Sind Götter? Die Halfred Sigskaldsaga - Felix Dahn - ebook

Sind Götter? Die Halfred Sigskaldsaga ebook

Felix Dahn

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Opis

Felix Dahn (1834-1912) war ein deutscher Professor für Rechtswissenschaften, Schriftsteller und Historiker. Zwischen 1882 und 1901 ließ Dahn in 13 Bänden Kleine Romane aus der Völkerwanderung, zwischen 1890 und 1895 ebenfalls in mehreren Bänden eine etwa dreitausendseitige Autobiografie folgen. „Sind Götter? Die Halfred Sigskaldsaga” – eine nordische Erzählung aus dem zehnten Jahrhundert, 1874.

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Felix Dahn

Sind Götter?

Die Halfred Sigskaldsaga

Warschau 2018

Inhalt

Erstes Kapitel.

Zweites Kapitel.

Drittes Kapitel.

Viertes Kapitel.

Fünftes Kapitel.

Sechstes Kapitel.

Siebentes Kapitel.

Achtes Kapitel.

Neuntes Kapitel.

Zehntes Kapitel.

Elftes Kapitel.

Zwölftes Kapitel.

Dreizehntes Kapitel.

Vierzehntes Kapitel.

Fünfzehntes Kapitel.

Sechszehntes Kapitel.

Siebzehntes Kapitel.

Achtzehntes Kapitel.

Neunzehntes Kapitel.

Erstes Kapitel.

Es wuchs da vor bald fünfzig Wintern im Nordland ein Knabe, der hieß Halfred. Auf Island, an dem Hamund-fjord, stand seines Vaters Hamund reiche Halle.

Damals gingen noch, wie die Heidenleute glauben, Elben und Zwerge häufig unter das Nordlandsvolk. Und Viele sagten, eine Elbin, die dem starken Hamund hold gewesen, trat an des Knaben Halfred Schildwiege, strich ihm wilden Honig als erste Speise auf die Lippen und sprach:

»Harfe sollst du sieghaft schlagen, Lieder sollst du sieghaft singen, Sigskald sollst du sein und heißen.«

Aber das ist wohl Wahnrede der Heidenleute.

Und Halfred wuchs heran und ward stark und schön. Er saß viel einsam auf den Klippen und horchte, wie der Wind in den Felsenspalten harfte. Und wollte seine Harfe danach stimmen. Und ward voll Grimmzorns, weil er es nicht konnte.

Und wenn der Grimmzorn über seine Stirne zog, schwoll ihm die Ader an der Schläfe und ward es rothe Nacht vor seinen Augen. Und sein Arm that dann weilings, wovon sein Kopf nicht wußte.

Als sein Vater gestorben war, nahm Halfred den Hochsitz in der Halle ein.

Aber er achtete nicht, das Erbe zu hegen und zu mehren: er pflag Harfen- und Waffenwerks. Er ersann eine neue Liedweise, »Halfreds Gang,« die allen sehr gefiel, die sie vernahmen und darin ihm niemand nachdichten konnte. Und im Axtwerfen kam ihm keiner von den Islandmännern gleich: sein Hammer schlug durch drei Schilde und er fehlte auf zwei Schiffslängen nicht mit des Hammers Beilseite eines fingerbreiten Rohrpfeils.

Sein Sinn stand nun darauf, einen Drachen zu bauen, stark und reich, eines Wikings würdig: darauf wollte er ausfahren, zu heeren und zu schatzen Eiland und Festland, oder auch Harfe zu schlagen in den Hallen der Könige.

Und er sann in sorglichen Nächten, wie er das Schiff beschaffen sollte und fand nicht Rath.

Aber das Bild des Schiffes stand vor seinen Augen, wie es werden sollte, mit Steuer und mit Steven, mit Bord und mit Bug: und sollte es statt eines Drachen einen Silberschwan am Steven führen.

Und als er eines Morgens aus der Halle trat und nach dem Fjord ausschaute gen Norden, da ging vor Süd-Südost ein gewaltig Meerschiff mit geschwellten Segeln in die Hamundsbucht, daß Halfred und seine Hausleute in die Waffen fuhren und hinaus eilten, die Seemänner abzuwehren oder zu bewillkommnen. Immer näher trieb das Schiff: aber nicht Helm, nicht Speer blitzte an Bord, und da man es anrief mit dem Heerhorn, blieb Alles still. Da sprang Halfred mit seinen Gefolgen in die Bote und ruderten an das große Schiff und sahen, daß es ganz leer war und stiegen an Bord. Und war dies das schönste Drachenschiff, das je Segel gebauscht auf der Salzfluth; aber statt eines Drachen führte es einen Silberschwan am Steven.

Und auch sonst, sagte mir Halfred, glich das Schiff in Allem dem Bilde, das er in Nacht- und Tagestraum gesehen: vierzig Ruder in Eisenpflöcken, das Deck mit Schilden überzeltet, die Segel purpur-gestreift, der Bug mit Brandungsrunen geritzt, die Taue von Seehundsfell; die hochgewölbten, versilberten Schwingen des Schwanes aber waren kunstvoll geschnitzt, und der Wind fing sich darin mit singendem Rauschen.

Und Halfred schwang sich auf den Hochsitz am Steuerbord: auf dem lag ein purpurner Königsmantel gespreitet und eine silberne Harfe mit Schwanenhaupt lehnte daran.

Und Halfred sprach:

»Singschwan sollst du heißen, mein Schiff: Singend und sieghaft sollst du segeln,«

Und viele sagten, die Elbin, die ihm den Namen gegeben, habe ihm den Singschwan gesendet.

Aber das ist Wahnrede der Heidenleute.

Zweites Kapitel.

Und alsbald ward es kundbar, Halfred rüstete seine besten Hausleute und seine Gefolgen mit guten Waffen, auszufahren als Wiking auf Sieg und als Skalde auf Sang.

Und auf ganz Island und den Inseln rings umher ward groß Gerede von dem Singschwan, den der Wunsch selbst—das ist der Heidenleute Gott—dem Halfred Hamundsohn gesendet, und sie sagten: »Er ist des Wunsches Sohn: nichts wird ihm mißrathen in Manneshaß und Weibesliebe, in Schwertschlag und in Harfenschlag und reiche Beute und reichen Skaldenlohn wird er gewinnen, und seine milde Hand kann nehmen und spenden, aber nichts behalten.«—Und kamen da Viele zu ihm gezogen, die seine Segelbrüder werden wollten, bis aus den fernsten Eilanden der Westersee, daß er hätte sieben Schiffe füllen können. Er füllte aber nur den Singschwan mit dreihundert Mannen, die er selbst erlesen, und fuhr mit ihnen in See.

Und wäre nun viel davon zu erzählen, welch’ große Siege Halfred mit Hammer und Harfe viele Jahre lang erstritten auf allen Meeren von Mikilgard, das die Lateiner Byzantium nennen, bis nach der Insel Hibernia im fernen Westen.

Und habe ich alle diese Thaten und Siege, Fahrten und Gesänge und Wettkämpfe in Waffen und Harfenspiel schon als Kind am Herdfeuer des Klosters von den Skalden singen hören und von fahrenden Gästen erzählen, lange ehe ich in Halfreds meergraues Auge sah.

Denn während der langen Zeit, da er verschollen war und der Singschwan aufgeflogen war in Lohe und alle Leute Halfred für todt hielten, dichteten die Skalden viele Lieder von ihm. Aber das war später.

Damals zog also Halfred überall umher, siegend und singend in Meerkampf und Hallenkampf. Und weil er alle Skalden im Wettgesang besiegte, nannten ihn die Leute Sigskald, und daher, nach rückwärts prophezeiend, erfanden wohl die Heidenleute die Fabel von der Elbin, die ihm Honig und Namen gab in der Wiege.

Und große Beute und viele hunderte von Ringen rothen Goldes erwarb er und vergabte sie wieder an seine Segelbrüder.

Und häufte doch noch reichen Hort auf dem Singschwan und brachte auch viel reiches Gut nach Hamundshalle, wo er weilings überwinterte.

Und er wölbte die Halle viel herrlicher und baute gegenüber einen weiten Methsal, wo tausend Männer trinken konnten, und hatte der Hochsitz in der Methhalle sechs Stufen.

Aber das reichste Stück aus all seiner Beute war ein Leuchter,—»Lampas« nennen ihn die Griechenleute,—halb mannshoch, goldgediegen, mit sieben flammenden Armen: den hatte er fern in Grekaland aus einer brennenden Marmorburg davon getragen.

Und dies Kleinod hielt Halfred selber hoch, der sonst des Goldes nicht achtete: und zum Julfest und zur Sommer-Sonnenwende und zu allen hohen Festen mußte er dicht vor ihm auf dem Tische stehen und siebenfach flammen.

Aber das, was alle Leute am meisten wunderte, war, daß alle Leute Halfred hold werden mußten, die ihn sahen und singen hörten; oft geschah es, daß auch Skalden, die er im Wettkampf besiegt hatte, selbst große Liebe zu ihm faßten und seine Weisen mehr lobten als die eignen.

Das ist nun aber wohl das Allerunglaublichste, was von Skalden gesagt werden mag. Dagegen ist es ein kleines, daß ein Freier, den er in eines Weibes Gunst überwand, sein Freund und Blutsbruder wurde. Aber das war später.—

Und weil das nun Allen ganz übermenschlich schien, ersannen sie, wie die Heidenleute sind, jene Märlein, daß er des Wunsches Sohn gewesen, daß ihm daher nicht Manneszorn, nicht Mädchentrotz habe widerstehen mögen, daß ein Gott seiner Stirne voran geflogen sei, der alle Blicke geblendet habe und solcher Fabeln viele.

Zumal sein Lächeln aber, sagen sie, soll alle Herzen bezwungen haben wie Hochsommersonne mürbes Eis.

Und auch davon erzählen sie eine Geschichte.

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