Ein Grab für die Mafia - A. F. Morland - darmowy ebook

Ein Grab für die Mafia ebook

A. F. Morland

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Opis

Kriminalroman von A. F. Morland Der Umfang dieses Buchs entspricht 94 Taschenbuchseiten. Ein Auftragskiller hinterlässt eine blutige Spur in der Chicagoer Unterwelt und der Mafiajäger Tardelli vermutet die Auftraggeber bei der Ehrenwerten Gesellschaft. Von einer Kollegin bekommt er den Tipp, wo er den Mörder finden kann. Doch der hat Komplizen...

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A. F. Morland

Ein Grab für die Mafia

Ein Roberto Tardelli Thriller #8

BookRix GmbH & Co. KG80331 München

Ein Grab für die Mafia

von A. F. Morland

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 94 Taschenbuchseiten.

 

Ein Auftragskiller hinterlässt eine blutige Spur in der Chicagoer Unterwelt und der Mafiajäger Tardelli vermutet die Auftraggeber bei der Ehrenwerten Gesellschaft. Von einer Kollegin bekommt er den Tipp, wo er den Mörder finden kann. Doch der hat Komplizen...

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author

© Cover by pixabay/Steve Mayer & Firuz Askin, 2016

© dieser Ausgabe 2016 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.AlfredBekker.de

[email protected]

1

Der erste Schlag streifte Roberto Tardellis Ohr. Er nahm seinen Kopf blitzschnell zur Seite, doch damit konnte er nicht verhindern, dass er ihm die Luft nahm.

Die drei Gangster verstanden ihr Handwerk. Sie fielen nicht zum ersten Mal über jemanden her.

Roberto setzte sich zur Wehr.

Aber vergebens.

Einer seiner drei Gegner verpasste ihm ein so hartes Ding, dass er auf die Knie musste.

Räder drehten sich vor seinen Augen.

Und dann kam die Ohnmacht...

Roberto hatte den Eindruck, jemand würde ihn fortwährend schütteln, um ihn wach zu kriegen, und es war ihm so lästig, dass er die Augen öffnete.

Doch das Schütteln hörte auch dann nicht auf, und Roberto Tardelli stellte fest, dass er sich im Kofferraum eines Wagens befand.

Ihm war schlecht. Fast hätte er sich übergeben. An zahlreichen Stellen glühte oder pochte ein Schmerz, und Roberto war nicht sicher, ob er noch alle Zähne im Mund hatte.

Sie hatten’s ihm tüchtig gegeben. Als ob sie den alten Ruf der Gangsterstadt Chicago aufpolieren wollten.

Aber sie hatten ihn anschließend in dem abendlichen Park, in dem es geschehen war, nicht liegengelassen, sondern mitgenommen, und das gab zu denken. Sie schienen noch nicht mit ihm fertig zu sein. Was konnte nach diesen Hieben noch kommen? Weitere Qualen?

Oder ... der Tod?

Roberto wusste, wie unbeliebt er in dieser Stadt war. Er hielt sich nicht zum ersten Mal in Chicago auf. Es war ihm mehrmals gelungen, der ortsansässigen Mafia schwere Niederlagen zu bescheren.

So etwas vergisst die Ehrenwerte Gesellschaft nicht. Nicht einmal in hundert Jahren. Die Gesichter der drei Gangster waren Roberto Tardelli fremd. Die Verbrecher hingegen hatten sehr wohl gewusst, über wen sie herfielen.

Das Schaukeln des Wagens verstärkte sich, und Roberto tat sich verflucht schwer, das Abendessen im Magen zu behalten.

Er überlegte, was er tun sollte, wenn der Kofferraumdeckel sich öffnete. War es sinnvoll, weiter den Ohnmächtigen zu spielen?

Würden die Kerle darauf hereinfallen?

Oder war es besser, wie der Teufel aus dem Kofferraum zu schnellen, sobald sich der Deckel öffnete, um die Schläger effektvoll zu überraschen?

Es würde sich ergeben.

Nach einiger Zeit blieb das Fahrzeug schließlich stehen. Die Reifen knirschten. Das bedeutete, dass der Boden nicht aus Beton oder Asphalt bestand.

Robertos Nerven strafften sich. Seine Kräfte kehrten nur teilweise zurück. Er hätte viel mehr davon gebrauchen können.

Hart spannte er die schmerzenden Muskeln an. Er hatte sich entschlossen, auf jeden Fall querzuschießen. Egal, was die Gangster weiter mit ihm vorhatten. Als die Verbrecher ausstiegen, wippte der Wagen.

Es war ein Reflex, als Robertos Hand zum Schulterholster zuckte.

Die Luger war nicht mehr da. Man hatte sie ihm abgenommen. Eigentlich war das ganz logisch, die Kerle wären verrückt gewesen, wenn sie ihm seine Waffe gelassen hätten.

Man konnte ihnen gewiss vieles nachsagen, aber verrückt waren sie garantiert nicht.

Roberto lauschte. Er hörte, wie einer der Gangster hüstelte. Und ein zweiter fragte: „Hier?“

„Klar hier“, antwortete ein anderer. „Ist doch ’ne prima Gegend für das, was wir vorhaben. Oder bist zu anderer Meinung?“

„Mir ist jede Gegend recht... Für Roberto Tardellis letzte Ruhestätte meine ich.“

Roberto schluckte.

Jetzt waren sämtliche Unklarheiten ausgeräumt. Er sollte hier sterben. Wo immer das war.

„Bringen wir’s hinter uns“, erwiderte der dritte Gangster. „Ich finde, wir hätten ihm gleich im Park eine Kugel in den Kopf jagen sollen. Alles andere ist viel zu umständlich.“

„Denkst du, ich versau’ mir mit seinem Blut meinen Kofferraum?“

„Wir hätten ihn ja im Park liegen lassen können.“

„Besser ist es, wenn er verschwindet. Und zwar für immer.“

Mit vibrierenden Nerven wartete Roberto Tardelli auf seine Chance. Es würde die letzte in seinem Leben sein. Wenn es ihm nicht gelang, sie zu nützen, war er verloren.

Das Kofferraumschloss schnappte. Der Deckel wurde hochgeklappt. Kühle Abendluft breitete sich über den jungen Mafiajäger, dessen Ende eine beschlossene Sache war.

Zwei Gesichter beugten sich über Roberto Tardelli. Er stieß seine Fäuste mitten in die Visagen hinein. Die Killer zuckten zurück.

Roberto schnellte hoch und sprang aus dem Kofferraum. Er hatte nicht die Absicht, sich noch mal von diesen Kerlen zusammenschlagen zu lassen.

In dieser Situation war es angeratener, die Beine in die Hand zu nehmen und zu fliehen. Das hatte mit Feigheit nichts zu tun. Das war Taktik.

Aber der Mafiajäger kam nicht weit. Drei, vier Schritte. Dann stellte ihm der dritte Schläger ein Bein.

Roberto verlor das Gleichgewicht. Er ruderte mit den Armen durch die Luft, fand jedoch keinen Halt und schlug lang hin.

Die Gangster fluchten. Während sich die beiden, denen Roberto seine Faust ins Gesicht gepflanzt hatte, auf ihn stürzten, holte der dritte einen dicken, widerstandsfähigen Strick aus dem Kofferraum.

Hastig machte er eine Schlinge und streifte sie über Robertos Beine. Und dann wickelte er den Strick rund um den Körper des Mafiajägers. Bis zum Hals hinauf.

Roberto kam sich vor wie ein Paket, das nach Übersee abgeschickt werden sollte. Doch die Reise, die die drei Killer für ihn gebucht hatten, sollte nicht in Übersee, sondern im Jenseits enden.

Sie rissen ihn hoch.

„So, Jungs“, sagte ihr Wortführer, „und nun kriegt er sein Grab im Beton!“

2

Sie befanden sich auf einer riesigen Baustelle, aus der einmal ein großer Wohnkomplex werden sollte. Vorläufig war davon aber noch nicht viel zu sehen. Nur die tiefe Baugrube, und ein Wald von Kränen.

Die Killer trugen Roberto Tardelli bis zu einem dieser Kräne. Sie hakten den Mafiajäger daran fest und hievten ihn hoch.

Roberto baumelte mehrere Meter über dem Boden.

Der Kranarm schwang über den Baugrubenrand, und dann wurde Roberto langsam hinuntergelassen. Sie versenkten ihr Opfer in den breiten, finsteren Streifen des Fundaments.

Kein Mensch würde Roberto Tardelli jemals wiederfinden, wenn er erst einmal im Beton eingegossen war.

Die drei Killer waren Sadisten.

Er war ihnen nicht einmal eine Kugel wert. Lebendig sollte er im Beton versinken und ... ersticken. Einen scheußlichen Tod hatten ihm die Killer zugedacht.

Sein Körper berührte den kalten Boden. Der Kranhaken rasselte kurz. Dann löste er sich von Roberto und schwebte wieder nach oben, zum tintigen Himmel hinauf.

Roberto versuchte verbissen, freizukommen. Wild bäumte er sich auf. Er ächzte und keuchte. Er strengte sich mächtig an, doch es gelang ihm nicht, die straff sitzenden Fesseln abzustreifen. Schweiß trat ihm auf die Stirn.

Sah sein Ende tatsächlich so aus? Wenn ein Mann ständig mit der Gefahr leben muss, setzt er sich hin und wieder zwangsläufig auch mit seinem Tod auseinander.

Im Geist hatte sich Roberto Tardelli schon viele Tode sterben sehen, aber dieser war nicht dabei gewesen.

Ein Grab im Beton!

Scheußlicher ging’s nicht.

Oben fing der große Betonmischer zu rattern an. Ein dicker Schlauch senkte sich auf Roberto herab. Durch ihn würde in wenigen Augenblicken der tödliche Brei fließen.

Der schwere graue Schlamm würde nach und nach das gesamte Fundament ausfüllen, würde sich über Roberto ausbreiten und ihn unter sich begraben.

Roberto war noch jung, aber er hatte keine Zukunft mehr. Seine Lebenserwartung war auf wenige Sekunden zusammengeschrumpft, und das schlimme an der Sache war, dass er sein Ende mit eigener Kraft nicht mehr abwenden konnte.

Er hätte dringend Hilfe gebraucht.

Doch wer hätte ihm jetzt noch helfen können?

3

Barney Weid, schäumte vor Wut, und das war niemals gut. Audrey York, das Callgirl, wusste das. Deshalb zitterte sie im Moment auch wie Espenlaub.

Sie war rothaarig, hatte grüne Augen und eine sagenhafte Figur. Sie gehörte dem Callgirl-Ring von Chunk Morrissey an, und Barney Weid war Morrisseys rechte Hand.

Eine Hand, die verdammt schmerzhaft zuschlagen konnte!

In diesem Augenblick holte Barney Weid gerade zum zweiten Mal aus. Klatsch. Er traf Audreys Wange. Die Wucht des Schlages warf sie auf das Sofa. Sie fing zu schluchzen an.

„Bitte, Barney!“, jammerte das Mädchen. „Bitte ...“

Audreys Wangen brannten wie Feuer. Die Tränen rannen ihr übers Gesicht und lösten die Schminke auf. Sie sah aus, als trüge sie eine Maske.

Barney Weid zupfte sein Stecktuch aus dem feinen Nadelstreifenanzug. Er warf es dem Mädchen in den Schoß.

„Wisch das Wasser ab!“, sagte er hart.

Audrey York ergriff das weiße Tuch und betupfte damit ihr Gesicht.

„Ich hoffe, das wird dir eine Lehre sein!“, sagte Weid. Er war ein großer, kräftiger Mann. Durchtrainiert und hart im Nehmen, wenn es sein musste. Er sah gut aus, hätte der Chef eines gut laufenden Betriebes sein können.

„Ja“, schluchzte das Mädchen. Sie zog die Beine an. Wie ein Häufchen Elend kauerte sie auf dem Sofa. „Es tut mir leid, Barney. Ich werd’s bestimmt nicht wieder tun, das verspreche ich dir.“

„Das will ich hoffen, denn beim nächsten Mal kommst du nicht nur mit ein paar Ohrfeigen davon. Warum hast du’s überhaupt getan? Du wirst doch von uns nicht so schlecht bezahlt?“

„Es war so verlockend. Der Kerl war stockbesoffen und sein Ring ließ sich so leicht vom Finger ziehen. Er hat es gar nicht gemerkt...“

„Er hat es am nächsten Tag bemerkt und hat sich sofort beschwert. Du weißt, dass die Zeiten für uns nicht mehr so gut wie früher sind. Wir sind auf jeden einzelnen Kunden angewiesen, deshalb geht es nicht an, dass unsere Mädchen sie bestehlen. Kapierst du das?“

„Ja, Barney.“

„Wenn sich so etwas herumspricht, schlittern wir in die roten Zahlen. Wir haben in letzter Zeit eine Menge Terrain an die Mafia abtreten müssen. Wenn wir unseren Kundenstock, der erheblich geschrumpft ist, seit sich die Cosa Nostra in dieses Geschäft gedrängt hat, nicht hegen und pflegen, sind wir erledigt.“

„Es tut mir leid, Barney. Ich habe nicht an die Folgen gedacht“, sagte Audrey York kleinlaut. Sie gab Barney Weid das Stecktuch zurück.

Er stopfte es wieder in seine Brusttasche, hielt dem Mädchen dann die Hand entgegen und verlangte: „Her mit dem Ring.“

„Ja, Barney. Sofort.“ Audrey erhob sich. Ihr zitterten die Knie. Die Ohrfeigen hatten ihr gereicht. Sie war tatsächlich entschlossen, nie wieder einem Kunden etwas abzunehmen.

Der Teufel musste sie geritten haben, als sie den Ring gestohlen hatte.

Mit staksenden Schritten begab sich das Mädchen ins Schlafzimmer. Sie kehrte gleich darauf wieder zurück und legte Barney Weid zaghaft den Ring in die offene Hand. Noch einmal sagte sie, dass es ihr leid täte, und sie entschuldigte sich ein weiteres Mal wegen dieses Ausrutschers.

Da sie im Callgirl-Ring ein gutes Mädchen war, das eine Menge Geld brachte, verzieh’ ihr Barney Weid in seinem und im Namen des Bosses großherzig.

Er lächelte und tätschelte freundschaftlich ihre Wange. „Hauptsache, wir verstehen uns und du läufst wieder auf dem richtigen Kurs.“

„Das tu’ ich, Barney.“

„Dann wollen wir die leidige Angelegenheit vergessen, einverstanden?“

„Okay, Barney“, sagte Audrey York erleichtert.

Barney Weid verließ das schicke Apartment des Callgirls. Er war rundum zufrieden. Audrey war wieder da, wo sie hingehörte, und sie würde es gewiss nicht noch einmal wagen, lange Finger zu machen.

Es gab zur Zeit genug anderen Ärger, deshalb musste man besonders energisch dahinter sein, dass keines der Mädchen irgendwie aus der Reihe tanzte.

Mit dem Fahrstuhl fuhr Barney Weid von der sechzehnten Etage zum Erdgeschoss hinunter. Kurz darauf verließ er das moderne Gebäude, in dem Audrey York wohnte. Das Apartment gehörte dem Ring.

Weid überquerte die Straße. Er schloss die Tür seines mitternachtsblauen Sting Ray auf und rutschte hinter das Steuer.

Er fummelte kurz mit dem Zündschlüssel am Schloss herum, ehe er die Öffnung fand. Bevor er den Motor startete, checkte er im Geist noch rasch die Liste durch, auf der all die Dinge standen, die an diesem Abend noch zu erledigen waren.

Dann drehte er den Zündschlüssel um.

Es war, als hätte er das Tor zur Hölle auf gestoßen!

Barney Welds Mustang verwandelte sich von einer Sekunde zur ändern in einen grellen Glutball. Eine gewaltige Explosion zerfetzte das Fahrzeug.

Von Barney Weid Chunk Morrisseys rechter Hand blieb nichts übrig, was man noch hätte identifizieren können.

4

Roberto Tardelli musste mit seinem Leben abschließen. Es hatte keinen Zweck, jetzt noch auf ein Wunder zu hoffen. Er würde im Beton ersticken.

Angesichts des bevorstehenden Todes erinnerte er sich an die wichtigsten Stationen in seinem Leben, an seine unbeschwerte Kindheit, die er zusammen mit seiner Schwester Louisa verbracht hatte, an das Jura Studium in Denver, Colorado, er dachte an seinen Vater Ernesto, der, ohne dass Roberto es gewusst hatte, der Boss einer Mafia Untergrundorganisation gewesen war, ihm fiel der Tod seines Vaters und seiner Schwester ein, sie waren von einer Bombe zerfetzt worden ... Damals war Roberto zum ersten Mal gegen die Mafia angetreten. Als Einzelgänger. Er war das, mit wenigen Ausnahmen, bis zum heutigen Tag geblieben.