Die Philosophie der Lehren des Islam - Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad - ebook

Die Philosophie der Lehren des Islam ebook

Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad

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Opis

Was will der Islam eigentlich? Diese zentrale Frage wird in diesem Buch beantwortet. Der Autor erklärt, dass es im Islam darum geht, eine unzivilisierte, triebgebundene Stufe der menschlichen Existenz zu überwinden, um nach der Erlangung einer moralischen Lebensweise auf eine Stufe zu gelangen, auf der der Mensch das Ziel seiner eigentlichen Sehnsucht, den Sinn seines Lebens, erreicht: Nur in der Vereinigung mit seinem Schöpfer, in der lebendigen Beziehung zu ihm, nur in einer Existenz, wo Gott sich dem Menschen offenbart, wird der Mensch seinem Anspruch, Mensch zu sein, gerecht und erfährt den Frieden, den er implizit seit jeher sucht. Der Verfasser erörtert, wie der Mensch seinen Schöpfer erreichen kann, legt dar, auf welche Weise Gott sich dem Menschen offenbart und zeigt auf, wie man sich das Leben nach dem Tod vorzustellen hat. Seine Faszination entwickelt dieses Werk auch deshalb, weil sich hier weit weg von irrationalem Dogmatismus Glaube und Vernunft versöhnen.

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Die Philosophie der Lehren des

Islam

Hadhrat Mirza Ghulam Ahmadas

Der Verheißene Messias und Mahdi des Islam

Das Original erschien unter dem Titel:

 

©Islam International Publications Ltd.

 

Erste Auflage in Urdu erschien 1905

Erste englische Übersetzung 1979

Fünfte überarbeitete Auflage 2012

Aus dem Urdu von Sheikh Naser Ahmad

 

Verantwortlich für die Veröffentlichung dieses Buches:

© VERLAG DER ISLAM

Genfer Straße 11

D - 60437 Frankfurt am Main

Mehr Informationen unter www.verlagderislam.de

 

Umschlag: Qamar Mahmood

 

ISBN 978-3-944277-05-9

EBOOK EDITION

Ein Versuch, die außergewöhnlichen Gedanken eines großen islamischen Geistes des letzten Jahrhundertes den deutschsprachigen Lesern zugänglich zu machen. Der Originaltext dieser Schrift auf Urdu ist bereits in mehrere Sprachen übersetzt worden. Der manchem Leser sicher ungewöhnlich erscheinende Schriftstil des Verfassers wurde auch in der deutschen Fassung nach Möglichkeit beibehalten, um unwillkürliche Umdeutung des Gemeinten zu vermeiden. Dem Übersetzer ist es ein Bedürfnis, Herrn Dr. Jürg von Ins, Universität Zürich, einen aufrichtigen Dank auszusprechen für seine Freundlichkeit, vor der Drucklegung dieses Werkes das Manuskript durchzulesen und wertvolle Anregungen hinsichtlich der Sprache zu machen.

Vorwort zur gegenwärtigen Auflage

 

Die hier vorliegende Neuauflage des wohlbekannten Essays Die Philosophie der Lehren des Islam von Hadhrat Mirza Ghulam Ahmadas, dem Verheißenen Messias des Islam und Begründer der Ahmadiyya Muslim Jamaat, geht mit einigen Veränderungen einher. Am prägnantesten ist wohl das Hinzufügen einiger neuübersetzter Textabschnitte des Urdu-Originalmanuskripts. Als das Essay erstmalig in Buchform gedruckt wurde, konnten sie nicht mitaufgenommen werden. Dies wurde nun nicht nur in den letzten Neuauflagen des Urdu-Originals und der englischen Übersetzung nachgeholt, sondern auch in den Gesammelten Werken des Autors, den Ruhani Khazain.1 In dieser Neuauflage befinden sich die vormals fehlenden Textabschnitte auf den Seiten 54-57 und werden mit einem Punkt ( • ) ein- und ausgeführt.

In dem Bestreben, dem Originaltext so nahe wie möglich zu kommen, aber gleichzeitig dem nichtkundigen Leser Hilfestellung zu leisten, wurde die Handhabe der in diesem Buch reichlich verwendeten Inhalte aus dem Heiligen Qur-ân transparenter gestaltet. Die wortwörtliche Übersetzung der Qur-ânverse im Fließtext weicht den vom Autor verfassten erklärenden Übersetzungen, so dass sich diese Übersetzung dem Urdu-Original angleicht. Gleichzeitig wurde aber in den Fußnoten die wortwörtliche Übersetzung der zitierten arabischen Qur-ânverse hinterlegt, um einen direkten Vergleich zu ermöglichen.

Versehen ist die deutsche Ausgabe neuerdings mit einer inhaltlichen Einführung, ja, vielmehr einer kurzen Zusammenfassung, von Hadayatullah Hübsch. Der verstorbene deutsche Muslim betrachtete Die Philosophie der Lehren des Islam als eines der wichtigsten Bücher zur Erläuterung und Erhellung des Islam. Seine Zusammenfassung gibt den Gegenstand des Essays in wenigen präzise Worten wider, sie ist ein Appetithappen und soll als Anreiz dienen, sich dem gleichermaßen zeitlosen wie umwälzenden Werk intensiver zu widmen.

Zu Dank verpflichtet bin ich Rehana Akhtar für die Übersetzung der bislang fehlenden Textstellen, Qamar Mahmood für die Gestaltung des Buchumschlags sowie Sharafatullah Khan und Tariq Hübsch, die dafür gesorgt haben, dass die bisherige deutsche Übersetzung, die vor Jahrzehnten von Sheikh Nasir erstellt wurde, uns nun in dieser verbesserten Form vorliegt.

 

Mubarak Ahmad Tanveer

Publikationsabteilung Ahmadiyya Muslim Jamaat Deutschland

 

Frankfurt am Main 2012

1 Die 24 Bände namens Ruhani Khazain (Spirituelle Schätze) gibt es derzeit nur im Original. Der Autor hat seine Werke entweder in Urdu, Arabisch oder Persisch verfasst.Die fehlenden Seiten sind in Ruhani Khazain, Vol. 10, S.322, 322a, 322b, 322c und 322d zu finden.

Einführung

Es war eine Sternstunde der Menschheit, deren Folgen immer noch andauern, ja zunehmen an Intensität. Vor hundert Jahren, vom 26. bis 28. Dezember 1896, fand in Lahore eine vielbeachtete Konferenz der Religionen statt. Fünf Fragen – nach wie vor von aktuellem Wert – sollten die Teilnehmer in ihren Vorträgen behandeln:

1. Was sind die physischen, moralischen und geistigen Zustände des Menschen?

2. Was ist der Zustand des Menschen nach dem Tod?

3. Was ist der Sinn des menschlichen Lebens und wie ist er zu erfüllen?

4. Wie ist die Wirkung des göttlichen Gesetzes auf den Menschen in diesem Leben und im Jenseits?

5. Was sind die Quellen der Gotteserkenntnis?

Die Rede als Vertreter des Islams hielt Hadhrat Mirza Ghulam Ahmadas. Er verkündete vorab, dass Gott ihn auf besondere Art und Weise beim Verfassen der Rede unterstützt habe und sagte:

 

„Meine Abhandlung ist frei von menschlicher Schwäche, leeren Anmaßungen und bloßen Behauptungen.“

 

Jeder, der seine Worte höre, würde ein neues Licht erleben. In der Tat hat seine Beantwortung der zur Diskussion gestellten Fragen damals wie heute eine Kraft, die fasziniert. Allein auf der Grundlage des Heiligen Qur-âns – jenes dem Propheten Muhammadsaw von Gott offenbarten Werkes zur Letung der Menschen – zeigt Hadhrat Ahmadas Wege zur Läuterung des Herzens, zur Überwindung von Problemen und zum Frieden. Seine Rede – als Buch gedruckt unter dem Titel Die Philosophie der Lehren des Islams – beginnt mit den drei Quellen, aus denen der Mensch handelt:

 

1. aus der wilden, zur Boshaftigkeit neigenden Seele.

2. aus der sich selbst anklagenden Seele, dem Gewissen, und

3. aus der Seele im beruhigten Zustand des Friedens.

 

Er legt dar, was die Hauptfeinde des Menschen sind und wie er zu einer hohen Moral gelangen kann, indem er zu Verwilderung herabziehende Handlungen meldet und sich an dem orientiert, was Gott als Leitung für Körper, Geist und Seele herabgesandt hat. Detailreich geht er darauf ein, was der Mensch tun sollte, um zu hohen, moralischen Eigenschaften zu gelangen und welcher Art der Lohn für seine Anstrengungen ist. Ohne besserwisserisch zu belehren, nüchtern, sachlich und weise erklärt er die Grundlagen für ein Leben, das den Anforderungen der Humanität entspricht und dem natürlichen Streben der menschlichen Natur nach Wahrheit, und Gottesnähe gerecht wird. Dabei enthüllt er Geheimnisse des Qur-âns, die uns verstehen lassen, warum der Qur-ân das größte Wunder genannt wird, das der Menschheit je zuteil wurde. So endet der erste Abschnitt seiner Rede mit einer Erläuterung der Wege zur vollkommenen geistigen Verbindung mit Gott.

Zur zweiten Frage, in der der Zustand des Menschen nach dem Tode behandelt wird, vermittelt Hadhrat Ahmadas Kenntnisse über das Jenseits, wie sie im Qur-ân geschildert werden. Von drei Welten oder drei verschiedenen Stadien des menschlichen Lebens wird berichtet, dem Zustand des Menschen im Diesseits, jenem, den er unmittelbar nach seinem Verscheiden erlebt, und jenem, der seiner Seele als Folge seiner guten oder schlechtenTaten im Jenseits zuteil wird. Bar jeder Spekulation, gegründet auf dem klaren Wissen, das der Qur-ân jenen gewährt, die durch ein reines Leben Zugang zum Verständnis der göttlichen Worte haben, werden wir Leser aufgeklärt über das, was uns nach dem Tode erwartet. Stets geleitet von einer tiefgehenden Analyse der qur-ânischen Verse, die sich mit der Realität des Lebens nach dem Tode beschäftigen, weiht Hadhrat Ahmadas uns klar und unmissverständlich in die Aussagen der Offenbarung Gottes ein und verhilft so zu Erkenntnissen, die uns Vorurteile und Zweifel an der Existenz der menschlichen Seele nach dem Sterben rauben.

Mittel, um das Ziel des menschlichen Lebens zu erreichen, legt Hadhrat Ahmadas in seiner Beantwortung der dritten Frage, der nach dem Sinn des Lebens, dar. Mittel, die unseren natürlichen Bedürfnissen, unserem Sinn für ein Streben nach Wahrhaftigkeit und Liebe entsprechen. Sieben Wege führt er so an, die uns überzeugen, dass es gute Gründe für unsere Existenz gibt, und uns aus dem Irrtum leiten, wir wären zu einem Leben in Abhängigkeit von unserer Sinnlichkeit und zur Absurdität verurteilt.

Mit der vierten Frage, die die Wirkung des göttlichen Gesetzes auf den Menschen untersucht, beleuchtet Hadhrat Ahmadas die Wege, die Gott eingeschlagen hat, um sein Geschöpf, den Menschen, aus der Nacht des Aberglaubens zu retten.

Quellen der Gotteserkenntnis lautet das abschließende Kapitel, in dem Hadhrat Ahmadas eindringlich auf der Grundlage eigener Erfahrungen belegt, dass Mitteilungen Gottes an den Menschen, durch Wahrtraum, Vision und Offenbarung nicht in den Bereich der Illusion gehören, sondern Bestandteil des täglichen Lebens eines wahren Muslims sind. Hellsichtig vermittelt Hadhrat Ahmadas, dass die Aussagen des Qur-âns, denen zur Folge Gott Seine Existenz durch Seine Zeichen und Worte manifestiert, nach wie vor Gültigkeit besitzen, dass sie der Ursprung vollkommenen Wissens sind und dass sie in der Nachfolge des Heiligen Propheten Muhammadsaw erfahren werden können.

Mit ungewöhnlicher Scharfsichtigkeit, demütig, aber machtvoll wird dem Leser dieses Werkes eine neue Dimension menschlichen Daseins vor Augen geführt. Die 200 Seiten des Buches gründen ausschließlich auf dem Qur-ân, sie belegen seine Lebendigkeit und Aktualität, schärfen den Verstand und gewähren einen neuen Glauben. Keine noch so präzise Zusammenfassung seiner Inhalte aber kann ein direktes Studium von Die Philosophie der Lehren des Islam ersetzen. Es ist ein Meisterwerk, von zeitloser Gültigkeit, von erleuchtendem Glanz.

 

Hadayatullah Hübsch

Einleitung

Eine Person namens Swami Sadhu Shugan Chandra verbrachte drei oder vier Jahre seines Lebens damit, die Kaste der Kaaisth Hindu zu reformieren. Im Jahre 1892 kam er zu dem Schluss, dass solange die Menschen nicht unter einem religiösen Dach zusammengefasst würden, seine Anstrengungen umsonst wären.

Daher machte er den Vorschlag, eine religiöse Konferenz einzuberufen, deren erste im Jahre 1892 in Ajmer (etwa 370 km südwestlich von Neu Delhi im Bundesstaat Rajasthan; Anm. d. Ü.) stattfand.

1896 legte er fest, dass Lahore ein geeigneter Tagungsort wäre, und er begann mit den Vorbereitungen für die zweite derartige religiöse Konferenz. Swami Sahib ernannte ein Komitee, das die Aufsicht über die Vorbereitungen ausüben sollte. Master Duragh Parshad war der Präsident dieses Komitees und Lala Dhanpat Roy, BA, LLB, der Chefsekretär.

Die für diese Veranstaltung ausersehenen Tage waren der 26. bis 28. Dezember 1896, und die folgenden sechs Personen wurden als Moderatoren benannt:

 

1. Roy Bahadur Babu Partol Chand Sahib, Richter am Chief Court im Pun jab.

2. Khan Bahadur Shelkh Khuda Baksh Sahib, Richter am Small Cause Court in Lahore.

3. Roy Bahadur Pandit Radhma Kishan Sahib Cole, Verteidiger am Chief Court in Lahore, ehemaliger Gouverneur von Jammu.

4. Hadhrat Maulvi Hakeem Nur-ud-Din Sahib, Königlicher Leibarzt.

5. Roy Bhavani Das Sahib, MA, Zusätzlicher Siedlungsbeauftragter aus Jhelum.

6. Sardar Jawahar Singh Sahib, Sekretär des Khalsa Komitees aus Lahore.

Das Komitee lud die gelehrten Vertreter der Muslime, Christen und Aryas ein, die Vorzüglichkeiten ihrer jeweiligen Glaubensbekenntnisse vorzustellen. Das Ziel der Konferenz Großer Religionen, abzuhalten in der Stadthalle von Lahore, war, die Vorzüge der wahren Religion anlässlich einer Zusammenkunft kultivierter Personen darzulegen, so dass deren Liebe in ihre Herzen einflöße, und dass jene deren Argumente und Beweise gut kennenlernten.Den gelehrten Heiligen jeder Religion wurde somit die Gelegenheit gegeben, andere von der Wahrheit ihrer jeweiligen Religion zu überzeugen, während es andererseits den Zuhörern möglich wäre, jede Rede im Vergleich zu den anderen zu beurteilen und die Wahrheit, wo auch immer sie zu finden wäre, anzunehmen.

Dazu hieß es:

 

„Streitigkeiten zwischen den Anhängern verschiedener Religionen haben den Wunsch erweckt, nach dem wahren Glauben zu suchen. Dies wird am besten durch die Zusammenkunft der gelehrten Prediger und Lehrer erreicht, so dass sie im Rahmen einiger weniger veröffentlichter Fragen die Schönheiten ihrer jeweiligen Glaubensinhalte darlegen können. Während einer solchen Konferenz wird die wahrhaftige Religion Gottes gewiss offensichtlich werden.

Dies ist das Ziel der Konferenz. Jeder gelehrte Lehrer und Prediger weiß darum, dass er verpflichtet ist, die Wahrheiten seines Glaubens augenscheinlich zu machen. Die Konferenz wird aus dem Grund veranstaltet, dass die Wahrheit manifest werde, und ist somit eine gottgegebene Gelegenheit für sie (die gelehrten Heiligen), diesem Ziel gerecht zu werden. Derartige Gelegenheiten sind uns nicht immer gegeben.“

 

Sich weiter über sie (die Gelehrten; Anm. d. Ü.) auslassend, schrieb Swami Sahib:

 

„Wenn eine Person sieht, dass eine andere an einer tödlichen Krankheit leidet, und er fest daran glaubt, dass er im Besitz des Heilmittels für diese Krankheit ist, und er weiterhin beansprucht, Mitgefühl für seine Mitmenschen zu haben, wie ist es ihm dann möglich, sich abzuwenden, wenn er gerufen wird, ein Heilmittel beizubringen. Mein Herz ist mit dem Verlangen angefüllt, zu erfahren, welche die Religion voll mit Wahrheit ist. Ich habe nicht die Worte, meiner Leidenschaft Ausdruck zu verleihen.“

 

Repräsentanten unterschiedlicher Religionen akzeptierten Swami Sahibs Einladung und die Konferenz Großer Religionen fand während der Weihnachtsferien 1896 statt. Von jedem Redner wurde verlangt, fünf Fragen anzusprechen, die im Voraus vom Komitee veröffentlicht wurden. Das Komitee setzte darüber hinaus als Bedingung fest, dass jeder Sprecher die Antworten soweit wie möglich auf das Heilige Buch seiner Religion beschränken sollte. Die Fragen lauteten:

 

1. Welches sind die physischen, moralischen und spirituellen Zustände des Menschen?

2. Was ist der Zustand des Menschen nach dem Tode?

3. Was ist der wahrhaftige Zweck der menschlichen Schöpfung auf der Erde und wie kann dieser erreicht werden?

4. Welcher Art sind die Einflüsse seiner eigenen Handlungen im diesseitigen und jenseitigen Leben?

5. Was sind die Quellen göttlichen Wissens?

 

Die Konferenz fand vom 26. bis 29. Dezember statt und wurde von Vertretern der Sanatan Dharm, des Hinduismus, der Aray Samaj, der Freidenker, der Brajmo Samaj, der Theosophischen Gesellschaft, der Gruppierung Religion der Harmonie, von Christen, Muslimen und Sikhs besucht. Alle Vertreter sprachen auf dieser Konferenz, jedoch nur einer der Vorträge gab eine wahre und vollständige Antwort auf alle fünf Fragen.Worte können die Atmosphäre nicht beschreiben, die herrschte, als Maulvi Abdul Karim Sialkoti höchst ausdrucksvoll den Vortrag des Verheißenen Messiasas verlas. Jede Person, ungeachtet welcher Religionszugehörigkeit, konnte nicht anders, als seine Anerkennung und Billigung zum Ausdruck zu bringen. Es gab nicht einen Menschen, der nicht vertieft und entzückt war. Der Vortragsstil war überaus fesselnd und ansprechend. Welch besserer Beweis für die Vortrefflichkeit dieser Schrift als die Tatsache, dass sogar die Gegner voller Lob waren. Ungeachtet dessen, eine christliche Zeitung zu sein, betrachtete die „Civil And Military Gazette“ aus Lahore diese Rede als die einzig erwähnenswerte, und es war die einzige, die von jener aufs Höchste gelobt wurde.Diese Rede wurde von Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad aus Qadianas verfasst, dem Begründer der Ahmadiyya Muslim Jamaat. Sie konnte nicht in den zwei zur Verfügung gestellten Stunden verlesen werden, weswegen die Konferenz um einen Tag verlängert werden musste. Die Zeitung „Tunjab Observer“ füllte Spalte um Spalte des Beifalls über sie. „Taisa Akhban“, „Chaudhvin Sadee“, „Sadiq-ul-Akhbaar“, „Mukhbir i Dakkan“ und der „General-o-Gohari Asifi“ aus Kalkutta, usw., alle diese Zeitungen waren einmütig in ihrem Jubel. NichtMuslime und Nicht-Inder, alle erklärten diesen Essay zu dem überlegensten der Konferenz.

Der Sekretär der Konferenz, Lala Dhanpat Roy, BA, LLB, Verteidiger am Chief Court Punjab, schrieb in seinem „Bericht über die Konferenz Großer Religionen“ (Dharam Mohotsu):

„Auf die Rede des Pandit Gordhan Das Sahib folgte eine halbstündige Unterbrechung. Da auf dem nächsten Tagesordnungspunkt das Verlesen einer Rede im Namen eines berühmten Verfechters des Islams stand, verließen die meisten Leute nicht ihre Plätze. Das große Islamia-College-Gebäude begann sich lange vor 13.30 Uhr zu füllen. Die Menge umfasste 7.000 bis 8.000 Menschen. Anwesend war ein gebildetes und aufgeschlossenes Publikum unterschiedlicher Religionszugehörigkeiten und Nationen, und obwohl reichlich Tische, Stühle und Fußbodenplätze zur Verfügung gestellt worden waren, hatten doch hunderte von Anwesenden keine andere Möglichkeit als zu stehen. Die Besucher setzten sich aus vielen Würdenträgern, Führern des Punjabs, Gelehrten, Rechtsanwälten, Juristen, Professoren, Zusatzassistenten und Doktoren zusammen. Kurzum, mannigfache Vertreter der gebildeten Gesellschaft waren anwesend.Sie standen vier bis fünf Stunden und hörten mit großer Geduld und gespannter Aufmerksamkeit zu, und dies zeigt, wie tief sie sich dieser heiligen Sache annahmen. Der Verfasser der Rede nahm nicht in persona teil, einer seiner Gefolgsleute jedoch, Maulvi Abdul Karim Sialkoti, war damit beauftragt, selbige auf der Konferenz vorzutragen.Das Komitee hatte dem Essay zwei Stunden zugebilligt; doch war es zu diesem Zeitpunkt noch nicht beendet. Da sie das lebhafte Interesse sahen, das vom Publikum gezeigt wurde, einigten sich die Moderatoren bereitwillig, die Sitzung bis zum Ende der Rede auszudehnen. Diese Entscheidung entsprach voll und ganz den Wünschen der Teilnehmer. Maulvi Yusuf Mubarak All erklärte sich damit einverstanden, auf seine Redezeit zu verzichten, so dass Mirza Sahibs Essay zu Ende vorgetragen werden konnte. Dies wurde vom Publikum und den Moderatoren weithin gewürdigt.Das Ende der Konferenz war für 16.30 Uhr vorgesehen, in Anbetracht der Wünsche des Publikums wurde sie bis nach 17.30 Uhr verlängert. Das Essay wurde in vier Stunden vorgetragen, und von Anfang bis Ende war es höchst interessant und wurde hochgeschätzt.“

 

Nach dem Erhalt prophetischer Offenbarung von Gott am 21. Dezember 1896, einige Tage vor der Konferenz, hatte der Begründer der Ahmadiyya Muslim Jamaat öffentlich verkündet, dass sein Essay das Überwältigende sein würde.Die Übersetzung seiner Erklärung ist nachstehend angeführt.

Eine großartige Neuigkeit für Wahrheitssucher

 

„Anlässlich der Konferenz Großer Religionen, die am 26., 27. und 28. Dezember 4896 in der Stadthalle von Lahore stattfindet, wird ein Aufsatz dieses Demütigen verlesen werden, der sich mit den Schönheiten und Wundern des Heiligen Qur-âns beschäftigt. Dieser Aufsatz ist nicht das Ergebnis gewöhnlicher menschlicher Anstrengung, sondern ein Zeichen unter den Zeichen Gottes, geschrieben mit Seiner speziellen Unterstützung. Er beschreibt die Schönheiten und Wahrheiten des Heiligen Qur-âns und beweist wie die Mittagssonne, dass der Heilige Qur-ân in Wahrheit Gottes eigenes Wort ist und ein Buch, offenbart vom Herrn aller Schöpfung. Jedermann, der diesem Aufsatz von Anfang bis Ende zuhört, meiner Schilderung aller fünf für diese Konferenz vorgegebenen Themen, wird, ich bin sicher, einen neuen Glauben entwickeln und wird ein neues Licht wahrnehmen, welches in ihm selbst scheint, und wird einen umfassenden Kommentar zum Heiligen Wort Gottes erwerben.

Dieser mein Aufsatz ist frei von menschlicher Schwäche, leeren Prahlereien und eitlen Behauptungen. Ich wurde durch die Sympathie meinen Mitmenschen gegenüber dazu bewegt, diese Verkündigung zu machen, so dass sie die Schönheit des Heiligen Qur-âns bezeugen können und erkennen sollten, wie unsere Feinde darin irren, dass sie die Dunkelheit lieben und das Licht hassen. Gott, der Allwissende, hat mir offenbart, dass mein Aufsatz allen anderen Aufsätzen überlegen erklärt werden wird. Er ist erfüllt von dem Licht der Wahrheit, der Weisheit und des Verständnisses, was alle anderen Beteiligten beschämen wird, vorausgesetzt, sie nehmen an der Konferenz teil und schenken ihr von Anfang bis Ende Gehör. Sie werden nicht dazu in der Lage sein, diesen Eigenschaften etwas Gleiches aus ihren Schriften entgegenzusetzen, seien sie Christen oder Aryas oder jene der Sanatan Dharm oder irgendwelcher anderer, weil Gott es so bestimmt hat, dass anlässlich dieses Tages die Herrlichkeit Seines Heiligen Buches manifestiert wird.

Ich sah in einer Vision, dass sich aus dem Ungesehenen heraus eine Hand auf mein Haus legte, und dass bei der Berührung dieser Hand ein glänzendes Licht aus dem Haus hervorbrach und sich in alle Richtungen ausbreitete. Es erleuchtete ebenso meine Hände. Daraufhin proklamierte jemand, der in meiner Nähe stand, mit lauter Stimme:

 

 

„Allah- o-Akbar, Kharibat Khaibar (Allah ist der Größte, Khaibar ist gefallen).“

 

Die Interpretation lautet, dass mit meinem Haus mein Herz gemeint ist, auf welches das himmlische Licht der Wahrheiten des Heiligen Qur-âns herabsank, und mit Khaibar sind all jene entstellten Religionen gemeint, die von Heidentum und Unwahrheit heimgesucht sind, in denen der Mensch emporgehoben wurde, den Platz Gottes einzunehmen, oder in denen göttliche Attribute aus ihren vollkommenen Stellungen herabgerissen wurden. Auf diese Weise wurde mir bekanntgegeben, dass die weite Verbreitung dieses Aufsatzes die Unwahrheit falscher Religionen entlarven werde, und dass sich die Wahrheit des Qur-âns zunehmend über die Welt verbreiten wird, bis sie ihren Zenit erreicht haben wird.

Von dieser Vision aus bewegte sich mein Geist weiter zum Empfang der Offenbarung und ich empfing die Offenbarung:

 

 

 

„Gott ist mit dir und Gott steht, wo du stehst. Dies ist eine Metapher, die die Versicherungen Göttlicher Unterstützung überbringt.“

 

Ich brauche weiter nichts zu schreiben. Ich dränge jedermann, dieser Konferenz beizuwohnen, selbst auf Kosten einiger Unannehmlichkeiten, und diesen Wahrheiten zu lauschen. Falls sie es tun, werden ihr Verstand und ihr Glaube solchen Nutzen daraus ziehen, wie sie sich es in ihren kühnsten Träumen nicht vorstellen können. Friede sei auf denen, die der Leitung folgen.

 

Ghulam Ahmad

Qadian, 21. Dezember 1896

 

An dieser Stelle scheint es angemessen, als Beispiel die Meinungen einiger weniger Zeitungen von damals anzuführen:

 

„Civil And Military Gazette”, Lahore (Auszüge):

 

„Die Teilnehmer dieser Konferenz zeigten für den Vortrag von Mirza Ghulam Ahmad aus Qadian großes Interesse. Sein Aufsatz war eine sachkundige und fehlerlose Verteidigung des Islams, eine große Zahl Menschen aus allen Gesellschaftsschichten kam von nah und fern, um diesen anzuhören. Mirza Sahib war es unmöglich, selbst zu erscheinen, so wurde sein Essay von einem seiner äußerst fähigen Schüler, Maulvi Abdul Karim Sialkoti, vorgetragen. Am 27. Dezember widmete er der Rede vier Stunden, und sie wurde von der aufmerksamen Zuhörerschaft sehr gut aufgenommen. Jedoch war es ihm in diesen vier Stunden nur möglich, eine der fünf Fragen zu behandeln. Maulvi Abdul Karim versprach, dass er mit dem Vortrag fortführe, wenn er dafür mehr Zeit bekäme. Die Organisatoren und Präsidenten entschieden daher, die Konferenz um einen Extratag zu verlängern.“

 

„Chaudhvin Sadee“, Rawalpindi, vom 1. Februar 1897 (Auszüge);

 

“Der mit Abstand beste Vortrag war jener von Mirza Ghulam Ahmad verfasste, der auf die großartigste Art und Weise von dem berühmten und ausdrucksstarken Redner Maulvi Abdul Karim Sialkoti verlesen wurde. Der Aufsatz wurde in insgesamt sechs Stunden vorgetragen; vier Stunden lang am 27. Dezember und zwei Stunden am 29. Dezember, und er umfasst 100 Seiten. Das Publikum war bezaubert; jedem Satz wurde applaudiert. Manchmal bat das Publikum darum, dass ganze Sätze abermals und nochmals wiederholt werden. Niemals zuvor haben wir einen derartig erfreulichen Vortrag gehört. In Wahrheit haben die Vertreter der anderen Religionen die von der Konferenz aufgestellten Fragen gar nicht angesprochen. Die meisten Redner behandelten die vierte Frage ausführlich, und streiften die anderen nur sehr oberflächlich. Die Mehrheit der Redner sprach viel und sagte wenig. Die Ausnahme war der Aufsatz Mirza Sahibs, der auf jede der einzelnen Fragen eine detaillierte und umfassende Antwort gab. Das Publikum lauschte mit großem Interesse und ungeteilter Aufmerksamkeit einem Vortrag, den es mit Abstand als am besten und herausragendsten ansah. Wir sind weder Gefolgsleute von Mirza Sahib noch haben wir irgendeinen Kontakt zu ihm. Jedoch dürfen wir in unserer Berichterstattung nicht ungerecht sein. In Beantwortung der Fragen berief Mirza Sahib sich ausschließlich auf den Qur-ân. Jegliches islamisches Hauptprinzip wurde unter Verwendung logischer und überzeugender Argumente makellos erklärt. Zuerst logische Argumente zu benutzen, um die Existenz Gottes zu beweisen, und dann das Wort Gottes zu zitieren, ist ein Stil, den wir höchst entzückend finden. Mirza Sahib erörterte nicht nur die Philosophie der qur-ânischen Lehren, sondern er erklärte ebenfalls die Philosophie und Philologie der qur-ânischen Sprache. Kurzum, Mirza Sahibs Aufsatz war vollständig und umfassend, angefüllt mit Edelsteinen des Wissens, der Weisheit, Wahrheit und Mysterien. Die Philosophie des Göttlichen wurde so fabelhaft verdeutlicht, dass das gesamte Publikum vollkommen perplex war. Sein Vortrag war der Bestbesuchte, in einer Halle, vollgepackt vom Boden bis zur Decke.

Das gesamte Publikum hörte höchst aufmerksam zu. Um den Unterschied zu Mirza Sahibs Vortrag und denen anderer Redner zu verdeutlichen, genügt es zu sagen, dass die Menschen zusammenströmten, um seinen Aufsatz zu hören, währenddessen sie die der anderen aus Langeweile verließen. Die Rede von Maulvi Muhammad Hussain Batalvi war schlecht. Es war nichts als der übliche banale Mullaismus, nichts daran war außergewöhnlich. Viele Leute gingen während der zweiten Rede von Maulvi Mausoof, und Maulvi Mamduh wurden nicht einmal einige extra Minuten gewährt, um seine Rede zu beenden.“

 

General-o-Gohar Asifi, Kalkutta, 24. Januar 1897 (Auszüge)

(Der folgende Artikel wurde unter dem doppelten Titel Die Konferenz Großer Religionen und Der Sieg des Islams veröffentlicht).

„Bevor die Konferenz im Allgemeinen besprochen wird, möchten wir darauf hinweisen, dass wir (wie unsere Leser wissen) in früheren Ausgaben schon diskutiert haben, welcher gelehrte Heilige die Sache des Islams am besten präsentiere. In Anbetracht eines offenen und gerechten Urteils erwählte einer unserer bedeutenden Korrespondenten Mirza Ghulam Ahmad aus Qadian zum Champion des Islams, wie auch ein weiterer Korrespondent in einem Brief an uns die gleiche Meinung äußerte. Maulvi Fakhruddin Sahib Fakhr befürwortete nachdrücklich, dass Mirza Ghulam Ahmad aus Qadian die Liste anführe, gefolgt von Sir Syed Ahmad Sahib aus Aligarh. Die weiteren Namen, die er als mögliche Champions des Islam vorschlug, lauten: Maulvi Abu Saeed Muhammad Hussain Sahib Batalvi, Haji Syed Muhammad All Sahib Kanpuri und Maulvi Ahmad Hussain Sahib Azeemebadi. Es wäre an dieser Stelle nicht unangebracht zu erwähnen, dass einer unserer Korrespondenten auch den Namen von Maulvi Abdul Haq Sahib Delvi vorschlug, den Autor des Tafseer-i-Haggani.“

 

Nach dem Abdruck eines Auszugs aus der Einladung Swami Shugan Chandras Einladung zu der Konferenz, schreibt die Zeitung weiter:

 

“Nachdem nun die Konferenz auf Plakaten ankündigt ist, welcher Gelehrten Ehrgeiz wird wohl erweckt werden, die heilige Religion des Islams zu präsentieren? Inwieweit werden sie sich der Sache annehmen und über den Weg der vernünftigen Argumentation die anderen mit der Majestät des Göttlichen beeindrucken? Aus verlässlichen Quellen wissen wir, dass die Organisatoren der Konferenz Einladungsbriefe an Mirza Ghulam Ahmad Sahib und Sir Syed Ahmad Sahib verschickt haben. Sein schlechter Gesundheitszustand hielt Hadhrat Mirza Sahib davon ab, persönlich zu erscheinen, aber er beauftragte einen seiner Top-Gefolgsleute, Maulvi Abdul Karim Sialkoti, damit, seinen Aufsatz auf der Konferenz zu verlesen. Sir Syed jedoch nahm weder teil, noch reichte er einen Vortrag ein, und es waren nicht das Alter oder andere Verpflichtungen, die ihn davon abhielten. Tatsächlich betrachtete er es als unter seiner Würde stehend, religiöse Konferenzen zu beachten. Als Antwort auf die Einladung (wir werden seine Antwort in einer unserer zukünftigen Ausgaben veröffentlichen) schrieb er: „Ich bin kein Prediger oder ein Reformer oder ein Maulvi. Diese Konferenz ist für Prediger und Reformatoren.“ Maulvi Syed Muhammad All Sahib Kanpuri, Maulvi Abdul Haq Sahib Delhvi und Maulvi Ahmad Hussain Sahib Azeemabadi zeigten kein großes Interesse an der Konferenz, und nicht einer aus der großen Schar der anderen gebildeten religiösen Gelehrten unseres Landes geruhte, irgendeinen Aufsatz zur dortigen Präsentation vorzubereiten. Zugegeben, ein oder zwei Personen nahmen die Herausforderung an, nur um dann ihre Anstrengungen auf sie zurückfallen zu sehen. Wie unser nächster Bericht beweisen wird, äußerten sie entweder nichts Relevantes oder sie gaben nur ein paar wenige leere Bemerkungen von sich. Der Verlauf der Konferenz zeigt, dass es ausschließlich Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad aus Qadian war, der wahrhaftig die Sache des Islam meisterte, und dass er das Vertrauen ehrte, welches die Menschen in ihn setzten, die Sache des Islams zu vertreten. Seine Darstellung wurde von vielen islamischen Gemeinden Indiens aus Peshawar, Rawalpindi, Jhelum, Shahpur, Bhera, Khushab, Sialkot, Jamoon, Wazeerabad, Lahore, Amritsar, Gurdaspur, Ludhiyana, Shimla, Delhi, Ambala, Riasat Patiala, Dera Doon, Ilahabad, Madras, Bombay, Hyderabad-Dakkan und Bangalore, etc., gebilligt. Es ist wahr zu sagen, dass, wenn Mirza Sahibs Aufsatz nicht vorgetragen worden wäre, sich die Muslime im Vergleich zu den anderen Religionen blamiert hätten. Wäre es nicht für die mächtige Hand des Allmächtigen gewesen, hätte die Religion des Islam nicht die Oberhand gewonnen. Es ist Mirza Sahibs Essay zu verdanken, dass die Glorie des Islams etabliert wurde. Freund und Gegner gleichermaßen gaben die Überlegenheit dieses Aufsatzes über die anderen zu. In der Tat, nachdem er vorüber war, waren selbst die Feinde des Islam dazu gezwungen zuzugeben, dass der Vortrag ihnen geholfen habe, die Lehren des Islams zu verstehen, und dass der Islam siegreich gewesen sei. Mirza Sahibs Wahl zum Champion des Islams ist höchst angemessen; niemand kann gegen seine Ernennung Einspruch erheben. Er hat uns einen Grund gegeben, stolz zu sein, und darin liegt die Glorie und Größe des Islam.

Dies war erst die zweite Konferenz Großer Religionen, die Größe der Zusammenkunft jedoch und ihr hohes intellektuelles Niveau haben alle anderen Kongresse und Konferenzen bei weitem überholt. Große Führer aus allen Hauptstädten Indiens waren anwesend, und wir sind stolz darauf sagen zu können, dass auch die Stadt Madras repräsentiert wurde. Die Konferenz stellte sich als so interessant heraus, dass die Organisatoren die auf drei Tage angesetzte (Konferenz; Anm. d. Ü.) auf vier erweitern mussten. Die Organisatoren hatten das Islamia-College zum Tagungsort auserwählt, da dies der größte öffentliche Platz in Lahore war. Es nahmen jedoch so viele Menschen teil, dass sich sogar dieser riesige Platz als unzureichend erwies. Der große Erfolg dieser Konferenz kann auch an der Tatsache gesehen werden, dass nicht nur die führenden Bürger des Punjab teilnahmen, sondern auch die Richter des Chief Court und High Court in Allahabad, die ehrenwerten Babu Partol Chand Sahib und Herr Bannerli anwesend waren.“

 

(Ende der Zeitungsartikelauszüge)

Hadhrat Mirza Ghulam Ahmads Aufsatz wurde im „The Report of the Conference of Great Religions“ abgedruckt, und die Ahmadiyya Muslim Jamaat hat selbigen in Buchform unter dem Titel „Islami Usool ki Philosophy“ veröffentlicht. Unter dem Titel „The Philosophy of the Teachings of Islam“ („Die Philosophie der Lehren des Islams“) wurde es ins Englische übersetzt. Viele Auflagen dieses Buches wurden gedruckt, und es wurde ins Französische, Dänische, Spanische, Arabische, Deutsche und in verschiedene andere Sprachen übersetzt.

Von vielen Philosophen und ausländischen Zeitungen erhielt es günstige Kritiken, und viele westliche Intellektuelle haben es hochgepriesen, z. B. (in Auszügen):

 

“The Bristol Times and Mirror” schrieb:

 

„Wahrlich, der Mann, der Europa und Amerika auf diese Weise anspricht, kann keine gewöhnliche Person sein.“

 

Das „Spiritual Journal“, Boston, schrieb:

 

„Dieses Buch ist eine gute Neuigkeit für die gesamte Menschheit.“

 

Die „Theosophical Booknotes“ schrieb:

 

„Dieses Buch ist ein höchst wunderbares und gewinnendes Bild der Religion von Muhammad.“

 

Die „Indian Review“ schrieb:

 

„Dieses Buch repräsentiert klares Denken und vollkommene Weisheit und der Leser hat keine andere Wahl, als es zu loben.“

 

Die „Muslim Review“ schrieb:

 

„Jeder, der dieses Buch liest, kann nicht anders als eine Vielzahl von äußerst tiefen und für die Seele sehr erfreulichen Wahrheiten entdecken.“

 

Die Schönheit dieses Aufsatzes liegt darin, dass es keine Religion angreift; es erklärt ausschließlich die Schönheit und Vorteile des Islams. Alle Fragen werden bezugnehmend auf den Heiligen Qur-ân auf eine Art und Weise beantwortet, die die Vollkommenheit des Islams beweisen und seine Überlegenheit über alle anderen Religionen.

 

Jalal-ud-Din-Shams

Einführung des Verfassers

1

Islam

 

Grundsatz: Behauptung und Beweise müssen aus dem offenbarten Buch selbst stammen

Diese segensreiche Versammlung wurde einberufen, um den geladenen Rednern die Gelegenheit zu geben, im Rahmen der zur Diskussion gestellten Fragen die Vorzüge ihrer eigenen Religion darzulegen. Ich selbst werde bei den Schönheiten des Islams verweilen. Bevor ich aber auf das eigentliche Thema eingehe, möchte ich festhalten, dass meine Ausführungen allesamt auf dem Heiligen Qur-ân, dem reinen Wort Gottes, beruhen und von ihm abgeleitet werden. Ich betrachte es als das Allerwichtigste, dass jeder, der an eine religiöse Schrift als das offenbarte Wort Gottes glaubt, sich zur Darlegung seiner Religion darauf beschränkt, sich auf sein heiliges Buch zu berufen und nicht Dinge zu erzählen, die außerhalb des Buches stehen. Denn, wenn er seine Ausführungen der Regel nicht unterstellt, wird es heißen, dass er sozusagen ein neues Buch erfindet. Da meine Aufgabe darin besteht, die Schönheiten des Qur-âns aufzuzeigen und seine exklusive Überlegenheit unter Beweis zu stellen, werde ich, diese Regel befolgend, allein auf den Qur-ân stützend nur das ausdrücken, was seine Worte klar und deutlich enthalten, oder was vernunftgemäß daraus abgeleitet werden kann. Dies soll den Zuhörern ermöglichen, den Wert der verschiedenen Bücher, von welchen behauptet wird, sie seien von Gott offenbart worden, zu Vergleichszwecken einzuschätzen.

Da es zu erwarten ist, dass die anderen Redner ihre Ausführungen ebenfalls auf die Inhalte ihrer offenbarten Bücher beschränken, werde ich sogar auch darauf verzichten, die Traditionssprüche des Heiligen Propheten Muhammadssaw als Quellen für meine Angaben zu verwenden. Denn schließlich können alle richtig überlieferten Traditionssprüche zum Qur-ân selbst zurückverfolgt werden, welcher das vollkommene und letzte heilige Buch ist. Kurz, heute wird sich die Herrlichkeit und Überlegenheit des Qur-âns manifestieren, und ich erflehe die Unterstützung Gottes für dieses Unternehmen, Amien!

1 Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen.

Wir lobpreisen Ihn und erflehen Seine Segnungen auf Seinen edlen Propheten.

 

 

1. Erste Frage: Was sind die physischen, moralischen und geistigen Zustände des Menschen?

 

Einige an den Anfang dieser Abhandlung gestellten einleitenden Bemerkungen mögen auf den ersten Blick als belanglos und unzutreffend erscheinen, aber sie sind wichtig, indem sie zum besseren Verständnis des ihnen folgenden Themas beitragen. Darum habe ich sie als erklärende Einleitung ausgesprochen.

 

1.1 Dreiteilung der Zustände des Menschen

 

Die erste Frage betrifft die physischen (natürlichen), moralischen und geistigen Zustände des Menschen. Diese Dreiteilung wird im Heiligen Qur-ân so dargestellt, dass jedem der drei Zustände ein eigener Ursprung zugeordnet wird. Mit anderen Worten: er erwähnt drei verschiedene Quellen, denen diese drei Zustände entspringen.

 

Die erste Quelle: Der zum Bösen verleitende Trieb in uns

 

Die erste Quelle, welcher der physische Zustand des Menschen entspringt, wird im Heiligen Qur-ân mit Nafs-e-ammara oder der unbeherrschte Trieb