Katholische Dogmatik - Gerhard Ludwig Müller - ebook

Katholische Dogmatik ebook

Gerhard Ludwig Müller

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Opis

Auszüge aus den Pressestimmen: "Ein didaktisch gelungenes Buch mit gediegenen ­Informationen, die stets das Wesentliche bieten, in denen moderne Theologie wirklich vorkommt" Klaus Berger, FAZ "Mit der 'Katholischen Dogmatik' hat Gerhard Ludwig Müller ein Spitzenwerk seines Fachs vorgelegt… eine in jeder Hinsicht ausgereifte Gesamtdarstellung der katholischen Glaubenslehre" Eugen Biser, Rheinischer Merkur "Fundiert in umfassenden Kenntnissen bietet es den Stoff der Dogmatik als würdiger Nachfolger des 'Ott' dar" Herbert Vorgrimler, Theologischer Literaturdienst

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Gerhard Ludwig Müller

Katholische Dogmatik

Für Studium und Praxis der Theologie

Impressum

Titel der Originalausgabe: KATHOLISCHE DOGMATIK

Für Studium und Praxis der Theologie

© Verlag Herder GmbH, Freiburg im Breisgau 1995, 2012

© Verlag Herder GmbH, Freiburg im Breisgau 2014

Alle Rechte vorbehalten

www.herder.de

Cover-Gestaltung: Finken & Bumiller, Stuttgart

E-Book-Konvertierung: epublius GmbH, Berlin

ISBN (E-Book): 978-3-451-80294-2

ISBN (Buch): 978-3-451-28652-0

Meinen MünchnerHörerinnen und Hörern

Inhalt

Vorwort

Abkürzungsverzeichnis

ERSTES KAPITEL: OFFENBARUNGSTHEOLOGISCHE ERKENNTNISLEHRE

I. Themen und Perspektiven

1. Ziel und Programm des „Studienbuchs Dogmatik“

2. Theologie – die Wissenschaft von Bekenntnis und Praxis des christlichen Glaubens

a) Die Notwendigkeit einer wissenschaftlichen Grundlagenreflexion

b) Zur Geschichte der „theologischen Einleitungslehre“

c) Aufgaben der theologischen Erkenntnislehre in der Gegenwart

3. Die Theologie als Wissenschaft

a) Begriff und Ziel der christlichen Theologie

b) Die Einheit der Theologie im Formalobjekt

c) Die Einheit der Theologie in der Zuordnung ihrer Einzeldisziplinen

d) Die Frage nach dem Wissenschaftscharakter der Theologie

e) Die Analogie als theologisches Erkenntnisprinzip

f) Das dialogische Verhältnis der Theologie zur Philosophie und den Wissenschaften

g) Die Kirchlichkeit der Theologie

II. Die Dogmatik als theologische Fachdisziplin

1. Definition

2. Ist die dogmatische Methode heute noch wissenschaftlich und moralisch legitimierbar?

3. Der geschichtliche Wahrheitsbegriff der Dogmatik

4. Der Aufbau der Dogmatik

5. Strukturplan der Dogmatik

III. Die Bezugsrealität der Theologie: Die Selbstoffenbarung Gottes in Jesus Christus

1. Begriff und Konzeption von „Offenbarung“

2. Offenbarung als Selbstmitteilung des dreifaltigen Gottes

3. Jesus von Nazaret: Die Offenbarung des „einzigen Sohnes vom Vater“ und des Mittlers des neuen Bundes

4. Die Sendung des Heiligen Geistes als Ursprung des Glaubens der Kirche

5. Die Gegenwart der Christus-Offenbarung im Medium des apostolischen Zeugnisses

IV. Das Medium der Theologie: Der Glaube der Kirche

1. Die Lehre von der Heiligen Schrift

a) Die Schriftwerdung des Wortes Gottes als Folge der inkarnatorischen Offenbarung

b) Die geschichtlich-theologische Interpretation des „Gotteswortes im Menschenwort“

c) Die Kanonbildung

d) Die Inspiration der Schrift

e) Die Normativität der Heiligen Schrift für die Theologie

2. Die Lehre von der Tradition

a) Tradition – ein anthropologisches Grundphänomen

b) Der theologische Begriff von Tradition

c) Tradition als Erkenntnisprinzip der nachapostolischen Kirche

d) Die Formulierung des Traditionsprinzips in der Theologiegeschichte

e) Schrift und Tradition als Thema des Konzils von Trient

f) Die Lehre des II. Vatikanums

g) Die apostolisch-kirchliche Tradition in ihren Vollzugsformen

h) Das Dogma im Horizont eines geschichtlichen Wahrheitsbegriffs

3. Lehrverkündigung und Lehramt der Kirche

a) Die Gemeinschaft der Gläubigen als Trägerin der Verkündigung

b) Die Autorität der Kirchenlehrer

c) Das bischöfliche Lehramt der Kirche (magisterium ecclesiasticum)

d) Die Infallibilität der Kirche in der Annahme und in der Verkündigung der Offenbarung

IV. Übersicht über große Epochen der Theologiegeschichte

1. Die Patristik

2. Die Theologie des Mittelalters (Scholastik)

a) Die Vorscholastik (700–1000)

b) Die Frühscholastik (1000–1200)

c) Die Hochscholastik

d) Die Spätscholastik (1350–1500)

3. Reformation und katholisch-tridentinische Scholastik

4. Die Umbrüche der Aufklärungszeit

5. Tübinger Schule und Neuscholastik

6. Die Theologie im 20. Jahrhundert

ZWEITES KAPITEL: DER MENSCH ALS ADRESSAT DER SELBSTMITTEILUNG GOTTES (THEOLOGISCHE ANTHROPOLOGIE)

I. Themen und Perspektiven einer theologischen Anthropologie

1. Begriff

2. Der konkrete Mensch als Subjekt und Thema der Theologie

3. Der transzendentale Horizont jeder Anthropologie

4. Lehramtliche Dokumente zur Anthropologie

II. Wesentliche Perspektiven einer transzendentalen Anthropologie

1. Die Kreatürlichkeit des Menschen

2. Die Gottebenbildlichkeit des Menschen

a) Eine Kernaussage theologischer Anthropologie

b) Interpretationen der Gottebenbildlichkeit in der Theologiegeschichte

3. Die Personeinheit des Menschen und seine geist-leibliche Natur

a) Die Glaubensaussage

b) Das biblische Zeugnis

c) Die theologiegeschichtliche Entwicklung des Themas

d) Lehramtliche Entscheidungen

e) Theorien vom Ursprung der individuellen Menschenseele

4. Die Geschlechtlichkeit des Menschen oder die personale Existenz als Mann und Frau

5. Die Engel als personale Mitgeschöpfe des Menschen

a) Biblische Hinweise

b) Aussagen des kirchlichen Lehramtes

c) Ein systematischer Ansatz zum Verständnis

d) Teufel, Dämonen und ihre Verstrickung in die Unheilsgeschichte

III. Die menschliche Kreatürlichkeit in ihrer geschichtlichen Verwirklichung

1. Die geschichtliche Situiertheit des Gott-Mensch-Verhältnisses

2. Die Lebensgemeinschaft mit Gott als einziges Ziel der menschlichen Geschichte

3. Zur Hermeneutik protologischer Aussagen

4. Die Konstitution des Menschen in „Gerechtigkeit und Heiligkeit“

IV. Die menschliche Existenz zwischen Sünde und Gnade

1. Unter der Herrschaft von Sünde und Tod

a) Die Sünde als Widerspruch zur Kreatürlichkeit des Menschen

b) Die Lehre von der Erbsünde

c) Historische Konflikte um das Erbsündedogma

d) Theologiegeschichtliche Stationen

2. Der Mensch unter der Verheißung von Gnade und Leben

a) Die bleibende Hinordnung des Menschen auf Gottes Heil oder die Christofinalität des Schöpfungsaktes

b) Die Vollendung der Kreatur in der ewigen Gemeinschaft mit Gott und der Mitvollzug seiner dreifaltigen Liebe

DRITTES KAPITEL: GOTTES SELBSTOFFENBARUNG ALS SCHÖPFER DER WELT (SCHÖPFUNGSLEHRE)

I. Themen und Perspektiven einer Theologie der Schöpfung

1. „Schöpfung“ – ein theologischer Begriff

2. Schöpfung als ursprüngliche Selbstoffenbarung Gottes

3. Wichtige lehramtliche Stellungnahmen zur Schöpfungslehre

4. Das Schöpfungsdogma in seinen konstitutiven Elementen

5. Die Schöpfungstheologie im Aufbau der Dogmatik

a) Strukturprobleme der Schöpfungstheologie

b) Die Spannung von heilsgeschichtlicher und systematischer Sicht

c) Die Partikularität des Christentums und sein universaler Anspruch

d) Die innere Zuordnung von Schöpfungs- und Erlösungsordnung

6. Die Schöpfungstheologie in Unterscheidung von religiösen und wissenschaftlichen Weltentstehungslehren

a) Mythische Weltentstehungslehren

b) Philosophische Kosmologien

c) Die natürliche Theologie der Philosophie

d) Das Weltbild der modernen Naturwissenschaft

II. Der Glaube an Gott den Schöpfer im biblischen Zeugnis

1. Der Schöpfungsglaube im Alten Testament

a) Vorexilische Zeugnisse

b) Die israelitische Schöpfungstheologie nach P und Deuterojesaja

c) Die Schöpfung in der Weisheitsliteratur

2. Schöpfungsaussagen im Neuen Testament

a) Der Schöpfungsglaube im Leben des irdischen Jesus

b) Die Theozentrik der Schöpfung

c) Jesus Christus als der Schöpfungs- und Erlösungsmittler

d) Die pneumatologische Vermittlung des Schöpfungsglaubens

e) Die Eschatologie der Schöpfung

III. Die Ausformung der Schöpfungslehre in der Theologiegeschichte

1. In der Patristik

a) Die Apologeten des 2. Jahrhunderts

b) Die heilsgeschichtliche Einheit von Schöpfung und Erlösung nach Irenäus

c) Der Versuch einer rationalen Vermittlung des Schöpfungsglaubens mit der metaphysischen Frage nach dem Ursprung (Clemens, Origenes)

d) Die Schöpfungstheologie des hl. Augustinus

2. Das Schöpfungsthema in der Theologie des frühen Mittelalters

a) Die neuplatonische Schöpfungstheologie des Johannes Scotus Eriugena

b) Die Spannung von metaphysischer und heilsgeschichtlicher Schöpfungstheologie

3. Die Schöpfungstheologie der Hochscholastik

a) Die Vorbereitung der hochscholastischen Synthesen durch die Aristoteles-Rezeption

b) Die Schöpfungstheologie des hl. Bonaventura

c) Die Schöpfungstheologie des hl. Thomas von Aquin

d) Entwicklungen im späten Mittelalter

4. Im Kontext des neuen Weltbildes der Naturwissenschaft und der Grundlagenkrisis von Metaphysik und philosophischer Theologie

a) Allgemeine Zusammenhänge

b) Die Physiko-Theologie als Antwort auf die neue Physik

c) Die philosophische Tendenz zum Naturalismus

d) Die subjektphilosophische Neukonstitution der Metaphysik und der philosophischen Theologie

5. Die neuere katholisch-reformatorische Kontroverse um die philosophische Theologie als Zugang zur geschichtlichen Offenbarung

IV. Systematische Erschließung

1. Die Verwirklichung nichtgöttlichen Seins durch die Aktualität Gottes

2. Schöpfung im Medium der Evolution und menschlichen Freiheitsgeschichte

3. Die Selbstoffenbarung Gottes als Schöpfer und Erlöser

4. Gottes universale Weltregierung und Handlungspräsenz in der Welt

5. Schöpfung und Gnade als Prinzipien geschaffener Freiheit oder das Geheimnis der Vorsehung

VIERTES KAPITEL: DIE SELBSTOFFENBARUNG DES SCHOPFERS ALS GOTT ISRAELS UND VATER JESU CHRISTI (THEO-LOGIE)

I. Der Ursprung des christlichen Gottesglaubens in der Selbstoffenbarung Gottes des Vaters

1. Die Offenbarung des relationalen Wesens Gottes

2. Die Mitte des AT: Das Bundesverhältnis Jahwes zu Israel

a) Das hermeneutische Prinzip

b) Die Namensoffenbarung

3. Jahwe, der Gott, Herr, Schöpfer und Vater Israels

a) Die Alleinzigkeit Jahwes (der Offenbarungs-Monotheismus)

b) Die Person-Wirklichkeit Jahwes

c) Die Wesensoffenbarung Gottes in seinem Wirken (Gottes Eigenschaften)

d) Einzelne Mißverständnisse (Allmacht und Vatersein Gottes)

e) Die Eschatologie von Jahwes „Da-Sein-für“ und die Universalität der Herrschaft des Vaters

II. Die Unmittelbarkeit Jahwes zu seinem Volk und die Selbstvermittlung in WORT und GEIST (Weisheit)

III. Die eschatologische Selbstoffenbarung im „Sohn Gottes“ und die Verheißung des messianischen Heilsmittlers

1. Himmlische Heilsmittlergestalten

a) Der Jahwe-Engel

b) Die Weisheit

c) Der Menschensohn

2. Irdische Heilsmittlergestalten

a) Der königlich-messianische Mittler

b) Der Priester als Mittler

c) Der Prophet als Heilsmittler

d) Israel und der Knecht Gottes

IV. Systematischer Durchblick

1. Die eschatologische Gemeinschaft mit Gott im Heiligen Geist

2. Die Offenbarung Jahwes als Vater Jesu und die Offenbarung Jesu als fleischgewordenes WORT im GEIST

FÜNFTES KAPITEL: DIE OFFENBARUNG JESU ALS „SOHN DES VATERS“ UND ALS MITTLER DER GOTTESHERRSCHAFT (CHRISTOLOGIE / SOTERIOLOGIE)

I. Themen und Horizonte der Christologie

1. Die geschichtliche Vollendung der Selbstoffenbarung Jahwes in Jesus von Nazaret

2. Die Aufgabenstellung im Traktat Christologie

3. Das christologisch-soteriologische Dogma

a) Übersicht über die wichtigsten lehramtlichen Dokumente

b) Wesentliche Aspekte des Christusglaubens der Kirche

c) Christologische Häresien

4. Die neuzeitliche Christologie in der Spannung von Dogma und Geschichte („Jesus der Historie contra Christus des Dogmas“)

a) Die Christologie unter den Voraussetzungen der anthropologischen Wende der neuzeitlichen Philosophie

b) Der Ursprung der Diastase von historischem Jesus und Christus des Glaubens im neuzeitlichen Erkenntnisdualismus

c) Rationalistische Rekonstruktionen der Christologie

d) Die Destruktion des Christusdogmas unter dem Einfluß von Empirismus und Positivismus

e) Die Entdeckung des Christus-Kerygmas

f) Die Neubegegnung von historischer und dogmatischer Fragestellung und der Ansatz einer Christologie „von unten“

5. Die christologische Ursynthese: Der gekreuzigte Jesus ist der vom Vater auferweckte Christus

a) Das Osterereignis als Ursprung des Osterzeugnisses

b) Die Einheit des Osterbekenntnisses in der Vielfalt der biblischen Zeugnisse

c) Die Umsetzung der Ostererfahrung in die Sprachgestalt des Osterzeugnisses

II. Das Ur-Zeugnis der Kirche von Jesus dem Christus

1. Ursprung und Überlieferung des Christus-Bekenntnisses

a) Jesus von Nazaret – eine historische Gestalt

b) Jesu jüdische Herkunft und Glaubensanschauungen

c) Das Osterereignis als „Initialzündung“ der Wirkungsgeschichte Jesu von Nazaret

2. Die öffentliche Wirksamkeit Jesu bis zu seinem Tod am Kreuz

a) Die Mitte seiner Verkündigung: Die Proklamation der eschatologischen Gottesherrschaft

b) Theozentrik der Basileia

c) Die Reich-Gottes-Praxis Jesu

d) Die Sohnesrelation Jesu zu Gott als Ursprung der Basileia-Proklamation

e) Die Messianität Jesu

f) Die Erfüllung der Proexistenz Jesu im Kreuzestod

3. Die Auferweckung Jesu von den Toten als Bekenntnis des Vaters zu „seinem Sohn“

a) Das Osterkerygma (Zeugnis und Bekenntnis)

b) Die Historizität der Ostererfahrung und die Transzendenz des Osterereignisses

c) Der theozentrische Verstehenshorizont des Osterglaubens

d) Die Auferstehung Jesu als Erhöhung zur „Rechten des Vaters“

e) Die Aktualpräsenz des erhöhten Herrn im Heiligen Geist

f) Der Abstieg Jesu in das Reich der Toten

g) Die volle Offenbarung der Gottesherrschaft bei der Wiederkunft Jesu zum Endgericht

4. Jesu Ursprung in Gott

a) Das Persongeheimnis Jesu: Die Gottessohnschaft

b) Drei Grundkonzeptionen der gottmenschlichen Einheit Christi: Präexistenz, Inkarnation, pneumatische Empfängnis

aa) Was bedeutet Präexistenz des Sohnes?

Jesus und die präexistente Weisheit

Die Präexistenz des Sohnes bei Paulus

Präexistenz im Hebräerbrief

Die direkte Bezeichnung Jesu als Gott

bb) Die Inkarnation des Logos

cc) Die geistgewirkte Empfängnis des Menschen Jesus und seine Geburt aus der Jungfrau Maria

Die christologische Aussage

Die Verbindung von Präexistenz- und Pneuma-Christologie

Das Bekenntnis der Kirche

III. Das Christusbekenntnis in der Glaubensgeschichte

1. Überblick über Themen und Stationen der christologischen Dogmengeschichte

a) Das Christusbekenntnis in der Zeit der Kirchenväter

b) Christologie in der Scholastik

c) Krisis und Bewährung der Christologie in der europäischen Aufklärung

2. Die Formation des christologischen Dogmas in den ersten sieben Jahrhunderten

a) Erste christologische Reflexionen

b) Die Leugnung der Gottheit Christi (Adoptianismus)

c) Die Leugnung der wahren Menschheit Christi (Doketismus und Gnosis)

d) Philosophische Kritik an der Inkarnation

e) Die kirchliche Christologie bis zum Konzil von Nicäa

f) Der Streit um die Gottheit des Logos und Sohnes des Vaters

aa) Die Lehre des Arius

bb) Die Zerstörung des Christus-Bekenntnisses durch Arius

cc) Das Konzil von Nicäa (325)

g) Die Selbstbehauptung des nicänischen Katholizismus gegen die Arianer

aa) Die Häresien des Markell von Ancyra und des Photinus von Sirmium

bb) Der Streit um die Vollständigkeit der menschlichen Natur (Apollinarismus)

h) Der Streit um die Subjekteinheit Christi (Hypostatische Union)

aa) Übersicht über die Entwicklung

bb) Theodor von Mopsuestia

cc) Der Nestorianismus

dd) Cyrill von Alexandrien

ee) Das Konzil von Ephesus 431

ff) Die Union des Jahres 433

gg) Die Entstehung des Monophysitismus

i) Das Konzil von Chalcedon (451)

aa) Die Definition von Chalcedon

bb) Die Idiomenkommunikation

j) Der Abschluß der christologischen Dogmenbildung

aa) Der Monophysitismus nach dem Chalcedonense

bb) Die Lehre von der Enhypostasie

cc) Die Formel: „Einer aus der Trinität hat gelitten“

dd) Der Neuchalcedonismus auf dem II. Konzil von Konstantinopel 553

ee) Das III. Konzil von Konstantinopel (680/81) und die Überwindung des Monotheletismus

3. Christologie in der Scholastik

a) Wichtige Glaubensbekenntnisse

b) Die Zurückweisung des Adoptianismus

c) Gegensätzliche Meinungen über die hypostatische Union im 12. Jh

d) Lehramtliche Kritik an der Habitus-Theorie

e) Die thomanische Christologie

f) Die Lehre des Duns Scotus von der hypostatischen Union

g) Die Frage nach dem Motiv der Inkarnation

4. Christologische Fragen in der Reformation

5. Die lutherischen Kenotiker

6. Die Christologie unter dem Einfluß der psychologischen Anthropologie der Neuzeit

7. Christologische Konzeptionen in der Gegenwart

a) Perspektiven der Christologie in der Gegenwart

b) Transzendental-anthropologische Zugänge zum Christusgeheimnis

c) Jesus Christus im Horizont der Universalgeschichte

d) Politisch-eschatologische Aspekte

e) Trinitätstheologische Ansätze

IV. Jesus Christus – der Mittler des Heiles

1. Die Aufgabenstellung der Soteriologie

2. Das biblische Zeugnis vom Heil und vom Heilsmittler

3. Das soteriologische Dogma

4. Soteriologische Konzeptionen in der Theologiegeschichte

a) Die Vergöttlichung des Menschen (Patristik)

b) Die Lehre von der stellvertretenden Genugtuung (Satisfaktionstheorie)

c) Erlösung im Kontext neuzeitlicher Emanzipationsgeschichte

d) Jesus als Träger eines integralen Befreiungsprozesses

5. Erlösung im Horizont einer gott-menschlichen Kommunikation der Liebe

SECHSTES KAPITEL: DIE OFFENBARUNG DES GEISTES VOM VATER UND VOM SOHN (PNEUMATOLOGIE)

I. Themen und Perspektiven der Lehre vom Heiligen Geist

1. Die Selbstoffenbarung Gottes in seinem Geist

2. Die biblische Sprechweise vom Heiligen Geist

3. Definition der Pneumatologie und ihre Stellung in der Dogmatik

4. Das verbindliche Bekenntnis der Kirche zum Heiligen Geist

5. Häretische Gegensätze

6. Wichtige Lehrdokumente zur Pneumatologie

II. Der Heilige Geist im Ereignis der Selbstoffenbarung Gottes

1. Der Geist Gottes in der alttestamentlichen Offenbarung

2. Der Erweis der messianischen Gottessohnschaft Jesu durch den Geist Gottes

3. Der erhöhte Herr als der Mittler des Geistes vom Vater und vom Sohn

4. Der Heilige Geist, der andere Paraklet (Johannes)

5. Ostern und Pfingsten als Ursprung des Trinitätsglaubens

II. Die Erkenntnis der göttlichen Wirksamkeit, Natur und Hypostasie des Heiligen Geistes

1. Die biblische Grundlage

2. Die Thematisierung der Hypostasie des Geistes bei Origenes

3. Die Zurückweisung der Pneumatomachen

4. Der Abschluß der pneumatologischen Dogmenbildung

IV. Systematische Einsichtnahme

SIEBTES KAPITEL: DIE SELBSTOFFENBARUNG GOTTES ALS LIEBE VON VATER, SOHN UND GEIST (TRINITARISCHE GOTTESLEHRE)

I. Themen und Horizonte der Trinitätstheologie

1. Definition und Stellung des Trinitätstraktates in der Dogmatik

2. Das systematische Problem der Trinitätstheologie

3. Die Originalität der christlichen Trinitätslehre

4. Die Trinität im Credo und in der Liturgie

5. Die wichtigsten Lehrdokumente zum Trinitätsglauben

6. Die Lehraussagen des trinitätstheologischen Dogmas

7. Häretische Gegensätze zum Trinitätsdogma

a) Der gnostische Dualismus und Plotinismus

b) Der Modalismus

c) Der Tritheismus

d) Die Leugnung der Trinität durch die Arianer

e) Die Kritik am Trinitätsglauben in den monotheistischen Religionen

8. Der Antitrinitarismus seit dem 16. Jahrhundert

9. Die Erneuerung des Trinitätsdenkens

a) Die spekulative Trinitätsphilosophie Hegels

b) Die Trinität als specificum christianum

II. Der Trinitätsglaube im biblischen Zeugnis

III. Theologiegeschichtliche Perspektiven

1. Die heilsgeschichtliche Sicht bei Irenäus von Lyon

2. Tertullians Beitrag zur Trinitätslehre

3. Origenes als der erste Trinitätstheologe

a) Der Vater ist die Quelle der Gottheit

b) Der Logos ist der ewige und inkarnierte Sohn Gottes

c) Der Heilige Geist als Spender göttlichen Lebens

4. Die soteriologische Trinitätslehre des Athanasius

5. Die Trinitätslehre der Kappadozier

6. Die Trinitätslehre des hl. Augustinus

7. Der Übergang zur Scholastik

8. Die Trinitätslehre des Richard von St. Victor

9. Die Trinitätslehre des hl. Bonaventura

a) Die innergöttlichen Hervorgänge

b) Der menschgewordene Gottessohn als Mittler

c) Der Geist als eschatologische Gabe

10. Die Trinitätstheologie des hl. Thomas von Aquin

a) Thomas von Aquin in der Tradition der augustinischen Trinitätslehre

b) Die Hervorgänge in Gott

c) Die Personbildung durch die Relationen

d) Die göttlichen Sendungen (missiones)

11. Exkurs: Das Problem des Filioque

IV. Systematische Konzeptionen gegenwärtiger Trinitätstheologie

1. Die Trinität als Ursprung und Vollzug einer Theologie des Wortes Gottes (Karl Barth)

2. Die Trinität als Inhalt der Selbstmitteilung Gottes (Karl Rahner)

3. Die kreuzestheologische Vermittlung des Trinitätsglaubens (Eberhard Jüngel)

4. Eine soziale Trinitätslehre (Jürgen Moltmann)

5. Die Trinität in der universalgeschichtlichen Offenbarung (Wolfhart Pannenberg)

6. Theodramatische Trinitätslehre (Hans Urs von Balthasar)

7. Zusammenschau: Vollendung des Menschen im trinitarischen Geheimnis der Liebe

ACHTES KAPITEL: DIE MUTTER JESU CHRISTI – URBILD CHRISTLICHER EXISTENZ UND TYPUS DER KIRCHE (MARIOLOGIE)

I. Themen und Horizonte der Mariologie

1. Mariologie als konkrete Anthropologie und ihr Ort in der Dogmatik

2. Die dogmatischen Hauptaussagen über Maria

3. Das mariologische Fundamentalprinzip

4. Die mariologischen Lehraussagen im Gesamtkontext des christlichen Glaubensbekenntnisses

5. Wahrnehmungsperspektiven

a) Die Mariologie als ökumenisches Thema

b) Maria in der feministischen Theologie

c) Maria in der Befreiungstheologie

d) Maria als positive oder negative Symbolfigur in innerkirchlichen Bewegungen

e) Tendenzen in der neueren wissenschaftlichen Mariologie

II. Maria im biblischen Offenbarungszeugnis

1. Maria, die Gebärerin des Sohnes Gottes als Mensch (Paulus)

2. Der „Sohn Gottes“ als „Sohn der Maria“ (Markus)

3. Die geistgewirkte Empfängnis Jesu von der Jungfrau Maria (Matthäus, Lukas)

a) Das biblische Zeugnis

b) Die theologische Bedeutung

c) Der Israelhorizont und das „semantische Universum“ der Verkündigungsperikope

d) Religionsgeschichtliche Unvergleichbarkeit

4. Maria – Typus des Glaubens (Lukas)

5. Maria – Zeugin der göttlichen Herrlichkeit (Johannes)

6. Grundzüge des neutestamentlichen Marienbildes

7. Das Marienbild der Apokryphen

III. Die glaubensgeschichtliche Entfaltung mariologischer Aussagen

1. Der heilsgeschichtliche Themenkreis: Die Antithetik des Unglaubens Evas und des Glaubens Marias

2. Der christologische Verständnishorizont der Jungfräulichkeit und Gottesmutterschaft Marias

a) Die Jungfräulichkeit Marias

b) Die Gottesmutterschaft Marias als Folge der hypostatischen Union

3. Der anthropologisch-gnadentheologische Fragenkreis: Die theologische Betrachtung des Anfangs und der Vollendung Marias

a) Die Bewahrung Marias vor der Erbschuld

b) Die Vollendung Marias in der Gnade des auferstandenen Christus (Aufnahme Mariens in den Himmel)

4. Maria in der Gemeinschaft der Kirche

a) Die Kirche als Heilsgemeinschaft

b) Die Verehrung Marias und ihre Anrufung um Fürbitte

IV. Systematische Einsicht: Mariologie – Paradigma einer trinitarisch erschlossenen Anthropologie (LG 53)

1. Der Mensch als Adressat der Gnade

2. Die Berufung zur Mit-Wirkung in Freiheit

3. Gemeinschaft als Ort und Ziel des Heils

4. Der Sieg der Gnade

NEUNTES KAPITEL: DIE SELBSTOFFENBARUNG DES DREIFALTIGEN GOTTES IN DER VOLLENDUNG DES MENSCHEN (ESCHATOLOGIE)

I. Horizonte und Perspektiven der Eschatologie

1. Thematik und Stellung der Eschatologie im Ganzen der Dogmatik

2. Fragestellungen der Eschatologie

3. Die Hermeneutik eschatologischer Aussagen

4. Wichtige kirchliche Lehraussagen zur Eschatologie

a) Zum Schicksal des Einzelmenschen

b) Zur Gemeinschaft der Lebenden und Toten in Christus

c) Zur universalen Eschatologie

5. Unterschiede zum orthodoxen und zum reformatorischen Bekenntnis

6. Christliche Eschatologie in Anknüpfung und Widerspruch

a) Der Unsterblichkeitsglaube in der griechischen Philosophie

b) Die Destruktion der Eschatologie in der neuzeitlichen Christentum-Kritik

7. Die Wiederentdeckung der Eschatologie als christlicher Grundbestimmung

8. Denkkategorien gegenwärtiger Eschatologie

a) Theozentrik, Christozentrik, Anthropozentrik

b) Dialogische Gottbegegnung

c) Leibhaft-weltliche Verfassung der Heilsvermittlung

d) Die Zukunft als Dimension der Heilsgegenwart

II. Die Eschatologie der Selbstoffenbarung Gottes im biblischen Zeugnis

1. Adventliche Eschatologie im Alten Testament

a) Jahwe, der Gott des Heiles

b) Die Transposition der Jahwe-Hoffnung in der prophetischen Theologie

c) Die Dramatisierung der Jahwe-Hoffnung in der Apokalyptik

d) Die Hoffnung auf eine postmortale Existenz

2. Die Mitte der neutestamentlichen Eschatologie in der Reich-Gottes-Verkündigung Jesu

a) Die Proklamation der Gottesherrschaft als der zentrierende neue Ansatz

b) Eschatologie bei den Synoptikern

c) Eschatologische Aussagen in den paulinischen Briefen

d) Eschatologie in den Deuteropaulinen (Universalität, Parusieverzögerung)

e) Weitere Briefliteratur

f) Die eschatologische Dimension bei Johannes

g) Die Offenbarung des Johannes

III. Aspekte aus der Theologiegeschichte

1. Probleme in der Patristik

a) Eschatologie und Geschichtstheologie

b) Die Spannung von individueller und allgemeiner Eschatologie (Zwischenzustand)

c) Gebet für die Verstorbenen, Gemeinschaft der Heiligen, Läuterung (Fegfeuer)

2. Der Auferstehungstraktat in der Scholastik

a) Die künftige Auferstehung

b) Die Konditionen der auferstandenen Leiber

c) Tod und Gericht

IV. Systematische Entfaltung der Eschatologie

1. Gott ist Liebe: die Herrschaft des Vaters

2. Gott ist unsere Gerechtigkeit: die Herrschaft des Sohnes

a) Der trinitarische Gott als Maß der Kreatur

b) „Christus, für uns zur Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung gemacht“ (1 Kor 1, 30)

c) Zur Theologie des Todes

3. Gott ist das ewige Leben: die Koinonia im Geist des Vaters und Sohnes

a) Was ist ewiges Leben?

b) Theologische und naturwissenschaftliche Rede vom „Ende der Welt“

c) Die hochzeitliche Einheit der Welt mit Gott in Jesus Christus

ZEHNTES KAPITEL: DIE KIRCHE – DAS NEUE BUNDESVOLK GOTTES (EKKLESIOLOGIE)

I. Themen und Perspektiven der Ekklesiologie

1. Begriff und Aufgabenstellung der Ekklesiologie

2. Die Kirche als Thema des Glaubensbekenntnisses

3. Einzelthemen und wichtige Lehrdokumente der Ekklesiologie

4. Wesentliche Lehraussagen im Überblick

a) Der Ursprung der Kirche im Heilswillen des dreifaltigen Gottes

b) Das sakramentale Wesen der Kirche

c) Wesensmerkmale, die sich aus der Sakramentalität der Kirche ergeben

d) Kennzeichen der Kirche

e) Die Heilsnotwendigkeit der pilgernden Kirche (Kirchengliedschaft)

f) Geschichtlichkeit und Eschatologie der Kirche

g) Die charismatisch-sakramentale Verfassung der Kirche

h) Die marianische Typologie der Kirche

5. Der Traktat „Ekklesiologie“ im Ganzen der Dogmatik

6. Aktuelle Themen

II. Die Kirche im biblischen Zeugnis

1. Das erwählte Bundesvolk als Instrument des Heilswillens Jahwes

a) Ursprung und Wesen Israels als Bundesvolk

b) Der Mittlerdienst Israels

c) Das Gottesvolk als Quasi-Person und der individuelle Heilsmittler als sein Repräsentant

2. Die Kirche des Sohnes Gottes – das Gottesvolk im Neuen Bund

a) Die ekklesiologische Ursynthese: Die Jüngergemeinschaft Jesu ist die Kirche Christi

b) Die Neukonstitution des Gottesvolkes durch das Erwählungshandeln Jesu

c) Die Offenbarung des Mysteriums der Kirche in der Auferstehung Jesu und in der Sendung des Geistes

3. Neutestamentliche Ansätze zur Ekklesiologie

a) Die Kirche in der paulinischen Theologie

b) Kirche auf apostolischem Grund (Pastoralbriefe)

c) Die Kirche als brüderliche Jüngergemeinschaft Jesu (Johannes)

d) Das priesterliche Gottesvolk (Erster Petrusbrief)

e) Das pilgernde Gottesvolk (Hebräerbrief)

f) Die kämpfende und die triumphierende Kirche (Offenbarung des Johannes)

4. Zusammenfassung wichtiger biblischer Aussagen zur Kirche

III. Ausgewählte Fragestellungen aus der Theologiegeschichte

1. Perspektiven in der Patristik

2. Die Kirche beim hl. Augustinus

3. Zur mittelalterlichen Ekklesiologie

4. Das Kirchenverständnis Luthers und Calvins

5. Die gegenreformatorische Kirchendefinition Robert Bellarmins

6. Die Ekklesiologie unter dem Einfluß von Deismus und Staatskirchentum

7. Die Entstehung einer theologischen Ekklesiologie

IV. Systematische Ekklesiologie

1. Die Kirche als Sakrament der Gemeinschaft mit dem dreifaltigen Gott

a) Der Ursprung der Kirche in der Selbstmitteilung Gottes des Vaters

b) Der Ursprung der Kirche in Jesus von Nazaret

c) Die Gegenwart des Heiligen Geistes in seiner Kirche

2. Grundvollzüge der Kirche in Martyria, Leiturgia und Diakonia

a) Der prophetische Dienst der Kirche in der Martyria

b) Der priesterliche Heilsdienst Christi in der Leiturgia

c) Der königliche Heilsdienst Christi in der Diakonia seiner Kirche

3. Die sakramental-charismatische Verfassung der Kirche

a) Der Ursprung der Kirchenverfassung in ihrem sakramentalen Wesen

b) Die Laien als Träger der sakramentalen Sendung der Kirche

c) Die kirchliche Hierarchie

Die Existenz der Hierarchie kraft göttlichen Rechtes

Der Episkopat

Der Primat der Kirche und des Bischofs von Rom

4. Die eschatologische Vollendung der Kirche

ELFTES KAPITEL: DAS PRIESTERAMT CHRISTI IN DER LEITURGIA SEINER KIRCHE (SAKRAMENTENLEHRE)

A. Die sakramentale Heilsvermittlung (die Sakramente im allgemeinen)

I. Themen der klassischen Sakramententheologie

1. Die Sakramentalität als theologische Kategorie

2. Aufbau und Stellung der Sakramententheologie in der Dogmatik

3. Die Krise der sakramentalen Idee im modernen Bewußtsein

4. Die Herausbildung der klassischen Sakramententheologie

a) Die Notwendigkeit einer sakramententheologischen Reflexion

b) Die Prägung von „Sacramentum“ zum theologischen Fachbegriff

c) Die Zuordnung von sacramentum zur Gattung der Zeichen (Augustinus)

d) Die scholastische Definition von Sakrament

5. Grundbegriffe klassischer Sakramententheologie

a) Die Einsetzung der Sakramente durch Jesus Christus

b) Das sakramentale Zeichen

c) Die Wirkung der Sakramente

d) Die Mitteilung heiligmachender Gnade

e) Der sakramentale Charakter

f) Die objektive Wirksamkeit der Sakramente (ex opere operato)

g) Die Wirkungsweise der Sakramente

h) Die relative Notwendigkeit der Sakramente

i) Der Spender der Sakramente

j) Der Empfänger

k) Zahl und Ordnung der Sakramente

l) Die Sakramentalien

6. Wichtige lehramtliche Aussagen zur allgemeinen Sakramentenlehre

a) Die objektive Wirksamkeit

b) Das Armenierdekret

c) Das Konzil von Trient

d) Stellungnahme gegen den Modernismus

e) Das II. Vatikanum

7. Die Sakramente in der reformatorisch-katholischen Kontroverse und als Aufgabe der ökumenischen Theologie

8. Neuansätze der Sakramententheologie in der Gegenwart

a) Die Neubestimmung des Verhältnisses von Wort und Sakrament

b) Die Kirche in Christus als Grundsakrament und ihre Konkretion in den Einzelsakramenten

c) Impulse aus der Mysterientheologie

d) Die Sakramente im Licht der modernen Kommunikationstheorie

e) Das gesellschaftskritische Potential der Sakramente

II. Ein anthropologischer Zugang zu den Sakramenten

1. Die Wiederentdeckung der Symbole

2. Zur Ontologie des Symbols

3. Der menschliche Leib als Ursymbol

4. Das Symbol im Zeit- und Geschichtshorizont

5. Die lebensweltliche Konkretisierung in der Pluralität der Symbole

III. Der Ursprung der Sakramente in Wirken und Schicksal Jesu Christi

1. Die eschatologischen Symbolhandlungen des vorösterlichen Jesus

2. Das Realsymbol der eschatologischen Gottesherrschaft: Kreuz und Auferstehung Christi und die symbolische Vergegenwärtigung dieser Heilsereignisse

3. Kultkritik und christlicher Gottesdienst

IV. Die ekklesiale Dimension der Sakramente

B. Die spezielle Sakramentenlehre

I. Die Grundlegung der christlichen Existenz

1. Die Taufe – das Sakrament des Glaubens und der kirchlichen Gemeinschaft

a) Begriff und Vorgeschichte der christlichen Taufe

Die Eingliederung in das Gottesvolk des Alten Bundes im Zeichen der Beschneidung

Die Bußtaufe Johannes des Täufers

b) Der Ursprung der christlichen Taufe

Jesus und die Urkirche

Taufe in der paulinischen und deuteropaulinischen Theologie

Taufe im Ersten Petrusbrief

Taufe im Johannesevangelium und Ersten Johannesbrief

Zusammenfassung der Tauftheologie des NT

c) Aspekte der Tauftheologie in der Geschichte

Die äußere Gestalt der Taufe

Patristische Themen: objektive Wirksamkeit der Sakramente, Kindertaufe

Scholastische Tauftheologie und das Armenierdekret des Konzils von Florenz

Ein neues Bezugsfeld von Rechtfertigung, Glaube und Taufe in der Reformation

Die Lehre des Konzils von Trient

Neue Akzente des II. Vatikanischen Konzils

2. Die Firmung – das Sakrament der Bewährung des christlichen Glaubens

a) Begriff und Umschreibung

b) Der Ursprung der Firmung

c) Die Frage nach der spezifischen Gnade der Firmung

d) Die kirchliche Lehre vom Firmsakrament

e) Zur Theologie der Initiation in Taufe und Firmung

II. Die sakramentale Feier der gott-menschlichen Koinonia

3. Die Eucharistie – das Sakrament der Liebe Gottes

a) Themen der Eucharistielehre

Die zentrale Stellung der Eucharistie

Wesentliche Lehraussagen

Wichtige Lehrdokumente zur Eucharistielehre

Stationen der Lehrentwicklung

b) Die Eucharistie im biblischen Zeugnis

Die Mahlgemeinschaft mit Jesus als Zeichen der endzeitlichen Gottesherrschaft

Das Letzte Abendmahl und die endzeitliche Bundesstiftung durch Jesus

Das Werden der Grundgestalt der Eucharistie in der Ur-Kirche

c) Geschichtliche Stationen der Eucharistielehre

Aspekte aus der vornicänischen Patristik

Das Eucharistieverständnis der östlichen Patristik

Das Eucharistieverständnis der westlichen Patristik

Beiträge des hl. Augustinus zur westlichen Eucharistielehre

Der 1. und 2. Abendmahlsstreit im frühen Mittelalter

Die Realpräsenz im Horizont einer neuen Ontologie: die Transsubstantiationslehre

Die Kritik an der Transsubstantiationslehre im spätmittelalterlichen Nominalismus

Die protestantisch-reformatorische Kritik am katholischen Eucharistieverständnis

Die Affirmation der katholischen Glaubenslehre durch das Trienter Konzil

Die Lehre von der Messe als Opfer

Die nachtridentinische Meßtheologie

Ansätze zu einer neuen Theologie der Eucharistie im 20. Jahrhundert

d) Perspektiven einer Theologie der Eucharistie

Die Eucharistie als sakramentale Memoria des Kreuzestodes Jesu

Die Aktualpräsenz Jesu in der Eucharistie

Die Realpräsenz Christi in den eucharistischen Zeichen

Die Wirkung der Eucharistie: neues Leben, Versöhnung, Neuer Bund

Der Leib Christi als Sakrament und als Kirche

Die Eucharistie als Unterpfand ewigen Lebens

III. Die Reaktion Christi auf Sünde, Krankheit und Todesnot

4. Die Buße – das Sakrament der Wiederversöhnung mit Gott und der Kirche

a) Überblick über das Bußsakrament

Glaubensaussagen zum Bußsakrament

Wichtige Lehrentscheidungen der Kirche

b) Buße in neutestamentlicher Zeit

Die Versöhnung des Sünders mit Gott nach dem neutestamentlichen Zeugnis

Die Versöhnung der Welt mit Gott im Kreuz Christi

Die Kirche im Dienst an der Versöhnung

c) Zur Geschichte des Bußsakraments

Grundformen der Buße im kirchlichen Altertum

Der Wandel zur Privatbuße („Beichte“)

Die Entwicklung der Bußtheologie in der Scholastik

Die reformatorische Lehre von der Buße

Die Lehre des Konzils von Trient über das Bußsakrament

d) Perspektiven einer systematischen Bußtheologie

e) Der Ablaß als Sonderform abendländischer Buße

5. Das Sakrament der Krankensalbung

a) Die Krankensalbung im sakramentalen Leben der Kirche

b) Anthropologische Überlegungen

c) Das biblische Zeugnis

d) Die Krankensalbung in der Theologiegeschichte

e) Reformatorische Kritik, die Lehre Trients und die Aussage des II. Vatikanums

IV. Aufbau und Gestalt der Kirche

6. Das Weihesakrament – die Übertragung geistlicher Vollmacht zum Vollzug des Heilsdienstes Christi in seiner Kirche

a) Themen und Perspektiven

Wesentliche Glaubensaussagen zum Ordo

Zur Terminologie

Wichtige Lehrdokumente

Neuere Diskussionsthemen

b) Das biblische Zeugnis von Ursprung und Wesen des Weihesakramentes

c) Das Weihesakrament in Theologie- und Dogmengeschichte

Das Weihesakrament nach Hippolyt

Der Bischof als Spender der Weihe und Repräsentant der Einheit des Ordo

Der Empfänger des Weihesakramentes

Die reformatorische Kritik am katholischen Verständnis des Weihesakramentes

Die Lehre des Trienter Konzils zum Weihesakrament

Die Lehre des II. Vatikanischen Konzils

d) Die systematische Frage nach dem dogmatischen Ansatz des Amtspriestertums in einer „Communio-Ekklesiologie“

7. Das Sakrament der Ehe – Zeichen der Bundesgemeinschaft Christi mit seiner Kirche

a) Themen, Perspektiven und Lehraussagen über die Sakramentalität der Ehe

b) Wichtige Lehrdokumente

c) Die Ehe im biblischen Zeugnis

d) Die Sakramentalität der Ehe als theologiegeschichtliches Thema

Patristik

Scholastik

Die Kritik der Reformatoren am Verständnis der Ehe als Sakrament

Die Lehre des Konzils von Trient

e) Die Bundestheologie als systematischer Ansatz für ein neues Verständnis des Ehesakramentes

ZWÖLFTES KAPITEL: LEBENSGEMEINSCHAFT MIT GOTT IM HEILIGEN GEIST (GNADENLEHRE)

I. Themen und Perspektiven

1. Aufgaben der Gnadenlehre und ihre Stellung in der Dogmatik

2. Wichtige Lehrdokumente

3. Wesentliche Lehraussagen über die Gnade

II. Das biblische Zeugnis von der Gnade

1. Hinweise aus dem Alten Testament

a) Zum Begriffsfeld

b) Erwählung und Bund

c) Die Erschaffung des Menschen auf Gottes Bild hin

d) Die prophetische Botschaft: Gott ist Liebe

e) Die Verheißung eines universalen Neuen Bundes

2. Gnade im Neuen Testament

a) Die Gottesherrschaft als Gnade und Jesus als ihr Mittler

b) Gnade ist Leben und Gemeinschaft mit Gott (Johannes)

c) Gnade als neue Gerechtigkeit und Heiligkeit (Paulus)

d) Gnade als Gemeinschaft mit Gott und Teilhabe an seinem Leben

III. Geschichtliche Entfaltung der Gnadenlehre

1. Die patristische Sicht der Erlösung vor Augustinus

2. Im Vorfeld der westlichen Gnadenlehre: Der Kampf gegen den gnostisch-manichäischen Dualismus

3. Die augustinisch-pelagianische Kontroverse um die Gnade und die Entstehung eines eigenen Gnadentraktats (Trennung von Soteriologie und Gnadenlehre)

4. Augustinus, Lehrer der Gnade (354–430)

5. Auseinandersetzung mit dem Semipelagianismus

6. Lehramtliche Stellungnahmen

a) Die Lehre von der Erbsünde

b) Die Lehre von der Wirksamkeit der Gnade Christi

c) Die Frage nach dem Anfang des Glaubens

7. Die Problementwicklung in der mittelalterlichen Theologie

a) Streit um die Prädestination

b) Die Vorbereitung auf die Gnade

c) Das Problem der geschaffenen und ungeschaffenen Gnade

d) Gnade als das Zentralthema der Anthropologie (Thomas von Aquin)

8. Spätmittelalterliche Entwicklungen als Hintergrund des reformatorischen Protestes

9. Grundzüge lutherischer Auffassung der Rechtfertigung des Sünders

10. Die Rechtfertigungslehre des Trienter Konzils

11. Aspekte der nachtridentinischen Gnadenlehre

a) Allgemeine Charakterisierung

b) Der Gnadenstreit und die sogenannten Gnadensysteme

c) Der Jansenismus als häretischer Augustinismus

12. Mängel in der neuzeitlichen Gnadentheologie und ihre Überwindung

IV. Die Gnade des Heiligen Geistes – Prinzip christlicher Existenz in Glaube, Hoffnung und Liebe

1. Gnade als Summe des Evangeliums

2. „... als Glaubende gehen wir unseren Weg, nicht als Schauende“ (2 Kor 5, 7)

3. „... in Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes“ (Röm 5, 2)

4. „Doch am größten ist die Liebe“ (1 Kor 13, 13)

LITERATURVERZEICHNIS

I. OFFENBARUNGSTHEOLOGISCHE ERKENNTNISLEHRE

II. ZUR THEOLOGISCHEN ANTHROPOLOGIE

III. ZUR SCHÖPFUNGSLEHRE

ZUR THEO-LOGIE (VIERTES KAPITEL) siehe TRINITARISCHE GOTTESLEHRE (SIEBTES KAPITEL)

V. ZU CHRISTOLOGIE / SOTERIOLOGIE

VI. ZUR PNEUMATOLOGIE

VII. ZUR TRINITARISCHEN GOTTESLEHRE

VIII. ZUR MARIOLOGIE

IX. ZUR ESCHATOLOGIE

X. ZUR EKKLESIOLOGIE

XI. ZUR SAKRAMENTENLEHRE

XII. ZUR GNADENLEHRE

REGISTER

Schriftstellenregister

Namenregister

Sachregister

VORWORT ZUR SECHSTEN AUFLAGE

Zehn Jahre nach dem Erscheinen der „Katholischen Dogmatik“ liegt nun die sechste Auflage mit aktualisiertem Literaturverzeichnis vor. Entgegen der weitverbreiteten Meinung findet der reflektierte Glaube Zugänge zum heutigen Menschen. In Geist und Freiheit ist er immer „Hörer des Wortes“ und Adressat des freien Handelns Gottes in der Geschichte.

Findet sich der Mensch nicht von Beginn seines Lebens an eingefügt in die Selbstoffenbarung Gottes in die Geschichte hinein? Der herausragende Ort, an dem sich die unmittelbare und existentielle Spannung der Endgültigkeit der Offenbarung Gottes mit den rationalen Verstehenshorizonten des Menschen begegnen, ist die Geschichte, die den Menschen zu einer rationalen Begegnung mit dem Geheimnis Gottes anruft und zur Liebe hinführt, die den Menschen im dreieinigen Gott vollendet.

Der jeweils sich verändernden Situation, unter der sich der Mensch den Themen der Theologie annähert, ist im vorliegenden systematischen Entwurf Rechnung getragen. Jenseits einer mechanischen Aufgliederung der Traktate ist die „Katholische Dogmatik“ der Versuch, die innere Zuordnung und die gegenseitige Durchdringung der Themenkreise zu erhellen. Theologie kann nie nur aus einem Blickwinkel geschehen, sondern richtet den Blick stets auf die gesamte Wirklichkeit des Bundes Gottes mit den Menschen. So ist es gerade in einer Zeit, die Spezialisierung zum alleinigen Maßstab wissenschaftlicher Erkenntnis erhebt, notwendig, eine Gesamtschau der Traktate zu erstellen, die sich gegen die Isolierung und Partikularisierung der Erkenntnisse stellt.

Als Lehrbuch liegt der Schwerpunkt der „Katholischen Dogmatik“ darauf, erste Orientierung zu ermöglichen und dem Bedürfnis nach einer Vergewisserung über Herkunft, Richtung und Zukunft des christlichen Glaubens zu entsprechen. Sie soll erste Grundlagen vermitteln sowie Anstöße zur Vertiefung der Glaubenserkenntnis geben. Deshalb wäre es mein Wunsch, wenn gerade diejenigen das Studienbuch zur Hand nehmen, für die die Theologie geistiger Lebensmittelpunkt ist. Da theologisches Studium und pastorale Praxis sich nicht voneinander trennen lassen, kann es auch helfen, die Selbstmitteilung Gottes in Jesus Christus als Wahrheit und Leben des Menschen für die ethisch-praktische Orientierung in der Welt zu vermitteln.

Meine größte Freude wäre es, wenn in einer Zeit des religiösen Relativismus und Indifferentismus die theologische Frage nach Gott für möglichst viele junge suchende Menschen zur Mitte ihrer geistig-moralischen Existenz wird. Alles menschliche Denken bleibt dennoch in der Vorläufigkeit gefangen und findet seine Vollendung erst durch den Schöpfer und Erlöser: „Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse, dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich unvollkommen, dann aber werde ich durch und durch erkennen, so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin. Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe.“ (1 Kor 13, 12–13).

Regensburg, am Fest des Hl. Karl Borromäus 2004

† Gerhard Ludwig Müller

Bischof von Regensburg

ERSTES KAPITEL

OFFENBARUNGSTHEOLOGISCHE ERKENNTNISLEHRE

I. THEMEN UND PERSPEKTIVEN

1. Ziel und Programm des „Studienbuchs Dogmatik“

Katholische Theologie, wie sie heute an den Universitäten, Hochschulen und Seminarien gelehrt wird, bietet sowohl insgesamt als auch in ihren einzelnen Fächern eine schier unüberschaubare Fülle an Wissensstoff. Insbesondere im Fach Dogmatik, das ja die Ergebnisse der theologischen Einzeldisziplinen in ein Gesamtbild integrieren muß, hat sich eine solche Materialfülle angesammelt, daß dem Studierenden kaum noch ein Überblick, geschweige denn ein Einblick in den inneren Zusammenhang der zentralen Thematik möglich ist. Angesichts der Diskrepanz von angehäuften Detailkenntnissen und dem Fehlen einer geistigen Synthese mag man sich an die ironischen Worte des Mephistopheles gegenüber dem Schüler in Goethes Faust erinnert fühlen:

„Dann hat er die Teile in seiner Hand, / Fehlt leider! nur das geistige Band.“

Nun läßt sich aber die Vielseitigkeit der christlichen Theologie nicht als bloß historischer Ballast abtun. Ihre Weite ergibt sich notwendig aus dem universalen Geltungsanspruch des christlichen Glaubens. Das Bekenntnis zur Wahrheit, daß Gott sich in Schöpfung, Erlösung und Versöhnung als Ursprung und Ziel von Mensch und Welt geoffenbart hat, verlangt von der Theologie, prinzipiell nichts als möglichen Gegenstand ihrer Reflexion auszuschließen.

Bei allen Spannungen und Umbrüchen im einzelnen bildet die 3500jährige Offenbarungsgeschichte ein Traditionskontinuum, in dem Jahwe das Subjekt der Offenbarung bildet und das Bundesvolk des Alten und Neuen Testaments seine Identität findet in der Glaubensantwort auf das eine in der Geschichte ergangene Wort Gottes. Gerade wegen der in Jesus Christus manifest gewordenen Universalität der Offenbarung muß das geschichtliche und eschatologische Wahrheitsverständnis des Christentums kritisch und positiv mit allen Äußerungsformen des Humanum vermittelt werden. So gilt es, das christliche Selbstverständnis mit den konkurrierenden Wahrheitsansprüchen der konkreten Religionen der Menschheit zu konfrontieren, aber auch mit den theoretischen und praktischen Konzeptionen des Menschen- und Weltbildes in der Philosophie, den Geschichts-, Sozial- und Naturwissenschaften.

Weitere Aufgabenfelder der katholischen Theologie sind die ökumenische Bewegung und die Versuche einer Inkulturation des noch europäisch geprägten Christentums in der jungen Kirche Lateinamerikas, Afrikas und Asiens. Zum Theologiestudium gehört schließlich nicht zuletzt, daß der Studierende sich mit den unterschiedlichen Hilfswissenschaften vertraut macht, d. h. sich die Kenntnis der Fremdsprachen aneignet wie auch die philologisch-historischen Methoden und das hermeneutische Instrumentarium.

Das „geistige Band“ ist der „Ariadnefaden“, der aus dem Labyrinth des unerschöpflich scheinenden Materialobjektes der Theologie herausführt. Er ergibt sich, wenn man die Einheit der Theologie vom Ursprung des unteilbaren personalen Glaubensaktes her erfaßt. Die Einheit der Theologie hängt ab von der vorausgehenden Einheit des Glaubens, der sich sowohl in seinem Bekenntnis als auch in seiner Praxis der Selbstmitteilung Gottes verdankt. Insofern sich die theologische Vernunft als Auslegung des Glaubens versteht, erweist sie sich als mit dem Glauben mitkonstituiert. Wie der Glaube selbst ist die Theologie vom Ereignis der Begegnung des Menschen mit dem Wort Gottes in der Gestalt seiner Selbstvermittlung im Christusereignis und in der Sendung des Geistes bestimmt. Der Glaube ist eine Wirkung des Heiligen Geistes.

Die gesuchte durchgängige Perspektive, die eine Einsicht in den inneren Zusammenhang der einzelnen Themen und Methoden der Theologie gewährleistet, ist die Selbstoffenbarung des dreieinigen Gottes in der Vermittlung von Person und Geschichte Jesu von Nazaret zum Heil der Menschen.

Aufbau und Struktur des christlichen Glaubensbekenntnisses (Credo) lassen die drei ineinandergreifenden Bezugsebenen der Theologie erkennen. Das „Ich“ bzw. „Wir“ der Menschen steht durch den Glauben in einer Relation zu Gott. Diese Beziehung ist vermittelt durch Jesus Christus und bleibt durch Gottes Geist in der Kirche präsent. Damit sind die drei Hauptmysterien des christlichen Glaubens genannt: Trinität, Inkarnation, Geistbegabung/Begnadung des Menschen. Ihnen sind die drei Hauptthemenkreise zugeordnet: Theologie – Christologie – Anthropologie. Die einzelnen Traktate der Dogmatik lassen sich somit in dieser übergreifenden Perspektive darstellen.

Die drei Grunddogmen des Christentums

Trinität Gottes:

Die Personen des einen göttlichen Wesens

Inkarnation:

Die Menschwerdung des ewigen Sohnes

Geist und Gnade:

Das Kommen Gottes im Heiligen Geist

Aus der Aufgabe der Theologie, die Vielfalt der Themen (Materialobjekt) in ein Verhältnis zur Einheit der Perspektive (Formalobjekt) zu setzen, ergeben sich die Ziele und das Programm des „Studienbuches Dogmatik“:

1.Grundinformation:

Sie wird – soweit die Sache selbst nicht zur Abweichung davon nötigte – in folgender Gliederung dargeboten:

aktuelle Problemstellungen der Thematik,

die biblischen Grundlagen,

die (dogmen-)geschichtliche Entwicklung sowie

die systematische Darstellung.

2.Anleitung zur selbständigen theologischen Urteilsbildung:

Dieses Studienbuch ist seiner literarischen Gattung nach weder eine theologische Enzyklopädie, noch ersetzt es ein Lexikon, noch ist es eine Einführung in das Christentum oder gar ein Katechismus. Es ist eine Hinführung zur dogmatischen Theologie.

3.Methodik:

Die einzelnen Traktate der dogmatischen Theologie werden in dieser Reihenfolge dargeboten:

Offenbarungstheologische Erkenntnislehre

Theologische Anthropologie

Schöpfungslehre

Theo-Logie

Christologie/Soteriologie

Pneumatologie

Trinitarische Gotteslehre

Mariologie

Eschatologie

Ekklesiologie

Sakramentenlehre

Gnadenlehre

2. Theologie – die Wissenschaft von Bekenntnis und Praxis des christlichen Glaubens

a) Die Notwendigkeit einer wissenschaftlichen Grundlagenreflexion

Gegenstand der Theologie ist der von der Kirche bezeugte Glaube an die Selbstoffenbarung Gottes in Person und Geschichte Jesu von Nazaret. Diese Selbstmitteilung Gottes hat das Ziel, „daß die Menschen durch Christus, das fleischgewordene Wort, im Heiligen Geist Zugang zum Vater haben und teilhaftig werden der göttlichen Natur“ (DV2).

Der Glaube als Akt („fides qua creditur“) einer personalen Relation zu Gott unterscheidet sich zwar in Ursprung und Vollzug von der bloßen Einsichtnahme in einen Sachverhalt, wie er von der wissenschaftlichen Vernunft angezielt wird. Das schließt aber nicht aus, „daß die durch diese Offenbarung über Gott und über das Heil der Menschen erschlossene Wahrheit“ (ebd., „fides quae creditur“) mit Hilfe wissenschaftlicher Methoden reflektiert und in ihrem umfassenden Bezug zur Wirklichkeitserfassung, insbesondere aber zur Heilsfrage des Menschen aufgewiesen wird. Der christliche Glaube versteht sich gerade nicht als Ausdruck einer irrationalen Erfahrung jenseits des vernunftgemäßen Weltbezugs, auch nicht als eine spontane religiöse Ekstase oder gar als ein Element an einer spekulativen Weltanschauung (Gnosis, Esoterik, Theosophie, Anthroposophie, New-Age). Vielmehr erhebt er den Anspruch, definitiv den Ursprung und das Ziel des Menschen aufzuweisen im Horizont seiner personalen Relation zu Gott, dem Schöpfer, Erlöser und Vollender der Welt. Eine Verhältnisbestimmung des Glaubens zur rationalen und ethischen Weltorientierung ist darum für den christlichen Glauben konstitutiv. Der Glaube kommt vom Hören des Wortes Christi (fides ex auditu) und vollzieht sich als persönliche Zustimmung (assensus fidei, affectus amoris) zum Anspruch des Wortes Gottes (vgl. Röm 10, 17). Aber als menschlicher Akt impliziert dieses Hören auch ein verstehendes Aufnehmen des gehörten Wortes Gottes in der Vermittlung menschlicher Sprache mit ihrer logisch-hermeneutischen Struktur und den Prinzipien der Begriffs- und Urteilsbildung. Auditus fidei und intellectus fidei lassen sich zwar unterscheiden, nicht aber trennen, weil der Glaube immer auch ein „Verstehen und Erkennen der Liebe Gottes zu uns in seinem Sohn“ (vgl. Gal 1, 11; Eph 3, 19; 4, 13) in sich enthält.

Gerade wegen des universalen Anspruchs, daß im Namen (d. h. in der Person) Jesu Gott das Heil für alle Menschen anbietet (vgl. Apg 4, 12; Joh 14, 6; 1 Tim 2, 4 f.), erweist sich eine Vergewisserung über die „Zuverlässigkeit der Lehre“ und der geschichtlichen Grundlage des Evangeliums Christi (vgl. Lk 1, 1–4) als unentbehrlich. Aufgrund ihres universalen Missionsauftrags (vgl. Mt 28, 19) ist es der Kirche nicht erlaubt, sich wie eine religiöse Gruppe auf den eigenen Bereich zurückzuziehen. Die Kirche steht als „Sakrament des Heils der Welt in Jesus Christus“ (vgl. LG 1) in einem dynamischen Bezug zur Welt, zur gesamten Menschheit und zu deren Geschichte. Eine vernunftgemäße Glaubensrede und eine argumentative Vermittlung des Evangeliums ist unabtrennbar vom dialogischen Charakter des Wortes Gottes: „Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der euch nach dem Grund der Hoffnung fragt, die in euch ist.“ (1 Petr 3, 15)

Die Dogmatik fragt nach der inneren Konsistenz und Kohärenz der verschiedenen Glaubensaussagen, die sie aus dem einen Fundament der Offenbarung Gottes als Vater Jesu Christi und „seines Sohnes“ entwickelt (vgl.1Kor15,1;Gal1,11).

Das Grundproblem besteht darin, wie ein vernunftgemäßer Glaube an Gottes Wort entstehen kann und wie eine Unmittelbarkeit des Menschen zu Gott möglich ist, die an die menschliche Vermittlung des Gotteswortes im Menschenwort (1 Thess 2, 13) gebunden bleibt, ohne daß der Mensch umgekehrt in seiner Rede von Gott nur mit sich selbst und seinen Ideen über Gott zu tun hat, wie der Projektionsverdacht Ludwig Feuerbachs unterstellt. Ganz grundsätzlich stellt sich also die Frage, wie überhaupt „Vernunft“ definiert werden und welcher geschichtlich auftretende philosophische oder einzelwissenschaftliche Typus von Vernunft der Referenzpunkt im Bezugssystem „Glaube – Vernunft“ sein soll.

Als erstem Traktat der Dogmatik fällt der theologischen Erkenntnislehre (theologische Gnoseologie, Fundamentaldogmatik; prot.: Prolegomena) die Aufgabe zu, den Wirklichkeitsbezug, den Gegenstandsbereich, das Formalobjekt sowie die Quellen und Kriterien der theologischen Erkenntnis und Urteilsbildung zu klären.

b) Zur Geschichte der „theologischen Einleitungslehre“

Patristik

In der reichen apologetischen Literatur, die sich seit dem zweiten Jahrhundert mit jüdischen Einwänden und heidnischen Angriffen auf die Legitimität des Christentums auseinanderzusetzen hatte, geht es u. a. auch darum, die innere Vernünftigkeit des christlichen Glaubens vor der hellenistischen Philosophie aufzuweisen (Justin der Märtyrer). Irenäus von Lyon hebt in seiner Schrift „Adversus Haereses“ (180/85) gegen die angeblichen Geheimtraditionen, über die die Gnostiker zu verfügen vorgaben, die öffentliche Vermittlung der Offenbarung durch die apostolische Kirche hervor. Die inhaltliche Identität und Kontinuität mit der apostolischen Kirche werde durch zwei Materialprinzipien sichergestellt, nämlich einerseits durch die apostolische Herkunft der Heiligen Schrift und andererseits durch die in der Kirche lebendig gebliebene apostolische Tradition, sowie durch ein Formalprinzip: die Übereinstimmung der apostolisch begründeten Kirchen und ihrer Bischöfe untereinander (apostolische Sukzession).

Zum Umkreis der theologischen Prinzipienlehre gehören in der Patristik auch die Fragen der Kanonbildung, der Inspiration, der Methoden der Schriftauslegung, der Herkunft und Verbindlichkeit der Glaubensbekenntnisse und Glaubensregeln sowie der Autorität der Kirchenlehrer und der Konzilien. Klassisch ist die Formulierung des Traditionsprinzips bei Vinzenz von Lérins (gest. um 450), daß als apostolisch und katholisch zu gelten habe, „was immer und überall und von allen geglaubt worden ist“ (Commonitorium 2). Er beruft sich auf das depositum fidei, in dem das Grundzeugnis der Apostel von der Gottesoffenbarung in Jesus von Nazaret bewahrt wird (1 Tim 6, 20) und das einen Fortschritt im Verständnis, nicht aber eine Korruption des Glaubens zulasse.

Scholastik

Die Entwicklung einer systematischen Theologie im 12. und 13. Jh. in Anlehnung an das Wissenschaftsideal des Aristoteles nimmt ihren Ausgang einerseits in den wissenschaftspädagogischen Schriften des Hugo von St. Victor, vor allem aber in den Kommentaren zum Sentenzenbuch des Petrus Lombardus. Ihren Höhepunkt findet sie in den großen Summen der scholastischen Theologie, die nun zuallermeist eine eigene Prinzipienlehre enthalten. Der systematischen Darlegung des Glaubens werden Reflexionen über die Methode und den Wissenschaftscharakter der Theologie vorangestellt (z. B. Thomas von Aquin, In Sent. q.1–5; S.c.g.I, 1–9; S.th. I q.1 a.1–10; In lib. Boetii de Trinit.). Insbesondere wird der Frage nach dem Verhältnis von Glauben (lumen fidei) und Vernunft (lumen naturale) nachgegangen und die Theorie von der doppelten Wahrheit zurückgewiesen, wonach zwei sich widersprechende Aussagen dennoch in ihrem jeweiligen Kontext, einerseits der Philosophie, andererseits der Theologie wahr sein können. Aus der Einheit der Vernunft folgt, daß Glaubenserkenntnisse und Vernunftwahrheiten nicht im Widerspruch zueinander stehen können. Es folgt daraus ferner die Möglichkeit, daß die vom Glauben erleuchtete Vernunft (ratio fide illustrata) die im Glaubensakt ergriffenen Grundaussagen des Glaubensbekenntnisses (articuli fidei) in ihrem Zusammenhang untereinander erfaßt, darstellt und mit der Wahrheit der natürlichen Welterkenntnis in den Kategorien menschlicher Sprache und Vernunft vermittelt. Die beiden Eckpunkte scholastischer Erkenntnislehre sind die Autorität des sich offenbarenden Gottes und der mit ihrer Vermittlung beauftragten Kirche, ebenso die menschliche, methodisch und systematisch nach Prinzipien vorgehende Vernunft (auctoritas et ratio).

Neuzeitliche Theologie

Die theologische Erkenntnislehre in der Neuzeit war mitbedingt durch die humanistische Kritik an manchen Erscheinungen der Spätscholastik: ihrer spekulativen Wirklichkeitsferne, einer „Begriffsakrobatik“ in großer Distanz zur einfachen biblischen Sprache und dem Mangel an historisch-philologischer Kritik im Umgang mit den biblischen und patristischen Quellen. Im Hintergrund standen ferner die von der platonisch-augustinischen Tradition genährte Kritik an der Vorherrschaft der aristotelischen Philosophie über die Theologie, die nominalistische Trennung von Offenbarungsautorität und Vernunft und die sich abzeichnende anthropologische Wende durch die entstehende Subjektphilosophie. Schließlich traf auch die Metaphysikkritik, die mit dem Empirismus und Skeptizismus (später Naturalismus und Positivismus) einherging, die auf ein metaphysisches Fundament sich berufende Theologie. An die Stelle des aristotelischen Hylemorphismus und seiner Konzeption der substantialen Formen trat mehr und mehr ein vollkommen neues Weltbild und ein grundlegend gewandeltes Verständnis von Materie, die nur noch unter der Rücksicht der Quantität betrachtet und mit mathematischen Regeln auf mechanistische Gesetzmäßigkeiten hin untersucht wurde.

Vor allem aber hatte die reformatorische Kritik am Traditionsprinzip die klassische Lehre von der Vermittlung der Offenbarung durch die sichtbare Kirche ins Wanken gebracht. Der Lehrautorität von Konzil und Papst stellte sie die Prinzipien „allein die Schrift“ (sola scriptura) und der Selbstinterpretation der Schrift (sacra scriptura sui ipsius interpres/testimonium internum Spiritus sancti) entgegen. Durch die Kontroverstheologie rückte die Diskussion um die „theologischen Fundorte“ („loci“ oder, nach der Topik des Aristoteles, „topoi“) in den Mittelpunkt des Interesses, das heißt die Auffindung und Gewichtung aller in der jeweiligen Diskussion relevanten theologischen Argumente (Ph. Melanchthon, J. Eck, R. Bellarmin, J. Gerhard). Bahnbrechend auf katholischer Seite war Melchior Canos Werk „De locis theologicis“ (1563). Unter dem Einfluß des Humanismus nahm er die historische und philologische Fragestellung in die Theologie auf und leitete vom mittelalterlichen Paradigma „Glaube – Vernunft“ (Gnade – Natur) zum neuzeitlichen Paradigma „Glaube – Geschichte“ über. Cano erkannte klar, daß die systematische Theologie sich nicht in abstrakter Spekulation und bloßer Begriffsdistinktion erschöpfen kann. Sie bedarf einer Basis in der positiven Theologie, d. h. der Feststellung des Inhaltes in der Realgeschichte der Offenbarung und ihrer positiven Bezeugungen in den Quellen des Glaubens. Cano nennt zehn theologische Fundorte, sieben eigentliche (proprii) und drei fremde (alieni): 1. Die Heilige Schrift; 2. die Tradition; 3. die Autorität der katholischen Kirche (heute etwa: die ordentliche allgemeine Lehrverkündigung und der Glaubenssinn des Gottesvolkes); 4. die Autorität der Konzilien; 5. die Autorität der römischen Kirche; 6. die Kirchenväter; 7. die scholastischen Theologen, insbesondere der hl. Thomas von Aquin sowie die Kanonisten. Es folgen 8. die Autorität der natürlichen Vernunft; 9. die Autorität der Philosophen, insbesondere des Aristoteles, des Zivilrechts und schließlich 10. die Autorität der Geschichte der Menschheit. Seit Melchior Cano beginnt jede „Katholische Dogmatik“ mit einer theologischen Erkenntnislehre.

Bekannt geworden ist vor allem die theologische Erkenntnislehre im Handbuch der Dogmatik von Matthias Josef Scheeben