Wo es keine Küche gibt – Ernährung in Extremsituationen. Mit Beiträgen bekannter Abenteurer oder Menschen, die sich in außergewöhnlichen Situationen ernähren mussten - Alexander Reeh - ebook

Wo es keine Küche gibt – Ernährung in Extremsituationen. Mit Beiträgen bekannter Abenteurer oder Menschen, die sich in außergewöhnlichen Situationen ernähren mussten ebook

Alexander Reeh

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Opis

Ernährung abseits der Zivilisation – ob in den eisigen Höhen des Himalaya, den sonnendurchglühten Wüsten der Erde, in der Schwüle des tropischen Regenwaldes, den schneidend-kalten Polarregionen oder gar im Weltall – dem jungen Autor Alexander Reeh ist es gelungen, die interessantesten Geschichten vieler bekannter Abenteurer und Persönlichkeiten in einem Buch zusammenzustellen. Begeben Sie sich mit Michael Martin, Carmen Rohrbach, Gerhard und Jutta Krauss, Bertrand Piccard, Dr. Christian Adler, Hartmut Fiebig, Andreas Altmann, Souleimman Semo, Fadumo Korn, Mike Horn, Yossi Ghinsberg, Michael Obert, Peter Smolka, Mauro Prosperi, Beate Kammler, Rollo Gebhard, Ellen MacArthur, Silke und Torsten Hartmann, Steven Callahan, Maurice und Maralyn Bailey, Prof. Dr. Klaus Mees, Reinhold Messner, Stefan Schlett, Evelyne Binsack, Prof. Dr. Hauke Trinks und Marie Tièche, Björn Klauer, Wolf-Ulrich Cropp, Reto Walther, Terry Anderson, Thomas Reiter, Prof. Dr. Ulrich Walter, Prof. Dr. Stefan Hockertz und Dr. Tasso Vounatsos auf eine spannende Reise nicht nur rund um den Globus sondern auch in die Tiefen des Weltalls und zuletzt auf eine Reise der Seele.

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Wo es keine Küche gibt

Mit Beiträgen von Michael Martin, Carmen Rohrbach, Gerhard und Jutta Krauss, Bertrand Piccard, Dr. Christian Adler, Hartmut Fiebig, Andreas Altmann, Souleimman Semo, Fadumo Korn, Mike Horn, Yossi Ghinsberg, Michael Obert, Peter Smolka, Mauro Prosperi, Beate Kammler, Rollo Gebhard, Ellen MacArthur, Silke und Torsten Hartmann, Steven Callahan, Maurice und Maralyn Bailey, Prof. Dr. Klaus Mees, Reinhold Messner, Stefan Schlett, Evelyne Binsack, Prof. Dr. Hauke Trinks und Marie Tièche, Björn Klauer, Wolf-Ulrich Cropp, Reto Walther, Terry Anderson, Thomas Reiter, Prof. Dr. Ulrich Walter, Prof. Dr. Stefan Hockertz und Dr. Tasso Vounatsos.

Wo es keine

Küche gibt

Ernährung in Extremsituationen

Mit Beiträgen bekannter Abenteurer oder Menschen, die sich in außergewöhnlichen Situationen ernähren mussten

Herausgeber

Alexander Reeh

Engelsdorfer Verlag

Leipzig

2012

Bibliografische Information durch die Deutsche Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://www.dnb.de abrufbar.

Copyright (2012) Engelsdorfer Verlag Leipzig

Alle Rechte bei den Autoren! Bitte beachten Sie die

Copyrightvermerke am Ende der Beiträge und unter

den Illustrationen!

Coverfoto: © Rolf Hicker

Foto folgende Seite: © Björn Klauer

Hergestellt in Leipzig, Germany (EU)

www.engelsdorfer-verlag.de

Inhalt

Wo es keine Küche gibt
Inhalt
Vorwort
Danksagung
Unterwegs
Michael Martin
Vollpension
Carmen Rohrbach
Hungrig aber glücklich: Unterwegs in der Wildnis
Von der Schwierigkeit des Gastes bei fremden Völkern zum Essen eingeladen zu werden
Gerhard und Jutta Krauss
WELTerfahrung
Bertrand Piccard
Im Ballon um die Welt
Dr. Christian Adler
Fremde Delikatessen
Im Inneren Afrikas
Hartmut Fiebig
Hunger
Andreas Altmann
Stopover in Birao, mitten in Afrika
Souleimman Semo
Mit dem Fahrrad von Deutschland nach Kapstadt
Irrfahrt durch den Busch
Fadumo Korn
Überleben in der somalischen Steppe
Im Dschungel
Mike Horn
Auf dem Äquator um die Welt
Yossi Ghinsberg
Überlebenskampf im Urwald Boliviens
In der Wüste
Michael Obert
Die Hundeesser von Segu
Peter Smolka
Rad ab! – 71.000 Kilometer mit dem Fahrrad um die Welt
Mauro Prosperi
Todeskampf in der Sahara – die Geschichte des Mauro Prosperi
Auf dem Meer
Beate Kammler
Kulinarisches, Organisatorisches und Problematisches von einem vierjährigen Segeltörn um die Welt
Rollo Gebhard
Allein auf dem Ozean
Ellen MacArthur
Im Segelboot um die Welt
Silke und Torsten Hartmann
Pacific High – In der Südsee
Steven Callahan
Oceanic Survival Cuisine – Meeresküche für Schiffbrüchige
Maurice und Maralyn Bailey
Schiffbrüchig – 117 Tage verschollen auf dem Ozean
In den Bergen
Prof. Dr. Klaus Mees
Bergsteiger wollen auch in der Höhe gut leben
Reinhold Messner
Allein auf dem höchsten Gipfel der Erde
Stefan Schlett
Minimalismus in eisigen Höhen
In den Polarregionen
Evelyne Binsack
In der weißen Hölle – Expedition in die Antarktis
Prof. Dr. Hauke Trinks und Marie Tièche
Überwintern am Polarkreis
Björn Klauer
Die Küche auf dem Huskyschlitten
Wolf-Ulrich Cropp
Essen oder Sterben
In der Gewalt von Terroristen
Reto Walther
Wenn der Urlaub zum Alptraum wird
Terry Anderson
Geiselhaft im Libanon
Im Weltall
Thomas Reiter
Ernährung im All
Prof. Dr. Ulrich Walter
Essen, Schlafen, Waschen – Alltag an Bord des Shuttles
Mars 500 Mission
In einem selbst
Prof. Dr. Stefan Hockertz
Wenn die Seele unterwegs ist
Schlusswort
Dr. Tasso Vounatsos
Was und Wovon Wieviel braucht der Mensch zum (Über)Leben – Essen, Trinken und die Physiologie, die dahinter steckt

»Wir leben nicht, um zu essen;

wir essen, um zu leben.«

SOKRATES

Vorwort

Liebe Leserinnen und Leser,

nachdem Sie sich vielleicht mit meinem letzten Buch »Mit Messer und Gabel um die Welt« auf eine kulinarische Reise um den Globus begeben haben, möchte Sie dieses Buch nun auf eine spannende Abenteuerreise mitnehmen, dorthin wo es »keine Küche gibt«, wo beim Essen weniger der Genuss als manchmal das pure Überleben im Vordergrund steht.

Ob Wüste, Dschungel, Berge, Polarregionen, Wildnis, Weltall oder gar (simulierte) Expedition zum Mars, zahlreiche bekannte Autoren oder Persönlichkeiten haben mir eindrucksvolle Berichte geschickt und beschrieben, wie in außergewöhnlichen Situationen – in die sie sich nicht immer freiwillig begeben haben – die Nahrungsaufnahme zum reinen Selbstzweck wurde.

Dazu noch eine Geschichte, die jede menschliche Vorstellungskraft übersteigt:

Im Jahr 1972 stürzte in den Anden das Flugzeug der Rugbymannschaft Uruguays auf dem Flug nach Chile in über 5.000 Metern Höhe ab.

Von den 45 Insassen haben 16 überlebt – ohne Nahrungsmittel im Hochgebirge. Sie entschieden sich dafür, Fleisch von den Toten zu essen und konnten nach 70 Tagen gerettet werden. Dieses Vorgehen wurde vom Vatikan nachträglich autorisiert.

Bevor wir uns jedoch ins Abenteuer stürzen, möchte ich Ihnen noch ein spannendes Experiment der Amerikaner vorstellen, die das Ökosystem Erde, die Biosphäre 1, in einem riesigen Treibhaus in der Wüste von Arizona nachgebaut haben.

Das hermetisch abgeschlossene Ökosystem, Biosphäre 2 genannt, galt als Testanlage für eine menschliche Siedlung auf dem Mars.

Ende September 1991 bezogen acht Wissenschaftler den riesigen Container mit Kuppel aus Glas und Stahl.

Mit ihnen lebten 3.800 Tier- und Pflanzenarten in der Miniwelt aus tropischem Regenwald, Sumpf, Mangrovendickicht, Savanne, einer Geröllwüste, Ackerflächen mit Ziegen, Schweinen und Hühnern. Sogar einen Ozean mit Korallenriff, Lagune und einen Wasserfall gab es.

Das Ziel war, sämtliche Lebensmittel und Trinkwasser selbst zu erzeugen. Doch bereits nach kurzer Zeit stellte sich heraus, dass die unter hartem körperlichen Einsatz erzeugten Nahrungsmittel, hauptsächlich Getreide, Süßkartoffeln, Obst, Gemüse, Fisch und Eier bei weitem nicht ausreichten.

Die Bionauten hungerten und Streit ums Essen setzte ein. Die asiatischen Mini-Schweine wurden geschlachtet, da sie den Menschen zu viel wegfraßen. Viele Tierarten starben, allen voran die Kolibris und Hummeln, während sich die Kakerlaken und »Crazy Ants«, eine bekannte Ameisenart, explosionsartig vermehrten.

Zudem befielen Pilze und Milben die Ernte, Unkraut überwucherte alles und die Korallen im Ozean starben ab. Schritt für Schritt kollabierte das Ökosystem der Biosphäre 2.

Überdies machten ein rasanter Anstieg von Kohlendioxid und das gleichzeitige Absinken des Sauerstoffgehalts den Wissenschaftlern das Leben schwer.

An einem Tag im April 1992 war die Luft so dünn geworden wie auf dem Gipfel des Kilimandscharo.

Durch das Hungern und die teils extremen Bedingungen kam es immer wieder zu Spannungen innerhalb der Crew, die darin gipfelten, dass die Mannschaft in zwei tief verfeindete Gruppen zerfiel, die kaum noch miteinander sprachen.

»Wir können stolz darauf sein, dass wir einander nicht umgebracht haben«, so ein Crew-Mitglied nach Beendigung der zwei Jahre im Treibhaus.

Im September 1993 verließen die acht Wissenschaftler die künstliche Erde und kehrten abgemagert, müde und orangefarben durch das Betacarotin der vielen Süßkartoffeln auf die echte Erde, die Biosphäre 1, zurück.

Der ehrgeizige Versuch, eine Ersatz-Welt zu schaffen, war gescheitert.

Lassen Sie nun den Alltag hinter sich und brechen Sie auf ins Abenteuer. Denn was gibt es Schöneres als mit einem Drink behaglich im Sessel zu sitzen und von der alles versengenden Sonne Afrikas, der flirrenden Hitze der Wüste, der unerträglichen Schwüle des tropischen Regenwaldes oder den schneidend-kalten Schneestürmen der Polarregion zu lesen?

Ich wünsche Ihnen viel Spaß dabei.

Noch ein Hinweis: Einige Autoren haben mir Auszüge aus ihren Originalbüchern zur Verfügung gestellt. Nur dort, wo es zum Verständnis unbedingt notwendig erschien, ist eine kurze Einführung vorangestellt. Das Auslassen kleinerer Textstellen ist durch (…) gekennzeichnet, sind größere Passagen übersprungen ist dies durch einen * markiert.

Alexander Reeh

Danksagung

Ganz herzlich bedanken möchte ich mich bei ALLEN, die mir beim Zustandekommen dieses Buches geholfen haben.

Mein besonderer Dank geht an meinen Freund, den Welt-klassefotografen Rolf Hicker, für seine ständige Hilfsbereitschaft und Unterstützung.

Seine beeindruckenden Fotos zeigen, wie wunderschön und schützenswert unsere Welt ist. Sie sind zu sehen im Internet unter: www.hickerphoto.com

Und natürlich vielen lieben Dank an meinen Verleger, Tino Hemmann vom Engelsdorfer Verlag, Leipzig. Ohne ihn wäre dieses Buch auch nicht möglich gewesen.

Alexander Reeh

Unterwegs

(Copyright: Günter Lukas)

Michael Martin

Zur Person des Autors:

Michael Martin, geboren 1963 in München, ist ein deutscher Fotograf und Autor.

Er studierte Geographie, Völkerkunde und Politikwissenschaft und ist Diplom-Geograph.

In dreißig Jahren unternahm er über achtzig Reisen in die Wüsten Afrikas, veröffentlichte hierzu 15 Bildbände und hielt weit über 1000 Diavorträge im gesamtdeutschen Raum.

Im Jahr 1999 fasste er den Entschluss, die Wüsten der Erde zu seinem Thema zu machen. Innerhalb von fünf Jahren durchquerte er alle Wüsten der Erde, auf allen Kontinenten und in nahezu fünfzig Ländern.

Zu den Höhepunkten seiner Tätigkeit als Wüstenfotograf und Vortragsreferent zählen seine Auftritte vor der Royal Geographical Society, von der er auch ausgezeichnet wurde, sowie sein Vortrag bei der UN-Klimakonferenz im Dezember 2005. Außerdem ist er Unterstützer der UNO-Flüchtlingshilfe.

Wenn er nicht auf Reisen ist, lebt Michael Martin in München.

Vollpension

Was das Essen unterwegs angeht, so muss dies nicht so eintönig sein, wie es angesichts der kargen Landschaften, die man durchquert, zu befürchten sein könnte. Auch der Wüstenreisende kommt durch Oasen, Orte und Städte, wo man auf den lokalen Märkten Grundnahrungsmittel, Obst und Gemüse kaufen kann. Trotzdem ist es mir im Laufe von 30 Jahren nicht gelungen, eine brauchbare Reiseküche zu entwickeln. Wenn ich in der Wüste unterwegs war, gab es abends fast immer Spaghetti zu essen, meist sogar ohne geeignete Saucen und Beilagen. Diese Askese werde ich sicher auch in Zukunft beibehalten, denn es gibt zwingende Gründe für meine spartanischen Mahlzeiten: Die Fahrzeuge sind mit Benzinkanistern, Werkzeug und Ersatzteilen, Trinkwasserkanistern, Schlafsäcken, Zelt, Fotoausrüstung und vielem anderen so beladen, dass ich für die Lebensmittelvorräte nur begrenzten Stauraum erübrigen kann – was insbesondere für das Motorrad gilt. Spaghetti bieten sich an, weil dabei Packmaß und Gewicht in einem sehr guten Verhältnis zum Nährwert stehen – ähnlich wie beim Reis, der aber nicht zu meinen Lieblingsgerichten zählt. In den Stunden um Sonnenuntergang ziehe ich es vor zu fotografieren, anstatt Zwiebeln zu schneiden.

Wenn ich schon einmal einen Markt betrete, dann nicht, wie die meisten Menschen, um einzukaufen, sondern wegen der zahlreichen Bildmotive, die sich mir dort bieten. Was den Einkauf angeht, so beschränke ich mich meist auf das Allernotwendigste, wie zum Beispiel frische Früchte. Und schließlich bin ich oft in abgelegenen Gegenden unterwegs, wo menschliche Ansiedlungen, Läden und Märkte Hunderte Kilometer entfernt sind und die kulinarische Vielfalt begrenzt ist.

In Sachen Kocher habe ich im Laufe der Jahre allerhand Modelle ausprobiert. Benzinkocher verstopften, für Gaskocher gab es oft keine Kartuschen. Jetzt nehme ich den denkbar einfachsten Kocher, den sogenannten Hobo, eine Erfindung nordamerikanischer Wanderarbeiter, für unterwegs mit. Er besteht aus vier Edelstahlflächen, die zu einem nach oben hin offenen Quader aufgefaltet werden. Dahinein kommen am Wegesrand gefundene Holzreste und brennbare Müllteile, die aufgrund des Kamineffekts eine erstaunliche Kochleistung erbringen.

Auf einer Westafrikareise mit meinen Kindern hatten wir von einer Firma 200 gefriergetrocknete Fertigessen zu Testzwecken erhalten. Die Namen der Speisen klangen verlockend, die Auswahl war erstaunlich groß, und beim Aufgießen des Beutelinhalts mit heißem Wasser fühlte selbst ich mich mit meinen Kochkünsten nicht überfordert. Nach dem zwanzigsten Beutel schmeckte aber jedes Gericht gleich, und meine Kinder fragten dann doch wieder nach Spaghetti.

Wichtiger als ein abwechslungsreiches Abendessen ist mir ein guter Kaffee zum Frühstück. Auch wenn das Frühstück meist nur aus einem Stück Brot besteht, muss der Kaffee heiß, stark und süß sein. Selbst auf dem Motorrad finde ich immer noch einen Platz für eine kleine Espressokanne und Kaffeevorräte. Von einer winterlichen Saharadurchquerung ist mir in Erinnerung geblieben, dass ich das Nachmittagskaffeetrinken auf dem Motorradsitz kaum abwarten konnte: Es gab einen Schluck frischen Espresso und ein Stück Christstollen nach altem Familienrezept, den meine Mutter mir mitgegeben hatte.

Ein ebenso großartiger Moment ist es, wenn nach endlosen Tagen der Wüstendurchquerung, womöglich noch mit einem Sandsturm, die Oase näherkommt und die ersten Palmen sichtbar werden. Beim Gedanken an frische Datteln läuft mir dann schon das Wasser im Mund zusammen.

Wenn die Wüsten bis an die Küsten reichen, wird der karge Speiseplan durch Meeresfisch angereichert. So aß ich am Strand von Nouakchott, der Hauptstadt Mauretaniens, den besten Fisch meines Lebens, frisch gefangen und von Marktfrauen in siedendem Fett auf kleinen Holzfeuern zubereitet. Ein Hochgenuss ist für mich auch der Kapitänsfisch aus dem Nigerfluss, der in vielen kleinen Restaurants in Timbuktu, Gao und Mopti auf der Speisekarte steht. Dazu noch ein Stück Ziegenkäse, der von den Tuareg hergestellt und angeboten wird, und schon wird die Wüste für einen Abend zu einem kulinarischen Paradies.

Bei meiner ersten Reise verzichtete ich noch weitgehend darauf, in den vielen kleinen Restaurants der Orte, durch die meine Reiseroute mich führte, die mir fremde einheimische Küche zu probieren. Bald aber siegte meine Neugier über die Vorsicht, und seither habe ich sicherlich Tausende Restaurants und ähnliche Lokalitäten besucht, Hunderte einheimischer Gerichte kennengelernt und in Gesprächen mit anderen Gästen viel Interessantes aus dem Alltagsleben der Menschen dort erfahren – besonders, wenn man, da Hektik außerhalb von Europa unbekannt ist, stundenlang auf das Essen warten muss. Wenn ich auch von Anfang an gewisse »Sicherheitsstandards« beachtet habe, war es wohl unausweichlich, dass ich gelegentlich »Montezumas Rache« zu spüren bekam. Nach einem solchen Erlebnis beschränkte ich mich eine Zeit lang darauf, bei einer Cola oder einem Tee die Atmosphäre des Lokals und später dann am Lagerfeuer meine obligatorischen Spaghetti zu genießen. Irgendwann erlag ich aber wieder den Verlockungen eines Restaurantbesuchs, denn gekocht wird unter freiem Himmel, und bei knurrendem Magen fällt es schwer, den verführerischen Düften der einheimischen Speisen zu widerstehen.

Spannend war es auch, wenn wir unterwegs von Einheimischen eingeladen wurden. In der Glut eines offenen Feuers gebackenes Fladenbrot oder ein kräftig gewürztes Gemüsekuskus schmecken köstlich. Warme Kamelmilch, rohe Innereien oder Meerschweinchenwurst sind hingegen gewöhnungsbedürftig. Ich habe immer davon probiert, eine Ablehnung, selbst höflich formuliert, hätte meine Gastgeber beleidigt, teilten sie doch so manches karge Mahl mit mir. Überdies war mir bewusst, welche Mühe die Frauen – und unterwegs auch die Männer – zum Zubereiten der Speisen aufwandten, mit denen ich bewirtet wurde. Besonders beeindruckt haben mich Einladungen zu großen Familienfesten, beispielsweise Hochzeiten. Viele Tiere wurden geschlachtet, und das Essen fand in einer feierlichen Zeremonie statt, die der Gastgeber in der Regel mit einer religiösen Formel eröffnete. Manchmal konnte ich, wenn ich eingeladen wurde, zu der Mahlzeit sogar etwas beisteuern: Im Zuge der Globalisierung werden vielerorts industriell hergestellte Nudeln angeboten, was eine Veränderung der Essgewohnheiten bewirkt hat. Daher passierte es mir in den letzten Jahren häufiger, dass meine Spaghetti von meinen Gastgebern mit Genuss verzehrt wurden.

Durst und Wüste gehören zusammen. Kein Wunder, dass die Zubereitung und das Trinken von Tee zum Beispiel bei den Tuareg fast ein Ritual ist. Nicht nur bei einer Mahlzeit, auch bei jedem kleinen Ereignis, sei es eine Pause bei der Arbeit oder ein nachbarschaftlicher Besuch, wird Tee getrunken. Dem Gast werden drei Gläser stark gesüßten Tees angeboten, selbst nur eines davon abzulehnen, wäre unhöflich.

Im Reisealltag steht zum Trinken meist nur Brunnenwasser zur Verfügung. Oft ist es stark salzhaltig, durch Schwebeteilchen bräunlich gefärbt, nicht selten auch mit Krankheitserregern durchsetzt. Diese lassen sich mit Chlortabletten zwar einigermaßen zuverlässig abtöten, was dem Wasser aber einen üblen Chlorgeschmack gibt. Bei sengender Hitze erreichte die Temperatur in der Wasserflasche die von heißem Tee. Meine Fantasie malte sich dann aus, dass mich am Abend eine eiskalte Flasche Mineralwasser mit viel Kohlensäure erwartete oder gar eine Maß Bier. Bier und Wein blieben aber Wunschträume, weil mich die meisten Reisen durch islamisch geprägte Länder führten. Bei einer Fahrt hatten Elke und ich eine Flasche Rotwein auf dem Motorrad bis in die algerische Zentralsahara transportiert. Als wir sie mitten im Dünenmeer des Grand Erg Oriental, der Großen Östlichen Sandwüste, feierlich öffneten, war der Wein durch die Hitze ungenießbar geworden. Und so mussten wir unseren Durst wieder einmal mit warmem Wasser löschen.

Michael Martin

Carmen Rohrbach

Zur Person der Autorin:

Carmen Rohrbach, in Bischofswerda bei Dresden geboren, studierte Biologie und promovierte am Max-Planck-Institut für Verhaltensforschung in Seewiesen bei München.

Über ihre abenteuerlichen Reisen nach Südamerika, Afrika, Asien und Arabien hat sie eine Reihe fesselnder Bücher geschrieben. Die Autorin berichtet außerdem in verschiedenen Zeitschriften und hält Vorträge über ihre Reisen.

Sie ist eine der beliebtesten und erfolgreichsten Reiseschriftstellerinnen Deutschlands.

Hungrig aber glücklich: Unterwegs in der Wildnis

Die Mittagssonne sendet unerbittlich ihre sengenden Strahlen zur Erde. Die Landschaft dehnt sich sonnendurchglüht bis zum Horizont. Kein Baum, dessen Schatten mich vor der Hitze schützen könnte, einzig stachlige Pflanzen bedeckten spärlich den Boden. Der würzige Duft, den sie aussenden, verstärkt mein Hungergefühl, doch ich muss mit dem Essen warten, bis ich das Nachtlager eingerichtet habe. Meine Füße, müde und schwer, sehnen sich nach einer Rast. Mühsam schleppe ich mich weiter. Am Abend erreiche ich ein felsiges Tal. Kristallklares Wasser rauscht über Kiesel. Erleichtert tauche ich die Hände in das kühle Nass. Gierig lösche ich meinen brennenden Durst. Köstlich! Vorerst ist auch der Hunger gestillt, der tagsüber meinem Magen knurrende und grollende Töne entlockt hatte.

Unter funkelndem Sternenhimmel liege ich im Schlafsack und gönne mir drei Stück Schokolade – meine Abendmahlzeit. Während die Süßigkeit im Mund schmilzt und mir ein wonniges Gefühl bereitet, wird mir klar, es ist Zeit, meinen Weg wieder in bewohnte Gebiete zu lenken – ist doch meine Verpflegung so gut wie aufgebraucht. Zu Fuß unterwegs zu sein, hat einen entscheidenden Nachteil: man kann an Lebensmitteln nur mitnehmen, was man an Gewicht tragen kann.

In der Morgendämmerung wache ich auf. Den Himmel färbt im Osten ein rötlicher Schimmer. Ich lausche hinein in das Schweigen zwischen verlöschender Nacht und neuem Tag, fühle mich aufs innigste verbunden mit der Natur, bin untrennbar ein Teil von ihr. Mein Frühstück besteht aus Nüssen und getrockneten Früchten. Dann mache ich mich wieder auf den Weg. Schritt für Schritt komme ich voran. Das ist für mich die richtige Geschwindigkeit, um die Wirklichkeit mit allen Sinnen zu erleben und in mich aufzunehmen. Beim Wandern entsteht ein Gleichklang zwischen mir und der Umwelt. Vom Rhythmus der Schritte getragen, tauche ich ein, verschmelze mit der Wüste, und während sich die Konturen meines Körpers scheinbar auflösen, erfahre ich mich innerlich geweitet bis zum Horizont.

Schon als Kind infizierte ich mich mit der Sehnsucht nach der Ferne. Sie prägte und bestimmte mein Leben. Es bedeutet für mich Freiheit, am Morgen nicht zu wissen, wo ich am Abend schlafen werde. Manchmal habe ich ein Zelt dabei, meist nur einen Schlafsack. Das Gepäck soll so wenig wie möglich belasten, um den Genuss des Unterwegssein nicht zu trüben. Deshalb muss die Verpflegung leicht an Gewicht und dennoch nahrhaft sein: Nüsse, Schokolade, Haferflocken, Trockenfrüchte eignen sich am besten. Mein Körper ist darauf trainiert, noch leistungsfähig zu sein, auch wenn er tagelang mit wenig oder sogar ohne Nahrung geblieben ist.

Einen Kocher verwende ich nur, wenn ich im Winter oder im Hochgebirge wandere. Ich habe die verschiedensten Kocher ausprobiert, aber alle haben einen großen Nachteil – sie benötigen Brennmaterial: Gaskartuschen, Benzin, Petroleum, Spiritus. In unbesiedelten Gegenden bekommt man keinen Nachschub und im Rucksack kann ich nicht ausreichend mitschleppen. Deshalb lasse ich den Kocher bei Wanderungen in Wildnisgebiete meist zu Hause. Allerdings – einen Topf habe ich fast immer dabei, und ebenso unentbehrlich ist ein Keramikfilter, damit ich mir Trinkwasser bereiten kann. Äste, Zweige, Wurzeln finden sich fast überall, und inzwischen habe ich Übung auch unter widrigen Wetterbedingungen ein Feuer zu entzünden. Mit einem Trick, nämlich einer Kerze, gelingt es, sogar feuchtes Holz zum Brennen zu bringen.

Meinen Speisezettel ergänze ich gern, indem ich unterwegs nach essbaren Pflanzen Ausschau halte und Beeren, Früchte und Wurzeln sammle. Hilfreich ist es, dass ich mich mit Pilzen gut auskenne. In der Mongolei wuchsen Pilze in unerschöpflichen Mengen, so dass ich jeden Tag ein anderes Pilzgericht essen konnte: Pilze gebraten, gedünstet, gekocht, als Beilage zu Reis, Nudeln oder Kartoffeln, als Salat oder mit Zwiebeln. Schmeckt köstlich.

Noch mehr Pilzglück hatte ich in Island. Alle Arten dort, waren mir aus Deutschland bekannt. In Südamerika wiederum gedeihen Pilze, die zur Familie der Boviste gehören. Ich entdeckte die Riesenboviste schon von weitem, denn die Pilzkörper leuchteten weiß und maßen mitunter einen halben Meter im Durchmesser. Mit dem feinen, weißen Pilzfleisch konnte ich mich tagelang ernähren.

In den Anden bei über 3.000 Meter Höhe überleben jedoch nur noch wenige Pflanzen. Diese Landschaft wird in Ecuador Paramo genannt; es ist eine baumlose Hochgebirgssteppe. Hartes Pampagras und stachlige Büsche bedeckten den Boden und schützen ihn vor Erosion. Umgeben von Regen, Wind, Nebel und unter einem grenzenlosen Himmel wandere ich seit Tagen durch das karge, menschenleere Ödland. Ich empfinde mich als winziges Pünktchen in dieser endlosen Graslandschaft. Mein Sein wird aufgesogen von der unerbittlichen Strenge dieser Erde ohne Maß, ohne Grenzen. Immer möchte ich so weiter wandern und diese Freiheit nie mehr aufgeben – doch irgendwann spüre ich meinen Körper. Er verlangt nach Wasser, nach Nahrung, nach einer Rast.

Für eine Kochstelle lege ich ein paar große Steine zusammen. Trockenes Gras, Wurzeln und Zweige finde ich in ausreichender Menge. Bald qualmt ein Feuer und ich koche einen Gemüse-Eintopf, die Zutaten hierfür habe ich im Marktort Ambato gekauft. Einen Teller habe ich nicht dabei und esse aus dem Topf, den ich dann mit einem Stück Brot reinige und es als Nachtisch verspeise. Ich freue mich, den Eintopf bis zum letzten Rest ausgenützt zu haben. Dann fülle ich den Topf mit Wasser, um mir einen Tee zu brühen. Auf der Suche nach mehr Brennmaterial entdecke ich im Geröllstaub runde Trittsiegel. Um einen großen Mittelballen gruppieren sich fünf rundliche, kleine Zehenballen – wie bei einer Hauskatze. Weitab jeder Siedlung kann es sich hier nur um eine wilde Katzenart handeln, vielleicht die sehr seltene Pampakatze, die in Ecuador gato de las pampas genannt wird. Vorsichtig folge ich der Spur und hoffe, das Tier irgendwo zu entdecken. Die Augen in die Ferne gerichtet, stolpere ich fast über ein braunes Fellbündel mitten auf dem Wildwechsel. Es handelt sich um ein totes Kaninchen. Offensichtlich hat es die Pampakatze erbeutet und fallen lassen, als sie mich bemerkte. Ohne Beute konnte sie schneller flüchten.

Der Körper des Kaninchens ist noch warm und weich. Von außen sind keine Verletzungen zu entdecken. Die Kaninchen in den Anden, auch conejo del monte genannt, sind kleiner als europäische Kaninchen. Der Kopf ist fast kugelrund und die Ohren kürzer, dafür sind die Augen groß wie Murmeln. Ich lege das Tier zurück und beobachte von weitem mit dem Fernglas, zu gern würde ich die Wildkatze sehen.

Später gebe ich die Hoffnung auf, dass sie noch kommt solange es hell ist. Ein Gedanke in mir nimmt Formen an. Zwar gehört das Kaninchen rechtmäßig der Wildkatze, schließlich hat sie es gejagt, doch mein Appetit auf einen Braten wird immer stärker. Knuspriges zartes Kaninchenfleisch, das wäre eine lukullische Verbesserung meiner Verpflegung. Mir läuft das Wasser im Mund zusammen. Vielleicht hat sich die Katze zu sehr erschreckt und kommt auch in der Nacht nicht zurück – schade um das Fleisch, es würde verderben. So eine Pampakatze ist bestimmt geübt im Jagen und hat vielleicht schon ein nächstes Kaninchen erlegt, beruhige ich mein Gewissen und hole mir die Beute.

Das Abziehen des Felles bereitet mir keine Mühe, habe ich doch mein scharfes Taschenmesser dabei. Ich ritze die Haut am Bauchfell zwischen den beiden Hinterläufen und passe auf, dass die Klinge nicht die Bauchhöhle verletzt. Mit den Fingern fahre ich dann in den Schlitz, erweitere ihn vorsichtig und löse das Fell vom Körper. Als die Öffnung groß genug ist, werden die Hinterbeine hindurch gesteckt und dann ist es ganz einfach das Fell bis nach vorn und dem Tier über den Kopf zu streifen. Danach öffne ich die Bauchhaut bis zum Brustbein, ergreife die Innereien und ziehe sie heraus. Am nächsten Morgen holt sich ein Greifvogel das Darmgeschlinge.

Auf einen Stock gespießt, drehe und wende ich das Fleisch über der Glut. Gut durchgebraten und mit Salz bestreut, schmeckt das Kaninchen vorzüglich zum Pfefferminztee.

Carmen Rohrbach

Von der Schwierigkeit des Gastes bei fremden Völkern zum Essen eingeladen zu werden

Acht braune Fäuste packen das Schwein, zu viert reißen die Männer es zu Boden und fesseln es mit derben Stricken. Es ist ein riesiges Tier, und die Männer haben Mühe, es aus der tiefen Schweinegrube in der es lebte, herauszuheben. Ein fünfter Mann eilt hinzu und stemmt sich von unten gegen den runden Rücken des Tieres. Das arme Wesen quiekt gellend und schrill. Die Männer schleppen es zum Dorfplatz und schlachten es vor den Augen der Dorfgemeinschaft. Mit ernsten Gesichtern verfolgen die Igoroten, ein Bergvolk in Nord-Luzon auf den Philippinen, die Schlachtzeremonie. Die Frauen tragen selbstgewebte Röcke, die bis zu den bloßen Füßen reichen. Ihre langen Haare halten sie mit Bändern aus Knochenperlen zusammen. Die Männer haben um die Hüften einen Lendenschurz gebunden, dem Bahag. Auf ihren Köpfen sitzt ein Bastkäppchen, in dem sie ihre wichtigsten Utensilien aufbewahren und mit sich herumtragen.

Ich bin bei ihnen zu Gast und darf an dem Erntefest teilnehmen, das bedeutet für mich: ich muss vom Schweinefleisch essen. Bei dem Gedanken krampft sich mein Magen zusammen und sendet mir Warnsignale; denn als Kind bin ich beinahe an einer Fleischvergiftung gestorben. Seitdem erregt schon der Geruch von gekochtem Fleisch bei mir Brechreiz. Beharrlich habe ich versucht, während meines späteren Berufes als Forschungsreisende diesen Ekel vor Fleischgerichten zu überwinden. Es gelang mir, mich zu zwingen, Insekten zu probieren, wobei ich entdeckte, dass Käferlarven lecker nach Nüssen schmecken, aber ein Schnitzel zu essen, ist mir bis heute nicht gelungen.

Das Fleisch des toten Schweins wird in einem rußigen Kessel über offenem Feuer mit etwas Salz und viel Wasser gekocht. Inzwischen häufen die Frauen Reis in große Schüsseln. Mir reichen sie einen Löffel. Sie wissen, dass selbst erwachsene Ausländer noch nicht gelernt haben, mit den Fingern zu essen. Schon die Kinder der Igoroten beherrschen diese Kunstfertigkeit. Geschickt mit Daumen, Zeige- und Mittelfinger formen sie aus den Reiskörnern ein Essbällchen, balancieren es graziös zum Mund und schnipsen es mit dem Daumen hinein.

Die Menschen, die mich so friedfertig umringen und mit mir ihr Essen teilen, sind Bauern. Das sieht man ihren verarbeiteten Händen, ihren von Wetter und Wind gegerbten Gesichtern an. Was man aber nicht sieht: Sie waren bis vor kurzem Kopfjäger. Alte Männer berichten mir, wie sie als Jünglinge in benachbarte Dörfer gezogen sind und dort Bewohner erschlugen, Frau, Mann, Kind oder Greis. Mit dem Kopf des Besiegten kehrten sie triumphierend ins heimatliche Dorf zurück. Sie glaubten daran, mit dem Menschenopfer die Fruchtbarkeit ihrer Felder zu verbessern, die Kinderlosigkeit von Frauen zu heilen und sich vor Dämonen und Krankheiten zu schützen. Heute geht von uns niemand mehr auf Kopfjagd, beteuern meine Gastgeber, aber die Vergangenheit ist noch nicht erloschen, sie lebt weiter in Geschichten und Liedern, und sie ist sichtbar am Körper der alten Männer und Frauen; es sind Tätowierungen, die ihnen damals nach einer erfolgreichen Kopfjagd in die Haut geritzt wurden.

Die Igoroden betrachten genau die Gedärme und die Leber des geschlachteten Schweins. Die Eingeweide geben Auskunft über die Zukunft des Dorfes und seiner Bewohner. Aufgabe der Frauen ist es nun, die Därme zu reinigen und mit Blut zu füllen. Als besondere Delikatesse wird das Kochwasser in eine halbierte, leere Kokosschale gefüllt. Ich halte die Luft an, um den Geruch nicht einzuatmen, und stürze die heiße Flüssigkeit auf einen Zug hinunter, damit sie mit meinen Geschmacksnerven nicht in Berührung kommt. Die Igoroden freuen sich, dass es mir so gut schmeckt und füllen sogleich nach. Schon wird mir ein Stück Fleisch in die Hand gedrückt. Ich lasse es unauffällig in die Kokosschale mit der Brühe gleiten, die ich auf den Boden gestellt habe. Dankbar beobachte ich, wie sich ein Hund heranschleicht und mich von Suppe und Fleisch erlöst.

Als weiblicher Gast habe ich den entscheidenden Vorteil, nicht im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen. Als Mann wäre ich Ehrengast und müsste neben den Männern sitzen. Sie würden mich mit Argusaugen beobachten, ob ich meinen Pflichten als Gast gerecht werde und dem Essen der Gastgeber den nötigen Respekt erweise.

Einmal aber gerate ich auf meiner Wanderung durch Palawan, eine der 7.107 Inseln der Philippinen, in eine fast ausweglose Lage. Beinahe hätte ich zum ersten Mal in meinem Leben ein Huhn essen müssen. Ich wandere von der Inselhauptstadt Puerto Princesa zur 250 Kilometer entfernten Ortschaft El Nido hoch im Norden Palawans. Der Pfad schlängelt sich durch Felder, nur selten eine Siedlung. »Where are you going«, höre ich plötzlich eine Stimme. Erschrocken zucke ich zusammen, aber niemand ist zu sehen. Hohe Maisstauden versperren mir die Sicht. Zögernd bleibe ich stehen. Ob ich gemeint bin? Da bewegt sich die Pflanzenmauer und ein Mann tritt heraus. Er ist barfuss. In der Hand hält er eine Hacke. Ein rotes Stirnband bändigt seine langen Haare. Das Hemd ist verschwitzt und staubig. Höflich bittet er mich sein Gast zu sein. Er meint, ich müsse ausruhen, da ich von weit herkomme. Sein kleines Haus steht auf Stelzen, ist mit Palmwedeln bedeckt und hat Wände aus geflochtenen Matten. Innen begrüßt mich Clarita, seine Frau, mit freundlichen Worten. Vier Kinder schauen mich neugierig aus dunklen Augen an. Bald haben sie ihre Scheu verloren, probieren an mir ihr Schulenglisch und plaudern drauf los. Ich bin erstaunt, dass selbst die Kleinsten schon Englisch sprechen, das sie von ihren älteren Geschwistern gelernt haben. Von guter Bildung erhoffen sie sich ein besseres Leben, erfahre ich immer wieder bei Gesprächen mit Kindern und Eltern. Selbst die ärmsten Familien bringen irgendwie das Geld auf, um ihre Kinder zur Schule zu schicken.

Die Familie, bei der ich diesmal zu Gast bin, ist sehr arm. Ihr ganzer Besitz ist ein Huhn. Sie lassen sich nicht davon abhalten, es zu schlachten, um der Ausländerin ein köstliches Mahl vorzusetzen. Das gerupfte Huhn wird in einem Topf mit Wasser gar gekocht. Dazu gibt es Yamswurzel, die sie Cassava nennen. Eltern, Kinder und ich hocken am Boden, in unserer Mitte die beiden Schüsseln mit Hühnerfleisch und Cassava. Im Raum ist es stockdunkel, denn die Sonne ist schon längst am Horizont versunken. Dennoch fällt es meinen Gastgebern auf, dass sie meine Hand immer nur bei der Schüssel mit dem Gemüse spüren. Um sie zu beruhigen, lasse ich meine Hand über der Fleischschüssel schweben. Als sie meine Finger berühren, rufen sie freudig: »Lang nur kräftig zu!«, und merken nicht, dass ich nur in die Luft greife. Obwohl mich mein Gewissen plagt, weil sie wegen mir ihr einziges Huhn geopfert haben, tröste ich mich, dass sie es wenigstens allein essen können.

In der Mongolei ist jemand, der kein Fleisch isst, fehl am Platz, denn es ist die Hauptnahrung der Mongolen und wird schon zum Frühstück serviert. Entweder gekochtes Fleisch mit Nudeln in einer heißen Suppe oder Fleischstreifen, die zum Trocknen am Innengerüst der Jurte hängen, und zum Aufweichen in den Milchtee getaucht werden. Wahrscheinlich schmeckt dieses Trockenfleisch ähnlich wie geräucherter Schinken, aber probiert habe ich es nie, denn die Mongolinnen verwöhnen mich mit den »weißen Speisen«: öröm – süßer Rahm, aruul – steinharter Trockenkäse, airag – Milchschnaps, Joghurt, Milchtee und boorzog, in Hammelfett knusprig gebratene Teigröllchen.

Unterwegs mit Ganbaatar im Gebiet der Chentij Berge reiten wir am Onon Fluss entlang. Das gelbe Herbstgras reicht hoch bis zu den Steigbügeln und streift an meinen Beinen entlang. Der Duft würziger Kräuter erfüllt die Luft. Eine Reiterin kreuzt unseren Weg. In ihrem von der Sonne gebräunten Gesicht glühen rote Wangen. Die Haare trägt sie gescheitelt und zu Zöpfen geflochten, die ihr bis zur Hüfte herab hängen. Ganbaatar macht mich mit der jungen Frau bekannt, sie heißt Toja. Vor meiner Reise in die Steppe habe ich in Ulaan Baatar, der Hauptstadt, Mongolisch gelernt, damit ich mich mit den Nomaden verständigen kann.

Toja besteht darauf, dass wir sie zu ihrer Jurte begleiten, die auf Mongolisch Ger heißt. Der Sitte gemäß reicht sie uns heißen Milchtee, aus viel Milch mit Salz gewürzt und einigen Stückchen zu Ziegeln gepressten schwarzen Tees, der aus China stammt. Toja schlägt mit dem Beil Splitter vom Teeziegel ab und gibt sie in den Kessel, der auf einen Ofen steht, dessen Rohr den Rauch aus der Jurte hinausleitet. Gefeuert wird mit getrocknetem Kuhdung

»Unsere Familie ist reich«, sagt sie zu mir und zählt auf: »700 Ziegen, 300 Schafe, 200 Pferde, 300 Rinder und zehn Hunde.«

Reich an Arbeit bei so vielen Tieren, denke ich, und frage: »Warum zehn Hunde?«

»Wegen der Wölfe. Sie kommen in Rudeln aus den Chentij Bergen und fallen über unser Vieh her.«

Inzwischen ist ihr Mann Bawoo eingetroffen und hat sich gleich daran gemacht, eine Ziege zu schlachten. Sie ist weiß wie Schnee, und ich bedaure ihren Tod. Eben noch sprang sie jung und graziös durchs Gras, glich mit ihrem weißen Fell einem feenhaften Wesen.

Flüsternd frage ich Ganbaatar: »Schlachtet er wegen uns?«

»Bawoo ist mein Freund«, sagt Ganbaatar in einem Ton, als gehöre es zur Freundespflicht, die schönste Ziege der ganzen Herde zu töten.

»Bitte, Ganbaatar, sage deinem Freund, dass ich kein Fleisch esse.«

»Macht nichts«, erwidert Ganbaatar gelassen. »Die Ziege ist klein, die schaffen wir auch ohne dich.«

Ich hatte ihm und seiner Frau Orna bereits bei meiner Ankunft gestanden, dass ich kein gekochtes Fleisch vertrage. Bin ich mehrere Tage zu Gast, gewöhnen sich die Mongolen an mein seltsames Essverhalten, und empfinden es hoffentlich nicht als Beleidigung, dass ich ihr hochgeschätztes Nahrungsmittel verschmähe. Aber bei jeder neuen Begegnung leide ich unter der Peinlichkeit, gegen die Gesetze der Gastfreundschaft verstoßen zu müssen. Toja und Bawoo wird es kränken, wenn ich nicht mitesse. In meiner Not fällt mir nichts Besseres ein, als nach draußen zu gehen.

»Mein Bauch ist krank«, entschuldige ich mich und setze mich vor die Jurte in die Sonne. Die zehn Hunde leisten mir Gesellschaft. Es sind schwarze Kerle, groß wie Kälber. Einer hebt ein Lid, blinzelt und döst weiter. Offenbar rieche ich nicht nach Wolf.

Nach einer Weile ruft Ganbaatar, er habe eine Überraschung für mich. Als ich gebückt durch die niedrige Tür trete und achtgebe, nicht die Schwelle zu berühren, um die Hausgeister nicht zu verärgern, lächelt er mich an und reicht mir Fleisch auf einem Holzspieß. Er hat sich daran erinnert, dass ich gesagt habe, Gegrilltes könne ich essen. Während meines Biologiestudiums haben wir bei Exkursionen am Lagerfeuer Fleisch auf Stöcken ins Feuer gehalten. Dabei entdeckte ich, dass Gebratenes anders riecht und nicht diesen Abwehrreflex bei mir hervorruft wie Gekochtes. Ganbaatar borgt mir sein Messer. Toja, Bawoo und Ganbaatar haben aufgehört zu essen und blicken mich erwartungsvoll an. Ob es dem fremden Gast munden wird? Mutig schneide ich in die von außen schwarz verkohlte Masse hinein. Der köstliche Geruch von gebratenem Fleisch steigt mir in die Nase. Innen ist das Fleisch zartrosa. Toja reicht mir als Gewürz eine grüne Paste: zerkleinerte, in Salz eingelegte Wildzwiebeln, eine Delikatesse. Meine Gastgeber schmunzeln zufrieden über meinen Appetit, und wenden sich wieder ihrem Essen zu. Sie holen sich ganze Keulen aus dem Kessel, beißen hinein und schneiden den Bissen geschickt mit dem Messer knapp vor den Lippen ab.

Bei zahlreichen Völkern auf den verschiedenen Erdteilen war ich zu Gast. Dabei ist mir aufgefallen, dass ausschließlich mit einem Hauptnahrungsmittel der Hunger gestillt wird. Auf Vielfalt, Abwechslung, schmackhafte Zubereitung wird wenig Wert gelegt. Immer wieder habe ich mich gefragt, warum das so ist. Ohne große Mühe und ohne Geld könnten die Leute in der Natur Pflanzen sammeln und mit Gemüse, Früchten und Gewürzen ein köstliches Mahl bereiten. Auf den Philippinen kam bei der einfachen Landbevölkerung nur Reis auf den Tisch: früh, mittags und abends. Man saß auf dem Boden, in der Mitte eine große Schüssel mit gekochtem Reis und jeder griff mit der Hand hinein. Beilagen wurden nicht verwendet, dabei wuchsen vor der Hütte Papaya und Bananen. Bei den Salasaca Indianern in Ecuador wurde nichts anderes als eine dünne Suppe aus Maismehl serviert. In einen Kessel mit Wasser wurde Mehl gequirlt und nichts weiter dazu, kein Gemüse, keine Früchte. Diese Suppe gab es zum Frühstück, zu Mittag und zum Abendessen. Nur an Festtagen schlachteten sie ihre Meerschweinchen, die in einem Verschlag unter den Betten lebten. Die Nomaden im Jemen ernährten sich von Fladenbrot und Milch. Auf dem Markt, dem Suq, war die Auswahl an Gemüse reichlich. Für Nomaden aber keine Option, denn die Sachen wären nicht haltbar gewesen und sie haben selten Gelegenheit auf dem weit entfernten Markt einzukaufen. Stattdessen tauschten sie für ihre Ziegen einige Säcke mit Mehl für die Fladen ein. In Tansania kochten Einheimische, die als Köche in den Farmen angestellt waren, delikate Speisen. Einer dieser Köche lud mich zu seiner Familie ein. Seine Frau bereitete für uns aus Hirsemehl einen Brei, die tägliche Nahrung. Ich fragte den Koch, ob er denn auch für seine Familie nach Rezepten koche, die er von der Farmerin gelernt habe. Er antwortete, was er dort für die Weißen herstelle, schmecke ihm selbst nicht.

Trotz einseitiger Ernährung wirkten meine einheimischen Gastgeber gesund. Keinem war ein Mangel anzusehen. Offensichtlich kommt der Mensch mit viel weniger Vitaminen aus, als uns die Werbung verkündet, und wir machen uns anscheinend unnötige Gedanken um gesundes Essen, wobei der Überfluss, der bei uns herrscht, wahrscheinlich schädlicher ist als einseitige Nahrung.

Doch Essen hat nicht nur die Funktion dem Körper Energie zuzuführen, sondern der soziale Aspekt spielt eine entscheidende Rolle. Meinen Gastgebern war es wichtig, die Mahlzeiten mit allen Mitgliedern einzunehmen. Es waren sowohl Momente der Ruhe und der Besinnung, als auch der Gespräche und des Austausches. Beim Essen entsteht und entwickelt sich das Gemeinschaftsgefühl der Gruppe. Warum aber wird die Mahlzeit nicht wohlschmeckend gestaltet?

Darüber dachte ich immer wieder nach. Dabei ist die Antwort einfach. Wie schon das Sprichwort sagt: »Geschmäcker sind verschieden«. Meine Vorstellung von delikater Zubereitung stimmt nicht mit der meiner Gastgeber überein. Essen bedeutet für die arme und einfache Landbevölkerung, den Hunger zu stillen. Die Menge ist entscheidend, nicht aber pikante Gewürze und nicht die Abwechslung. Ihnen schmeckt das Immergleiche. Von Gerichten, die ich für sie mit meinen Zutaten bereitet hatte, probierten sie aus Höflichkeit nur ein Häppchen. Das Ungewohnte mundete nicht. Unser Geschmackssinn wird in der Kindheit geprägt und ist später kaum noch korrigierbar.

Je wohlhabender eine Familie, umso vielseitiger ihre Essgewohnheiten. Auf den Philippinen, war ich beim Mayor, dem Dorfbürgermeister, zu Gast. Während die Bewohner dieses Dorfes nur Reis aßen, wurde ich bei ihm mit gebratenen Bananen, gekochtem Maiskolben, Camote – Süßkartoffeln, grünen Bohnen und Kürbis verwöhnt. Alle diese Gemüsesorten mussten nicht gekauft werden, sondern wuchsen im Garten vor der Hütte. Jeder Dorfbewohner hätte sich auch einen Gemüsegarten anlegen können. Doch die einfache Bevölkerung war diese Speisen nicht gewöhnt und hatte keinen Wunsch danach. Das zeigte mir, mit steigendem Lebensstandard wird auch der Genuss entdeckt, der mit der Nahrungsaufnahme verbunden sein kann. Wenn die Existenz nicht mehr durch mögliche Hungersnöte, Kriege und Umweltkatastrophen bedroht ist, wenn sie scheinbar gesichert ist, dann erst entwickeln sich Kreativität, Neugier und die Lust, neue

Geschmacksrichtungen auszuprobieren und zu erfinden.

Carmen Rohrbach

Gerhard und Jutta Krauss

Zur Person der Autoren:

Gerhard Krauss, geboren 1928, ein ehemaliger Bankdirektor und seine Frau Jutta Krauss, geboren 1946, erfüllten sich im Jahr 2002 mit einer Fahrradreise um die Welt einen Lebenstraum. Im Alter von 73 bzw. 55 Jahren wollten sie außerdem beweisen, dass auch ein hohes Lebensalter nicht vom scheinbar Unmöglichen abhält.

Die größte Herausforderung für beide war jedoch der Kampf gegen Hitze, Wind und zahlreiche Berge auf den unendlich langen Straßen rund um den Globus. Die schönste »Begleiterscheinung«: der Kontakt zu den Menschen.

WELTerfahrung

Vietnam

Hier oben in den Bergen nahe der Grenze zu Laos und Kambodscha leben die Minderheiten eines Bergvolkes. Die Menschen unterscheiden sich deutlich im Aussehen und der Wohnkultur von den Vietnamesen. Ihr Äußeres steht ganz im Gegensatz zu den zarthellen und schmalen Köpfen der Nordvietnamesen: tiefbraune Haut, hervorstehende Backenknochen, weniger schmale Augen und breite Köpfe. Sie begegneten uns etwas zurückhaltender und wirkten zuerst verunsichert. Doch wenn wir ihnen zulächelten, kam erleichtertes Lachen zurück. Ihre Behausungen waren bescheidene Hütten, meist auf Stelzen im leuchtend roten, lehmigen Sand. Die Häuschen hatten geflochtene Seitenwände und waren mit Stroh gedeckt.

Als wir an einer Brücke vor einem langen Berg anhielten, hatten wir sofort einige Leute um uns. Eine Frau winkte einladend hinüber zu ihrem bescheidenen Häuschen und machte mit ihren Händen die Geste für »Schlafen«. Es war ein idyllisches Plätzchen. (…)

Mir hätte es gefallen, zu bleiben, aber wir hatten unseren Zielort Ngia im Auge und es war noch früh am Tag. Ziemlich ausgelaugt von den ständigen Bergfahrten und der Hitze kamen wir abends an und beschlossen, einen Tag länger zu bleiben, um uns in die gemütlich-anheimelnde Atmosphäre dieses Bergdorfes einzufühlen. (…)

Unser Stammlokal wurde für diese zwei Tage, ein für diese Dörfer typisches, nach außen offenes Restaurant. Die Decken aus dünnen Holzbrettern strahlen einen Hauch von Wildwest aus. Kinder zwischen sieben und zehn Jahren servierten und wischten die Tische mit gewollter Gründlichkeit ab. Jutta sah dabei großzügig über den dunklen Putzlappen hinweg. Sie machten einen glücklichen Eindruck.

Zwischen den beiden Teilen des Esslokals hing die Hängematte. Der kleine Bub schaukelte dort, wenn er zwischen seinen Putz- und Serviceaufgabe Zeit fand. Wenn weitere Gäste kamen, legte er die Hängematte zur Seite.

Wir belohnten uns mit einer Nudelsuppe, die einmalig gut schmeckte. Die Suppe bestand aus Brühe, Glasnudeln, Sojasprossen, Zwiebellauch und ein wenig fein geschnittenem Fleisch. Wenn ich dann und wann auf feine, undefinierbare Knöchelchen in meiner Suppe traf, fragte ich mich im Stillen, ob ich jetzt vielleicht an einem Hundeknochen knabberte. Aber den Gedanken verdrängte ich, sonst hätte ich nicht mehr weiteressen können.