Auf dem Lamm ruht meine Seele - Jost Müller-Bohn - ebook

Auf dem Lamm ruht meine Seele ebook

Jost Müller-Bohn

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Opis

Pfarrer Wilhelm Busch bekannte: »Nichts in der Welt kann unser Herz so trösten und aufrichten wie der Aufblick zum Kreuz des Herrn Jesu. Von diesem Kreuz geht nicht ein scheußlicher Todeshauch aus, von hier geht vielmehr herrlicher, göttlicher Lebensatem. Das kommt daher, dass am Kreuz nicht irgendein Tod gestorben wurde. Hier geschah vielmehr eine gewaltige, herrliche Heilstat Gottes.« Wollen wir gerade jetzt im Geist unter diesem Kreuz verweilen und den Worten Jesu lauschen, die er blutend und unter Höllenschmerzen durch alle Himmel und Ewigkeiten ausrief. Diese, in aller Christenheit, bekannten »Sieben Worte vom Kreuz« zeigen den Menschen in einfacher Weise den gesamten Erlösungsplan und Heilsweg des ewigen Gottes. Wir erkennen in diesen sieben Worten vom Kreuz die geistlichen Voraussetzungen und Grundlagen, die nötig sind, um zurück ins Paradies zu gelangen. ---- Jost Müller-Bohn, geboren 1932 in Berlin, ist der bekannte Evangelist und Schriftsteller von über 40 Büchern. Er studierte in Berlin Malerei und Musik. Über 40 Jahre hielt er missionarische Vorträge. Seine dynamische Art der Verkündigung wurde weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. Als Drehbuchautor und Kameramann ist er der Begründer der „Christlichen Filmmission“. Seine Stimme wurde unzähligen Zuhörer über Radio Luxemburg bekannt. Einige seiner Bücher wurden zu Bestsellern in der christlichen Literatur.

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Auf dem Lamm ruht meine Seele

Die sieben Worte Jesu am Kreuz

Jost Müller-Bohn

Impressum

© 2016 Folgen Verlag, Bruchsal

Autor: Jost Müller-Bohn

Lektorat: Mark Rehfuss, Schwäbisch Gmünd

ISBN: 978-3-944187-53-2

Verlags-Seite: www.folgenverlag.de

Kontakt: [email protected]

Auf dem Lamm ruht meine Seele ist früher als Buch im St.-Johannis-Verlag, Lahr, erschienen.

Inhalt

Durch Jesu leid zur ew’gen Freud

Anstatt Gericht, Jesu Lieb’ und Huld

Vom Marterpfahl ins Paradies

Gehorsam ist des Christen Schmuck und Ehrenkleid

Entschlüsseltes Geheimnis

Unerträglicher Durst

Siehe, ich mache alles neu

Durch Jesu Leid zur ew’gen Freud

Der bekannte Gottesmann Graf Zinzendorf wurde durch den Anblick des leidenden und sterbenden Gottessohnes ein Jünger Jesu. Von ihm stammen die Zeilen:

»Ich bin durch manche Zeiten, ja, auch durch Ewigkeiten, in meinem Geist gereist.Nichts hat mir’s Herz genommen,als da ich angekommenauf Golgatha. Gott sei gepreist!«

Pfarrer Wilhelm Busch bekannte: »Nichts in der Welt kann unser Herz so trösten und aufrichten wie der Aufblick zum Kreuz des Herrn Jesu. Von diesem Kreuz geht nicht ein scheußlicher Todeshauch aus, von hier geht vielmehr herrlicher, göttlicher Lebensatem. Das kommt daher, dass am Kreuz nicht irgendein Tod gestorben wurde. Hier geschah vielmehr eine gewaltige, herrliche Heilstat Gottes.«

Wollen wir gerade jetzt im Geist unter diesem Kreuz verweilen und den Worten Jesu lauschen, die er blutend und unter Höllenschmerzen durch alle Himmel und Ewigkeiten ausrief. Diese, in aller Christenheit, bekannten »Sieben Worte vom Kreuz« zeigen den Menschen in einfacher Weise den gesamten Erlösungsplan und Heilsweg des ewigen Gottes. Wir erkennen in diesen sieben Worten vom Kreuz die geistlichen Voraussetzungen und Grundlagen, die nötig sind, um zurück ins Paradies zu gelangen.

Wir wissen, dass Jesus als fleischgewordener Sohn Gottes nur 33 Jahre alt geworden ist. Von dem Tag seiner geheimnisvollen Geburt in Bethlehem bis hin zu seinem 30. Lebensjahr ist der Nachwelt von seiner geistlichen Entwicklung sehr wenig bekannt. Als er 30 Jahre alt wird, beginnt sein großer Kampf mit dem Widersacher Gottes und dessen Höllenmächten.

ER bleibt der ewige Sieger durch seinen Gehorsam im Todeskampf, im Sterben am Kreuz und durch seine Auferstehung in Jerusalem. Von den drei Jahren seines einmaligen Wirkens sind die letzten sieben Tage die bedeutendsten und wiederum die letzten sieben Worte am Kreuz die wichtigsten. Deshalb wollen wir wieder und wieder im Geist auf dem Hügel Golgatha verweilen und seinen Worten lauschen.

»Von der sechsten Stunde an ward eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde. Und um die neunte Stunde schrie Jesus laut und sprach: Eli, Eli, lama asabthani? das ist: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?« (Matth. 27, 45-46).

Immer tiefer hatte sich die Macht der Sünde seit des Gebetskampfes in Gethsemane in den Sohn Gottes gelegt. Er ist zur totalen Sünde für alle Welt geworden! Seit drei Stunden verdunkelt sich der Himmel zu einer unheimlichen Finsternis. Die Zuschauer an der Hinrichtungsstätte spüren es, dies ist keine Sonnenfinsternis, nein, es ist der Zorn Gottes. Die Natur hat einen riesigen Trauervorhang um das Kreuz gezogen. Nicht zu Menschen, auch nicht für Menschen schreit das gemarterte Lamm: »Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?«

Von Gott verlassen zu sein, das heißt verlassen sein vom ewigen Leben, vom ewigen Licht, vom himmlischen Trost und seiner Hoffnung. Ja, getrennt sein von der herrlichen Schöpferkraft des ewigen Gottes. Gott, der Schöpfer, hat in seinem Sohn, der von keiner Sünde wusste, alle Gottwidrigkeiten, alle Ungerechtigkeiten der Menschen und satanischen Untugenden verleiblicht. ER hat IHN für uns zur Sünde gemacht!

»Wer mich sieht, der sieht den Vater« (Joh. 14, 9), hatte Jesus einst proklamiert. Die ewige Liebe Gottes lässt seinen Sohn für uns ans Kreuz schlagen.

»Ich und der Vater sind eins«, spricht Jesus, aus dessen Mund nie eine Lüge kam. Nun aber meinen die Dämonen, kreischen zu können:

»Wer ihn sieht, sieht die Hölle, die personifizierte Sünde! Er und der Vater sind entzweit! Der Schöpfer hat sich mit seinen heiligen Engelscharen von seinem Sohn geschieden. Er hat verloren! Die totale Niederlage des Reiches Gottes ist da!«

Der Versucher überfällt Jesus mit barbarischer Dämonie, mit satanischem Hohnlachen: »Bist du Gottes Sohn, so steig herab vom Kreuz!« (Matth. 27, 40). »Warum hast du vor drei Jahren, zu Beginn deiner Mission, mein verlockendes Friedensangebot ausgeschlagen? Ich zeigte dir die Reiche der ganzen Welt mit ihrer berauschenden Herrlichkeit in einem Augenblick. Ich wollte – die mir übergebene Macht – freiwillig an dich abtreten – du solltest damals nur vor mir niederfallen und mich anbeten. Du aber hast dich auf den berufen, der dich jetzt jämmerlich verlassen hat! Nun vereinen sich aller Spott der Hölle, alle Lästerungen der Dämonie und die sündhafte Stumpfheit der Menschen über dir! Du bist von allen verlassen – verlassen – verlassen – hörst du es?« Ja, Herr, auch wir sind es. Gestern und vorgestern musstest du dich von uns abwenden, als wir in die Sünde einwilligten, die dir Abscheulichkeit und Gräuel ist. Wir verließen dich, als wir dir aus Menschenfurcht, in billiger Weise durch Feigheit und Unglauben, durch Lüge und Überheblichkeit ins Gesicht schlugen. –

»Gott ist Licht, und in IHM ist keine Finsternis!« (1. Joh. 1, 5). »Was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis?« (2. Kor. 6, 14).

Deshalb konnte es keine Gemeinschaft geben zwischen dem himmlischen Vater und seinem eingeborenen Sohn – denn: der Welt Sünde lag auf ihm!

»Das Licht, das ist das Gute; die Finsternis, die Nacht, ist das Reich der Sünde und ist des Bösen Macht« (Adalbert von Chamisso). Deshalb sprach Gott: »Es werde Licht! Und es ward Licht.« Jesus sagte: »Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben« (Joh. 8, 12).

Nun war das Licht zur globalen Finsternis gemacht, deshalb verhüllte der Schöpfer sein Angesicht. Tiefer und tiefer war das Lamm Gottes in das blutige Meer des Jammers, der stinkenden Weltsünde, des frevelhaften Abgrundes, der pechschwarzen Höllennacht gesunken. Verlassen von allen Verwandten und Bekannten, verlassen von Freunden und engsten Mitarbeitern, verlassen von allen Geschlechtern und Völkern, verlassen von der himmlischen Engelwelt, den Fürsten der Herrlichkeit. Ja, nicht einmal mehr mit seinem Vater vereint, dem ewigen Schöpfer, hängt Jesus zwischen Himmel und Erde. Verzweifelt ruft er nach dem, der für ihn jetzt nicht mehr da ist. Das ist das Kreuz der ewigen Liebe: Dein heiliger, reiner Sohn, Vater im Himmel, hat für mich, für uns alle die unabänderliche, trostlose und endlose Gottverlassenheit, das ewige Getrenntsein von deiner Liebe, deiner Barmherzigkeit und Freundlichkeit durchkämpfen müssen. Er hat gesiegt, er hat die Ketten der Dämonie, den vernichtenden Fluch der Sünde zerrissen und aufgelöst. Fragt ihr eitlen, unverschämten Sünder noch: Was ist Hölle? – Hölle ist die ewige Trennung von der Liebe, Gnade, Barmherzigkeit, Bewahrung, Freude, Güte und Geduld Gottes.

Hölle bedeutet: der eiserne Vorhang, die ewige Scheidewand zwischen dem Reich des Lichts und der Finsternis, des Lebensglückes und satanischer Pein, des Wohlergehens oder der unerdenklichen Qualen ist aufgerichtet. Durch den Ungehorsam des ersten Menschen Adam, der in die Lüge des Erzverführers Satan einwilligte, versank alle Welt in den Abgrund der Sünde. Seit Abels Tod fallen Völker und Geschlechter aller Jahrtausende in die ausweglose Nacht der Finsternis. Sie versinken immer noch: heute und morgen in haltlose Sümpfe. Blutdurchtränkt ist die Geschichte der Menschheit, gezeichnet von Gewalt und Mord, Terror, Ausbeutung, Drangsalierung, Folter und Schändung. Adam schuf den Abgrund der Sünde, doch Gott sei Dank und Preis in alle Ewigkeit, Jesus Christus erzeugte den ewigen Grund des Lebens in der Gemeinschaft mit Gott, dem Heiligen. Rief der Sohn Gottes:

»Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?«, so sollen wir erkennen:

»Mein Gott, mein Gott, darum hast du mich verlassen!« – eben, weil wir Sünder sind und waren.

Jesus wusste, warum er mit dem Vater in dieser Kreuzesstunde nicht die Gemeinschaft haben konnte, die von Ewigkeit her bestanden hat. Sein Schrei am Kreuz bedeutete: »Mein Gott, mein Gott, das also war für mich vorherbestimmt! Dafür wurde ich geboren! Ich weiß, dass die Schuld, die auf mir nun lastet, nicht meine Schuld, sondern der Welt Sünde ist. Die fanatisierte Volksmenge kann denken was sie will, mein Gott, ich weiß, was hier geschieht, es ist die Welterlösung, für die ich aufgespart wurde und weshalb du mich für kurze Zeit verlassen musstest.« Wir aber sollen erkennen, dass er alles getan hat, dass alles nur Gnade von ihm ist, denn in uns wohnt nichts Gutes, wir alle sind Erzsünder von Geburt an. Nur durch eine tiefe Sündenerkenntnis wird in uns eine Erlösungssehnsucht wach, wir werden erlösungsbedürftig. Wir müssen unsere Sünden erkennen, bekennen, lassen und hassen.

»Mein Gebet zu dir, o Jesus, ist: Sei mir eitlem Sünder gnädig!«

Anstatt Gericht, Jesu Lieb’ und Huld

»Und als sie kamen an die Stätte, die da heißt Schädelstätte, kreuzigten sie ihn daselbst und die Übeltäter mit ihm, einen zur Rechten und einen zur Linken. Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun!« (Luk. 23, 33-34).

Als Jakob Vetter, der Begründer der deutschen Zeltmission, im Dezember 1918 durch eine Lungenentzündung sein baldiges Ende nahen fühlte, ordnete er noch einmal sein Dasein vor Gott und Menschen. Auch bestimmte er den Text für die Predigt an seinem Grabe, er sollte lauten: »Meine Gnade reicht aus für dich« (2. Kor. 12, 9).

Es war seine innigste Bitte, dass an seinem Grabe nur Jesus und seine Herrlichkeit verkündigt werden sollte. Sein Wunsch war weiterhin, dass auf seinem Grabstein folgende Worte verewigt sein sollten:

»Ich war ein armer Sünder, doch durch den Tod Christi fand ich das Leben und machte die Erfahrung, dass die Gnade ausreicht bis zu den Perlentoren Jerusalems.«

Seine Kräfte verließen ihn nach und nach. Das Fieber stieg, doch er blieb dabei, sein Leben fest in der Hand des gnädigen Herrn zu belassen. Man hörte ihn des Öfteren sagen: »Ich bin ein großer Sünder.« Danach war es jedes Mal für einige Minuten still. Plötzlich aber erhob er seine Hand und deutete auf die Tür: »Seht ihr, da steht er – Friede sei mit euch!« Mit überirdisch leuchtenden Augen blickte er zum Himmel empor. Seine letzte Bitte lautete: »Herr, segne mich!«

Die Freunde, die an seinem Bett versammelt waren, sangen sein Lieblingslied:

»Auf dem Lamm ruht meine Seele,betet voll Bewundrung an.Alle, alle meine Sündenhat sein Blut hinweggetan.«

Tonlos bewegte er dabei seine Lippen, im Krankenzimmer wehte Himmelsluft. Der müde Streiter Jesu schlummerte sanft und still in jene schönere Welt hinüber.

Wollen wir wieder zum Kreuz eilen und den Worten Jesu lauschen. Auch unsere Blicke sollen jetzt auf dem Lamm Gottes ruhen, das blutend zwischen Himmel und Erde dort am Marterpfahl dahinstirbt.

Soeben hat Jesus gerufen: »Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?« Nun kreischt und johlt die Menge der Heiden und Juden. Der Pöbel schwelgt in Hass und Wut. Blinder Fanatismus ergreift selbst Besonnene. Spott, Hohn und Verachtung peitschen dem Sohn Gottes ins Angesicht. Doch sein Mund schweigt, denn des Propheten Wort erfüllt sich in seiner ganzen Aussage: »Als er gemartert ward, litt er doch willig und tat seinen Mund nicht auf wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird; und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer, tat er seinen Mund nicht auf« (Jes. 53, 7). Während des brutalen Schauprozesses und auch an der Hinrichtungsstätte hat Jesus nur sehr wenig gesprochen. Er, der Meister im Erzählen himmlischer Bilder und Gleichnisse, schweigt auf die Anklagen und Fragen. Die Sünden der Menschheit haben ihr Vollmaß erreicht. Nur siebenmal wird der sterbende Sohn Gottes vom Kreuz reden. Diese sieben Sätze am Kreuz sind Worte, die jeden Sünder guten Willens wieder in das Himmelreich geleiten können.

»Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun!« Vergebung heißt das Schöpferwort. – Ewiges Vergessen und Auslöschen aller Schuld, Sünde und Untugend.

»Mir ist Erbarmung widerfahren,Erbarmung, deren ich nicht wert.Das zähl’ ich zu dem Wunderbaren,mein stolzes Herz hat’s nie begehrt.Nun weiß ich das und bin erfreutund rühme die Barmherzigkeit.«

Viele verachten Vergebung und Gnade. Ihr bornierter Sünderstolz will sich vor der Güte Gottes nicht beugen. Sie lassen den Strom der Gnade ungenutzt vorüberfließen. Sie erheben drohend ihre Faust gen Himmel und wollen am liebsten Gott für alle ihre Niederlagen und himmelschreiende Ungerechtigkeit auf Erden verantwortlich machen. »Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!« Ach schnöder, eitler Sünder, erkennst du nicht die unausdenkbare Liebe Gottes, die durch Jesus Christus den Himmel zerrissen hat? Eine Sorge bewegt den Hohenpriester Jesus: dass das schlafende Schwert der Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes aufwachen könne und die Menschheit in die ewige Verdammnis schleudere.

Der Meister ruft nicht: »Du elende, verdorbene, böse Welt! Du weißt sehr gut, was du tust! Aber ich will dir dennoch vergeben.« Er bittet seinen Vater nicht: »Vater, ist’s möglich, so lass das Gericht an der Menschheit vorübergehen.« Sein Herzensschrei lautet: »Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!« Schon auf dem Weg nach Jerusalem bat der Herr Jesus: »Vater, ich will, dass wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast.« Sollte der Vater ihm ungereinigte Sünder als zukünftige Himmelsbürger geben? Nur Vergebung durch das reine, heilige Blut konnte den Weg ins Paradies wieder ebnen: »Wie viel mehr wird das Blut Christi, der sich selbst als ein Opfer ohne Fehl durch den ewigen Geist Gottes dargebracht hat, unser Gewissen reinigen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott« (Hebr. 9, 14).

Mächtiger noch als das herzzerreißende Flehen des Erlösers Jesus Christus redet die Stimme des Blutes, nicht wie Abels Blut nach Rache und Verfolgung schreit es, nein, das Blut Jesu bringt uns die vergebende Barmherzigkeit Gottes, die endgültige und ewige Auslöschung unserer Sünden. Vergebung ist die Stimme des Blutes Jesu.

Doch können wir uns auf den Worten Jesu: ›Sie wissen nicht, was sie tun‹ nicht etwa ausruhen und weitersündigen. Je größer in uns die Erkenntnis der Heilsgedanken Gottes werden, je mehr wir von der Gnade Jesu wissen, desto größer wird die Schuld, wenn wir Jesus, den König der Wahrheit, abweisen, um in unseren Sünden weiterzuleben. Unser Wissen um die vergebende Gnade Gottes bringt uns immer tiefer in den Zustand der Sünde wider den Heiligen Geist, wenn wir mutwillig in der Ungerechtigkeit verharren. »Denn so wir mutwillig sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, haben wir hinfort kein andres Opfer mehr für die Sünden, sondern es bleibt nichts als ein schreckliches Warten auf das Gericht und das gierige Feuer, das die Widersacher verzehren wird« (Hebr. 10, 26. 27). Wir sollen nicht nur Vergebung empfangen, wir sollen auch bereit sein, jedem anderen zu vergeben, der uns Unrecht getan hat. Jesus spricht: »Und vergib uns unsere Schulden, wie wir vergeben unsern Schuldigem.«

»Denn wenn ihr den Menschen ihre Übertretungen vergebet, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben« (Matth. 6, 12. 14. 15).

Unversöhnlichkeit ist Sünde wider den Heiligen Geist, denn der Geist Gottes kann für uns in dem Zustand der Unversöhnlichkeit keine Vergebung erwirken. Wenn also in unserem Herzen Unversöhnlichkeit, Neid und Hass unerschüttert erhalten bleiben, dann haben wir die Stimme Jesu vergeblich beten gehört: »Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!« – »Rache ist süß!«, frohlockt der eitle Sünder. Wer sich selbst kennt, weiß, wie rechthaberisch wir über andere triumphieren können und welch eine ungeheure Befriedigung uns schon erfüllt hat, wenn wir uns am Nächsten gerächt hatten. Doch Rache ist neues Unrecht. Matthias Claudius schreibt: »Dürst’ nicht nach Rache und nach Blut; vergeben wäre wohl so gut.« Die Rache ist keine Zierde für eine große Seele. Nichts entstellt den Menschen so sehr, wie die Ausübung einer Rache, denn Rache macht kleines Recht zu großem Unrecht. Die Unversöhnlichkeit wird nicht beendet, sie bleibt bestehen, darum: Vergebung ist besser als Rache!

»Rache kann einen Menschen nur verwunden, nicht heilen.« Sie ist der Stachel einer Biene, welche sich selbst tötet, wenn sie es ihrem Feind zu tun glaubt. Gottes Sieg über die Sünde ist die Vergebung. Wir können nur dann Sieger bleiben, wenn wir imstande sind, selbst Vergebung zu erlangen und gegenüber unserem Nächsten zu üben. Nach unserer Erkenntnis der begangenen Sünden muss die Vergebung durch Jesu Blut und Wunden erfolgen. Zweimal hörten wir nun den Sohn Gottes vom Kreuz sprechen: »Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?« und: »Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun!« Haben wir unsere Sünden erkannt und Vergebung erlangt? Oder wollen wir hier stehen bleiben? Nein!

»Komm zum Kreuz mit deinen Lasten,müder Pilger du!Bei dem Kreuze kannst du rasten,da ist Ruh!

Unter des Gerichtes Rutensieh am Kreuzesstammfür dich dulden und verbluten:Gottes Lamm!«

Vom Marterpfahl ins Paradies

Lese Sie weiter in der vollständigen Ausgabe.

Gehorsam ist des Christen Schmuck und Ehrenkleid

Lese Sie weiter in der vollständigen Ausgabe.

Entschlüsseltes Geheimnis

Lese Sie weiter in der vollständigen Ausgabe.

Unerträglicher Durst

Lese Sie weiter in der vollständigen Ausgabe.

Siehe, ich mache alles neu

Lese Sie weiter in der vollständigen Ausgabe.

Anton Schulte: Gottes 10 Gebote

Folgen Verlag, ISBN: 978-3-944187-10-5

Der seel­sorg­er­lich erfahrene, volk­stüm­lich schreibende Autor betont die Bedeu­tung der ‘Zehn Worte’ für unsere Zeit: Evo­lu­tion, Abtrei­bung, Jugend­prob­leme, Ster­be­hilfe, Part­ner­schaft, Ehe, Fam­i­lie und Sex­u­al­ität, auch Kriegs­di­enst, Macht­miss­brauch, Gier und Wirtschaft­skrim­i­nal­ität sind The­men, an denen der Autor die Aktu­al­ität der Gebote Gottes deut­lich macht.

Das Ziel dieses eBooks ist zu zeigen, dass Gott uns aus Liebe ‘Spiel­regeln fürs Leben’ gegeben hat und erwartet, dass wir wiederum; aus Liebe zu ihm die Gebote als Säulen christlicher Frei­heit annehmen, um im Chaos der Wertelosigkeit unserer Gesellschaft wie leben­erneuernde geistliche Biotope zu wirken.

Jost Müller-Bohn: Der Mensch Martin Luther

Folgen Verlag, ISBN: 978-3-944187-49-5

Martin Luther – der weltbekannte Reformator und Gottesstreiter – wer meint nicht, etwas von ihm zu wissen? Aber kennen wir den Reformator wirklich? War er nur der geistliche Kämpfer, der trotzige Streiter gegen die verderblichen Irrtümer der damals existierenden Kirche?

Ist Luther nicht in gewissem Maße dem heutigen Leser ein Unbekannter geblieben, weil hinter den landläufigen Ansichten über den kirchengeschichtlichen Luther der private Luther in den Hintergrund getreten ist?

Um die private Sphäre Martin Luthers und seine Gedankenwelt geht es in diesem eBook. Jost Müller-Bohn lässt durch ausgewählte Ausschnitte aus den Schriften, Predigten, Briefen und Reden Luther selbst zu Wort kommen und macht eine bisher nur wenig beachtete Seite des großen Reformators sichtbar.

Jost Müller-Bohn: Christus-Botschaft unter Stasiterror

Folgen Verlag, ISBN: 978-3-944187-82-2

„Stasi und kein Ende“ – Menschen, die unter dem Regime eines totalen Überwachungsstaates zu leben hatten, werden noch lange unter dieser traumatischen Erfahrung leiden. Zumal in der Presse der Eindruck erweckt wird, als wären die meisten Christen in der DDR passive Mitläufer des sozialistischen Systems oder gar aktive Informanten des berüchtigten Ministeriums für Staatssicherheit gewesen.

Unter diesem Eindruck unternahm Jost Müller-Bohn eine Besuchsreise durch die neuen Bundesländer. Mitglieder verschiedener Kirchen und Freikirchen berichten ihm von ihrem Erleben. Eine kleine Auswahl dieser Erlebnisberichte erscheint in diesem eBook.