Atlan 158: Der Sklavenmarkt - Peter Terrid - ebook

Atlan 158: Der Sklavenmarkt ebook

Peter Terrid

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Opis

Der Barbar auf der Welt der Sklaven - er sucht die Goldene Göttin und findet die Hölle Im Großen Imperium der Arkoniden schreibt man eine Zeit, die auf Terra dem 9. Jahrtausend v. Chr. entspricht. Arkon steht in voller Blüte. Imperator des Reiches ist Orbanaschol III., ein brutaler und listiger Mann, der seinen Bruder Gonozal VII. töten ließ, um selbst die Herrschaft übernehmen zu können. Auch wenn Orbanaschol seine Herrschaft gefestigt hat - einen Gegner hat der Imperator von Arkon besonders zu fürchten: Atlan, den rechtmäßigen Thronerben und Kristallprinzen des Reiches, der nach der Aktivierung seines Extrahirns den Kampf gegen die Macht Orbanaschols aufgenommen hat und den Sturz des Usurpators anstrebt. Im Zuge dieser gegen Orbanaschol und seine Schergen gerichteten Unternehmungen haben Atlan, Fartuloon, der Leibarzt des ermordeten Imperators, und Ra, der mysteriöse Barbar von einem unbekannten Planeten, gerade die Schrecken des Dreißig-Planeten-Walls hinter sich gebracht und wieder unversehrt Atlans Beuteschiff, die KARRETON, erreicht. Jetzt soll die Suche nach dem legendären "Stein der Weisen", dem Kleinod kosmischer Macht, hinter dem auch Orbanaschols Leute her sind, weitergehen. Die Silberkugel, die der Kristallprinz von Dovreen erhalten hat, soll den nächsten Anhaltspunkt für die Suche geben - doch sie tut noch mehr! Der Anblick der Kugel löst Ras Zunge, und der Barbar berichtet erneut aus seinem Leben. Diesmal ist es die Geschichte vom SKLAVENMARKT ...

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Nr. 158

– ATLAN exklusiv Band 28 –

Der Sklavenmarkt

Der Barbar auf der Welt der Sklaven – er sucht die Goldene Göttin und findet die Hölle

von Peter Terrid

Im Großen Imperium der Arkoniden schreibt man eine Zeit, die auf Terra dem 9. Jahrtausend v. Chr. entspricht. Arkon steht in voller Blüte. Imperator des Reiches ist Orbanaschol III., ein brutaler und listiger Mann, der seinen Bruder Gonozal VII. töten ließ, um selbst die Herrschaft übernehmen zu können.

Auch wenn Orbanaschol seine Herrschaft gefestigt hat – einen Gegner hat der Imperator von Arkon besonders zu fürchten: Atlan, den rechtmäßigen Thronerben und Kristallprinzen des Reiches, der nach der Aktivierung seines Extrahirns den Kampf gegen die Macht Orbanaschols aufgenommen hat und den Sturz des Usurpators anstrebt.

Im Zuge dieser gegen Orbanaschol und seine Schergen gerichteten Unternehmungen haben Atlan, Fartuloon, der Leibarzt des ermordeten Imperators, und Ra, der mysteriöse Barbar von einem unbekannten Planeten, gerade die Schrecken des Dreißig-Planeten-Walls hinter sich gebracht und wieder unversehrt Atlans Beuteschiff, die KARRETON, erreicht.

Jetzt soll die Suche nach dem legendären »Stein der Weisen«, dem Kleinod kosmischer Macht, hinter dem auch Orbanaschols Leute her sind, weitergehen.

Die Silberkugel, die der Kristallprinz von Dovreen erhalten hat, soll den nächsten Anhaltspunkt für die Suche geben – doch sie tut noch mehr!

Die Hauptpersonen des Romans

Atlan – Der Kristallprinz setzt die Suche nach dem Stein der Weisen fort.

Ra – Der Barbar berichtet von der Sklavenwelt.

Neeol Darmigon – Ein Betrüger wird betrogen.

Shrill Oprann – Sklavenhändler von Mervgon.

Schlingo – Ein intelligentes Insekt.

Merlia und Therla – Zwei ungleiche Schwestern.

Vorry

1.

Es gab eine Menge von Arkoniden, und ich kannte etliche Männer dieses Schlages, die in Panik verfielen, wenn man sie eines ganz bestimmten Gegenstands beraubte. Ohne den Stiefel des Vaters, den er anlässlich des ersten pädagogischen Fußtritts gebraucht hatte, ohne den Würfel, dem man einen hohen Gewinn beim Spiel verdankte – ohne Talismane und Glücksbringer konnten manche Arkoniden einfach nicht leben. Ich hatte oft genug die Lippen verzogen, wenn ein solcher Talisman verschwunden war und sein Besitzer ganze Planetensysteme auf den Kopf stellte, um irgendeinen verrückten Glücksbringer wiederzufinden. Rein logisch betrachtet, war dieser Aberglaube glatter Unfug.

Unwillkürlich musste ich grinsen, als die metallene Hülle der KARRETON vor uns auftauchte. Hinter uns lag ein System mit dreißig ausgewachsenen Planeten – und doch strahlte die vergleichsweise winzige KARRETON mehr Sicherheit aus als die Planeten.

Lächerlicher Aberglaube!, stellte mein Logiksektor fest.

Er mochte recht haben, aber das kümmerte mich nicht. Ich war froh, dem Dreißig-Planeten-Wall und seinen Bewohnern entkommen zu sein. Immerhin hatten uns die Abenteuer mit den Doppelgesichtigen ein paar Schritte weitergebracht.

Ich war im Besitz der Silberkugel, die einige wichtige Informationen verhieß; dazu schien ich einen weiteren Freund und Gefährten gefunden zu haben – den Magnetier Vorry.

Einstweilen verhielt sich der Eisenfresser ruhig, als wir die KARRETON erreichten. Folgsam begleitete uns der Magnetier in die Zentrale des Schiffes.

Morvoner Sprangk machte einen sichtlicher erleichterten Eindruck, als er uns in der Zentrale des Schiffes auftauchen sah.

»Endlich!«, seufzte er. »Ich war nahe daran, die Geduld zu verlieren. Ich wollte euch schon ein Rettungskommando nachschicken!«

Während er rasch eine Reihe von Befehlen gab und die Vorbereitungen für die Rettungsexpedition rückgängig machen ließ, dachte ich an den Dreißig-Planeten-Wall zurück. Es war mehr als fraglich, ob uns die Männer der KARRETON wirklich hätten helfen können.

»Und wer ist dieses schwarze Fass an deiner Seite?«, wollte Sprangk wissen und musterte eindringlich den Magnetier, der mitten in der Zentrale stand und leise brummte.

»Ein Freund!«, erwiderte ich kurz. »Ein Freund, der allerdings noch etwas Ausbildung braucht. Ich bin dafür, Vorry unter eine Hypnohaube zu stecken und ihn Arkonidisch und einige andere Dinge zu lehren!«

Der Magnetier hatte unbeweglich in der Zentrale gestanden. Wären die kleinen gelben Augen nicht gewesen, hätte man ihn für eine besonders merkwürdig geformte Maschine halten können. Dass sich jedoch Leben in dem ungeschlachten Körper befand, bewies Vorry nach meinen Worten – er hatte kaum das Wort »Hypnohaube« vernommen, da begann er sich zu bewegen. Vorry stieß ein markerschütterndes Brüllen aus und stürzte sich kopfüber in den zentralen Antigravschacht. Noch bevor irgend jemand reagieren konnte, war der Magnetier verschwunden. Aus dem Schacht erklang ein wütender Schrei – offenbar war ein Besatzungsmitglied mit Vorry zusammengestoßen.

»Fangt die Bestie ein!«, schrie Morvoner Sprangk erschüttert. »Fangt den Schwarzen, bevor er mir das Schiff zertrümmert. Notfalls ist von der Waffe Gebrauch zu machen!«

»Keine tödlichen Waffen!«, warf ich hastig ein. »Nur Paralysatoren!«

»Damit kriegen wir den Burschen nie!«, prophezeite Sprangk düster. »Dieser Schrottmensch wird darauf ebenso wenig reagieren wie mein Sessel!«

Ich konnte nur hoffen, dass mein Befehl nicht nur verstanden, sondern auch befolgt wurde. Zwar hatte mir der Magnetier mit Zeichen klar zu verstehen gegeben, dass er mich mochte und mir helfen wollte – diese Einstellung konnte jedoch jederzeit eine Änderung erfahren. Der Magnetier würde über Blasterschüsse sicherlich nicht begeistert sein.

»Hilfe!«, schrillte eine Stimme über Interkom. »Ein Ungeheuer ist in der Dusche!«

Ich überflog hastig eine Reihe von kleinen Bildschirmen, dann hatte ich den Monitor gefunden, auf dem sich das hochrote Gesicht einer jungen Arkonidin abzeichnete.

»Ein großes schwarzes Tier ist in die Duschen eingedrungen!«, stellte die junge Frau entrüstet fest. »Ich erwarte, dass der Besitzer des Tieres für diesen Unfug streng bestraft wird!«

Die junge Frau warf energisch den Kopf zurück. Unter normalen Umständen hätte diese herrische Geste sicherlich den gewünschten Erfolg gezeitigt. In diesem Fall legten sich lange, von Seifenschaum glänzende Haare vor das Gesicht der Sprecherin und blieben dort liegen. Mit beiden Händen versuchte die junge Frau, die Sichtbehinderung zu beseitigen, aber die seifigen Haare glitten ihr immer wieder durch die ebenfalls seifenbedeckten Finger. Im Hintergrund des Bildes erschien für einen kurzen Augenblick eine stämmige schwarze Gestalt, die rasch wieder verschwand. Schnell schaltete ich die Interkomverbindung auf eine andere Sektion um – das Bild der schimpfenden Frau verschwand.

Ich stieß ein unwilliges Brummen aus, als ich entdeckte, dass der Magnetier mich genarrt hatte – ich hatte ihn in der Nähe der Unterkünfte vermutet, allerdings auf der falschen Seite.

Die nächste Meldung, die mich erreichte, stammte von einem Leutnant, der in der Polkuppel Dienst tat – kläglich grinsend wies er auf ein blaugeschlagenes Auge, deutliches Zeichen eines innigen Kontakts mit unserem eigenwilligen neuen Freund Vorry.

»Er hat sich in den Zentralschacht fallen lassen!«, meldete der junge Mann.

Ich fuhr blitzschnell herum – und sah einen zappelnden Magnetier in der Öffnung des Antigravs, aber bevor ich zu handeln vermochte, war Vorry wieder verschwunden. Langsam keimte in mir der Verdacht auf, dass sich Vorry einen Heidenspaß daraus machte, uns alle an der Nase herumzuführen. Nach Belieben kreuzte er in der nächsten halben Stunde durch die KARRETON.

Vorry tauchte im Beiboothangar auf, demolierte einen Gleiter aus massivem Arkonstahl und setzte einen fünfköpfigen Trupp außer Gefecht. Im Maschinenraum brachte er es fertig, sämtliche Reaktorenergie auf die Klimaanlage zu schalten – während die Temperaturen innerhalb weniger Minuten zwischen Eiseskälte und glühender Hitze wechselten, hingen wir hilflos in der Luft, da Vorry die Aggregate für die künstliche Schwerkraft abgeschaltet hatte. Wenig später brachte er es fertig, für den Schlafraum des Leitenden Ingenieurs Feueralarm auszulösen – mit dem Erfolg, dass der Ingenieur brutal geweckt wurde – durch eine kubikmetergroße Ladung Löschschaum, die innerhalb von Sekundenbruchteilen über sein Bett hereinbrach. Das Gesicht des Betroffenen zeigte den gleichen Ausdruck wie die Gesichter von Besatzungsmitgliedern, die mit Vorry zusammengestoßen waren – der Magnetier hatte die Schüsse aus den Paralysatoren mühelos verdaut und die Männer außer Gefecht gesetzt. Er hatte geradezu sanft zugeschlagen – die Männer hatten am zerstörten Mobiliar ermessen können, über welche Körperkräfte Vorry notfalls verfügte. So bekam die Jagd fast sportliche Aspekte. Die Männer brannten darauf, die Schlappe wieder wettmachen zu können.

Was den Magnetier bewogen haben mochte, wie ein Wirbelsturm durch die KARRETON zu toben, wusste ich nicht – Furcht vor der Hypnohaube durfte es eigentlich nicht sein; in diesem Falle hätte sich Vorry sicherlich energischer seiner Haut gewehrt.

Offenkundig genoss er die allgemeine Hatz auf ihn; bei seinen Aktionen legte er einen bizarren Humor an den Tag. Jedenfalls gelang es ihm, in die Medosektion einzudringen und ein paar hundert Liter Desinfektionsmittel in die allgemeine Belüftung einzuführen. Das teuflische Zeug breitete sich in wenigen Sekunden im ganzen Schiff aus und nötigte uns endlose Husten- und Niessalven ab. Während er sich in einem Hustenanfall auf seinem Sessel krümmte, schüttelte Morvoner Sprangk immer wieder den Kopf, als könne er die beispiellose Frechheit und Leichtigkeit nicht verstehen, mit der der Magnetier die KARRETON in ein Tollhaus verwandelte. Als die Filter endlich das Desinfektionsmittel abgesaugt und durch reine Frischluft ersetzt hatten, machten wir eine neue Entdeckung – Vorry hatte es erneut geschafft, den Maschinenräumen einen Besuch abzustatten. Die Folge war, dass nun sämtliche Decken und Wände der KARRETON unter Strom standen. Dem Magnetier konnten die Kriechströme wenig anhaben, aber unsere Leute stimmten eine Schimpfkanonade an, sobald sie mit der Hand eine Wand berührten oder nach einem Schalter griffen. Zwar waren die elektrischen Schläge nicht gefährlich – aber sie störten gewaltig. Zu allem Überfluss wurde auch noch die Atmosphäre elektrisch aufgeladen, mit dem Ergebnis, dass uns allen – buchstäblich – die Haare zu Berge standen.

»Fangt diesen wildgewordenen Spaßvogel ein!«, tobte Sprangk.

Es wird langsam Zeit, dass der Spaß ein Ende findet!, kommentierte mein Logiksektor. Du kannst dich nicht tagelang in diesem System untätig herumtreiben!

Endlich schien der Magnetier sich ausgetobt zu haben; als sei nicht das geringste geschehen, tauchte er in der Zentrale auf und verzog seine Atemöffnung; es sah aus, als mache er sich über uns lustig. Ra sah den Magnetier als erster, stieß ein Knurren aus und griff an. Dies hatte zur Folge, dass er mit lautem Brüllen im Zentralschacht verschwand – so schnell hatte Vorry reagiert, dass wir nicht einmal gesehen hatten, mit welcher Bewegung er Ra ausgeschaltet hatte. Langsam ging ich auf Vorry zu und grinste ihn an.

»Du hast deinen Spaß gehabt, mein Freund«, sagte ich fest. »Und jetzt wirst du brav und folgsam sein – wir werden dich mit einer Maschine verbinden, und wenn du aus der Maschine herauskommst, wirst du der schlaueste und gebildetste Magnetier der Galaxis sein!«

Der Gestik nach zu schließen, mit der Vorry auf meine Worte reagierte, war der Magnetier ein ausgesprochener Bildungsmuffel. Ich bekümmerte mich nicht weiter um die Bewegungen seiner Hände mit den acht Fingern; ich fasste ihn an der Schulter und schob ihn nachdrücklich vorwärts. Vorry protestierte mit einer Folge unwilliger Geräusche, aber er wehrte sich nicht.

Dass er beim ersten Versuch, ihn an die Hypnohaube anzuschließen, einige daumendicke Kabel aus verflochtenem Arkonstahl wie Fäden zerriss, nahm nach den vorhergegangenen Ereignissen nicht Wunder. Ich hatte vorsorglich Anweisung gegeben, eine zweite Haube vorzubereiten. Wie richtig diese Maßnahme war, stellte sich heraus, als Vorry es sich in dem Sessel bequem machen wollte – irgendwie verfing er sich in einigen der Pedale, mit denen der Stuhl nach Belieben verändert werden konnte. Innerhalb einer Sekunde sauste der Stuhl in die Höhe, und wir hatten einige Mühe, einen stark verärgerten Vorry dazu zu bewegen, wieder auf den Boden herabzusteigen.

Es dauerte fast eine Stunde, dann endlich war der Magnetier an die Haube angeschlossen. Neben dem Sessel lagen zwei demolierte Hochdruckspritzen auf dem Boden – als der Arzt versucht hatte, Vorry mit der Injektionspistole zu betäuben, um ihn ruhigzustellen, hatte der Magnetier einfach seine Muskulatur angespannt. Als der Arzt die Injektion auslöste, war der Druck zurückgeschlagen und hatte die Injektionspistole zerstört. Erst beim dritten Anlauf waren wir erfolgreich gewesen – ich hatte Vorry abgelenkt, und der Arzt hatte eine winzige Unaufmerksamkeit ausgenutzt und das Mittel eingespritzt.

Jetzt lag der Magnetier endlich unter der Haube; wir hatten sie umbauen müssen auf die spezielle Anatomie der Magnetiers. Leise zogen wir uns zurück und ließen die Hypnohaube arbeiten. Eine Störung wäre Mord gewesen – einen Hypno-Schulungsvorgang zu unterbrechen, war auf Arkon von alters her ein todeswürdiges Verbrechen. In allen bekannten Fällen hatte der Abbruch der Schulung mit der völligen geistigen Umnachtung des Schülers, häufig auch mit dessen Tod geendet.

*

»Ein jedes Ding hat zwei Seiten!«, stellte Morvoner Sprangk fest.

»Besonders Dovreen!«, meinte Fartuloon grinsend.

Ich wog das Geschenk des Doppelgesichtigen in der Hand, den ovalen Behälter mit der Silberkugel im Innern. Um den grauen Stahl des Behälters schimmerte noch immer die gleißende Lichtaura; noch wagte ich nicht, die Silberkugel freizulegen – unsere Abenteuer im Dreißig-Planeten-Wall hatten mir deutlich gezeigt, was für ein gefährliches Geschenk diese Silberkugel war.

Nur zu gut erinnerte ich mich der Warnung, die Dovreen ausgesprochen hatte, als er mir den Behälter übergeben hatte. Nach den letzten Ereignissen verspürte ich große Lust, eine längere Ruhepause einzulegen, in der meine Begleiter und ich Zeit gefunden hätten, uns körperlich und auch seelisch auf die nächsten Strapazen vorzubereiten.

Ruhe nur!, sagte der Extrasinn spöttisch. Orbanaschol wird es dir auf seine Weise danken!

Ich fühlte, jetzt war der Zeitpunkt gekommen, Dovreens Gabe einmal unter die Lupe zu nehmen; auch meine Gefährten starrten mit unverhohlener Neugierde auf den Körper in meiner Hand. Ich sah, wie Sprangk mit den Zähnen seine Unterlippe bearbeitete – er schien sich in seiner Haut nicht ganz wohl zu fühlen.

»Los!«, sagte er schließlich mit unsicherer Stimme. »Mach das Ding auf, Atlan – ob es jetzt oder in einer Stunde brenzlig wird, ist letztlich gleichgültig!«

Ich nickte kurz, dann öffnete ich langsam den Behälter.

Im Innern lag die silberne Kugel.

Unwillkürlich erwartete ich, dass sie sich aufblähen und uns verschlingen würde, aber nichts dergleichen geschah. Einstweilen lag vor uns ein kugelförmiger Körper aus einem silbrigen Metall – mehr nicht. Sprangk beugte sich über den geöffneten Behälter und starrte interessiert auf die Kugel.

»Das ist alles?«, fragte er mit hörbarer Enttäuschung. »Die ganzen Aufregungen nur für einen Klumpen Silber, der nicht einmal groß genug ist, um daraus einen vernünftigen Trinkbecher herzustellen?«

Er schüttelte enttäuscht den Kopf und wollte sich abwenden; abrupt stoppte er die Bewegung.

Fast zeitlupenhaft langsam begann die Silberkugel aufzuleuchten, gleichzeitig lösten sich ihre Konturen auf, wurde der Körper transparent. Es dauerte einige Minuten, bis der Prozess abgeschlossen war, dann lag in dem Behälter eine strahlende, durchsichtige Kugel. Neugierig beugte ich mich über den Körper, um Einzelheiten erkennen zu können. Neben mir schob sich Ras Kopf über den Behälter, auch Fartuloon und Morvoner Sprangk rückten näher.

»Sieht aus wie ein Ausschnitt aus einer dreidimensionalen Karte!«, stellte Sprangk nach kurzem Nachdenken fest. »Ein Bruchstück aus einem Kartentank!«

Er hatte richtig gesehen; bei näherer Betrachtung war klar etwas in dem leuchtenden Körper zu erkennen – die stark verkleinerte Ansicht eines Sonnensystems. Zu beobachten war eine blaue Riesensonne, die von sechs Planeten umkreist wurde – nähere Angaben über den galaktischen Standort des Systems waren nicht zu finden, aber vielleicht halfen uns bereits diese Angaben ein Stück weiter.

Ich beugte mich noch tiefer über das Abbild des fremden Sonnensystems; eine der Welten fiel besonders auf – ein Planet, dessen vorherrschender Farbton grün war.

»Ra!«, rief Morvoner Sprangk plötzlich aus.

Rasch wandte ich den Kopf zur Seite und sah in das Gesicht meines geheimnisvollen Gefährten; Ras Augen blickten förmlich durch mich hindurch.

2.

»Ein Glück, dass es noch keine perfekten Androiden gibt!«, murmelte Darmigon zufrieden; sein Blick streifte den Barbaren, der unbeweglich wie eine marmorne Säule in der Zentrale der CROOBON stand.

Die CROOBON steuerte Mervgon an; fast blind hatte Darmigon die Daten dieses Planeten in die Eingabesektion der Positronik getippt – er kannte den Planeten sehr gut von vielen Besuchen her.

Während sich das Schiff des Schatzsuchers langsam auf den Planeten herabsenkte, betrachtete Darmigon das Bild des Planeten auf dem großen Panoramaschirm.

Mervgon war eine feucht-heiße Welt, hauptsächlich bedeckt von dichten Dschungeln, endlosen Sümpfen und unergründlichen Moorgebieten. Dort, wo das Wasser klar zutage trat, waren unzählige Inseln zu sehen – die größte wurde Kermot genannt. Dort wollte Darmigon landen.

»Werden wir dort unten Ischtar finden?«, erkundigte sich der Barbar.

»Gewiss!«, behauptete Darmigon dreist.

»Einen guten Händler muss ich finden!«, überlegte der Schatzsucher für sich.

Darmigon wusste sehr genau, welchen Wert Ra für ihn verkörperte. Der Barbar war jung, geschmeidig wie eine Raubkatze und stark wie ein Gleitermotor; dazu war er offenkundig intelligent. Keiner seiner Rasse würde Protest erheben, wenn er vermarktet wurde. Rechtlich war Ra nicht vorhanden, bestenfalls als Sachwert. Mit einem solchen Sklaven konnte man in höchsten Kreisen offiziell auftreten – in diesem Falle hätte Ra den Status eines begabten Haustiers erhalten.

Aber solche Sklaven waren rar; entweder waren die Sklaven zu blöde oder nicht genug arkonidenähnlich. Ra würde auf dem Markt eine Summe erzielen von der Darmigon nur träumen konnte.

Hätten ihn die Kontrollen des Schiffes nicht voll in Anspruch genommen, hätte Darmigon sich zufrieden die Hände gerieben. Ein triumphierendes Grinsen zeigte sich auf seinem Gesicht, während sich die CROOBON langsam auf den ausgedehnten Raumhafen von Bohrt