Glück in Psychologie, Philosophie und im Alltag - Jens-Uwe Martens - ebook

Glück in Psychologie, Philosophie und im Alltag ebook

Jens-Uwe Martens

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Opis

Können wir etwas dafür tun, dass es uns gut geht, dass wir uns noch mehr freuen, zu leben, und unser Leben genießen - dass wir glücklich sind? Sind wir unseres Glückes Schmied, oder hängt es von Umständen ab, die wir nicht beeinflussen können? Das ist eine Frage, die seit Jahrhunderten immer wieder gestellt wird. In der Antike wurde sie von Philosophen bearbeitet, heute ist dies eher ein Thema der Psychologen, die versuchen, mit empirischen Untersuchungen eine Antwort zu finden. Das Buch liefert eine Übersicht über die verschiedenen Ansätze der Wissenschaft vom Glück. Es berücksichtigt die philosophischen Ansätze aus längst vergangenen Zeiten ebenso wie die neuesten Ergebnisse der empirischen Glücksforschung.

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Jens-Uwe Martens

Glück

in Psychologie, Philosophie und im Alltag

Verlag W. Kohlhammer

Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwendung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechts ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und für die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Die Wiedergabe von Warenbezeichnungen, Handelsnamen und sonstigen Kennzeichen in diesem Buch berechtigt nicht zu der Annahme, dass diese von jedermann frei benutzt werden dürfen. Vielmehr kann es sich auch dann um eingetragene Warenzeichen oder sonstige geschützte Kennzeichen handeln, wenn sie nicht eigens als solche gekennzeichnet sind.

Es konnten nicht alle Rechtsinhaber von Abbildungen ermittelt werden. Sollte dem Verlag gegenüber der Nachweis der Rechtsinhaberschaft geführt werden, wird das branchenübliche Honorar nachträglich gezahlt.

1. Auflage 2014

Alle Rechte vorbehalten

© 2014 W. Kohlhammer GmbH Stuttgart

Umschlag: Gestaltungskonzept Peter Horlacher

Umschlagabbildung: © Marianne Frank, »Cheper-Ra«

(alter ägyptischer Skarabäus)

Gesamtherstellung:

W. Kohlhammer Druckerei GmbH + Co. KG, Stuttgart

Print:

ISBN 978-3-17-023943-2

E-Book-Formate:

pdf:     ISBN 978-3-17-024074-2

epub:  ISBN 978-3-17-024075-9

mobi:  ISBN 978-3-17-024076-6

Für den Menschen,dem ich mein größtes Glück verdanke.

Inhalt

Geleitwort

Vorwort

1   Zur Einführung: Aspekte des Glücks

1.1   Sind wir wirklich unseres Glückes Schmied?

1.2   Das kleine und das große Glück

1.3   Die Rolle des Glücksempfindens in der Evolution

2   Das Glück in der Philosophie

3   Möglichkeiten und Grenzen der psychologischen Glücksforschung

3.1   Verschiedene Sichtweisen des Glücks

3.2   Können wir überhaupt unser Glück vermehren?

3.3   Verlieren wir das Glück, wenn wir uns darum bemühen?

3.4   Das Bedürfnis unglücklich zu sein

3.5   Die Angst vor »der Götter Neide«

3.6   Gibt es Glück ohne die gegensätzliche Erfahrung von Unglück?

3.7   Die »Nebenwirkungen« des Glücklichseins

3.8   Kann man Glück messen?

4   Emotionale Hindernisse auf dem Weg zum Glück

4.1   Hindernisse für das Glück: Angst

4.2   Hindernisse für das Glück: Ärger und Wut

4.3   Hindernisse für das Glück: Negative innere Orientierungen

4.4   Hindernisse für das Glück: Der falsche Umgang mit der Zeit

4.5   Hindernisse für das Glück: Falsche Gewohnheiten

5   Versuche einer Systematik des Glücks

6   Wege zum Glück: Glück durch Beseitigung eines Mangels

6.1   Wege zum Glück: Beseitigung von Armut

6.2   Wege zum Glück: Jugend und Alter

6.3   Wege zum Glück: Gesundheit

6.4   Wege zum Glück: Gutes Wetter und schöne Umgebung

7   Wege zum Glück: Die Glücksfaktoren

Physische Bedingungen

7.1   Wege zum Glück: Genießen

7.2   Wege zum Glück: Kunstgenuss – Glück durch Schönheit

Soziale Beziehungen

7.3   Wege zum Glück: Freunde, Partner, Kinder

7.4   Exkurs über die Liebe

7.5   Wege zum Glück: Altruismus und Helfen

7.6   Wege zum Glück: Dankbarkeit

Geistige Bedürfnisse

7.7   Wege zum Glück: Verzeihen, Vergeben

7.8   Wege zum Glück: Sinn erleben

7.9   Wege zum Glück: Glaube, Spiritualität, Meditation

Aufbau eines positiven Ich-Bewusstseins

7.10   Wege zum Glück: Aktiv sein, Arbeiten

7.11   Wege zum Glück: Flow erleben

7.12   Wege zum Glück: Erfolg haben, sich mit anderen vergleichen

7.13   Wege zum Glück: Lernen, persönliches Wachstum

7.14   Wege zum Glück: Gestalter sein, Selbstwirksamkeit erleben

7.15   Wege zum Glück: Selbstwertgefühl

7.16   Wege zum Glück: Resilienz

Übergeordnete Glückfaktoren

7.17   Wege zum Glück: Einstellungen

8   Zusammenfassung: Empfehlungen für ein glückliches Leben

9   Schlussbetrachtung

10    Verzeichnis der Geschichten

11    Literaturverzeichnis

12    Namen- und Stichwortverzeichnis

Geleitwort

Dieses Buch sollte man fairerweise mit einer Banderole ausliefern: »Achtung, die Lektüre kann Ihr Leben verändern!« Denn vor Veränderungen muss grundsätzlich gewarnt werden, weil sie zwar zum Guten führen, doch zuvor einiges verlangen. Bei mir zeigte sich nach der Lektüre die beginnende Änderung zuerst als Ärger und Selbstvorwurf: »Warum habe ich so viele Jahre lang so wenig aktiv für mein Glück getan?« Dabei war ich mir doch so sicher, genussfähig und mir bewusst zu sein, dass es mir gut geht. Aber vor allem nachdem ich die »Wege zum Glück« im Hauptkapitel 6 gelesen hatte, wurde mir klar, dass ich nur ein Glücksdilettant war, der bisher eben das »Glück« hatte, dass alles recht gut für ihn lief. Als Dilettant habe ich das zwar genossen, aber praktisch nichts von dem getan, was ein Glückscoach wie Jens-Uwe Martens empfiehlt. Ich erkannte beim Lesen, dass ich kein Gestalter meines Glücks war, sondern Glückskonsument.

Jens-Uwe Martens ist es tatsächlich gelungen, in mir den Vorsatz zu wecken, meinen Umgang mit Glück zu ändern. Es gibt viel zu tun! Als Psychologe bin ich dann neugierig geworden, wie er das bei mir geschafft hat. Und ich bin sicher, dass er viele andere Leser ebenso aufrütteln wird. Der Regisseur François Truffaut hat einmal mit dem Regisseur Alfred Hitchcock lange Gespräche geführt, um hinter dessen Tricks zu kommen. Die Dialoge erschienen als Buch mit dem Titel »Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?« Ich wollte jetzt wissen: »Herr Martens, wie haben Sie das gemacht?«, nämlich jemand wie mich so zu überzeugen, dass man Glück gestalten kann und besser heute als morgen damit anfängt. Nun muss man wissen, dass so wie Hitchcock Spezialist für Spannung war, Jens-Uwe Martens als promovierter Psychologe sich ein Leben lang mit psychologischen Einstellungen und ihrer Beeinflussung beschäftigt hat. In seinem Buch »Glück« setzt er ganz auf die Strategie der Evidenz, der Überzeugungskraft des Augenscheins. Die Wirkung beim Leser ist: »Alles klar, das spricht doch für sich. Das liegt doch auf der Hand.« Evidenz beschafft er sich – jeweils mit geschickter Auswahl – aus zwei Quellen. Die erste Quelle ist die Wissenschaft. Das Buch referiert viele Befunde aus der empirischen Psychologie mit teils überraschenden Ergebnissen. Außerdem kommt eine imponierende Reihe von Philosophen zu Wort. Weil Wissenschaft so seriös ist, eignet sie sich besonders dazu, zu überzeugen. Die zweite Evidenzquelle ist das wahre Leben: Anekdoten, Geschichten, eigene Erfahrungen. Eigene Erfahrungen überzeugen durch ihre Authentizität ganz besonders (»Es war wirklich so«). Und Anekdoten und Geschichten von anderen Autoren sind, wenn gut ausgewählt, »Aha«-Anknipser. Es geht einem »ein Licht auf«. Meine Lieblingsgeschichte ist die mit dem Rasenfetischisten, den die Löwenzahnplage zur Verzweiflung treibt. Der Ratschlag des alten Gärtners »Wie wäre es, wenn Sie einfach anfangen, den Löwenzahn zu lieben?« ist in seiner weisen Paradoxie so treffend, dass man sofort erkennt: »Genau das ist es!« So funktioniert Blitzlernen. Mit diesen unwiderstehlichen Überzeugungsinstrumenten – Wissenschaft beweist durch ihre Methoden, Geschichten beweist das Leben – lässt Martens uns keine Chance mehr, uns herauszureden und unsere geliebten Routinen im bisherigen Umgang mit Glück weiter zu pflegen. Zumindest hätte ich jetzt, nach der Lektüre, ein schlechtes Gewissen. Denn man will doch so glücklich sein wie möglich, oder?

Von Jens-Uwe Martens habe ich allerdings gelernt, dass es recht dumm wäre, ärgerlich darüber nachzudenken, was mir entgangen ist, weil ich erst jetzt beginne, Glücksgestalter zu werden. »Glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist«, singt Alfred in der Operette »Die Fledermaus« von Johann Strauss. Im Dreivierteltakt mit einem Glas Champagner in der Hand. Gibt es einen besseren Start in ein neues Gücksleben?

Bernd Weidenmann

(Emeritierter Universitätsprofessor für Pädagogische Psychologie an der Universität der Bundeswehr München)

Vorwort

Die Seele nährt sich von dem, woran sich das Herz freut.Augustinus

Persönliche Erfahrungen auf der Suche nach Glück

Die Suche nach Glück ist zuallererst eine sehr persönliche Erfahrung. Auch dieses Buch ist primär durch persönliche Erlebnisse entstanden. Ich habe Psychologie studiert und mich damit beschäftigt, verschiedene Berufsgruppen zu trainieren oder Trainingsprogramme für sie zu entwickeln, damit diese erfolgreicher wurden. Ich wollte ihnen helfen, und sie ließen sich bereitwillig helfen, denn nicht nur die Firma, für die sie arbeiteten und die mein Auftraggeber war, sondern auch sie selbst wollten erfolgreicher werden, vor allem mehr Geld verdienen. Immer wieder überkamen mich Zweifel, ob das, was ich den verschiedenen Berufsgruppen (hauptsächlich Manager und Außendienstmitarbeiter, also Verkäufer) vermittelte, wirklich das war, was sie brauchten, um ein zufriedenes, erfülltes Leben zu führen. Sollte ich meinen Teilnehmern nicht eher vermitteln, wie sie besser, d. h. glücklicher leben können? Aber wenn ich der Firma vorgeschlagen hätte, ein Programm zu entwickeln, wie ihre Angestellten glücklicher werden, so hätten mich die Auftraggeber sicher nicht wieder engagiert. Und so verbrachte ich mein Leben damit, Verkaufs-, Führungs-, Motivationstechniken und viele andere Themen zu vermitteln. Erst heute, nachdem ich mich schon einige Jahre von meiner Firma getrennt habe, wende ich mich dem eigentlich wirklich wichtigen Thema intensiver zu, der Frage, wie man glücklich wird.

1

Zur Einführung: Aspekte des Glücks

1.1       Sind wir wirklich unseres Glückes Schmied?

Die meisten Menschen sind so glücklich, wie sie es sich selbst vorgenommen haben.

Abraham Lincoln

Das Weltbild zweier Taxifahrer

Soeben hatte ich meinen Vortrag an der Universität von Würzburg beendet. Ich sprach noch ein paar Worte mit einem Kollegen, den ich schon lange kannte, als uns ein Mitarbeiter der Universität unterbrach: Das Taxi, das mich zum Bahnhof bringen sollte, würde schon unten auf der Straße warten.

Ich packte also schnell meine Sachen zusammen, verabschiedete mich und ging nach unten. – Da war kein Taxi zu sehen. Als ich so wartete und überlegte, was zu tun sei, kam der Mitarbeiter, der das Taxi gerufen hatte. Nachdem er sah, dass ich etwas verloren am Straßenrand stand, griff er erneut zum Telefon. Nach wenigen Minuten kam ein Taxi.

Der Fahrer stieg aus, und während er mir mit meinem Gepäck half, schimpfte er: »Ich habe sechs Minuten auf sie gewartet. Hier kann man nicht stehen, ich halte doch den ganzen Verkehr auf! Wenn man ein Taxi bestellt, dann sollte man auch da sein!« Ich murmelte zu meiner Entschuldigung, dass ich das Taxi nicht bestellt hatte und daher auch nicht wusste, ab wann es da war, aber der Taxifahrer hörte wohl gar nicht zu. Er konnte nicht aufhören zu schimpfen. Mehr zu sich selbst, als zu mir, sprach er davon, dass Taxifahren das Letzte sei, dass man von allen schlecht behandelt würde und dass man immer im Stress sei. Er murmelte noch weiter, aber ich konnte ihn nicht mehr verstehen und wollte es wohl auch nicht. Ich hatte damit zu tun, mir auszureden, dass ich an seiner schlechten Laune Schuld sei. Hatte ich ihm denn den Tag verdorben? Vielleicht war es ja auch gar nicht der Tag, der ihm verdorben war, vielleicht war das seine Art, mit seinem Leben umzugehen!?

Wie anders war doch die Hinfahrt verlaufen! Der Taxifahrer hatte mich freudig begrüßt, als ob er sich freute, mich fahren zu dürfen, und nachdem ich ihm die Adresse gesagt hatte, fragte er mich, ob ich wüsste, wer der Mann war, nach dem man den Platz benannt hatte. Ich hatte keine Ahnung, und er klärte mich darüber auf, dass das ein Bischof der Stadt gewesen sei, der noch 1957 die letzte Teufelsaustreibung vorgenommen hatte. Wir unterhielten uns angeregt über Glauben und Aberglauben, und ich war fast traurig, dass die Taxifahrt nur wenige Minuten dauerte.

Als es ans Bezahlen ging, war ich gerne bei der Bemessung des Trinkgeldes großzügig, und wir verabschiedeten uns mit einem herzlichen »Danke!«

Worin unterschieden sich die beiden Taxifahrten, worin unterschieden sich die beiden Fahrer? Beide hatten sie die gleiche Fahrt mit dem gleichen Gast. Aber beide haben nicht nur unterschiedlich viel Trinkgeld bekommen, sie haben eine fast gegensätzliche Sichtweise ihres Berufes, vielleicht sogar ihres Lebens demonstriert. Der erste war auf die negativen Seiten seiner Tätigkeit fokussiert, während der zweite sich auf den Gast eingestellt und sich interessiert gegenüber den Eindrücken gezeigt hat, die sich ihm boten. Der Letztere machte auf mich einen zufriedenen, glücklichen Eindruck, während der andere so unglücklich war, dass man richtig Mühe hatte, sich nicht anstecken zu lassen.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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