Arbeitszeugnisse - Anne Backer - ebook

Arbeitszeugnisse ebook

Anne Backer

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Opis

Arbeitszeugnisse sind die Visitenkarte für Ihre Bewerbung bei einem neuen Arbeitgeber. Daher ist es wichtig, ein erhaltenes Zeugnis nicht nur genau zu prüfen, sondern auch, falls nötig, eine Berichtigung einzufordern. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihr Arbeitszeugnis richtig deuten können und wie Sie am besten vorgehen, wenn es Probleme gibt. Inhalte: - Wie ein korrektes Arbeitszeugnis aussehen muss - Beurteilungen richtig deuten - was sich hinter den freundlichen Formulierungen verbirgt - Faule Tricks entlarven - unerlaubte Informationen und Geheimzeichen erkennen - Wie Sie den Zeugniscode knacken und Ihre Noten ermitteln - Wie Sie sich wehren können - alle rechtlichen Grundlagen für Ihr Arbeitszeugnis - Mit zahlreichen Zeugnismustern 

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Inhaltsverzeichnis

Hinweis zum UrheberrechtImpressumVorwortDas Arbeitszeugnis – die Eintrittskarte für Ihre KarriereWeshalb ist Ihr Arbeitszeugnis so wichtig?Der halbe Weg zum BewerbungsgesprächJe höherrangig die Stelle, desto wichtiger das ArbeitszeugnisWelche Arten von Arbeitszeugnissen gibt es?Die Zeugnissprache will gelernt seinDas „wohlwollende“ Zeugnis und die ZeugniswahrheitEs kommt auf die Formulierung anSchon der äußere Eindruck zähltAchten Sie auf den GesamteindruckWie Sie Ihr Zeugnis richtig prüfenWorauf es beim einfachen Arbeitszeugnis ankommtWelche Nachteile hat ein einfaches Arbeitszeugnis?Worauf müssen Sie achten?Das qualifizierte Zeugnis – die Beurteilung macht’sSo ist Ihr Zeugnis richtig aufgebautWorauf Sie im Einzelnen achten müssenBesonderheiten beim Zeugnis für FührungskräfteDie FührungsleistungWas Sie beim Zwischenzeugnis beachten müssenWas ins Ausbildungszeugnis gehörtDas Praktikums-, Ferien- und NebenjobzeugnisWas nicht im Zeugnis stehen darfGeheimcode und Geheimzeichen in ZeugnissenGeheimcodeGeheimzeichenRechtliche Grundlagen für das ZeugnisDie meistgestellten FragenWer hat Anspruch auf ein Zeugnis?Wann haben Sie Anspruch auf ein Zeugnis?Welche Termine Sie beachten müssenWas tun, wenn es Probleme mit dem Zeugnis gibt?Was Sie beim Arbeitsgericht erreichen könnenWas vor dem Arbeitsgericht vor sich gehtWie Sie einen arbeitsrechtlich versierten Anwalt findenAnhangDas Arbeitszeugnis und seine NotenZeugnismusterDie Paragrafen im Streit ums ZeugnisLiteraturDie AutorinWeitere LiteraturStichwortverzeichnisArbeitshilfen online
[1]

Hinweis zum Urheberrecht

Haufe-Lexware GmbH & Co. KG, Freiburg

Impressum

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.

Print:ISBN: 978-3-648-12320-1Bestell-Nr.: 00665-0008ePUB:ISBN: 978-3-648-12321-8Bestell-Nr.: 00665-0103ePDF:ISBN: 978-3-648-12322-5Bestell-Nr.: 00665-0153

Anne BackerArbeitszeugnisse – Entschlüsseln und mitgestalten8. Auflage 2019

© 2019, Haufe-Lexware GmbH & Co. KG, Munzinger Straße 9, 79111 FreiburgRedaktionsanschrift: Fraunhoferstraße 5, 82152 Planegg/MünchenInternet: www.haufe.deE-Mail: [email protected]: Jürgen Fischer

Redaktion: Jürgen FischerRedaktionsassistenz: Christine RüberUmschlag: Simone Kienle, StuttgartUmschlaggestaltung: RED GmbH, KraillingCartoons: Baaske Cartoons, 79379 Müllheim: Martin Guhl, Hennes Morris,Karl Gerd StriepeckeSatz: Reemers Publishing Services GmbH, Krefeld

Alle Angaben/Daten nach bestem Wissen, jedoch ohne Gewähr für Vollständigkeit und Richtigkeit.

Alle Rechte, auch die des auszugsweisen Nachdrucks, der fotomechanischen Wiedergabe (einschließlich Mikrokopie) sowie der Auswertung durch Datenbanken oder ähnliche Einrichtungen, vorbehalten.

Vorwort

Ein Arbeitszeugnis hat eine immense Bedeutung für Ihre berufliche Entwicklung. Es ist sozusagen die Visitenkarte für Ihre Bewerbung bei einem neuen Arbeitgeber.

Schlampig geschriebene oder falsch formulierte Arbeitszeugnisse können Ihre berufliche Entwicklung daher äußerst negativ beeinflussen. Fehlende oder negative Zeugnisse sind zwar in der Regel nicht karrierebeendend, wohl aber karrierehemmend. Das bedeutet, dass Sie ein erhaltenes Arbeitszeugnis sofort prüfen und, falls notwendig, unverzüglich seine Berichtigung oder Verbesserung verlangen sollten.[2]

Dieser TaschenGuide bietet Ihnen eine praktische Hilfestellung bei der Analyse Ihres Arbeitszeugnisses. Sie finden eine Antwort auf alle wichtigen Fragen und erfahren, wie Sie Ihr Arbeitszeugnis richtig deuten und wie Sie am besten vorgehen, wenn es Probleme gibt

Anne Backer

Das Arbeitszeugnis – die Eintrittskarte für Ihre Karriere

Gute Zeugnisse sind die halbe Miete für Ihr Bewerbungsgespräch. Dabei kommt es auf die richtigen Formulierungen, aber auch den äußeren Eindruck an.

In diesem Kapitel erfahren Sie,

warum Arbeitszeugnisse wichtig sind,

mit welchen Codes die Zeugnissprache arbeitet und

auf welche formalen Gesichtspunkte Sie achten müssen.

Weshalb ist Ihr Arbeitszeugnis so wichtig?

Der halbe Weg zum Bewerbungsgespräch

In einer Zeit hoher Arbeitslosigkeit liegen manchmal zwischen 100 und 200 Bewerbungen auf eine Stelle im Auswahlverfahren vor. Wenn Sie heute die Stelle wechseln wollen, brauchen Sie ein gutes Arbeitszeugnis. Es ist für Sie

ein zentraler Bestandteil Ihrer Bewerbungsunterlagen,

der Nachweis über die Art und Dauer Ihrer Tätigkeit,

die Beurteilung Ihrer Tätigkeit und Ihrer Persönlichkeit und somit

eine wichtige Unterlage für Ihr persönliches Weiterkommen.[3]

Die Personalchefs müssen sich, besonders wenn sehr viele Bewerbungen vorliegen, schnell ein Bild von den Bewerbern machen. Das Arbeitszeugnis ist für Ihren neuen Arbeitgeber eine wichtige Grundlage, mit der er sich eine Meinung über Sie bilden kann. Der potenzielle Arbeitgeber kennt Sie in der Regel nicht persönlich und muss versuchen, sich anhand Ihrer Bewerbungsunterlagen darüber klar zu werden, ob Sie der geeignete neue Mitarbeiter sind. In Ihren Arbeitszeugnissen findet er Angaben darüber, was Sie auf Ihrer letzten und in früheren Arbeitsstellen geleistet haben, welche Tätigkeiten Sie verrichtet haben und- im qualifizierten Arbeitszeugnis – wie Ihr früherer Arbeitgeber Ihre Leistungen und Ihr Verhalten beurteilt.

Wie Sie sich vorstellen können, kommt also dem Arbeitszeugnis – neben Anschreiben und Lebenslauf – ein hoher Stellenwert als Informationsquelle für die Auswahl des geeigneten Bewerbers zu. Häufig können hier schon ganz bestimmte Formulierungen an entscheidenden Stellen des Zeugnisses die Entscheidung beeinflussen. Sind in einem Arbeitszeugnis etwa bestimmte Warnhinweise enthalten, wird dies ein geschulter Personalverantwortlicher schnell erkennen und entsprechend beurteilen – und der Bewerber fliegt schon bei der Vorauswahl aus dem Rennen.

Hoffen Sie nicht darauf, dass Negativpunkte in Ihrem Zeugnis keinem auffallen. Prüfen Sie nach Erhalt Ihres Arbeitszeugnisses dieses umgehend und gehen Sie rechtzeitig gegen unrichtige Bewertungen vor. Schon eine kritische Andeutung in Ihrem Arbeitszeugnis kann Ihre Bewerbungschancen drastisch senken. Auch die jährlich steigenden Zeugnisklagen vor den Arbeitsgerichten bestätigen die zunehmende Bedeutung des Arbeitszeugnisses.[4]

Je höherrangig die Stelle, desto wichtiger das Arbeitszeugnis

Je länger Sie als Arbeitnehmer im Berufsleben stehen, desto mehr treten Ihre Schul- und Ausbildungszeugnisse in den Hintergrund und umso wichtiger werden Ihre Arbeitszeugnisse. Hervorragende Abschlussnoten können also ein ungünstiges Zeugnis von Ihrem letzten Arbeitgeber nicht unbedingt ausgleichen.

Die Bedeutung, die einem Arbeitszeugnis zukommt, ist außerdem umso größer, je höherrangig die zu besetzende Stelle ist.

Das letzte Zeugnis ist sicher das wichtigste für Ihre Bewerbung; dennoch verlieren frühere Arbeitszeugnisse dadurch keineswegs ihre Bedeutung. Wenn Ihnen aufgrund Ihrer längeren Berufsausübung bereits mehrere Zeugnisse vorliegen, dann können – falls ein Ausrutscher beim Berufseinstieg vorliegt – später erteilte gute Arbeitszeugnisse eine negative Beurteilung zwar tendenziell relativieren. Ganz aus der Welt ist das negative Zeugnis jedoch auf gar keinen Fall.

Welche Arten von Arbeitszeugnissen gibt es?

Wie oben schon angedeutet, gibt es zwei Zeugnisarten: das einfache und das qualifizierte Arbeitszeugnis. Auch das Zwischenzeugnis und das Ausbildungszeugnis fallen unter den Begriff des Arbeitszeugnisses.

Beim einfachen Zeugnis werden nur die Art und die Dauer des Beschäftigungsverhältnisses bestätigt.[5]

Das qualifizierte Zeugnis enthält zusätzlich zu den Angaben über die Art und Dauer eine Beurteilung der Arbeitsleistung und des Verhaltens während des Beschäftigungsverhältnisses. Wie Sie sich vorstellen können, ist es diese Beurteilung, die einen neuen Arbeitgeber besonders interessiert. Da er Sie nicht kennt, versucht er sich auch durch die Analyse Ihres qualifizierten Zeugnisses ein Bild von Ihren Leistungen und Ihrem Arbeitsverhalten zu verschaffen.

Wenn Sie nur ein einfaches Zeugnis vorlegen, kommt das normalerweise nicht gut an. Der neue Arbeitgeber vermutet dann in der Regel, Ihr qualifiziertes Zeugnis sei so schlecht, dass Sie allen Grund haben, es besser nicht vorzulegen. Entsprechend seiner herausragenden Bedeutung steht das qualifizierte Zeugnis im Mittelpunkt dieses TaschenGuides.

Das Zwischenzeugnis entspricht vom Inhalt her dem Endzeugnis mit dem Unterschied, dass das Beschäftigungsverhältnis noch fortbesteht.

Vom Arbeitszeugnis zu unterscheiden ist die für das Arbeitsamt ausgestellte Arbeitsbescheinigung. Diese Arbeitsbescheinigung ist kein Arbeitszeugnis.

Die Zeugnissprache will gelernt sein

Wenn Sie Ihr (qualifiziertes) Arbeitszeugnis unbefangen lesen, werden Sie auf den ersten Blick fast immer glauben, dass alles doch recht positiv klingt. Doch Vorsicht! Oft sind hinter vielen Formulierungen, die so positiv scheinen, außerordentlich negative Aussagen versteckt. Denn die Zeugnissprache verfügt über einen ganz eigenen Code. Dies bedeutet, dass viele Formulierungen nicht wörtlich zu verstehen sind, sondern eine ganz spezielle Bedeutung haben. Die Grundzüge dieser Zeugnissprache sollten Sie kennen, damit Sie Ihr Zeugnis richtig lesen und beurteilen und Ihren Arbeitgeber auf nachteilige oder falsche Formulierungen hinweisen können.[6]

Praxis-Beispiel

Ein Arbeitgeber stellt seinem Mitarbeiter ein seiner Ansicht nach hervorragendes Zeugnis aus. Der Mitarbeiter jedoch ist überhaupt nicht zufrieden – und er hat allen Grund sich aufzuregen: Denn der Arbeitgeber hat von der Erstellung eines Arbeitszeugnisses keine Ahnung, er hat einfach munter drauflos geschrieben. Ohne es zu wissen und zu wollen, hat er ein sehr schlechtes Zeugnis ausgestellt, da er wichtige Aussagen weggelassen und Formulierungen verwendet hat, die ein Kenner der Materie negativ deutet.

Das „wohlwollende“ Zeugnis und die Zeugniswahrheit

Bei der Formulierung eines Arbeitszeugnisses hat der ausstellende Arbeitgeber einen Beurteilungsspielraum. Dieser Spielraum ist bei der Beschreibung der Tätigkeit weniger groß als bei der Beurteilung der Leistungen und des Verhaltens des Arbeitnehmers. Nach der Rechtsprechung ist der Arbeitgeber bei der Ausstellung eines Arbeitszeugnisses verpflichtet, ein

wahres und

gleichzeitig wohlwollendes Zeugnis

auszustellen, welches die weitere berufliche Entwicklung des Arbeitnehmers nicht unnötig erschwert.

Das ausgestellte Zeugnis muss also zunächst einmal sachlich richtig sein. Der Arbeitgeber muss Ihre Leistungen objektiv beurteilen und darf keine überzogenen Erwartungen als Maßstab anlegen. Einmalige negative Vorkommnisse darf er nicht überbewerten.[7]

Das Zeugnis soll jedoch auch wohlwollend sein. Das kann natürlich zu einem Konflikt mit dem Anspruch der Wahrheit führen. Aber letztendlich hat das Gebot der Wahrheit hier den Vorrang. Wird ein nachfolgender Arbeitgeber dadurch geschädigt, dass der Arbeitgeber ein unrichtiges Zeugnis ausgestellt hat, kann dies dazu führen, dass der bisherige Arbeitgeber dem neuen Arbeitgeber den entstandenen Schaden ersetzen muss.

Praxis-Beispiel

Kritisch wäre etwa, wenn ein Buchhalter in einem großen Umfang Unterschlagungen begangen hat, im Zeugnis aber als ehrlicher und zuverlässiger Mitarbeiter beurteilt wird. Bekommt dieser Buchhalter aufgrund dieses tadellosen Zeugnisses wieder eine Stelle als Buchhalter und unterschlägt er auch hier wieder Gelder, so kann der nachfolgende Arbeitgeber vom Zeugnisersteller unter Umständen den Ersatz des entstandenen Schadens verlangen.

Es kommt auf die Formulierung an

Dass das Zeugnis wahr und wohlwollend sein soll, hat nun dazu geführt, dass Arbeitszeugnisse normalerweise nur noch positiv formuliert sind und Negatives unerwähnt bleibt. Damit alles positiv klingt, hat sich auch eine Art Geheimsprache entwickelt, die kundige Personalverantwortliche aber durchaus zu deuten wissen. Mithilfe verschiedener Formulierungstechniken, wie z. B. der Leerstellen-, der Reihenfolge- oder der Ausweichtechnik, werden negative Formulierungen vermieden, aber trotzdem eine negative Beurteilung erteilt.[8]

So wird mit der Reihenfolgentechnik eine Abwertung dadurch vorgenommen, dass unwichtige Aussagen vor wichtige Aussagen gesetzt werden. Wenn zum Beispiel ein Arbeitgeber in der Verhaltensbeurteilung schreibt: „Sein Verhalten zu Arbeitskollegen, Vorgesetzten und Mitarbeitern war vorbildlich“, dann teilt er mit, dass es Probleme mit dem Vorgesetzten gab. Hätte er den Vorgesetzten zuerst genannt, dann wäre alles in Ordnung gewesen. Dass die richtige Deutung eines Arbeitszeugnisses dadurch manchmal etwas schwierig gerät, können Sie sich sicher vorstellen. Weiter unten werden Sie mehr zu diesen Techniken erfahren.

Schon der äußere Eindruck zählt

Wenn Sie Ihr Arbeitszeugnis prüfen, müssen Sie auf eine ganze Menge inhaltlicher Punkte achten: nicht nur darauf, dass es

wahr und

wohlwollend ist,

sondern auch, dass

Ihr Arbeitszeugnis vollständig ist, also zu allen wichtigen Beurteilungspunkten auch Aussagen gemacht werden,

Ihr Arbeitszeugnis keine Geheimzeichen enthält

und Ihr Arbeitszeugnis richtig aufgebaut ist.

Diese inhaltliche Prüfung ist natürlich sehr wichtig. Doch beginnen Sie bei der Prüfung am besten zunächst mit der Frage nach dem Gesamteindruck. Beurteilen Sie Ihr Arbeitszeugnis also nicht nur aufgrund einzelner Aussagen oder der Beurteilung Ihrer Leistungen und Ihres persönlichen Verhaltens. Sehen Sie es in seiner Gesamtheit.

Achten Sie auf den Gesamteindruck

Wenn Sie Ihr Zeugnis vor sich liegen haben und es anschauen, wie wirkt es auf Sie? Welchen ersten Eindruck macht es?[9]

Ein mit Schreibfehlern übersätes oder optisch sehr schlecht gestaltetes Zeugnis legt den Schluss nahe, dass Sie von Ihrem Arbeitgeber so gering geschätzt werden, dass er sich nicht einmal bemüht, Ihnen ein orthografisch fehlerfreies Zeugnis zu erstellen.

Wichtig