braucht Zeit. Das erfordert Geduld! Gut Ding will Weile haben![27]

Wer die angebotenen Übungen und Strategien, die in den folgenden Kapiteln vorgestellt werden, praktiziert, wird automatisch im Laufe der Zeit zum Optimisten, zum Real-Optimisten.

Abschluss-Übung: Mental genial 1

Bitte stellen Sie sich ein Leben vor, in dem Sie Ihren Optimismus vorleben. Sie sind beliebt und Ihre Mitmenschen suchen Ihre Nähe. Sie sind ein Vorbild an Lösungsdenken und Empathie. Sehen Sie sich in Ihrem eigenen Lebensfilm die Hauptrolle spielen. Sie fühlen sich dabei rundherum wohl.

Hier Ihre Affirmation: „Ich bin ein Optimist und denke in Lösungen. Ich sehe in jeder Aufgabe eine Chance, an der ich wachsen und reifen kann.“

Klever & Graumann

Felix Klever denkt kurz an die früheren schweren Zeiten und daran, dass ihn sein Optimismus damals gerettet hat. Er ist froh, dass er mit Herrn Glück einen loyalen Mitarbeiter hat, auf den er sich verlassen kann.

Willi Graumann ist über die letzten Ausführungen des Vortragenden wenig begeistert. „Hast Du jetzt zugehört Trude? Du warst früher ganz anders. Seit wann bist Du denn eigentlich immer so muffelig?“ Die passende Antwort kommt sofort. „Das liegt wohl an Dir Willi, an wem denn sonst. Ich bin eine Frau und daher von Natur aus optimistischer als Du. Merke Dir das Willi!“

„Typisch Trude! Ich bin wie immer der Depp!“ denkt sich nun Willi Graumann und beendet mit einem gezwungenen Lächeln den kurzen Dialog. Weitere Gedanken werden durch die Ankündigung der Kaffeepause unterbrochen. Willi und Trude stehen abseits der Gruppe und fühlen sich irgendwie fremd. Herr Glück und Felix Klever diskutieren mit anderen Teilnehmern über die ersten Eindrücke des Seminars. Nach 15 Minuten Unterbrechung geht es weiter. Der Trainer beginnt pünktlich ...[28]

In dem folgenden Kapitel geht es darum, Ihre Erfolgskapazitäten zu erkennen und sowohl beruflich wie auch privat weiterzuentwickeln. Sind Sie dabei? Dann legen wir los ...

1.2   OptiManage Your Values

Neu denken mit alten Werten – so optimieren Sie Ihr Wertebewusstsein

„Die besten Reformer, die die Welt je gesehen hat, sind jene, die bei sich selbst anfangen.“

George Bernard Shaw

In der heutigen Zeit wird die Besinnung auf menschliche Werte immer wichtiger. Unsere Gesellschaft kann nur funktionieren, wenn bestimmte Tugenden und Werte gelebt werden. Sie sind die Grundpfeiler unserer Staatengemeinschaft, unserer Unternehmen und reichen bis hin in die Familie und Partnerschaft. Leider gehen heute immer mehr Werte verloren. Wir wären keine Optimisten, wenn wir hier untätig zusehen und nicht unseren Beitrag zu einer werte-volleren Welt leisten würden. Machen wir uns die wichtigsten Werte bewusst.

Das sind:

Ehrlichkeit

Zuverlässigkeit

Höflichkeit

Toleranz

Offenheit

Vertrauen

1.2.1   Ehrlichkeit – die Basis unseres Zusammenlebens

„Ehrlichkeit ist das erste Kapitel im Buch der Weisheit.“[29]

Thomas Jefferson

Nichts zerstört mehr Vertrauen, als wenn wir angelogen oder betrogen werden. Umfragen haben ergeben, dass Ehrlichkeit als der wichtigste Wert angesehen wird. Nicht nur in unserem Privatleben, auch in Unternehmen und im Team hat Ehrlichkeit eine außerordentliche Bedeutung. Dabei unterscheiden wir zwischen ehrlichem Reden und ehrlichem Verhalten. Auch ehrlich zu sich selbst zu sein, fällt darunter, was die wohl schwierigste Aufgabe ist.

Es mag schwer sein, immer ehrlich zu sein. Und ehrlich gesagt, „immer ehrlich zu sein, schafft keiner“. Zu groß sind die Verlockungen der Ausreden, des Schwindelns und eine „liebe“ Rolle zu spielen. Wir glauben, dadurch Schwierigkeiten zu vermeiden, und verkennen, dass wir uns selbst belügen und unserem Gewissen die größten Schwierigkeiten bescheren. Nur notorische Lügner sprechen und handeln gewissenlos.

Seien Sie ehrlich und gehen Sie als gutes Beispiel voran. Ihr Partner, Ihre Kinder und Mitarbeiter werden Ihnen das hoch anrechnen. Lügen haben bekanntlich kurze Beine. Die Wahrheit macht Sie dagegen groß!

Setzen Sie daher auch auf den aufrichtigen Umgang mit Kunden und Kollegen. Auch ein ehrliches „Verkaufen“ schafft Vertrauen bei Ihren Kunden. Ihr Erfolg wird Ihnen Recht geben.

Um Ihre eigene ehrliche Haltung zu optimieren, können Sie sich folgende vier Erkenntnisse bewusst machen:

Ich möchte auch, dass alle anderen ehrlich zu mir sind. Mir bringt höfliches Drumherumgerede nichts.

Die Wahrheit kommt immer ans Licht. Das ist kein Spruch, es ist so.[30]

Wenn ich nicht ehrlich bin, dann ist es auch kein anderer. Damit meine ich, dass immer einer anfangen muss, etwas zu leben, um andere zu motivieren, dies ebenfalls zu tun.

Meine Lebensweise schadet niemandem. Ja, das gnadenlose Ehrlichsein stößt andere unfreiwillig vor den Kopf und meine oft nicht ganz so sanfte Art, ehrlich zu sein, ist verletzend – aber der Inhalt zählt für mich. Ich möchte eigentlich nur Gutes damit erreichen. Ich möchte eigentlich immer nur helfen.

Ihre 7 OptiManage-Tipps:

Erkennen Sie, dass Ehrlichkeit viele Vorteile mit sich bringt. Sie reduzieren emotionalen Stress und optimieren damit Ihre Gesundheit. Sie stärken Ihr Selbstbild und -vertrauen. Sie verbessern Ihre Beziehungen und Ihren Lebensmut. Sie wissen ja, „eine ruhiges Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen“.

Sprechen Sie mit Ihrem Umfeld. Sagen Sie offen, dass Sie sich mit dem Thema „Ehrlichkeit“ beschäftigen und diesen Wert gerne vorleben wollen. Sie werden in der Zukunft Ihre Ehrlichkeit in Worten und Verhalten üben. Laden Sie Ihre Umgebung ein, mitzumachen. Ziehen Sie gemeinsam nach einem Monat Bilanz.

Prüfen Sie, in welchen Situationen oder bei welchen Menschen es Ihnen schwerfällt, die Wahrheit zu sagen oder authentisch zu sein. Gehen Sie Ihrem Verhalten auf den Grund. Vor was haben Sie Angst, was wollen Sie vermeiden? Stellen Sie sich ganz bewusst diesen Situationen.

Finden Sie zunächst Menschen, bei denen es „einfach“ ist, die Wahrheit zu sagen und authentisch zu sein. Trauen Sie sich zu, auch „Tabuthemen“ anzusprechen.[31]

Versprechen Sie nichts, was Sie nicht halten können.

Fordern Sie Feedback ein, wenn Sie jemandem ehrlich Ihre Meinung sagen oder Ihre Gefühle sagen.

Belohnen Sie sich für jedes ehrliche Wort und jede ehrliche Geste. Das kann Sie mithilfe einer „Bonusbox“ tun, in die Sie einen kleinen Geldbetrag einzahlen, wenn Sie ehrlich und authentisch waren. Erfüllen Sie sich nach sechs Wochen mit dem Betrag einen kleinen Wunsch.

1.2.2   Zuverlässigkeit – eine Tugend, die aus der Mode gekommen ist

„Bester Beweis einer guten Erziehung ist die Pünktlichkeit.“

Gotthold Ephraim Lessing

Wer ist noch pünktlich? Auf wen kann man sich noch verlassen?

Obwohl unsere Zeit mehr denn je ein hohes Gut geworden ist, wird mit diesem Gut oft verschwenderisch und unachtsam umgegangen. Lassen Sie das nicht mehr zu. Jede Minute ist wertvolle Lebenszeit, die zum Schluss fehlen kann. Verschwenden Sie nicht unnötig Zeit mit Warten. Seien Sie wieder pünktlich. Halten Sie Ihre Termine ein. Wenn Sie sich verspäten, sollten Sie Ihre Verabredung darüber informieren und nicht seine Zeit rauben.

Zur Zuverlässigkeit gehört neben der Pünktlichkeit auch das Einhalten von Vereinbarungen.

Die Missachtung dieser Tugend kann zu einem enormen Vertrauensverlust führen. Sich auf den anderen verlassen zu können – vor allem in Krisenzeiten – schafft ein Gefühl von Glaubwürdigkeit und Nachhaltigkeit. Nur wenn sich Ihre Familie, Ihr Kunde und Geschäftspartner auf Ihr Wort verlassen können, fühlen sie sich sicher und sind bereit, weitere Schritte mit ihnen gemeinsam zu gehen.[32]

1.2.3   Höflichkeit – eine Tugend, die Herzen öffnet

„Suche nicht die großen Worte, eine kleine Geste genügt.“

Phil Bosmans

Ein freundlicher und optimistischer Umgangston oder eine höfliche Geste – es ist so leicht, die Tore zu den Herzen Ihrer Mitmenschen zu öffnen.

Lassen Sie Ihren Mitmenschen öfter den Vortritt oder drängeln Sie sich stattdessen regelmäßig vor?

Machen Sie Ihrem Partner/Ihrer Partnerin zwischendurch ohne besonderen Anlass kleine Geschenke oder sparen Sie das Geld lieber für Zigaretten?

Bedanken Sie sich noch bei einem Kellner für seinen schnellen Service oder sehen Sie das als selbstverständlich an?

Grüßen Sie noch den Fremden, der Ihnen bei einer Bergwanderung entgegen kommt, oder ignorieren Sie gerne eine solche Begegnung, um einem etwaigen Gespräch aus dem Weg zu gehen?

Begrüßen Sie Ihre Mitarbeiter und Kollegen morgens noch oder schleichen Sie sich leise in Ihr Büro, um nicht aufzufallen?

Wenn Sie das und nicht das „oder“ tun, dann gehören Sie zu den Menschen, die diesen „Brauch“ der Höflichkeit noch pflegen. Dann erkennen Sie ihren Wert, der unser Miteinander erleichtert und bereichert.

Dann bin auch ich jetzt höflich und sage Ihnen aus ganzem Herzen „Danke, dass es Sie gibt!“

Wenn das „oder“ überwiegt, dann haben Sie ja jetzt die Gelegenheit, es zu ändern. Ein ehrliches Lächeln, ein ernst gemeintes Kompliment, eine nette Geste oder eine charmante Hilfestellung kann der Beginn einer langen Partnerschaft, einer innigen Freundschaft oder einer gewinnbringenden Kundenbeziehung sein.[33]

Klever & Graumann

Trude Graumann ist wohl ganz begeistert von den Ausführungen des OptiManage-Trainers und ihre Glucksgeräusche ziehen die Aufmerksamkeit anderer Seminarteilnehmer an sich. Willi Graumann ist davon wenig begeistert, vor allem von dem Verhalten seiner Ehefrau. „Hörst Du jetzt auf mir diesem albernen Gegluckse Trude, die Leute schauen schon.“ „Selbst schuld“, ist die knappe und klare Antwort.

Peter Klever amüsiert sich über seine Sitznachbarn und lässt sich nicht ablenken. Mit seinem Nicken zeigt er, dass er einer Meinung mit dem Referenten ist. Herr Glück flüstert ihm ins Ohr „Chef, da sind wir richtig vorbildlich!“

1.2.4   Toleranz – wichtiger denn je

„Niemand wird mit dem Hass auf andere Menschen wegen ihrer Hautfarbe, ethnischen Herkunft oder Religion geboren. Hass wird gelernt. Und wenn man Hass lernen kann, kann man auch lernen zu lieben. Denn Liebe ist ein viel natürlicheres Empfinden im Herzen eines Menschen als ihr Gegenteil.“

Nelson Mandela

In einer Zeit, in der Menschen aus fremden Ländern und Kulturen zu uns kommen, ist Toleranz gegenüber Andersgläubigen, Anderssprechenden, Andersaussehenden ein wichtiges Attribut des friedlichen Zusammenlebens. Und natürlich kann das „Anders-Sein“ auch Unsicherheiten und Ängste auslösen.

Aber klar ist auch: Jeder ist anders. Das ist das Wunderbare an uns Menschen. Niemand ist gleich. Auch wenn wir anders sprechen, aussehen, beten – was uns alle verbindet, ist das menschliche Blut, das „Wesentliche“, das unseren Körper erst lebendig macht. Dieses Blut ist bei allen Menschen und Tieren gleich – es hat die Farbe der Liebe, es ist rot![34]

Es ist nicht weiß, gelb, schwarz oder grau, hat keine dunklen oder blonden Haare und spricht eine fremde Sprache. Im Gegenteil, es hat das gleiche „Grundmuster“. Gehen wir unserer Gesundheit (und damit unserem Wesen) auf den Grund, wird unser Blut getestet. Wo immer dies auch geschieht, es werden immer die gleichen Blut-Werte sein, die für uns und unsere Gesundheit wichtig sind.

Könnte dies – zumindest im übertragenen Sinn – ein Hinweis darauf sein, dass alle Menschen, unabhängig vom Kulturkreis, dem sie angehören, die gleichen Grundwerte oder Tugenden besitzen? Interessanterweise ist noch niemand dieser Parallele zwischen den Blut-Werten und menschlichen „Grundwerten“ nachgegangen. Tatsache ist jedenfalls, dass die angesprochenen menschlichen Tugenden und Werte unterschiedlich praktiziert und interpretiert werden. Dies zeigt sich an den diversen Auffassungen von Religionen, Staatsformen, Erziehungsmodellen und Moralvorstellungen. Auf diese Art von Ideologien und Auffassungen haben wir oft nur wenig Einfluss. Einfluss haben wir allerdings auf unser direktes Umfeld, dem wir gerade auf dem Gebiet der Toleranz ein gutes Vorbild sein sollten.

Nur durch ehrliches Interesse an dem „fremden“ Kunden oder Kollegen, die Neugierde an anderen Kulturen und Sprachen und die Bereitschaft, den anderen zu verstehen, lassen sich Hindernisse überwinden. Real-optimistisch orientierte Unternehmen sehen in dem „Anders-Sein“ Möglichkeiten, neue Perspektiven zu entdecken und stehen dem Thema „Integration“ weltoffen gegenüber.[35]

1.2.5   Offenheit – die Triebfeder für Neues

„Offenheit ist ein Schlüssel, der viele Türen öffnen kann.“

Ernst Ferstl

Wer sich verschließt, bekommt nichts mehr mit, kann an der Entwicklung nicht mehr teilhaben, wird zum Außenseiter. Noch schlimmer – er wird alt.

Das Leben hat jeden Tag Premiere. Jeder Moment trägt den Zauber der Einmaligkeit in sich. Kleine und große tägliche Wunder gehen verloren, wenn Sie diese unachtsam vorüberziehen lassen. Sind Sie offen, lernen Sie dazu. Sind Sie offen, entwickeln sich neue Ideen. Sind Sie offen, entdecken Sie die Potenziale Ihrer Mitmenschen.

Übertragen Sie das Thema Offenheit vom Privaten in Ihr Business. Nur ein offenes und kreatives Management kann dazu beitragen, dass Innovationen vorankommen und sich Umstände verändern. Zudem ist Ihr Unternehmen gegenüber Krisenzeiten besser gewappnet und erreicht ein positives Image auf dem Gebiet der Innovationsbereitschaft.

1.2.6   Vertrauen – ohne Vertrauen geht es nicht

„Ich vertraue der privaten Initiative und glaube, dass sie die stärkste Kraft ist, um aus den jeweiligen Gegebenheiten den höchsten Effekt herauszuholen.“

Ludwig Erhard

Das Vertrauen in die Politiker, Banker, Industrie, Sportler ist fast aufgebraucht. Tagtäglich erreichen uns Nachrichten über Lügen, Betrügereien, Dopingfälle, mediale Vertuschungen – mit fatalen Folgen. Und wir fragen uns inzwischen, wem wir überhaupt noch vertrauen können. Das ist traurig, sehr traurig. Doch wie alles haben diese Umstände auch etwas Gutes.[36]

Wir können bei uns selbst das Vertrauen stärken und es weitergeben. Die Menschen sind es leid, „beschissen“ zu werden. Die Sehnsucht nach ehrlichem Vertrauen ist eine Chance für eine ehrliche Unternehmens- und Gesellschaftspolitik.

Vertrauen gehört neben der Ehrlichkeit zu den wichtigsten Pfeilern einer erfolgreichen Unternehmenskultur. Mangelndes Vertrauen in das Können der Mitarbeiter, in das eigene Produkt, in das Management und in seine eigene Kompetenz ruiniert auf Dauer jedes Unternehmen.

Abschlussübung: Mental genial 2

Stellen Sie sich vor, wie Sie stets ehrlich und authentisch sind. Sie sagen, was Sie fühlen. Sie treten selbstbewusst auf. Sie gehen und stehen aufrecht. Dabei gehen Sie höflich und achtsam mit Ihrer Umwelt um. Sie spüren, wie Ihr werte-volles Auftreten Ihr Selbstbewusstsein stärkt.

Hier Ihre Affirmation: „Ich bin ehrlich mit mir selbst und anderen. Dadurch gewinne ich Vertrauen und Respekt.“

1.3   OptiManage Your Self-Management

Nutzen Sie, was in Ihnen steckt – so optimieren Sie Ihr Selbstmanagement!

„Verantwortlich ist man nicht nur für das, was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut.“

Laotse

Was verstehen Sie unter Selbstmanagement?

Laut der Definition verschiedener Experten ist „Selbstmanagement die Fähigkeit, die persönliche und berufliche Entwicklung weitgehend unabhängig von äußeren Einflüssen selbst zu bestimmen und zu gestalten.“ [37]

Folgende Bausteine für ein optimales Selbstmanagement lassen sich aus dieser Definition ableiten:

Individuelle Kompetenz

Entwicklung der eigenen Persönlichkeit

Berufliches Weiterkommen

Unabhängigkeit von äußeren Einflüssen

Um Ihr Selbstmanagement zu verbessern, sollten Sie die Tür zu Ihrer Individualkompetenz öffnen. Der Schlüssel zu dieser Türe ist die Selbstverantwortung.

1.3.1   Selbstverantwortung als Kompetenzschlüssel

„Laß die anderen in Ruhe, sorge für dich selbst.“

aus Ungarn

Hand aufs Herz. Wie oft geben Sie die Verantwortung in die Hände anderer, weil sie annehmen, sie hätten mehr Fachwissen oder Erfahrung? Und wie oft haben Sie die Schuld anderen gegeben, wenn etwas schiefgelaufen ist?

Viele Menschen neigen dazu, die Schuld auf andere abzuwälzen, vor allem dann, wenn einmal etwas nicht klappt. „Ich kann nichts dafür, ich konnte nicht anders, die anderen haben dafür gesorgt, dass alles so gekommen ist“, sind die üblichen Floskeln. Was hier oft fehlt, ist eine gesunde Portion Selbstverantwortung. Als Selbstverantwortung bezeichnet man die Bereitschaft und die Pflicht, für das eigene Handeln und Unterlassen Verantwortung zu übernehmen.

Es ist natürlich wesentlich einfacher, jegliche Verantwortung auf andere abzuwälzen und sich immer nur als Opfer seiner Umwelt zu sehen und – in tiefes Selbstmitleid zu verfallen. Optimistisch ist das nicht. Glücklich macht dieses Verhalten sicher auch nicht. Und erfolgreich erst recht nicht.[38]

Erst wenn Sie Selbstverantwortung übernehmen, können Sie Ihr Leben gestalten, Ziele erreichen und zu mehr Zufriedenheit finden. Lassen Sie mich Ihnen erklären, was genau Selbstverantwortung bedeutet, warum sie so wichtig ist und wie Sie lernen, mehr Verantwortung für sich selbst zu übernehmen.

1.3.2   Verantwortung übernehmen – der Schlüssel zum Erfolg

„Der Weg zum Ziel beginnt an dem Tag, an dem Du die hundertprozentige Verantwortung für Dein Tun übernimmst.“

Dante Alighieri

„Jammerst Du noch oder lebst Du schon?“ Nein, das ist kein neuer Werbespruch eines bekannten Möbelhauses, sondern eine Frage an Ihre innere Einstellung.

Als junger Mann (wie hört sich das denn an?) war ich mit dem Ergebnis meines 1. juristischen Staatsexamens höchst unzufrieden. Auf gut Deutsch, weil ich es „versemmelt“ hatte. Ich zerfloss in Selbstmitleid, haderte mit dem tragischen Schicksal eines armen Studenten – also mit meinem – und gab Gott, den Professoren und dem Rest der Welt die Schuld an meinem Desaster. Als ich einem väterlichen Freund die Ohren volljammerte, sagte er mir ganz trocken und direkt ins Gesicht: „Wer jammert, verliert!“ Ich kann Ihnen sagen, das saß. Noch heute klingt mir der Satz in den Ohren. Er war die Basis meines persönlichen Umdenkens.

Wenn Sie in der Zukunft wirklich erfolgreich sein wollen, dann lassen Sie sich durch kleine oder große Schicksalsschläge nicht von Ihrem Weg abbringen. Im Gegenteil, nehmen Sie diese Niederlage als Ansporn zu Höchstleistungen. Auch ich durfte ein Jahr später mein Examen feiern, für dessen Ergebnis natürlich nur ich verantwortlich war. Jammern hilft niemandem weiter. Im Gegenteil, der Erfolg flieht vor dem Jammerer und seiner persönlichen Opfertheatralik.[39]

Wichtig ist stattdessen, zu erkennen: Niemand anderer ist schuld daran, wenn jemand scheitert. Selbst der Gescheiterte hat keine Schuld, aber er trägt die Verantwortung für sein Denken und Handeln. Das ist ein feiner, aber wichtiger Unterschied. Schuldgefühle können krank machen, fehlende Verantwortung kann motivieren.

Sie hatten zwar keinen Einfluss darauf, mit welchen Talenten und Fähigkeiten Sie auf die Welt gekommen sind, doch Sie bestimmen, was Sie aus diesen Eigenschaften machen. Floskeln wie „Wenn ich …“, „Wenn meine Eltern …“, „Wenn mein Partner …“, „Wenn der Staat …“, „Wenn mein Chef …“ usw. sind töricht. Niemand braucht sie.