Der Makronenmord - Siegfried Schwarz - ebook

Der Makronenmord ebook

Siegfried Schwarz

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Opis

Der ehemalige Kriminalist Siegfried Schwarz stellt in Der Makronenmord sieben wahre und authentische Fälle der DDR-Kriminalgeschichte vor. Nach dem großen Erfolg seines ersten Buches Mord nach Mittag liefert der Hauptmann a. D. weitere spannende Einblicke in die Ermittlungsarbeit der Volkspolizei. Sachlich und detailgetreu lässt er uns teilhaben an den Verbrechen und ihrer Aufklärung, zeigt Hintergründe und Umstände auf und beweist: In der DDR wurde nicht wenig gemordet.

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Liczba stron: 34

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Siegfried Schwarz

Freitag, der 13.

Siebter von sieben Kriminalfällen aus der DDR

Unter Mitarbeit von Antje Penk

Bild und Heimat

Von Siegfried Schwarz liegen bei Bild und Heimat außerdem vor:

Mord nach Mittag (Blutiger Osten, 2012)

eISBN 978-3-95958-706-8

1. Auflage

© 2015 by BEBUG mbH / Bild und Heimat, Berlin

Umschlaggestaltung: fuxbux, Berlin

Umschlagabbildung: © arfo, shutterstock

Ein Verlagsverzeichnis schicken wir Ihnen gern:

BEBUG mbH / Verlag Bild und Heimat

Alexanderstr. 1

10178 Berlin

Tel. 030 / 206 109 – 0

www.bild-und-heimat.de

Im Interesse des Schutzes der Persönlichkeitsrechte der Täter, Opfer und Zeugen wurden die Namen der Beteiligten sowie einiger Handlungsorte verändert.

Freitag, der 13.

»Eben war der Brigadier aus deiner LPG hier. Er hat mir alles erzählt. Du bist zu nichts nutze!«, schimpfte die alte Frau, als der etwa fünfunddreißigjährige Mann zur Tür hereinschwankte. »Wenn ich das damals gewusst hätte, ich hätte dir die Flausen ausgetrieben! Mein Gott, wo hast du das nur her? Haben nicht dein Vater und ich unser Leben lang geschuftet? Wir haben es dir doch vorgelebt!« Siegfried Maul wollte etwas erwidern, winkte dann aber nur ab. »Und komm mir jetzt nicht wieder mit deinem Motorradunfall!« Die Frau steigerte sich in ihre Predigt hinein, als habe sich dieser Ärger seit langer Zeit angestaut und brach nun, einem Vulkanausbruch gleich, aus ihr heraus. Ihre Stimme war immer lauter geworden. »Ist gut, Mutter!«, versuchte Siegfried Maul dem Redeschwall Einhalt zu gebieten. Aber im Moment war die Frau nicht zu bremsen. »Ja, ich weiß: Erst waren es die Schmerzen, weil alles nicht richtig heilen wollte. Da hatte ich ja noch Verständnis. Ich hab’ damals schon gedacht, dass es ein bisschen viel ist, was du trinkst. Und anschließend hast du jedes Mal versprochen, dass du aufhörst. Und was erfahre ich aus dem Betrieb? Wieder besoffen am Arbeitsplatz. Ich habe die Nase gestrichen voll. Kein Wunder, dass du es in keinem Betrieb lange aushältst. Deine eigene Mutter hat ja den Glauben an dich aufgegeben! Du bist asozial! Verstehst du: asozial! Hör endlich mit dem Saufen auf! Das nimmt kein gutes Ende mit dir!« Siegfried Maul schob seine Mutter zur Seite, drängte sich an ihr vorbei und verließ den Flur in Richtung Hinterhof. Ein Schwall kalter Luft wehte herein, und die Mutter zog ihre Strickjacke eng um sich: »Ja, geh du nur! Ich habe es satt! Mach, was du willst, aber ich will es nicht mehr wissen!«

Siegfried Maul stapfte durch den Februarschnee und verließ das elterliche Grundstück durch die Gartenpforte. Dann ging er durch die Thomas-Müntzer-Straße in Richtung Roschwitz und dann zur Schachtstraße nach Friedenshall. In einem Altbau in der kleinen Siedlung Friedenshall hatte er eine Einzimmerwohnung. Er stieg die Treppe in den dritten Stock hinauf. Es war kalt und zugig dort. Schließlich stand er vor seiner Wohnungstür. Siegfried Maul suchte seinen Schlüssel und schloss umständlich auf. In der Wohnung angekommen, warf er sich mit den Sachen aufs Bett. Auch hier war es kalt. Siegfried beheizte den kleinen Kanonenofen in der Ecke so gut wie nie. Wozu auch? In der LPG arbeitete man sich warm, oder man trank einen Grog. Nach der Arbeit ging er in die Kneipe. Dort herrschten angenehme Temperaturen. Für die kurze Zeit, die er in seiner Wohnung verbrachte, zog er sich die Federdecke über die Ohren. Zur Not konnte man auch Socken und dicke Unterhosen anbehalten. Dann konnte man es hier aushalten. Er kam sowieso nur zum Schlafen. ›Morgen‹, so nahm er sich vor. ›Morgen gehe ich zur Schicht. Ich bin schon wieder blank. Wenn ich nicht gehe, kriege ich vielleicht nächste Woche gar nichts. Ach, wird schon irgendwie gehen …‹ Damit schlief er gegen 16 Uhr ein.