Wolfgang Amadeus Junior: - Ludwig Laher - ebook

Wolfgang Amadeus Junior: ebook

Ludwig Laher

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Opis

Selbst erklärte Musikfreunde verbinden mit dem Namen Wolfgang Amadeus Mozart ausschließlich den Vater. Dabei war auch einer der Söhne Mozarts ein bedeutender Komponist und zu seiner Zeit als Klaviervirtuose angesehen. Stets mit dem "großen Mozart" verglichen, gab Wolfgang Amadeus junior, der nach der Geburt den Namen Franz Xaver erhalten hatte, zur Erinnerung an seinen früh verstorbenen Vater von Mutter Konstanze jedoch offiziell "umgetauft" worden war, sowohl seine Konzerttätigkeit als auch den Versuch auf, als Komponist zu reüssieren. Er verließ Wien und wurde zum "polnischen Mozart". Heute kennt man seine Musik (in geringen Teilen) vor allem in Japan, dort wurden einige CDs produziert. In Europa ist W. A. Mozart Sohn so gut wie vergessen, obwohl seine Kammermusik, seine Symphonien, seine Klavierwerke und Lieder von hoher Qualität und stilistisch alles andere als epigonal sind.

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Laher: Mozart Sohn sein

Ludwig Laher

Wolfgang Amadeus junior:Mozart Sohn sein

Für L. und L.

© 1999

HAYMON verlagInnsbruckwww.haymonverlag.at

ISBN 978-3-7099-7698-2

Umschlag: Benno Peter unter Verwendung des 1825 von Karl GottliebSchweickart geschaffenen Porträts von W.A. Mozart SohnSatz und Gestaltung: Haymon-Verlag

Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form(Druck, Fotokopie, Mikrofilm oder in einem anderen Verfahren) ohneschriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unterVerwendung elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfältigt oderverbreitet werden.

Abhängig vom eingesetzten Lesegerät kann es zu unterschiedlichenDarstellungen des vom Verlag freigegebenen Textes kommen.

Dieses Buch erhalten Sie auch in gedruckter Form mit hochwertigerAusstattung in Ihrer Buchhandlung oder direkt unterwww.haymonverlag.at.

AM GRABE MOZARTS, DES SOHNES.

So bist du endlich hingegangen,

Wohin der Geist dich ewig zog,

Und hältst den Großen dort umfangen,

Der adlergleich zur Sonne flog.

Daß keiner doch dein Wirken messe,

Der nicht der Sehnsucht Stachel kennt.

Du warst die trauernde Zypresse

An deines Vaters Monument.

Wovon so viele einzig leben,

Was Stolz und Wahn so gerne hört,

Des Vaters Name war es eben,

Was deiner Tatkraft Keim zerstört.

Begabt, um höher aufzuragen,

Hielt ein Gedanke deinen Flug;

„Was würde wohl mein Vater sagen?“

War, dich zu hemmen, schon genug.

Und war’s zu schaffen dir gelungen,

Was manchen andern hoch geehrt,

Du selbst verwarfst es, kaum gesungen,

Als nicht des Namens Mozart wert.

Nun öffnen sich dem guten Sohne

Des großen Vaters Arme weit,

Er gibt, der Kindestreu’ zum Lohne,

Ein Teilchen dir Unsterblichkeit.

Der Name, dir ein Schmerzgenosse,

Er wandelt sich von heut’ in Glück;

Tönt doch von Salzburgs Erzkolosse

Ein Echo auch für dich zurück.

Wenn dort die Menge sich versammelt,

Ehrfürchtig Schweigen alle bannt,

Wer dann den Namen Mozart stammelt,

Hat ja den deinen auch genannt.

Franz Grillparzer

Vorspiel

Nikolaus hätte ich heißen sollen, außer ich wäre ein Mädchen geworden.

Auf den sechsten Dezember war meine Geburt festgesetzt. Am siebten befielen meine Eltern Zweifel, ob dieser Name noch Sinn mache. Immerhin war ich noch immer nicht da. Am achten hofften sie auf ein Mädchen, am zehnten waren sie sich dessen sicher, gefühlsmäßig. Sie hatten ja keinen tauglichen Namen mehr für ein männliches Kind. Am elften war ich endlich soweit.

Jetzt hieß es handeln. Warum nennen wir ihn nicht doch Ludwig?, habe sie schließlich in ihrer Ratlosigkeit gemeint, erzählte mir meine Mutter später. Und mein Vater Ludwig strahlte, selbst hätte er sich nämlich nicht vorzuschlagen getraut, was ihm nun in den Schoß fiel, weil ich mich verspätet hatte: die erträumte Namensgleichheit.

Man kannte ihn. Er stand in der Öffentlichkeit. Mit seinen Orden spielte ich nach seinem Tod. Der kam früh und ich, ein Kind von sechs Jahren, war der Mann im Haus. Übernahm, kaum der Volksschule entwachsen, den Schriftverkehr mit Ämtern und Behörden, war mehr als nur der ältere Bruder für meine Schwester. Stand oft am Fuß des Grabes, auf dem auch mein Name stand. Steckte in den umgearbeiteten grauen und schwarzen Anzügen des Vaters. Wollte ich auch in seine Fußstapfen treten? Das fragte mich niemand außer ich.

Mein Freund hieß ebenfalls wie sein Vater. Der aber lebte noch damals. Seine Schulzeit hatte Franz im Stiftsinternat verbracht, und nun, zu Studienbeginn, steckte plötzlich ein geheimnisvolles H. zwischen Vor- und Nachname, nicht gedeckt durch den Taufschein. Die Nachfrage ergab, nichts anderes als das Wort Herrgott verstecke sich hinter dem Kürzel. Zwei Fliegen mit einer Klappe also, dachte ich und konnte Franz nur zu gut verstehen. Lange lebte auch sein Vater nicht mehr, und bald darauf verschwand auch das H. wieder.

Nur aus seiner Unterschrift ließ es sich nicht mehr tilgen.

Jedenfalls habe ich mein Mozartbuch niemals alsBiographie empfunden, denn die Absätze bezeichnenweniger die Entwicklung des Themas als die verschiedenenSichten auf ein nicht erschöpfbares Phänomen.

Wolfgang Hildesheimer

Vielleicht ist Wolfgang Amadeus Mozart auch noch nicht ganz tot, als sein Schüler am Abend gegen neun den vergilbten Körper mühselig aus dem Bett zerrt und vorsichtig auf den Fußboden legt. Viel steht auf dem Spiel für den jungen Mann. Trifft der Wundarzt oder gar jemand vom Hotelpersonal den verstorbenen Komponisten im Bett an, muß es bezahlt werden. Streng sind die Bräuche, und Ernst Pauer hat nicht genug Geld.

Ein paar Monate früher fühlt sich der großherzoglich badische Münzmeister bemüßigt, zur Ehre des Vaters eine Medaille zu schaffen. Für ihren Erhalt bedankt sich der Sohn artig. Darin hat er Routine, seit Jahren schon wendet er einen Gutteil seiner Zeit auf, Auskünfte über den Vater zu erteilen und sich für allerlei Biedermeiermozartramsch zu bedanken. Auf der Devotionalie prangt, wenig überraschend, Mozarts Porträt. Ueber die Aehnlichkeit, kann ich leider aus eigener Erfahrung nicht urtheilen, da ich bey meines Vaters Tode, noch nicht fünf Monate zählte, glaube aber nach den vorhandenen Kupferstichen, daß Sie dieselbe ganz richtig aufgefaßt haben.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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