Jammerhalde - Bernd Franzinger - ebook

Jammerhalde ebook

Bernd Franzinger

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Opis

An der Jammerhalde, einem düsteren Nordhang im Pfälzerwald, wurde im Dreißigjährigen Krieg ein grausames Massaker verübt. Genau an diesem geschichtsträchtigen Ort wird ein männlicher Leichnam entdeckt, dem schon bald weitere folgen sollen. Alle Opfer wurden auf bestialische Art und Weise getötet und verstümmelt. Nach jedem Mord legt der Täter zudem eine weiße Lilie auf dem Gedenkstein der Jammerhalde ab. Was bedeuten diese makaberen Arrangements? Haben die Taten etwas mit einer ungelösten Liebespaar-Mordserie aus den 70er-Jahren zu tun? Die Suche nach dem brutalen Serienmörder führt Hauptkommissar Wolfram Tannenberg zu einem Historikerverein, bei dem auch seine neue Herzdame, Johanna von Hoheneck, Mitglied ist.

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Titel

Bernd Franzinger

Jammerhalde

Tannenbergs siebter Fall

Impressum

Personen und Handlung sind frei erfunden.

Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen

sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Besuchen Sie uns im Internet:

www.gmeiner-verlag.de

© 2007 – Gmeiner-Verlag GmbH

Im Ehnried 5, 88605 Meßkirch

Telefon 07575/2095-0

[email protected]

Alle Rechte vorbehalten

2. Auflage 2009

Lektorat: Isabell Michelberger, Meßkirch

Umschlaggestaltung: U.O.R.G. Lutz Eberle, Stuttgart

unter Verwendung eines Fotos von Bernd Franzinger

ISBN 978-3-8392-3362-7

.

Bibliografische Information

der Deutschen Bibliothek

Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese

Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie;

detaillierte bibliografische Daten sind im Internet

über http://dnb.ddb.de abrufbar.

Zitat

›Das Beste, was wir von der Geschichte haben,

ist der Enthusiasmus, den sie erregt.‹

Johann Wolfgang von Goethe

Prolog

Im Ameisenbau herrscht große Aufregung. Ein Spähtrupp ist gerade zurückgekehrt. Er hat eine ergiebige Futterquelle entdeckt und eine Duftspur dorthin gelegt.

Sie gehört zur Jagdabteilung. Ihre zentrale Aufgabe ist die Nahrungssuche. Im Tross der Arbeiterinnen folgt sie der duftmarkierten Straße. Die magische Spur führt an haushohen Holzstämmen und Felsen vorbei hangabwärts. Sie wuselt über Riesenblätter hinweg, überwindet frisch aufgeworfene Erdwälle.

Kein noch so schwieriges Hindernis kann sie von ihrem Auftrag abbringen. Mit all ihren Sinnen ist sie ausschließlich auf das konzentriert, was Mutter Natur ihrer Spezies einprogrammiert hat: Futter für die wertvolle Nestbrut zu beschaffen. Zu nichts anderem ist sie geboren worden.

In ihrem Jagdrevier ist sie täglich unterwegs. Hier kennt sie jedes Gewächs, jeden Stein, jedes Blatt. Die dicke Laubschicht speichert die Feuchtigkeit. Selbst jetzt im Hochsommer finden sich an diesem schattigen Nordhang noch reichlich Insektenlarven – die Leibspeise der Königinnen.

Hektisch erklimmt sie das tote Tier. An einer unbehaarten Stelle trifft sie auf ihre Artgenossinnen. Zuerst spritzt sie Ameisensäure auf das Opfer. Dann schlägt sie ihre kräftige Kaulade in den sich windenden Leib. Mit vereinten Kräften ziehen die Arbeiterinnen die dralle Made aus dem grauen, käsigen Fleisch.

Während sie hilft die Beute fortzuschleppen, wird sie plötzlich auf etwas Ungewöhnliches aufmerksam. Etwas, das völlig anders ist als sonst. Es ist der eigentümliche Geruch dieses Tierkadavers. Er ist nicht so streng, sondern milder und vor allem süßlicher. Auch die Haut ist anders – viel weicher.

1

Dr. Schönthaler drückte seinen Oberkörper zwischen die Vordersitze und warf den Arm vor die Nase seines Freundes. »Schau mal, da vorne an der dicken Buche. Ist das nicht lustig?«

»Was soll denn an einem Baum lustig sein?«, grummelte Tannenberg.

»Zum Beispiel diese schöne Wandermarkierung, mein liebes, morgenmuffeliges Wölfchen.« Ein schadenfrohes Lachen löste sich aus der Tiefe seines Brustkorbs. »Na, wenn das kein schlechtes Omen für deinen neuen Fall ist. Passt ja auch wirklich ganz genau.«

»Rainer, du nervst.«

»Ach, Gott, bist du wieder schlecht gelaunt. Und dann auch noch so schwer von Begriff«, höhnte der Rechtsmediziner. »Siehst du’s etwa immer noch nicht?«

Tannenberg rollte die Augen, stöhnte dabei auf.

»Sag mal, hast du jetzt etwa auch noch Probleme mit der visuellen Wahrnehmung? Also dann wird es wirklich Zeit, dass wir dich zum Abdecker bringen.« Kopfschüttelnd wandte er sich an die bedeutend jüngere Fahrerin. »Weißt du wenigstens, was ich meine?«

Sabrina brachte den silbernen Mercedes zum Stillstand. Über ihre Schulter hinweg antwortete sie lächelnd: »Nein, Doc, tut mir leid.«

»Ach, Leute, warum seht ihr das denn nicht? Ihr enttäuscht mich gewaltig. Habt ihr etwa Tomaten auf den Augen?«

»Verdammt nochmal, was willst du denn überhaupt?«, blaffte der Leiter des K 1.

Sichtlich amüsiert verkündete der Pathologe: »Die obere Markierung sieht doch genau aus wie ein Trauerkoi. Findet ihr nicht auch?«

Tannenbergs leidende Mimik sprach Bände. »Ein was?«

»Ein Trauerkoi. Erinnerst du dich denn nicht mehr an deinen letzten Fall – der mit dem Koidiebstahl im Japanischen Garten?« Er lachte auf. »Ist der Hollerbach damals Amok gelaufen. Nur wegen dieser blöden Fische.«

»Do-och«, gab Tannenberg genervt zurück. Als er aber an den hysterischen Aktionismus des Oberstaatsanwaltes dachte, huschte ihm trotz der frühen Morgenstunde ein dezentes Schmunzeln übers Gesicht.

»Na, also. Dann weißt du ja auch noch, dass der wertvollste Koi, der mit der japanischen Flagge auf dem Rücken war: großer roter Punkt auf schneeweißem …«

»Ja, und?«

Dr. Schönthaler packte seinen Freund am Schultergelenk, rüttelte fest daran. »Kapierst du denn immer noch nicht, worauf ich hinaus will?«

»Nein«, knurrte der Kriminalbeamte. »Lass mich doch endlich in Ruhe.«

»Mann, Mann, bist du wieder mal begriffsstutzig! Das weiße Rechteck mit dem großen schwarzen Punkt in der Mitte da vorne an der Buche …«

Nun verstand Tannenberg endlich. »Du kannst ja Trauerkois züchten«, prustete er los, »und sie den japanischen Bestattungsunternehmen anbieten. Das ist garantiert die Marktlücke.«

»Entschuldigung, die Herren, wenn ich störe: Aber wie komme ich denn nun von hier aus am schnellsten zu dieser ominösen Jammerhalde?«, mischte sich Sabrina ein.

»Nimm ruhig den Weg mit den Trauerkois. Da kommst du direkt hin. Das ist zwar viel weiter als untenrum über die L 502.« Dr. Schönthaler schlug sich mit der flachen Hand an die Stirn. »Von der Rothen Hohl zur Jammerhalde – so ein Quatsch. Da hätten wir ja auch gleich über Paris fahren können. Nur weil dein starrköpfiger Beifahrer mal wieder unbedingt seinen Willen durchsetzen musste.«

»Mensch, Rainer, halt jetzt endlich mal die Klappe. Du entwickelst dich immer mehr zu einem alten, keifenden Marktweib.«

»Da müsste ich allerdings zuerst noch eine Geschlechtsumwandlung durchführen lassen.« Der Rechtsmediziner fand offensichtlich zunehmend Gefallen an der frühmorgendlichen Kabbelei. »Sabrina, weißt du eigentlich, warum dein Chef sich vorhin wieder einmal als der ortskundigste Polizist der Pfalz aufgespielt hat?«

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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