Der Rücktritt - Jürg Amann - ebook

Der Rücktritt ebook

Jürg Amann

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Opis

Bereits in seinem Buch "Tod Weidigs" schlug Jürg Amann einen für ihn ungewöhnlich heftigen politischen Ton an. Waren es dort aber noch politische Parabeln, die immer und überall gelten konnten, greift er mit seinem Stück "Der Rücktritt", der gleichermaßen für das Theater im Kopf des Lesers wie für das Theater auf der Bühne geschrieben ist, direkt ins laufende Geschehen ein. "Eine nationale Tragödie" nennt Amann sein Stück ironisch im Untertitel. Was ist geschehen? Nichts weiter, als dass ein traditionsreiches skandalöses System, die Verflechtung von Wirtschaft und Politik, endlich Schiffbruch erlitten hat. Eine Bundesrätin muss zurücktreten, weil sie als Justizministerin in Kollision mit der vermuteten Wirtschaftskriminalität ihres Mannes geraten ist. Und das ist selbst in der Schweiz, dem Land des Konsenses aller mit allem, nicht mehr tragbar.

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Bereits in seinem letzten Prosabuch “Tod Weidigs” schlug Jürg Amann einen für ihn ungewöhnlich heftigen politischen Ton an. Waren es dort aber noch politische Parabeln, die immer und überall gelten konnten, greift er mit seinem Stück “Der Rücktritt”, der gleichermassen für das Theater im Kopf des Lesers wie für das Theater auf der Bühne geschrieben ist, - ähnlich wie Max Frisch mit seinem Dialog über eine “Schweiz ohne Armee” - direkt ins laufende Geschehen ein.

“Eine nationale Tragödie” nennt Amann sein Stück ironisch im Untertitel. Was ist geschehen? Nichts weiter, als dass ein traditionsreiches skandalöses System, die Verflechtung von Wirtschaft und Politik, endlich Schiffbruch erlitten hat. Eine Bundesrätin muss zurücktreten, weil sie als Justizministerin in Kollision mit der vermuteten Wirtschaftskriminalität ihres Mannes geraten ist. Und das ist selbst in der Schweiz, dem Land des Konsenses aller mit allem, nicht mehr tragbar.

Jürg Amann ist 1947 in Winterthur geboren. Studium der Germanistik, 1974-1976 Dramaturg am Schauspielhaus Zürich, seither freier Schriftsteller. Verschiedene Preise (1982 Ingeborg Bachmann-Preis, 1983 Conrad-Ferdinand-Meyer-Preis, 1989 Preis der Schweizer Schillerstiftung). Wichtigste Veröffentlichungen: “Verirren oder Das plötzliche Schweigen des Robert Walser”, Roman, 1978. “Die Kunst des wirkungsvollen Abgangs”, Erzählungen, 1979. “Die Baumschule”, Erzählungen, 1982. “Nachgerufen”, Prosa, 1983. “Ach, diese Wege sind sehr dunkel”, Stücke, 1985. “Patagonien”, Prosa, 1985. “Fort”, Brieferzählung, 1987. “Nach dem Fest”, Stücke, 1988. “Tod Weidigs”, Erzählungen, 1989.

Jürg Amann

Der Rücktritt

Eine nationale Tragödie(Farce in drei Bildern)

HAYMON

© 2013HAYMON verlagInnsbruck-Wienwww.haymonverlag.at

Originalausgabe: orte-Verlag AG, Zelg, 1989

Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (Druck, Fotokopie, Mikrofilm oder in einem anderen Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

Abhängig vom eingesetzten Lesegerät kann es zu unterschiedlichen Darstellungen des vom Verlag freigegebenen Textes kommen.

ISBN 978-3-7099-7323-3

Umschlag: hœretzeder grafische gestaltung, Scheffau/Tirol

Ort:

Salon in der bundesrätlichen Villa in Zumikon, Chefbüro des Justizdepartements im Berner Bundeshaus, Flur eines ausländischen Flüchtlingsauffanglagers.

Zeit:

Jetzt

Personen:

Die (Alt-) Bundesrätin

Der (Alt-) Bundesratsgatte

Die Tochter Anna

Das Dienstmädchen Dolores

Der Bundeshausweibel, Herr Schweizer

Die Bundeshausputzfrau, Frau Meier

Ein Bundeshausdiener

Zwei Beamte

Flüchtlinge

(Alle Figuren beruhen auf reiner Erfindung)

I

Salon in der bundesrätlichen Villa. Gedeckte Tafel. Die Bundesrätin und der Bundesratsgatte sitzen sich gegenüber. Dazwischen die Tochter. Alle löffeln lustlos in ihrer Suppe. Im Hintergrund, im Türrahmen, das Dienstmädchen. Niemand spricht. Nach einer Weile:

Die Bundesrätin:

(lässt den Löffel in den Teller sinken, lehnt sich zurück)

Die Suppe ist gründlich versalzen.

Anna:

(löffelt tapfer weiter)

Das finde ich nicht.Gesalzen, aber nicht versalzen.

Die Bundesrätin:

Davon verstehst du nichts.

Anna:

Verstehe ich doch.

Die Bundesrätin:

(schlägt mit der Hand auf den Tisch)

Wenn ich dir sage, dass die Suppe versalzen ist, dann ist sie versalzen!

Anna:

(trotzig)

Dann ist der Koch eben verliebt.

Die Bundesrätin:

(schaut sie vielsagend an)

In mich jedenfalls nicht.

Anna:

Das sagt man doch so.

Die Bundesrätin:

So? Sagt man das so?

Anna:

Jawohl!

Die Bundesrätin:

Du musst es ja wissen.

Der Bundesratsgatte:

Elisabeth!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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