Wolf Moon: Der Kuss des Werwolfs - Isabell Alberti - ebook

Wolf Moon: Der Kuss des Werwolfs ebook

Isabell Alberti

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Opis

Immer wieder hat Nola erotische Träume von einem Mann und wacht danach mit Kratzern am ganzen Körper auf. Der Werwolf Maksym Derenski erfährt von Nolas Träumen und hat den Verdacht, dass sein Feind Rhodry Monroe, Anführer der schottischen Werwölfe, hinter den Träumen steckt. Maksym heftet sich an Nolas Fersen, um über sie Rhodry ausfindig zu machen. Die immer drängender werdenden Träume ziehen Nola nach Schottland, nach Shavick Castle, dem Stammsitz der Monroes. Dort angekommen, wird sie von Rhodry in die Vergangenheit, in das Jahr 1818, gezogen, da sie seine Seelenpartnerin ist und er nur durch sie befreit werden kann. Rhodry und Nola schweben in großer Gefahr, denn Maksym und seine Häscher wollen Rhodry und seinen Clan sowohl in der Gegenwart als auch in der Vergangenheit vernichten ...

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Isabell Alberti

WOLF MOON: Der Kuss des Werwolfs

© 2011 Plaisir d’Amour Verlag, LautertalPlaisir d’Amour VerlagPostfach 11 68D-64684 [email protected]© Coverfotos: Shutterstock (Laurin Rinder, Vlade Shestakov, Cynoclub)Cover-Layout: Andrea GunscheraISBN eBook ePub: 978-3-86495-006-3

Sämtliche Personen in diesem Roman sind frei erfunden

Prolog

Es war eine Nacht gewesen, in der man keinen Hund vor die Tür jagte, wie die Menschen sagten. Wind hatte an den Fensterläden gerüttelt, Schneeregen hatte sich auf die Erde ergossen. Dennoch hatte sich eine Gruppe Männer ausgerechnet diese Nacht ausgesucht, um gegen Shavick Castle zu ziehen. Das Licht ihrer Fackeln war von weitem zu sehen. Dalton, Rhodrys durch Bluteid an ihn gebundener Butler, hatte zwischen seinem Herrn und Eugene am Fenster gestanden, auf die Fackeln gestarrt und gezittert.

»Dalton, Shavick Castle ist in seiner über sechshundertjährigen Geschichte nie erobert worden. Den Versuch haben viele gemacht, alle sind gescheitert«, sagte Rhodry. Er schenkte seinem Butler kein Lächeln, aber seine Stimme klang freundlich. Soweit ein Werwolf Freundschaft für einen Menschen aus seiner Dienstfamilie empfinden konnte, empfand Rhodry sie für Dalton, und dass der alte Mann einem Nervenzusammenbruch nahe war, konnte jeder sehen.

»Wenn es Soldaten wären, würde ich mir keine Sorgen machen, Mylord«, bekannte Dalton mit zittriger Stimme, »das sind Jäger. So nah sind sie Euch noch nie gekommen, Sir, nicht in all der Zeit, die ich Euch diene, und auch nicht in Zeiten davor, soweit ich weiß. Es ist nun einmal so, dass ich besorgt bin und …« Besorgt schien angesichts des händeringenden Dalton weit untertrieben.

»Was von denen da draußen zu halten ist, sieht man schon daran, dass sie ausgerechnet in einer solchen Nacht kommen. Du brauchst keine Furcht haben, Dalton, eher sollten wir uns Sorgen um sie machen. Wir sollten sie hereinbitten, ihnen einen Platz am Feuer und Suppe anbieten, sonst holen sie sich den Tod, und am Ende heißt es wieder, auf Shavick Castle gehe Unheimliches um.«

Eugene lachte pflichtschuldig. Werwolfjäger, die derart offen vorgingen, waren nicht erfolgreich, wahrscheinlich würden sie nicht lange genug leben, um es zu merken. Aber gerade ihre tölpelhafte Art stimmte ihn nachdenklich. »Wir sollten vorsichtig sein.«

»Oh, ja, ja, Mylords. Auf keinen Fall hereinbitten.« Daltons Zittern wurde heftiger.

»Alle Fenster und Türen sind fest verriegelt. Und mit Rücksicht auf deinen Gemütszustand werde ich mich heute Nacht aller Gastfreundschaft enthalten. Zufrieden?«

»Amelia ist da draußen.«

Die Worte purzelten von Daltons Lippen, als hätten sie sich nur aus Versehen dorthin verirrt. Die Wirkung war dafür umso verheerender. Alles Amüsement wich aus Rhodrys Miene, er wurde womöglich noch bleicher als gewöhnlich, als er seinen Butler bei den Schultern packte. Sein Griff war so fest, dass Dalton aufstöhnte und sich nicht länger auf den Füßen halten konnte. Rhodry merkte, dass seine Kräfte zu viel waren für den alten Mann, und lockerte seine Umklammerung.

»Warum sagst du das erst jetzt?«

»Ich … ich habe es die ganze Zeit versucht. Sie … sie ist ins Dorf gegangen, um der kranken Mrs. Inly frisches Brot, eingelegtes Gemüse und einen Topf Hühnerbrühe zu bringen.«

»Bei diesem Wetter wird sie dort bleiben«, mischte sich Eugene ein.

Dalton zog aus seiner Fracktasche ein blütenweißes Taschentuch und betupfte sich die Stirn. »Sie hat gesagt, sie kommt auf jeden Fall zurück, damit ich nicht mit der Arbeit allein bin. Sie ist ein gutes Mädchen. Wenn sie etwas sagt, macht sie es auch.«

Er und Eugene sahen sich an und dachten beide das Gleiche: Was, wenn Amelia in die Hände der Jäger gefallen war? Sie würden erst alles aus ihr herauspressen, was sie über Shavick Castle wusste, und sie anschließend töten. Das durfte nicht geschehen, nicht um ihrer selbst willen, nicht um Daltons willen.

»Wir werden sie retten! Sofort!«

Rhodry wartete das Ende seiner Worte nicht ab. Mit einem einzigen Satz stand er in der großen Halle. Eugene folgte ihm. Sie machten sich nicht die Mühe, Umhänge und Handschuhe überzuziehen oder die Tür zu öffnen. Die Erregung der bevorstehenden Jagd, die Sorge um Amelia löste die Verwandlung aus. Zwei Wölfe setzten knurrend durch ein Fenster neben der Tür. Glas klirrte. Dalton schloss den Fensterladen und fegte die Scherben hinter ihnen zusammen.

Auf dem Pfad vom Dorf herauf schwankten Lichter heran: berittene Männer. Die Werwölfe rochen sie deutlich, Schweiß, Leder, der schwere Geruch der Pferde und die Angst der Männer. Sie verständigen sich mit einem Blick, umrundeten die Gruppe der Jäger lautlos, der eine rechts, der andere links. Drei weitere Mitglieder des Clans, ebenfalls in Wolfsgestalt, schlossen sich ihnen an. Amelias zierliche Gestalt entdeckten sie nicht unter den Menschen.

»Da stimmt was nicht«, wisperte Eugene knurrend. »Ich rieche …«

Er hatte noch nicht zu Ende gesprochen, da waren sie über ihnen: fremde Werwölfe, mehr als drei Dutzend. Sie erkannten das Krakauer Rudel. Eine Falle. Eugene stieß ein Heulen aus, brüllte seine Wut und seinen Ärger hinaus. Ihm antwortete ein langgezogenes Knurren. Rhodry stürzte sich stumm in den Kampf. Eugene folgte. Das Schicksal der Jäger kümmerte ihn nicht weiter, es galt die nackte Existenz verteidigen.

Die Krakauer waren deutlich in der Überzahl und immer noch fluteten mehr den Weg hinauf.

»Bringt euch in Sicherheit!«, schrie Rhodry auf Gälisch in der Hoffnung, dass ihn die Feinde nicht verstanden.

Eugene fand sich in einer Umklammerung mit einem der Krakauer Werwölfe, ein großes Männchen mit zottigem Haar, die Zähne nur zentimeterweit von seiner Nase entfernt. Beide bemühten sich, dem anderen an die Kehle zu gehen. Eugene hatte die Zähne gebleckt und sich in die Schulter des Feindes verbissen, als er Rhodrys Ruf vernahm. Drei weitere Gegner tauchten vor ihm auf.

Er versuchte, die anderen Wölfe des Schottlandclans auszumachen und gleichzeitig seinen Gegner von sich abzuschütteln. Als er sich einen Moment Luft verschafft hatte, setzte er sich mit weiten Sprüngen ab. Aus den Augenwinkeln sah er die Wölfe des Schottlandclans das Gleiche tun, Rhodry entdeckte er nicht. Er wurde verfolgt, aber die Krakauer waren ihm in diesem Punkt unterlegen, sie kannten die Gegend nicht, und er schüttelte sie ab. Dann hörte er ihren verhassten Anführer etwas heulen.

Seine Verfolger ließen von ihm ab. Im Schutz eines Hügels kauerte er sich nieder. Er war nicht außer Atem, die Aufregung ließ ihn keuchen. Vorsichtig schob er sich nach oben und schaute über die Kuppe. Die Krakauer wimmelten alle auf einem Fleck wie eine Horde Ameisen. Einige hatten wieder ihre menschliche Gestalt angenommen, oder sie hatten sich nie verwandelt. In dem ganzen Durcheinander war es schwer, einzelne Wölfe auszumachen. Eugene schaute sich vorsichtig um und witterte. Niemand war in seiner Nähe, der Regen fiel unvermindert heftig.

Die Krakauer hoben etwas hoch. Voller Schrecken erkannte Eugene seinen Freund. Sein erster Impuls war aufzuspringen und sich auf den Feind zu stürzen, um den geliebten Menschen zu befreien. Er zitterte und nur mit großer Willensanstrengung gelang es ihm, weiter im Gras zu kauern. Rhodry hatte ihn nicht zu seinem Stellvertreter gemacht, damit er sich wie ein kopfloser Jungwolf benahm.

Der knurrte und schnappte nach seinen Peinigern. Zu viert hielten sie ihn. Ein Fünfter warf ihm eine Schlinge über den Kopf, eine zweite über die Schnauze. Er zog beide zu. Rhodrys Bewegungen erlahmten. Sie hatten ihn überwältigt, die Bastarde. Ein langgezogenes Heulen der Qual konnte Eugene mit Mühe zurückhalten. Rhodry kämpfte noch, obwohl er nicht mehr tun konnte, als mit den Ohren zu zucken und mit dem Schwanz zu schlagen.

Jemand schlug mit einer Peitsche auf ihn ein. Die Schnur leuchtete kurz silbern auf, gleich darauf entfuhr dem Gefangenen ein gequältes Knurren. Eugene roch verbranntes Fleisch und Fell bis zu seinem Versteck. Die Bastarde mussten Silbernägel in die Peitschenschnur eingearbeitet haben. Silber war das Einzige, was einem Werwolf zusetzte, ihn tötete. Bereits die leichteste Berührung verbrannte ihn.

Was hatten sie vor? Wenn sie Rhodry töten wollten, warum holten sie nicht die Jäger, damit die den Rest erledigten? Die Fackeln auf dem Weg waren zum Stillstand gekommen, entfernten sich sogar von Shavick Castle. Was zur Hölle hatte das zu bedeuten?

Eugene schob sich über die Kuppe, kroch wie eine Schlange den Hügel hinunter und duckte sich schließlich hinter einem Stein. Er musste sehen, was sie taten.

Die Krakauer trugen Rhodry zur Ruine eines Brochs, einer vorzeitlichen Festungsanlage. Eugene schlich hinterher, er kam ihnen dabei näher. Sie mussten ihn riechen, aber sie kümmerten sich nicht um ihn. An den verkrümmten Körpern dreier Werwölfe des Schottlandclans kam er vorbei. Im Tode hatten sie sich in Menschen zurück verwandelt. Er gönnte ihnen keinen Blick.

Einer Spinne gleich kletterte er außen an der Mauer des Brochs hoch und spähte über die Kante. Das Innere war mit drei Fackeln ausgeleuchtet, in der Mitte stand eine steinerne Kiste, die Abdeckplatte an die Wand des Brochs gelehnt. Das Ganze sah aus wie eine vorbereitete Bühne.

Vier Krakauer Werwölfe trugen Rhodry herein. Er bewegte sich nicht, der Schwanz hing schlaff herunter, das Fell war glanzlos. An der Hüfte, wo ihn die Peitsche verbrannt hatte, war deutlich rohes Fleisch zu erkennen. Dahinter ging der Anführer des Krakauer Rudels im Anzug, und er trug tatsächlich weiße Handschuhe. Der Scheißkerl hatte während des Kampfes nicht einen Finger gerührt. Ihm folgten die anderen Krakauer und verteilten sich im Broch. Eugene presste sich flach auf die Mauerkrone. Er sollte von hier verschwinden, er wusste es. Nur einer der Krakauer musste einen Blick nach oben werfen, und sie hätten ihn entdeckt. Eine unbekannte Macht hielt ihn an seinem Platz und sie hielt die anderen genauso davon ab, nach oben zu schauen.

Sie hatten Rhodry in die Kiste gelegt, und Maksym Derenski stand davor. Dann tat er etwas, von dem Eugene nicht verstand, was es war, aber es hatte zur Folge, dass Rhodrys Leib starr wurde, als wäre sein Geist aus dem Körper entwichen und nur eine leere Hülle zurückgeblieben. Eugene fühlte die Präsenz seines Freundes nicht mehr. Der Krakauer stellte sich vor die Kiste und zog sich umständlich die Handschuhe aus, indem er an einem Finger nach dem anderen zog. Er gab sie einem neben ihm stehenden Werwolf. Danach streckte er die Hände über der Kiste aus und streute ein Pulver hinein. Die Spannung im Broch war mit Händen zu greifen.

Derenski begann in einer fremden Sprache und einem merkwürdigen Singsang zu reden. In der Kiste breitete sich ein Leuchten aus, begann an einer Ecke und umfloss Rhodrys Leib, ließ ihn durchsichtig erscheinen. Die Hände des Krakauers fielen herunter, und er wandte sich ab. Seine Schergen schoben den schweren Deckel auf die Kiste. Eugene erhaschte einen Blick auf ein vor Erschöpfung graues Gesicht.

Derenski sagte ein paar Worte. Danach taten sie etwas, das in Eugene eine Wut aufwallen ließ, dass er sich beinahe fauchend in die Menge gestürzt hätte. Sie malten ein rotes Kreuz auf die Abdeckplatte – das verhasste Christensymbol. Auch wenn es rote Farbe und kein geweihtes Wasser war, es stach ihm in die Augen. Die Krakauer hatten ebenfalls den Blick abgewandt und fluteten eilig aus dem Broch. Eugene blieb zurück.

Kapitel 1

Nola strampelte im Halbschlaf das Laken von ihrem Leib. Ohne die Augen zu öffnen, wusste sie, dass die Sonne auf ihre Beine schien. Sie badete in der Wärme, drehte sich auf die Seite und strich sich das verwuschelte Haar aus der Stirn. Sie war mitten in einem Traum aufgewacht und wollte ihn nun festhalten. Jemand hatte nach ihr gerufen. Sie erinnerte sich an einen Mann, an blasse Haut und ausgestreckte Hände; er hatte einen schwarzen Anzug getragen, die Hosen eng, das Hemd am Hals offen, und das hatte ihn ungeheuer aufregend aussehen lassen. Sie hatte versucht, zu ihm zu gelangen, aber wie in Träumen üblich, war er verschwunden, bevor sie sich berühren konnten. Bestimmt küsste er besser als Leonardo di Caprio in »Titanic« oder Humphrey Bogart in »Casablanca«. Doch seine Leidenschaft für sie brannte heiß wie Feuer über Raum und Zeit hinweg. Einzig der Tod könnte sie trennen, sie hatten eine Verbindung von Blut und Seele.

Sie glühte jetzt noch, wenn sie an die Blicke dachte, die er ihr zugeworfen, mit denen er sie ausgezogen hatte. Fest kniff sie die Augen zusammen, um wieder einzuschlafen und den Mann zurückzuholen. Und wirklich hatte sie den Eindruck, als glitte sie wieder tiefer in ihren Traum. Nebel wallte auf, und in ihm erschien der Fremde, kalt und blass und gleichzeitig Verführung pur. Ein Windstoß hatte sein schwarzes Haar durcheinandergewirbelt, und er wartete – auf sie. Die einzige Frau seit Äonen, die das Feuer seiner Leidenschaft zu stillen vermochte.

Sie wollte auf ihn zulaufen, doch sie konnte ihm nicht näherkommen; stattdessen zerfaserte seine Gestalt im Nebel, bis sie sie nicht einmal mehr erahnen konnte. Das Surren einer Mücke riss sie aus ihrem Traum. Das Insekt schien über ihr zu kreisen und kam immer näher. Nola brummte unwillig. Sirr, sirr. Ekliges Geräusch. Sie schlug nach dem Vieh, erwischte es jedoch nicht. Dafür war sie vollends wach und verlor den Traum endgültig.

Nola reckte sich und blinzelte ins Sonnenlicht. Im Schlafzimmer war es bereits sehr warm, es würde wieder ein heißer Tag mit stehender Luft in den Straßen Londons werden.

Verrückter Traum. Sie spürte noch den kühlen Nebel auf ihrer Haut, die Blicke des Mannes, die alles versprachen und alles hielten. Sie lachte über sich selbst – normalerweise träumte sie nicht von aufregenden Männern. Ihre beste Freundin Violet hätte dazu etwas zu sagen wie: Hättest du einen sexy Mann an deiner Seite, bräuchtest du nicht zu träumen.

Nola stand auf. Das Lachen blieb ihr im Hals stecken, als sie an sich herunterblickte. An ihren Oberschenkeln befanden sich lange Kratzer, die aussahen wie von Tierklauen. An ihren Brüsten und Armen waren ebenfalls welche. Entgeistert betrachtete sie sich im Spiegel an der Schlafzimmerschranktür und berührte vorsichtig eine Stelle auf ihrer linken Brust. Der Kratzer war echt und frisch.

»Verdammt! Wo kommt das her?«, sagte sie laut zu sich selbst.

Sie schüttelte Kopfkissen und Bettdecke aus und tastete über das Laken. Nichts Hartes und Spitzes. Wieder glitt ihr Blick an ihrem nackten Körper entlang. Gott, sie sah aus wie ein Folteropfer.

Die Kratzer waren nicht gefährlich – bestimmt waren sie das nicht, und der Schmerz war auszuhalten, aber sie ängstigte sich. Etwas Dunkles und Geheimnisvolles war in ihr Leben eingebrochen. Erst der intensive Traum und dann …

Sie ging ins Bad, wusch sich vorsichtig. Zum Glück hatte sie keine Verletzungen im Gesicht!

Zwei Stunden später saß Nola im Behandlungszimmer ihrer Ärztin Deborah Frazer, mit der sie seit Jahren befreundet war. Das Herz schlug ihr bis zum Hals, als Deb die Stellen auf ihren Armen und der Brust untersuchte. Sie fühlte sich, als warte sie auf eine Diagnose namens Pest oder Lepra.

»Das sind harmlose Kratzer, sie werden von allein heilen. Aber ich kann dir eine antiseptische Lösung auftupfen, um ganz sicher zu sein, dass sich nichts entzündet.« Deb runzelte die Stirn. »Und du weißt wirklich nicht, woher sie stammen?«

»Nein.« Sie hatte ihrer Freundin geschildert, wie sie die Kratzer entdeckt hatte. Den Traum hatte sie verschwiegen.

»Das ist wirklich …«

»Warum habe ich nicht bemerkt, wie sie mir zugefügt wurden?«

»Das wiederum ist leicht zu erklären. Sie sind nur oberflächlich und gehen kaum durch die Epidermis, und solange du dich nicht darauf konzentrierst, spürst du nichts. Jetzt tun sie weh, weil sie dich nervös machen.« Deborah stand auf, rückte ihre Brille zurecht und holte eine Flasche mit einer klaren Flüssigkeit aus einem Wandschrank. Sie gab etwas davon auf einen Wattebausch und tupfte die Lösung auf die Wunden. Es brannte ein wenig, dennoch beruhigte sich Nolas rasender Herzschlag unter der Behandlung und dem Gefühl, mit ihren Sorgen nicht mehr allein zu sein.

»Du bist dir sicher, dass du es nicht selbst warst?«, vergewisserte sich Deb noch einmal.

»Absolut«, antwortete Nola. »Das kann ich mir doch nicht selbst zufügen, ohne es zu merken. Außerdem hätte ich dann Blut- und Hautfetzen unter meinen Fingernägeln haben müssen.« Sie las gerne Krimis, aber von ihrem Blut und ihrer Haut auf diese Weise zu sprechen, bereitete ihr Mühe.

»Das hätte so sein müssen.«

»Da war nichts.«

»Und du hast nicht vielleicht einen jungen Mann mit speziellen Vorlieben kennengelernt und mit ihm die Nacht verbracht?« Deborah tupfte die antiseptische Lösung auf Nolas Oberschenkel, und weil sie die Stimme bei ihrer Frage gesenkt hatte, musste Nola sich vorbeugen, um die Ärztin zu verstehen. »Bei besonderen Praktiken kann so etwas vorkommen.«

Nola brauchte einen Augenblick, um zu verstehen, was ihre Freundin meinte, aber dann fühlte sie Blut in ihr Gesicht schießen. »Nein!«

Deborah sah auf, rückte die Brille zurecht. »Mädchen, es ist nichts Schlimmes dabei, wenn es beiden Partnern gefällt. Wenn die Leidenschaft am größten ist, registriert der Körper den Schmerz nicht als Schmerz, sondern als Lust, und Blut ist eine willkommene Begleiterscheinung, um die Bindung zwischen den Partnern vollkommen zu machen.«

»Du meinst, man leckt es weg?« Nola sah die Ärztin, die die Behandlung beendet hatte und ihr wieder aufrecht gegenübersaß, entsetzt an.

Deborah nickte.

Allein die Vorstellung, dass jemand Blut von ihrer Haut leckte, ließ Nola würgen.

»Es kann ein Symbol dafür sein, sich mit dem anderen ganz und gar zu vereinen, wenn man ihm einen Teil von sich gibt«, erklärte Deborah.

»Auf so ein Symbol kann ich verzichten. Wirklich, Deb!«

Deborah zuckte mit den Schultern und zeigte dabei ein alles verstehendes und alles verzeihendes Arztlächeln. »Wie du meinst. Die Kratzer sind jedenfalls nicht gefährlich und dürften schnell abheilen.«

Nola starrte aus dem Fenster der U-Bahn, doch da gab es nichts zu sehen außer Schwärze. Also betrachtete sie die anderen Fahrgäste im Wagen und dachte darüber nach, dass laut Statistik einer oder zwei von ihnen beim Sex ungewöhnliche Praktiken bevorzugte. Angeblich war das nichts Besonderes, aber Nola fand, das war ein Widerspruch in sich. Sie sollte aufhören, deswegen zu grübeln. Stattdessen musterte sie weiter die Leute und fragte sich, zu wem von ihnen das passen würde. Vielleicht zu dem jungen Farbigen mit den langen Beinen, der ein paar Bänke vor ihr entfernt saß und mit den Füßen im Takt zur Musik aus seinem MP3-Player wippte? Oder zu der molligen Frau, deren Bluse unter den Armen Schweißflecken hatte? Oder zum älteren Inder gegenüber … oder … oder? Es konnte jeder sein.

An der Haltestelle »Charing Cross« stieg sie aus und fuhr auf der Rolltreppe nach oben. Im Sonnenlicht angekommen, schüttelte sie die düsteren Gedanken ab.

Im Kamin brannte ein Feuer. Nicht, dass er eines gebraucht hätte – schließlich war Sommer und seinesgleichen waren gegen Unbilden wie Kälte gefeit. Er spürte höchstens ein Unbehagen, wenn Eis seine Füße überzog. Nein, ihm gefiel einfach das Geräusch des prasselnden Feuers. Maksym Derenski saß mit hochgelegten Beinen in einem Ohrensessel in seinem Haus in der Krakauer Altstadt. Von außen sah es heruntergekommen aus, innen hatte es die Gemütlichkeit einer Stadtvilla aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Neben Maksym stand ein Tisch, auf dem ein Stapel polnischer, deutscher, englischer und französischer Zeitungen lag. Um den Ohrensessel auf dem Boden waren weitere Exemplare verstreut, als hätte sie ein Windstoß dorthin gefegt. Tatsächlich war Derenski für die Unordnung verantwortlich – er ließ die Zeitungen fallen, nachdem er sie gelesen hatte. Sein Butler Rupert würde sie später wegräumen. Gerade nahm die deutsche »Bild« den Weg zum Boden, und er griff sich »Le Monde« vom Stapel.

»Maksym, mein Lieber, hier bist du«, ertönte die dunkle Stimme einer Frau.

»Ich bin beinahe jeden Abend hier, und zwar seit zweihundert Jahren.« Derenski antwortete, ohne von seiner Zeitung aufzusehen, und blätterte geräuschvoll um.

»Bist du am Ende solide geworden?« Die Frau kam näher. Sie trug ein langes Nachthemd aus schwarzer, hauchzarter Spitze und darüber einen nicht minder zarten Morgenmantel in der gleichen Farbe. Das schwarze Haar fiel ihr in üppigen Wellen beinahe bis zur Hüfte. Ihre ohnehin blasse Haut wirkte dadurch noch blasser und verlieh ihr das Aussehen einer Porzellanfigur, gleichzeitig bewegte sie sich mit der Geschmeidigkeit eines Raubtiers. In einer Hand hielt sie eine Zigarettenspitze aus Elfenbein. Mit einer zierlichen Bewegung zog sie daran, und das Ende der Zigarette glühte kurz auf. Die Frau hieß Antonia Derenska.

»Warum musst du rauchen, Tonia?«

»Es gefällt mir.«

»Es stinkt.«

»Na, na, es riecht höchstens.« Sie trat hinter Derenski und strich ihm mit der freien Hand über den Nacken. Ihre Nägel waren sorgfältig manikürt und dunkelrot lackiert. »Und du warst mit Sicherheit schon an Orten, an denen es schlimmer gerochen hat.«

Derenski räusperte sich, und Antonia quittierte das mit einem amüsierten Auflachen. Dunkel, lockend hing es im Raum. »Oh, mein Lieber, du brauchst nicht so zu tun, als könnte der Rauch dir etwas anhaben.«

Sie beugte sich vor und küsste ihn. Derenski sah endlich zu ihr auf. Seine Lippen suchten ihre, und er zog sie an sich. Sie rutschte auf seinen Schoß und zerdrückte dabei »Le Monde«, doch das störte sie nicht. Antonia erwiderte seinen Kuss leidenschaftlich, dann bog sie den Kopf zurück und ließ zu, dass seine Zunge ihren Hals liebkoste und schließlich an ihrer Kehle verharrte.

»Solche schlimmen Sachen tust du mit deiner Schwester?«, gurrte sie und lächelte dabei.

Derenski knabberte an der Haut ihrer Kehle. Er war dicht davor, sie zu verletzen: Beim Geschmack ihres Blutes würde er die Kontrolle über sich verlieren und sich in einen reißenden Wolf verwandeln. Doch genau das machte für sie beide den Reiz dieses Spiels aus – zu schauen, wie weit sie gehen konnten.

»Halbschwester«, korrigierte er, fügte aber sogleich hinzu: »Als ob diese bürgerlichen Moralvorstellungen für uns gelten. Uns, die wir seit Zeitaltern frei durch diese Welt streifen.«

»Recht hast du.« Antonia genoss mit zurückgeworfenem Kopf seine Küsse. Sie zog an ihrer Zigarette und drückte mit der freien Hand Derenskis Kopf ein wenig fester gegen ihren Hals.

Er befreite sich aus ihrem Griff und sah auf. Seine scharfen Zähne glänzten im Schein des Feuers.

»Gierige Katze! Nie kannst du genug bekommen.« Er gab ihr einen Klaps aufs Hinterteil.

Ihre Hand flog zu ihrer Kehle. Die Haut war gerötet von seinen Bissen. »Hast du es getan?«, fragte sie atemlos und tastete hoffnungsvoll nach Blut aus einer Wunde.

»Wo denkst du hin!«

»Ich denke, du könntest mir einen Gefallen tun.« Antonia zog ein letztes Mal an der Zigarette und drückte sie in einem Aschenbecher aus, der auf dem Tischchen mit den Zeitungen stand.

»Gefallen nennt sie es«, sagte Derenski amüsiert. »Andere bezahlen es mit dem Leben, und du nennst es Gefallen.«

»Du hast mein Leben verändert vor vierhundert Jahren. Was willst du noch?« Antonia ließ wieder ihr dunkles, sinnliches Lachen hören und lehnte sich an Derenski.

»Dass du von meiner Zeitung runtergehst, das will ich. Du verknickst sie.« Er schob seine Halbschwester von sich. »Ich werde dich nie verletzen. Du bist meine Seelenpartnerin für alle Ewigkeit. Wenn du spielen willst, such dir einen Menschen!«

Derenski zeigte ein wölfisches Grinsen, und sie zog einen Schmollmund, stand aber von seinem Schoß auf.

Sie waren Werwölfe. Wenn einer den anderen verletzte, erwachte die Bestie in ihnen, und sie würden sich beide in das Monster verwandeln, das stets dicht unter der Oberfläche lauerte. Nichts und niemand könnte sie dann aufhalten, kein Werwolfjäger und auch nicht die Tatsache, dass ihnen ihr Seelenpartner gegenüberstand, das einzige Wesen in der Unendlichkeit der Zeit, das einen Werwolf lieben und mit ihm leben konnte.

»Ich suche mir ja Menschen, aber die meisten sind langweilig.« Antonia zog einen Sessel neben Derenskis und ließ sich hineinfallen. Sie schleuderte die fellbesetzen Pantoffeln fort und legte ihre Füße neben seine auf den Hocker. Ihre Fußnägel waren ebenso rot lackiert wie ihre Fingernägel. Maksym Derenski glättete »Le Monde« auf seinem Schoß und wandte sich wieder der Lektüre zu.

Eine Weile war nur das Prasseln des Kaminfeuers und das gelegentliche Umblättern der Zeitung zu hören. Dann begann Antonia, mit ihren Füßen seine Pantoffeln abzustreifen. Nachdem es ihr gelungen war, fuhr sie mit den Zehen schlangengleich in sein Hosenbein.

»Warum liest du all diese Zeitungen?«, maulte sie.

»Damit ich weiß, was in der Welt vor sich geht.«

»Schau Fernsehen.«

»Ich mag diese neumodischen Apparate nicht.«

Dieses Gespräch hatten sie schon oft geführt, und so klang es auch. Es langweilte Derenski, weshalb er sich nicht beim Lesen stören ließ.

»Was erwartest du zu finden?«, fing sie wieder an.

»Nichts.«

»Ich weiß, warum du all diese Zeitungen liest.« Jetzt klang Antonia wie ein naseweises Mädchen – was einen reizenden Kontrast zu ihrer sinnlichen Aufmachung bildete. Die meisten Männer wären spätestens jetzt schwach geworden, aber Derenski kannte ihre Art seit Jahrhunderten und griff sich einfach die nächste Zeitung.

Sie nahm sie ihm weg, zerknüllte sie und warf sie in den Kamin. »Das ist alles, wozu sie gut sind.« Dabei zog sie einen Schmollmund, der sie wieder zu einer Mischung zwischen Vamp und unschuldigem Mädchen machte.

Derenski seufzte geziert und bemühte sich absichtlich, streng auszusehen. »Man sollte nicht denken, dass du mehr als dreihundert Jahre auf deinen Schultern hast.«

»Fast vierhundert. Ich habe mich eben gut gehalten.«

»Viel zu gut. Dir gehört der Hintern versohlt.« Er ließ seinen Worten Taten folgen, und sie begannen eine Rangelei auf dem Zebrafell vor dem Kamin.

Antonia schälte sich flugs aus Morgenmantel und Nachthemd. Sie rekelte sich nackt vor Derenskis Blicken, fasste mit einer Hand nach seinem Hosenbund und ertastete dort eine beginnende Schwellung, die ihre Lust noch steigerte. »Machs mir wie die Menschen!«

Er half ihr, seine Hose zu öffnen. »Genauso hastig und wild, nicht wie Seelenpartner und Seelenpartnerin?«

»Hastig und wild.« Sie zerrte an seiner geöffneten Hose, aus der sich ihr sein erigierter Penis entgegenreckte.

Derenski nahm sich kaum die Zeit, die Beinkleider abzustreifen, bevor er sich über sie hermachte. Er presste seine Lippen auf ihre und drang sofort in ihre feuchte Spalte ein. Dann machte er es ihr genauso, wie sie es verlangt hatte.

»Wilder!«, keuchte sie, als er ihren Mund für einen Moment freigab, und er bewegte sich heftiger in ihr. Schließlich drehte er sie um, packte sie an den Hüften und nahm sie von hinten, wie die Wölfe ihre Weibchen. Eine Hand vergrub er dabei in ihrem schwarzen Haar und zerrte ihren Kopf in den Nacken. Er genoss ihr Stöhnen und Keuchen und krallte seine andere Hand in ihre Schulter. Sein Griff wurde noch fester, als er sich dem Höhepunkt näherte. Schließlich ergoss er sich in sie, und ein Laut zwischen Stöhnen und Knurren entfuhr ihm. Antonia hatte gleich darauf einen Orgasmus und wand sich unter ihm, um sein Glied immer tiefer ihn sich hineinzupressen.

»Ah, Sex auf Menschenart ist manchmal genau das, was ich brauche.« Sie rieb sich die Haut ihrer Schulter, auf der seine Nägel Furchen und seine Finger Druckstellen hinterlassen hatten. »Hast du es getan?«

»Nein.« Er nahm eine Strähne ihres Haars und wickelte sie sich um den Finger. »Ich werde mich nie vergessen und dich verletzen, auch dann nicht, wenn du es auf diese Weise versuchst.«

»Du bist zu schlau für mich, Maksym.«

Antonia klingelte nach dem Butler, damit er ihnen eine Stärkung servierte. Rupert brachte eine Platte, auf der kalte Bratenscheiben rosettenförmig angeordnet und mit Weintrauben garniert waren, außerdem Brot. Sie machten sich nicht die Mühe, sich anzukleiden, und der Butler tat so, als bemerke er nicht, in welchem Zustand sich seine Herrschaften befanden. Er bediente sie mit stoischer Miene und zog sich dann mit einer Verbeugung zurück.

Die Werwölfe verschmähten Brot und Trauben und schlangen nur gierig das Fleisch hinunter.

»Ich habe noch etwas für dich, meine Liebe, was dich erfreuen wird.« Derenski leckte sich die fettigen Finger ab.

»Was denn? Die Halskette, die mir neulich in der Stadt so gut gefallen hat?«

»Nicht so was.« Er machte eine Kunstpause. »Wir werden erneut gegen den Schottenclan ziehen, und diesmal werden wir das Rudel vom Angesicht der Erde tilgen. Dieser Eugene Monterey tut so, als wäre er der Rudelführer, und fängt schon wieder an, eine Vereinbarung mit den Menschen zu suchen. Er verstößt gegen die Regeln, dafür muss er bestraft werden.«

»Daran ist seine Partnerin schuld, diese Moira Fraser. Die redet ihm das ein. Du hättest sie damals kaltmachen sollen.«

Mit »damals« meinte sie den 6. Januar 1818, den Tag, an dem die Werwölfe des Krakauer Rudels ihre Erzfeinde, die schottischen Werwölfe, auf deren Stammsitz Shavick Castle überfallen hatten. Sie hatten sie in einer stürmischen Nacht überrascht und den Alpha, Rhodry Monroe, Earl of Shavick, in ihre Gewalt gebracht. Statt ihn zu töten, hatte Derenski ihn in eine Schleife außerhalb der Zeit verbannt, wo er seitdem in einem Zustand zwischen Tod und Leben verharrte. Sein Stellvertreter, Eugene Monterey, hatte nach der Bannung die Führung des Rudels übernommen und irgendwann angefangen, sich als Alphawolf aufzuspielen. Und das, obwohl man nur dann ein Rudel übernehmen konnte, wenn der vorherige Anführer tot war. Rhodry Monroe war aber nicht tot – Derenski hatte ihn genau deshalb nicht umgebracht: Die schottischen Werwölfe sollten in einem nicht endenden Zustand der Unsicherheit und Schwäche gehalten werden, damit sie seinen Plänen nicht mehr im Weg standen.

»Ich gehe davon aus, dass du meinen Plan billigst, Antonia?«

»Natürlich, mein Lieber. Mir gefällt alles, was du gegen diese Schotten unternimmst. Aber sind wir stark genug? Die Neuen …?«

»Die Neuen sind so weit - wenn nicht, wem schadet ihr Tod?« Derenski sprach von den Werwölfen, die er in einer Vollmondnacht vor etwa zwei Jahren erschaffen hatte, und die in einem Ausbildungslager jenseits des Urals zu Kriegerinnen und Kriegern für das Krakauer Rudel ausgebildet worden waren. Normalerweise dauerte es deutlich länger, bis ein junger Werwolf sich an sein neues Dasein gewöhnt und seine volle Stärke erreicht hatte und bis er seine Verwandlung beherrschte. Letzteres lernten einige sogar nie.

»Wer hat sie ausgebildet?«

»Milan.«

Antonia lächelte. »Dann sind sie durch eine harte Schule gegangen und gut auf einen Kampf gegen das Schottlandrudel vorbereitet. Wann geht es los?«

»Du kannst es wieder gar nicht erwarten!«

»Ich will sehen, wie diese Moira Fraser fällt.« Sie richtete sich halb auf und schüttelte ihr langes Haar. »Also wann, Maksym?«

»Bald. Die ersten Krieger sind schon nach England unterwegs. Es muss alles heimlich geschehen, damit die Überraschung umso größer ist.

»Du hast alles ohne mich geplant«, schmollte sie.

»Deine Stärken liegen nicht gerade auf dem Gebiet des Planens.« Er fuhr mit dem Zeigefinger die Linie ihrer Schulter, ihres Busens und ihrer Hüfte nach und gab ihr schließlich einen Klaps auf den Po.

Das stimmte, ihre Stärken lagen auf anderem Gebiet, aber sie gefiel sich in der Rolle der Beleidigten. »Dann sollte ich am besten gar nicht mitkommen.«

»Dann bleib hier.«

»Oh, Maksym! Das würdest du wollen?«

Er grinste. »Niemals.«

Kapitel 2

Nola träumte.

Sie lag in einem Bett, und der aufregende Fremde beugte sich über sie. Wieder trug er ein Hemd, das am Hals offen stand und sehnige Muskeln sehen ließ; seine Hände waren halb von Rüschen verdeckt. Sein Gesicht konnte sie nicht erkennen, es war verdeckt von dunklem Haar, das nach vorn fiel.

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