Internationale Wirtschaft - Keith Pilbeam - ebook

Internationale Wirtschaft ebook

Keith Pilbeam

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Opis

Der globale Devisenhandel ist mit einem täglichen Volumen von etwa fünf Billionen Dollar das Epizentrum der weltweiten Finanzmärkte. Handelsbeziehungen zwischen Ländern sowie Finanz- und Wirtschaftskrisen sind untrennbar mit Wechselkursentwicklungen verknüpft. Das Lehrbuch erläutert die Funktionsweise von Devisenmärkten und stellt Entwicklung und Perspektiven des internationalen Währungssystems dar. Zahlreiche Fallbeispiele und Abbildungen illustrieren empirische Phänomene und historische Entwicklungen.

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Inhaltsverzeichnis

Hinweis zum UrheberrechtImpressumDie AutorenVorwortSymboleKästenAus der PraxisAus der WissenschaftEinleitungAufbau des BuchesEinsatz in der Lehre1 Der Devisenmarkt1.1 Einleitung1.2 Charakteristika und Teilnehmer des Devisenmarktes1.3 Arten von Wechselkursen1.4 Bestimmung des Wechselkurses am Kassamarkt1.5 Alternative Wechselkursregime1.6 Bestimmung des Wechselkurses am Terminmarkt1.7 Fazit2  Die Zahlungsbilanz2.1 Einleitung2.2 Komponenten und Systematik der Zahlungsbilanz2.3 Teilbilanzen und die Erfassung von Transaktionen2.4 Was versteht man unter Zahlungsbilanzüberschüssen oder -defiziten?2.5 Die Nettoauslandsposition und die Zahlungsbilanz2.6 Makroökomische Identitäten in einer offenen Volkswirtschaft2.7 Globale Ungleichgewichte2.8 Multiplikatoren in der offenen Volkswirtschaft2.9 Fazit3 Elastizitätsansatz und Absorptionsansatz in der Zahlungsbilanztheorie3.1 Einleitung3.2 Der Elastizitätsansatz der Zahlungsbilanz3.3 Der Absorptionsansatz3.4 Fazit4 Der monetäre Ansatz zur Analyse von Zahlungsbilanzentwicklungen4.1 Einleitung4.2 Ein einfaches monetäres Modell4.3 Der monetäre Ansatz: Ungleichgewichte, Abwertungseffekte und die Wechselkursgleichung4.4 Expansive Geldpolitik bei festen und flexiblen Wechselkursen4.5 Analyse von Einkommens- und Preisniveauänderungen bei festen und flexiblen Wechselkursen4.6 Der monetäre Ansatz: Implikationen, empirische Evidenz und Kritik4.7 Fazit5 Makroökonomische Politik in einer offenen Volkswirtschaft5.1 Einleitung5.2 Die Problematik des internen und externen Gleichgewichts5.3 Das Mundell-Fleming-Modell5.4 Bestimmung des internen und externen Gleichgewichts im IS-LM-BP-Modell5.5 Internes und externes Gleichgewicht bei unterschiedlichen Wechselkursregimen5.6 Eine kleine offene Volkswirtschaft mit vollkommener Kapitalmobilität5.7 Das Prinzip der effektiven Marktklassifizierung5.8 Weiterführende Überlegungen und Beschränkungen des Mundell-Fleming-Modells5.9 Fazit6 Kaufkraftparität und Zinsparität6.1 Einleitung6.2 Kaufkraftparitätentheorie und Gesetz des einheitlichen Preises6.3 Empirische Evidenz zur Kaufkraftparitätentheorie6.4 Erklärungsansätze für die eingeschränkte Gültigkeit der Kaufkraftparitätentheorie6.5 Gedeckte und ungedeckte Zinsparität6.6 Carry Trades6.7 Fazit7 Theoretische Ansätze zur Wechselkurserklärung7.1 Einleitung7.2 Der monetäre Ansatz bei flexiblen Preisen7.3 Monetärer Ansatz bei rigiden Güterpreisen7.4 Risikoprämien und unvollkommene Substituierbarkeit zwischen inländischen und ausländischen Anleihen7.5 Der Vermögensbestands-Ansatz (Portfolio-Balance-Modell)7.6 Analyse von wirtschaftspolitischen Maßnahmen im Vermögensbestands-Ansatz7.7 Erweiterungen des Vermögenbestands-Ansatzes7.8 Weitere Ansätze zur Bestimmung von Wechselkursen7.9 Zusammenfassung der Ergebnisse und Rekapitulation der Modellannahmen7.10 Zusammenfassende Betrachtung der empirischen Evidenz7.11 Fazit8 Empirische Analyse von Wechselkursverläufen8.1 Einleitung8.2 Einfache Regressionen zur Kaufkraftparität8.3 Untersuchungen zur Effizienz von Devisenmärkten8.4 Langfristige Zusammenhänge zwischen Wechselkursen und Fundamentalfaktoren8.5 Strukturbrüche und nichtlineare Zusammenhänge zwischen Wechselkursen und Fundamentalfaktoren8.6 Prognose von Wechselkursverläufen8.7 Der „News-Ansatz“ zu Modellierung von Wechselkursen8.8 Chartisten vs. Fundamentalisten und die Analyse von Währungsportfolios8.9 Fazit9 Feste Wechselkurse, flexible Wechselkurse und Managed Floating9.1 Einleitung9.2 Argumente für feste Wechselkurse9.3 Argumente für flexible Wechselkurse9.4 Ein Modell zur modernen Evaluierung von festen und flexiblen Wechselkursen9.5 Evaluierung von festen und flexiblen Wechselkursen9.6 Die Theorie optimaler Währungsräume9.7 Managed Floating9.8 Fazit10 Geschichte des Internationalen Währungssystems seit 188010.1 Einleitung und Definitionen10.2 Der klassische Goldstandard und die Zwischenkriegszeit10.3 Das Bretton-Woods-System (1944–1973)10.4 Die Zeit nach dem System von Bretton Woods: 1973–198010.5 Der Höhenflug des Dollar: 1980–198510.6 Talfahrt des Dollar und Devisenmarktinterventionen: 1985–199010.7 Der Dollar von 1990 bis zum Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 200810.8 Währungsturbulenzen und Krisen nach 199010.9 Das Währungssystem heute10.10 Die Reform des internationalen Währungssystems10.11 Fazit11 Währungs-Derivate: Futures, Optionen und Swaps11.1 Einleitung11.2 Futures-, Options- und Terminverträge11.3 Währungsoptionen11.4 Grundlagen der Optionsbepreisung11.5 Ein Optionspreismodell11.6 Währungsswaps11.7 Fazit12 Internationale makroökonomische Politikkoordination12.1 Einleitung12.2 Internationale Politikkoordination12.3 Die Vorteile internationaler Politikkoordination12.4 Die Nachteile internationaler Politikkoordination12.5 Schwierigkeiten internationaler Politikkoordination12.6 Fazit13 Währungsintegration in Europa und die Europäische Währungsunion13.1 Einleitung13.2 Der Europäische Wechselkursverbund und das Europäische Währungssystem13.3 Bewertung des Europäischen Währungssystems13.4 Potenzielle Vor- und Nachteile einer Währungsunion13.5 Der Weg zur Europäischen Währungsunion13.6 Die Maastricht-Kriterien und der Stabilitäts- und Wachstumspakt13.7 Divergenzen innerhalb der Europäischen Währungsunion und die Eurokrise13.8 Geldpolitische Maßnahmen und Reformen im Zuge der Eurokrise13.9 Fazit14 Währungskrisen und die ostasiatische Finanzkrise14.1 Einleitung14.2 Währungskrisenmodelle der ersten Generation14.3 Währungskrisenmodelle der zweiten Generation14.4 Währungskrisenmodelle der dritten Generation und andere Modelle14.5 Die Ostasienkrise14.6 Die unmittelbaren Auslöser der Krise14.7 Eine Analyse der Krise14.8 Die IWF-Programme und die weitere wirtschaftliche Entwicklung14.9 Fazit15 Finanzinnovationen und die Finanzkrise 200815.1 Einleitung15.2 Innovative Finanzprodukte: Collateralized Debt Obligations15.3 Innovative Finanzprodukte: Credit Default Swaps15.4 Die Kreditklemme und die jüngste Finanzkrise15.5 Ursachen der Finanzkrise15.6 Krisendefinitionen und Charakteristika von Krisen15.7 Fiskalpolitik, Geldpolitik und Finanzkrise15.8 FazitStichwortverzeichnis
[1]

Hinweis zum Urheberrecht

Schäffer-Poeschel Verlag für Wirtschaft · Steuern · Recht GmbH, Stuttgart

Impressum

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.

Print:ISBN: 978-3-7910-3335-8Bestell-Nr.: 20467-0001ePDF:ISBN: 978-3-7992-6771-7Bestell-Nr.: 20467-0150ePub:ISBN: 978-3-7910-4096-7Bestell-Nr.: 20467-0100

Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

© 2017 Schäffer-Poeschel Verlag für Wirtschaft · Steuern · Recht [email protected]

Umschlagentwurf: Goldener Westen, BerlinUmschlaggestaltung: Kienle gestaltet, StuttgartSatz: Claudia Wild, Konstanz

März 2017

Schäffer-Poeschel Verlag StuttgartEin Tochterunternehmen der Haufe Gruppe

Die Autoren

Keith Pilbeam promovierte am Europa Institut in Florenz zur theoretischen Modellierung von Wechselkursen. Er war anschließend bei NatWest Bank und der Royal Bank of Scotland tätig. Seit 1989 ist er als Professor für Internationale Finanzmärkte an der City University London tätig. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in Analyse von Wechselkursen und Finanzmärkten. Er ist Autor der Lehrbücher International Finance sowie Finance and Financial Markets.[2]

Joscha Beckmann schloss sein Studium der Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftspädagogik jeweils mit dem Diplom an der Georg-August-Universität Göttingen ab. Es folgte eine Promotion am Lehrstuhl für Makroökonomik an der Universität Duisburg-Essen bei Ansgar Belke, die er im Jahr 2011 abschloss. Aktuell ist er als Vertretungsprofessor für Internationale Wirtschaftsbeziehungen an der Universität Bochum sowie am Institut für Weltwirtschaft tätig. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der empirischen Modellierung von Wechselkursdynamiken und Finanzmärkten im Allgemeinen sowie der Analyse geldpolitischer Schocks.

Vorwort

Das vorliegende Lehrbuch bietet eine praxisorientierte Einführung in Devisenmärke, Zahlungsbilanzen und das Internationale Wirtschaftssystem. Leitgedanke ist eine Verknüpfung von Theorie, Empirie und Politikrelevanz vor dem Hintergrund der Entwicklung und Transformation des internationalen Währungssystems. Das Buch ist konzeptionell sowohl für Bachelor- als auch Masterstudiengänge geeignet.

Im Vergleich zur englischen Originalausgabe wurde die deutsche Ausgabe an zahlreichen Stellen modifiziert und erweitert. Substanzielle Änderungen ergeben sich in Kapitel 10 zum Internationalen Währungssystem. Neben dem klassischen Goldstandard erfolgt hier im Vergleich zum englischsprachigen Original auch eine Betrachtung verschiedener Zyklen der Entwicklung des Dollar. Kapitel 12 zum europäischen Integrationsprozess greift auch die jüngeren Turbulenzen in der Eurozone und die hiermit verbundenen Rettungspolitiken auf. Insbesondere Kapitel 8 berücksichtigt aktuellere Forschungsansätze und legt ein stärkeres Gewicht auf empirische Ergebnisse. Aus konzeptionellen Gründen wurden die Kapitel 12 und 15 der Originalausgabe nicht in die deutsche Übersetzung übernommen.[3]

Herr Frank Katzenmayer hat die Realisierung des Projekts initiiert und war stets ein sehr hilfreicher und freundlicher Ansprechpartner. Ein besonderer Dank gilt Herrn Bernd Marquard für die unermüdliche und geduldige inhaltliche und redaktionelle Unterstützung. Unter persönlichen Gesichtspunkten schulde ich vor allem meinen leider bereits verstorbenen Großeltern Maria und Werner Beckmann sehr viel Dank. Ohne sie wäre mir weder ein Studium noch ein solches Projekt möglich gewesen. Ein weiterer Dank gilt meiner leider ebenfalls bereits verstorbenen Mutter und meinem Vater. Zuletzt bin ich meiner Frau Sara für Ihre Unterstützung und Geduld sehr dankbar.

Keith Pilbeam, Joscha Beckmann

November 2016

Zusatzinformationen zum Buch

Studierende finden Antworten auf Wiederholungsfragen und Lösungen für Arbeitsaufgaben unter www.sp-dozenten.de.

Dozenten finden Zusatzinformationen zum Buch (z. B. PowerPoint-Folien) unter www.sp-dozenten.de.

Symbole

SymbolBedeutungKapitel*Auslandsgröße1Ainländische Absorption3amarginale Absorptionsquote3Binländische Anleihen7BPSaldo der Zahlungsbilanz4CKonsum2cmarginale Konsumquote2COptionspreis (Preis einer Call-Währungsoption)11Caautonomer Konsum2dDifferentialoperator2Dinländische Wertpapiere (Anleihen) der Zentralbank4EErwartungswert (Et – rationale Erwartungen)7eEulersche Zahl11EXExporte2EXVVolumen der einheimischen Exporte3FTerminkurs/ausländische Anleihen, die von Inländern gehalten werden1/7FuFundamentalfaktor8GStaatsausgaben2HBHandelsbilanzsaldo7iNominalzinssatz1IInvestitionen2IMImporte2immarginale Importquote2IMaautonome Importausgaben2IMvVolumen der Importe3kKassenhaltungskoeffizient4KBKapitalbilanzsaldo10KEXKapitalexporte5KIMKapitalimporte5LGeldnachfrage (real)5LBLeistungsbilanzsaldo2Minländische Geldbasis4MdGeldnachfrage (nominal)4MsGeldangebot1PPreisindex inländischer Güter1Piaggregiertes Preisniveau (gewichteter Durchschnitt aus inländischem und ausländischem Preisniveau)9πInflationsrate7QOutput pro Arbeiter6RDevisenreserven der Zentralbank4RPRisikoprämie auf inländische Anleihen7Snominaler Wechselkurs (Preisnotierung); Kassakurs1Seffnominaler effektiver Wechselkurs1Srrealer Wechselkurs1TSteuern2tmarginaler Steuersatz2uSchock (transitorisch)9UNutzenniveau12WVermögensbestand des privaten Sektors7wLohnsatz (nominal)9wj,tHandelsgewicht (Handelsanteil) einer Volkswirtschaft gegenüber einer anderen1XAusübungspreis einer Option11YEinkommen, gesamtwirtschaftliche Produktion2Ydgesamtwirtschaftliche Nachfrage9Ynnatürliches Produktionsniveau9Ysgesamtwirtschaftliches Angebot9Yvverfügbares Einkommen2ŻAbleitung von Z nach der Zeit7Z Ì…Variable Z ist exogen gegeben7z(natürlicher) Logarithmus der Variable Z8[4-5]

Kästen

Aus der Praxis

ThemaKapitel„Bullen“ und „Bären“ am Devisenmarkt1.2Bid-offer-Spreads am Devisenmarkt und der Handel zwischen Banken1.2Die Wechselkurspolitik der People’s Bank of China1.5Leistungsbilanzen und Verschuldung2.6Die Entwicklung der deutschen Leistungsbilanz2.7Der Big-Mac-Index6.3Frankenschock und Brexit8.4Umfragedaten und Wechselkurserwartungen8.6Die Entwicklung des Goldpreises10.2Currency Boards und Dollarisierung10.8

Aus der Wissenschaft

ThemaKapitelDas Dreieck der internationalen Finanzmarktarchitektur („Impossible Trinity“)5.6Ungedeckte Zinsparität und Wechselkurserwartungen6.5Einheitswurzeltests und der reale Wechselkurs8.4Der „Scapegoat“- oder „Sündenbock“-Ansatz8.7

Einleitung

„Drei Dinge können den Menschen in den Wahnsinn treiben: die Liebe, der Ehrgeiz und die Beschäftigung mit Währungsfragen.“ Dieses Statement stammt von einem Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung im Anschluss an eine Tagung des Internationalen Währungsfonds im Jahr 1972. Mit dem kurz darauf folgenden Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems im März 1973 ging ein bedeutendes Kapitel der Weltwährungsgeschichte zu Ende. Der Dollar verlor seine Funktion als Leitwährung, und die Wechselkurse zwischen den weltweit wichtigsten Währungen wurden freigegeben. Entgegen den ursprünglichen Erwartungen stellten flexible Wechselkurse zwischen den wichtigsten Industrienationen keine Übergangslösung dar; sie haben sich vielmehr dauerhaft etabliert. Insbesondere beim Dollarkurs sind seit 1973 starke nominale und reale Schwankungen aufgetreten. Erklärung und Prognose dieser Schwankungen stellen Ökonomen, Politiker und Praktiker vor immer größer werdende Herausforderungen. Der explosionsartige Anstieg der täglichen Umsätze an den globalen Devisenmärkten auf aktuell etwa 6,5 Billionen Dollar verdeutlicht die Rolle der Devisenmärkte als Zentrum der globalen Finanzmärkte und spiegelt letztlich deren zunehmende Komplexität und Bedeutung wider.[6]

Die Frage, ob feste oder flexible Wechselkurse vorzuziehen sind, hat nicht zuletzt im Rahmen der europäischen Währungsintegration für kontroverse Diskussionen gesorgt. Dies ist wenig verwunderlich, wenn man in Betracht zieht, welche weitreichenden Implikationen die Wahl eines bestimmten Wechselkurssystems für die Ausgestaltung der Wirtschaftspolitik hat. So schränkt die Entscheidung für feste Wechselkurse in der Regel die Autonomie der Geldpolitik ein, kann jedoch gleichzeitig zu einem Import von Glaubwürdigkeit und Stabilität führen. Auch der internationale Güterhandel wird entscheidend von Wechselkursen beeinflusst. Die anhaltende Debatte um persistente Leistungsbilanzüberschüsse oder -defizite ist eng mit Währungsfragen verknüpft.

Das Lehrbuch widmet sich vor diesem Hintergrund drei zentralen Themenbereichen:

Die theoretische und empirische Betrachtung von Wechselkursdynamiken.

Die Analyse von Zahlungsbilanzdynamiken, die sowohl den Güter- als auch den Kapitalverkehr einer Volkswirtschaft widerspiegeln.[7]

Eine kritische Betrachtung der historischen und gegenwärtigen Entwicklung des internationalen Währungssystems.

Bei vielen der diskutierten Fragen fällt es oftmals schwer, bestimmte Entwicklungen in einen kausalen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang mit theoretischen Überlegungen zu bringen. Dennoch kann auf die im Rahmen dieses Buches behandelten theoretischen Ansätze nicht verzichtet werden, da sie wichtige Zusammenhänge verdeutlichen und zu einem grundsätzlichen Verständnis beitragen.

Aufbau des Buches

Kapitel 1 liefert eine Einführung in die Charakteristika und grundlegende Dynamik der Devisenmärkte. Hierbei ist insbesondere die Abgrenzung verschiedener Wechselkursdefinitionen von großer Bedeutung. Die Bestimmung des nominalen Wechselkurses wird hierbei einleitend als Zusammenspiel von Devisenangebot und Devisennachfrage dargestellt. Hierauf aufbauend befasst sich Kapitel 2 im Rahmen der Zahlungsbilanzanalyse mit verschiedenen Transaktionen, die Devisenangebot und Devisennachfrage beeinflussen. Im Mittelpunkt steht dabei die Unterscheidung sowie das Zusammenspiel von Leistungsbilanz- und Kapitalbilanzdynamiken. Für den weiteren Verlauf des Buches sind darüber hinaus die Implikationen verschiedener Wechselkursregime für die Mechanismen des Zahlungsbilanzausgleichs von Bedeutung. Vor diesem Hintergrund werden auch die persistenten Leistungsbilanzungleichgewichte, welche auch als globale Ungleichgewichte bezeichnet werden, beleuchtet und diskutiert. Die beiden folgenden Kapitel befassen sich mit verschiedenen Ansätzen zur Erklärung von Kapital- und Leistungsbilanzdynamik. Kapitel 3 widmet sich dem Elastizitäts- und Absorptionsansatz, während Kapitel 4 mit dem monetären Ansatz der Zahlungsbilanz einen alternativen Blickwinkel liefert, dem auch im Rahmen des in Kapitel 7 betrachteten monetären Wechselkursmodells eine große Bedeutung zukommt. Kapitel 5 thematisiert anschließend grundlegende Fragen der makroökonomischen Politikgestaltung in einer offenen Volkswirtschaft. Zur Klärung der Frage, durch welche Wirkungskanäle geld- und fiskalpolitikpolitische Maßnahmen in der kurzen und mittleren Frist im Zusammenspiel mit Wechselkursen makroökonomische Größen beeinflussen, wird das Mundell-Fleming-Modell herangezogen. Im Rahmen dieser Analyse wird auch die Notwendigkeit einer Unterscheidung zwischen festen und flexiblen Wechselkursen sichtbar.[8]

Der zweite Teil des Buches befasst sich mit der theoretischen und empirischen Analyse von Wechselkursen. Kapitel 6 betrachtet mit der Kaufkraft- und Zinsparität zwei zentrale Bausteine zum theoretischen Verständnis von Wechselkursen. Während die Kaufkraftparität als ältester Ansatz tendenziell auf die Erklärung langfristiger Wechselkursdynamiken ausgerichtet ist, hat die Zinsparität die Erklärung kurz- und mittelfristiger Kapitalströme zum Ziel. Auch Schwächen der beiden behandelten Ansätze werden beleuchtet und diskutiert.

Hierauf aufbauend befasst sich Kapitel 7 mit verschiedenen Modellen zur Erklärung von Wechselkursen. Kaufkraft- und Zinsparität dienen hierbei im Rahmen von fundamentalen Wechselkursmodellen oftmals als Ausgangsgleichgewicht der betreffenden Modelle. Es werden jedoch auch Ansätze betrachtet, die einen alternativen Weg zur Erklärung von Wechselkursdynamiken beschreiten und beispielsweise die Erwartungsbildung auf den Devisenmärkten explizit berücksichtigen. Kapitel 8 befasst sich mit Ansätzen zur empirischen Analyse von Wechselkursverläufen. Die Betrachtung der zusammengefassten empirischen Evidenz verdeutlicht die erhebliche Diskrepanz zwischen theoretischen Analysen und empirischen Resultaten. Insbesondere wird deutlich, dass Wechselkurse und Fundamentalfaktoren langfristig miteinander verknüpft sind. Verlässliche kurzfristige Prognosen hinsichtlich zukünftiger Wechselkurse sind jedoch kaum möglich. Dieses Kapitel ist insbesondere für Masterstudenten geeignet, da zentrale Merkmale einiger empirischer Verfahren wie Kointegrationsanalysen und nichtlineare Modelle erläutert werden. Abschließend veranschaulicht Kapitel 9 grundlegende Unterschiede und Implikationen von Regimen fester und flexibler Wechselkurse.[9]

Der dritte Teil des Buches befasst sich mit der historischen Entwicklung und den Perspektiven des internationalen Währungssystems. Kapitel 10 fasst dessen Geschichte und zentrale Ereignisse seit dem klassischen Goldstandard zusammen. In Kapitel 11 stehen derivative Finanzinstrumente wie Futures, Optionen und Swaps im Fokus. Diese sind insbesondere im Rahmen der praktischen Risikoanalyse von großer Bedeutung. Kapitel 12 liefert einen kurzen Abriss der internationalen makroökonomischen Politikkoordination aus einer spieltheoretischen Perspektive. Im Zentrum steht die Frage, warum und wie geld- oder fiskalpolitische Maßnahmen zwischen Volkswirtschaften koordiniert werden können und welche Probleme hierbei auftreten. Diese Koordination spielt im wirtschaftlichen Integrationsprozess eine große Rolle. Kapitel 13 setzt sich anschließend im Detail mit dem wirtschaftlichen Integrationsprozess in Europa auseinander. Neben der Betrachtung früherer Bemühungen um feste Wechselkurse stehen hierbei insbesondere die Einführung des Euros sowie die jüngeren ökonomischen Turbulenzen innerhalb Europas im Vordergrund. Die beiden letzten Kapitel des Buches tragen dem Umstand Rechnung, dass Währungs- und Finanzkrisen die Entwicklung von Volkswirtschaften begleiten. In Kapitel 14 werden verschiedene Ansätze zur Erklärung von Währungskrisen erläutert und evaluiert. Hierbei liegt der Fokus auf der Finanzkrise in Ostasien als exemplarischem Beispiel für viele Währungs- und Finanzkrisen. Abschließend wird in Kapitel 15 die jüngste Finanzkrise näher betrachtet. Einleitend erfolgt hierbei eine allgemeine Definition verschiedener Wirtschafts- und Finanzkrisen sowie eine Betrachtung der verschiedenen Verläufe. Anschließend folgt eine Betrachtung von innovativen Finanzprodukten, die eine zentrale Rolle im Zuge der US-Subprime-Krise gespielt haben. Abschließend werden mögliche Ursachen der jüngsten Krise sowie die resultierenden Politikmaßnahmen erörtert.[10-11]

Einsatz in der Lehre

Die Struktur des Buches bietet verschiedene Möglichkeiten des konzeptionellen Einsatzes in der Lehre. Eine einführende Veranstaltung im Bereich Monetäre Außenwirtschaft kann beispielsweise auf die Kapitel 1 und 2 zurückgreifen. Das in Kapitel 5 behandelte Mundell-Fleming-Modell ist gut geeignet, um die grundsätzlichen Gestaltungsmöglichkeiten der Wirtschaftspolitik in einer offenen Volkswirtschaft zu illustrieren. Die Kapitel 6 bis 8 liefern anschließend die theoretische und empirische Analyse von Wechselkursdynamiken und verdeutlichen die hiermit verbundenen Probleme.

Eine vertiefende Veranstaltung zu Finanz- und Devisenmärkten könnte demgegenüber ein stärkeres Gewicht auf die in Kapitel 8 diskutierten empirischen Ansätze zur Analyse von Wechselkursen legen und darüber hinaus auch die in Kapitel 12 behandelten komplexen Finanzinstrumente sowie die Analyse von Währungskrisen in Kapitel 14 mit einbeziehen. Das ergänzend zur Verfügung gestellte Material ermöglicht in diesem Zusammenhang die Implementierung eigenständiger empirischer Analysen. Dies ist essenziell für sämtliche Studierende, die eine empirisch ausgerichtete Abschlussarbeit verfassen und/oder eine Tätigkeit im Finanzmarktbereich anstreben.

Für eine Veranstaltung zur internationalen Währungspolitik bieten sich ebenfalls vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten. Die Kapitel 10 und 12 zum internationalen Währungssystem und zur europäischen Integration verdeutlichen sowohl historische Entwicklungen als auch aktuelle Herausforderungen an die Währungs- und Wirtschaftspolitik. Im Kapitel 15 wird der Blickwinkel um die jüngeren Entwicklungen im Rahmen der aktuellen Finanzkrise ergänzt.[12]