Atlan 503: Schergen der SOL - Peter Terrid - ebook

Atlan 503: Schergen der SOL ebook

Peter Terrid

0,0

Opis

Es geschah im Dezember des Jahres 3586, als Perry Rhodan mit seinen Gefährten die SOL verließ und zur BASIS übersiedelte, nachdem er den Solgeborenen das Generationenschiff offiziell übergeben hatte. Die neuen Herren der SOL sahen sich somit endlich in die Lage versetzt, ihre Wünsche zu realisieren. Sie trennten sich von der Menschheit, um ihre eigenen Wege zu gehen. Sie betrachteten den Weltraum als ihren eigentlichen Lebensbereich und das Schiff als ihre Heimat - und die meisten von ihnen scheuten davor zurück, das Schiff zu verlassen und einen Himmelskörper zu betreten. Seit der Zeit, da die SOL unter dem Kommando der Solgeborenen auf große Fahrt ging und mit unbekanntem Ziel in den Tiefen des Sternenmeeres verschwand, sind mehr als zweihundert Jahre vergangen, und niemand hat in der Zwischenzeit etwas vom Verbleib des Generationenschiffs gehört. Im Jahr 3791 ist es jedoch soweit - und ein Mann kommt wieder in Kontakt mit dem verschollenen Schiff. Dieser Mann ist Atlan. Die Kosmokraten entlassen ihn, damit er sich um die SOL kümmert. Die chaotischen Verhältnisse auf dem Schiff zwingen den Arkoniden dazu, Maske zu machen und unterzutauchen. Im Zuge dieses Vorgehens kommt er zu den Pyrriden - sie sind die SCHERGEN DER SOL ...

Ebooka przeczytasz w aplikacjach Legimi na:

Androidzie
iOS
czytnikach certyfikowanych
przez Legimi
czytnikach Kindle™
(dla wybranych pakietów)
Windows
10
Windows
Phone

Liczba stron: 124

Odsłuch ebooka (TTS) dostepny w abonamencie „ebooki+audiobooki bez limitu” w aplikacjach Legimi na:

Androidzie
iOS
Oceny
0,0
0
0
0
0
0



Nr. 503

Schergen der SOL

Atlan bei den Pyrriden

von Peter Terrid

Es geschah im Dezember des Jahres 3586, als Perry Rhodan mit seinen Gefährten die SOL verließ und zur BASIS übersiedelte, nachdem er den Solgeborenen das Generationenschiff offiziell übergeben hatte.

Die neuen Herren der SOL sahen sich somit endlich in die Lage versetzt, ihre Wünsche zu realisieren. Sie trennten sich von der Menschheit, um ihre eigenen Wege zu gehen. Sie betrachteten den Weltraum als ihren eigentlichen Lebensbereich und das Schiff als ihre Heimat – und die meisten von ihnen scheuten davor zurück, das Schiff zu verlassen und einen Himmelskörper zu betreten.

Seit der Zeit, da die SOL unter dem Kommando der Solgeborenen auf große Fahrt ging und mit unbekanntem Ziel in den Tiefen des Sternenmeeres verschwand, sind mehr als zweihundert Jahre vergangen, und niemand hat in der Zwischenzeit etwas vom Verbleib des Generationenschiffs gehört.

Im Jahr 3791 ist es jedoch soweit – und ein Mann kommt wieder in Kontakt mit dem verschollenen Schiff. Dieser Mann ist Atlan. Die Kosmokraten entlassen ihn, damit er sich um die SOL kümmert.

Die Hauptpersonen des Romans

Atlan – Der Arkonide in der Maske eines Ferraten.

Wort Danyl – Ein Ahlnate.

Chart Deccon – Schiffsführer der SOL.

Kav Wergen – Ein alter Buhrlo.

Tordya – Eine Ferratin.

Voorn Mekher –

1.

Was immer Khassendy tat, er tat es mit Ruhe. Bedächtigkeit und überlegene Ruhe waren die hervorstechenden Eigenschaften dieses Mannes. Kaum einer der Ferraten in diesem Bereich der SOL war sich der Würde seines Amtes, der erhabenen Höhe seiner Aufgaben so bewusst wie Khassendy. Er genoss infolgedessen sogar bei den Ferraten den Ruf eines arroganten, selbstherrlichen Menschen.

Khassendy schritt langsam den Weg zur Halle der Entfesselung entlang. Er war sich des Umstands bewusst, dass scheele Blicke ihm folgten, aber das scherte ihn nicht. Er setzte einen Fuß vor den anderen, getragen vom Bewusstsein seiner Würde. Was kümmerte es ihn, wenn ihn das Gesindel nicht mochte?

War er nicht weit emporgehoben über die Menge der Kleinen und Unwürdigen? War er nicht bestimmt, die Handlungen zu verrichten, die von der Bruderschaft durchgeführt werden mussten, um Heil und Segen an Bord der SOL zu gewährleisten?

Gewiss, Khassendy hatte den Preis zahlen müssen, den jeder Ferrate zu zahlen hatte. Auf Nachwuchs durfte er nicht hoffen, aber Khassendy wertete das als Zeichen seiner Einzigartigkeit, nicht als Schandfleck.

Es verstand sich von selbst, dass Khassendy seinen Dienst mit jener Pünktlichkeit antrat, die für ihn charakteristisch war.

Gesher hatte die Wachstunde vor ihm gehabt. Er sah auf, als Khassendy den Raum betrat.

»Schön, dass du kommst«, sagte Gesher. »Ich sehne mich nach Ruhe.«

Khassendy verzichtete darauf, dem jungen Ferraten klarzumachen, dass man die vorgeschriebenen Verrichtungen, die ein Ferrate während seiner Dienststunden vorzunehmen hatte, nicht als lästige Arbeit anzusehen hatte, sondern als heilige Pflicht, deren Erfüllung über das Leben an Bord entschied. Indessen gab es nur wenige Ferraten, die ihren Dienst mit solchem Eifer und solcher Hingabe versahen wie Khassendy.

Offen gesagt war Khassendy von brennendem Ehrgeiz erfüllt. Er hoffte insgeheim, sich eines Tages würdig zu erweisen, in eine höhere Wertigkeit übernommen zu werden. »Alles wohl?«, fragte er. »Wohl und sauber«, antwortete Gesher. Er sah gar nicht hin, und genau das war es, was Khassendy so erbitterte. Von seinem Standort aus konnte er genau sehen, dass eines der immerwachen Augen leicht beschlagen war. Es hätte nur geringer Mühe bedurft, den Beschlag mit einem Tuch wegzuwischen; es war kennzeichnend für Geshers Einstellung zum Dienst, dass er diese Notwendigkeit nicht einsah.

Gesher stand auf.

»Ich freue mich bereits auf die Mahlzeit«, sagte Gesher. Er war einen Kopf größer als Khassendy, der Statur nach hätte er keinen schlechten Pyrriden abgegeben – grobschlächtig und rüpelhaft genug dazu war er.

Mit den stets gleichen Bewegungen nahm Khassendy Platz. Er legte sein Essenspaket in die Lade, in der die Mahlzeit während des Dienstes erwärmt wurde. Die Hände legte er flach auf das Instrumentenpult. In dieser Stellung pflegte er im Normalfall zu verharren, bis er abgelöst wurde.

»Ich habe gehört, dass Kleena schwanger sein soll«, sagte Gesher. Er machte keinerlei Anstalten zu gehen – offenbar wollte er seine nachlässige Dienstauffassung dadurch krönen, dass er seinen Nachfolger in müßiges Geschwätz verwickelte.

Khassendy sah starr nach vorne.

Die Augen vor ihm strahlten in den charakteristischen Farben – einige grün, andere rot, dazwischen gelb und blau. Zwei der Augen waren blind, leere Höhlen, die schamhaft von transparenten Folien bedeckt wurden. Sie mussten bei einem Rostanfall früherer Generationen zerstört worden sein.

»Hast du eine Ahnung, von wem?«

Jetzt sah Khassendy auf.

»Von mir jedenfalls nicht«, stieß er wütend hervor. Dieser Gesher war wirklich unmöglich. Er musste doch wissen, dass ein Ferrate vom Schlage Khassendys keinen geschlechtlichen Umgang mit einer Schwester der sechsten Wertigkeit haben würde.

Dass die Ferratin schwanger war, kam allerdings einer kleinen Sensation gleich – Ferraten waren bekanntlich unfruchtbar, jedenfalls im Regelfall. Kam es dennoch ab und zu einmal zu einer Empfängnis, dann waren die Ergebnisse meist erschreckend – Monstren jeglicher Art wurden geboren.

Khassendy starrte weiter auf die Augen des Schreines vor ihm. Er wollte sich von dem geschwätzigen und taktlosen Gesher nicht in seinen Dienstobliegenheiten stören lassen.

Es gab noch zwei andere Ferraten in diesem Raum. Sie alle saßen vor den leuchtenden Augen des Schreines und gingen mit Ruhe und Bedacht ihrer verantwortungsvollen Arbeit nach.

»Ich habe gehört«, schwätzte Gesher weiter, ohne sich um Khassendys abweisende Miene zu kümmern, »dass wir Besuch bekommen sollen – angeblich soll ein Bruder der dritten Wertigkeit zu uns unterwegs sein.«

Khassendy beherrschte sich meisterhaft, obwohl ihn seit Jahren nichts so sehr aufgewühlt hatte wie diese Neuigkeit.

Ein paar Schritte weiter fand gerade die Ablösung des Kollegen statt: Ein neuer Ferrate war zum Team gestoßen, ein hochgewachsener Mann namens Jon Tengor. Er begann in diesem Augenblick seinen Dienst. Khassendy hatte ihn heimlich beobachtet – Tengor konnte Khassendy nicht gefährlich werden. Dafür zeigte der Neue zu wenig Diensteifer, und was die demutsvolle Haltung betraf, wie sie Khassendy meisterhaft beherrschte, so fehlte sie dem Neuen auch.

»Ach«, sagte Khassendy. Zu mehr war er in diesem Augenblick nicht fähig.

Dies war der Tag, den Khassendy insgeheim stets herbeigesehnt hatte. Ein Ahlnate, der diesen Bereich der SOL aufsuchte, ein Bruder der dritten Wertigkeit.

Vielleicht wollte es das Schicksal, dass es zu irgend einem Zwischenfall kam, den Khassendy bereinigen konnte, geschickt und zuverlässig, wie es die Art des Ferraten war. Schaffte er das, fiel es dem Bruder der dritten Wertigkeit auf angenehme Weise auf – dann konnte der höchste Traum des Ferraten in Erfüllung gehen. Dann nämlich war es möglich, dass der Ahlnate Khassendys Glaubenseifer und unerschütterliche Pflichterfüllung dadurch würdigte, dass er Khassendy höheren Weihen zuführte.

Schauder durchrieselte den Ferraten.

Khassendy war noch jung, er hatte noch alle Chancen. Wenn man ihn berief, wenn er eine der Seminarschulen besuchen konnte, auf denen die Ahlnaten ihre Vertiefung im Glauben erfuhren, wenn er es danach weiterhin schaffte, sich durch Demut und strengste Pflichterfüllung auszuzeichnen, dann war es sogar denkbar, dass man ihn in den erlauchten Kreis der Magniden berief.

Ein Bruder der ersten Wertigkeit zu sein ... was für ein Traum. Erhoben zu sein über Ferraten und Ahlnaten, Pyrriden und Vystiden, vom Normalgesindel der SOL ganz zu schweigen ...

Alles hing davon ab, dass es Khassendy gelang, sich vor den Augen des Ahlnaten auszuzeichnen.

»Na, was sagst du, ist das nicht die Gelegenheit, auf die wir alle gewartet haben?«

Zum ersten Mal sah Khassendy auf.

Was? Gesher machte sich Hoffnungen, ausgerechnet Gesher? Der Gedanke war doch völlig absurd. Ausgerechnet Gesher ...! Wie kam er überhaupt dazu, sich mit solchen Gedanken abzugeben, fragte sich Khassendy. Nur wer zu Höherem geboren war, wie beispielsweise er selbst, der durfte es wagen, seinen Gedanken Raum zu geben, aber unter keinen Umständen eine so nichtswürdige Kreatur wie Gesher.

Gesher sah grinsend in Khassendys Gesicht, das deutliche Verwirrung zeigte.

»Habe ich es mir doch gedacht«, spottete Gesher. »Unser stiller Khassendy träumt davon, Ahlnate zu werden. Na meinetwegen. Ich drängle mich nicht darum, ich habe hier genug zu tun. Und wenn schon Aufstieg, dann vielleicht bei den Pyrriden – da hat man mehr Spaß, weißt du?«

Khassendy antwortete nicht. Er wandte seine Aufmerksamkeit wieder dem Geschehen im Schrein zu.

Gesher zögerte noch ein paar Augenblicke, dann zuckte er die Schultern und entfernte sich.

Die beiden Ferraten, die in den nächsten Stunden zusammen Dienst tun würden, waren nun allein. Khassendy warf einen Blick auf seinen Nachbarn.

Dem fiel es sichtlich schwer, ruhig auf seinem Sitz zu bleiben. Offenbar gebrach es Jon Tengor an Demut und Geduld; weit würde er es bei den Ferraten nicht bringen.

Um so weiter gedachte es Khassendy zu bringen, und er hatte auch schon eine Idee, er würde dem Verfahren ein wenig nachhelfen.

Nur ein paar Schritte vom Schrein entfernt verlief ein Atemstrang des Heiligtums. Er wurde seit undenklichen Zeiten so genannt, weil es im Innern des hellrot lackierten Stranges zischte und brauste. Es gab noch einen anderen Atemstrang, der ab und zu bedient werden musste. Dann hatte Khassendy, oder wer immer Dienst tat, an einem Sakralrad einige genau bemessene Umdrehungen vorzunehmen und dazu die richtigen Texte zu sprechen. Es gab an dem geräuschvollen Atemstrang ebenfalls ein solches Sakralrad. Wenn man unbemerkt daran drehte, dann würde sich wahrscheinlich am Gesichtsausdruck des Heiligtums etwas ändern – einige der leuchtenden Augen am Schrein würden die Farbe wechseln.

Geschah das, und war der Ahlnate rechtzeitig zur Stelle, dann konnte Khassendy ... ja genau so würde er es machen. Ganz ruhig dasitzen, dann sich ganz langsam erheben, hinüberschreiten zum Sakralrad und die Fehleinstellung korrigieren ... das musste den Ahlnaten beeindrucken, ganz sicher.

Vorher aber musste man diesen neuen Ferraten loswerden. Er trug wie Khassendy eine dunkelblaue Uniform und an den Schultern das Atomsymbol der Ferraten.

Einen Augenblick lang sah Tengor nicht hin. Khassendy nutzte blitzschnell die Chance.

Mit einem Handgriff hatte er eines der Abzeichen abgerissen und fallen gelassen. Dann hob er das Abzeichen deutlich sichtbar auf.

»Oh weh«, sagte Khassendy. »Sieh nur!«

Jon Tengor sah auf das Stoffabzeichen und Khassendys Hand.

»Es ist losgegangen«, sagte Khassendy. »Und das, wo ein Ahlnate uns besuchen will.«

»Und?«

»Wenn er mich so sieht, wird er mich nie weiterempfehlen«, sagte Khassendy. Tengor war noch ein Grünschnabel und als Konkurrent ungefährlich, ihm gegenüber konnte man offen sein.

»Ich kenne mich hier besser aus und kann daher nicht weg«, sagte Khassendy. »Könntest du ...?«

Tengor sah ihn einen kurzen Augenblick lang an, dann nickte er und stand auf.

»Meinetwegen«, sagte Tengor. »Ich hole dir einen Helfer, der dir das Abzeichen wieder befestigt. Warte, ich bin gleich zurück.«

Er stand auf und verließ den Raum.

Auf diese Chance hatte Khassendy gewartet. Hastig verließ er seinen Platz. Er eilte hinüber zum Sakralrad.

»Vergib mir, High Sideryt«, murmelte Khassendy, als er das Sakralrad berührte. »Es geschieht nicht um meinetwillen!«

Er griff beherzt zu.

Seit sehr langer Zeit hatte wohl niemand mehr dieses Sakralrad bewegt, es leistete Widerstand.

Khassendy verstärkte seine Anstrengungen.

Endlich, nach einer gewaltigen Anspannung aller Körperkräfte, bewegte sich das Rad unter Khassendys Händen.

Er stieß einen leisen Triumphschrei aus.

Dann passierte es.

Das Heiligtum stieß ein dumpfes Grollen aus, das rasch anschwoll. Khassendy erschrak heftig.

Seine Angst steigerte sich zur Panik, als er im gleichen Augenblick sah, wie eine Gestalt die Halle betrat – ein hellblaues, langfallendes Gewand war zu sehen, das Khassendy signalisierte, dass der Ahlnate den Raum betrat.

Mit feurigen Händen griff das Heiligtum nach dem Frevler.

Khassendy spürte einen grässlichen Schmerz, der ihm einen gellenden Schrei entriss. Er taumelte vorwärts, die Hände vor das Gesicht geschlagen, auf der Haut einen kaum erträglichen Schmerz.

»Stehenbleiben!«

Khassendy war vor Schmerz halb betäubt, aber er erkannte die Stimme, die da befehlend scharf gerufen hatte, als die des Ferraten Jon Tengor.

Ein wenig wich die Hitze von Khassendys Gesicht. Er sah auf.

Das Heiligtum war noch immer erzürnt und spie weißes Feuer nach dem Frevler. Weit leckten die siedenden Schwaden in die Halle.

Der Ahlnate stand erstarrt.

Wieder griff der Schmerz nach Khassendy. Er sah, halbblind vor Qual, wie Tengor auf den Schrein zustürzte und wie irre nach den Instrumenten griff.

Khassendy brach in die Knie.

Er wusste, dass er verloren hatte. Er hatte schwer gefrevelt, und die Strafe des Heiligtums traf ihn mit Recht.

Erschüttert sah Khassendy zu, wie Jon Tengor das Heiligtum besänftigte. Seine Finger wirbelten förmlich über die Oberfläche des Schreines, die Augen des Schreines zwinkerten heftig, und dann war das Grollen verstummt. Die weißen Feuerzungen wurden schwächer, das Brausen und Zischen hörte mit einem Schlag auf.

Khassendys Körper schüttelte sich in mühsam verhaltenen Schluchzern.

Er hatte alles gewagt und alles verspielt. Niemals hatte er sich dümmer angestellt als in diesem Augenblick. Er konnte es sehen – der Ahlnate sah Khassendy einen Augenblick lang an. Es war nichts Anerkennendes in diesem Blick – nur grenzenlose Verachtung.

»Das war nicht übel, Mann«, sagte der Ahlnate mit seiner leisen Stimme. »Wie ist dein Name?«

»Jon Tengor«, antwortete der Ferrate.

»Du scheinst fähig zu sein«, sagte der Ahlnate sanft. »Ich werde deine Zukunft ein wenig fördern, aus dir kann etwas werden in der SOLAG.«

2.

Nichts liebte Voorn Mekher so sehr wie seine Neuropeitsche.

Früher einmal, als er sie empfangen hatte, war es eine völlig neue, ganz normale Neuropeitsche gewesen. Sie konnte Schockstöße aussenden und je nach Stärke einen davon Getroffenen mehr oder weniger quälen und lähmen.

Voorn Mekher hatte seine Waffe verändert, sie seinem Charakter angepasst. So hatte er zusätzlich einen kleinen Schallgenerator einbauen lassen, der einen knappen Sekundenbruchteil vor dem Schock einen lauten Knall aussendete – derjenige, dem der Schlag mit der Neuropeitsche zugedacht war, sollte vorher noch ein wenig mehr Angst davor empfinden.

Im Lager der Pyrriden ging es hoch her. Auf dem Tisch standen Becher mit hochprozentigem Inhalt, zwischen den Stühlen lagen Teller, Geschirr und Essensreste. Die Laune entsprach der Menge der bereits geleerten Flaschen – sie war hervorragend.

»Wann kommt das Viehzeug endlich?«, schrie einer von Voorns Kameraden. »Die Jagd soll endlich losgehen.«

»Nur langsam«, wehrte Voorn Mekher ab. Er leckte sich die Lippen.