Das magische Amulett #52: Straße des Verderbens - Jan Gardemann - darmowy ebook

Das magische Amulett #52: Straße des Verderbens ebook

Jan Gardemann

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Das magische Amulett Band 52 Roman von Jan Gardemann Der Umfang dieses Buchs entspricht 100 Taschenbuchseiten. Emanuel Curton wählt einen mehr als fragwürdigen Weg, um seine Ehe zu retten – was wiederum Amulettjägerin Brenda Logan auf den Plan ruft. Gelingt es Brenda diesmal, einen entscheidenden Schlag gegen die berüchtigte Amulett-Schmiede durchzuführen? Oder greift sie zu spät ein? Die Ereignisse überschlagen sich und es kommt zu einem dramatischen Showdown im Keller einer Villa.

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Jan Gardemann

Das magische Amulett #52: Straße des Verderbens

Cassiopeiapress Romantic Thriller

BookRix GmbH & Co. KG80331 München

STRASSE DES VERDERBENS

Das magische Amulett Band 52

Roman von Jan Gardemann

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 100 Taschenbuchseiten.

 

Emanuel Curton wählt einen mehr als fragwürdigen Weg, um seine Ehe zu retten – was wiederum Amulettjägerin Brenda Logan auf den Plan ruft. Gelingt es Brenda diesmal, einen entscheidenden Schlag gegen die berüchtigte Amulett-Schmiede durchzuführen? Oder greift sie zu spät ein? Die Ereignisse überschlagen sich und es kommt zu einem dramatischen Showdown im Keller einer Villa.

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing

sind Imprints von Alfred Bekker.

© by Author

© Cover by Firuz Askin, 2016

© dieser Ausgabe 2016 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement

mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

© Logo by Steve Mayer unter Verwendung von Motiven by Pixabay, 2016

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

[email protected]

Prolog

Mir stockte der Atem, als ich die affenähnliche Gestalt auf dem Bildschirm erblickte. Sie war am ganzen Körper und auch im Gesicht mit drahtigem schwarzem Fell bedeckt und steckte in einer Jeans und einem seltsamen grasgrünen T-Shirt mit einer lustigen Aufschrift. Mit nach vorn gebeugtem Oberkörper und schwankendem Gang hielt die erschreckende Gestalt zielstrebig auf die Kamera zu, als wüsste sie genau, wo sie sich befand. Das Büro war zur Zeit der Aufzeichnung noch unversehrt, das war deutlich zu erkennen. Im nächsten Moment sprang die Gestalt auf einen unter der Kamera aufgestellten Tisch. Dann füllte das behaarte Gesicht des Ungeheuers den ganzen Bildschirm aus ...

1

Im Institut für zeitgenössische Kunst in London fand an diesem Abend eine der inzwischen legendär gewordenen Club-Nights statt. Der Saal, in dem sonst Ausstellungen oder Kunst-Happenings stattfanden, hatte sich in eine bunt illuminierte prallvolle Tanzhalle verwandelt, die von den dumpfen Erschütterungen der Bass boxen förmlich vibrierte.

Hinter einem langgestreckten Tisch auf einem Podest groovte ein kahlköpfiger DJ lässig auf und nieder. Sein bloßer Oberkörper war mit grellen Neonfarben bemalt, und er trug ein verzücktes Lächeln zur Schau, während er an den beiden Schallplattenspielern und dem Mischpult herumhantierte.

Der DJ presste sich hin und wieder die Muschel eines Kopfhörers gegen das rechte Ohr oder hob den. Arm, um die tanzende Menge mit ausgestrecktem Zeigefinger anzufeuern.

Auf der Tanzfläche vor ihm drängelten sich Hunderte Clubbesucher, sie tanzten ekstatisch oder nickten nur cool zum Rhythmus der Musik. Bunte Lichter zuckten über die Köpfe der überwiegend ziemlich schrill gekleideten Leute hinweg. Die Luft war von Lärm, den Duftnoten teurer Parfüms und Körperausdünstungen geschwängert. Es war hier so schwül wie in einem tropischen Regenwald.

All dies schien Emanuel Curton jedoch nicht zu berühren. Mit dem Rücken an der Wand stand er am Rand der Tanzfläche und ließ seinen Blick unstet umherschweifen, als würde er nach jemand Ausschau halten.

Die Hände hatte der junge Mann missmutig in den Taschen seiner schwarzen Stoffhose vergraben, die eine auffällige Bügelfalte aufwies. Sein Blazer stand vorn offen und bildete mit seiner unbestimmten hellen Farbe eine gute Projektionsfläche für das bunte Spotlicht, das Emanuel hin und wieder streifte. Das grasgrüne T-Shirt war dafür umso auffälliger. Ein aufgedrucktes Schild prangte über der breiten Brust. »Betreten der Grünfläche verboten« stand darauf geschrieben.

Emanuels schwarzes dichtes Haar war kaum verschwitzt – ganz im Gegensatz zu den anderen Clubgästen, die sich auf der Tanzfläche verausgabten. Trotz seiner legeren Klamotten und der lässigen Körperhaltung war dem jungen Mann dennoch anzusehen, wie angespannt er in Wahrheit war und wie deplatziert er sich in diesem Augenblick vorkam.

Sein Kopf ruckte erwartungsvoll herum, als sich ihm plötzlich von der Seite ein Mann näherte. Doch der Fremde beachtete Emanuel Curton nicht, sondern schob sich, mit zwei gefüllten Longdrinkgläsern über den Kopf erhoben, grob an ihm vorbei.

Emanuel fluchte verhalten, was wegen des Lärms aber natürlich niemand mitbekam. Er presste die Lippen aufeinander und starrte düster vor sich hin. Hätte er es vermocht, er hätte seine Hände nun noch tiefer in die Hosentaschen gesteckt. Doch seine Fäuste pressten sich bereits so vehement gegen das Innenfutter der Tasche, dass diese aus den Nähten zu platzen drohte.

Die Frau, die plötzlich neben ihm aufgetaucht war, bemerkte Emanuel erst, als sie ihn mit ihrer Schulter sanft aber bestimmend berührte.

Emanuel fuhr herum und stierte die Frau misstrauisch an. Sie war fast einen Kopf kleiner als er. Ihr Gesicht konnte er jedoch nicht erkennen, denn sie verbarg es hinter einer Karnevalsmaske, wie sie in Venedig oder auf Hofbällen getragen wurde. Die Maske verdeckte nur die Augenpartie der Frau und den Ansatz ihrer Nase. Sie war mit glitzernden Pailletten bestickt und an den Seiten mit bunten Federn beklebt, die nervös im Windhauch der Tanzenden herumflirrten.

Die grünen Augen hinter der Maske hatten einen für Emanuel schwer zu deutenden Ausdruck.

Sie stützte sich mit der Hand auf Emanuels Schulter und stellte sich auf die Zehenspitzen, um ihren Mund näher an sein Ohr heranzubringen.

»Du siehst aus, als hätte dich jemand versetzt, Süßer!«, rief sie gegen den Lärm der Musik an.

Missmutig schüttelte Emanuel ihre Hand ab. »Ich wüsste nicht, dass dich das etwas angeht!«, blaffte er.

Unter anderen Umständen hätte er sich vielleicht auf einen Flirt mit dieser Fremden eingelassen. Doch dazu war er jetzt nicht in der Stimmung.

»Vielleicht könnte ich ja dazu beitragen, deine Laune wieder zu heben«, blieb die Frau hartnäckig. Sie grinste lasziv, und die Zähne, die durch die kaum geöffneten grellgeschminkten Lippen hervorleuchteten, wirkten in dem bunten zuckenden Licht fast unnatürlich weiß.

Emanuel betrachtete die Fremde nun genauer. Ihr Haar war dunkelrot und kurz. Doch es war unter diesen Lichtverhältnissen nicht ersichtlich, ob es sich um die natürliche Haarfarbe der Frau handelte oder ob ihr Haar bloß gefärbt war.

Emanuel ließ seinen Blick über das glitzernde Top der Frau gleiten. Ihre Brüste wurden von dem straff gespannten Stoff niedergedrückt und ließen sie kleiner erscheinen, als sie vermutlich waren. Auch der Minirock schien um mindestens eine Nummer zu klein zu sein, so dass der weiße Slip der jungen Frau verführerisch unter dem Rocksaum hervorleuchtete. In ihrem Bauchnabel steckte ein roter Glasstein, der geheimnisvoll funkelte.

Die junge Frau sah sehr ansprechend und appetitlich aus – das musste Emanuel voller Wehmut feststellen. Trotzdem winkte er unwirsch ab und setzte eine abweisende Miene auf.

Er hatte schon genug Schwierigkeiten und keine Lust, sein Leben noch komplizierter zu machen. Außerdem hatte er sich geschworen, sich voll und ganz auf seine Frau Marion zu konzentrieren. Sonst würde er Gefahr laufen, sie für immer zu verlieren. Und um genau dies zu verhindern, war er an diesem Abend in das Institut für zeitgenössische Kunst gekommen.

»Lass mich in Ruhe, Puppe, du hättest sowieso keine Freude an mir!« Seine Stimme klang verbitterter, als ihm lieb gewesen wäre. Die Sache mit Marion setzte ihm noch viel mehr zu als er befürchtet hatte. Was seine Frau anbetraf, war er mit seinem Latein am Ende. Er bekam mal wieder in aller Deutlichkeit vor Augen geführt, wie hilflos er war und wie sehr er auf Hilfe von außen angewiesen war.

Aber diese Hilfe wollte sich anscheinend nicht einstellen.

Wieder blickte er sich aufmerksam unter den Clubgästen. Aber niemand schien ihn zu beachten oder gar mit Zeichen auf sich aufmerksam machen zu wollen. Wer immer ihm die geheimnisvollen eMails geschickt hatte, hatte sich offenbar nur einen üblen Scherz erlaubt. Für Emanuel und seine Ehe mit Marion gab es offenbar doch keine Rettung!

»Ich hatte für heute Abend auch eine Verabredung!«, drang da die Stimme der maskierten Frau wieder an sein Ohr.

Emanuel, der die Fremde bereits vergessen hatte und angenommen hatte, sie wäre von dannen gezogen, um sich einen anderen Flirt-Partner zu suchen, wandte sich verärgert um.

»Hör mal zu, Kleine!«, rief er gereizt und zuckte zusammen, als er den Impuls in sich aufkommen spürte, die Fäuste aus der Tasche zu reißen. »Verschwinde endlich«, zwang er sich zu einem versöhnlichen Tonfall. »Ich bin nicht zum Vergnügen hier, weißt du.«

Die junge Frau zuckte enttäuscht die Achseln. »Vielleicht kannst du mir ja wenigstens helfen, meinen Rendezvous-Partner zu finden«, schlug sie vor. »Es handelt sich nämlich um ein Blind Date, musst du wissen.«

Emanuel hörte der Frau kaum zu, begann stattdessen seinen Blick wieder unstet über die Köpfe der Clubgäste hinwegschweifen zu lassen.

»Der Bursche sieht etwa folgendermaßen aus«, plapperte die Frau an seiner Seite munter drauflos, als würde sie gar nicht bemerken, dass ihr Gesprächspartner ihren Worten gar nicht folgte. »Er ist ziemlich kräftig gebaut, hat dunkles dichtes Haar und ein finster dreinblickendes Gesicht. Sein Blick hat etwas Lauerndes wie jemand, der stark unter Druck steht und jeden Moment zu explodieren droht. Doch bevor es dazu kommt, und er in seinem Wahn seiner Liebsten wieder etwas antut, muss ich ihn finden und ...«

Emanuel erstarrte. Blitzschnell fuhr er zu der Frau herum, und ehe er selber begriff, was er tat, hatte er die rechte Faust auch schon aus der Tasche gerissen und der jungen Frau um den Hals gelegt.

»Was sagst du da?«, schrie er außer sich. Doch dann wurde ihm plötzlich bewusst, wo er sich befand und ließ die Frau rasch wieder los. Einige der Tanzenden in der Nähe fingen bereits an, sich zu ihm umzublicken und drohende Blicke zu verschleudern.

»Entschuldigen Sie bitte.« Emanuel fuhr sich mit der flachen Hand über das Gesicht und versuchte sich wieder zu sammeln. Dann blickte er die Frau vorwurfsvoll an. »Warum haben Sie sich denn nicht gleich zu erkennen gegeben?«

Die Frau massierte ihren Hals und grinste säuerlich. »Ich würze meine geschäftlichen Aktivitäten eben hin und wieder gern mit einer Prise Vergnügen. Und wenn es sich bei einem Kunden zusätzlich noch um einen so wilden und ungestümen Burschen handelt, wie Sie, kann ich der Versuchung, das Tier in ihm rauszukitzeln, einfach nicht widerstehen.«

Emanuel starrte die Frau fassungslos an. Sie schien noch weitaus verrückter und verdorbener zu sein als er.

»Haben Sie das Amulett dabei?«, fragte er unwirsch.

Sein Gegenüber grinste verschmitzt, hob dann die Arme und drehte sich einmal um sich selbst, damit Emanuel ihren knapp bekleideten verführerischen Körper genauer in Augenschein nehmen konnte.

»Ich verrate Ihnen erst, wohin ich das Amulett gesteckt habe, nachdem Sie mich bezahlt haben, Mr. Curton.«

»Sie sollten doch meinen Namen nicht nennen!«, warf Emanuel gehetzt ein und blickte sich rasch um.

Doch die Aufmerksamkeit der Tanzenden galt anscheinend wieder voll und ganz den peitschenden Rhythmen der Musik.

»Wie ist es nun?«, fragte die Frau ungeduldig, und diesmal klang ihre Stimme kalt und geschäftsmäßig. »Bisher haben Sie alle unsere Abmachungen eingehalten. Sie sind allein hierhergekommen, wie verabredet, und nun rücken Sie die Kohle raus, sonst werde ich das Amulett, das ich für Sie angefertigt habe, wieder einschmelzen!«

Emanuel presste die Lippen aufeinander. Er hatte gehofft, über den Preis noch verhandeln zu können. Um den horrenden Preis für das Amulett bezahlen zu können, hatte er sich von einigen seiner engsten Freunde nämlich Geld leihen müssen. Doch er hatte nicht den Eindruck, dass die Frau mit sich verhandeln lassen würde. Vermutlich würde sie sich einfach umdrehen und weggehen, sollte er es wagen, zu versuchen den Preis für das Amulett zu drücken. »Natürlich habe ich das Geld dabei.« Er seufzte und wollte sich unter den Blazer greifen, um die in einem dicken Kuvert steckenden Geldscheine aus der Innentasche hervorzuziehen.

Doch die Frau ergriff seinen Unterarm und hielt ihn zurück.

»Nicht so offensichtlich«, sagte sie nachsichtig und schüttelte den Kopf. »Die Leute werden denken, wir würden hier ein Drogengeschäft über die Bühne ziehen, wenn Sie mir das Geld so einfach in die Hand drücken.«

Bevor Emanuel begriff, was die Fremde vorhatte, stellte diese sich rasch auf die Zehenspitzen, schlang einen Arm um seinen Nacken und presste ihre Lippen voller Leidenschaft auf seinen Mund.

Emanuel traf Anstalten, sich zu sträuben. Doch dann spürte er, wie die andere Hand glitt und sich auf die Innentasche seines Blazers zuschob. So flink wie ein Taschendieb brachte sie das Kuvert an sich, faltete es in ihrer Hand geschickt zusammen und barg es dann, so gut es ging, in ihrer Faust.

»Und jetzt Sie«, sagte sie etwas atemlos, als sie sich wieder von Emanuel losmachte. Sie vergrub ihre Finger in Emanuels Haar, zog seinen Kopf zu sich herab und verriet ihm dann flüsternd, wo sich das magische Amulett befand.

»Sie sind ja verrückt«, stammelte Emanuel, lächelte dann aber verlegen. Sein Herzschlag hatte sich vor Erregung beschleunigt. Er spürte aber auch Ärger in sich aufsteigen. Das Spiel, das diese junge Frau mit ihm spielte, erschien ihm unangebracht und überflüssig. Unter anderen Umständen hätte er sich ohne zu zögern darauf eingelassen und die kleine Neckerei genossen. Doch in seiner jetzigen Lage empfand er das Vorgehen dieser Frau eher als lästig.

»Wenn Sie das Amulett wirklich haben wollen, müssen Sie es sich schon holen«, munterte die Frau ihn auf und presste ihre aufregenden Rundungen noch etwas fester gegen Emanuels Rippen.

Emanuel schluckte trocken. Um die Sache rasch hinter sich zu bringen, legte er einen Arm um die Hüfte der Fremden. Auf diese Weise war ihr Körper vor den Blicken der Tanzenden abgeschirmt, und niemand konnte sehen, was er tat. Dann fuhr er mit der flachen Hand ihren nackten Bauch hinab, bis seine Fingerspitzen den oberen Saum ihres Minirocks berührten.

Ein wohliges Seufzen kam über die Lippen der Fremden, als Emanuel seine Hand langsam unter den Rock schob. Er war dann jedoch fast erleichtert, als seine immer tiefer unter den Rock gleitenden Finger schließlich auf ein Hindernis stießen, ehe er in eine allzu intime Region vorstoßen konnte. Mit spitzen Fingern zog er das flache Lederetui unter dem Minirock hervor und ließ es dann hastig in seiner Hosentasche verschwinden.

Dann machte er sich von der Frau los und stieß sie von sich.