Star Trek: Der klingonische Hamlet - William Shakespeare - ebook

Star Trek: Der klingonische Hamlet ebook

William Shakespeare

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Opis

"Sie werden Shakespeare erst wirklich genießen, wenn Sie ihn im klingonischen Original lesen" KANZLER GORKON IM FILM STAR TREK VI: DAS UNENTDECKTE LAND Schon viel zu lange waren Leser überall in der Föderation der "Tragödie des Khamlet, Sohn des Herrschers von Qo'noS", dem klassischen Werk der klingonischen Literatur, nur durch dessen inadäquate und irreführende deutsche Übersetzung ausliefert. Nun endlich, dank der unermüdlichen Anstrengungen des Instituts für Klingonische Sprache, kann dieses kraftvolle Drama des legendären klingonischen Theaterschriftstellers Wil'yam Shex'pir in der Eleganz und Glorie seiner Originalsprache genossen werden. Dieser kostbare Band beinhaltet den kompletten Text des Stücks zusammen mit einer deutschen Übersetzung zum einfachen Nachschlagen und Vergleichen. In der Einleitung wird zusätzlich die gewichtige Bedeutung des Stücks innerhalb der klingonischen Kultur erklärt. Eine große Fülle an Anmerkungen illustriert zudem, wie sehr sich die schlechte, häufig sinnentstellende deutschsprachige Version vom Original unterscheidet und sogar die eigentliche Bedeutung der Verse verdreht.

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STAR TREK™

DER KLINGONISCHE

HAMLET

Klingon Language Institute

Flourtown, Pennsylvania

www.kli.org

Die deutsche Ausgabe von

STAR TREK: DER KLINGONISCHE HAMLET

wird herausgegeben von Amigo Grafik, Teinacher Straße 72, 71634 Ludwigsburg.

Herausgeber: Andreas Mergenthaler und Hardy Hellstern, verantwortlicher Redakteurund Lektorat: Markus Rohde; Lektorat: Anika Klüver und Andrea Bottlinger; Übersetzung des redaktionellen Teils:Lieven Litaer und René Ulmer; Satz: Rowan Rüster/Amigo Grafik; Cover Artwork: Martin Frei;Print-Ausgabe gedruckt von CPI Morvia Books s.r.o., CZ-69123 Pohorelice. Printed in the Czech Republic.

Titel der Originalausgabe:

STAR TREK: THE KLINGON HAMLET – THE RESTORED KLINGON VERSION

German translation copyright © 2015 by Amigo Grafik GbR.

Original English language edition copyright © 2000 by CBS Studios Inc. All rights reserved.

™ & © 2015 CBS Studios Inc. STAR TREK and related marks and logos are trademarks of CBS Studios Inc.

All Rights Reserved.

This book is published by arrangement with Pocket Books, a Division of Simon & Schuster, Inc., pursuant to an exclusive license from CBS Studios Inc.

Print ISBN 978-3-86425-442-0 (März 2015) · E-Book ISBN 978-3-86425-471-0 (März 2015)

WWW.CROSS-CULT.DE · WWW.STARTREKROMANE.DE · WWW.STARTREK.COM

Hamlet

Prinz von Dänemark

von

William Shakespeare

Wiederherstellung der klingonische Originalfassungvon Nick Nicholas und Andrew Strader

Bearbeitet von Mark Shoulsonunter Mithilfe vonWill Martin und d’Armond Speers

Ein Teil des Klingon Shakespear Restauration ProjectUnterstützt vom Klingon Language Institute

Die Übersetzer, Bearbeiter und Mitglieder des Klingonisch-Instituts (Klingon Language Institute, KLI) möchten sich bei Paramount Pictures dafür bedanken, mutig dorthin vorzudringen, wo noch nie ein Mensch zuvor gewesen ist, indem sie die Erschaffung der klingonischen Sprache in Auftrag gaben und damit etwas Unvergleichbares in Bewegung setzten, das vollkommen dem Vermächtnis von STAR TREK entspricht.

Dieses Werk ist der Erinnerung an Gene Roddenberry gewidmet. Was wir gemacht haben, hätte er vielleicht gutgeheißen oder nicht, aber wir hoffen, dass es ihm so oder so gefallen hätte.

Inhalt

VORBEMERKUNG

VORWORT

EINLEITUNG

HAMLET

Qo'noS ta'puq, Hamlet lotlut.

ERSTER AKT

LUT 'AY' WA'

ZWEITE SZENE

LUT 'AY'HOM CHA'

DRITTE SZENE

LUT 'AY'HOM WEJ

VIERTE SZENE

LUT 'AY'HOM LOS

FÜNFTE SZENE

LUT 'AY'HOM VAGH.

ZWEITER AKT

LUT 'AY' CHA'

ZWEITE SZENE

LUT 'AY'HOM CHA'

DRITTER AKT

LUT 'AY' WEJ

ZWEITE SZENE

LUT 'AY'HOM CHA'.

DRITTE SZENE

LUT 'AY'HOM WEJ

VIERTE SZENE

LUT 'AY'HOM LOS.

VIERTER AKT ERSTE SZENE.

LUT 'AY' LOS

ZWEITE SZENE

LUT 'AY'HOM CHA'.

DRITTE SZENE

LUT 'AY'HOM WEJ.

VIERTE SZENE

LUT 'AY'HOM LOS.

FÜNFTE SZENE

LUT 'AY'HOM VAGH.

SECHSTE SZENE

LUT 'AY'HOM JAV.

SIEBENTE SZENE

LUT 'AY'HOM SOCH.

FÜNFTER AKT

LUT 'AY' VAGH

ZWEITE SZENE

LUT 'AY'HOM CHA'.

ANHÄNGE

ANHANG I: ABSCHLUSSBEMERKUNGEN

ANHANG II: Anmerkungen der Skandierung von Khamlet

ANHANG III: Interplanetare Literatur 759 – Der klingonische Barde

ANHANG IV: Zusätzliches Vokabular

ROMANE BEI CROSS CULT

VORBEMERKUNG

Seit seiner Gründung im Jahr 1992 befasst sich das Klingonisch-Institut mit der kriegerischen Sprache und überwindet dabei sämtliche Zweifel, die störend sind, wenn es darum geht, eine künstliche Sprache zu lernen, die ursprünglich einfach nur als Requisite erschaffen wurde. Das hier vorliegende Werk soll als deutliches Beispiel für die Entwicklung der klingonischen Sprache dienen, von einem einfachen Filmzitat zu einem echten Kult, von einem Filmstudio bei Paramount Pictures zu Klingonen- und STAR TREK-Fans auf der ganzen Welt. Die Mitglieder des KLI haben es geschafft, diese Sprache anhand einer recht dürftigen Beschreibung der Grammatik und einer knappen Liste von etwa zweitausend Wörtern zu lernen und zu unterrichten. Sie haben an Wortspielwettbewerben teilgenommen, eigene Geschichten und Poesie verfasst, Teile der Bibel übersetzt, und nun wohl eins der berühmtesten Werke Shakespeares ins Klingonische übertragen: Hamlet.

Es wäre mein Wunsch, dass Sie sich unserem überwundenen Zweifel anschließen und dieses Werk für einen kurzen Moment als die Originalversion akzeptieren. Achten Sie dabei nicht auf zeitliche Anomalien. Fragen Sie sich nicht, warum es jetzt möglich sein sollte, ein Werk aus der Zukunft zu lesen (es hat Sie im Fernsehen oder im Theater sicher auch nie gestört). Hier wurde eine wunderbare Sache erschaffen, eine Übersetzung (wir sagen lieber Wiederherstellung), die Ihnen nach langer Arbeit und heftigen Diskussionen letztendlich vorgelegt werden kann. Nehmen Sie sich die Zeit, sie zu lesen, nicht nur den deutschen Teil, sondern ebenfalls den klingonischen, denn man kann nie wissen, wann man ein wenig klassisches Klingonisch gebrauchen kann.

Seid so gut und sprecht diese Sprache, wie ich sie Euch vorsagte, leicht von der Zunge weg, denn so würden es die Klingonen tun.

Dr. Lawrence M. SchoenVorsitzender des KLI

VORWORT

„Sie werden Shakespeare erst wirklich genießen, wenn Sie ihn im klingonischen Original lesen.“ So sprach Kanzler Gorkon im Film STAR TREK VI – DAS UNENTDECKTE LAND. Für manche Zuschauer sorgte dies für ein erfreutes Lächeln oder ein zustimmendes Nicken. Für andere war es eine wahre Inspiration. Das hier vorliegende Werk ist das Ergebnis der Mühen von nur einigen wenigen dieser Inspirierten. Seit seiner ersten Niederschrift um das Jahr 1600 herum wird Hamlet als eins der am meisten zitierten englischen Werke gerühmt und gilt neben der Bibel als das wohl am häufigsten übersetzte Werk weltweit. Wir haben den melancholischen Dänen und seine Aussagen, die immer noch ein großes Diskussionsthema unter Shakespeare-Experten sind, noch einmal unter die Lupe genommen. Dieses Mal auf eine etwas andere Art, das kann man wohl sagen.

Wir hoffen, dass diese Version des „Hamlet“ der erste Schritt einer großen Sammlung von Shakespeares Werken ist, die in ihren „ursprünglichen“ Zustand zurückgeführt wurden. Ob Sie das Werk nun zur Dekoration, als Buchstütze oder als oft gelesenes Buch benutzen – wir wünschen uns, dass Sie daran viel Spaß und Vergnügen haben.

Sarah EkstromKSRP-Koordinatorin

EINLEITUNG

Es erfüllt uns mit Stolz, allen Völkern der Föderation diese Ausgabe der Werke des klingonischen Dramatikers Wil'yam Shex'pir ankündigen zu dürfen. Wir sind im Besonderen Stolz darauf, dass wir diese Reihe mit einem seiner größten Werke beginnen können, einem Stück das gleichzeitig das hinterfragt und zusammenfasst, was es bedeutet, ein Klingone zu sein: Die Tragödie von Hamlet, Sohn des Herrschers von Kronos.

Wil'yam Shex'pir spielt eine wichtige Rolle in der klingonischen Kultur. Er war ein scharfsinniger Beobachter von klingonischem Verhalten und klingonischer Politik. Man behauptet zu Recht, dass die wahre Natur der Klingonen für Außenstehende nicht nachvollziehbar ist, es sei denn, sie haben es geschafft, Shex'pir zu verstehen. In einer Zeit, in der die Spannungen zwischen der Föderation und dem Klingonischen Reich nachgelassen haben und sich die Bewohner der Föderation immer mehr für die klingonische Kultur und Lebensweise interessieren (eine Nachfrage, die leider immer wieder durch Falschinformationen reduziert wird), freuen wir uns darüber, dieses Werk als Beitrag zur Verbesserung der Völkerverständigung und des Respekts zwischen unseren beiden Rassen vorlegen zu können.

Wil'yam Shex'pirs biografische Daten sind nicht wichtig; ausschlaggebend ist, dass er zu einer Zeit lebte, die für das Klingonische Reich sehr kritisch war – eine Krise, die nicht endete und bis heute andauert. Beinahe alle Probleme, mit denen ein Klingone heute zu kämpfen hat, stammen aus der Zeit, in der Shex'pir lebte. Shex'pir erkannte derartige Probleme meist vor allen anderen und sprach sie in seinen Stücken an. Diese wurden von Anfang an gut aufgenommen. In den Speisesälen und Schauspielhäusern des Reichs trafen diese Stücke den richtigen Nerv im Herzen vieler Klingonen. Wegen der immer wiederkehrenden politischen Probleme innerhalb des Reichs beschäftigen sich Klingonen auch heute noch gerne etwas genauer mit diesen Stücken.

Es ist bedauerlich, dass während der Kriegsjahre zwischen dem Reich und der Föderation – ein Krieg, den die Föderation mehr mit Propaganda als auf dem Schlachtfeld führte – manche versuchten, schlechte Fälschungen von Shex'pir zu verbreiten, und behaupteten, er sei ein Terraner aus dem sogenannten Renaissancezeitalter der Erde mit Namen Willem Shekispeore. Diese Personen hofften, mit dem Verfälschen der Geschichte die Errungenschaften der klingonischen Kultur zu diskreditieren. Wir werden nicht auf diesem düsteren Kapitel der Geschichte herumreiten, sind jedoch sehr bestürzt darüber, dass sich diese Gerüchte auch heute noch hartnäckig in den Köpfen mancher Föderationsmitglieder halten. In dieser Ausgabe wird das klingonische Original der bekanntesten Version von „Amlet“ gegenübergestellt, die angeblich von „Shekispeore“ geschrieben wurde. Wir sind der Meinung, dass die Qualität der beiden Werke für sich selbst spricht: auf der einen Seite der spontane, direkte und lebendige Vers von Khamlet und auf der anderen Seite die schlaffen, schwerfälligen und verworrenen Verse des „Amlet“. Allen jenen, die darauf bestehen, weiter zu zweifeln, sei empfohlen, sich an das Zentrale Föderationsarchiv für die Renaissance zu wenden, um dieses dürftige, nicht überzeugende Stückchen Information über die Existenz dieses Shekispeore zu finden und es mit den Beweisen in der freigegebenen, für Außenstehende zugelassenen Prä-Khitomer-Akte über Wil'yam Shex'pir zu vergleichen.

Weiterhin ist es eine Tatsache, dass diese Fälschungen genauso gründlich wie bedrohlich waren: Gigabytes von angeblichen bis ins Zeitalter der Industrialisierung zurückdatierten sogenannten Shekispeorischen Interpretationen wurden massenweise hergestellt und in einer sehr gut organisierten Kampagne verbreitet. Diese Kampagne war offenbar erfolgreicher als jemals beabsichtigt. Ob gut oder schlecht haben Werke wie Amlet eine sehr große Resonanz unter den Bewohnern der Föderation, vor allem bei den Terranern, erzeugt. Das liegt zweifellos an der beschränkten pseudoantiquierten Wirkung, durch die dieses scharfsinnige Meisterwerk der gesellschaftspolitischen Analyse zu einem harmlosen, fast malerisch anhauchenden Unterhaltungsprogramm verkommen ist, das sich auf der Erde (und auch auf Betazed) sehr viel sehr viel größerer Beliebtheit erfreut als auf Planeten wie Vulkan oder auf Koloniewelten der Menschen.

Dies hatte den interessanten Nebeneffekt, dass manche Passagen in beiden Stücken zwar im Wortlaut identisch sind, jedoch inhaltlich aus kulturellen Gründen komplett anders interpretiert werden. Die unterschiedliche Art und Weise, wie Khamlet auf der Erde und auf Kronos gelesen wird, ist ein perfektes Beispiel für die Unterschiede zwischen den Werten der klingonischen Gesellschaft und denen der Föderation. Eine genaue Untersuchung dieser Unterschiede ist sicher lohnenswert für jeden, der sich für die klingonische Kultur interessiert. Um es dem Anfänger der klingonischen Sprache zu erleichtern, diesen anspruchsvollen Text zu lesen – oder dem Leser, der sich nicht so gut mit der klingonischen Kultur auskennt –, haben wir einige Fußnoten hinzugefügt, um die Hauptunterschiede zwischen beiden Texten zu erklären. In dieser Einführung werden wir die kulturellen Unterschiede auf einer etwas globaleren Ebene ansprechen.

Shex'pir schrieb zwei verschiedene Arten von Stücken. Sein klassisches Schauspiel folgt den Normen der traditionellen klingonischen Komödie (lut tlhaQ) und Geschichte (qun lut). Im Großen und Ganzen entsprechen seine Figuren den kulturellen Normen der alten Kriegergesellschaft und dienen für gewöhnlich nur der Unterhaltung, obwohl Shex'pirs Art der Darstellung und Verwendung der Verse von anderen Dramatikern unerreicht ist. Zu diesen Stücken zählen unter anderem K'oryolakhnesh (Coriolanus), Khenriy Vagh (Henry V.), Yulyush K'ayshar (Julius Caesar), Die Verwirrung ist groß wegen nichts (Viel Lärm um nichts) und das regelmäßig als Shex'pirs größtes Werk angesehene Drama Tityush Ardronik'ush (Titus Andronicus).

Andererseits gibt es die sogenannten „Problemstücke“, in denen sich Shex'pir vom konventionellen klingonischen Bühnenbild abwendet und einen kritischen Blick auf die klingonische Gesellschaft wirft, sowohl in Hinblick auf die interne Ebene als auch in Bezug auf andere Zivilisationen. Diese Problemstücke erreichen ein viel kleineres Publikum. Die Stücke sind, wie Khamlet selbst sagen würde, „gefüllte to'baj-Beine für das Volk“. Manche Klingonen empfinden diese Stücke als verwirrend und störend; sie glauben sogar, dass darin zu viel Zeit darauf verwendet wird, über fremde Rassen zu diskutieren. Aber es sind genau diese Stücke, die in den höheren Schichten der klingonischen Gesellschaft und unter Politikern eine hohe Anerkennung genießen, wie zum Beispiel Romyo und Djulyet (Romeo und Julia), Der Händler von Delviy Adu (Der Kaufmann von Venedig), Lir der König (König Lear), Man träumt in der Mitte der warmen Jahreszeit (Ein Sommernachtstraum) sowie das Stück, das der Leser derzeit auf dem Bildschirm betrachtet.

Kommen wir auf genau dieses Stück zurück: Khamlet wird unter Klingonen als Problemstück betrachtet. Das liegt an Shex'pirs mutiger Anpassung der Regeln für das sogenannte Rachestück (bortaS lut). In der klingonischen Tradition eines Rachestücks wäre Khamlet eine einfache Sache gewesen: Klaw'diyush wäre in dem Schauspiel ohne viel Drumherum nach höchstens zehn Minuten erledigt worden. Das passiert jedoch nicht. Stattdessen verbringt Khamlet eine für Klingonen recht untypisch lange Zeit damit, darüber zu referieren, was er tun sollte, anstatt etwas zu tun. Viele Klingonen können das nicht nachvollziehen. In einigen wenigen Regionen des Reichs steht das Stück sogar auf der schwarzen Liste und darf nicht aufgeführt werden, da es als jugendgefährdend angesehen wird.

Lediglich die scharfsinnigsten Klingonen, wie General Chang (möge ihm die Schwarze Flotte wohlgesinnt sein), erkennen, dass es sich dieses Stück überhaupt nicht um Rache dreht. Es geht ganz sicher nicht um Khamlet Seniors Geist, der fast zu einer Nebenfigur wird. Wovon das Stück vor allem handelt, und genau dies ist es, was das Publikum am stärksten verunsichert, ist die Bedrohung für das Klingonische Reich, zu verweichlichen und ineffektiv zu werden. Man befürchtet, dass das klingonische Volk immer mehr seine traditionellen kriegerischen Werte vernachlässigen könnte.

Im Endeffekt ist Khamlet mit seinen Hofschranzen, seinem Beharren auf Zeremonie, seiner gesunden Realpolitik und seinen verschlagenen Figuren nichts weniger als ein Albtraumszenario. Wir haben es hier mit einer Welt zu tun, in der Klaw'diyush eine direkte Provokation durch Layertesh durch Schmeichelei überlebt, anstatt ihn auf der Stelle in einem rituellen Kampf zu vernichten, einer Welt, in der die Meinung eines so geschwätzigen Mannes wie Polonyush ernst genommen wird und in der Häuser wie das des Duras die imperiale Herrschaft komplett ignorieren können. Das alles ist eine eiskalte Darstellung von Übelkeit und Verfall, die so um sich greifen, dass der Held selbst davon infiziert wird. Und das ist die Kernaussage des Stücks. Sogar das Ende, an dem das Abschlachten der Ehrlosen die Wiederherstellung der klingonischen Ordnung ankündigen soll, hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack: Khamlet übt seine Rache fast zufällig, und Vortibrash Junior ist genauso ein Unterstützer der Realpolitik wie Klaw'diyush vor ihm. Zur Wiederherstellung der Ordnung würde man einen König wie Khamlet Senior oder Vortibrash Senior benötigen, die beide den alten Prinzipien folgten und an Ehre glaubten. Eine solche Erlösung steht für Khamlets Kronos nicht in Aussicht. Dem Planeten steht eine ungewisse Zukunft bevor, und viele Klingonen, angefangen bei Chang, haben Befürchtungen geäußert, dass das Kronos aus Khamlet zu sehr unserem aktuellen Kronos ähnelt.

Wenn man es genau nimmt, ist Khamlet mit seiner beklemmenden und bedrückenden Stimmung viel eher mit Der Prozess oder 1984 aus der terranischen Literatur vergleichbar als mit „Amlet“. Und vor allem sind die in Khamlet angesprochenen Probleme in den Köpfen der Ehrenhaftesten des Reichs immer noch allgegenwärtig. Es ist ein Thema, das Shex'pir in seinen Stücken immer wieder anspricht – sogar in seinen mutmaßlich „problemfreien“ Dramen. Es gibt keine bessere Zusammenzufassung für seine Gedanken als die in Die Verwirrung ist groß wegen Nichts: „Aber Mannheit ist in Zeremonien und Höflichkeiten zerschmolzen, Tapferkeit in Komplimente; die Männer sind ganz Zungen geworden, und noch dazu sehr gezierte.“ (Akt IV, Szene 1).

Das Unbehagen der klingonischen Gesellschaft, das in Khamlet angedeutet wird, durchzieht sämtliche Gesellschaftsschichten, angefangen bei dem künstlerischen Klaw'diyush und den ewigen Wortspielereien des Polonyush bis hin zu den einfachsten Bürgern wie den zweideutigen Totengräbern. Wenn man dies im Hinter-kopf behält, ist die Szene mit den Totengräbern alles andere als die „unterhaltsame Abwechslung“, die man in einer traditionellen Tragödie erwarten würde. Es ist nicht mehr witzig, sondern eher absurd und zutiefst beunruhigend, wenn der Zuschauer erfährt, dass Khamlets Welt in Trümmern liegt, da nicht einmal ein „Dreckiger“ mit der für ein ehrenhaftes Verhalten erforderlichen Direktheit sprechen kann. Die wirkliche Abwechslung im Stück beginnt mit Oshrik in Akt V, Szene 2. Seine Ausdrucksweise, die regelrecht von Lehnwörtern aus dem Föderationsstandard durchzogen ist, kann problemlos als spöttische Darstellung angesehen werden, da man von einem Höfling ohnehin nichts anderes erwarten würde. (Manche Schüler würden behaupten, dass man Oshriks Sprachgebrauch heute noch im Offizierskasino der klingonischen Militärakademie hört!)

Khamlet ist im 23. Jahrhundert angesiedelt, obwohl manche Einzelheiten der erwähnten Technologien und Außenweltler nicht immer konsequent sind. Alle im Stück auftretenden Außenweltler sind Mitgliedern der Föderation heute bestens bekannt, obwohl die Ferengi, die den Klingonen als Nachbarn längst bekannt waren, erst im Jahre 2364 mit der Föderation in Kontakt kamen. Es wäre jedoch von Shex'pir recht unklug gewesen, die aktuelle Politik zu genau widerzuspiegeln. (Das Haus des Duras war im 22. Jahrhundert eher unbedeutend; seine entsprechende Rolle im Stück erreichte seine politische Stärke erst vor Kurzem während des klingonischen Bürgerkriegs.) Aus diesem Grund wird die politische Situation in Khamlet eher als die des Kronos in der Zeit vor Kahless angesehen, mit rivalisierenden Häusern, die in der Lage waren, den König zu bedrohen, der eher ein Primus inter Pares als ein absoluter Anführer war. Die Parallelen zur klingonischen Übergangsregierung sind offensichtlich, hätten jedoch niemals offen gezeigt werden dürfen. Man sollte beachten, dass die Prä-Kahless'sche Sichtweise des Stücks die Figuren nicht daran hindert, sich manchmal auf Kahless zu berufen, genauso wie die kürzlich erfolgte erneute Inthronisation von Kahless dem Unvergesslichen als zeremonielle Figur noch keinen erwähnenswerten Einfluss auf die klingonische Politik hatte.

Die Beziehungen zwischen dem Reich und den Romulanern haben seit der Friedenszeit im Jahr 2268 bis zum Khitomer-Massaker im Jahr 2346 und der aktuellen Einmischung der Romulaner in den klingonischen Bürgerkrieg immer schon stark geschwankt. In dem nicht genau definierten Zeitrahmen von Khamlet sind Klingonen und Romulaner einander friedlich gesinnt und Khamlet scheint im Rahmen eines kulturellen Austauschs auf Vulkan studiert zu haben. (Was die Figur des Khamlet direkt von Anfang an in die „Krise“ des Stücks zieht.) Es gibt in der Tat einige Parallelen zwischen Khamlet und Yulyush K'ayshar, das Shex'pir während der Friedenszeit als Huldigung für den romulanischen Botschafter schrieb. Jene klingonischen Regionen, die gegen die Moralität des Dramas protestieren, erwähnen gerne die angedeutete Freundschaft mit den Romulanern als weiteren Grund für ihr Misstrauen gegenüber dem Stück.

Die Unterschiede zwischen der Kultur der Klingonen und der Föderation zeigen sich deutlich in Szenen, in denen Föderationsmitglieder das Gefühl haben, dass „Amlet“ verrückt erscheint, während Klingonen glauben, dass er jetzt erst zur Vernunft kommt. Solche Situationen sind zum Beispiel der Mord an Polonyush, Khamlets offensichtliches Werben um Ovelya und – als Beispiele seiner „Tollheit, doch mit Methode“ – einige seiner Selbstgespräche. Ein gutes Beispiel für diese kulturellen Unterschiede zeigt sich in der ersten Szene des dritten Akts. Sowohl Klingonen als auch Föderationsmitglieder erkennen, dass in dieser Szene etwas nicht stimmt; Khamlet beziehungsweise Amlet fängt an, sich ungewöhnlich zu benehmen. Um dieses Verhalten zu erklären, wird normalerweise angenommen, dass er herausgefunden hat, dass der König und Polonyush ihn beobachten, woraufhin er sein Verhalten ändert, um die beiden in die Irre zu führen. In der irdischen Version findet dieser Verhaltenswandel direkt nach seinem Monolog statt, als er Ofelea, wie sie fort heißt, kalt abweist. Für Klingonen ist sein Verhalten der plötzlich kleinlaut wimmernden Ovelya gegenüber jedoch vollkommen gerechtfertigt. Was für sie keinen Sinn ergibt, ist der vorangegangene Monolog. Dieser wird unter klingonischen Gelehrten so gedeutet, dass Khamlet dem König und Polonyush das gibt, was sie wollen: einen wahnsinnigen Khamlet. Trotz allem ist in der Ansprache ausreichend Bedeutung und Ehre enthalten, um anzunehmen, dass der König und Polonyush nicht darauf hereinfallen werden.

Klingonischen Soziologen hat es viel Vergnügen bereitet, zu erfahren, wie sehr die Terraner den „Sein oder Nichtsein“-Monolog schätzen. Falls Klingonen einen einzigen bedeutsamen Monolog aus dem Stück wählen müssten, dann wäre es sicher „Nun ist die wahre Spukezeit der Nacht“ am Ende von Akt 3, Szene 2 – ein Monolog der das klingonische Verlangen nach Rache meisterhaft beschreibt. Es ist eine weit verbreitete Meinung, dass General Chang (möge er im Krit'u siegreich unterwegs sein) gerade wegen dieser kulturellen Abweichung absichtlich das „Sein oder Nichtsein“-Zitat so häufig benutzte, was später zur Folge hatte, dass die Terraner bei ihren Versuchen, die klingonische Kultur zu verstehen, jahrzehntelang erfolglos blieben.

Man sollte jedoch nicht vergessen, dass Khamlets Monologe nicht als reiner Klamauk gedacht sind – auch wenn Akt 3, Szene 1 oft als solcher vorgetragen wird. Die Aussagen der Monologe sind vernünftig genug, um von einem klingonischen Publikum nicht sofort abgelehnt zu werden. Sie neigen dazu, zu lange auf einem Thema herumzureiten, und erzeugen dadurch sowie durch ihre etwas übertriebene Länge ein Gefühl tiefen Unbehagens.

Es gibt noch viele andere erleuchtende Abschnitte in diesem Stück. Wir möchten es allerdings dem Leser selbst überlassen, sie zu entdecken. Lies dieses Stück, Erdling, und lerne.

Amt für Außenbeziehungen, Kronos –weitergegeben von Nick Nicholas

Hamlet

Prinz von Dänemark

HAMLET,

Prinz von Dänemark

DRAMATIS PERSONAE

CLAUDIUS, König in Dänemark

HAMLET, Sohn des vorigen, und Neffe des gegenwärtigen Königs

POLONIUS, Ober-Kämmerer

HORATIO, Freund von Hamlet

LAERTES, Sohn des Polonius

VOLTIMAND

CORNELIUS

ROSENKRANZ

GÜLDENSTERN

OSSRICH

Ein Edelmann

Ein Priester

MARCELLUS

BERNARDO

FRANCISCO, ein Soldat

REINHOLD, ein Bedienter des Polonius

Fünf Schauspieler

Zwei Spaßmacher, Totengräber

FORTINBRAS, Prinz von Norwegen

Ein Hauptmann

Englische Gesandte

Ein Lord

Ein Soldat

Zwei Boten

Ein Bediensteter des Horatio

Dänen

Der Geist von Hamlets Vater

GERTRUDE, Königin von Dänemark, und Hamlets Mutter

OPHELIA, Tochter des Polonius

Stumme Personen: Edelmänner, Damen, Offiziere, Soldaten, und andre.

DER SCHAUPLATZ: Dänemark

Qo'noS ta'puq,Hamlet lotlut.

LUTVAD GHOTVAM LUDALU'

TLHAW'DIYUS, Qo'noS ta' ghaH

HAMLET, ben ta' puqloD; DaHjaj ta' loDnI'puqloD je ghaH

POLONYUS, Qang ghaH

HOREY'SO, Hamlet jup ghaH

LAYERTES, polonyuS puqloD ghaH

VOLTIMAD

QORNELYUS

ROSENQATLH

GHILEESTEN

'OSRIQ

wa' 'utlh

wa' lalDanyaS

MARSE'LUS

BERNARDO

VERANCHISQO, mang ghaH

REYNALDO, polonyuS toy'wI' ghaH

vagh DawI'pu'

cha' tlhaQwI'; molwI' Da

VORTIBRAS, DuraS tuq pIn be'nI'puqloD ghaH

wa' HoD

tera' Duypu'

wa' yaS

wa' mang

cha' QumwI'

Horey'So wa' toy'wI'

QonoSnganpu'

Hamlet vav lomqa'

GHERTLHUD, Qo'noS ta'be', Hamlet SoS je ghaH

'OVELYA, polonyuS puqbe' ghaH

jawloDpu', jawbe'pu', yaSpu', mangpu', yo'mangpu', latlh toy'wI'pu' je; jatlhbe' chaH

LUT DAQ: Qo'noS

ERSTER AKT

ERSTE SZENE.Elsinoor. Eine Terrasse vor dem Palast. [FRANCISCO auf dem Posten, BERNARDO tritt auf.]

Bernardo

Wer da?

Francisco

Nein, mir antwortet; steht und gebt Euch kund!

Bernardo

Lang lebe der König!

Francisco

Bernardo?

Bernardo

Er selbst.

Francisco

Ihr kommt gewissenhaft auf Eure Stunde.

Bernardo

Es schlug schon zwölf, mach dich zu Bett,

Francisco.

Francisco

Dank für die Ablösung! ’s ist bitter kalt, und mir ist schlimm zumut.

Bernardo

War Eure Wache ruhig?

Francisco

Alles mausestill.

Bernardo

Nun, gute Nacht! Wenn Ihr auf meine Wachtgefährten stoßt, Horatio und Marcellus, heißt sie eilen.

Francisco

Ich denk, ich höre sie. – He, halt! Wer da? [HORATIO und MARCELLUS treten auf.]

Horatio

Freund dieses Bodens.

Marcellus

Und Vasall des Dänen.

Francisco

Hab gute Nacht!

Marcellus

O grüß dich, wackrer Krieger.

Wer hat dich abgelöst?

Francisco

Bernardo hat den Posten.

Habt gute Nacht. [Ab.]

Marcellus

Holla, Bernardo!

Bernardo

Sprecht! He, ist Horatio da?

Horatio

Ein Stück von ihm.

Bernardo

Willkommen Euch! Willkommen, Freund Marcellus!

Horatio

Nun, ist das Ding heut wiederum erschienen?

Bernardo

Ich habe nichts gesehn.

Marcellus

Horatio sagt, es sei nur Einbildung, und will dem Glauben keinen Raum gestatten an dieses Schreckbild, das wir zweimal sahn; deswegen hab ich ihn hieher geladen, mit uns die Stunden dieser Nacht zu wachen, damit, wenn wieder die Erscheinung kommt, er unsern Augen zeug und mit ihr spreche.

Horatio

Pah, pah! Sie wird nicht kommen.

Bernardo

Setzt Euch denn und

 

laßt uns nochmals Euer Ohr bestürmen, das so verschanzt ist gegen den Bericht, was wir zwei Nächte sahn.

Horatio

Gut, sitzen wir,

und laßt Bernardo uns hievon erzählen.

Bernardo

Die allerletzte Nacht,

als eben jener Stern, vom Pol gen Westen,

in seinem Lauf den Teil des Himmels hellte,

wo jetzt er glüht, da sahn Marcell und ich,

indem die Glocke eins schlug –

[Der Geist tritt auf.]

Marcellus

O still! Halt ein! Sieh, wie’s da wieder kommt!

Bernardo

Ganz die Gestalt wie der verstorbne König.

Marcellus

Du bist gelehrt, sprich du mit ihm, Horatio!

Bernardo

Siehts nicht dem König gleich? Schau’s an, Horatio!

Horatio

Ganz gleich; es macht mich starr vor Furcht und Staunen.

Bernardo

Es möchte angeredet sein.

Marcellus

Horatio, sprich mit ihm.

Horatio

Wer bist du, der sich dieser Nachtzeit anmaßt, und dieser edlen, kriegrischen Gestalt, worin die Hoheit des begrabnen Dänmark Weiland einherging? Ich beschwöre dich beim Himmel, sprich!

Marcellus

Es ist beleidigt.

Bernardo

Seht, es schreitet weg!

Horatio

Bleib, sprich! Sprich, ich beschwör dich, sprich! [Geist ab.]

Marcellus

Fort ists und will nicht reden.

Bernardo

Wie nun, Horatio? Ihr zittert und seht bleich: Ist dies nicht etwas mehr als Einbildung? Was haltet Ihr davon?

Horatio

Bei meinem Gott, ich dürfte dies nicht glauben, hätt ich die sichre, fühlbare Gewähr der eignen Augen nicht.

Marcellus

Siehts nicht dem König gleich?

Horatio

Wie du dir selbst. Genau so war die Rüstung, die er trug, als er sich mit dem stolzen Norweg maß; so droht’ er einst, als er in harter Zwiesprach aufs Eis warf den beschlitteten Polacken. ’s ist seltsam.

Marcellus

So schritt er, grad um diese dumpfe Stunde, schon zweimal kriegrisch unsre Wacht vorbei.

Horatio

Wie dies bestimmt zu deuten, weiß ich nicht; allein soviel ich insgesamt erachte, verkündets unserm Staat besondre Gärung.

Marcellus

Nun setzt euch, Freunde; sagt mir, wer es weiß, warum dies aufmerksame, strenge Wachen den Untertan des Landes nächtlich plagt? Warum wird Tag für Tag Geschütz gegossen und in der Fremde Kriegsgerät gekauft? Warum gepreßt für Werften, wo das Volk den Sonntag nicht vom sauren Werktag trennt? Was gibts, daß diese schweißbetriefte Eil die Nacht dem Tage zur Gehülfin macht? Kann jemand mich belehren?

Horatio

Ja, ich kanns;

 

zum mindsten heißt es so. Der letzte König ward, wie Ihr wißt, durch Fortinbras von Norweg, den eifersüchtger Stolz dazu gespornt, zum Kampf gefordert; unser tapfrer Hamlet – denn diese Seite der bekannten Welt hielt ihn dafür – schlug diesen Fortinbras, der laut dem untersiegelten Vertrag, durch Recht und Rittersitte wohl bekräftigt, mit seinem Leben alle Länderein, so er besaß, verwirkte an den Sieger; wogegen auch ein angemeßnes Teil von unserm König ward zum Pfand gesetzt, das Fortinbras anheimgefallen wäre, hätt er gesiegt, wie durch denselben Handel und Inhalt der besprochnen Punkte seins an Hamlet fiel.

 

Nun hat Jung Fortinbras von unerprobtem Feuer heiß und voll, an Norwegs Ecken hier und da ein Heer landloser Abenteurer aufgerafft, für Brot und Kost zu einem Unternehmen, das Herz hat; welches denn kein andres ist, wie unser Staat das auch gar wohl erkennt, als durch die starke Hand und Zwang der Waffen die vorbesagten Land’ uns abzunehmen, die so sein Vater eingebüßt; und dies scheint mir der Antrieb unsrer Zurüstungen, die Quelle unsrer Wachen und der Grund von diesem Treiben und Gewühl im Lande.

Bernardo

Nichts anders, denk ich, ists als eben dies. Wohl trifft es zu, daß diese Schreckgestalt in Waffen unsre Wacht besucht, so ähnlich dem König, der der Anlaß dieses Kriegs.

Horatio

Ein Stäubchen ists, des Geistes Aug zu trüben. Im höchsten palmenreichsten Stande Roms, kurz vor dem Fall des großen Julius, standen die Gräber leer, verhüllte Tote schrien und wimmerten durch alle römschen Gassen; und ebensolche Zeichen grauser Dinge, als Boten, die dem Schicksal stets vorangehn, und Vorspiel der Entscheidung, die sich naht, hat Erd und Himmel insgemein gesandt an unsern Himmelsstrich und Landsgenossen, wie feuergeschweifte Sterne, blutger Tau, die Sonne fleckig; und der feuchte Stern, des Einfluß waltet in Neptunus’ Reich, krankt an Verfinstrung wie zum Jüngsten Tag.

[Der Geist kommt wieder.]

Doch still! Schaut, wie’s da wieder kommt. Der Geist kommt wieder.

 

Ich kreuz es und sollt es mich verderben. – Steh, Phantom, hast du Gebrauch der Stimm und einen Laut: Sprich zu mir! Ist irgendeine gute Tat zu tun, die Ruh dir bringen kann und Ehre mir: Sprich zu mir! Bist du vertraut mit deines Landes Schicksal, das etwa noch Voraussicht wenden kann: O sprich! Und hast du aufgehäuft in deinem Leben erpreßte Schätze in der Erde Schoß, wofür ihr Geister, sagt man, oft im Tode umhergeht, sprich davon! Verweil und sprich!

Halt es doch auf, Marcellus!

Marcellus

Soll ich nach ihm mit der Hellbarde schlagen?

Horatio

Tu’s, wenns nicht stehen will!

Bernardo

’s ist hier!

Horatio

’s ist hier!

Marcellus

’s ist fort!       [Geist ab.]

Wir tun ihm Schmach, da es so majestätisch, wenn wir den Anschein der Gewalt ihm bieten; denn es ist unverwundbar wie die Luft, und unsre leeren Streiche foppen uns.

Bernardo

Es war am Reden, als der Hahn just krähte.

Horatio

Und da fuhrs auf gleich einem sündgen Wesen beim Aufruf zum Gericht. Ich hab gehört, der Hahn, der als Trompete dient dem Morgen, erweckt mit schmetternder und heller Kehle den Gott des Tages, und auf seine Mahnung, sei’s in der See, im Feur, Erd oder Luft, eilt jeder schweifende und irre Geist in sein Revier; und von der Wahrheit dessen gab dieser Gegenstand uns den Beweis.

Marcellus

Es schwand erblassend mit des Hahnes Krähn. Sie sagen, immer, wann die Jahrszeit naht, wo man des Heilands Ankunft feiert, singe die ganze Nacht durch dieser frühe Vogel; dann darf kein Geist umhergehn, sagen sie, Die Nächte sind gesund, dann trifft kein Stern, kein Kobold schweift, noch können Hexen zaubern: So gnadenvoll und heilig ist die Zeit.

Horatio

So hört auch ich und glaube dran zum Teil. Doch seht, der Morgen, angetan mit Purpur, betritt den Tau des hohen Hügels dort; laßt uns die Wacht abbrechen, und ich rate, vertraun wir, was wir diese Nacht gesehn, dem jungen Hamlet; denn, bei meinem Leben, der Geist, so stumm für uns, ihm wird er reden. Ihr willigt drein, daß wir ihm dieses melden, wie Lieb uns nötigt und der Pflicht geziemt?

Marcellus

Ich bitt Euch, tun wir das; ich weiß, wo wir ihn am bequemsten heute finden werden. [Alle ab.]

LUT 'AY' WA'

LUT 'AY'HOM WA'.tlhIn. ta'qach'a' tlhop 'avwI'Daq jen.

['avtaH VERANCHISQO. ghaHDaq 'el BERNARDO]

bernarDo

chol 'Iv?

veranchISqo

Qo', jIH HIjang. yItaDchoH 'ej yIngu'egh.

bernarDo

taHjaj wo'!

veranchISqo

bernarDo?

bernarDo

jIHbej.

veranchISqo

bImatlhba', qarqu'mo' bIcholmeH poHlIj.

bernarDo

qaSpu' ramjep. QongDaq yIghoS, veranchISqo.

veranchISqo

qatlho'bej, Qu'wIjvo' choSonmo'. bIrqu'.

'ej roplaw' tIqwIj.

bernarDo

bI'avtaHvIS jot'a'?

veranchISqo

vIHbe' je ghew.

bernarDo

Wvaj maj. Qapla'. Horey'So quv, marSe'luS je Daghomchugh—jI'avtaHvIS qochma' chaH—vaj tImoDmoH.

veranchISqo

SuH, chaH vIQoylaw'. 'eH, yItaD! chol 'Iv? ['el HOREY'SO, MARSE'LUS je]

Horey'So

qo'vam juppu'.

marSe'luS

Qo'noS pIn'a' lobwI' je.

veranchISqo

tlhIHvaD Qapla'.

marSe'luS

Qapla', SuvwI' yuDHa'.

DuSonta' 'Iv?

veranchISqo

Qu'vaD mucho' bernarDo.

Qapla'. [mej]

marSe'luS

SuH! SuH! bernarDo!

bernarDo

toH, yIja': SaH'a' Horey'So?

Horey'So

SaHlaw' 'ay'Daj neH.

bernarDo

nuqneH, Horey'So QaQ. nuqneH, marSe'luS.

Horey'So

qaStaHvIS ramvam, narghqa''a' HoSDo'Hey?

bernarDo

paghna' vIleghpu'.

marSe'luS

Sunaj neH ja' Horey'So. ghaH jon qechvetlh 'e' botqu' je ghaH, qa'Hey Dojqu''e' cha'logh wIleghpu'bogh Harbe'taHvIS. vaj naDev ramvam tupmey 'avlI'meH, vItlhejmoHpu'. vaj cholqa'chugh HoSDo'Hey, mInDu'maj 'ollaH ghaH, 'ej qa'vaD jatlhlaH.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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