Le Voyage D'Hector ou la recherche du bonheur. Königs Erläuterungen. - Wolfhard Keiser - ebook

Le Voyage D'Hector ou la recherche du bonheur. Königs Erläuterungen. ebook

Wolfhard Keiser

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Opis

Königs Erläuterung zu François Lelord: Le Voyage D'Hector ou la recherche du bonheur - Textanalyse und Interpretation mit ausführlicher Inhaltsangabe und Abituraufgaben. In einem Band bieten dir die neuen Königs Erläuterungen alles, was du zur Vorbereitung auf Referat, Klausur, Abitur oder Matura benötigst. Das spart dir lästiges Recherchieren und kostet weniger Zeit zur Vorbereitung. Alle wichtigen Infos zur Interpretation. - von der ausführlichen Inhaltsangabe über Aufbau, Personenkonstellation, Stil und Sprache bis zu Interpretationsansätzen - plus 4 Abituraufgaben mit Musterlösungen und 2 weitere zum kostenlosen Download ... sowohl kurz als auch ausführlich. - Die Schnellübersicht fasst alle wesentlichen Infos zu Werk und Autor und Analyse zusammen. - Die Kapitelzusammenfassungen zeigen dir das Wichtigste eines Kapitels im Überblick - ideal auch zum Wiederholen. ... und klar strukturiert. - Ein zweifarbiges Layout hilft dir Wesentliches einfacher und schneller zu erfassen. - Die Randspalte mit Schlüsselbegriffen ermöglichen dir eine bessere Orientierung. - Klar strukturierte Schaubilder verdeutlichen dir wichtige Sachverhalte auf einen Blick. ... mit vielen zusätzlichen Infos zum kostenlosen Download.

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EPUB

Liczba stron: 128




KÖNIGS ERLÄUTERUNGEN

Band 488

Textanalyse und Interpretation zu

François Lelord

LE VOYAGE D’HECTOR OU LA RECHERCHE DU BONHEUR

Wolfhard Keiser

Alle erforderlichen Infos für Abitur, Matura, Klausur und Referat plus Musteraufgaben mit Lösungsansätzen

Zitierte Ausgaben: Lelord, François: Le Voyage d’Hector ou la recherche du bonheur. Stuttgart: Philipp Reclam jun., 2010 (RUB 19721).

Über den Autor dieser Erläuterung: Dr. Wolfhard Keiser: Studium der Anglistik und Romanistik. Veröffentlichungen: Die Zeitgenossen Richardsons und Fieldings, 1974. The American Dream, 1982, Stories of Youth and Discovery, 1984. Jean de la Fontaine: Fables, 1985. Simone de Beauvoir: Le deuxième Sexe, 1997. Jean Giraudoux: La guerre de Troie n'aura pas lieu, 1998. Jean Anouilh: Antigone, 1999. Eugène Ionesco: Rhinocéros, 2000. Albert Camus: L’Étranger, 2001. Jean-Paul Sartre: Les Mouches, 2003. William Shakespeare: Der Kaufmann von Venedig, 2004. Erich Maria Remarque: Im Westen nichts Neues, 2005. Beliebte Balladen interpretiert, 2006. Beliebte Erzählungen und Novellen interpretiert, 2007. Éric-Emmanuel Schmitt: Monsieur Ibrahim et les fleurs du Coran, 2010.

Das Werk und seine Teile sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung in anderen als den gesetzlich zugelassenen Fällen bedarf der vorherigen schriftlichen Einwilligung des Verlages. Hinweis zu § 52 a UrhG: Die öffentliche Zugänglichmachung eines für den Unterrichtsgebrauch an Schulen bestimmten Werkes ist stets nur mit Einwilligung des Berechtigten zulässig.

1. Auflage 2011

ISBN 978-3-8044-6966-2

© 2011 by C. Bange Verlag, 96142 Hollfeld Alle Rechte vorbehalten! Titelbild: Hongkong © thinkstock (Photodisc)

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INHALT

1. Das Wichtigste auf einen Blick – Schnellübersicht

2. François Lelord: Leben und Werk

2.1. Biografie

2.2 Zeitgeschichtlicher Hintergrund

2.3 Angaben und Erläuterungen zu wesentlichen Werken

3. Textanalyse und -interpretation

3.1 Entstehung und Quellen

3.2 Inhaltsangabe

3.3 Aufbau

3.4 Personenkonstellation und Charakteristiken

Hectors Befindlichkeiten

Hector

Hector und Clara

Hector und Ying Li

Djamila

Agnès

Der buddhistische Mönch

Édouard

Die fröhlichen Arbeiterinnen

Jean-Michel

Eduardo

Der Glücksforscher

3.5 Sachliche und sprachliche Erläuterungen

3.6 Stil und Sprache

Kindlicher Sprachstil

Der allwissende Erzähler

Style indirect libre

3.7 Interpretationsansätze

4. Rezeptionsgeschichte

Es ist ein Irrtum zu glauben, Glück wäre das Ziel

Fades Glücksgedusel

Eine naive Sicht der Welt

5. Materialien

Bertrand Russel: Eroberung des Glücks

Ludwig Marcuse: Philosophie des Glücks. Von Hiob bis Freud

Der Terror der Roten Garden während der Kulturrevolution

6. Prüfungsaufgaben mit Musterlösungen

Aufgabe 1 *

Aufgabe 2 ***

Aufgabe 3 ***

Aufgabe 4 *

Literatur

Zitierte Ausgabe

Werte über Glück

1. Das Wichtigste auf einen Blick – Schnellübersicht

Damit sich jeder Leser in unserem Band rasch zurechtfindet und das für ihn Interessante gleich entdeckt, hier eine Übersicht.

Im 2. Kapitel befassen wir uns mit Lelords Biografie sowie dem zeitgeschichtlichen Hintergrund. Daneben werden weitere wichtige Werke des Romanciers Lelord behandelt.

François Lelord lebt nach vielen Jahren weltweiter Tätigkeit als Psychologe heute als freierSchriftsteller vorwiegend in Paris.

In dem Roman finden sich Aussagen zu vergangenen und gegenwärtigen Entwicklungen in den von Hector bereisten Ländern, auf die, soweit sie Auswirkungen auf das Leben einiger wichtiger Personen des Werkes haben, eingegangen wird (China – Schwarzafrika).

Lelords literarisches Schaffen ist durch seine Tätigkeit als Psychiater und Psychotherapeut geprägt. Sein Anliegen ist es, den Menschen Wege aufzuzeigen, die ihnen ein erfülltes Leben ermöglichen.

Das 3. Kapitel umfasst die Textanalyse und -interpretation.

Le Voyage d’Hector – Entstehung und Quellen:

Persönliche Erfahrungen und Erlebnisse im Rahmen der beruflichen Tätigkeit sind eine wesentliche Quelle. Hectors Chinabild ist durch Jugenderinnerungen geprägt (Hergés Les aventures de Tintin: Le Lotus bleu).

Inhalt:

Der Roman ist in 32 Kapitel unterteilt.

Hector, Psychiater von Beruf, begibt sich auf eine Weltreise mit dem Ziel, herauszufinden,was Menschen glücklich bzw. unglücklich macht.

Chronologie und Schauplätze:

Kapitel 1–3: Exposition

Kapitel 4–11: Hectors Aufenthalt in China

Kapitel 12–20: Hector in Afrika

Kapitel 21–29: Hectors Erlebnisse in den USA

Kapitel 30–31: Rückkehr nach China

Kapitel 32: Resümee

Personen:

Hector:

engagierter Psychiater/Psychotherapeut

unzufrieden mit seinen Behandlungserfolgen

empfindet die Beziehung zu seiner Freundin Clara als unbefriedigend

Clara:

karrierebewusst

wenig gefühlsbetont

Hectors Aufenthalt in China

Ying Li:

chinesische Prostituierte

ihr Lebensweg ist entscheidend durch die chinesische Kulturrevolution beeinflusst

Buddhistischer Mönch:

glaubensstark

voller Lebensweisheit

Édouard:

langjähriger Freund Hectors

erfolgreicher Geschäftsmann

Hector in Afrika

Jean-Michel:

seit ihrer gemeinsamen Schulzeit sehr freundschaftliches Verhältnis

findet als Arzt Befriedigung in der Ausübung seines Berufes

Eduardo:

durch Drogenhandel zu Reichtum und Einfluss gelangt

Hectors Erlebnisse in den USA

Djamila:

sterbenskranke Afghanin

hoffnungsfroh im Hinblick auf das zukünftige Schicksal ihres Landes

Agnès:

in den USA glücklich verheiratete Jugendfreundin Hectors

Universitätsprofessor:

fachlich ausgewiesener „Glücksforscher“

Stil und Sprache Lelords:

einfacher Sprachstil

Einbeziehung des Lesers in den Handlungsablauf

Interpretationsansätze:

Wahres Glück erwächst aus dem Gefühl „d’être utile aux autres“.

Lelord spricht in einem Interview über seine Erfahrungen als Psychotherapeut und geht näher darauf ein, welche unterschiedlichen Bedeutungen Glück zu verschiedenen Zeiten und in verschiedenen Gesellschaftsschichten und -systemen annimmt.

In einer Buchkritik zu Le voyage d’Hector wird herausgestellt, dass das Thema der Glückssuche so alt wie die Menschheitsgeschichte selbst sei, Lelord es jedoch mit einem frischen Sprachstil gelänge, die Leser dafür zu begeistern.

2. François Lelord: Leben und Werk

François Lelord *1953© ullstein bild – S/PA

2.1 Biografie

Jahr

Ort

Ereignis

Alter

1953

Paris

Geburt am 22. Juni als Sohn eines Psychiaters und einer Verwaltungsangestellten

1971

Paris

Beginn des Studiums der Medizin und Psychologie

18

1981–1985

Tours

Assistenzarzt am Centre Hospitalier Universitaire

28–32

1985

Tours

Promotion zum Doktor der Medizin

Certificat d’études spéciales de Psychiatrie

32

Los Angeles

Post-Doktorand an der University of California

32

1986–1988

Paris

Oberarzt am Hôpital Necker – Université René Descartes

33–35

1989–1996

Paris

Eigene Praxis als Psychiater

36–43

1993

Paris

Les contes d’un psychiatre ordinaire

40

1996

Paris

Comment gérer les personnalités difficiles (mit Christophe André)

43

1996–2004

u. a. Paris

Beratertätigkeit für Personalabteilungen verschiedener öffentlicher Institutionen und Firmen

43–51

1999

Paris

L’éstime de soi. S’aimer pour mieux vivre avec les autres (mit Christophe André)

46

2000

Paris

Liberté pour les insensés

47

2001

Paris

Bien vivre avec son stress; La Force des émotions. Amour, colère, joie (mit Christophe André)

48

2002

Paris

Le voyaged’Hector ou la recherche du bonheur

49

2003

Paris

Ulik au pays du désordre amoureux

50

2004

Hanoi

Ho Chi Minh Stadt

Psychiater am Hôpital Français

Psychiater am Centre MédicalInternational

51

2005

Paris

Hector et les secrets de l’amour

52

2006

Paris

Le nouveau voyage d’Hector. À la poursuite du temps qui passe

53

2010

Paris

Petit Hector apprend la vie

57

2.2 Zeitgeschichtlicher Hintergrund

ZUSAMMENFASSUNG

Hector bereist mit China und Afrika zwei extrem gegensätzliche Kontinente. Während vor allem in China die große Wirtschaftkraft und die Geschichte in Form der Kulturrevolution eine Rolle spielen, zeichnet sich das Bild von Afrika durch Armut, fehlende Infrastruktur und Korruption aus.

China

Schon bei seiner Ankunft in China stellt Hector fest, dass sein altes Chinabild – beeinflusst von Hergés Jugendbuch Les aventures de Tintin – Le Lotus bleu (dt. Tim und Struppi – Der blaue Lotos), das im Shanghai des 19. Jahrhunderts spielt – nicht länger der Wirklichkeit entspricht. Mit den am Ende der Kulturrevolution durch Deng Xiaoping eingeleiteten Wirtschaftsreformen setzt Chinas Entwicklung zu einer der führenden Wirtschaftsmächte der Welt ein.

Zunächst wurden in sog. Sonderwirtschaftszonen entlang der Küste, z. B. Xramen (Provinz Fujian), Shenzhen, Shanton (Provinz Guangdong), ausländische Direktinvestitionen gefördert. Charles, Geschäftsmann aus dem Westen, dessen Bekanntschaft Hector auf dem Flug nach China macht, hat die sich ihm dadurch bietende Chance ergriffen und in China mehrere Fabriken für Spielzeugwaren gebaut. Die Produktionskosten dort liegen um ein Mehrfaches niedriger als in westlichen Ländern. Durch die günstige Herstellung (S. 29) von Textilien, Bekleidung, Spielwaren sind die entsprechenden Industrien in den westlichen Ländern praktisch verschwunden – eine von Hector – und dem Autor – durchaus negativ gesehene Auswirkung der Globalisierung (S. 29, Z. 5 f.).

Möglich ist diese extrem billige Produktion nur durch das Heer der chinesischen Wanderarbeiter – man schätzt ihre Zahl auf etwa 150 Millionen. Sie gehen dorthin, wo sie gerade benötigt werden, ziehen weiter, wenn es für sie keine Arbeit mehr gibt. Diese Völkerwanderung führt dazu, dass in den Dörfern die Alten zurückbleiben und dass das durch die Ideen des Konfuzianismus über Jahrhunderte geprägte soziale Gefüge, in dem die Jungen für die Alten sorgten, auseinanderbricht.

Langsam formiert sich in der Arbeiterschaft Widerstand gegen diese Ausbeutung und langsam begreift auch die Zentralregierung in Peking, welche Gefahr sich daraus für das gesamte politische System ergeben könnte – Proteste der unüberschaubaren Arbeitermassen wären nicht kontrollierbar. Auch um die derzeitige Abhängigkeit vom Export, die China in Konflikt z. B. mit Amerika bringt, zu verringern, ist eine Stärkung der Binnennachfrage dringend erforderlich – die Profite westlicher Investoren wie Charles werden mit Sicherheit zurückgehen. Diese vorhersehbare Entwicklung wird zusätzlich durch Chinas Ein-Kind-Politik verstärkt, denn billige Arbeitskräfte werden in näherer Zukunft nicht mehr in beliebiger Zahl zur Verfügung stehen.

Der persönliche Lebensweg von Ying Li, Hectors chinesischer Freundin, wurde ganz entscheidend durch die Ereignisse der chinesischen Kulturrevolution geprägt, während der ihr Vater – als Lehrer Vertreter der von Mao angeprangerten „Intelligenz“ – sein Amt verlor. Er wurde mit seiner Familie in ein Dorf verbannt, musste dort in der Landwirtschaft schwere körperliche Arbeit verrichten und starb nach wenigen Jahren an Entkräftung. Sein Tod bedeutete für die Familie totale Verarmung: Ying Lis Geschwister mussten für einen Hungerlohn in einer Fabrik arbeiten, sie selbst ging in die Stadt, verdiente ihr Geld, mit dem sie ihre Familie unterstützte, als Prostituierte.

Die von Mao Zedong initiierte „Große Proletarische Kulturrevolution“ ist als Reaktion auf Bestrebungen in der chinesischen kommunistischen Partei hin zu mehr Wirtschaftsliberalismus zu sehen. Hauptvertreter dieser Richtung war Deng Xiaoping, der „Vater“ des gegenwärtigen chinesischen Wirtschaftswunders. Bei der Arbeit in den Betrieben sollte auf deren Produktivität geachtet werden, den Bauern sollte die freie Verfügung über ihre überschüssige Produktion zugestanden werden. Diese Bestrebungen standen im Gegensatz zu Maos unverändertem Interesse am weiterzuführenden Aufbau einer kommunistischen Gesellschaftsordnung. Im Frühjahr 1965 wurde deutlich, dass Mao Zedong nicht mehr mit der Unterstützung der Mehrheit in den führenden Parteigremien rechnen konnte – sein Antrag, seine Kritiker im Rahmen einer Säuberungskampagne zum Schweigen zu bringen, wurde abgelehnt. Daraufhin begab er sich Ende Oktober 1965 in die Nähe von Shanghai und kehrte erst im Frühjahr 1966 in die Hauptstadt Peking zurück.

Mit seiner Rückkehr begann die „Große Proletarische Kulturrevolution“. Im August wurde zunächst laut Beschluss des Zentralkomitees der kommunistischen Partei Chinas eine Kampagne gegen regimekritische Intellektuelle sowie gegen traditionelle Denk- und Lebensweisen gestartet. Mao Zedong, unterstützt von seiner Frau Jiang Qing und dem Verteidigungsminister Lin Biao, mobilisierte Millionen von Studenten und Schülern, die sog. „Roten Garden“, die besonders in den Großstädten die Kritiker Mao Zedongs demütigten, misshandelten, töteten, vor allem Funktionäre, Wissenschaftler, Lehrer. Tempel und Kirchen wurden zerstört, Bücher von unschätzbarem Wert verbrannt, mehrere Jahre blieben Schulen und Universitäten geschlossen. Den „Rotgardisten“ schlossen sich Gelegenheitsarbeiter und Lehrlinge, die „Roten Rebellen“, an und stürzten das Land endgültig ins Chaos. 1968 griff die Armee ein und stellte die Ordnung wieder her.

Innerhalb der Partei gingen die Kämpfe zwischen den Linken um Mao Zedong und den Gemäßigten (Zhou Enlai, Deng Xiaoping) weiter. Nach Maos Tod (8. September 1976) wurde Deng Xiaoping rehabilitiert.

Das moderne China: Blick vom Victoria Peak über Hongkong© thinkstock (istockphoto)

Afrika

Gleich nach seiner Ankunft auf dem Flughafen des schwarz­afrikanischen Staates wird Hector mit dem größten Problem dieses Landes konfrontiert. Zerlumpte, abgemagerte, verkrüppelte Gestalten umringen ihn (S. 81, Z. 22 f.), vermitteln ihm einen ersten Eindruck von der Verelendung breiter Bevölkerungsschichten. Die soziale Struktur ist vergleichbar mit der zahlreicher ehemaliger Kolonialländer südlich der Sahara: das jährliche Pro-Kopf-Einkommen liegt, gemessen an der Kaufkraft, bei etwa 1500 Dollar, wobei die Kluft zwischen Arm und Reich sehr groß ist – über die Hälfte der Bevölkerung lebt von weniger als einem US-Dollar pro Tag. Ein hohes Bevölkerungswachstum, mit dem die wirtschaftliche Entwicklung nicht mithält, verschlechtert zusehends die Lage breiter Bevölkerungsschichten. Ergebnis dieses Prozesses ist eine zunehmende Gewaltbereitschaft, vor allen Dingen in den rapide wachsenden Ballungszentren. Große Teile der ländlichen Bevölkerung ziehen in die Städte – großräumige Abholzungen haben, zusammen mit der Klimaveränderung, zur Bodenerosion geführt, so dass eine wirklich ertragreiche Landwirtschaft nicht mehr möglich ist. Die ausgeprägte Landflucht führt in den Städten zur Entstehung von Elendsquartieren, errichtet aus Brettern, Wellblech und Abfallmaterialien, ohne sanitäre Einrichtungen, in denen die Menschen unter gesundheitsgefährdenden Bedingungen leben müssen. Es sind Orte mit einem hohen Gewaltpotential, mit zunehmendem Drogenkonsum – für Verbrecher wie Eduardo ein ideales Betätigungsfeld.

In der ehemaligen französischen Kolonie Guinea z. B. organisiert die Drogenmafia den Transport von Kokain aus Lateinamerika nach Europa, unter aktiver Mithilfe korrupter Politiker. So musste der Sohn des verstorbenen Diktators Lansana Conté, Ousmane Conté, seine Verwicklung in den Drogenhandel eingestehen.

In Lelords Roman wird auf die in einigen dieser Länder (z. B. Guinea, Sierra Leone, Liberia) herrschende Rechtlosigkeit hingewiesen. Marie-Louises Vater, der sich als Anwalt gegen das herrschende diktatorische Regime seines Landes gewandt hatte, war eines Tages ermordet worden – von den Mördern fehlt jede Spur.

Neben fehlender Rechtssicherheit, weitverbreiteter Korruption – Entwicklungshilfe westlicher Länder wird oft zweckentfremdet –