Canzoniere - Francesco Petrarca - ebook

Canzoniere ebook

Francesco Petrarca

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Opis

Der Canzoniere (Originaltitel Rerum vulgarium fragmenta) ist eine Sammlung von italienischen Sonetten und Kanzonen, in denen Petrarca seine Liebe zu Laura und seine Trauer über ihren Verlust besingt. Insgesamt finden sich in dieser Ausgabe 316 Sonette und 29 Kanzonen, Der Großteil der Gedichte des Canzoniere betrachtet das Thema der Liebe, ungefähr 30 behandeln ethische, religiöse oder politische Themen. (aus wikipedia.de)

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Canzoniere

Francesco Petrarca

Inhalt:

Francesco Petrarca – Biografie und Bibliografie

Canzoniere

Des Dichters Vorwort an die Leser.

Canzonen

I.

II.

III.

IV.

V.

VI.

VII.

VIII.

IX.

X.

XI.

XII.

XIII.

XIV.

XV.

XVI.

XVII.

XVIII.

XIX.

XX.

XXI.

XXII.

XXIII.

XXIV.

XXV.

XXVI.

XXVII.

XXVIII.

XXIX.

Sonette

Erstes Sonett.

Zweytes Sonett.

Drittes Sonett.

Viertes Sonett.

Fünftes Sonett.

Sechstes Sonett.

Siebentes Sonett.

Achtes Sonett.

Neuntes Sonett.

Zehntes Sonett.

Eilftes Sonett.

Zwölftes Sonett.

Dreyzehntes Sonett.

Vierzehntes Sonett.

Funfzehntes Sonett.

Sechszehntes Sonett.

Siebenzehntes Sonett.

Achtzehntes Sonett.

Neunzehntes Sonett.

Zwanzigstes Sonett.

Ein und zwanzigstes Sonett.

Zwey und zwanzigstes Sonett.

Drey und zwanzigstes Sonett.

Vier und zwanzigstes Sonett.

Fünf und zwanzigstes Sonett.

Sechs und zwanzigstes Sonett.

Sieben und zwanzigstes Sonett.

Acht und zwanzigstes Sonett.

Neun und zwanzigstes Sonett.

Dreyßigstes Sonett.

Ein und dreyßigstes Sonett.

Zwey und dreyßigstes Sonett.

Drey und dreyßigstes Sonett.

Vier und dreyßigstes Sonett.

Fünf und dreyßigstes Sonett.

Sechs und dreyßigstes Sonett.

Sieben und dreyßigstes Sonett.

Acht und dreyßigstes Sonett.

Neun und dreyßigstes Sonett.

Vierzigstes Sonett.

Ein und vierzigstes Sonett.

Zwey und vierzigstes Sonett.

Drey und vierzigstes Sonett.

Vier und vierzigstes Sonett.

Fünf und vierzigstes Sonett.

Sechs und vierzigstes Sonett.

Sieben und vierzigstes Sonett.

Acht und vierzigstes Sonett.

Neun und vierzigstes Sonett.

Fünfzigstes Sonett.

Ein und fünfzigstes Sonett.

Zwey und fünfzigstes Sonett.

Drey und fünfzigstes Sonett.

Vier und fünfzigstes Sonett.

Fünf und fünfzigstes Sonett.

Sechs und fünfzigstes Sonett.

Sieben und fünfzigstes Sonett.

Acht und fünfzigstes Sonett.

Neun und fünfzigstes Sonett.

Sechszigstes Sonett.

Ein und sechszigstes Sonett.

Zwey und sechszigstes Sonett.

Drey und sechszigstes Sonett.

Vier und sechszigstes Sonett.

Fünf und sechszigstes Sonett.

Sechs und sechszigstes Sonett.

Sieben und sechszigstes Sonett.

Acht und sechszigstes Sonett.

Neun und sechszigstes Sonett.

Siebenzigstes Sonett.

Ein und siebenzigstes Sonett.

Zwey und siebenzigstes Sonett.

Drey und siebenzigstes Sonett.

Vier und siebenzigstes Sonett.

Fünf und siebenzigstes Sonett.

Sechs und siebenzigstes Sonett.

Sieben und siebenzigstes Sonett.

Acht und siebenzigstes Sonett.

Neun und siebenzigstes Sonett.

Achtzigstes Sonett.

Ein und achtzigstes Sonett.

Zwey und achtzigstes Sonett.

Drey und achtzigstes Sonett.

Vier und achtzigstes Sonett.

Fünf und achtzigstes Sonett.

Sechs und achtzigstes Sonett.

Sieben und achtzigstes Sonett.

Acht und achtzigstes Sonett.

Neun und achtzigstes Sonett.

Neunzigstes Sonett.

Ein und neunzigstes Sonett.

Zwey und neunzigstes Sonett.

Drey und neunzigstes Sonett.

Vier und neunzigstes Sonett.

Fünf und neunzigstes Sonett.

Sechs und neunzigstes Sonett.

Sieben und neunzigstes Sonett.

Acht und neunzigstes Sonett.

Neun und neunzigstes Sonett.

Einhundertstes Sonett.

Einhundert und erstes Sonett.

Einhundert und zweytes Sonett.

Einhundert und drittes Sonett.

Einhundert und viertes Sonett.

Einhundert und fünftes Sonett.

Einhundert und sechstes Sonett.

Einhundert und siebentes Sonett.

Einhundert und achtes Sonett.

Einhundert und neuntes Sonett.

Einhundert und zehntes Sonett.

Einhundert und eilftes Sonett.

Einhundert und zwölftes Sonett.

Einhundert und dreyzehntes Sonett.

Einhundert und vierzehntes Sonett.

Einhundert und fünfzehntes Sonett.

Einhundert und sechszehntes Sonett.

Einhundert und siebenzehntes Sonett.

Einhundert und achtzehntes Sonett.

Einhundert und neunzehntes Sonett.

Einhundert und zwanzigstes Sonett.

Einhundert ein und zwanzigstes Sonett.

Einhundert zwey und zwanzigstes Sonett.

Einhundert drey und zwanzigstes Sonett.

Einhundert vier und zwanzigstes Sonett.

Einhundert fünf und zwanzigstes Sonett.

Einhundert sechs und zwanzigstes Sonett.

Einhundert sieben und zwanzigstes Sonett.

Einhundert acht und zwanzigstes Sonett.

Einhundert neun und zwanzigstes Sonett.

Einhundert und dreyßigstes Sonett.

Einhundert ein und dreyßigstes Sonett.

Einhundert zwey und dreyßigstes Sonett.

Einhundert drey und dreyßigstes Sonett.

Einhundert vier und dreyßigstes Sonett.

Einhundert fünf und dreyßigstes Sonett.

Einhundert sechs und dreyßigstes Sonett.

Einhundert sieben und dreyßigstes Sonett.

Einhundert acht und dreyßigstes Sonett.

Einhundert neun und dreyßigstes Sonett.

Einhundert und vierzigstes Sonett.

Einhundert ein und vierzigstes Sonett.

Einhundert zwey und vierzigstes Sonett.

Einhundert drey und vierzigstes Sonett.

Einhundert vier und vierzigstes Sonett.

Einhundert fünf und vierzigstes Sonett.

Einhundert sechs und vierzigstes Sonett.

Einhundert sieben und vierzigstes Sonett.

Einhundert und acht und vierzigstes Sonett.

Einhundert neun und vierzigstes Sonett.

Einhundert und fünfzigstes Sonett.

Einhundert ein und fünfzigstes Sonett.

Einhundert zwey und fünfzigstes Sonett.

Einhundert drey und fünfzigstes Sonett.

Einhundert vier und fünfzigstes Sonett.

Einhundert fünf und fünfzigstes Sonett.

Einhundert sechs und fünfzigstes Sonett.

Einhundert sieben und fünfzigstes Sonett.

Einhundert acht und fünfzigstes Sonett.

Einhundert neun und fünfzigstes Sonett.

Einhundert und sechszigstes Sonett.

Einhundert ein und sechszigstes Sonett.

Einhundert zwey und sechszigstes Sonett.

Einhundert drey und sechszigstes Sonett.

Einhundert vier und sechszigstes Sonett.

Einhundert fünf und sechszigstes Sonett.

Einhundert sechs und sechszigstes Sonett.

Einhundert sieben und sechszigstes Sonett.

Einhundert acht und sechszigstes Sonett.

Einhundert neun und sechszigstes Sonett.

Einhundert und siebenzigstes Sonett.

Einhundert ein und siebenzigstes Sonett.

Einhundert zwey und siebenzigstes Sonett.

Einhundert drey und siebenzigstes Sonett.

Einhundert vier und siebenzigstes Sonett.

Einhundert fünf und siebenzigstes Sonett.

Einhundert sechs und siebenzigstes Sonett.

Einhundert sieben und siebenzigstes Sonett.

Einhundert acht und siebenzigstes Sonett.

Einhundert neun und siebenzigstes Sonett.

Einhundert und achtzigstes Sonett.

Einhundert ein und achtzigstes Sonett.

Einhundert zwey und achtzigstes Sonett.

Einhundert drey und achtzigstes Sonett.

Einhundert vier und achtzigstes Sonett.

Einhundert fünf und achtzigstes Sonett.

Einhundert sechs und achtzigstes Sonett.

Einhundert sieben und achtzigstes Sonett.

Einhundert acht und achtzigstes Sonett.

Einhundert neun und achtzigstes Sonett.

Einhundert und neunzigstes Sonett.

Einhundert ein und neunzigstes Sonett.

Einhundert zwey und neunzigstes Sonett.

Einhundert drey und neunzigstes Sonett.

Einhundert vier und neunzigstes Sonett.

Einhundert fünf und neunzigstes Sonett.

Einhundert sechs und neunzigstes Sonett.

Einhundert sieben und neunzigstes Sonett.

Einhundert acht und neunzigstes Sonett.

Einhundert neun und neunzigstes Sonett.

Zweyhundertstes Sonett.

Zweyhundert und erstes Sonett.

Zweyhundert und zweytes Sonett.

Zweyhundert und drittes Sonett.

Zweyhundert und viertes Sonett.

Zweyhundert und fünftes Sonett.

Zweyhundert und sechsstes Sonett.

Zweyhundert und siebentes Sonett.

Zweyhundert und achtes Sonett.

Zweyhundert und neuntes Sonett.

Zweyhundert und zehntes Sonett.

Zweyhundert und eilftes Sonett.

Zweyhundert und zwölftes Sonett.

Zweyhundert und dreyzehntes Sonett.

Zweyhundert und vierzehntes Sonett.

Zweyhundert und fünfzehntes Sonett.

Zweyhundert und sechszehntes Sonett.

Zweyhundert und siebenzehntes Sonett.

Zweyhundert und achtzehntes Sonett.

Zweyhundert und neunzehntes Sonett.

Zweyhundert und zwanzigstes Sonett.

Zweyhundert ein und zwanzigstes Sonett.

Zweyhundert zwey und zwanzigstes Sonett.

Zweyhundert drey und zwanzigstes Sonett.

Zweyhundert vier und zwanzigstes Sonett.

Zweyhundert fünf und zwanzigstes Sonett.

Zweyhundert sechs und zwanzigstes Sonett.

Zweyhundert sieben und zwanzigstes Sonett.

Zweyhundert acht und zwanzigstes Sonett.

Zweyhundert neun und zwanzigstes Sonett.

Zweyhundert und dreyßigstes Sonett.

Zweyhundert ein und dreyßigstes Sonett.

Zweyhundert zwey und dreyßigstes Sonett.

Zweyhundert drey und dreyßigstes Sonett.

Zweyhundert vier und dreyßigstes Sonett.

Zweyhundert fünf und dreyßigstes Sonett.

Zweyhundert sechs und dreyßigstes Sonett.

Zweyhundert sieben und dreyßigstes Sonett.

Zweyhundert acht und dreyßigstes Sonett.

Zweyhundert neun und dreyßigstes Sonett.

Zweyhundert und vierzigstes Sonett.

Zweyhundert ein und vierzigstes Sonett.

Zweyhundert zwey und vierzigstes Sonett.

Zweyhundert drey und vierzigstes Sonett.

Zweyhundert vier und vierzigstes Sonett.

Zweyhundert fünf und vierzigstes Sonett.

Zweyhundert sechs und vierzigstes Sonett.

Zweyhundert sieben und vierzigstes Sonett.

Zweyhundert acht und vierzigstes Sonett.

Zweyhundert neun und vierzigstes Sonett.

Zweyhundert und fünfzigstes Sonett.

Zweyhundert ein und fünfzigstes Sonett.

Zweyhundert zwey und fünfzigstes Sonett.

Zweyhundert drey und fünfzigstes Sonett.

Zweyhundert vier und fünfzigstes Sonett.

Zweyhundert fünf und fünfzigstes Sonett.

Zweyhundert sechs und fünfzigstes Sonett.

Zweyhundert sieben und fünfzigstes Sonett.

Zweyhundert acht und fünfzigstes Sonett.

Zweyhundert neun und fünfzigstes Sonett.

Zweyhundert und sechszigstes Sonett.

Zweyhundert ein und sechszigstes Sonett.

Zweyhundert zwey und sechszigstes Sonett.

Zweyhundert drey und sechszigstes Sonett.

Zweyhundert vier und sechszigstes Sonett.

Zweyhundert fünf und sechszigstes Sonett.

Zweyhundert sechs und sechszigstes Sonett.

Zweyhundert sieben und sechszigstes Sonett.

Zweyhundert acht und sechszigstes Sonett.

Zweyhundert neun und sechszigstes Sonett.

Zweyhundert und siebenzigstes Sonett.

Zweyhundert ein und siebenzigstes Sonett.

Zweyhundert zwey und siebenzigstes Sonett.

Zweyhundert drey und siebenzigstes Sonett.

Zweyhundert vier und siebenzigstes Sonett.

Zweyhundert fünf und siebenzigstes Sonett.

Zweyhundert sechs und siebenzigstes Sonett.

Zweyhundert sieben und siebenzigstes Sonett.

Zweyhundert acht und siebenzigstes Sonett.

Zweyhundert neun und siebenzigstes Sonett.

Zweyhundert und achtzigstes Sonett.

Zweyhundert ein und achtzigstes Sonett.

Zweyhundert zwey und achtzigstes Sonett.

Zweyhundert drey und achtzigstes Sonett.

Zweyhundert vier und achtzigstes Sonett.

Zweyhundert fünf und achtzigstes Sonett.

Zweyhundert sechs und achtzigstes Sonett.

Zweyhundert sieben und achtzigstes Sonett.

Zweyhundert acht und achtzigstes Sonett.

Zweyhundert neun und achtzigstes Sonett.

Zweyhundert und neunzigstes Sonett.

Zweyhundert ein und neunzigstes Sonett.

Zweyhundert zwey und neunzigstes Sonett.

Zweyhundert drey und neunzigstes Sonett.

Zweyhundert vier und neunzigstes Sonett.

Zweyhundert fünf und neunzigstes Sonett.

Zweyhundert sechs und neunzigstes Sonett.

Zweyhundert sieben und neunzigstes Sonett.

Zweyhundert acht und neunzigstes Sonett.

Zweyhundert neun und neunzigstes Sonett.

Dreyhundertstes Sonett.

Dreihundert und erstes Sonett.

Dreyhundert und zweytes Sonett.

Dreyhundert und drittes Sonett.

Dreyhundert und viertes Sonett.

Dreyhundert und fünftes Sonett.

Dreyhundert und sechstes Sonett.

Dreyhundert und siebentes Sonett.

Dreyhundert und achtes Sonett.

Dreyhundert und neuntes Sonett.

Dreyhundert und zehntes Sonett.

Dreyhundert und eilftes Sonett.

Dreyhundert und zwölftes Sonett.

Dreyhundert und dreyzehntes Sonett.

Dreyhundert und vierzehntes Sonett.

Dreyhundert und fünfzehntes Sonett.

Dreyhundert und sechszehntes Sonett.

Canzoniere, Francesco Petrarca

FrancescoPetrarca– Biografie und Bibliografie

Der größte lyrische Dichter Italiens und zugleich einer der größten Gelehrten seiner Zeit, wurde 20. Juli 1304 in Arezzo geboren und starb 18. Juli 1374 in Arquà. Sein Vater Petracco (d.h. Pietro) di Parenzo, welchen Namen der Dichter zu P. latinisierte, ein Notar aus Florenz, war 1302 zugleich mit Dante u.a. verbannt worden und begab sich nach mehrjährigem Aufenthalt in Arezzo und in Pisa 1312 nach Avignon an den päpstlichen Hof, schickte aber seine Familie nach dem benachbarten Carpentras, wo der junge P. seine erste Ausbildung erhielt. Seit 1319 studierte er dem Wunsche seines Vaters gemäß in Montpellier und seit 1323 in Bologna Rechtswissenschaft. Nach dem Tode seiner Eltern (1326) empfing er in Avignon die niederen priesterlichen Weihen. Hier machte er 1330 die Bekanntschaft der reichen Familie Colonna und trat in die Dienste des Kardinals Giovanni. Hier sah er auch 1327 zum ersten mal die Geliebte, die er unter dem Namen Laura feiert. Durch gelehrte Studien, höfische Zerstreuungen und Reisen, auf denen er auch Deutschland berührte (1333), suchte P. seiner Leidenschaft Herr zu werden. 1336 besuchte er Italien und betrat 5. Jan. 1337 zum ersten mal Rom. Nach Frankreich zurückgekehrt, lebte er mehrere Jahre in der Stille von Vaucluse bei Avignon seinen Studien. Viele seiner schönsten Gedichte an Laura entstanden hier, auch der größte Teil seiner übrigen Werke wurde hier geschrieben oder wenigstens begonnen. Seine Poesien erwarben ihm bald den höchsten Ruhm, und am ersten Ostertage (8. April) 1341 empfing er, nachdem er sich in Neapel einer dreitägigen Prüfung durch König Robert unterzogen hatte, auf dem Kapitol in Rom die Dichterkrone (vgl. A. Hortis, Scritti inediti di F. P., Triest 1874). Von Ende Mai 1342 bis Anfang September 1343 hielt sich P. teils in Avignon, teils in Vaucluse auf und schrieb in diesem Zeitraum eins seiner bedeutendsten Werke, gewöhnlich »De contemptu mundi libri III« überschrieben, von ihm selbst aber »Secretum suum« genannt. Durch den Griechen Barlaam lernte er damals die Elemente der griechischen Sprache. Die nächsten zehn Jahre lebte er abwechselnd in Oberitalien und Frankreich. Im September 1343 sandte ihn der Papst nach Neapel, um die Oberhoheitsrechte des heiligen Stuhles zu wahren. Die ihm 1346 angetragene Würde eines apostolischen Sekretärs schlug er aus. Die Nachricht von der Erhebung des römischen Volkes gegen seine adligen Tyrannen und von der Ernennung Cola Rienzis zum Volkstribun (1347) begeisterte ihn zu seinem berühmten Brief an den letzteren und an das römische Volk, der aber sein gutes Einvernehmen mit der Familie Colonna trübte. Ende des Jahres brach P. selbst nach Rom auf. Als er aber unterwegs die üble Wendung der Dinge in Rom erfahren hatte, ging er nach Parma, wo ihn 19. Mai 1348 die Nachricht vom Tode Lauras traf, und in andre Städte. Ende 1350 reiste er zum Jubiläum nach Rom und schloss unterwegs in Florenz mit Boccaccio innige Freundschaft. Dieser überbrachte ihm nach Padua 6. April 1351 ein Schreiben der Republik Florenz, das ihn einlud, in Florenz an der neugestifteten Universität zu wirken; doch er lehnte ab. Im Sommer 1351 kehrte er nach Vaucluse zurück, verließ es aber 1353 für immer und verbrachte sein Lebensende in Oberitalien. Zunächst lebte er acht Jahre in und bei Mailand im engsten Verhältnis mit den Visconti. Auch Kaiser Karl IV. empfing ihn bei seinem Besuch in Italien (1354) überaus freundlich und unterhielt sich tagelang mit ihm. Gerüchte, dass dieser einen neuen Zug nach Italien beabsichtige, veranlassten 1356 eine Sendung Petrarcas nach Prag, wo der Kaiser ihn zum Pfalzgrafen machte. 1360 war P. als Gesandter bei Johann von Frankreich und schlug dessen dringende Einladungen, bei ihm zu bleiben, aus, wie ähnliche Anträge des Kaisers. 1361 floh er vor der Pest nach Padua und verheiratete hier seine Tochter (P. hatte zwei Kinder von einer uns unbekannten Mutter) an einen Mailänder Edelmann, Franceschino da Brossano. 1362 begab er sich nach Venedig, wo er seine Bücher einer zu bildenden öffentlichen Bibliothek der Republik vermachte und dafür einen Palast als Wohnung bekam. Seit 1368 lebte er meist abwechselnd in Padua und dem Dorfe Arquà in der Familie seiner Tochter. Hier starb er, vom Schlage getroffen, in seiner Bibliothek über einen Folianten hingebeugt. Sein Schwiegersohn ließ ihm ein Denkmal errichten, das 1567 mit des Dichters bronzener Büste geziert ward. 1818 ward eine Marmorbüste Petrarcas von Rinaldo, Canovas Schüler, in der Kathedrale von Padua aufgestellt; eine Marmorstatue des Dichters (von Leoni) befindet sich in Florenz. Sein 500jähriger Todestag und sein 600jähriger Geburtstag wurden 1874 und 1904 in ganz Italien feierlich begangen.

Die meisten Schriften Petrarcas sind lateinisch. In Versen verfasste er 1) die »Africa« (1342 vollendet), ein episches Gedicht in Hexametern über die Taten des Scipio Africanus Major in 9 Büchern, lückenhaft überliefert. Als Epos missglückt, enthält sie doch große poetische Schönheiten, besonders im fünften Buche (beste Ausgabe von Corradini, Padua 1874). 2) Das »Carmen Bucolicum«, 12 Eklogen (1346–1356), Nachahmungen Vergils mit zahlreichen persönlichen und politischen Anspielungen, daher literarhistorisch wichtig, aber selten dichterisch wertvoll (8 und 11; beste Ausgabe von Rossetti, »Francisci Petrarcae poemata minora«, Bd. 1, Mail. 1829). 3) Die »Epistolae metricae«, mit Ereignissen aus des Verfassers Leben, anmutigen Naturschilderungen, Moralisationen etc. (beste Ausgabe von Rossetti a. a. O., Bd. 2 und 3; deutsch von Friedersdorff, Halle 1903). Die Moraltraktate zeigen mittelalterlichen Charakter. Zu nennen sind 1) die drei Dialoge »De contemptu mundi« (1342), worin P. uns seine Seele offenbaren wollte. 2) »De vita solitaria« (1346–56), ein Lob der Einsamkeit. 3) »De remediis utriusque fortunae« (1358–66), von schroffer asketischer Weltanschauung. Von historischen Schriften erwähnen wir 1) die vier Bücher »Rerum memorandarum«, kurze historische, anekdotenhafte und legendäre Erzählungen, moralische und philosophische Argumente zu erläutern. 2) »De viris illustribus«, die Lebensbeschreibung von 31 berühmten Römern von Romulus bis Julius Cäsar. Neue Ausgabe von Razzolini (Bologna 1874 und 1879). Unter allen lateinischen Werken Petrarcas nehmen die Briefe an Zahl und Umfang wie an Wichtigkeit für seine Biographie und die Geschichte seiner Zeit den ersten Rang ein. Freilich zeigen sie nicht den Charakter der Intimität, der sonst an Briefwechseln das Interessanteste ist: sie waren für P. eine literarische Gattung. Sie zerfallen in »Rerum familiarium«, »Rerum senilium«, »Rerum variarum« und »Sine titulo«. Die »Familiares« und »Variae« vorzüglich herausgegeben von Fracassetti (Flor. 1859 bis 1863, 3 Bde.); derselbe übersetzte sie mangelhaft, gab aber einen vorzüglichen Kommentar (das. 1861–1865, 5 Bde.); auch übersetzte er die »Seniles« (das. 1869, 2 Bde.). Diese erschienen lateinisch Basel 1554, die »Sine titulo« Straßburg 1555.

Den Namen P. haben aber seine italienischen Gedichte der Nachwelt überliefert, sein Liederbuch (»Canzoniere« oder »Rime« bezeichnet), das seine Liebesgedichte und einige andre Lieder enthält und für die italienische Lyrik fast ausschließlich tonangebend wie überhaupt für alle Zeiten ein poetischer Kanon der Liebesschwärmerei geworden ist. Dass die provenzalische Poesie und ältere italienische Dichter auf Petrarcas Lyrik Einfluss gehabt haben, ist außer Zweifel; allein er bewahrt sich bewusst die größte Originalität. Ohne Abstraktionen und Personifikationen weiß er das innerste Seelenleben zu schildern, wie es nie zuvor geschehen war. Anmutige, klare und reine Sprache, Reichtum und Mannigfaltigkeit der Gedanken, des Ausdrucks und der Bilder, Geschmack, seines Gefühl für den Wohllaut und vor allem Zartheit zeichnen P. vor allen Liebesdichtern seiner Nation aus. Man vermisst jedoch an ihm die Innigkeit, die Tiefe des Gefühls, die Glut der Leidenschaft, die eigentliche wahre und starke Liebe. Er ist überall sinnreich, scharfsinnig, geistreich, aber nirgends glühend und tief; er gefällt sich oft in weit hergeholten Bildern, in schillernden Gedanken, in Witz, Reflexionen und schwierigen Reimen. Wenn uns in Dante das Bild der männlichsten Entschiedenheit entgegentritt, so finden wir bei P. »ein weibliches Gemüt, das an einer ewigen Verstimmung leidet, in der Gegenwart sich nie befriedigt fühlt, sich nach der entschwundenen Zeit als nach einem unwiederbringlichen Glück sehnt und seinen Schmerz mit wollüstigem Selbstgenuss in Liedern ausströmt, die bei aller Schönheit das Gefühl zu einem Spiel der Reflexion machen«. Das Sonett ist seitdem die populärste poetische Form Italiens geblieben. Das Vorzüglichste im »Canzoniere« sind die Kanzonen, namentlich die, welche Beziehungen auf Rom und die politischen Zustände Italiens überhaupt enthalten, wo der Dichter der Liebe nicht selten eine wunderbar zürnende Kraft entfaltet. Ein Werk seines höheren Alters sind die allegorisch-moralischen »Trionfi«, auf deren Gestaltung Dante offenbaren Einfluss hatte, und die den Gang des menschlichen Schicksals und die Eitelkeit alles Irdischen darstellen; sie sind aber unvollendet. (Kritische Ausgabe von Appel: »Die Triumphe Petrarcas«, Halle 1901, Textausgabe, das. 1902.) Eine Anzahl Gedichte Petrarcas, die er nicht in den »Canzoniere« aufnahm, nennt man »Estravaganti«. Die italienischen Gedichte des P., namentlich der »Canzoniere«, haben unzählige Auflagen erlebt; neue Ausgaben nach der aufgefundenen Originalhandschrift sind die von Mestica (Flor. 1896), Carducci Ferrari (das. 1899), Salvo Cozzo (das. 1904), Modigliani (Rom 1905, diplomatischer Abdruck). Kommentare der Gedichte in fast jeder Ausgabe; hervorzuheben die »Rime sopra argomenti storici, morali e diversi« von Carducci (Livorno 1876). Der »Canzoniere« ist in die meisten europäischen Sprachen übersetzt worden, ins Deutsche unter andern von K. Förster (3. Aufl., Leipz. 1851), Kekule und Biegeleben (Stuttg. 1844) und Krigar (2. Aufl., Hannov. 1866); Sonette und Kanzonen in Auswahl von Bettina Jacobson (Leipz. 1904); einzelne Gedichte von Gries, A. W. Schlegel, Daniel, J. Hübner u.a. Gesamtausgaben der Werke Petrarcas erschienen in Basel 1496, 1554, Venedig 1501, 1503, 1554, 1581. Einige bis dahin ungedruckte lateinische Schriften Petrarcas hat A. Hortis u. d. T.: »Scritti inediti di F. P.« (Triest 1874) herausgegeben.

Nicht geringere Verdienste als durch seine eignen lateinischen Schriften erwarb sich P. durch seine Bemühungen um die Wiedererweckung und Kenntnis der alten, namentlich der römischen Literatur, und mit Recht wird er daher als der erste und einer der bedeutendsten unter den Vorläufern der Humanisten des 15. und 16. Jahrh. betrachtet. Seine häufigen Reisen benutzte er stets, Manuskripte zu sammeln oder zu kopieren. So verdankt man ihm unter anderem die Wiederauffindung mehrerer Schriften Ciceros, Quintilians u.a. Über die meisten Vorurteile seiner Zeit war er erhaben; ja selbst in religiösen Dingen urteilte er, obgleich ein strenger und sogar asketischer Katholik, oft überraschend unbefangen.

Die Literatur über P. ist überaus reich. Zur Bibliographie vgl. Marsand, Biblioteca petrarchesca (Mail. 1826); Hortis, Catalogo delle opere di F. P. esistenti nella Petrarchesca Rossettiana (Triest 1874); Ferrazzi, Bibliografia petrarchesca (Bassano 1877); Fiske, Hand-list of P. editions in the Florentine public libraries (Flor. 1886); Suttina, Bibliografia delle opere a stampa intorno a F. P. (Tur. 1904); Calvi, Bibliografia analitica petrarchesca 1877–1904 (Rom 1904). Alle ältern Biographien (31) jetzt bei Solerti, Le vite di Dante, P. e Boccaccio (Mail. 1904); die neuesten sind von L. Geiger (Berl. 1874), G. Körting (Leipz. 1878), A. Bartoli (Bd. 7 der »Storia della letteratura italiana«, Flor. 1884), Penco (Siena 1895), Finzi (Flor. 1900) und A. de Gubernatis (Mail. 1905). Vgl. auch Söderhjelm, P. in der deutschen Dichtung (Helsingfors 1886); Appel, Die Berliner Handschriften der »Rime« Petrarcas (Berl. 1886) und Zur Entwickelung italienischer Dichtungen Petrarcas (Halle 1891); Pakscher, Chronologie der Gedichte Petrarcas (Berl. 1887); Zumbini, Studi sul P. (Flor. 1895); Cesareo, Su le poesie volgari del P. (Rocca S. Casciano 1898) und die von Passerini und Biagi herausgegebene »Biblioteca Petrarchesca« (Flor., seit 1901, 3 Bde.); Prince d'Essling und E. Müntz, Pétrarque, ses études d'art, son influence sur les artistes, etc.(Par. 1901); Borghesi, P. and his influence on English literature (Bologna 1905).Petrarcas Verdienste um die klassischen Studien sind am besten gewürdigt von G. Voigt in dem Werk »Die Wiederbelebung des klassischen Altertums« (3.Aufl., Berl. 1893) und Nolhac, La bibliothèque de Fulvio Orsini (Par. 1887) und Pétrarque et l'humanisme (das. 1892).

Canzoniere

Des Dichters Vorwort an die Leser.

Die ihr, wie sie durch meine Reime weben,

Den Seufzern lauscht, womit mein Herz ich nährte,

Als mich der Jugend erster Wahn bethörte,

Als anders war, als jetzt, zum Theil mein Leben, –

Wechselndem Styl, dem weinend ich ergeben,

Seit eitles Hoffen mich und Weh verzehrte,

Wird, wo Erfahrung Liebe kennen lehrte,

Mitleid, hoff' ich, zu Theil, nicht bloß Vergeben.

Wohl seh' ich nun, wie ich in Aller Munde

Das Mährlein lange war, und solch Bekenntniß

Macht, daß beschämt ich drob in mir erglühe;

Und meiner Thorheit einz'ge Frucht zur Stunde

Ist Scham und Reu' und deutliche Erkenntniß,

Canzonen

I.

In meines ersten Alters süßen Tagen,

Die jene wilde Gier im Keim noch sahen,

So mir zum Weh sich fort und fort entfaltet,

Als Amor es verschmähte, mir zu nahen,

Wie da ich lebt' ein Freyer, will ich sagen,

Weil Schmerzens Gluth im Singen oft erkaltet;

Erzählen dann, wie zornig sich gestaltet

Sein Wesen drob und was daraus entsprungen,

Wodurch ich ward ein Beyspiel vielen Leuten;

Obwohl zu andern Zeiten

Ich meine bittre Schmach so viel besungen,

Daß tausend Federn ich schon stumpf geklaget

Und rings durch Thäler meine Seufzer tönen,

Die meines Lebens Ungemach erzählen. –

Und läßt mich treulos mein Gedächtniß fehlen,

Mir sonst so treu, mag euch mein Schmerz versöhnen

Und ein Gedanke, der mich so bethöret,

Daß jeder andre ihm den Rücken kehret,

Der so gewaltsam mich mir selbst genommen,

Daß Rind' ich nur, er meinen Kern bekommen.

Seit jenem Tag', als mich zuerst die Liebe

Bekrieget, waren viel der Jahr' entflogen;

Schon war der Jugend Blüthenzeit vergangen;

Ein starrer Frost war mir an's Herz gezogen;

Den Eingang sperrend jedem wilden Triebe

Hielt er's mit einer Demantrind' umfangen,

Noch badeten nicht Thränen mir die Wangen

Und raubten mir den Schlaf; der Andern Streben,

Mir unbekannt, mußt' ich als Wunder deuten.

Weh mir! so war's vor Zeiten!

Der Abend lobt den Tag, der Tod das Leben.

Denn, als er, den ich meyne, wahrgenommen

Wie bis dahin durch des Gewandes Mitten

Kein Pfeil gedrungen war zu meinem Leibe,

Verband er sich mit einem mächt'gen Weibe,

Vor der Verstand und Stärk' und reuig Bitten

So jetzt, als ehe, nimmer aufgekommen.

Durch beyde ward mein Wesen mir genommen:

Sonst Mensch, ward ich ein Lorbeer, grün belaubet,

Dem seine Blätter auch der Frost nicht raubet.

Wie ward mir da, als ich zuerst erkannte,

Wie so mein Wesen allzumahl geschwunden,

Als ich die Locken werden sah zu Zweigen,

Die ich im Geist zum Kranz mir schon gewunden,

Den Fuß, auf dem ich stand und ging und rannte,

(Weil nach dem Herzen sich die Glieder neigen,)

Als Wurzel sah zu Fluthen niedersteigen,

Nicht des Peneus, zu weit stolzern Wogen,

Und als zwey Aeste sich die Arme strecken.

Bald, zu nicht minderm Schrecken,

Sah ich mit weißen Federn mich umzogen,

Als meine Hoffnung, wie vom Blitz geschlagen,

Erstarb, weil allzuhoch sie sich geschwungen.

Denn ich, unwissend, wo und wann sie wieder

Zu finden, wankte weinend auf und nieder,

Bey Tag und Nacht, wo sie mir ward entrungen,

Um sie im Strom', am Ufer zu erfragen.

Da ließ nie ab die Zunge, zu beklagen

So lang' sie konnte, was sie ach! verloren.

Drum ward mir Schwanes Farb' und Stimm' erkoren.

So hab' ich längs dem theuren Strand gesungen,

Und wollt' ich reden, sang ich dennoch immer,

Erflehend Gnade mir mit fremdem Munde;

Doch in so holden Lauten tönte nimmer,

Daß sie das rauhe wilde Herz bezwungen,

Der heißen Liebe schmerzensvolle Kunde.

Noch brennt bey dem Gedanken mir die Wunde!

Jedoch viel mehr bey dem noch, was des Weitern

Von meiner Feindinn bitter-süßem Walten

Ich ferner muß entfalten,

Wiewohl der Rede Künst' all' daran scheitern. –

Sie, der beym ersten Blick die Herzen dienen,

Mir aus verschloßner Brust das Herz entwandte,

Gebiethend mir, davon kein Wort zu sagen.

Drauf kehrte sie so anders im Betragen,

Daß ich – o Menschensinn! – sie nicht erkannte,

Bis ich ihr Wahrheit both mit scheuen Mienen.

Und zornig da, wie sonst sie mir erschienen,

Kehrt schnell sie um, und wandelt – weh mir Armen! –

Zu Steine mich, den kaum noch Lebenswarmen.

So finstern Blicks erhob sie drauf die Rede,

Daß ich erzitterte in meinem Steine:

"Nicht bin ich, was dir lügen deine Sinnen!"

Drauf ich zu mir: "Befrey'te mich die Eine,

Wär' mir kein Leben traurig mehr und öde;

O Herr, laß wieder meine Thränen rinnen!" –

Wie, weiß ich nicht – genug ich ging von hinnen,

Mich nur, sonst Niemand weiter anzuklagen;

Den halben Tag rang mit dem Tod mein Leben.

Was weiter sich begeben,

Kann nimmer Alles meine Feder sagen;

Drum will ich vieles Andere verschweigen,

So mir im Herzen lebt, und wenig künden,

Was Jeglichem Bewund'rung abgezwungen.

Mir hatte sich der Tod um's Herz geschlungen,

Nicht konnt' ich's schweigend seiner Hand entwinden,

Noch Beystand der bedrängten Tugend reichen,

Verbothen war mir lauten Wortes Zeichen;

Drum mit Papier und Tint' hab' ich geschrieen:

"Nicht bin ich mein! sterb' ich, habt ihr die Mühen!"

So glaubt' ich, ihre Huld mir zu bewahren,

Und mich Unwürd'gen Lohnes werth zu machen,

Und in der Hoffnung hatt' ich Muth gefunden;

Doch Demuth pfleget Zorn bald anzufachen,

Bald löscht sie ihn. Das Erst' hab' ich erfahren

Darauf in jenen langen finstern Stunden,

Als mir mein Licht bey meinem Flehn entschwunden. –

Da ihren Schatten nicht, noch Fußes Spuren

Ich rings erspähte, sank, dem zu vergleichen,

Den Träum' am Weg' beschleichen,

Entkräftet eines Tag's ich auf die Fluren,

Und, klagend ob des flücht'gen Strahles Schnelle,

Begann der Thränen Zügel ich zu lösen,

Und ließ sie fallen, wie es ihnen däuchte;

Und nimmer so im Sonnenstrahl erweichte

Der Schnee, wie da zerrann mein ganzes Wesen.

An einer Buche Fuß ward ich zur Quelle,

Und lange hielt befeuchtet ich die Stelle.

Wer sah aus Menschen Quellen je entspringen?

Ich aber rede von bekannten Dingen.

Die Seele, die nur Gott so reich erhöhet,

(Denn solche Anmuth kann kein Andrer leihen)

Dem Schöpfer huldigt jeder ihrer Schritte;

Drum wird sie niemahls satt, dem zu verzeihen,

Der, Reu' in Herz und Mienen, zu ihr flehet,

Daß nach der Sünd' er ihre Gnad' erbitte.

Wenn aber länger gegen ihre Sitte

Sie flehen läßt, und streng' in's Aug' ihm blicket:

Thut sie's, weil sie der Sünde Fortgang scheuet;

Denn ernstlich nicht bereuet

Ein Uebel, wer zu anderm an sich schicket.

Und als nun voll Erbarmen mich die Reine

In's Auge faßt' und meines Jammers Weise

Im Gleichgewicht ersah mit meinen Sünden,

Ließ hold mein Wesen sie mich wiederfinden.

Doch keinem Dinge traue ganz der Weise;

Als ich von neuem bath, schuf mein Gebeine

Und meine Nerven sie zum Kieselsteine.

Von alter Last war Stimme nur geblieben,

Die Tod und nur den Nahmen rief der Lieben.

Ein finstrer Geist zog irr ich hin und wieder,

Und fand' durch öde Kluft und Felsenwände

Viel Jahre lang mein ungezähmt Verlangen;

Doch endlich fand ich meines Leidens Ende,

Und kehrte heim in die verlaßnen Glieder,

Drin größre Schmerzen, glaub' ich, zu empfangen.

Und so bin meiner Lust ich nachgegangen,

Daß, als ich einst nach meiner Weise jagte,

Das schöne, scheue Wild ich nackend sahe

In einem Quell ganz nahe,

Als glühend über mir die Sonne tagte.

Und weil an nichts so gern mein Blick sich weidet,

Stand ich und sah verschämt ihr Auge sinken,

Und, sich zu rächen oder sich zu schützen,

In's Antlitz ihre Hand mir Wasser spritzen.

Wahr ist es – mag es Lüg' auch andern dünken –

Ich fühlte mich vom eignen Leib' entkleidet,

Und ward ein Hirsch, der von der Welt sich scheidet,

Irrend, unstet von Wald zu Wald zu ziehen,

Und muß noch jetzt vor'm Schwarm der Hunde fliehen.

Canzone, nicht der Wolke glich mein Walten,

Die golden einst herabsank durch die Lüfte,

Und Jovis Feuerglanz zum Theil gelindet;

Doch Flamme war ich, die ein Blick entzündet,

Ein Aar mit ihr ich durch den Aether schiffte,

Zu deren Preis sich meine Wort' entfalten,

Und ließ bey allem Wechsel der Gestalten

Den Lorbeer nicht, deß freundlich-süße Schatten

Mich jeder kleinern Lust entfremdet hatten.

II.

Himmelerkorne Seele du, o werthe

Und selige, die du im Kleid der Erden

Leicht wandelst, nicht wie Andre schwer beladen,

Daß minder hart der Weg dir müsse werden, –

Du gottgeliebte Magd und treubewährte, –

Wo es von hinnen geht zum Reich der Gnaden!

Dein Nachen, sieh', der auf der Rettung Pfaden

Der blinden Welt bereits den Rücken wandte,

Bessern Port zu erlangen,

Hat süßen Trost westlichen Winds empfangen,

Der mitten durch des Thales dunkle Lande,

Wo wir ob eignem Wahn und fremden bangen,

Auf dem geradesten der Pfad' ihn sendet,

Ledig der alten Bande,

Zum wahren Osten, dem er zugewendet.

Der brünstigen Gebethe Liebespenden,

Die frommen Thränen Sterblicher hienieden,

Sind sie gelangt auch vor die höchste Gnade,

War ihnen doch nicht Kraft genug beschieden,

Die ewige Gerechtigkeit zu wenden

Durch ihr Verdienst allein von ihrem Pfade;

Doch Er, der droben waltet voller Gnade,

Zur Stätte, da er ward an's Kreuz geschlagen,

In Huld den Blick er senket.

Drob sich das Herz dem neuen Carlo lenket

Endlich zur Rach', an deren lang Vertagen

Viel Jahre noch Europa seufzend denket.

Für seine Braut nun zieht er aus, die Traute,

Daß Babel trauern, zagen

Muß bey des bloßen Rufes ernstem Laute.

Die zwischen dem Gebirg' und der Garonne,

Die zwischen Rhein und Rhon' und salz'gem  Meere

Folgen den allerchristlichsten Panieren;

Und all', so zugethan der wahren Ehre,

Von Pyrenä'n zum Niedergang der  Sonne,

Aus Aragon und Spanien sich verlieren;

England auch und die Inseln all' sich rühren

Im Meer zwischen den Säulen und dem Wagen;

Endlich auch die, so hören

Des heil'gen Helikon erhab'ne Lehren,

Verschieden all' an Waffen, Tracht und Sprachen,

Treibt fromme Liebe zu dem Kampf der Ehren. –

Wo gab's so würd'ge Liebe je zu schauen?

Und nimmer ward getragen

Gerechtrer Zorn um Söhne so als Frauen?

Es ist ein Theil der Welt, wo festgefroren

So Schnee als Eis zu allen Zeiten thronet,

Fernab weit von der Sonne Bahn gelegen;

Da unter neblig kurzen Tagen wohnet,

Zu Streiteslust von der Natur erkoren,

Ein Volk, das froh dem Tode sieht entgegen.

Wenn dies mit Deutschem Wüthen sich den Degen

Umgürtet, frömmer, als es sonst gepflogen,

Wirst du den Unwerth schauen

Der Türken, Araber und die die Auen

Diesseits der See mit blutigrothen Wogen

Bewohnen und auf fremde Götter bauen;

Ein näckt, elendes Volk, furchtsam, verdrossen,

So nie ein Schwert gezogen,

Die Winde nur bekämpft mit den Geschossen.

Drum ist es Zeit, den Nacken zu entziehen

Dem alten Joch, den Schleyer zu zerreißen,

Der unser Aug' in Banden lang gehalten!

Es muß dein Geist, den, hold sich zu erweisen,

Der Himmel durch Apollo dir verliehen,

Und dein beredter Mund sein mächtig Walten

In Wort und vielgepries'ner Schrift entfalten.

Können Amphions, Orpheus Zaubertöne

Kein Staunen dir entringen,

So minder, wenn bey deiner Red' Erklingen

Italia erwacht und ihre Söhne,

Daß sie für Jesus kühn die Lanze schwingen.

Denn will die alte Mutter Wahrheit wissen,

Nie hat so freundlich-schöne

Veranlassung sie in den Kampf gerissen.

Du, der du hast, nach werthem Reichthum langend,

So alt' als neue Bücher durchgespüret,

Mit ird'schem Leib' zum Himmel dich geschwungen,

Du weißt es, wie, seit Mavors Sohn regieret,

Bis zu Augustus, der im Lorbeer prangend

Dreymahligen Triumphzug sich errungen,

Rom Andern oft mit seinem Blut erzwungen

Freundlich des fremden Uebermuths Beseit'gung.

Wär's minder nun zu loben,

Wenn es, wo freundlich nicht, doch fromm erhoben

Das Rachschwert gegen sündliche Beleid'gung

Mit dem glorreichen Sohn Mariens droben?

Was hoffen denn die Scharen noch der Feinde

Von menschlicher Vertheid'gung,

Wenn Christus steht in Mitten seiner Freunde!

Denk' an des Xerxes tollverwegen Handeln,

Der, unsre Küsten feindlich zu erwerben,

Mit neuen Brücken Schmach dem Meer bereitet;

Und sehen wirst du ob der Gatten Sterben

Die Perserfrau'n in schwarzem Kleid umwandeln,

Blutig das Meer von Salamis gebreitet.

Und nicht allein solch' schmählich Schicksal deutet

Wie dort des Ostens armes Volk erfahren,

Auf nahe Siegesklänge;

Auch Marathon und jene blut'ge Enge,

Die Sparta's Leu verfocht mit kleinen Scharen,

Und Anderes, so du gehört, in Menge,

Drum mußt vor Gott du Herz und Kniee beugen,

Daß er in deinen Jahren

So Herrliches dir gnädig wollt' erzeigen.

Du wirst Italien und ein ruhmvoll Ufer,

Canzone, sehn, das meinem Blick verdecket

Der Strom nicht, noch das Meer, noch Bergeshöhen,

Nur Amor, der mit seiner Strahlen Wehen,

Je mehr er zündet, mehr der Sehnsucht wecket;

Denn gegen Neigung kann Natur nicht stehen.

Nun eil', eh' die Genossen dir entschwinden!

Amor, der Thränen wecket

Und Freude, wohnet nicht bloß unter Binden.

III.

Ob grün, roth, pfirschblüthfarben her sie schreite,

Sie muß vor Allen ragen;

Nicht ist, der goldnes Haar, kunstreich verschlungen,

Wie ihr sich reihe, Die mein Herz befangen,

Die dergestalt mich von der Freyheit Höhen

Hinweg will heben, Daß mir nimmer eigen

Ein Joch, so leichter fiele.

Und wie der Geist sich rüste und bereite,

Von Rath entblößt zu klagen,

Wenn Schmerzen ihn mit Zweifeln bang durchdrungen;

Des Auges Weihe Zähmet sein Verlangen,

Daß jedes Wahnsinns Entwurf muß verwehen,

Und Zornes Weben Alsobald sich neigen

Vor sußer Augen Spiele.

Wie viel durch Amor ich ertrug bis heute,

Wie viel ich noch zu tragen,

Bis sie das Herz mir heilt, die es bezwungen,