Korrespondenten im Kalten Krieg - Lutz Mükke - ebook

Korrespondenten im Kalten Krieg ebook

Lutz Mükke

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Opis

Vom Weltgeschehen und den großen Konflikten des Kalten Krieges berichteten DDR- und BRD-Korrespondenten häufig ganz gegensätzlich. Im heute wiedervereinigten Deutschland haben wir die privilegierte Situation, dass Auslandsreporter und Korrespondenten aus Ost und West über ihre Arbeit unter den Bedingungen des Kalten Krieges reflektieren können - ein Teil deutsch-deutscher Geschichte, der kaum bekannt ist. Der Band "Korrespondenten in Ost und West" geht den Fragen nach, wer diese Korrespondenten waren, mit welchen Rollenverständnissen sie an ihre Arbeit gingen und welchen beruflichen Realitäten, welchen Repressalien sie im gegenerischen Lager ausgesetzt waren. Gab es zwischen den "Klassenfeinden" nur journalistische Stellvertreterkriege oder auch Berührungspunkte, gar Kooperationen? Gerieten Korrespondenten häufig ins Visier oder auf die Gehaltsliste von Geheimdiensten? Welche Themen waren heikel oder tabu? Einige wissenschaftlich gesicherte Antworten plus einen Fundus von 17 aufschlussreichen Interviews hält dieses Buch bereit. Korrespondenten aus Ost und West geben Auskunft, darunter Klaus Bednarz, Horst Schäfer, Ulrich Kienzle, Manfred von Conta und Klaus Steiniger.

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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikationin der Deutschen Nationalbibliografie; detailliertebibliografische Daten sind im Internet überhttp://dnb.ddb.de abrufbar.

Lutz MükkeKorrespondenten im Kalten Krieg.Zwischen Propaganda und SelbstbehauptungKöln: Halem, 2014

Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme (inkl. Online-Netzwerken) gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

© 2014 by Herbert von Halem Verlag, Köln

ISBN978-3-86962-059-6eISBN978-3-86962-166-1

Den Herbert von Halem Verlag erreichen Sie auch imInternet unter http://www.halem-verlag.deE-Mail: [email protected]

Foto auf dem Umschlag:Lothar Loewe vor der Ständigen Vertretung der BRD in Ostberlin.Quelle: BStU, MfS, AOPK 1499/84, Bd. 2, S. 26

SATZ: Herbert von Halem VerlagGESTALTUNG: isidoesit : mediendesign Isabell Paustian, KölnCopyright Lexicon ©1992 by The Enschedé Font Foundry.Lexicon® is a Registered Trademark of The Enschedé Font Foundry.

Lutz Mükke

Korrespondenten imKalten Krieg

Zwischen Propaganda undSelbstbehauptung

Inhalt

Einladung und Dankeschön

Auftakt.Der Kalte Krieg der Auslandskorrespondenten – Akteure, Aktionsräume und Motivationen

KLAUS STEINIGER

»Es gibt keinen Journalismus im luftleeren Raum«

KLAUS BEDNARZ

»Ich wollte journalistisch arbeiten und nichts weiter«

DIETMAR SCHUMANN

»Meine Oma sah mich im Westfernsehen und dachte, ich wäre abgehauen«

HORST SCHÄFER

»Nie war es der Mann mit den Brötchen oder der Milch«

PETER NÖLDECHEN

»Für die Staatsführung waren wir Feinde«

LOTHAR LOEWE

»Die CIA-Kontakte konnte ich zu Hause anrufen«

RALF BACHMANN

»Wir waren nicht Speerspitzen. Wir wollten Brückenbauer sein«

REINER OSCHMANN

»Immerfort um internationale Anerkennung bemüht«

MANFRED POHL

»Wir haben uns als Akteure in einer Auseinandersetzung begriffen«

ULRICH KIENZLE

»Ich habe ihm gesagt, dass das viel Ärger geben wird«

GERD JOSWIAKOWSKI

»Jetzt kommt das erste rote Mäuschen nach Paris«

PAUL M. SCHUMACHER

»Wir haben uns dann geprügelt, der Staatssekretär und ich«

HEIKE SCHNEIDER

»Mitten im Kriegselend fand ich Familienglück«

ROLAND WILHELM HEPERS

»Jeder versucht, den anderen auszunutzen«

Südafrikas verdeckte ›psychologische Kriegsführung‹ und der Muldergate-Skandal (Exkurs)

HELLMUT KAPFENBERGER

»Fünf Mal Bombenalarm am Tag«

LUTZ HERDEN

»Welche Beiträge wir gedreht haben, entschieden wir selbst«

MANFRED VON CONTA

»Siemens, Volkswagen störten sich wohl an meinen Reportagen«

Die Interviewer

Sach- und Personenregister

Abkürzungsverzeichnis

ADN

Allgemeiner Deutscher Nachrichtendienst

AFP

Agence France-Presse

AIM

American Indian Movement

AP

Associated Press

ANC

African National Congress

ARD

Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland

Attac

association pour la taxation des transactions financières et pour l’action citoyenne, globalisierungskritisches Netzwerk

ATO

Allied Travel Office

BBC

BRITISH BROADCASTING CORPORATION

BFSt

Bundesamt für Fernmeldestatistik (Tarnbezeichnung für die Abteilung 2 des Bundesnachrichtendienstes)

bpb

Berliner Pressebüro

BKA

Bundeskriminalamt

BND

Bundesnachrichtendienst

BOSS

Bureau of State Security/South Africa

BPA

Bundespresseamt

BRD

Bundesrepublik Deutschland

BStU

Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen

CDU

Christdemokratische Partei Deutschland

CGT

Confédération générale du travail, französischer Gewerkschaftsbund

CIA

Central Intelligence Agency

ČSSR

Czechoslovak Socialist Republic

CSU

Christlich-soziale Union

DC-9

McDonnell Douglas DC-9 (Flugzeug)

DDR

Deutsche Demokratische Republik

DEFA

Deutsche Film-Aktiengesellschaft

DFF

DEUTSCHER FERNSEHFUNK der DDR

DGB

Deutscher Gewerkschaftsbund

DhfK

Deutsche Hochschule für Körperkultur

DINA

Dirección de Inteligencia Nacional, chilenischer Geheimdienst

dju

Deutsche Journalistenunion

DKP

Deutsche Kommunistische Partei

DM

Deutsche Mark

DS-KULTUR

DEUTSCHLANDSENDER KULTUR

dpa

Deutsche Presse-Agentur

EBU

European Broadcasting Union

EL

Entwicklungsländer

FA-Cup

Football Association-Cup

FAZ

Frankfurter Allgemeine Zeitung

FDJ

Freie Deutsche Jugend (sozialistischer Jugendverband in der DDR)

FDP

Freie Demokratische Partei

FKP

Französische Kommunistische Partei

FLA

Befreiungsfront der Azoren

FOA

Feindobjekt-Akte

FRELIMO

Frente de Libertação de Moçambique

FSLN

Führungsgremium der Frente Sandinista

GSG-9

Grenzschutzgruppe 9 der Bundespolizei

GST

Gesellschaft für Sport und Technik (Massenorganisation in der DDR)

HVA

Hauptverwaltung Aufklärung (Auslandsgeheimdienst der DDR)

IM

Inoffizieller Mitarbeiter

IOC

Internationales Olympisches Komitee

KGB

Komitet gossudarstwennoi besopasnosti pri Sowjete Ministrow / Komitee für Staatssicherheit beim Ministerrat der UdSSR

KP

Kommunistische Partei

KPD

Kommunistische Partei Deutschlands

KPdSU

Kommunistische Partei der Sowjetunion

KSZE

Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa

LPG

Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft

LSD

Lysergsäurediethylamid

MdB

Mitglied des Bundestages

MDR

MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

MfS

Ministerium für Staatssicherheit, Stasi

MI5

Military Intelligence, Section 5, britischer Geheimdienst

MI6

Military Intelligence, Section 6, britischer Geheimdienst

MPLA

Movimento Popular de Libertação de Angola, Volksbewegung zur Befreiung Angolas

PDS

Partei des Demokratischen Sozialismus

PR

Public Relations

NATO

North Atlantic Treaty Organization, Nordatlantikpakt-Organisation

ND

Neues Deutschland

NDR

NORDDEUTSCHER RUNDFUNK

NS

Nationalsozialismus

OAU

Organisation für Afrikanische Einheit

OibE

Offizier in besonderem Einsatz

OPK

Operative Personenkontrolle

ORB

OSTDEUTSCHER RUNDFUNK BRANDENBURG

OV

operative Vorgänge

PDS

Partei des Demokratischen Sozialismus

PLO

Palestine Liberation Organization

PSD

Sozialdemokratische Partei Deutschlands (rechtskonservativ)

RAF

Rote Armee Fraktion

RIAS

RADIO IM AMERIKANISCHEN SEKTOR

RGW

Rat für Gegenseitige Wirtschaftshilfe

SAA

South African Airways

SANA

Syrian Arab news agency

SBZ

Sowjetische Besatzungszone

SDA

Schweizerische Depeschenagentur

SDR

SÜDDEUTSCHER RUNDFUNK

SED

Sozialistische Einheitspartei Deutschland

SFB

SENDER FREIES BERLIN

SIS

Secret Intelligence Service (britischer Geheimdienst)

SNG

Substitue Natural Gas or Synthetic Natural Gas

SPD

Sozialdemokratische Partei Deutschland

SU

Sowjetunion

SS

Schutzstaffel

SWAPO

South West Africa People’s Organisation

SWR

SÜDWESTDEUTSCHER RUNDFUNK

SZ

Süddeutsche Zeitung

TASS

Telegraph Agency of the Soviet Union

UdSSR

Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken

UNITA

National Union for the Total Independence of Angola

UN

United Nations (Vereinte Nationen)

UNO

United Nations Organisation

UPI

United Press International

US

United States

USA

United States of America

Ü-Wagen

Übertragungswagen

VDJ

Verband der Journalisten

VOA

VOICE OF AMERICA

WDR

WESTDEUTSCHER RUNDFUNK

ZANU

Zimbabwe African National Union

ZAPU

Zimbabwe African Peoples Union

ZDF

ZWEITES DEUTSCHES FERNSEHEN

ZK

Zentralkomitee

Einladung und Dankeschön

Es würde mich freuen, wenn Sie das vorliegende Buch mit Gewinn lesen und sich anregen ließen, über den hohen Stellenwert nachzudenken, den freier und wahrhaftiger Journalismus hatte und hat – ob im Kalten Krieg oder heute.

An diesem Buch haben viele Anteil. Für Mitarbeit, Geduld und Offenheit geht mein herzlicher Dank an alle Gesprächs- und Interviewpartner, auch an jene, deren Interviews hier nicht abgedruckt werden konnten oder sollten. Ihre Bereitschaft, als Zeitzeugen über einen Abschnitt ihres Lebensweges zu berichten, Nachfragen zu beantworten und Fotos und Dokumente beizusteuern, war grundlegend für das Projekt. Auch etlichen Familienmitgliedern von befragten Korrespondenten sei für die freundliche Unterstützung gedankt.

Mein besonders herzlicher Dank geht ebenfalls an alle ehemaligen Studenten, die engagiert und mit Verve ihre Seminaraufgaben erfüllten: Ohne Sie wäre dieses Gemeinschaftswerk nicht entstanden.

Etliche Bibliothekare, Archivare, Experten und Hinweisgeber unterstützten die Seminar- und meine Forschungsarbeiten in Deutschland, Russland, den USA, der Schweiz, Schweden und in Südafrika. Namentlich danken möchte ich Sibylle Menzel, Gabriele Steinbach, Ruth Weiss, Perry Kretz, Vincent Mos, Peter Scheifler, Andreas Schmidt, Siegfried Schmidt, Piet Swanepeol, Veit Scheller, Leiter des ZDF-Archivs, sowie Markus Anhalt von der Behörde des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes. Darüber hinaus geht mein Dank auch an den Südwestrundfunk, den Rowohlt-Verlag, das Deutsche Rundfunkarchiv sowie sehr herzlich an den Verleger dieses Buches, Herbert von Halem.

Besonderer Dank gilt auch Martin Hoffmann, der dem Buchprojekt mit Ausdauer insbesondere als Fact-Checker zur Seite stand. In diese Projektarbeit waren auch Maria Wiesner und Jennifer Giwi involviert.

Meiner Familie danke ich ganz, ganz herzlich für ihre Langmut und dafür, dass zuhause unablässig Papierberge und Bücherstapel wild nachwachsen dürfen.

Dr. Lutz Mükke, August 2014

Auftakt.Der Kalte Krieg derAuslandskorrespondenten – Akteure, Aktionsräume und Motivationen

Das Treffen von Melville

Der Interviewtermin war seit Monaten vereinbart. Ich sah ihm mit großen Erwartungen entgegen. Wir saßen in einem der netten Cafés in der 7th Street im Johannesburger Stadtteil Melville. Draußen regnete es stark. Das Wasser strömte die Straße hinunter. Drinnen kamen wir über ein holpriges Gespräch nicht hinaus: Die Antworten auf meine Fragen waren Plattitüden über die Arbeit von Auslandskorrespondenten, hie und da angereichert durch persönliche Anekdoten. – Irgendetwas stimmte nicht. Irgendetwas störte mich. Irgendwie passten die Antworten nicht zu dem Typ Mensch, der mir gegenüber saß. Nach anderthalb Stunden verabschiedeten wir uns. Ich saß noch eine Weile da, trank meinen Kaffee aus und langsam wurde mir klar: Mein Gegenüber war nicht gekommen, um mir zu antworten – sondern um meine Fragen zu hören. Ich fühlte mich über den Tisch gezogen. Doch heute, rückblickend, bin ich dankbar für dieses Erlebnis, halfen mir die leeren Worte meines Gegenübers doch viel weiter, als meine Fragen es hätten tun können. Ich blieb mit einer ganz neuen, entscheidenden Frage zurück: Weshalb dieses Versteckspiel? Und hinter dieser Frage öffnete sich eine mir bis dahin unbekannte Welt. Die Suche nach dem ›Warum‹ führte mich für fast ein Jahrzehnt in Archive, Behörden, Bibliotheken, auf Veranstaltungen, in Seminare und nächtelang ins Internet. Dem Interview von Melville folgten etwa 60 weitere. Die während der Recherche zusammengetragenen Publikationen und Bücher füllen mittlerweile Regalmeter, die aus Archiven kopierten Dokumente zählen mehrere zehntausend Seiten. Das Buch, das Sie gerade in Ihren Händen halten, spiegelt nur einen Bruchteil dieser Recherchen. Das Thema, zu dem mich jenes schiefe Interview führte, kristallisierte sich bald heraus: ›Korrespondenten im Kalten Krieg‹. Denn in jener Zeit liegen die Gründe, weshalb das Gespräch in Melville so fragwürdig verlief.

Die Leipziger Projektseminare

Längst aus Südafrika wieder nach Deutschland zurückgekehrt arbeitete ich als Wissenschaftlicher Assistent der Journalistik an der Universität Leipzig. 2009 und 2010 nutzte ich hier mehrere Projektseminare, um das Thema ›Korrespondenten im Kalten Krieg‹ weiter voranzutreiben. Kerngedanke der Seminare war: Studenten sollten sich mit Arbeitsbedingungen und Rollenverständnissen von Auslandskorrespondenten während des Kalten Krieges auseinandersetzen und dadurch – so der Anspruch – auch ihre eigenen Positionen und Berufsverständnisse festigen. Zeitzeugen wie Christoph-Maria Fröhder, jahrzehntelang Auslandsreporter u.a. für die ARD, Horst Schäfer (s. Interview auf S. 117ff.), ehemals Allgemeiner Deutscher Nachrichtendienst (ADN) oder Heike Schneider, Radio und Fernsehen der DDR (s. Interview auf S. 300ff.) kamen als Gäste nach Leipzig ins Seminar und diskutierten mit Studenten über ihre Erfahrungen und beruflichen Standpunkte. Schließlich schwärmten die Studenten in Rechercheteams durch ganz Deutschland, fuhren bis nach Schweden oder führten Telefon- und Skype-Interviews mit ehemaligen Korrespondenten, die heute in Brasilien, Indien oder Südafrika leben. Jede Arbeitsgruppe, meist bestehend aus zwei Studenten, war angehalten, jeweils einen aus der DDR und aus der BRD stammenden Korrespondenten zu befragen, die in etwa für das gleiche Berichterstattungsgebiet zuständig waren. Um vorbereitet in die Gespräche zu gehen, sollten die Studierenden vorab in Bibliotheken und Archiven über die Arbeit ihrer Interviewpartner recherchieren. Die Seminare waren auch Initialzündung für mehrere Master- und Diplomarbeiten.

Die vorliegende Auswahl präsentiert nun Gespräche, denen eine gewisse Qualität, Reflexionskraft und Erkenntnisgewinn zugesprochen wird. In den problemzentrierten Leitfadeninterviews wurden historisch-biografische Dimensionen erfasst, die als biografische Interpretationen, Sinnstrukturen und Deutungsmuster der Interviewten verstanden werden müssen. Die hier vorliegenden geformten Versionen wurden zudem interaktiv konstruiert, abgestimmt, verhandelt und zusammengefasst. Die Interviews entstanden im Akteursdreieck Interviewer (Studententeam) – Interviewpartner (Korrespondent) – Lehre, Moderation, Redaktion (Seminarleiter).1

Der gesamte Forschungsprozess bis hin zur Veröffentlichung dieses Buches war heikel und durchzogen von zwiespältigen und mühsamen Erfahrungen. Interviewanfragen wurden vielfach abgelehnt und selbst langwierige und bis dahin gedeihliche Kooperationen brachen im finalen Autorisierungsprozess doch noch zusammen. Gründe hierfür war mehrfach die Konfrontation der Korrespondenten mit ihren nachweisbaren Falschaussagen in Bezug auf fragwürdige Arbeitspraktiken, Berichterstattung und Rollenverständnisse – etwa bei der Vermischung von Propaganda und PR und Journalismus oder bei geheimdienstlichen Hintergründen, auf die ich später noch genauer eingehe.

Zum Abbruch von Kooperationen kam es sowohl mit Korrespondenten aus Ost- wie aus Westdeutschland. Häufiger lehnten ehemalige DDR-Korrespondenten das Gespräch ab. Sie begründeten dies oft mit einer von ihnen erlebten undifferenzierten Diskreditierung ihrer Arbeit nach dem Zusammenbruch der DDR und einem daraus resultierenden tiefen Misstrauen gegenüber einem (möglichen) öffentlichen Diskurs. Viele der DDR-Korrespondenten fielen mit dem Fall der Mauer beruflich ins Bodenlose, fanden ihre Lebensleistungen komplett und pauschal entwertet. – Wenn derartige Verfasstheiten Jahrzehnte nach der deutschen Wiedervereinigung einen Forschungsgegenstand immer noch so stark prägen, sollte auch dies als ein bemerkenswerter und durchaus beunruhigender Befund festgehalten werden.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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