Das magische Amulett #15:  Verbündete des Teufels - Jan Gardemann - darmowy ebook

Das magische Amulett #15: Verbündete des Teufels ebook

Jan Gardemann

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Das magische Amulett Band 15 Roman von Jan Gardemann Der Umfang dieses Buchs entspricht 91 Taschenbuchseiten. Während ihrer High-School-Zeit haben Tanja Bishop, Helen McMenemy und Brenda Logan ein unheimliches Erlebnis in einem Waldstück. Nur mit Mühe überleben die drei. Von da an ist Grün ihre Schicksalsfarbe. Sie beschließen, sich von nun an einmal jährlich zu treffen. Nachdem Tanja eine Burg geerbt hat, soll das aktuelle Treffen dort stattfinden. Allerdings passieren schon auf dem Hinweg unheimliche Dinge, die für die drei Frauen lebensbedrohlich werden...

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Jan Gardemann

Das magische Amulett #15: Verbündete des Teufels

BookRix GmbH & Co. KG80331 München

Verbündete des Teufels

Das magische Amulett Band 15

Roman von Jan Gardemann

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 91 Taschenbuchseiten.

 

Während ihrer High School Zeit haben Tanja Bishop, Helen McMenemy und Brenda Logan ein unheimliches Erlebnis in einem Waldstück. Nur mit Mühe überleben die Drei. Von da an ist Grün ihre Schicksalsfarbe.

Sie beschließen, sich von nun an einmal jährlich zu treffen. Nachdem Tanja eine Burg geerbt hat, soll das aktuelle Treffen dort stattfinden. Allerdings passieren schon auf dem Hinweg unheimliche Dinge, die für die drei Frauen lebensbedrohlich werden...

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker.

© by Author

© Cover by Firuz Askin, 2016

© dieser Ausgabe 2016 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

© Logo by Steve Mayer unter Verwendung von Motiven by Pixabay, 2016

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

[email protected]

1

Tanja und Helen schrien auf. Der Nebel drang ins Innere des Autos und füllte es im nächsten Moment bereits vollständig aus. Es war ein erschreckender Anblick. Tanja und Helen zeichneten sich im Auto nur noch als verschwommene Schemen ab, da sie überall vom Nebel umgeben waren. Ich kämpfte die Schreckensstarre nieder, die mich ergriffen hatte und rannte auf den Wagen zu. Doch da quoll der Nebel auch schon wieder aus der Karosserie hervor. Er verdichtete sich blitzschnell zu einer fahlen Windhose. Unwillkürlich verhielt ich den Schritt und starrte das seltsame Phänomen erschrocken an. Ich glaube sogar die schemenhaften Umrisse einer menschlichen Gestalt im Nebel zu erkennen. Dann schoss die Nebelsäule auf mich zu. Ich wollte ausweichen, schaffte es aber nicht mehr. Der fahle Nebel hüllte mich ein. Eiseskälte schlug mir entgegen, und ich konnte die Hand nicht mehr vor Augen sehen. Von einem Moment auf den anderen war ich von watteweißem wirbelndem Licht umgeben. Plötzlich vernahm ich ein gespenstisches irres Lachen, das direkt aus dem Nebel zu kommen schien. Entsetzt wich ich einen Schritt zurück. Das war mein Verhängnis!

Kalter nasser Herbstwind fegte durch die Straßen von London. Welkes Laub und Papierfetzen segelten durch die Luft oder lagen in den Pfützen.

Die Sonne stand schon sehr tief, und der graue wolkenübersäte Himmel verdüsterte sich langsam.

Ich fuhr mit meinem nachtblauen Volvo durch eine Vorstadtstraße von London.

Es war Freitag. Ich hatte einen harten arbeitsreichen Tag im British Museum hinter mir, wo ich als Archäologin und Amulettforscherin tätig war. Jetzt freute ich mich auf das Wochenende. Denn es sollte ein ganz besonderes Wochenende werden!

Einmal im Jahr traf ich mich mit Tanja Bishop und Helen McMenemy, zwei Freundinnen aus meiner High School-Zeit. Zu dieser Tradition hatten wir drei uns auf dem Abschlussball verpflichtet. Und diesmal war Tanja Bishop an der Reihe, die Gastgeberin zu spielen. Sie wohnte in einem dieser kleinen Einfamilienhäuser.

Während ich die Reihe der eintönigen Häuser entlangfuhr, rief ich mir noch einmal die Zeremonie in Erinnerung, mit der Tanja, Helen und ich gelobten, jedes Jahr ein Wochenende zusammen zu verbringen.

Der Abschlussball in der Turnhalle der High School war schon in vollem Gange. Tanja, Helen und ich hatten mit allen Jungen unseres Jahrgangs bereits getanzt und waren ausgelassener Stimmung. Als wir uns dann mal wieder an der Bar trafen, wo neben Limonade und Cola auch ein leichtprozentiger Punsch ausgeschenkt wurde, schnappten wir uns jeder ein Glas.

„Auf unsere Freundschaft!“, rief Tanja Bishop und hob ihr Glas in einer ungestümen Geste hoch über den Kopf, so dass etwas von dem Punsch über den Glasrand schwappte und in ihr dunkelbraunes Haar tropfte.

„Auf unsere Freundschaft“, erwiderte Helen McMenemy, und ich und prostete uns zu.

Auf Helens Lippen lag ein ironisches Lächeln. Sie war eine schlanke hochgewachsene Schönheit, die von den Jungen bewundert und angehimmelt wurde. Sie hatte dunkelblondes glattes Haar, das ihr bis auf den Rücken reichte.

Helen überragte Tanja und mich fast um Haupteslänge. Und wenn sie mit ihren hellgrünen leuchtenden Augen auf einen herab schaute, konnte man leicht den Eindruck gewinnen, sie wäre hochnäsig und arrogant.

Dieser Ruf eilte ihr auch stets voraus. Man musste Helen schon ganz gut kennen, um zu wissen, dass hinter ihrer herablassenden Art ein empfindsames Mädchen steckte, deren Träume und Sehnsüchte sich nicht von denen anderer Mädchen unterschieden. Sie war die einzige Tochter von sehr wohlhabenden Eltern und brauchte sich um ihre Zukunft keine Sorgen zu machen. Das schürte den Neid einiger Mitschüler, die Helen mit Missgunst betrachteten und ihr nachsagten, sie sei reich, schön und dumm.

Von diesen drei Behauptungen war die letzte allerdings falsch.

Tanja Bishop war das genaue Gegenteil von Helen. Sie stammte aus einfachen Verhältnissen und hatte eine herzliche unbedarfte Art und Weise, mit Menschen umzugehen.

Ich, Brenda Logan, fungierte oft als Vermittlerin, wenn es zwischen Helen und Tanja zu einem Streit kam, was nicht selten der Fall war.

Damals wohnte ich noch bei meiner Oma in einer alten Villa. Meine Eltern starben bei einem Busunglück in Irland, als ich sechzehn Jahre alt war. Da ich keine anderen Verwandten mehr hatte, nahm meine Oma mich bei sich auf. Ich verlebte eine glückliche und unbeschwerte Zeit an ihrer Seite. Aber es dauerte lange, bis ich über den Verlust meiner Eltern hinweg gekommen war.

Tanja und Helen halfen mir dabei, indem sie mir das Gefühl gaben, in ihnen unverbrüchliche Freundinnen gefunden zu haben, die mir in jeder Situation zur Seite standen.

Vor zwei Jahren entschlummerte meine Oma friedlich. Ich stand damals mitten in den Examensprüfungen meines Archäologiestudiums. Tanja und Helen waren ihre eigenen Wege gegangen, so dass ich diesmal ganz allein mit dem schmerzlichen Verlust fertig werden musste. Ich stürzte mich im Fiebereifer auf die Vorbereitungen des Examens und verkaufte die alte viel zu große Villa.

Auf diese Weise verdrängte ich die Tatsache, dass ich nun ganz allein in der Welt stand...

Ich wischte die lästigen Gedanken beiseite. Mein Leben hatte sich seitdem sehr verändert. Ich hatte neue Freunde gefunden, und ich war glücklich verheiratet, mit einem Mann, den ich über alles liebte.

In diesem Moment kam das Haus mit der Nummer 53 in Sicht, wo Tanja wohnte.

Ich parkte meinen Volvo am Straßenrand und schaute die Auffahrt hinauf, die von einer gestutzten Hecke gesäumt war. Ein pinkfarbener Kleinwagen japanischer Bauart stand vor dem Haus.

Unwillkürlich huschte ein Lächeln über meine Lippen und meine Gedanken kehrten wieder zum Abschlussball der High School zurück. Die fröhlichen Farben passten gut zu Tanja und ihrem sonnigen Gemüt. Auch damals auf dem Abschlussball hatte sie ein farbenfrohes schrilles Kleid getragen.

Helen, die stets in teuren maßgeschneiderten Klamotten gekleidet war und zum Ball ein mausgraues Kleid mit raffiniertem Ausschnitt trug, bildete einen starken Kontrast zu Tanjas schrillem Aussehen.

Ich selbst trug damals einen langen wallenden Rock mit weißer Rüschenbluse, die ich bei meiner Oma auf dem Dachboden gefunden und selbst aufgearbeitet hatte.

Als wir drei bei der kleinen Bar standen und unsere Gläser mit dem Punsch auf einen Zug leerten, spürte ich, dass die Blicke der meisten Mitschüler auf uns ruhten.

Wahrscheinlich wunderten sie sich, dass Tanja, Helen und ich, drei so grundverschiedene Mädchen, so dicke Freundinnen hatten werden können.

Nur die wenigsten wussten, dass es für unsere Freundschaft einen ungewöhnlichen Grund gab, über den wir jedoch nicht gern sprachen und den wir selbst am liebsten vergessen hätten.

Es handelte sich dabei um ein gemeinsames schreckliches Erlebnis, das uns auf seltsame Weise zusammenschweißte. Es geschah während eines Schulausflugs im Wald. Tanja, Helen und ich wurden während der Wanderung von den anderen Schülern getrennt. Wir verliefen uns hoffnungslos und irrten die ganze Nacht voller Angst in dem unwegsamen Wald herum, und wir wurden von einer unheimlichen Gestalt mit nachtschwarzen Schwingen verfolgt, die uns nach dem Leben trachtete...

Doch darüber hinaus gab es auch andere Dinge, die uns verbanden.

Einmal waren es unsere Augen. Denn wir drei hatten alle eine grüne Iris. Bei Tanja war etwas Grau mit beigemischt, was ihren Augen einen düsteren Ausdruck verlieh, der gar nicht zu ihrem unbeschwerten Charakter passen wollte. Helens Augen hingegen waren hellgrün und schienen immer geheimnisvoll zu leuchten. Meine Augen wiederum waren von einem klaren kräftigen Grün, das durch mein weizenblondes Haar noch hervorgehoben wurde.

Dann waren da noch unsere Ringe. Sie waren aus Gold und besaßen einen grünen geheimnisvollen Stein.

Tanja, Helen und ich hatten diese Ringe während unseres unheimlichen Abenteuers im Wald in einem halbverrotteten Baum gefunden.

Als wir die Ringe damals entdeckten, wussten wir, dass sie etwas Besonderes sein mussten. Wir setzten sie auf und fühlten uns sofort viel stärker und längst nicht mehr so ängstlich. Sogar unser unheimlicher Verfolger hatte plötzlich all seine Schrecken verloren, und wir waren entschlossen, ihm entgegenzutreten...

Nach diesem Erlebnis wurden Tanja, Helen und ich Freundinnen. Und wir trugen die Ringe jeden Tag, als Zeichen unserer Freundschaft.

Natürlich befanden sich diese Ringe auch damals während des Abschlussballs auf unseren Fingern. Und nachdem wir unseren Punsch ausgetrunken und die Gläser weggestellt hatten, schauten wir drei wie auf ein Kommando auf unsere Hände hinab.

Einen Moment lang herrschte betretenes Schweigen. Nur der hämmernde Rhythmus der Schulband und die ausgelassenen Gespräche unserer Mitschüler erfüllten die geschmückte Turnhalle.

Gedankenversunken starrte ich den goldenen Ring an, der im bunten gedämpften Licht der Festhalle geheimnisvoll schimmerte. Der große grüne Stein, der in den Ring eingelassen war, hatte eine matte Oberfläche und schien tief in seinem Inneren zu glühen.

Augenblicklich wurden meine Gedanken schwermütig.

„Ich... ich werde euch vermissen“, sagte ich plötzlich mit rauer Stimme und sah zu Tanja und Helen auf.

„Mir ergeht es genauso“, versicherte Helen. Und diesmal lag kein spöttischer Unterton in ihrer Stimme.

„Ich habe eine Idee!“, rief Tanja plötzlich. „Wie wäre es, wenn wir uns in Zukunft einmal im Jahr treffen? Wir können uns dann erzählen, wie das zurückliegende Jahr verlaufen ist. Auf diese Weise verlieren wir uns nie aus den Augen und wissen immer über den Werdegang des anderen Bescheid. Ich finde, das sind wir unserem Schicksal schuldig!“

„Kein schlechter Vorschlag“, bemerkte Helen, „ich würde es allerdings vorziehen, wenn wir das Treffen bei mir veranstalten. In der Villa meiner Eltern ist genug Platz. In der beengten Behausung von Tanja würde ich glatt Platzangst bekommen.“

Tanja sah gekränkt zu Boden. Helen ließ keine Gelegenheit aus, Tanja spüren zu lassen, dass sie sich für etwas Besseres hielt.

„Am besten veranstalten wir das Treffen reihum“, schlug ich beschwichtigend vor. „Jedes Jahr ist eine andere dran. Ich stelle mir das lustiger vor, als wenn wir immer nur zu deiner Villa kommen.“

Helen zuckte mit den Schultern. „Wenn du meinst“, bemerkte sie eingeschnappt.

„Dann lasst uns schwören, dass wir jedes Jahr um diese Zeit ein Wochenende zusammen verbringen!“, rief Tanja eifrig. Sie hatte Helen die kleine Kränkung bereits verziehen.

„In Ordnung“, sagte Helen und lächelte spöttisch. „Schwören wir auf das, was unsere Freundschaft begründete!“

Helen ballte ihre zierliche Hand zur Faust, so dass ihr Ring nun deutlich zu sehen war.

Tanja und ich taten es ihr gleich.

Wir gelobten gleichzeitig, keines unserer jährlichen Treffen zu versäumen.

Wir reckten die Fäuste vor, bis sich die Steine unserer Ringe einander berührten.

Da plötzlich glühten die Steine auf. Ein giftgrüner Schimmer breitete sich aus, der unsere Fäuste einhüllte.

Rasch zogen wir unsere Hände zurück und sahen uns verstohlen um, ob auch niemand etwas von dem Vorfall bemerkt hatte.

Aber inmitten der bunten Lichter war offenbar niemand das gespenstische grüne Leuchten aufgefallen.

Ein paar Jungen traten auf uns zu. Sie forderten Helen und mich zum Tanz auf. Tanja blieb allein zurück. Versonnen betrachtete sie ihren Ring.

Nie hatte eine von seither ein Treffen versäumt.

2

Dieses Jahr war Tanja Bishop an der Reihe, die Gastgeberin während unseres Treffens zu spielen.

Unwillkürlich sah ich auf meine Hände, die noch immer auf dem Lenkrad ruhten. Ich hatte den goldenen Ring mit dem matten grünen Stein über den Finger gestreift, kurz nachdem ich das British Museum verlassen hatte.

Ich hatte diesen Ring noch einige Monate nach dem Abschlussball getragen, ihn dann aber irgendwann abgelegt, denn mir war der grüne Stein irgendwie unheimlich. Er erinnerte mich an das schreckliche Erlebnis im Wald.

Außerdem behagte mir die Vorstellung nicht, dass der Ring über Kräfte verfügte, die mein Schicksal lenkten, so wie es Tanja behauptete.

Aber jedes Mal, wenn das alljährliche Treffen von Tanja, Helen und mir bevorstand, kramte ich den Ring aus meiner alten Schmuckschatulle wieder hervor und streifte ihn über den Finger.

Jetzt befand er sich direkt neben meinem Ehering.

Müde rieb ich mir mit den Händen über die Augen. Der Himmel begann sich bereits rot zu färben. Die Erinnerungen an Tanja Bishop und Helen McMenemy hatten mich so sehr gefangengenommen, dass ich darüber die Zeit vergessen hatte.

Rasch verließ ich das Auto und schritt auf das orangefarbene kleine Haus zu.