Atlan 379: Späher des Kolocs - Peter Terrid - ebook

Atlan 379: Späher des Kolocs ebook

Peter Terrid

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Opis

Nach der Zwischenlandung auf Loors, dem Planeten der Brangeln, ist der Kontinent Pthor-Atlantis längst wieder zu einem neuen Flug durch die Dimensionen des Kosmos gestartet. Leider ist es Atlan trotz allergrößtem persönlichen Einsatz nicht gelungen, die Steuerung Pthors in seinem Sinn zu beeinflussen. Der Kurs des Kontinents wird somit von den mysteriösen Beherrschern der Schwarzen Galaxis bestimmt - und nach allem, was man von ihnen weiß, liegt es auf der Hand, dass die Unbekannten mit Pthor und seinen Bewohnern nichts Gutes im Sinn haben. Die Zukunft sieht also nicht gerade rosig aus für Atlan und seine Mitstreiter. Alles, was sie gegenwärtig tun können, ist, die Lage auf Pthor zu stabilisieren und eine gewisse Einigkeit unter den verschiedenartigen Clans, Stämmen und Völkern herbeizuführen. Die angestrebte Einigkeit der Pthorer ist auch bitter nötig, wie die durch den Zwangsaufenthalt Pthors im Korsallophur-Stau bewirkten Ereignisse bald beweisen. Pthor bekommt es mit einem neuen Gegner zu tun - mit den Beherrschern der Trümmerwelten. Vorbote einer drohenden Invasion dieses Gegners ist der SPÄHER DER KROLOCS ...

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Nr. 379

Späher der Krolocs

Heimdalls Kampf gegen die Fremden

von Peter Terrid

Nach der Zwischenlandung auf Loors, dem Planeten der Brangeln, ist der Kontinent Pthor-Atlantis längst wieder zu einem neuen Flug durch die Dimensionen des Kosmos gestartet.

Leider ist es Atlan trotz allergrößtem persönlichen Einsatz nicht gelungen, die Steuerung Pthors in seinem Sinn zu beeinflussen. Der Kurs des Kontinents wird somit von den mysteriösen Beherrschern der Schwarzen Galaxis bestimmt – und nach allem, was man von ihnen weiß, liegt es auf der Hand, dass die Unbekannten mit Pthor und seinen Bewohnern nichts Gutes im Sinn haben.

Die Zukunft sieht also nicht gerade rosig aus für Atlan und seine Mitstreiter. Alles, was sie gegenwärtig tun können, ist, die Lage auf Pthor zu stabilisieren und eine gewisse Einigkeit unter den verschiedenartigen Clans, Stämmen und Völkern herbeizuführen.

Die angestrebte Einigkeit der Pthorer ist auch bitter nötig, wie die durch den Zwangsaufenthalt Pthors im Korsallophur-Stau bewirkten Ereignisse bald beweisen.

Die Hauptpersonen des Romans

Mayzca Fell – Ein Scout der Krolocs.

Heimdall – Der Odinssohn kämpft um sein Leben.

Kröbel – Heimdalls Freund und Diener.

Atlan – König von Pthor.

Germinal

1.

Kurz nach dem Erreichen des Zieles bemerkte Mayzca Fell, dass etwas mit seiner Spaccah nicht stimmte. Zum einen wurde die Steuerung plötzlich außerordentlich schwergängig, zum anderen traten gewisse Kursinstabilitäten auf, die ihn befremdeten.

Mayzca Fell war darüber nicht im mindesten beunruhigt.

Es kam vor, dass Spaccahs defekt wurden. Aber das war keine Katastrophe. Schließlich handelte es sich bei der Spaccah um eine Kroloc-Konstruktion, und am Steuer saß ein Kroloc – was also sollte passieren? Undenkbar, dass an einer Spaccah Schäden auftraten, die ein leidlich gewandter Kroloc nicht beheben konnte.

Probeweise zog Mayzca Fell an der Steuerung.

Die Spaccah stieg ein wenig in die Höhe. Mayzca Fell fiel auf, dass der Hebel ein wenig hakte. Und der Anstieg fiel ebenfalls nicht so geschwind aus, wie er es hätte sein müssen.

»Lappalien«, murmelte der Kroloc.

Von solchen Kleinigkeiten ließ er sich naturgemäß nicht beeindrucken. Er wusste, dass er sich auf sein Gefährt verlassen konnte. Und er wusste vor allem, dass er sich auf sich selbst verlassen konnte.

Unter ihm lag das fremde Land.

Der Kroloc hatte einige Schwierigkeiten gehabt, bis sich sein Gesichtssinn an die Verhältnisse dieses merkwürdigen Gebildes gewöhnt hatte. Die Luft über dem Land war bemerkenswert klar. Er wusste, dass diese Welt – auch wenn sie nur aus einem Stück Land bestand – sehr bald den Krolocs gehören würde.

»Herrlich!«, freute sich Mayzca Fell.

Wenn die Welt so dumm war, sich in den Korsallophur-Stau zu begeben, dann war es ihre Schuld, wenn sie von den Krolocs erobert wurde. Mayzca Fell wusste allerdings nicht, woher die Welt, die er überflog, plötzlich aufgetaucht war. Und er wusste auch nicht, ob der Herr dieser Welt vielleicht nicht schon sehr bald auf den Gedanken kommen würde, die Welt ebenso überraschend verschwinden zu lassen, wie sie im Korsallophur-Stau aufgetaucht war. Indes war Mayzca Fell fest davon überzeugt, dass er auch dieses Problem würde lösen können.

Der Kroloc ließ die Spaccah ein Stück sinken.

Er murmelte eine leise Verwünschung. Das Gefährt reagierte ungewohnt. Nun, er würde auch dieses Problem in den Griff bekommen.

»Vielleicht liegt es an dem Feld?« Mayzca Fell wusste nicht genau, ob er ein Feld durchquert hatte oder nicht. Gesehen hatte er nichts. Aber die Belastungsanzeige des Durchdringungsfelds war für einen kurzen Augenblick in die Höhe geschnellt. Es sprach dafür, dass es ein weiteres Energiefeld gab, das die neue Welt einhüllte oder überwölbte. Dafür sprach auch die klare Luft, durch die sich die Spaccah des Krolocs bewegte.

Möglich, dass die fremdartige Energie des Energieschirms der Spaccah geschadet hatte und ihr Leistungsvermögen beeinträchtigte. Das hieß natürlich nicht, dass der Kroloc ernsthaft gefährdet gewesen wäre. Genaugenommen konnte man einen Kroloc überhaupt nicht gefährden.

Es würde – Mayzca Fell rechnete die Details kurz durch – ziemlich einfach sein, die Welt zu übernehmen. Viele Bewohner konnte es nicht geben, und der Kroloc wusste zudem, dass er einer Spezies angehörte, deren biologisches Potenzial erheblich größer war als das anderer Gattungen. Vielleicht gab es auf der neuentdeckten Welt eine Rasse von sauerstoffatmenden Zweibeinern. Mayzca Fell erinnerte sich, dass dies ein sehr weit verbreiteter biologischer Bauplan war; die Krolocs waren Wesen dieses Musters schon einige Male begegnet – und, selbstverständlich, war diese Begegnung für die Krolocs ein Sieg gewesen.

Die Spaccah bockte.

Mayzca Fell wunderte sich ein wenig. Dergleichen hatte er in seiner Tätigkeit als Scout noch nie erlebt.

Er fragte sich, ob die anderen Scouts vor ähnlichen Problemen standen. Insgesamt waren sechsunddreißig Scouts unterwegs, die diese Welt ausforschen und den Angriff vorbereiten sollten.

Obwohl der Flug der Spaccah immer instabiler wurde, spürte der Kroloc keinerlei Angst.

Angst, das war ein Gefühl, dessen Mayzca Fell nur in sehr eingeschränktem Maße fähig war. Angst, das hätte bedeutet, dass ein Kroloc mit einer schwierigen Lage nicht fertig wurde, dass er womöglich eine Niederlage erlitt. Dinge dieser Art waren zwar denkbar, aber praktisch ausgeschlossen. In der Sprache der Krolocs gab es den Begriff Niederlage nur in einer untrennbaren semantischen Verbindung mit der Bezeichnung einer Fremdrasse. Dass ein Kroloc eine Niederlage einsteckte, war ausgeschlossen.

Der Kroloc stieß einen leisen Pfiff aus.

Er konnte zwar nicht besiegt werden, aber er konnte einen Unfall erleiden. Vielleicht war es ratsam, die angeschlagene Spaccah irgendwo zu landen, um die erforderlichen Veränderungen vornehmen zu können. Auch das Wort Reparatur war im Wortschatz des Krolocs nicht enthalten.

Mayzca Fell sah sich um.

Er überflog zu diesem Zeitpunkt eine Wasserfläche. Die Küste kam gerade in Sicht. Zur Linken konnte Mayzca Fell ein Gebirgsmassiv erblicken, weit entfernt, die Gipfel nebelumwölkt.

Als er die Küste erreichte, sah er links unter sich eine Ansiedlung. Der präzise arbeitende Verstand des Krolocs erfasste sofort, dass es sich bei dieser Anordnung von Gebilden um eine Siedlung der Eingeborenen handeln musste. Das Konstruktionsschema war zwar überaus primitiv – aber mehr hatte Mayzca Fell auch nicht erwartet. Nicht nur die Krolocs waren im Universum einzigartig, auch die Kroloc-Architektur suchte ihresgleichen.

Mayzca Fell entschloss sich, die Stadt in Ruhe zu lassen.

Nicht, dass er sich gefürchtet hätte vor den Einwohnern der Siedlung! Dass sie hässlich waren, stand von vorneherein fest – sie waren schließlich keine Krolocs. Und dass sie es mit einem ausgewachsenen Kroloc nicht aufnehmen konnten, war ebenso selbstverständlich.

Indes hätten die Wilden die erforderlichen Veränderungen zur Rückgewinnung krolocischer Flugeigenschaften hinauszögern können. Mayzca Fell aber war nicht gewillt, solche Verzögerungen hinzunehmen. Er hatte, einfach ausgedrückt, keine Lust, sich mit den Eingeborenen herumzuschlagen.

Mayzca Fell suchte nach einem anderen Landeplatz für sein Gefährt.

Irgendwo im Innern der Spaccah begann es zu knistern. Ein Geruch stieg auf, der dem Kroloc überhaupt nicht gefiel. Sollte jemand versucht haben, seine Spaccah zu sabotieren?

Anders ließ sich nicht erklären, dass die Leistungen des Gefährts immer mehr zu wünschen übrig ließen. Die Geschwindigkeit nahm ab, und die Bedienungshebel ließen sich immer schwerer bewegen. Irgend etwas hakte und klemmte in der Spaccah.

»Sabotage!«, stieß der Kroloc hervor.

Es gab keine andere Interpretation. Der Schaden musste von einem der Sklaven verursacht worden sein. Vermutlich ein Wahnsinniger, der nicht begreifen wollte, dass die Herrschaft der Krolocs im Korsallophur-Stau etwas völlig Natürliches war, unabänderlich wie das Schicksal selbst.

Es gab natürlich naive, unterentwickelte Wesen, deren Gehirnstrukturen nicht genügend ausgereift waren, um diesen Sachverhalt begreifen zu können. Wesen dieser Art brachten in die logischen Gedankengänge der Kroloc-Politik völlig irrationale Komponenten hinein, mit denen sich in der Praxis überhaupt nicht operieren ließ. Was hieß Freiheit? Es war nichts weiter als ein Hemmfaktor für eine geordnete Verwaltung des Korsallophur-Staus. Unabhängigkeit? Das bedeutete nur, dass unterentwickelte Wesen das Recht beanspruchten, sich selbst zugrunde zu richten.

Und einige wenige Primitive gingen in ihrer geistigen Verwirrung so weit, aktiv gegen die Krolocs zu arbeiten. Sie schlichen sich in die Reihen der Arbeitskräfte ein und verübten Sabotageakte. Zwar war die Kroloc-Technik eigentlich viel zu ausgereift, um überhaupt störanfällig zu sein, aber ab und zu gelang es doch, eine Spaccah oder ein anderes Gerät krolocischer Fertigung so zu beschädigen, dass es den Dienst versagte.

Mayzca Fell murmelte eine Verwünschung.

Er würde unter Umständen tatsächlich auf der Primitivwelt, die er überflog, notlanden müssen. Ein entsetzlicher Gedanke, aber leider nicht von der Hand zu weisen.

Aus den Ritzen quoll Rauch, ein Anblick, der Mayzca Fell über die Maßen irritierte.

»Verrat«, murmelte er. »Sabotage.«

Aus dem hinteren Teil der Spaccah drangen schmetternde Geräusche. Der Rauch wurde dichter. Er verwehte im Fahrtwind, aber das nahm dem Vorgang nichts von seiner Gefährlichkeit.

Die Stadt hatte Mayzca Fell längst hinter sich gelassen. Er überlegte, ob er umkehren sollte. Der Sabotageakt schien die Spaccah erheblich in ihrer Funktionstüchtigkeit beeinträchtigt zu haben. Unter Umständen war es ratsam, sich der Hilfsdienste der Eingeborenen zu versichern. Mayzca Fell verspürte wenig Lust, sich selbst anzustrengen, um die Spaccah wieder flugtüchtig zu machen. Auf der anderen Seite konnte er nicht wissen, ob das Gesindel da unten überhaupt genügend intelligent war, die einfachsten Zusammenhänge zu begreifen.

Als ein Funkenbüschel auf dem Armaturenbrett zu tanzen begann, hatte Mayzca Fell einen Entschluss gefasst. Er würde landen, und das möglichst rasch.

Tief unter sich erkannte Mayzca Fell eine Straße. Das gab ihm einen ersten Hinweis auf den Kulturstand der Einwohner. Die Eingeborenen verwandten also Fahrzeuge, die eines gebahnten Weges bedurften. Vermutlich wurden diese Gefährte von Tieren gezogen, die noch unter den Eingeborenen standen, was ihren Intellekt anging.

Auf deren anderen Seite waren die Eingeborenen offenbar auch in der Lage, Energiefelder zu erzeugen. Er entsann sich des Zeigerausschlags beim Anflug auf diese Welt.

Nun, man würde sehen.

Mayzca Fell ließ seine Spaccah langsam absinken. Er suchte nach einem geeigneten Platz für die Landung.

Rechts von der Straße sah der Kroloc eine Steppe, die einen unbewohnten Eindruck machte. Dieses Gelände schien dem Kroloc wenig passend für eine Landung – man hätte ihn beim Abstieg sehen und genau orten können. Es würde besser sein, sich nach links zu halten.

Die Spaccah sank tiefer. Sie schwebte nur noch knapp einhundert Meter über der Straße, deren Verlauf sie folgte. Noch immer erklangen aus dem Inneren des Gefährts gefährliche Geräusche, quoll Rauch aus den Ritzen, und der Geruch verriet immer deutlicher, dass es höchste Zeit wurde für eine Landung.

Mayzca Fell verließ den Weg, den die Straße vorzeichnete. Die Spaccah flog nach links. Mayzca Fell ließ sie noch tiefer sinken.

Jede Bewegung der Bedienungshebel kostete Kraft, und der Kraftaufwand wurde mit jedem Augenblick größer. Der Kroloc konnte sein Gefährt kaum noch unter Kontrolle halten.

Der Boden schien näher zu kommen.

Mayzca Fell knurrte. Mit aller Kraft zerrte und riss er an den Hebeln. Die Spaccah wurde langsamer, stieg aber wieder ein Stück in die Höhe. Mayzca Fell versuchte den Kurs zu korrigieren. Die Spaccah wurde noch langsamer. Sie kippte am Vorderende etwas ab, blieb aber im Kurs. Fünfzig Meter betrug nun die Distanz zwischen dem Boden und der Spaccah. Noch arbeiteten die Aggregate, stotternd zwar und mit immer größer werdenden Schwierigkeiten, aber sie funktionierten noch.

»Tiefer!«, murmelte der Kroloc.

Die Spaccah senkte sich langsam dem Boden entgegen ...

Und dann setzten die Aggregate aus, alle zugleich, mit einem Schlag.

Die Spaccah jagte in einem flachen Bogen dem Boden entgegen – flach, weil die Geschwindigkeit des abstürzenden Gefährts noch außerordentlich hoch war.

Mayzca Fell blieb ruhig.

Er wusste, dass die Maschinen der Spaccah ihren Dienst wieder aufnehmen würden. Und wirklich, stotternd setzten die Aggregate ein, zu spät aber, um den Sturz der Spaccah noch in eine sanfte Landung umzuwandeln.

Mit donnerndem Krachen schlug das Gefährt auf dem Boden auf. Mayzca Fell wurde aus seinem Sitz geschleudert. In hohem Bogen flog er durch die Luft. Da er erheblich leichter war als die Spaccah, flog er auch erheblich weiter als sein Gefährt. Etwa fünfzig Meter jenseits der Stelle, an der die Spaccah schmetternd zum Stillstand kam, landete der Kroloc auf dem Boden, überschlug sich einige Male und blieb dann regungslos liegen.

Dass er nicht die Besinnung verloren hatte, nahm Mayzca Fell als günstiges Zeichen. Es bewies ihm zum einen seine Unverletzlichkeit, zum anderen war dies ein deutlicher Hinweis darauf, dass der Aufprall auf diese Welt nicht allzu hart ausgefallen war. Der Sabotageakt war also fehlgeschlagen.

Mayzca Fell raffte sich auf und ging zur Aufschlagsstelle zurück.

Entgegen seiner Vermutung sah die Spaccah alles andere als wohlbehalten aus. Im Gegenteil, sie wirkte schwer angeschlagen. Mayzca Fell brummte etwas, dann machte er sich daran, sein Gefährt etwas genauer zu untersuchen. Er musste aufpassen dabei – durch die Metallteile der Spaccah bewegten sich Kriechströme, die jede Berührung zu einer Gefahr machten.

2.

»Haste hurtig, häuslicher Helfer«, befahl Heimdall. »Koche Kräutertee in der Kupferkanne.«

Kröbel verdrehte die Augen.

»Was bin ich?«, zeterte er. »Dienstmädchen, hä? Hausgehilfe, wie? Ich bin Kröbel, der skullmanenteste aller skullmanenten Magier. Ich ...«

»Du wirst tun, was ich dir sage«, schalt Heimdall. Der Odinssohn hob etwas die Stimme.

»Nu, werde ich halt Tee kochen«, zeterte Kröbel weiter. Er entfernte sich eilig. Er war zwar mit Heimdall befreundet, aber noch nie waren sämtliche Aspekte dieser Zweierbeziehung wirklich ausgelotet worden. Der kleine Magier hatte auch ersichtlich keine Lust, herauszufinden, was er sich dem Odinssohn gegenüber erlauben durfte – schließlich konnte er sich einige Dinge vorstellen, die sich der Odinssohn mit ihm erlauben konnte, und diese Dinge waren nicht sehr angenehm.

Heimdall ging in dem Raum unruhig auf und ab.

Sorgen bedrückten den Göttersohn und verdüsterten seinen Sinn. Noch hatte er sich mit dem plötzlichen Auftauchen seines verschollenen Vaters nicht abfinden können. Noch weniger passte ihm, was sich in der letzten Zeit auf Pthor zugetragen hatte.

»He, Kröbel!«

Der Magier erschien wieder. Von seinen Händen stieg Dampf auf. Das Wasser für den Tee war also schon heiß.

»Was hältst du von dem Neuen König von Atlantis, Magier?«

Kröbel breitete die Arme aus.

»Ich weiß es nicht, Göttersohn. Dein Vater hat ihn eingesetzt zum König, und brave Söhne gehorchen ihrem Vater.«

»Sehe ich brav aus?«

Heimdall grinste breit, als Kröbel eifrig nickte.

Der Odinssohn maß fast zwei Meter und war breitschultrig und muskulös genug, dass man zwei wohlgestaltete Recken aus ihm hätte schnitzen können. Sich den verschlossenen, düsteren Heimdall als folgsamen Sohn vorzustellen – dazu gehörte eine ausschweifende Phantasie.

Kröbel verschwand für kurze Zeit, dann kehrte er zurück, schwer an einem großen Tablett tragend. Heimdall entdeckte auf dem Tablett nicht nur den gewünschten Tee. Er entdeckte vor allem eine Portion Schweinebraten und – besser noch – einen Humpen köstlichen Biers.

»Wohlgetan, mein Freund«, sagte der Göttersohn.