Sind Götter? - Felix Dahn - ebook

Sind Götter? ebook

Felix Dahn

0,0

Opis

Eine deutschsprachige Adaption der Halfred Sigskaldsaga aus Island. Dahns Popularität gründete vor allem auf den historischen Romanen, die sich in den Gründerjahren des Deutschen Reiches außerordentlicher Beliebtheit erfreuten.

Ebooka przeczytasz w aplikacjach Legimi na:

Androidzie
iOS
czytnikach certyfikowanych
przez Legimi
czytnikach Kindle™
(dla wybranych pakietów)
Windows
10
Windows
Phone

Liczba stron: 120

Odsłuch ebooka (TTS) dostepny w abonamencie „ebooki+audiobooki bez limitu” w aplikacjach Legimi na:

Androidzie
iOS
Oceny
0,0
0
0
0
0
0



Sind Götter?

Die Halfred Sigskaldsaga

Felix Dahn

Inhalt:

Felix Dahn – Biografie und Bibliografie

Sind Götter?

I.

II.

III.

IV.

V.

VI.

VII.

VIII.

IX.

X.

XI.

XII.

XIII.

XIV.

XV.

XVI.

XVII.

XVIII.

XIX.

Sind Götter?, F. Dahn

Jazzybee Verlag Jürgen Beck

Loschberg 9

86450 Altenmünster

ISBN: 9783849608910

www.jazzybee-verlag.de

[email protected]

FelixDahn – Biografie und Bibliografie

Rechtsgelehrter, Geschichtsforscher und Dichter, geb. 9. Febr. 1834 in Hamburg als Sohn von D. 1) und dessen erster Gattin, Konstanze D. (gebornen Le Gay), studierte 1849 bis 1853 in München und Berlin Rechtswissenschaft, Philosophie und Geschichte und habilitierte sich 1857 in München als Dozent für deutsches Recht, wurde 1862 außerordentlicher Professor daselbst, 1863 ordentlicher Professor in Würzburg, 1869 korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften in München, 1872 Mitglied des Gelehrtenausschusses des Germanischen Museums in Nürnberg und ordentlicher Professor für deutsches Recht in Königsberg, von wo er 1888 an die Universität Breslau berufen wurde. 1885 ward er zum Geheimen Justizrat ernannt. Als juristischer Schriftsteller hat sich D. bekannt gemacht durch folgende Arbeiten: »Über die Wirkung der Klagverjährung bei Obligationen« (Münch. 1855), »Studien zur Geschichte der germanischen Gottesurteile« (das. 1857), »Das Kriegsrecht« (Würzb. 1870), »Handelsrechtliche Vorträge« (Leipz. 1875), »Deutsches Rechtsbuch« (Nördling. 1877), »Deutsches Privatrecht« (Leipz. 1878,1. Abt.), »Die Vernunft im Recht« (Berl. 1879), »Eine Lanze für Rumänien« (Leipz. 1883), »Die Landnot der Germanen« (das. 1889). Auch besorgte er die 3. Ausgabe von Bluntschlis »Deutschem Privatrecht« mit selbständiger Darstellung des Handels- und Wechselrechts (Münch. 1864). Von seinen geschichtlichen Arbeiten sind hervorzuheben: die Monographie »Prokopius von Cäsarea« (Berl. 1865) und das umfassend angelegte rechtsgeschichtliche Werk »Die Könige der Germanen« (Bd. 1–6, Münch. u. Würzb. 1861–71; Bd. 7–9, Leipz. 1894–1902), ferner: »Westgotische Studien« (Würzb. 1874); »Langobardische Studien« (Bd 1: Paulus Diakonus, 1. Abt., Leipz. 1876); »Die Alamannenschlacht bei Straßburg« (Braunschw. 1880); »Urgeschichte der germanischen und romanischen Völker« (Berl. 1881–90, 4 Bde.); »Geschichte der deutschen Urzeit« (als 1. Band der Deutschen Geschichte in der »Geschichte der europäischen Staaten«, Gotha 1883–88). Von Wietersheims »Geschichte der Völkerwanderung« bearbeitete D. die zweite Auflage (Leipz. 1880–81, 2 Bde.). Seine kleinen Schriften erschienen gesammelt u. d. T.: »Bausteine« (1.–6. Reihe, Berl. 1879–84). Sehr umfangreich ist auch Dahns belletristische Produktion, in der er zumeist altgermanische Stoffe mit modernem Leben verbrämt und eine entschieden nationale Gesinnung zur Schau trägt. Seine gründlichen historischen Studien kamen dem Dichter zu gute. Weitaus das beste dieser Werke war der erste historische Roman »Ein Kampf um Rom« (Leipz. 1876, 4 Bde.; 31. Aufl. 1901). Ihm folgten: »Kämpfende Herzen«, drei Erzählungen (Berl. 1878; 6. Aufl., Leipz. 1900); »Odhins Trost« (1880, 10. Aufl. 1901); »Kleine Romane aus der Völkerwanderung« (1882–1901, 13 Bde., und zwar: 1. »Felicitas«, 2. »Bissula«, 3. »Gelimer«, 4. »Die schlimmen Nonnen von Poitiers«, 5. »Fredigundis«, 6. »Attila«, 7. »Die Bataver«, 8. »Chlodovech«, 9. »Vom Chiemgau«, 10. »Ebroin«, 11. »Am Hofe Herrn Karls«, 12. »Stilicho«, 13. »Der Vater und die Söhne«, von denen die meisten in einer Reihe von Auflagen vorliegen); hierzu kommen: »Die Kreuzfahrer«, Erzählung aus dem 13. Jahrh. (1884, 2 Bde.; 8. Aufl. 1900); »Bis zum Tode getreu«, Erzählung aus der Zeit Karls d. Gr. (1887, 15. Aufl. 1901); »Was ist die Liebe?« (1887,6. Aufl. 1901); »Frigga's Ja« (1888, 2. Aufl. 1896); »Weltuntergang«,[419] geschichtliche Erzählung aus dem Jahre 1000 n. Chr. (1889); »Skirnir« (1889); »Odhins Rache« (1891, 4. Aufl. 1900); »Die Finnin« (1892); »Julian der Abtrünnige« (1894, 3 Bde.); »Sigwalt und Sigridh« (1898); »Herzog Ernst von Schwaben« (1902), sämtlich in Leipzig erschienen. Ferner schrieb D. die epischen Dichtungen: »Harald und Theano« (Berl. 1855; illustrierte Ausg., Leipz. 1885); »Sind Götter?. Die Halfred Sigskaldsaga« (Stuttg. 1874; 7. Aufl., Leipz. 1901); »Die Amalungen« (das. 1876); »Rolandin« (das. 1891). Seine dramatischen Werke sind: »Markgraf Rüdiger von Bechelaren« (Leipz. 1875); »König Roderich« (1875, u. Ausg. 1876); »Deutsche Treue« (1875,3. Aufl. 1899); »Sühne« (1879,2. Ausg. 1894); »Skaldenkunst« (1882), und die Lustspiele: »Die Staatskunst der Frau'n« (1877) und »Der Kurier nach Paris« (1883); endlich das Festspiel »Funfzig Jahre« (1962, sämtlich Leipzig). Auch verschiedene Operntexte hat D. verfaßt: »Harald und Theano« (Leipz. 1880, nach seiner epischen Dichtung); »Armin« (das. 1880, Musik von Heinrich Hofmann); »Der Fremdling« (das. 1880); »Der Schmied von Gretna-Green« (das. 1880). Desgleichen war D. als Lyriker rege tätig: auf seine »Gedichte« (Leipz. 1857; 2. durchgesehene Auflage u. d. T.: »Jugendgedichte«, das. 1892) folgten: »Gedichte, 2. Sammlung« (Stuttg. 1873, 2 Bde.; 3. Aufl., Leipz. 1883); dann: »Zwölf Balladen« (das. 1875); »Balladen und Lieder«, 3. Sammlung der »Gedichte« (das. 1878, 2. Aufl. 1896); 4. Sammlung, mit seiner Gattin Therese (das. 1892); 5. Sammlung (»Vaterland«, das. 1892); endlich eine »Auswahl des Verfassers« (das. 1900). Außerdem sind zu nennen Dahns Schriften: »Moltke als Erzieher« (5. Aufl., Bresl. 1894) und die sehr breiten »Erinnerungen« (Leipz. 1890–1895,4 Bücher in 5 Bänden). Seine »Sämtlichen Werke poetischen Inhalts« erschienen Leipzig 1898–1899 in 21 Bänden; neue Folge 1903ff. Mit seiner Gattin Therese (gebornen Freiin von Droste-Hülshoff, geb. 28. Mai 1845 in Münster) verfaßte er: »Walhall. Germanische Götter- und Heldensagen« (12. Aufl., Leipz. 1898). Von ihr allein erschien noch mit einer Einleitung des Gatten: »Kaiser Karl und seine Paladine. Sagen aus dem Karlingischen Kreise« (Leipz. 1887).

Sind Götter?

I.

Es wuchs da vor bald fünfzig Wintern im Nordland ein Knabe, der hieß Halfred. Auf Island, an dem Hamund-fjord, stand seines Vaters Hamund reiche Halle.

Damals gingen noch, wie die Heidenleute glauben, Elben und Zwerge häufig unter das Nordlandsvolk. Und Viele sagten, eine Elbin, die dem starken Hamund hold gewesen, trat an des Knaben Halfred Schildwiege, strich ihm wilden Honig als erste Speise auf die Lippen und sprach:

»Harfe sollst du sieghaft schlagen, Lieder sollst du sieghaft singen, Sigskald sollst du sein und heißen.«

Aber das ist wohl Wahnrede der Heidenleute.

Und Halfred wuchs heran und ward stark und schön. Er saß viel einsam auf den Klippen und horchte, wie der Wind in den Felsenspalten harfte. Und wollte seine Harfe danach stimmen. Und ward voll Grimmzorns, weil er es nicht konnte.

Und wenn der Grimmzorn über seine Stirne zog, schwoll ihm die Ader an der Schläfe und ward es rothe Nacht vor seinen Augen. Und sein Arm that dann weilings, wovon sein Kopf nicht wußte.

Als sein Vater gestorben war, nahm Halfred den Hochsitz in der Halle ein.

Aber er achtete nicht, das Erbe zu hegen und zu mehren: er pflag Harfen- und Waffenwerks. Er ersann eine neue Liedweise, »Halfreds Gang,« die allen sehr gefiel, die sie vernahmen und darin ihm niemand nachdichten konnte. Und im Axtwerfen kam ihm keiner von den Islandmännern gleich: sein Hammer schlug durch drei Schilde und er fehlte auf zwei Schiffslängen nicht mit des Hammers Beilseite eines fingerbreiten Rohrpfeils.

Sein Sinn stand nun darauf, einen Drachen zu bauen, stark und reich, eines Wikings würdig: darauf wollte er ausfahren, zu heeren und zu schatzen Eiland und Festland, oder auch Harfe zu schlagen in den Hallen der Könige.

Und er sann in sorglichen Nächten, wie er das Schiff beschaffen sollte und fand nicht Rath.

Aber das Bild des Schiffes stand vor seinen Augen, wie es werden sollte, mit Steuer und mit Steven, mit Bord und mit Bug: und sollte es statt eines Drachen einen Silberschwan am Steven führen.

Und als er eines Morgens aus der Halle trat und nach dem Fjord ausschaute gen Norden, da ging vor Süd-Südost ein gewaltig Meerschiff mit geschwellten Segeln in die Hamundsbucht, daß Halfred und seine Hausleute in die Waffen fuhren und hinaus eilten, die Seemänner abzuwehren oder zu bewillkommnen. Immer näher trieb das Schiff: aber nicht Helm, nicht Speer blitzte an Bord, und da man es anrief mit dem Heerhorn, blieb Alles still. Da sprang Halfred mit seinen Gefolgen in die Bote und ruderten an das große Schiff und sahen, daß es ganz leer war und stiegen an Bord. Und war dies das schönste Drachenschiff, das je Segel gebauscht auf der Salzfluth; aber statt eines Drachen führte es einen Silberschwan am Steven.

Und auch sonst, sagte mir Halfred, glich das Schiff in Allem dem Bilde, das er in Nacht- und Tagestraum gesehen: vierzig Ruder in Eisenpflöcken, das Deck mit Schilden überzeltet, die Segel purpur-gestreift, der Bug mit Brandungsrunen geritzt, die Taue von Seehundsfell; die hochgewölbten, versilberten Schwingen des Schwanes aber waren kunstvoll geschnitzt, und der Wind fing sich darin mit singendem Rauschen.

Und Halfred schwang sich auf den Hochsitz am Steuerbord: auf dem lag ein purpurner Königsmantel gespreitet und eine silberne Harfe mit Schwanenhaupt lehnte daran.

Und Halfred sprach:

»Singschwan sollst du heißen, mein Schiff: Singend und sieghaft sollst du segeln,«

Und viele sagten, die Elbin, die ihm den Namen gegeben, habe ihm den Singschwan gesendet.

Aber das ist Wahnrede der Heidenleute.

Denn oft schon wurden seicht geankerte Schiffe vom Sturm davon getragen, während die Seemänner am Lande zechten.

II.

Und alsbald ward es kundbar, Halfred rüstete seine besten Hausleute und seine Gefolgen mit guten Waffen, auszufahren als Wiking auf Sieg und als Skalde auf Sang.

Und auf ganz Island und den Inseln rings umher ward groß Gerede von dem Singschwan, den der Wunsch selbst – das ist der Heidenleute Gott – dem Halfred Hamundsohn gesendet, und sie sagten: »Er ist des Wunsches Sohn: nichts wird ihm mißrathen in Manneshaß und Weibesliebe, in Schwertschlag und in Harfenschlag und reiche Beute und reichen Skaldenlohn wird er gewinnen, und seine milde Hand kann nehmen und spenden, aber nichts behalten.« – Und kamen da Viele zu ihm gezogen, die seine Segelbrüder werden wollten, bis aus den fernsten Eilanden der Westersee, daß er hätte sieben Schiffe füllen können. Er füllte aber nur den Singschwan mit dreihundert Mannen, die er selbst erlesen, und fuhr mit ihnen in See.

Und wäre nun viel davon zu erzählen, welch' große Siege Halfred mit Hammer und Harfe viele Jahre lang erstritten auf allen Meeren von Mikilgard, das die Lateiner Byzantium nennen, bis nach der Insel Hibernia im fernen Westen.

Und habe ich alle diese Thaten und Siege, Fahrten und Gesänge und Wettkämpfe in Waffen und Harfenspiel schon als Kind am Herdfeuer des Klosters von den Skalden singen hören und von fahrenden Gästen erzählen, lange ehe ich in Halfreds meergraues Auge sah.

Denn während der langen Zeit, da er verschollen war und der Singschwan aufgeflogen war in Lohe und alle Leute Halfred für todt hielten, dichteten die Skalden viele Lieder von ihm. Aber das war später.

Damals zog also Halfred überall umher, siegend und singend in Meerkampf und Hallenkampf. Und weil er alle Skalden im Wettgesang besiegte, nannten ihn die Leute Sigskald, und daher, nach rückwärts prophezeiend, erfanden wohl die Heidenleute die Fabel von der Elbin, die ihm Honig und Namen gab in der Wiege.

Und große Beute und viele hunderte von Ringen rothen Goldes erwarb er und vergabte sie wieder an seine Segelbrüder.

Und häufte doch noch reichen Hort auf dem Singschwan und brachte auch viel reiches Gut nach Hamundshalle, wo er weilings überwinterte.

Und er wölbte die Halle viel herrlicher und baute gegenüber einen weiten Methsal, wo tausend Männer trinken konnten, und hatte der Hochsitz in der Methhalle sechs Stufen.

Aber das reichste Stück aus all seiner Beute war ein Leuchter, – »Lampas« nennen ihn die Griechenleute, – halb mannshoch, goldgediegen, mit sieben flammenden Armen: den hatte er fern in Grekaland aus einer brennenden Marmorburg davon getragen.

Und dies Kleinod hielt Halfred selber hoch, der sonst des Goldes nicht achtete: und zum Julfest und zur Sommer-Sonnenwende und zu allen hohen Festen mußte er dicht vor ihm auf dem Tische stehen und siebenfach flammen.

Aber das, was alle Leute am meisten wunderte, war, daß alle Leute Halfred hold werden mußten, die ihn sahen und singen hörten; oft geschah es, daß auch Skalden, die er im Wettkampf besiegt hatte, selbst große Liebe zu ihm faßten und seine Weisen mehr lobten als die eignen.

Das ist nun aber wohl das Allerunglaublichste, was von Skalden gesagt werden mag. Dagegen ist es ein kleines, daß ein Freier, den er in eines Weibes Gunst überwand, sein Freund und Blutsbruder wurde. Aber das war später. –

Und weil das nun Allen ganz übermenschlich schien, ersannen sie, wie die Heidenleute sind, jene Märlein, daß er des Wunsches Sohn gewesen, daß ihm daher nicht Manneszorn, nicht Mädchentrotz habe widerstehen mögen, daß ein Gott seiner Stirne voran geflogen sei, der alle Blicke geblendet habe und solcher Fabeln viele.

Zumal sein Lächeln aber, sagen sie, soll alle Herzen bezwungen haben wie Hochsommersonne mürbes Eis.

Und auch davon erzählen sie eine Geschichte.

Er fand nämlich einmal in tiefem Winter am Fuß des Snaeja-Fjoell ein verirrtes Mägdlein von fünf Jahren, das war am Erfrieren und wußte nicht den Weg nach seiner Mutter Hütte. Und obwohl Halfred sehr wegmüde war und viele Gefolgen bei sich hatte, schickte er doch die Gefolgen allein nach der Halle, nahm das Kind selbst auf die Schulter und wanderte noch viele Rasten, stets den kleinen Fußtapfen des Mägdleins folgend, das tief eingeschlafen war, bis er die Hütte der Mutter fand. Und er legte der Mutter das Mädchen in die Arme: und da erwachte es und lächelte: und die Mutter wünschte ihm als Dank, er solle fortan lächeln wie das Kind, da es die Mutter wieder sah. Und das habe ihm der Wunsch erfüllt.

Aber das ist eine Wahnrede der Heidenleute, da es keinen Wunschgott gibt und keine Heiden-Götter und vielleicht auch kein ......

Ich sage: das Kind mag er selbst mit Mühe der Mutter zugebracht haben: mancher Wiking hätte es aus Erbarmen nur tiefer in den Schnee gedrückt, die besten hätten es einem Gefolgen zum Mittragen in die Halle gegeben; aber der Mutter selbst durch den Schnee zurückgetragen, das hätte kein Wiking gethan, den ich kenne, wenn er nämlich müde war und hungrig.

Ich sage also: in Halfred war eine große Gütigkeit des Herzens, wie sie sonst nur unschuldige Kinder haben. Und deßhalb war sein Lächeln herzgewinnend wie der Kinder Lächeln ist. Und daraus haben dann die Heiden jene Gabe des Wunsches gedichtet.

Denn daß er das Kind der Mutter gebracht, das glaube ich freilich selbst ganz und gar von Halfred. Und wäre ich der Letzte, das nicht von ihm zu glauben.

Aber auch sehr zornmüthig konnte er plötzlich werden, wenn ihm die Ader an den Schläfen schwoll: dann sprang er oft, wenn der Feind durch Gegentrotz ihn reizte, blind wüthend in die Speere wie ein Berserker.