Nichts. Was im Leben wichtig ist. Textanalyse und Interpretation. Königs Erläuterungen Spezial - Janne Teller - ebook

Nichts. Was im Leben wichtig ist. Textanalyse und Interpretation. Königs Erläuterungen Spezial ebook

Janne Teller

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Opis

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KÖNIGS ERLÄUTERUNGEN SPEZIAL

3137

Textanalyse und Interpretation zu

Janne Teller

NICHTS

Was im Leben wichtig ist

Thomas Möbius

Alle erforderlichen Infos für Abitur, Matura, Klausur und Referat plus Musteraufgaben mit Lösungsansätzen

Zitierte Ausgaben: Teller, Janne: Nichts. Was im Leben wichtig ist. Aus dem Dänischen von Sigrid C. Engeler. München: dtv, 122017.

Über den Autor dieser Erläuterung: Prof. Dr. phil. habil. Thomas Möbius, Studium der Germanistik/ev. Theologie/Philosophie, Studienrat an einem Gymnasium in Mannheim und an der German European School in Singapur, Akademischer Oberrat an der Pä­dagogischen Hochschule Heidel­berg, nach Professuren in Freiburg, Osnabrück, Greifswald und Aachen Professor für Germanistische Literaturwissenschaft und Literatur­di­dak­tik an der Justus-Liebig-Universität Gießen.

Für Philipp

1. Auflage 2019

ISBN 978-3-8044-4137-8

© 2019 by C. Bange Verlag, 96142 Hollfeld Alle Rechte vorbehalten! Titelabbildung: © picture alliance / imageBROKER

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INHALT

1. Das Wichtigste auf einen Blick – Schnellübersicht

2. Janne Teller: Leben und Werk

2.1 Biografie

2.2 Zeitgeschichtlicher Hintergrund

2.3 Angaben und Erläuterungen zu wesentlichen Werken

3. Textanalyse und -Interpretation

3.1 Entstehung und Quellen

3.2 Inhaltsangabe

3.3 Aufbau

Die narrative Handlungsstruktur

Das Zeitgefüge

3.4 Personenkonstellation und Charakteristiken

Agnes

Pierre Anthon

Sofie

Jan-Johan

Nebenfiguren

3.5 Sachliche und sprachliche Erläuterungen

3.6 Stil und Sprache

Gattung, Erzählweise und -struktur

Wortwahl, Stil und Sprache

3.7 Interpretationsansätze

4. Rezeptionsgeschichte

5. Materialien

Definition „Adoleszenzliteratur“

Definition „Parabel“

Definition „Nihilismus“

Die „Theodizee“-Frage

Sinnfrage und Wissenschaft

Albert Camus: Der Mythos von Sisyphos

Janne Teller über ihre Kindheit

Janne Teller über ihren Roman Nichts

Auszüge aus Rezensionen zum Roman Nichts

6. Prüfungsaufgaben mit Musterlösungen

Aufgabe 1 *

Aufgabe 2 *

Aufgabe 3 ***

Aufgabe 4 ***

Literatur

Zitierte Ausgabe

Weitere Quelle

Sekundärliteratur

Interviews und Rezensionen

Theaterstück

Internet-Adresse

1. Das Wichtigste auf einen Blick – Schnellübersicht

Damit sich jeder Leser in unserem Band rasch zurechtfindet und das für ihn Interessante gleich entdeckt, hier eine Übersicht:

Im zweiten Kapitel werden das Leben von Janne Teller und der zeitgeschichtliche Hintergrund beschrieben:

Janne Teller wurde 1964 in Kopenhagen geboren. Sie studierte dort Volkswirtschaftslehre und arbeitete später für die EU und die Vereinten Nationen. Ihren ersten Roman publizierte sie im Jahr 1999.

Die Zeit im Europa der 1990er Jahre war politisch geprägt durch den Zerfall der Sowjetunion, die Wiedervereinigung Deutschlands und die wachsenden ethnischen Konflikte zwischen den einzelnen Volksgruppen des zerfallenden Jugoslawien. Die zunehmende Nutzung des Internets begann das Leben der Menschen grundlegend zu verändern.

Der Roman Intet wurde im Jahr 2000 veröffentlicht, auf Deutsch erschien der Roman Nichts mit dem Untertitel Was im Leben wichtig ist erst im Jahr 2010. Er zählt zum Genre der philosophischen Adoleszenzliteratur und setzt sich aus der Perspektive einer minderjährigen Ich-Erzählerin mit der Frage nach dem Sinn des Lebens auseinander.

Im dritten Kapitel bieten wir eine Textanalyse und -interpretation.

Entstehung und Quellen:

Der Sinn des Lebens als Thema und insbesondere der Nihilismus haben Teller schon immer interessiert. Den Anlass für den Roman Nichts gab eine Anfrage ihres Verlages, ob sie ein Jugendbuch schreiben wolle. Die ersten Sätze formulierte sie beim Radfahren. Das Schreiben fiel ihr leicht, weil sie auch eigene Kindheitserfahrungen in die Geschichte mit hineinfließen lassen konnte.

Inhalt:

Agnes, die Ich-Erzählerin, schildert acht Jahre zurückliegende Ereignisse, die sich zutragen, nachdem ihr Mitschüler Pierre Anthon auf einen Pflaumenbaum gestiegen ist und behauptet hat, dass nichts im Leben eine Bedeutung habe. Die Klasse 7 A unternimmt den Versuch, Pierre Anthon das Gegenteil zu beweisen. Das Geschehen gipfelt in der Ermordung Pierre Anthons.

Chronologie und Schauplätze:

Der Roman spielt in dem fiktiven Ort Tæring in Dänemark in der Gegenwart. Die erzählte Zeit erstreckt sich vom Schulanfang im August 1992 bis zum April 1993; die Erzählgegenwart lässt sich auf acht Jahre nach den beschriebenen Ereignissen datieren.

Personen:

Die Hauptpersonen sind

Agnes:

Ich-Erzählerin, schildert Ereignisse, die acht Jahre zurückliegen

sieht ihre eigenen Lebensentwürfe durch Pierre Anthon infrage gestellt

ängstlich und zurückhaltend, selbstreflektiert

Pierre Anthon:

stärkster Schüler der Klasse 7 A, wohnt mit seinem Vater in einer Kommune auf einem ehemaligen Bauernhof

sitzt eines Tages auf einem Pflaumenbaum im Vorgarten und provoziert mit nihilistischen Aussagen

wird am Ende von der ganzen Klasse zu Tode geprügelt

Sofie:

Sofie und Pierre Anthon waren für zwei Wochen ein Paar

hat die Idee mit dem „Berg aus Bedeutung“

verliert ihre Unschuld und verändert sich danach, wirkt kalt und unnachgiebig, verliert den Verstand und wird schließlich in die Psychiatrie eingewiesen

Jan-Johan:

ist der Anführer der Klasse, physisch überlegen, spielt Gitarre und will Musiker werden

kann den Verlust seines Zeigefingers nicht abwenden, reagiert mit Angst und Panik

verrät die Gruppe

Die restlichen Schüler der Klasse 7 A treten als Nebenpersonen auf: Henrik, Marie-Ursula, Gerda, Elise, Dennis, Ingrid, Kai, Ole, Sebastian, Richard, Laura, Maike, Rosa, Anna-Li, Frederik, Hans, Hussein, Dame Werner. Alle Figuren der Erwachsenenwelt (Vater von Pierre Anthon, Klassenlehrer Herr Eskildsen, Journalisten) spielen eine Nebenrolle.

Stil und Sprache:

Der Roman wird durch die Perspektive der jugendlichen Ich-Erzählerin Agnes dominiert, die sich standardsprachlich ausdrückt. Zuweilen finden sich Beispiele einer poetischen Sprachverwendung und Sprachexperimente.

Interpretationsansatz:

Nichts lässt sich als ein von existenzialistischen Fragen bestimmter parabelhafter Jugendroman lesen, der am Beispiel der Auseinandersetzungen um den Bedeutungszweifel Pierre Anthons die individuellen Bemühungen der Jugendlichen verdeutlicht, dem Leben einen Sinn zu geben.

2. Janne Teller: Leben und Werk

Janne Teller (*1964)© picture-alliance / Ulrich Baumgarten

2.1 Biografie[1]

JAHR

ORT

EREIGNIS

ALTER

8. April 1964

Kopenhagen / Dänemark

Geburt (Mutter Österreicherin mit italienischen Wurzeln, Vater zur Hälfte Deutscher)

0

1978

Kopenhagen / Dänemark

erste Erzählung in einer dänischen Zeitung veröffentlicht

14

1988

Kopenhagen / Dänemark

Abschluss des Studiums der Volkswirtschaftslehre (M. Sc. Econ.)

24

1988–1990

Daressalam / Tansania

Ökonomin im Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP)

24–26

1990/91

Brüssel / Belgien

Expertin für Handelspolitik bei der EU

26/27

1991/92

New York/USA

Assistentin des Leiters des UN-Entwicklungsprogramms

27/28

1993/94

Maputo / Mosambik

Beraterin des Repräsentanten der UN-Friedensmission in Mosambik

29/30

seit 1995

New York, Mailand, Paris, Kopenhagen

Entscheidung, sich hauptberuflich dem Schreiben zu widmen; wechselnde Wohnsitze

31

1998–2002

Kopenhagen / Dänemark

Teilzeit-Beraterin für die Nordic Consulting Group

34–38

1999

Viby / Dänemark

Debütroman Odins Insel erscheint

35

2000

Kopenhagen / Dänemark

Nichts erscheint

36

2018

Deutschland

Sharing-Heritage-Botschafterin im Rahmen des Europäischen Kulturerbejahres 2018

54

Janne Teller wurde am 8. April 1964 in Kopenhagen als Tochter einer österreichischen Mutter geboren. In einem Interview mit dem Tagesspiegel[2] aus dem Jahr 2014 erzählte sie von ihrer schwierigen Kindheit mit einer offenbar paranoiden Mutter, die sich durch ihre Tochter bedroht fühlte; Unterstützung fand Teller bei ihrer drei Jahre älteren Schwester Pia, die eine Art Mutterrolle für sie einnahm. Der Vater sollte nach dem Willen der Mutter kein enges Verhältnis zur Tochter aufbauen, zudem gelang es der Frau, nach außen hin normal zu wirken, sodass zunächst nur ihre Tochter Janne betroffen war; erst nach deren Auszug richtete sich der Verfolgungswahn auch gegen den Vater, von dem Tellers Mutter sich scheiden ließ.[3]

Nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre arbeitete Teller zunächst von 1988–1990 als Ökonomin im Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) in Daressalam, Tansania: Dort befasste sie sich in erster Linie mit den sozialen Dimensionen der Strukturreformen, vor allem im Hinblick auf eine Abmilderung der sozialen Auswirkungen der ökonomischen Liberalisierung. Im Jahr 1990 wechselte sie nach Brüssel und beriet dort die EU in Fragen der Handelspolitik. In den Jahren 1991 und 1992 war sie Assistentin des Leiters des UN-Entwicklungsprogramms in New York/USA und dort in erster Linie mit administrativen Aufgaben befasst. Ihre letzte Auslandsmission führte sie in den Jahren 1993 und 1994 nach Mosambik, wo sie den Repräsentanten der UN-Friedensmission darin beriet, wie das Friedensabkommen umgesetzt und die Gesellschaft auf Frieden und Demokratie vorbereitet werden kann, wie die Rückkehr von Flüchtlingen organisiert werden kann und wie Waffenstillstandsverletzungen geahndet werden können.

Im Jahr 1995 entschied sich Teller dazu, zukünftig als Schriftstellerin und nicht mehr als Ökonomin und politische Beraterin zu arbeiten. Dennoch übernahm sie von 1998–2002 noch eine Teilzeit-Beratertätigkeit für die Nordic Consulting Group in Kopenhagen, die Tellers Expertise in sozioökonomischen Fragenstellungen in Ländern wie Bangladesch, Simbabwe, Uganda, Malawi, Mosambik und Ägypten nachfragte.

Janne Teller lebt heute abwechselnd in New York, Mailand, Paris und Kopenhagen und ist als Schriftstellerin erfolgreich. Ihr Werk umfasst neben Romanen für Jugendliche (Nichts. Was im Leben wichtig ist; Krieg. Stell dir vor, er wäre hier; Alles – worum es geht) und Erwachsene (Odins Insel; Europa. Alles, was dir fehlt; Komm) auch Kurzgeschichten und (überwiegend politische) Essays. Die gesellschaftskritischen Themen ihrer Texte werden in der Öffentlichkeit oft kontrovers diskutiert.

Die Anerkennung, die sie für ihre erzählende Literatur erhält, spiegelt sich sowohl in einer Vielzahl von Stipendien[4] als auch in einer großen Zahl von Literaturpreisen[5] wider.

Ihre Bücher wurden bislang in insgesamt 29 Sprachen übersetzt, darunter sind Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Spanisch, Katalanisch, Baskisch, Portugiesisch, Slowenisch, Kroatisch, Norwegisch, Schwedisch, Finnisch, Niederländisch, Türkisch, Russisch, Rumänisch, Japanisch, Chinesisch, Koreanisch und Latein.

2.2 Zeitgeschichtlicher Hintergrund

ZUSAMMENFASSUNG

In diesem Kapitel wird der zeitgeschichtliche Hintergrund von Janne Teller beleuchtet. Der Roman selbst ist überwiegend frei von konkreten historischen Bezügen, seine Parabelhaftigkeit deutet auf die Zeitlosigkeit des verhandelten Themas hin. Gleichwohl lassen sich einige historische Ereignisse benennen, die sich während des Lebens der Autorin in Europa zugetra­gen und sich möglicherweise auch auf die Handlungs- und Figurenkonzeption des Buches ausgewirkt haben.

Wichtig für den Zeitraum von den 1960er Jahren bis heute:

Politisierung aller Lebensbereiche ab den 1960er Jahren

„Kalter Krieg“ und Aufrüstung in den 1960er und 1970er Jahren, Abrüstung in den 1980er Jahren, Zerfall der Sowjetunion und des Warschauer Paktes zu Beginn der 1990er Jahre

Ereignisse im Ausland, vor allem die Bürgerkriege im ehemaligen Jugoslawien zwischen 1991 und 2001 und die Bedrohung durch islamische Terroranschläge seit 2001 beeinflussen die Innenpolitik.

Janne Teller wurde 1964 im Königreich Dänemark geboren. Seine Staatsform einer konstitutionellen Monarchie weist dem Staatsoberhaupt eine ausschließlich repräsentative Funktion zu, die politische Macht liegt bei dem vom Volk gewählten Parlament („Folketing“). Außenpolitisch blieb Dänemark in den beiden Weltkriegen des 20. Jahrhunderts neutral, konnte aber dadurch die Besetzung durch die deutsche Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg nicht verhindern. Nach dem Krieg trat Dänemark 1945 den Vereinten Nationen, 1949 der NATO und im selben Jahr dem Europarat bei. Seit 1960 war es auch Mitglied der European Free Trade Association („EFTA“), trat dann aber im Jahr 1973 der Europäischen Gemeinschaft bzw. der späteren Europäischen Union bei. Den Beitritt zur Eurozone lehnte das dänische Volk im Jahr 2000 ab, Währung blieb die dänische Krone. Dänemark gehört nach Norwegen, Island, Schweden und Neuseeland zu den Ländern mit dem höchsten „Demokratie-Index“[6], das heißt, dass die Bürgerrechte uneingeschränkt garantiert sind, dass die Regierung durch freie und gerechte Wahlen zustande kommt und dass ein stabiler gesell­schaftlicher Grundkonsens im Hinblick auf die demokratische Herrschaftsform existiert. Auf der Rangliste der Länder, in denen die Pressefreiheit verwirklicht ist, rangiert Dänemark im Jahr 2017 nach Norwegen, Schweden und Finnland auf Platz 4.[7]

Dänemark partizipierte naturgemäß an den politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen, die sich in Europa seit den 1960er Jahren zutrugen. Dazu gehören die Politisierung aller Lebensbereiche ab den 1960er Jahren durch die sogenannte „Studentenrevolte“, die Auswirkungen der Konfrontation der Supermächte USA und UdSSR während des „Kalten Krieges“ (Aufrüstung in den 1960er und 1970er Jahren, Abrüstung in den 1980er Jahren), der Zerfall der Sowjetunion und des Warschauer Paktes zu Beginn der 1990er Jahre.

Dänemark ist seit den 1990er Jahren auch von den inner- und außereuropäischen Flüchtlingsbewegungen betroffen; auf zunehmende kulturelle Konflikte im Zusammenhang mit der Einwanderung deutete im Jahr 2005 die Auseinandersetzung um die sogenannten „Mohammed-Karikaturen“ in der dänischen Tageszeitung Jyllands-Posten hin, was eine weltweite Dimension bekam, in deren Verlauf fast 190 Menschen getötet und über 800 verletzt wurden. Die dänische Regierung bekannte sich seinerzeit explizit zur Pressefreiheit, was von fast 80 % der Bevölkerung geteilt wurde.

Die Fläche Dänemarks (ohne Grönland und die Färöer) entspricht etwa der Hälfte der Fläche Österreichs, die einzige Landgrenze bildet es mit Deutschland, aufgrund der gemeinsamen Geschichte leben deutsch- und dänischsprachige Minderheiten jeweils im Norden Schleswig-Holsteins bzw. im Süden Dänemarks.

Aus geistesgeschichtlicher Sicht und mit dem Blick auf die Thematik von Nichts ist erwähnenswert, dass mit Søren Kierkegaard (1813–1855) ein bedeutender Theologe und Philosoph in Dänemark wirkte, der den existenzialistischen deutschen Philosophen – Friedrich Nietzsche, Karl Jaspers und Martin Heidegger – entscheidende Impulse gab.

2.3 Angaben und Erläuterungen zu wesentlichen Werken

Werkübersicht

1999

Odins ø (dt. Odins Insel. Roman, 2002)

2000

Intet (dt. Nichts. Was im Leben wichtig ist. Roman, 2010)

2004

Hvis der var krig I Norden (dt. Krieg. Stell dir vor, er wäre hier, 2010)

2004

Alt (dt. Alles – worum es geht. Erzählungen, 2013)

2004

Kattens tramp (dt. Die sieben Leben der Katze. Roman, 2009; Neuausgabe unter dem Titel Europa. Alles, was dir fehlt,