Magenta und Solferino. Historisch-politischer Roman aus der Gegenwart. Band I–III - John Retcliffe - ebook

Magenta und Solferino. Historisch-politischer Roman aus der Gegenwart. Band I–III ebook

John Retcliffe

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Opis

Sir John Retcliffes historisch-politische Romane sind im ureigensten Sinn mit Abenteuern angereicherte Tendenzromane, die das gesamte politische Geschehen seiner Zeit zum Inhalt haben. „Magenta und Solferino” ist ein historisch politischer Roman. John Ratcliffe, wie immer unübertroffen.

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John Retcliffe

Magenta und Solferino

Historisch-politischer Roman aus der Gegenwart. Band I–III

Warschau 2018

Inhalt

Erster Band

Ein Duell in der Wüste

Circus Dejan

Am Stilfser Joch!

Mailand!

Lebendig begraben!

Zweiter Band

Lebendig begraben!

In der Rue Lepelletier

Auf dem Schaffot.

Dritter Band

Im Schweizer-Saal!

Magenta – Das Ultimatum

Das Kloster in den Alpen

Im Haupt-Quartier

Auf der Brücke von Magenta!

Schwarz-Weiss! – Der Salon eines Jobbers

Der Salon eines Veteranen

Erster Band

Ein Duell in der Wüste

Die Sonne war längst hinter den Felswänden des Thales versunken, als der Matadreo noch immer einsam und unbeweglich gleich einer Steingestalt auf seinem Platz am Brunnen unter den Palmen saß.

Zu seinen Füßen lagen winselnd die beiden Löwenkatzen. Er hatte sie an dem Brunnen getränkt und dann achtlos auf die Erde geworfen.

Das klägliche Heulen des Schakals, das Winseln und kinderartige Geschrei der Hyäne, das Schnauben des Panthers begann nach und nach in unheimlicher Weise umher den Grund des Thals und das Buschwerk der Abhänge zu beleben. Es war die Zeit, wo die Bewohner der Wildniß herbei kamen, an der gewohnten Stelle ihren von der Hitze des Tages bis zur Qual gesteigerten Durst zu löschen.

Aber ihre feinen Sinne verkündeten ihnen die Gegenwart ihres Erbfeindes, des Menschen, und scheuchten sie zurück von der Quelle.

Nach und nach wurde das Geheul, Geschrei und Schnauben immer grimmiger und wilder, wie der Durst der Bestien verzehrender wurde, – und aus dem furchtbaren nächtlichen Concert klang eine blutige Drohung.

Zuweilen erhob der Mann am Brunnen seinen Kopf, wie um zu lauschen – nicht auf das näher kommende Geräusch der Raubthiere, – das schien ihn wenig zu kümmern! – sondern auf ein anderes Geräusch, das er erwartete. Wenn er diese Laute dann nicht hörte und an dem Lauf der Gestirne erkannte, daß die Stunde noch nicht gekommen, dann versank er wieder auf's Neue in seine Träumereien.

Jetzt erklang das Geschrei der Bestien umher lauter und wilder und dann schwieg es plötzlich still oder verlor sich in ein entferntes Knurren.

Der Matadreo richtete den Kopf empor und horchte; diesmal wie es schien nicht vergeblich.

In der Pause, die entstanden war, in dem nächtlichen Concert der Wüste hörte man das Schnauben und den Schritt zweier von der Höhe des Gebirges herabsteigenden Pferde.

Ein stolzes höhnisches Lächeln überflog das Gesicht des Löwentödters, als er deutlich hörte, daß zwei Pferde sich nahten. Aber er bewahrte ruhig seinen Platz.

Die beiden Reiter stiegen langsam den Weg herab; als sie näher kamen, konnte man in dem hellen Sternenlicht die weißen Bournousse und Kopftücher erkennen – es waren zwei Araber.

Sie ritten bis auf etwa 6 bis 8 Schritte zum Brunnen heran und dann frug eine ernste und tiefe Stimme: »Im Namen des Propheten! Ist Einer hier an diesem Brunnen, der sich Matadreo der Löwentödter nennt?«

Der Franzose erhob sich aus dem Schatten, in dem er bisher gesessen, und trat einen Schritt vor. »Hier bin ich, Scheich der Beni Mezâb. Ich wartete auf Dich!«

Der Araber hob die Hand und zeigte nach dem Himmel.

»Die Franken sehen nach den Uhren, die sie selbst gemacht; für die Kinder der Wüste hat Allah seine ewige Uhr an den Himmelsbogen geschrieben. Die Sterne stehen genau an derselben Stelle, wie gestern, als ich das steinerne Zelt der Ungläubigen betrat, sie zu warnen.«

»Es ist gut! Der tapfere Hassan ist zur rechten Zeit erschienen und er hat sich gleich einen Freund mitgebracht. Wenn die Araber nicht wenigstens in der doppelten Zahl sind, fürchten sie sich, einem Franzosen entgegenzutreten.«

»Hund von einem Giaur!« rief der Scheich, indem seine Hand nach den Pistolen in seinem Gürtel fuhr. »Du weißt, daß ich mich niemals eines Kampfes weigern werde, Mann gegen Mann. Dieser Krieger ist hier, um mein Pferd fortzuführen, wenn wir zu Fuß kämpfen wollen.«

»Dann schick' ihn fort – Du siehst, daß ich ohne Pferd und allein bin!«

Der Matadreo trat bei diesen Worten vollends aus dem Schatten und in das hellere Licht. »Laß die Umgebung der Quelle untersuchen, wenn Du mir mißtraust!«

Der Araber stieg sofort vom Pferde und warf die Zügel desselben seinem Gefährten zu. »Der große Jäger der Franken,« sagte er ruhig, »ist ein Tapferer. Ich habe niemals auf seiner Zunge eine Lüge gefunden. Hier bin ich!«

»Das ist nicht genug, Scheich. Du siehst, daß ich keinerlei Waffen bei mir habe, als diesen tunesischen Dolch. Dein Yatagan wird genügen!«

Der Araber nahm sofort seine Flinte und befestigte sie, wie früher der Löwentödter, am Sattel seines Pferdes, ebenso die langen Pistolen, die er aus seinem Gürtel nahm und den Säbel, den er getragen. Er behielt Nichts, als den Yatagan, wie der Franzose ihm gesagt.

»Ich habe gethan wie Du sagtest – Hassan el Mezâb hat nur seine Hand und dieses Eisen. Wann hat der Löwentödter der Franken seinen Freunden geheißen, seinen Leichnam von dieser Stelle abzuholen?«

»Nicht bevor der erste Strahl der Sonne die Gipfel der sieben Palmen trifft!«

Der Scheich sprach hierauf leise mit seinem Gefährten; dieser schien Einrede zu thun, aber einige zornige Worte des Häuptlings machten ihn schweigen. Der Scheich fuhr fort zu reden und machte dann ein Zeichen mit der Hand. Der Araber legte zum Beweis des Gelöbnisses die Hand auf die Brust und an die Stirn. Dann – indem er dem Franken einen rachsüchtigen, feindseligen Blick zuwarf, – wandte er die Köpfe der Pferde und galopirte durch das kleine Thal bis an den Abhang der Berge, die er langsam hinaufstieg.

Der Araber unterbrach das Schweigen nicht eher, als bis der letzte Ton der Hufschläge verklungen war. Dann wandte er sich zu seinem Gegner.

»Ich bin bereit!« sagte er. »Möge der Kampf beginnen, der Hassan wieder zum Ersten des Gebirges und der Ebene machen soll!«

»Noch nicht!«

»Warum warten? Die Sterne geben Licht genug, damit unsere Waffen das Herz des Feindes finden mögen!«

»Scheich,« sagte der Matadreo mit Bedeutung, »Du weißt, daß zwischen uns Todfeindschaft ist, und daß nur Einer oder Keiner von uns lebendig diesen Platz verlassen wird. Aber Du weißt auch, daß nach dem Gesetz der Wüste, deren Wanderer wir Beide sind, der Franke und der Araber, das Recht der Bestimmungen unsers Kampfes mein ist. Wohlan denn, warte, wie ich es thue, und ich schwöre Dir bei den Fahnen Frankreichs, Deine Kampfeslust soll befriedigt werden!«

Der Araber schüttelte nach orientalischer Sitte zustimmend den Kopf. »Du hast Recht – das Gesetz ist mit Dir. Hassan wird warten!«

Er setzte sich an die andere Seite des Brunnens und verharrte in Schweigen.

Die Nacht schritt vor. Alle jene seltsamen und gräßlichen Töne der Wildniß ließen nach und nach sich hören und hätten andere Nerven als die der beiden einsamen Feinde erbeben gemacht. Aber der Schakal, die Hyäne und der Panther umkreisten nur in weiter Ferne den Ort, wo für sie das nothwendige belebende Element floß, denn sie witterten jetzt zwei Feinde und wagten nicht, diesen zu trotzen, wie schwer auch der wüthende Durst sie peinigte. Als sie sich heiser und müde gewinselt und geheult, zogen sie sich zurück, um einen entfernteren Ort aufzusuchen, an dem sie ihren Durst befriedigen könnten.

Es waren fast zwei Stunden vergangen und der Stand der Sterne zeigte auf Mitternacht. Es war ein tiefes Schweigen in dieser Einsamkeit eingetreten und nur das Murmeln der Quelle unterbrach sie noch.

Plötzlich klang in der Ferne ein dumpfes Brüllen, ein Ton, so ganz verschieden von alle den thierischen Lauten, die vorhin die Einöde belebt hatten.

Der Matadreo erhob sich.

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