Verirren oder Das plötzliche Schweigen des Robert Walser - Jürg Amann - ebook

Verirren oder Das plötzliche Schweigen des Robert Walser ebook

Jürg Amann

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Opis

Sensibel und zurückhaltend nähert sich Jürg Amann in seinem Roman dem Schaffen und besonders dem Menschen Robert Walser. Einfühlsam und ergreifend.

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Über dieses Buch In seinem ersten längeren Prosastück ›Hardenberg‹ erzählt Jürg Amann von den letzten schicksalhaften Jahren des früh gestorbenen romantischen Dichters Novalis. Auch in diesem Roman wendet er sich einer der hervorragenden Gestalten der deutschen Literatur zu. Er rekonstruiert die letzten Jahre Robert Walsers, um festzustellen, daß dieser an seinem künstlerischen Schicksal zerbrochen ist. In dem Augenblick, in dem er vor dem Tor der Nervenheilanstalt steht, in die er sich freiwillig begibt, ist seine Existenz als Dichter zu Ende. Schöpferisch arbeitet er in Herisau nicht mehr. Er verbringt die meiste Zeit spazierend, immer in Bewegung, im krassen Widerspruch zu der am Schreibtisch fest verankerten Existenz, die er vor Herisau geführt hat.

Aus der Rekonstruktion in diesem Roman ergibt sich, daß Robert Walser Herisau aufgesucht hat, nachdem er vor der Tatsache nicht mehr hat die Augen verschließen können, daß er als Dichter verkannt wird. Ein bis dahin vom Schreiben besessener Mensch hört von einem Tag zum anderen auf zu schreiben. Was danach kommt, sind nur noch die Gespräche, die ein Mensch führt, der aus eigenem Entschluß aufgehört hat, sich als Dichter zu artikulieren. Hat er deswegen aufgehört ein Dichter zu sein? Ist ein stummer Dichter immer noch ein Dichter?

Der Autor Jürg Amann ist 1947 in Winterthur geboren. Er studierte Germanistik, Europäische Volksliteratur und Publizistik in Zürich und Berlin. Im Sommer 1973 Doktorat in Zürich. Dann lebte er ein Jahr als freier Schriftsteller und Journalist in Berlin. 1974-1976 war er Dramaturg am Schauspielhaus Zürich. 1982 war Jürg Amann Preisträger des Ingeborg-Bachmann-Preises in Klagenfurt.

Von Jürg Amann erschienen bisher: ›Hardenberg. Romantische Erzählung aus dem Nachlaß des Novalis‹, Aarau 1978, ›Die Baumschule. Berichte aus dem Reduit‹, München 1982, ›Franz Kafka‹, München 1983, ›Nachgerufen. Elf Monologe und eine Novelle‹, München 1983 und als Fischer Taschenbuch: ›Die Kunst des wirkungsvollen Abgangs. Erzählungen‹ (Bd. 5426). Für ›Das Franz Kafka Buch‹, Frankfurt a. M. 1983, schrieb Jürg Amann ein Nachwort.

JÜRG AMANN

VERIRRENODERDAS PLÖTZLICHE SCHWEIGEN DES ROBERT WALSER

ROMANHAYMON

© 2013

HAYMON verlag

Innsbruck-Wien

www.haymonverlag.at

Originalausgabe: Verlag Sauerländer, Aarau, Frankfurt am Main, 1978

Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (Druck, Fotokopie, Mikrofilm oder in einem anderen Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

Abhängig vom eingesetzten Lesegerät kann es zu unterschiedlichen Darstellungen des vom Verlag freigegebenen Textes kommen.

ISBN 978-3-7099-7310-3

Umschlag: hœretzeder grafische gestaltung, Scheffau/Tirol

Für meinen Bruder Urs, den Maler

Dieses Buch ist mit Unterstützung der Stiftung Pro Helvetia im Sommer 1977 im Nietzsche-Haus, Sils-Maria, entstanden.

»Das Sichfortbewegen auf der kürzesten Verbindungslinie zweier Punkte in gemäßigtem Tempo nennt man Gehen.

Werden auf dem Weg von A nach B willentlich Umwege eingeschlagen, dann spricht man von Spazieren.

Schlägt man Umwege ohne Absicht ein, dann hat man sich verirrt.«

Peter Rosei, »Gehen«

»Das Leben ist ja so langweilig, das fördert das Anwachsen der Käuze.«

Robert Walser, »Geschwister Tanner«

I

Wie also heute Sie, Herr Seelig, als sein Freund und Vormund, vor mir stehen, stand eines Tages hier vor mir Herr Walser. Nur daß ich ihn nicht hergerufen hatte.

Hölderlin, sagte er, habe es lange vor ihm für durchaus angezeigt gehalten, und das heiße für taktvoll, im vierzigsten Lebensjahr den gesunden Menschenverstand einzubüßen. Er selbst sei jetzt ungefähr fünfzig, so genau wisse er das nicht, er habe seit einiger Zeit die Jahre nicht mehr gezählt, aber das sei ja ohne weiteres nachprüfbar auf dem Geburtsschein, den er mir hiermit vorlege.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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