Die Räuber von Friedrich Schiller. - Friedrich Schiller - ebook

Die Räuber von Friedrich Schiller. ebook

Friedrich Schiller

0,0
34,99 zł

Opis

Königs Erläuterungen - Textanalyse und Interpretation mit ausführlicher Inhaltsangabe und Abituraufgaben In einem Band bieten dir die neuen Königs Erläuterungen alles, was du zur Vorbereitung auf Referat, Klausur, Abitur oder Matura benötigst. Das spart Zeit bei der Vorbereitung! Alle wichtigen Infos zur Interpretation. - von der ausführlichen Inhaltsangabe über Aufbau, Personenkonstellation, Stil und Sprache bis zu Interpretationsansätzen - plus 4 Abituraufgaben mit Musterlösungen und 2 weitere zum kostenlosen Download . sowohl kurz als auch ausführlich. - Die Schnellübersicht fasst alle wesentlichen Infos zu Werk und Autor und Analyse zusammen. - Die Kapitelzusammenfassungen zeigen dir das Wichtigste eines Kapitels im Überblick - ideal auch zum Wiederholen. - Das Stichwortregister ermöglicht dir schnelles Finden wichtiger Textstellen. . und klar strukturiert. - Ein zweifarbiges Layout hilft dir Wesentliches einfacher und schneller zu erfassen. - Die Randspalte mit Schlüsselbegriffen ermöglichen dir eine bessere Orientierung. - Klar strukturierte Schaubilder verdeutlichen dir wichtige Sachverhalte auf einen Blick. . mit vielen zusätzlichen Infos zum kostenlosen Download.

Ebooka przeczytasz w aplikacjach Legimi lub dowolnej aplikacji obsługującej format:

EPUB
MOBI

Liczba stron: 135




KÖNIGS ERLÄUTERUNGEN

Band 28

Textanalyse und Interpretation zu

Friedrich Schiller

DIE RÄUBER

Maria-Felicitas Herforth

Alle erforderlichen Infos für Abitur, Matura, Klausur und Referat plus Musteraufgaben mit Lösungsansätzen

Zitierte Ausgaben: Friedrich von Schiller: Die Räuber. Ein Schauspiel. Husum/Nordsee, Hamburger Lesehefte Verlag, 2010 (Hamburger Leseheft Nr. 48, Heftbearbeitung: F. Bruckner und Kurt Sternelle). Zitatverweise sind mit HL gekennzeichnet. Schiller, Friedrich: Die Räuber. Ein Schauspiel, Stuttgart, Philipp Reclam jun., 2001 (Reclam Universal-Bibliothek Nr. 15). Zitatverweise sind mit R gekennzeichnet.

Über die Autorin dieser Erläuterung: Maria-Felicitas Herforth, geboren 1980, Studium der Anglistik und Germanistik an der Ruhr-Universität Bochum (1999–2005), Studienaufenthalt in Großbritannien (2001–2002), 2005-2006 Doktorandin und wissenschaftliche Hilfskraft im Englischen Seminar der Ruhr-Universität Bochum, seit 2009 Studienrätin mit den Fächern Englisch und Deutsch an einem Gymnasium Bochum, Autorin von Königs Erläuterungen.

Das Werk und seine Teile sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung in anderen als den gesetzlich zugelassenen Fällen bedarf der vorherigen schriftlichen Einwilligung des Verlages. Hinweis zu § 52 a UrhG: Die öffentliche Zugänglichmachung eines für den Unterrichtsgebrauch an Schulen bestimmten Werkes ist stets nur mit Einwilligung des Berechtigten zulässig.

3. Auflage 2014

ISBN 978-3-8044-6931-0

© 2003, 2010 by C. Bange Verlag, 96142 Hollfeld Alle Rechte vorbehalten! Titelbild: Theaterstück Die Räuber, Volksbühne Berlin 1971 (DDR), Arno Wyzniewski, © Cinetext/Henschel Theater-Archiv

Hinweise zur Bedienung

Inhaltsverzeichnis Das Inhaltsverzeichnis ist vollständig mit dem Inhalt dieses Buches verknüpft. Tippen Sie auf einen Eintrag und Sie gelangen zum entsprechenden Inhalt.

Fußnoten Fußnoten sind im Text in eckigen Klammern mit fortlaufender Nummerierung angegeben. Tippen Sie auf eine Fußnote und Sie gelangen zum entsprechenden Fußnotentext. Tippen Sie im aufgerufenen Fußnotentext auf die Ziffer zu Beginn der Zeile, und Sie gelangen wieder zum Ursprung. Sie können auch die Rücksprungfunktion Ihres ePub-Readers verwenden (sofern verfügbar).

Verknüpfungen zu Textstellen innerhalb des Textes (Querverweise) Querverweise, z. B. „s. S. 26 f.“, können durch Tippen auf den Verweis aufgerufen werden. Verwenden Sie die „Zurück“-Funktion Ihres ePub-Readers, um wieder zum Ursprung des Querverweises zu gelangen.

Verknüpfungen zu den Online-Aufgaben Im Abschnitt 6 „Prüfungsaufgaben“ finden Sie einen Hinweis zu zwei kostenlosen zusätzlichen Aufgaben. Diese Aufgaben können über die Webseite des Verlages aufgerufen werden. Tippen Sie auf die Verknüpfung und Sie werden direkt zu den Online-Aufgaben geführt. Dazu wird in den Web-Browser Ihres ePub-Readers gewechselt – sofern Ihr ePub-Reader eine Verbindung zum Internet unterstützt und über einen Web-Browser verfügt.

Verknüpfungen zu Inhalten aus dem Internet Verknüpfungen zu Inhalten aus dem Internet werden durch eine Webadresse gekennzeichnet, z.B. www.wikipedia.de. Tippen Sie auf die Webadresse und Sie werden direkt zu der Internetseite geführt. Dazu wird in den Web-Browser Ihres ePub-Readers gewechselt – sofern Ihr ePub-Reader eine Verbindung zum Internet unterstützt und über einen Web-Browser verfügt.  Hinweis:

INHALT

1. DAS WICHTIGSTE AUF EINEN BLICK – SCHNELLÜBERSICHT

2. FRIEDRICH SCHILLER: LEBEN UND WERK

2.1 Biografie

2.2 Zeitgeschichtlicher Hintergrund

Preußen als europäische Großmacht

Aufgeklärter Absolutismus und Aufklärung

Geistige Strömungen

Aufklärung

Empfindsamkeit

Sturm und Drang

2.3 Angaben und Erläuterungen zu wesentlichen Werken

3. TEXTANALYSE UND -INTERPRETATION

3.1 Entstehung und Quellen

3.2 Inhaltsangabe

Akt I

Akt II

Akt III

Akt IV

Akt V

3.3 Aufbau

Kompositionsstruktur

Strukturprinzipien

Elemente der offenen und geschlossenen Dramenform

3.4 Personenkonstellation und Charakteristiken

Personen und Schauplätze

Franz von Moor

Karl von Moor

Karl Moor und Franz Moor

Graf Maximilian von Moor

Amalia von Edelreich

Die Räuber

3.5 Sachliche und sprachliche Erläuterungen

3.6 Stil und Sprache

Expressivstil versus Nominalstil

Sprachliche Mittel

3.7 Interpretationsansätze

Gesellschaftliche und politische Implikationen

Die Räuber als Abbild historischer Verhältnisse

Leitthemen und Leitmotive

Biografische Aspekte

4. REZEPTIONSGESCHICHTE

5. MATERIALIEN

Schiller über Die Räuber

Zur Geschichte des menschlichen Herzens

6. Prüfungsaufgaben mit Musterlösungen

Aufgabe 1 ***

Aufgabe 2 **

Aufgabe 3 **

Aufgabe 4 *

Literatur

Zitierte Ausgabe

Gesamtausgabe

Sekundärliteratur

Die Räuber – deutschsprachige Verfilmungen

1.Das Wichtigste auf einen Blick – Schnellübersicht

Schillers Leben und zeitgeschichtlicher Hintergrund

Friedrich Schiller lebte von 1759 bis 1805, die meiste Zeit in Weimar.

Die Räuber ist Schillers Jugendwerk und Dramenerstling, uraufgeführt 1782.

Die Entstehungszeit ist geprägt vom aufgeklärten Absolutismus und den geistigen Strömungen Aufklärung, Sturm und Drang und Empfindsamkeit.

Im dritten Kapitel geht es um Textanalyse und -interpretation.

Die Räuber – Entstehung und Quellen:

Der Entstehungszeitraum war hauptsächlich 1779/80, Schillers letztes Jahr auf der Militärakademie in Stuttgart (Hohe Karlsschule); das Stück erschien 1781 anonym. 1782 wurde es uraufgeführt.

Schiller beeinflusste u. a. Shakespeare; historische Quellen waren reale Räuberbanden, der historische Familienkonflikt in der „Akte Buttlar“ (1734–1736) und der Sonnenwirt Friedrich Schwan.

Inhalt:

Das Drama handelt von einem Familienkonflikt, der sich als gesellschaftlicher Konflikt entfaltet. Franz Moor intrigiert gegen den von Natur und Vater bevorzugten Bruder Karl Moor, sodass dieser sich vom Vater verstoßen glaubt und einer Räuberbande anschließt, um (vermeintliches) gesellschaftliches Unrecht zu rächen. Beide Figuren scheitern jedoch: Franz, der zuletzt als gewissenloser Herrscher über das Moorsche Schloss von den Räubern bestürmt wird, sieht keinen Ausweg und richtet sich selbst. Karl, der zunehmend in Gewissenskonflikte aufgrund seiner Räubertaten und seines Rechtsempfindens gerät, liefert sich, nachdem er keine andere Lösung mehr sieht, der Justiz aus.

Aufbau:

Das Drama ist nach dem klassischen Fünf-Akt-Schema aufgebaut, weist jedoch zusätzlich eine zweisträngig-antithetische Handlungskonstruktion sowie Elemente der offenen Dramenform auf. Dem Thema der feindlichen Brüder entsprechend verlaufen Franz-Moor-Handlung und Karl-Moor-Handlung parallel an ihnen kontrastiv zugeordneten Schauplätzen, gleichzeitig stehen sie jedoch in antithetischem Bezug zueinander: Die Karl-Moor-Handlung ist eine Reaktion auf die Franz-Moor-Handlung.

Personen:

Stil und Sprache:

Stil und Sprache vermitteln die Aufbruchstimmung des Sturm und Drang, den Willen zum Aufruhr gegen Natur und Ordnungssysteme (Kennzeichen: Expressivstil). Die zügellose Sprache wird zeitgleich durch pathetisch-rhetorischen Stil (Nominalstil) auf eine gedanklich-abstrakte Ebene gebracht, sodass individuelle Aussagen zwecks philosophischer Grundausrichtung objektiviert werden.

Interpretationsansätze:

Für eine thematische Interpretation des Dramas bieten sich die Deutung gesellschaftlicher und politischer Implikationen an, ebenso wie die Leitthemen und Leitmotive (z. B. Der verlorene Sohn) oder biografische Aspekte des jungen Schiller.

2.Friedrich Schiller: Leben und Werk

Friedrich Schiller (1759–1805) © Richter/Cinetext

2.1Biografie

Jahr

Ort

Ereignis

Alter

1759

Marbach

am Neckar

10. November: Geburt von Johann Chris­toph Friedrich Schiller als zweites Kind von Johann Caspar und Elisabeth Dorothea Schiller.

1767

Ludwigsburg

Eintritt in die Ludwigsburger Lateinschule zur Vorbereitung auf eine geistliche Laufbahn

8

1773–1780

Solitude bei Stuttgart

Schiller in der Militärakademie des Herzogs Carl Eugen von Württemberg (später: Hohe Karlsschule), zunächst auf der Solitude.

14–21

1774

Aufnahme des Jurastudiums. Ein schriftlicher Revers der Eltern bestätigt im September die lebenslange „Übereignung“ ihres Sohnes Friedrich in die Verfügungsgewalt des Herzogs.

15

1775

Stuttgart

Verlegung der Akademie nach Stuttgart

16

1776

Beginn des Medizinstudiums. Intensiver Philosophieunterricht bei Jakob Friedrich Abel.

17

1777

Entstehung der ersten Szenen der Räuber

18

1780

Ausarbeitung der Räuber. Medizinische Dissertation: Versuch über den Zusammenhang der tierischen Natur des Menschenmit seiner geistigen.

15. Dezember: Entlassung aus der Karlsschule. Regimentsmedikus in Stuttgart.

21

1781

Die Räuber erscheint im Selbstverlag anonym und mit fingiertem Druckort.

22

1782

Mannheim

13. Januar: Uraufführung der Räuber in Mannheim. Schiller reist ohne Urlaub und ohne Erlaubnis nach Mannheim und wird am 25. Mai vom Herzog mit einem 14-tägigen Arrest bestraft. Verbot jeder weiteren Schriftstellerei. 22. September: Schillers Flucht aus Stuttgart nach Mannheim.

23

1783

Bonn

Uraufführung von Fiesko in Bonn. Beschäftigung mit Don Carlos.

24

Mannheim

Anstellung als Theaterdichter durch Intendant Dalberg.

1784

Frankfurt

Uraufführung von Kabale und Liebe (13. April, Frankfurt/M.).

25

1785–1787

Leipzig und Dresden

Juli 1785: Beginn der Freundschaft mit Christian Gottfried Körner

26–28

1787–1788

Weimar

1787: Don Carlos wird in Hamburg uraufgeführt. Juli–Mai: Aufenthalt in Weimar. Kontakt mit Wieland, Herder, Knebel, Charlotte von Kalb und Corona Schröter.

28–29

1788

Arbeit an der Geschichte des Abfalls dervereinigten Niederlande, die im Herbst erscheint. 7. September: erste Begegnung mit Goethe.

29

1789

Jena

Berufung als Professor für Geschichte nach Jena. Dezember: Freundschaft mit Wilhelm von Humboldt.

30

1790

22. Februar: Hochzeit mit Charlotte von Lengefeld. Vorlesung über Universalgeschichte bis zur Gründung der fränkischen Monarchie und über eine Theorie der Tragödie. Arbeit an der Geschichte des DreißigjährigenKrieges. Die zwei ersten Bücher erscheinen im Oktober.

31

1791

Kantstudien. Lebensgefährliche Erkrankung Schillers, von der er sich nie wieder ganz erholt. Dezember: jährliches Geschenk von 1000 Talern für drei Jahre vom Herzog Friedrich Christian von Schleswig-Holstein-Augustenburg und von dem Grafen Schimmelmann.

32

1792

Französische Nationalversammlung erteilt Schiller das Bürgerrecht. Abschluss der Geschichte des DreißigjährigenKrieges. Vorlesung über Ästhetik.

33

1793

Philosophische Studien. Briefwechsel mit Körner über den Begriff des Schönen (Über Anmut und Würde). 14. September: Geburt des ersten Sohnes Karl Friedrich Ludwig.Über das Erhabene, Über die ästhetischeErziehung des Menschen

34

1794

Beginn der Dichterfreundschaft mit Goethe

35

1796

11. Juli: Geburt des zweiten Sohnes Ernst Friedrich Wilhelm. Publikation der gemeinschaftlich mit Goethe verfassten Xenien und Tabulae votivae.

37

1797

Entstehung der großen Balladen Schillers. Entstehung des Wallenstein.

38

1798

Jena, Weimar

Das ganze Jahr über Arbeit am Wallenstein. Besuche Goethes in Jena und Schillers in Weimar. Gespräche über Kunst und Natur, Gattungsgesetze, Aufführungsfragen und naturwissenschaftliche Probleme. 12. Oktober: Uraufführung Wallensteins Lager in Weimar.

39

1799

Weimar

30. Januar: Uraufführung Die Piccolomini in Weimar.

20. April: Uraufführung Wallensteins Tod in Weimar. Sommer: Arbeit an Maria Stuart.

11. Oktober: Geburt der Tochter Caroline Luise Friederike. Dezember: Umzug nach Weimar.

40

1800

Februar: Erkrankung an Nervenfieber. Bearbeitung des Shakespearschen Macbeth.

14. Juni: Uraufführung von Maria Stuart in Weimar. Juni: Wallenstein als Buchausgabe.

41

1801

11. September: Uraufführung Die Jungfrau vonOrleans in Leipzig.

42

1802

August: Beginn der Arbeit an der Braut vonMessina.

43

1803

Uraufführung Die Braut von Messina in Weimar. Beginn der Beschäftigung mit Wilhelm Tell.

44

1804

17. März: Uraufführung des Wilhelm Tell in Weimar.

25. Juli: Geburt der zweiten Tochter Emilie Henriette Luise. Zunehmende Krankheitsfälle.

45

1805

Seit Februar: schwere Erkrankung. Arbeit am Demetrius.

9. Mai: Tod Schillers in seinem 46. Lebensjahr auf Grund einer akuten Lungenentzündung[1].

45

2.2Zeitgeschichtlicher Hintergrund

ZUSAMMENFASSUNG

Wichtig um die Jahre 1770/1780: Preußen wurde unter Friedrich dem Großen als Vertreter des aufgeklärten Absolutismus eine europäische Großmacht. Der aufgeklärte Absolutismus war ein Produkt der Aufklärung, der geistigen Strömung, die die Ausrichtung des Lebens und der Gesellschaft nach dem hohen Gut der Vernunft forderte und somit Fundament für die Entwicklung der modernen Welt war. In den deutschen Kleinstaaten herrschte jedoch nach wie vor wirtschaftlicher Rückstand, nicht zuletzt aufgrund der überkommenen Feudalstrukturen. Durch aufgeklärte Regenten konnten sich jedoch auch kulturelle Zentren mit nachhaltigem Einfluss bilden. Das Bürgertum emanzipierte sich zunehmend, was sich in gefühlsbetonten Strömungen – wie der Empfindsamkeit – sowie in Bewegungen, die durch Revolte und Geniekult (Sturm und Drang) gekennzeichnet waren, manifestierte.

Preußen als europäische Großmacht

Als König Friedrich Wilhelm I. (1713–1740) im Jahre 1740 starb, hatte er es geschafft, aus Preußen einen Militär- und Beamtenstaat zu machen, der nach Österreich die stärkste Militärmacht im Reich war. Sein Nachfolger Friedrich II. der Große (1740–1786) war der bedeutendste Feldherr seiner Zeit. Er schaffte es, Preußen zur fünften Großmacht Europas zu erheben, indem er zunächst durch die ersten beiden Schlesischen Kriege (1740–42, 1744–45) das bisher österreichische Schlesien eroberte und im dritten, dem sogenannten SiebenjährigenKrieg (1756–63), als preußisch behauptete. Im Jahre 1777 erwarb er das bisher polnische Westpreußen, im Bayrischen Erbfolgekrieg (1787/79) und durch den deutschen Fürstenbund (1785) trat er den österreichischen Anspruchsabsichten auf Bayern entgegen.

Aufgeklärter Absolutismus und Aufklärung

Die herrschende Regierungsform in Deutschland zwischen dem Jahre 1740 und dem Beginn der Revolutionskriege im Jahre 1792 war der aufgeklärte Absolutismus, für den Friedrich der Große als klassischer Vertreter steht. Als eben dieser leitete Friedrich der Große seine Herrschaft nicht mehr aus der an der fürstlichen Familie haftenden göttlichen Verleihung her. Er begründete seine Herrschaft mit der größeren Tüchtigkeit, die er als erster Diener seinem Staate erwies. Anders als Ludwig XIV. von Frankreich trennte Friedrich derGroße die Person des Herrschers vom Staate.

Betrieb Friedrich auch aufklärerische Reformpolitik, so blieb er dennoch absolutistischer Autokrat, denn er besaß die uneingeschränkte gesetzgebende und -vollziehende Macht.

Der aufgeklärte Absolutismus war unter anderem ein Produkt der Aufklärung, die, als bürgerliche Bewegung, von der Beamtenschaft, von Juristen, Geistlichen und Verwaltungsbeamten getragen war, derer der Staat zunehmend bedurfte. Zentrales Merkmal der Aufklärung war die Verehrung von den dem Menschen angeborenen Gütern Verstand und Vernunft, womit Nützlichkeitsdenken und Fortschrittgläubigkeit einhergingen.

Als Produkte des aufklärerischen Denkens seien hier die Entwicklung der modernen Naturwissenschaft sowie pädagogischer Erkenntnisse angeführt. Insbesondere Geheimgesellschaften wie die der Freimaurer verbreiteten aufklärerisches Denken, mit dem auch immer Kritik an den Religionen und am Staat verbunden war, ebenso wie Reformbestrebungen und das Aufkommen natio­naler Vorstellungen.

Trotz aufklärerischer Strömungen und expansiver Außenpolitik blieb Deutschland im 18. Jahrhundert sowohl politisch als auch ökonomisch hinter anderen westeuropäischen Nationen zurück. Zentrale Ursachen hierfür waren noch immer Folgen des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648), wie etwa die starke Verminderung der Bevölkerung oder die Verwüstung und Verwilderung nutzbaren Bodens. Während in anderen Ländern bereits kapitalistische Produktions- und Wirtschaftsformen entwickelt worden waren, war die deutsche Produktionsweise noch immer handwerklich-zünftig und bäuerlich-feudal. Nicht zuletzt die Rivalität der einzelnen Landesfürsten und die zahlreichen Zollschranken verhinderten einen wirtschaftlichen Aufschwung.

Den sozial-ökonomischen Wiederaufbau seines Königreichs plante Friedrich der Große durch die Hebung der Volksbildung, die Verbesserung der Lage der Bauern und die Schaffung von Manufakturen. Die merkantilistische Wirtschaftspolitik Friedrichs des Großen basierte auf Subventionen, Aus- und Einfuhrverboten und Versuchen zur Marktregulierung.

Die für einen Staatswohlstand notwendige bürgerliche Emanzipierung stand jedoch dem in einigen deutschen Kleinstaaten noch immer verbreiteten Absolutismus im Wege, da sich ein ökonomisch starkes Bürgertum in dieser Regierungsform politisch entmündigt sehen musste.

So schreibt Große beispielsweise bezüglich einiger Territorien:

„(...) Viele der Fürsten sahen ihre Aufgaben vornehmlich in der ‚Pflege‘ der Religion ihrer Untertanen, in der Ausübung der Justiz, vor allem aber in der Vermehrung des Kammergutes und in der Konservierung der Ständegesellschaft. (...) [Der Staat behielt] seinen patrimonialstaatlichen Charakter bei; d. h., dass ein Fürst sein Land als persönliches Besitztum und seine politische Macht als einen nutzbaren Teil seines Vermögens betrachtete und als Erweiterung seines Hofhalts organisierte.“[2]

Gab es demnach einerseits machtbesessene Tyrannen, so sind andererseits Musterregenten des aufgeklärten Absolutismus für die Schaffung vieler kultureller Zentren des deutschen Kultur- und Geisteslebens verantwortlich. Zu nennen sind hier insbesondere Karl Theodor (1742/77–1799) in Bayern, Markgraf Karl Friedrich von Baden (1738–1811) und Karl August von Weimar (1758–1828). Karl Theodor trat hervor durch seine Förderung der Landwirtschaft und durch die Gründung derMannheimer Akademie der Wissenschaften (1762). Unter seiner Regentschaft erlangten die Mannheimer Musikschule sowie das Nationaltheater, die Aufführungsbühne Schillers, großen Ruhm. Karl Friedrich von Baden reformierte Baden, ließ im Jahre 1762 die Folter abschaffen und hat als erster deutscher Fürst im Jahre 1783 die Leibeigenschaft der Bauern aufgehoben. Er war unter anderem bekannt mit Voltaire, Klopstock, Herder und Goethe; Johann Peter Hebel und Heinrich Jung-Stilling standen in seinen Diensten. Karl August von Weimar versammelte die führenden Größen des deutschen Geis­teslebens wie Goethe, Schiller, Herder und Wieland, förderte sie und ließ ihnen künstlerischen Freiraum. Der aufgeklärte Absolutismus in den deutschen Kleinstaaten war durch seine politischen, wirtschaftlichen, sozialen und bildenden Maßnahmen von fortdauernder Wirkung.[3]

Geistige Strömungen

Aufklärung