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Früher sammelte man in Wunderkammern alles, was selten, rätselhaft oder erstaunlich war. Im zweiten Band der Wunderkammer der Zahlenfreude öffnet sich eine ganz besondere Schublade: die Rechenuhr des Wilhelm Schickard. Im Jahr 1623, lange vor Strom und Taschenrechner, baute der Tübinger Professor eine Maschine aus Walzen, Scheiben und Zahnrädern. Oben zeigten sechs Rechenwalzen das Einmaleins nach John Napier, in der Mitte addierte ein Zahnradwerk mit dem ersten mechanischen Zehnerübertrag, und unten merkte sich ein kleines Merkwerk die Zahlen. Wenn aus 9 und 1 eine 10 wurde, schaltete ein einzelner Zahn die nächste Stelle weiter. Das Buch führt Sie ohne Vorkenntnisse an die Maschine heran. Zuerst lernen Sie ihre drei Werke kennen und rechnen 48 × 7. Dann multipliziert die Rechenuhr 93 × 86, Ziffer für Ziffer und Stelle für Stelle. Zum Schluss wird 483 durch 7 geteilt. Jeder Schritt ist mit eigens gezeichneten Grafiken im Stil der fünfziger Jahre bebildert, und die Rechenuhr selbst können Sie in der Wunderkammer der Zahlenfreude im Netz ausprobieren. Zwischendurch laden Teepausen zum Schmunzeln ein: Ein Student glaubt, die Maschine habe sich verrechnet, ein Ratsherr sucht vergeblich nach den Zeigern, und einem Kaufmann verkündet eine kleine Glocke die Ankunft einer Million. Ein ausführliches Kapitel erzählt Schickards Leben: vom Sohn eines Schreiners zum Theologen, Hebraisten und Astronomen, von der Freundschaft mit Johannes Kepler, dem Feuer, das die zweite Maschine zerstörte, den schweren Jahren der Pest und der Wiederentdeckung seiner Skizzen nach mehr als dreihundert Jahren. Heute tragen ein Informatikinstitut und ein Mondkrater seinen Namen. Als Zugabe enthält der Band das Drehbuch "Symphonie der Felder" über James Clerk Maxwell, der das Licht als elektromagnetische Welle erkannte, und den Brief "Das bleibt!" im Geist des Augustinus. Ein Buch für alle, die gern einmal einem Zahnrad beim Denken zusehen.
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Liczba stron: 73
Rok wydania: 2026
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