Jedermanntod - Manfred Baumann - ebook

Jedermanntod ebook

Manfred Baumann

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Opis

Salzburg im Sommer, belagert von Touristenscharen und Festspielgästen. Auf der „Jedermann“-Bühne vor dem Dom liegt ein Toter. Ein prominenter Toter. Der Tod höchstpersönlich. Hans Dieter Hackner, der gefeierte Darsteller des Todes in Hofmannsthals „Jedermann“. In seiner Brust steckt die Kopie eines Renaissance-Dolches, an seinen Füßen fehlen die Schuhe. Alles viel zu theatralisch, denkt Kommissar Martin Merana, und beginnt seine Ermittlungen in einer Welt, die ihm fremd ist: die Welt der Salzburger Festspiele mit ihren extrovertierten Künstlern und fädenziehenden Managern …

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Titel
Manfred Baumann
Jedermanntod
Kriminalroman
Impressum
Personen und Handlung sind frei erfunden.
Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen
sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.
Besuchen Sie uns im Internet:
www.gmeiner-verlag.de
© 2010 – Gmeiner-Verlag GmbH
Im Ehnried 5, 88605 Meßkirch
Telefon 07575/2095-0
Alle Rechte vorbehalten
1. Auflage 2010
Lektorat: Claudia Senghaas, Kirchardt
Herstellung/Korrekturen: Julia Franze / Doreen Fröhlich, Katja Ernst
Umschlaggestaltung: U.O.R.G. Lutz Eberle, Stuttgart
unter Verwendung eines Bildes von: © DawnAllynn / sxc.hu
ISBN 978-3-8392-3540-9
Widmung
Gewidmet meinen Eltern
Prolog
Genau in dem Augenblick, als der Stoff reißt, entlädt sich der Himmel. In dem Moment, als die Gewalt des Donners wie eine Faust nach der Stadt greift, trifft die Spitze des Stahls auf den Stoff, lässt das Hemd, die Haut und das darunterliegende Fleisch aufplatzen wie eine überreife Melone. Und als der Stahl, vorbei an knirschenden Knochen, sich einen eher willkürlichen Weg frisst und im zuckenden Muskel des Herzens einrastet, bricht der Regen aus den Flanken des Himmels. Aufgestaut hat es sich in langen schwülen Tagen. Und nun entlädt sich alles. Der Regen. Der Donner. Die Verzweiflung. Die Regenfontänen, die wie schwere Ketten vom Himmel prasseln, vermischen sich mit dem Schmutz des Platzes, mit dem Staub auf den Brettern und mit dem Blut. Die animalische Wut des Himmels übertönt alles, fegt alles weg mit Donnerschlägen, deren Wucht sich als hundertfaches Echo an den versteinerten Fratzen der Häuser bricht, hinübergeschleudert wird an die Steilwände des Domes, zurückgeworfen auf den Platz, um schließlich an den Klippen aus Marmor zu zerbersten. Immer und immer wieder.
Und mitten im Brüllen des Donners ein heftiges Schluchzen. Hände tasten nach Händen. Hände beginnen, umständlich und zitternd, Hände zu falten. Wie zum Gebet. Und plötzlich wächst ein Schatten aus dem Boden, jäh und bedrohlich. Genau in dieser Sekunde zuckt die Blitzfackel des Himmels zum siebten Mal grell über den Platz, und der Widerschein trifft auf drei Gesichter: ein entsetztes, ein verwirrtes, ein erstarrtes. Ein Schrei fegt über den Platz, gellend, wie von einem Tier, durchschneidet das Prasseln des Regens. Und noch ehe der Schrei an Kraft verliert, wird er schon vom nächsten Donnerschlag niedergebrüllt. Flucht setzt ein. Sich hochrappelnd, stolpernd, rutschend, taumelnd, von Angst gehetzt.
Und als der Blitz zum neunten Mal mit grellem Licht die Szenerie des Platzes erhellt, ist das entsetzte Gesicht verschwunden. Zurück bleiben das verwirrte und das erstarrte.
Montag, 31. Juli, 5.37 Uhr
Die Tauben passten nicht ins Bild. Einfach grotesk. Geradezu komisch.
Wenn schon Vögel, dachte Merana, dann Aasgeier. Aber keine Tauben. Allerdings – rein zoologisch betrachtet – war die Salzburger Altstadt sicher kein Biotop für Aasgeier. Zumindest nicht für gefiederte. Für andere schon eher. Für Aasgeier im Lodenmantel zum Beispiel. Nur hockten sich die nicht um fünf Uhr früh auf die Jedermann-Bühne vor dem Dom, um einer Leiche die Augen auszuhacken.
An Toten haben die Salzburger Aasgeier wenig Interesse. Tote geben nichts her. Kaufen keine Souvenirs. Essen keine Pommes frites. Zahlen keinen Eintritt. Tote interessieren die Salzburger Aasgeier nur, wenn sie so berühmt sind, dass man ihr Bild auf Marzipankugeln und Likörflaschen kleben kann. Und solche Tote sind meist 200 Jahre alt.
Aber die Leiche hier war frisch. Martin Merana, Kommissariatsleiter der Fachabteilung ›Mord/Gewaltverbrechen‹ der Bundespolizeidirektion Salzburg, gähnte, blinzelte zu den Tauben hinüber und musste kichern, was ihm einen leichten Schrecken einjagte. Er hatte noch nie an einem Tatort den Drang verspürt, zu kichern. Woher auch? Die Tat, die einen Tatort zu einem solchen machte, war meist eine grauenvolle … Der Anblick der Tauben war grotesk. Merana drehte sich zu einem jungen Mann in Uniform um.
»Gerber, jagen Sie die verdammten Tauben weg!«
»Sofort, Herr Kommissar.«
Man konnte Revierinspektor Kurt Gerber wirklich keinen Vorwurf machen. Er tat sein Bestes. Man lernt heutzutage viel auf der Polizeischule, von internationaler Verbrechensbekämpfung bis zu Aggressionspräventionen. Aber man lernt nicht, wie man zwei Dutzend neugierige Tauben von einer regennassen Bretterbühne verjagt, auf der ein Toter liegt. Kurt Gerber erfreute sich des Rufes, der beste Basketballspieler des Polizeisportvereins Maxglan zu sein. Vier Mal die Woche Training, jeden Samstag zwei Spiele, 250 Körbe in der Saison. Es mangelte ihm weder an Beweglichkeit noch an der nötigen Armlänge, um sein ordnungsheischendes Gebrüll auch noch durch eindrucksvolles Gefuchtel zu unterstreichen. Aber Stadttauben verteidigen keinen Rebound. Stadttauben sind eine eigene Spezies. An Intelligenz sind sie Aasgeiern weit überlegen. Und vielleicht auch Rebound-Verteidigern. Und sie sind noch etwas: hartnäckig. Keine fotografierwütige Touristenschar kann sie aus der Ruhe bringen, kein noch so ausgefuchster Innenstadtplanungsbeamter sie vertreiben. Und schon gar kein aufgebrachter Polizist.
Das Bild, das sich Martin Merana bot, war bizarr, nahezu irreal. Im Hintergrund die mächtig aufragende dreigeteilte Fassade des Salzburger Doms aus Untersberger Marmor, flankiert von den zwei Türmen, der Prachtbau des Architekten Santino Solari, Kulisse unzähliger Werbespots und Filmaufnahmen. Der Dom lag noch völlig im Schattenumhang der langsam weichenden Nacht. Davor die riesige Bretterbühne, auf der sich Sommer für Sommer der Salzburger Jedermann vor 100.000 zahlenden Zeugen aufs Sterben vorbereitet. Und auf dieser jetzt leeren Bühne lag ein menschlicher Körper. Auf dem Rücken. Reglos. Ein Mann, wie Merana aus der Entfernung erkennen konnte, mit einem Dolch in der Brust. Umringt von flatternden Tauben, die ein 1,97 Meter großer Polizist in Uniform zu verscheuchen versuchte.
Der wilden Treibjagd war wenig Erfolg beschieden. Zwei, drei Tauben wichen vor dem die Morgenluft durchschneidenden Arm des Gesetzes zurück, flatterten kurz hoch, warteten, bis der Uniformierte sich auf die nächsten Artgenossinnen stürzte, und landeten sofort wieder dort, wo sie eben verscheucht worden waren. Die Tauben pickten nach unsichtbaren Körnern am Boden, schoben einander flügelschlagend zur Seite, hackten mit den Schnäbeln aufeinander ein. Keine wollte sich wegdrängen lassen. Es geht in dieser Stadt immer um die besten Plätze, dachte Merana und schaute den Tauben zu. Denn diese hatten die Vögel hier am Tatort eindeutig inne. Die Tauben scherten sich auch wenig um den jungen Polizeifotografen, der eben eine Großaufnahme vom Gesicht des Toten machte. Und schon gar nicht um Meranas winterlichen Squashpartner Richard Zeller, Polizeiarzt mit der Aussicht, in vier Jahren in Pension zu gehen, der eben dabei war, mit einer Gelassenheit, wie sie über 500 Totenbeschauungen in 30 Dienstjahren mit sich brachte, seine Instrumente einzupacken. Grotesk, dachte Merana. Wie ein schlecht inszeniertes Theaterstück. Die bedrohlich barocke Domkulisse, der malerisch hingestreckte Tote mit einem auffällig prunkvollen Dolch in der Brust. Und ein Polizist als Vogelfänger. Dazu die ersten Schaulustigen, die allmählich aus den noch nachtschlafenden Gassen herbeikrochen, und von den Streifenbeamten energisch ersucht wurden, weiterzugehen. Und jetzt, quasi Auftritt von links, kam auch noch die Sonne hervor, die einen ersten schmalen Lichtstrahl auf das Grau der Dombögen legte. Einfach grotesk.
Eben war es dem besten Basketballspieler des Polizeisportvereins Maxglan gelungen, drei Tauben endgültig zur Flucht Richtung Kapitelplatz zu vertreiben, da schossen von der anderen Seite, vom Gesims der residenzplatzseitigen Dombögen, zwei bisher unbeteiligte Vögel im Sturzflug nieder, so wie vor Jahren bei einer spektakulären Jedermann-Inszenierung die Engel an schrägen Drahtseilen. Die beiden Tauben landeten genau vor den Füßen des Toten. Und Merana, der den theatralischen Sturzflug der Tauben verfolgt hatte, bemerkte in diesem Moment etwas, was zu dieser unwirklichen Situation passte: Der Tote hatte keine Schuhe an.
Bei allem Respekt vor dem Schauplatz und der Würde des Todes, nun entfuhr Merana ein zweites Kichern. Zuerst die Tauben und jetzt auch das noch: ein Toter ohne Schuhe, nur mit Socken an den Füßen. Grüne Socken. Ein schmerzhafter Kontrast zum Graublau der ringsum flügelschlagenden Tauben. Wo sind seine Schuhe?, dachte Merana, und fragte sich einen Augenblick lang, ob die Tauben sie wohl hatten. Aber soweit er sich an seinen Biologieunterricht erinnern konnte, waren es nur Elstern, die ab und zu etwas mitgehen ließen. Und auch das musste glitzern. Von einem solchen Verhalten bei Tauben hatte er noch nie gehört.
Meranas Angewohnheit war es, nie sofort auf eine Leiche zuzugehen, wenn er am Tatort ankam. Er drängte sich niemals gleich in den stummen Kreis, der die Toten umgab. Er brauchte immer Zeit, um sich auf die Anwesenheit des Todes einzustellen. Auch nach über 20 Jahren Polizeidienst hatte er immer noch Respekt vor der zurückgelassenen menschlichen Hülle, in der Stunden oder Tage, manchmal sogar Monate davor noch das Leben gewohnt hatte. Merana wandte sich ab. Er würde sich den Toten später genauer anschauen. Für gerade einmal zehn Minuten Anwesenheit am Tatort war es genug. Um kurz vor sechs Uhr in der Früh. Bei einem Tag, der so schön zu werden versprach wie die letzten sieben Tage davor, trotz oder gerade wegen des reinigenden Gewitters in der Nacht. Ein Tag, an dem er sich ab Mittag freinehmen wollte, um in den Fuschlsee zu springen.
Und jetzt hatte er einen Toten. Noch vor dem Frühstück. Einen Toten mit einem Dolch in der Brust, ohne Schuhe, in grünen Socken.
»Guten Morgen, Martin. Wird wohl nichts heute mit deinem Fuschlsee!« Otmar Braunberger, Abteilungsinspektor in Meranas Team, kam auf den Kommissar zu und gab ihm die Hand.
»Guten Morgen, Otmar.«
»Hast du ihn dir schon angeschaut, Martin?«
Merana schüttelte den Kopf. Ein zweiter Sonnenstrahl erreichte die Dombögen und verwandelte steinernes Grau in samtenes Gold. Ein Tag fürs Gemüt, dachte Merana. Um sich in einer Blumenwiese einfach lang hinzustrecken. Sicher kein Tag, um sich als Toter auf eine Bretterbühne zu legen.
»Dann komm mit. Du wirst dich wundern. Wir wissen nämlich schon, wer er ist.«
»Ausweis?«
Braunberger schüttelte den Kopf. »Nein. Haben wir keinen gefunden. Braucht er auch keinen. Es kennt ihn sowieso jeder.«
»Jeder? Wer ist es?«
Otmar Braunberger räusperte sich und zog die Stirn leicht in Falten, als müsse er sich auf eine bedeutende Aussage konzentrieren.
Jetzt wird mein bester Mitarbeiter auch noch theatralisch, dachte Merana. Dieser verdammte Ort steckt an. »Also sag es schon, Otmar.«
»Es ist der Hackner. Hans Dieter Hackner.«
Das glaube ich nicht, dachte Merana. Nie und nimmer. Ich liege noch daheim und träume von Tauben und einem Toten mit einem Dolch in der Brust. Gleich werde ich wach, stehe auf und fahre an den Fuschlsee.
»Das ist nicht dein Ernst, Otmar!«
»Doch. Es ist der Hackner.«
Der junge Polizeifotograf erschrak mehr als die Tauben, als der Kommissar fluchend auf die Bühne kletterte.
Auch das noch, ging es Merana durch den Kopf. Ausgerechnet vor dem Dom. Es reicht nicht, dass ich in Gegenwart eines Toten kichere, jetzt wird auch noch geflucht. Was für ein Tag.
Er schaute auf den leblosen Körper, sah einen Mann Anfang 60. Kantiges Gesicht, das dunkle Haar leicht ergraut, aber immer noch dicht. Er trug eine dunkle Hose, ein blaues Hemd und ein helles, teuer aussehendes Sakko. Hemd und Sakko waren blutverschmiert. Mitten in der Brust ragte das Heft eines Dolches in die Höhe. Merana hatte diesen Mann auf vielen Bildern gesehen, in Zeitungen, in Fernsehinterviews, bei Theaterübertragungen. Zweimal sogar auf der Bühne. Aber noch nie aus der Nähe. Menschen wie er kamen manchen Menschen erst dann nahe, wenn sie tot waren.
Die Hände des Toten waren über der Brust gefaltet. Wie zum Gebet, dachte Merana. Das passte zu diesem merkwürdigen theatralischen Ambiente. Es war tatsächlich der Hackner. Der große Hans Dieter Hackner. Regisseur und Schauspieler. Träger zahlreicher Auszeichnungen. International gefeierter Star. Hier in Salzburg spielte er auf der berühmtesten Freilichtbühne der Welt seit fünf Jahren den Tod im ›Jedermann‹. Mit der berühmten Szene, wenn der Tod sich hinter den reichen Prasser stellt, um ihm aufs Herz zu schlagen. Um ihn zu holen, ausgesandt als Bote des Allmächtigen. Hans Dieter Hackner, der sogar von kritischen Journalisten hofierte und gefeierte Salzburger Tod.
Jetzt lag er hier. Ein toter Tod. In grünen Socken.
»Wer hat ihn gefunden?«
Inspektor Braunberger zeigte mit dem Notizbuch auf einen jungen Mann, der neben einem Fahrrad wartete, aufgeregt ob der Wichtigkeit seiner Entdeckung und zugleich eingeschüchtert von der Wucht der Ereignisse.
»Ein 17-jähriger Schüler, der unterwegs war, um Freunde vom Jugendgästehaus im Nonntal abzuholen. Sie wollten eine Bergtour machen. Er ist kurz vor fünf hier vorbeigeradelt und dachte, da schläft ein Penner auf der Bühne. Er weiß, dass das verboten ist, und wollte ihn wecken. Hat einen ziemlichen Schrecken bekommen, als er sah, dass hier ein Toter liegt. Er hat sofort per Handy unsere Notrufzentrale verständigt.«
Merana nickte. »Was hat unser Knochenzersäger gesagt?«
»Das Übliche. Genaues gibt es erst nach der Obduktion. Aber wenn wir seine bescheidene Einschätzung wissen wollen, ist der Mord irgendwann zwischen Mitternacht und drei Uhr morgens passiert.«
Ein Streifenwagen hielt zwei Meter neben der provisorischen Absperrung. Gleich dahinter kam ein Kleinbus mit der grellen Aufschrift eines Fernsehsenders zum Stehen. Eine junge Frau und ein Mann mit einer Kamera sprangen heraus.
Es geht immer um die besten Plätze, dachte Merana erneut.
»Danke, Otmar, mach bitte hier fertig.« Merana schaute noch einmal auf die Leiche. Wie oft hast du den Boten gespielt, der alle holt?, dachte er. 40 Mal, 50 Mal, 100 Mal? Die Frage ist nur, wer dir den Boten geschickt hat. Den wirklichen Boten. Den echten. Nicht den geschminkten.
»Ich fahre ins Präsidium, Otmar. Und mit den Fernsehleuten macht ihr es am besten wie mit den Tauben. Verscheucht sie!«
Braunberger hob zum Abschied die Hand. »Wer verständigt den Chef?«
»Ich«, sagte Merana und drehte sich zur Fassade der Kathedrale. Ob der ungeschminkte Tod auch aus dem Dom gekommen war, mit langsamem Schritt, so wie der maskierte Kollege? Ich muss hier weg, dachte der Leiter der Fachabteilung für Mord und Gewaltverbrechen, sonst fange ich noch an zu spinnen. Als Merana zu seinem Wagen ging, hatte der dritte Sonnenstrahl die Dombögen erreicht. Im gleichen Atemzug bemerkte er, wie zwei junge Männer in Kutten über den Platz liefen. Zwei Patres auf dem Weg zur Frühmesse in der Franziskanerkirche. Sie hoben nur ganz kurz den Kopf, weder unterbrachen sie ihren Schritt, noch schenkten sie dem Auflauf vor dem Dom länger Beachtung als einen flüchtigen Moment. Sie hatten ein anderes Ziel. Es interessierte sie offenbar wenig, was in dieser Welt vorging. Keine Tauben, keine Bretterbühnen, keine Dolche, keine Mordfälle. Aber mich muss es interessieren, dachte Merana und startete den Motor. Und zwar von dieser Sekunde an. Die Räder begannen zu rollen, Merana fuhr über den Residenzplatz in Richtung Polizeidirektion. Der Fuschlsee war weiter weg als der Indische Ozean.
Montag, 31. Juli, 8 Uhr
Merana würde sich nie an diese Hand gewöhnen. Sie fühlte sich teigig an und war immer bereit zum Schütteln. Wie eine kleine hungrige Schlange schoss sie manchmal aus dem Leib des Polizeipräsidenten hervor. Und dann schnappte sie zu. Schüttelte Bürgermeisterhände, Kinderhände, Journalistenhände, Vorgesetzten- und Untergebenenhände, sogar Hände von Tatverdächtigen. Niemand war vor der kleinen hungrigen Schlange sicher. Merana mochte diese Hand nicht. Den Rest vom Polizeipräsidenten konnte er einigermaßen gut leiden. Nicht immer. Aber meistens.
»Setz dich, Martin.«
Merana ergriff die Hand des Chefs. Dann zog sich die Schlange ins Uniformnest zurück. Der Herr Präsident plumpste in seinen ergonomisch austarierten Bürosessel und atmete schwer. »Also, was haben wir?«
»Schwierigkeiten.«
»Und sonst?«
»Nichts.«
Der Polizeipräsident stieß etwas hervor, was irgendwo in der Mitte zwischen Kichern und Fauchen lag. Er blickte auf seine blank polierten Fingernägel. »Also lass hören, und bitte fass dich kurz. In einer Stunde ist Pressekonferenz, und vorher will sogar der Minister informiert werden. Wie du weißt, ist er seit gestern da, wegen der Rosenkavalier-Premiere heute Abend, in der Loge der Landeshauptfrau.«
Unser Pech, dachte Merana. Warum steht der Herr Minister nicht auf Operetten? Dann wäre er in Mörbisch bei den Seefestspielen und weit von uns entfernt. Aber so ist er gleich zur Stelle, um uns mit seinen Wiener Spezialisten in die Suppe zu spucken, wenn wir nicht schnell genug umrühren.
»Wie teilen wir uns die Arbeit auf?«, fragte Merana.
»Ganz einfach, Martin. Ich stelle mich vor die Journalisten. Der Minister stellt sich dorthin, wo die meisten Scheinwerfer sind. Und du stellst dich mitten ins Getümmel und machst die Knochenarbeit. So wie immer!«
Dabei musste er lachen, der Herr Präsident. Dieser Anflug von Galgenhumor war Merana dennoch lieber als seine teigige Schlangenhand. Wenn Polizeipräsident Günter Kerner, der ›Herr Hofrat‹, seine fast bedächtig vorgetragenen Ausführungen in kratzende Heiterkeit kleidete, stand er bereits unter Druck. Das wusste Merana aus dem fast 15-jährigen Umgang mit seinem Präsidenten. Und der Druck würde noch wachsen. Vielleicht hatte auch schon das Büro der Landeshauptfrau angerufen. Oder gar der Intendant der Salzburger Festspiele. Nein, der wohl nicht. Merana hatte vorhin selbst versucht, den Intendanten und die Festspielpräsidentin zu erreichen. Aber der Portier hätte sich lieber erschießen lassen als die Privatnummer eines Direktoriumsmitgliedes rauszurücken. Man werde zurückrufen.
»Es ist absolut sicher, dass es der Hackner ist. Und er wurde erstochen?«, fragte der Präsident.
Merana nickte. »Es gibt zwar noch keine offizielle Bestätigung, aber selbst Gerber, der kaum Leute kennt, die weiter als zehn Meter von einem Basketballkorb entfernt leben, hat ihn erkannt. Einen Tatzeugen, serviert auf dem Silbertablett, hätten wir alle gern, aber es gibt bis jetzt keinen. Der Bursche, der ihn gefunden hat, ist zufällig vorbeigekommen. Braunberger hat mich vorhin angerufen. Gestern Abend soll es eine Jedermann-Premierenfeier gegeben haben, im Bischofsbräu. Da wird der Hackner vermutlich dabei gewesen sein. Bestätigt ist noch gar nichts.«
Der Hofrat setzte zu einer Art Schmunzeln an. »Der Hackner war dort«, informierte er seinen Angestellten, »ist hiermit amtlich bestätigt.«
Merana öffnete erstaunt den Mund. Man hätte ihm eine Mozartkugel zwischen die Zähne schieben können. »Woher weißt du das? Und von wem amtlich bestätigt?«
Das hofrätliche Schmunzeln flackerte erneut auf. »Von mir. Ich war auch dort.«
Natürlich, dachte Merana, mein Präsident lässt doch kein gesellschaftliches Event aus.
»Es war eine Einladung des Landes Salzburg. Premierenfeier mit Sponsoren und grässlich vielen Schickis. Großes Gelaber, durchschnittliches Buffet, penetrante Fernsehleute. Und im Mittelpunkt der große Mime Hackner. Der wurde nämlich ausgezeichnet, höchst offiziell durch die Frau Landeshauptfrau, zum 60. Geburtstag und zugleich zum 40-jährigen Bühnenjubiläum bei den Salzburger Festspielen.«
»Das heißt, er hat einen Orden bekommen?«
Der Hofrat schüttelte den Kopf. »Nein, von Orden hielt er nichts. Hätte er nie angenommen. Also hat man sich ein originelles Geschenk einfallen lassen, weil er doch so ein großer Sammler ist.«
Merana schaute seinen Präsidenten fragend an. »Was für ein Geschenk?«
»Der Hackner hatte eine Vorliebe für alte Stichwaffen. Also was überreicht ihm da die Frau Landeshauptfrau gestern unter Applaus und Fanfarentrara? Auf einem Samtpolster? Einen Dolch. Die extra für den Jubilar angefertigte maßgetreue Kopie eines Prunkdolches von irgendeinem Erzbischof, dessen Namen ich vergessen habe. Was ist los, Martin, was schaust du so?«
Jetzt hätte man Merana gut und gerne zwei Mozartkugeln zwischen die Zähne schieben können. Er wartete noch einen Herzschlag lang, dann schloss er den Mund und sagte: »Ich glaube, ich weiß, wo dieser Dolch jetzt ist.«
Der Hofrat taxierte ihn mit erwartungsvollem Blick.
»Der steckt in seiner Brust!«
Montag, 31. Juli, 8.35 Uhr
Seit drei Jahren war Martin Merana der Kommissariatsleiter der ›Fachabteilung Mord/Gewaltverbrechen‹, wie das schön amtlich hieß, der Abteilung 4, im Dienst der Bundespolizeidirektion Salzburg. Sein Vorgänger hatte ihm zwei Dinge hinterlassen: zum einen den guten Rat, sich trotz modernster Untersuchungstechniken immer auf das eigene Gefühl zu verlassen. ›Der ganze CSI-Kram ist ja nicht schlecht, Martin, aber Reagenzgläser können nicht denken. Also vertrau auf deinen Instinkt!‹, hatte Rupert Haigermoser bei seinem Abschied gesagt. Und zum anderen hatte er Merana noch seinen alten Schreibtisch geschenkt, ein Ungetüm aus Nussholz. Fünfmal gebeizt. Glich eher einem alten Schulkatheder als einem Büromöbel an der Schwelle zum dritten Jahrtausend. Aber Merana liebte dieses braune Schlachtross. Der zierliche Laptop nahm sich darauf aus wie ein Spielzeugfisch auf einem schlafenden Walross. Das Telefon auf dem Schreibtisch läutete. Merana hob mit der einen Hand ab, kramte mit der anderen in der Schublade. Irgendwo hatte er doch ein Festspielprogramm herumliegen.
»Merana.«
Es war ein Journalist. Vom ORF. Michael Guttmann. Er sei vor einer Stunde am Tatort gewesen, begann er.
Merana wollte zu einer Antwort ansetzen, doch der Reporter setzte sofort nach.
»Nicht nötig, Herr Kommissar. Weiß von der Pressekonferenz. Aber bei unserer bewährten Art der Zusammenarbeit mit den Behörden, Sie kennen mich doch. Und in einer Viertelstunde gehen die aktuellen Nachrichten über den Sender. Ein, zwei Details würden genügen. Eventuell auch nur die eine oder andere Vermutung.« Und er wolle nicht extra betonen …
»Nein«, knurrte Merana, »bitte, nur das nicht. Kommen Sie mir nicht mit dem Recht der Öffentlichkeit auf Information. Ich leite eine Untersuchung und kein Proseminar über Staatsbürgerkunde. Alles, was es zurzeit zu sagen gibt, erfahren Sie bei der Pressekonferenz. Auf Wiederhören.« Er legte auf.
Schon läutete es wieder. Dieses Mal war eine Frau am Apparat. Sie stellte sich als Kulturkorrespondentin der Tageszeitung Figaro vor. Ihr Deutsch war nahezu makellos. Wenn Merana Zeit gehabt hätte, hätte er kurz durch die Zähne gepfiffen. Le Figaro. Europäisches Großformat. Welche Ehre für einen kleinen Polizeikommissar aus Salzburg. So aber konzentrierte er sich auf einen Balanceakt zwischen Charme und Sturheit. Er verwies auf die Pressekonferenz, sagte am Schluss sogar noch »Au revoir«, dachte einen Moment an seine Französischmatura und legte auf.
Wie schaffen manche es nur, immer die Nase im Wind zu haben? Und woher haben die nur die Nummer zu jener Direktleitung, mit der man den Chef der Mordkommission auch unter Umgehung der Telefonzentrale erreichen kann?
Er musste lächeln. Leute, die etwas von ihrem Job verstanden, bewunderte er. Und hartnäckige obendrein. Wenn er selbst sich immer an vorgegebene Wege gehalten hätte, stünde er möglicherweise heute an der Aiglhofkreuzung, um bei Ampeldefekt den Verkehr zu regeln. Nichts gegen Dienst an der frischen Luft. Aber sein Job war ihm doch lieber. Schon wieder das Telefon. Merana hob nicht mehr ab. Er wählte auf der anderen Leitung die Kurznummer zur Telefonzentrale und gab eine knappe Anweisung. Das Klingeln hörte auf.
Dafür klopfte es. Jetzt dringen die sogar schon hier ein, dachte Merana, und machte sich darauf gefasst, in der nächsten Sekunde von einem Mikrofon bedroht zu werden. Die Tür wurde geöffnet. Aber es war keine Reportermeute, es war nur Abteilungsinspektor Otmar Braunberger. Ohne Mikrofon. Dafür mit einer Tüte frischer Roggenweckerl. Und mit dürftigen Neuigkeiten. Braunberger hielt Merana die Tüte hin, der bediente sich.
»Der Hackner ist bereits drüben.«
Merana nickte.
Otmar Braunberger sagte immer ›drüben‹. Er würde niemals etwas anderes sagen. Nie ›Leichenschauhaus‹. Nie ›Totenkammer‹. Nie ›Prosektur‹. Als ob dieses ästhetische Ablenkungsmanöver die Sache besser machte.
»Seinen Agenten haben wir noch nicht erreicht, dafür aber die Pressechefin der Festspiele. Die ist zurzeit hinter ihrem Intendanten her. Das wird wohl viel Wirbel machen. Umbesetzung, Probenpläne, Presseerklärung und so. Anfangs hat die Pressechefin es für einen blöden Scherz gehalten. Glaubte lange nicht, dass die Polizei am Telefon war. Die müssen oft mit Spinnern zu tun haben. So wie wir. Aber plötzlich war sie hellwach, die Dame. Und dann ging es dahin: erstens, zweitens, drittens. Bin kaum mehr zu Wort gekommen. In einer Stunde ist sie in ihrem Büro. Ich dachte, du würdest lieber dort mit ihr reden.«
Merana mochte ihn einfach, diesen großen Brummbären. Mit seinem Bierbauch und seiner ruhigen Haltung, die so viele Leute für träge Behäbigkeit hielten. Er mochte Braunbergers manchmal umständliche Art, an die Dinge heranzugehen.
Otmar Braunberger wusste selbst, dass ihn die meisten seiner Mitmenschen unterschätzten. Und er machte sich einen stillen Spaß daraus, hin und wieder die großmäuligen Arschkriecher innerhalb und außerhalb des Präsidiums zu verblüffen. Er konnte grinsen wie ein frisch lackiertes Karussellpferd, wenn die anderen irgendwann doch merkten, dass er ihnen um mindestens drei Nasenlängen voraus war, weil er das richtige Gespür gehabt hatte.
Den Termin mit der Pressechefin in ihren eigenen Räumlichkeiten zu vereinbaren, das hätte Meranas neuer Mitarbeiter, Gebhart Kaltner, nie getan. Der hätte die Dame ins Präsidium zitiert. Und das wäre taktisch falsch gewesen.
»Hast du gut gemacht, Otmar«, lobte deshalb Merana und biss erneut in sein Roggenweckerl. »Hast ihr sicher das Gefühl gegeben, wie wichtig sie ist. Und dass selbstverständlich der Herr Kommissar Rücksicht nehmen wird und sich gern zu Ihnen bemühen werde …«
»Ja«, quetschte Otmar zwischen den weckerlzermalmenden Zähnen hervor, »ja, so ähnlich habe ich das gesagt. Und da war sie gleich um zwei Wärmestufen freundlicher und kooperationsbereit.«
»Was hast du sonst noch, Otmar?«
Braunberger schlug sein Notizbuch auf. »Wenig. Um halb zwei Uhr morgens hat die Streife vom Wachzimmer Rathaus den Domplatz kontrolliert. Keine Leiche. Auch keine Lebenden. Überhaupt niemand. Alles ruhig. Kurz nach zwei Uhr hatte das Gewitter eingesetzt. Regengüsse wie bei der Sintflut. Bis etwa drei Uhr. Die nächste Kontrollrunde der Kollegen wäre um fünf Uhr gewesen, aber da kam schon der Anruf des jungen Radfahrers. Mehr gibt es nicht. Bis jetzt weit und breit keine Zeugen. Aber drei unserer Leute sind schon unterwegs und hören sich um.«
»Was ist mit den Schuhen, habt ihr die gefunden?«
»Nein. Keine Schuhe. Alles, was wir haben, sind zwei leere Bierdosen. Die lagen auf der Rückseite unter der Bühne. Sind schon im Labor. Darüber hinaus keine nennenswerten Spuren. Wenn es solche überhaupt gegeben hat, hat sie die Sintflut jedenfalls weggespült.«
Merana schaute aus dem Fenster und sagte mehr zu sich selbst als zu seinem Gegenüber: »Und wenn unser allseits verehrter Chef sich nicht stets selbstlos mitten unter die wichtigsten Menschen dieser Welt mischen würde, hätten wir nicht einmal eine Ahnung, woher die Tatwaffe stammt.«
»Der Chef kennt die Tatwaffe?« So laut hatte man Otmar Braunberger schon lange nicht mehr gehört.
Merana nickte und berichtete.
»Wie praktisch für den Täter«, brummte Braunberger. »Wer schleppt heutzutage schon die Kopie eines Renaissancedolches mit sich herum, um sich damit ermorden zu lassen? Meistens nehmen die Opfer ihren Mördern diese Arbeit nicht ab. Die Schurken müssen die Waffe schon selbst mitbringen.«
»Du hast recht, Otmar. Die Frage ist in diesem Fall wohl: Gibt es einen Mörder, der eine eigene Waffe dabei hatte? Oder hat der Täter die Gelegenheit, die sich ihm bot, einfach beim Schopf gepackt?«
»Beziehungsweise am Dolchgriff«, ergänzte Braunberger.
Merana nickte. »Wir müssen so schnell wie möglich überprüfen, ob die Waffe tatsächlich dieser feierlich überreichte Dolch ist. Aber davon können wir wohl ausgehen. Wir müssen außerdem wissen, wer alles bei der gestrigen Premierenfeier war. Wer hat wann mit wem die Feier verlassen? Und wo hat der Hackner gewohnt, im Hotel? Privat? Haben wir schon eine Adresse, Otmar?«
Braunberger verdrehte die Augen. »Wo denken Sie nur hin, Herr Kommissar. Keine Auskünfte über Privatangelegenheiten der Künstler. Eisernes Gesetz. Die Pressetante wollte am Telefon überhaupt nichts sagen. Die schirmen selbst noch die Toten vor lästigen Fragen ab. Möglicherweise erreichst du mehr. Du bist der große Meister. Ich bin ja nur der kleine Fährtenhund.«
Merana musste lächeln. Wenn es einen goldenen Pokal für Zuverlässigkeit und Ausdauer gäbe, er wäre für Otmar Braunberger reserviert. Stimmt, Otmar war sein Spurenschnüffler, sein Faktensammler, sein unbeirrbarer Fährtenleser, der sich zwar manchmal mit einer Hand am Bierkrug festhielt, aber mit der anderen nie die Zügel ausließ. Wenn schon Fährtenhund, dann sicher nicht der kleine, sondern der ganz große.
»Hast du Carola mittlerweile erreicht?«
Braunberger nickte. »Ja. Sie hätte heute erst ab 15 Uhr Dienst, aber sie meinte, du kannst über sie verfügen.«
»Verfügen hat sie gesagt?«
»Ja, hat sie.«
»Gut, bestell ihr bitte, ich verfüge gern über sie. Sie soll ins Bischofsbräu gehen und versuchen, so viel wie möglich über die gestrige Premierenfeier rauszukriegen. Ich verfüge mich auf der Stelle ins Festspielhaus zur Pressechefin und komme anschließend nach.«
Braunberger stand auf, steckte den Rest des Roggenweckerls in die Papiertüte und wollte gerade gehen, als Merana noch etwas einfiel.« Der Hackner wird den Dolch ja nicht offen in der Hand getragen haben. Habt ihr eine Scheide oder so etwas gefunden?«
»Ach ja«, bestätigte Braunberger, »hätte ich fast vergessen. Er hatte in der Sakkoinnentasche ein Lederetui. Das wird wohl für den Dolch gewesen sein.«
Und wie ist der Mörder da rangekommen?, dachte Merana, als Braunberger die Tür schloss.
Montag, 31. Juli, 9.30 Uhr
Die Uhr am Rathausturm schlug halb zehn, als der Fahrer des Dienstwagens Merana an der Staatsbrücke aussteigen ließ. Er hätte sich auch bis vors Große Festspielhaus bringen lassen können, aber das wollte er nicht. Merana kam tagsüber ohnehin selten in die Stadt. Die Polizeidirektion lag in der Alpenstraße, einer der großen Ausfahrtsstraßen von Salzburg, nicht gerade das Schmuckstück der als Barockjuwel bekannten Festspielstadt: Hier dominierten Fertigteilbauten, Tankstellen, Autohändler, Einkaufszentren, Wohnblocks. Daran konnte auch die halbwegs gelungene Architektur der Polizeidirektion nichts ändern. Meranas Büro lag im dritten Stock. Mit Blick auf den Untersberg, diesen mächtigen, sagenumwobenen Koloss aus Kalkstein, der an klaren Herbsttagen so nahe an die Stadt heranrückte, dass man ihn fast berühren konnte. Merana konnte von seinem Büro aus die halbe Stadtfestung sehen, wenn er sich aus dem Fenster lehnte. Auch Hellbrunn war nicht weit, das von Erzbischof Markus Sittikus erbaute Lustschloss mit dem weitläufigen Park, den romantischen Nischen und den Wasserspielen.

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