Wladimir Iljitsch Lenin - Die pervertierte Moral - Gottfried Mai - ebook

Wladimir Iljitsch Lenin - Die pervertierte Moral ebook

Gottfried Mai

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Opis

Im Ostblock nimmt die Abneigung gegen Lenin zu und obwohl sich sogar die chinesischen Kommunisten als Realpolitiker von der unbrauchbaren Doktrin des Leninismus abwenden, erfreut sich im freien Westen die Lehre Lenins einer vorhandenen Beliebtheit und Verharmlosung. Im Vergleich zu Stalin mag Lenin harmloser erscheinen, doch er ist als Urheber für eine in der Geschichte nie zuvor dagewesene Häufung von schlimmsten Verbrechen hauptverantwortlich. Wenn linke Träumer uns, die wir unter der Diktatur des Kommunismus in Ostdeutschland aufgewachsen sind, mit einer positiven Wertung des Leninismus überzeugen wollen, so ist das genauso absurd, wie wenn ein Spätgeborener einem Überlebenden von Ausschwitz erklären würde, es habe niemals Konzentrations- oder Massenvernichtungslager gegeben. Wer Lenin kritisch liest, wird erschrecken, wie offen dieser den Terror und die Diktatur nicht nur bejaht, sonder auch praktiziert hat. Der frühe Gollwitzer stellte fest: Wer die Menschen hindert, sich mit dem Marxismus—Leninismus rechtzeitig auseinanderzusetzen, trägt dazu bei, dass sie ihm wehrlos verfallen, sobald er über sie herrscht.

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Wladimir Iljitsch Lenin

Die pervertierte Moral

Gottfried Mai

Impressum

© 2014 Folgen Verlag, Wensin

Autor: Gottfried Mai

Cover: Eduard Rempel, Düren

Lektorat: Mark Rehfuss

ISBN: 978-3-944187-25-9

Verlags-Seite: www.folgenverlag.de

Kontakt: in[email protected]

Shop: www.ceBooks.de

Lenin - Die pervertierte Moral ist früher als Buch im Schwengeler Verlag, Berneck, erschienen.

Dieses eBook darf ausschließlich auf einem Endgerät (Computer, eReader, etc.) des jeweiligen Kunden verwendet werden, der das eBook selbst, im von uns autorisierten eBook-Shop, gekauft hat. Jede Weitergabe an andere Personen entspricht nicht mehr der von uns erlaubten Nutzung, ist strafbar und schadet dem Autor und dem Verlagswesen.

Inhalt

Vorwort

Kapitel 1: Lenins Kindheit und Jugend

1. Verhängnisvolle Weichenstellung

2. Die Familie Uljanow

3. Studium und Berufsausbildung

Kapitel 2: Die Begegnung mit dem Marxismus

1. Die besondere Situation Russlands

2. Lenin und der Marxismus

3. Der Marxismus und das zaristische Russland

4. Im politischen Untergrund

5. In der Verbannung

Kapitel 3: Lenin in der Emigration und Illegalität

1. Der Aufbau eines Propagandaorgans

2. Die Geburt des Bolschewismus oder die Spaltung der Bewegung

3. Die Revolution 1905

4. Lenins Kampf gegen die demokratische Volksvertretung

5. Die hohe Moral der Bolschewiki

Kapitel 4: Das zweite Exil

1. Die Überwindung der Resignation

2. Lenins Gefühlsleben

3. Parteigezänk und die endgültige Spaltung der russischen Sozialdemokratie

4. Lenin und der 1. Weltkrieg

5. Christliche Ethik und Leninsche Moral

6. Lenins Lehre vom Krieg

7. Die Verkehrung der moralischen Werte

8. Lenins Hass auf die Sozialdemokratie

Kapitel 5: Das Revolutionsjahr 1917 - Eine Wende der Weltgeschichte

1. Der Demagoge Lenin

2. Die Februarrevolution

3. Lenins Rückkehr nach Russland

4. Gewalt und Lüge

5. Die Große Sozialistische Oktoberrevolution

6. Lenin als Staatsmann

Kapitel 6: Die Pervertierung der Moral

1. Der große Terror

2. Der Gedanke der Weltrevolution

3. Lenins Kampf gegen die Religion

4. Die Schaffung einer Ersatzreligion

5. Leninismus und Wissenschaftlichkeit

Vorwort

Eine objektive Darstellung Lenins und seines Lebenswerkes ist für einen Menschen, der in einem Land aufwuchs, das unter der Herrschaft marxistisch-leninistischer Ideologie steht, schwer möglich. Entweder wird er als Nutznießer des Systems freiwillig oder als Opportunist einer Leninverehrung huldigen, oder aber als Leidtragender den roten Götzen restlos ablehnen, dessen Werk in entscheidender Weise das Leben aller im Ostblock lebenden Menschen gestaltet, ja, darüber hinaus weitreichende Folgen für viele Bürger in der freien westlichen Welt bewirkt. So entzündet sich an der Person Wladimir Iljitsch Lenins, der wie kein anderer Mann die Weichen für die Geschichte des 20. Jahrhunderts gestellt hat, Zustimmung oder Ablehnung.

Der Verfasser ist nach dem 2. Weltkrieg in dem Teil Deutschlands aufgewachsen, wo seit 1945 der Bevölkerung die Ideologie des Marxismus-Leninismus aufgezwungen werden soll. Er erlebte als Kind, wie die russische GPU eine Neuauflage des roten Terrors begann, die die Tscheka als ihre Vorgängerin nach 1917 in Russland entfacht hatte. Das war zwar nur eine kurze Phase im östlichen Nachkriegsdeutschland, aber die wahllosen Verhaftungen, Verschleppungen, Vergewaltigungen, Plünderungen und Erschießungen, sowie die zahlreichen Verzweiflungstaten terrorisierter Menschen in Einzel- oder Gruppenselbstmorden, haben einen unauslöschlichen Eindruck hinterlassen und von Anfang an eine Abwehrhaltung gegen den Leninismus in seiner damals stalinistischen Ausprägung hervorgerufen. Doch gab es daneben auch über lange Jahre hinweg positive Begegnungen ohne die belastende Ideologie mit russischen Soldaten in ihrer herzlichen Fröhlichkeit und Hilfsbereitschaft, mit der herrlichen russischen Sprache und der Literatur, mit der in die Tiefe gehenden russischen Musik und Kunst. Aber die Abneigung gegen Lenin und seinen damals noch lebenden Nachfolger Stalin, sowie gegen die Bewegung der Bolschewiki, blieb.

Millionenfach klebt Blut an Lenins Händen. Es ist nicht bekannt, dass Lenin jemals mit eigenen Händen einen Menschen umgebracht hat. Nach Solschenizyn konnte er nicht einmal mit einer Pistole umgehen. Aber was besagt das schon? Auch Hitler oder sein SS-Chef Himmler haben selbst nie einen anderen umgebracht und galten sogar als ausgesprochen tier- und kinderliebend. Sie ließen das schmutzige Handwerk durch ihre Helfershelfer ausüben.

Angelica Balabanoff, die langjährige Sekretärin Lenins, versucht eine Ehrenrettung, wenn sie den gegebenen «unzähligen Verbrechen des Bolschewismus gegen die Menschheit» und «so vielen Grausamkeiten des von Lenin gegründeten Regimes» die «Selbstlosigkeit Lenins als Individuum» gegenüberstellt. Sie steht schließlich vor dem Rätsel: «Wie erklärt sich der scheinbare oder tatsächliche Widerspruch zwischen Lenin, dem Kämpfer für Freiheit, Gleichheit und Recht, und dem Unterdrücker von Freiheit, Gleichheit und Recht, der er nach der Machtergreifung durch die Bolschewisten wurde; wie erklärt sich der tatsächliche oder scheinbare Widerspruch zwischen dem Menschen, dessen einziges Ziel die Verwirklichung einer Gesellschaftsform war, in der es weder Lüge noch Eigennutz geben sollte, und dem Menschen, der den Grundsatz ›der Zweck rechtfertigt die Mittel‹ nicht nur zur Richtschnur seiner eigenen Tätigkeit gemacht hatte, sondern auch unzählige Menschen veranlasste, ihm auf diesem Weg zu folgen?»1

Des Rätsels Lösung ist einfach: Lenin hatte sich in jungen Jahren entschieden vom lebendigen Gott abgewandt. Blind im Hass verlor er alle Maßstäbe für christliche Werte und Normen. Was dabei herauskam, war eine verzerrte, eine pervertierte Moral. Unter diesem Gesichtspunkt ist das vorliegende Buch geschrieben. Es behandelt nicht die Darstellung vom Historischen und Dialektischen Materialismus oder von anderen Grundlehren des Marxismus. Aus Selbstzeugnissen Lenins und den Leiden zahlloser Betroffener und den Erfahrungen des Verfassers wird aufgezeigt, welche Folgen eine verzerrte Moral auf dem Lebensweg Lenins zeitigte, und welche Wirkung sie für die Menschen unter der Diktatur der marxistisch-leninistischen Ideologie bekam.

Die Volksrepublik China hat gegenwärtig begonnen, den ihr artfremden übergestülpten Marxismus-Leninismus abzustreifen. Es bleibt zu hoffen, dass nach 70-jähriger ideologischer Gefangenschaft mit den Begriffen «Perestroika» und «Glasnost» durch Gorbatschow eine Befreiung des russischen Volkes eingeleitet wird, und der Leninismus dort landet, wo er hingehört, nämlich auf dem Müllhaufen der Geschichte.

Wilhelmshaven

Dr. Dr. Gottfried Mai

1 Angelica Balabanhoff: Lenin, Hannover 1961 S. 5 ff.

Kapitel 1

Lenins Kindheit und Jugend

1. Verhängnisvolle Weichenstellung

Im Sommer des Jahres 1885 besuchte der Pope in der Stadt Simbirsk den Provinzial-Schulinspektor Ilja Uljanow. Dieser war ein frommes Gemeindeglied der russisch-orthodoxen Kirche. Wie so viele Väter mit ihren Söhnen hatte auch er Probleme mit seinem heranwachsenden fünfzehnjährigen Sohn Wladimir. Als treuen Besucher der Gottesdienste bedrückte ihn die Einstellung des Sohnes, der so gar nicht mehr wie bisher am Gottesdienst teilnehmen wollte. So fragte er in seiner Not den Priester um Rat. Er bemerkte nicht, dass sich der Sohn im Nebenraum aufhielt und Zeuge des Gesprächs wurde, das die beiden Erwachsenen über diesen führten. So entging es dem lauschenden Sohn nicht, dass der Pope dem Vater den Rat gab: «Prügeln, prügeln sollte man ihn!»2 Voller Empörung riss sich der junge Wladimir Iljitsch Uljanow das Kreuz, das er bisher an einem Kettchen um seinen Hals getragen hatte, herunter und stampfte mit seinen Füßen darauf herum.3 Mit dieser Religion war er fertig. Nie wieder wollte er etwas von ihr hören. Und so blieb es auch.

Zeit seines Lebens blieb dieser junge Mann, der später als Revolutionär den Namen Lenin annahm, theologisch-christlich auf der Stufe des unreifen Verstandes eines Fünfzehnjährigen stehen. Er machte sich nie mehr die Mühe, tiefer in das Wesen des christlichen Glaubens einzudringen. Für ihn bedeutete Kirche und Religion, sooft er darüber sprach oder schrieb, nur ein Mittel der Herrschenden, die unteren Klassen zu unterdrücken. An seiner Stellung zum Glauben zeigte sich Lenin von Jugend auf als starrsinniger Mensch, geprägt durch starke Vorurteile, der nicht objektiv zu denken vermochte. Da sich diese Haltung nicht nur gegenüber dem christlichen Glauben, sondern auch auf anderen Gebieten offenbarte, wirkte sich das nicht nur verheerend für das persönliche Heil Lenins aus, sondern auch auf die vielen Millionen Menschen, die unter seinem Lebenswerk zu leiden hatten und immer noch leiden müssen.

Für den Historiker ist es müßig, zu fragen: was wäre, wenn … Doch wir können mit Sicherheit annehmen, die Geschichte unseres Jahrhunderts wäre völlig anders verlaufen, hätte Lenin nicht im Pubertätsalter mit seinem unreifen Verstand auf Grund eines zufällig mitgehörten dummen Rates eines ungebildeten Religionsdieners die negative Entscheidung über die schwierigsten Dinge menschlichen Denkens wie die Existenz Gottes, das Erlösungswerk Christi, Kreuz und Auferstehung, das ewige Leben, das Wesen der Gemeinde Christi und anderes mehr gefällt. Ehe er in diese Dinge eindrang und richtig kennenlernte, hatte er sie für immer abgelehnt.

Ein weiteres Ereignis hat den jungen Lenin nicht minder geprägt. Sein älterer Bruder Alexander hatte sich als Student in Petersburg der revolutionären Partei «Narodnaja Wolja» («Der Volkswille») angeschlossen. Schon bald mauserte sich der stille Alexander zum Führer einer Terroristengruppe. In seiner Studentenwohnung wurde der Plan gefasst, den Zaren Alexander III. am 1. März 1877 zu ermorden, in Erinnerung an das genau sechs Jahre zuvor erfolgte Attentat auf Alexander II., den Vater des gegenwärtig regierenden Zaren. Zum Anschlag kam es nicht. Alexander Uljanow und seine Genossen wurden verhaftet. Um die Kameraden zu entlasten, übernahm Alexander die Hauptverantwortung für den Anschlag und bekannte sich zu Taten, die er nie begangen hatte. Er riet den Freunden, alle Schuld auf ihn zu schieben. Die Verteidigung durch einen Anwalt ablehnend verteidigte sich Alexander selbst: «Es war meine Absicht, bei der Befreiung des unglücklichen russischen Volkes mitzuhelfen. Unter einem System, das jede Redefreiheit verbietet und jede legale Bestrebung, die dem Wohl der Aufklärung des Volkes dienen will, unterdrückt, bleibt nur der Weg des Terrors übrig … Daher muss jedes Individuum, das sich gegen das Unrecht auflehnt, zum Terror greifen. Der Terror ist unsere Antwort auf die Gewalttätigkeit des Staates …»4

Alexander Uljanow und der harte Kern der Gruppe wurden zum Tode verurteilt, die Todesstrafe von zehn weiteren Angeklagten in lebenslange Haft umgewandelt. Ein Gnadengesuch an den Zaren lehnte der junge Revolutionär ab.

Alexander Uljanow war in den Augen des jüngeren Bruders Wladimir das große Vorbild. Nach dem Tode des Vaters am 24. Januar 1886 hatte er sich noch enger an den älteren Bruder angeschlossen. Deshalb traf ihn das Schicksal seines Idols besonders hart.

Am 8. Mai 1887 wurden Alexander und vier seiner mitangeklagten Kameraden durch den Strang im Hof der Festung Schlüsselburg in der russischen Hauptstadt hingerichtet. Als Wladimir die Petersburger Zeitung mit der Nachricht der Vollstreckung des Todesurteils an seinem Bruder erhielt, warf er sie wütend zu Boden und schrie: «Das sollen sie büßen, das schwöre ich!»5

Die zweite Weichenstellung war vollzogen. Von nun an kannte Wladimir nur noch ein Lebensziel: Rache für seinen Bruder. Von unauslöschlichem Hass geprägt ließ er sich durch keine Umstände mehr vom eingeschlagenen Weg abbringen.

Lenin hat oft das Wort „Humanität“ im Mund geführt und sich als deren Anwalt verstanden. Selbst wenn man darin eine ehrliche Absicht gelten lasst, so bewahrheitete sich doch in seinem Lebenswerk, bedingt durch die erste Weichenstellung der Abwendung vom christlichen Glauben, die lateinische Weisheit, dass Humanität ohne Divinität zur Bestialität wird.

2. Die Familie Uljanow

Der große Arbeiterführer Wladimir Iljitsch Lenin, der den ersten Arbeiter- und Bauernstaat der Welt gründete, entstammte einer geadelten Intellektuellen-Familie. Er wurde am 22. April 1870 in Simbirsk an der Wolga geboren. Nach dem russischen Kalender war es der 9. April. Russland hatte die gregorianische Kalenderreform nicht mitgemacht und hinkt deshalb um 13 Tage hinter dem übrigen Europa her. Die Oktoberrevolution fand nach russischer Zählung am 24. Oktober, nach europäischem Kalender jedoch am 7. November statt. Papst Gregor XIII. hatte 1582 eine Reform des auf Cäsar zurückgehenden Julianischen Kalenders durchgeführt.

Simbirsk, das heutige Uljanowsk, war eine kleine rückständige Provinzhauptstadt, in der der Vater Ilja Nikolajewitsch Uljanow kurz vor der Geburt Lenins die Stelle des Schulinspektors für das ganze Gouvernement angetreten hatte. Lenin war das vierte Kind von insgesamt acht Geschwistern, von denen zwei bald nach der Geburt verstarben.

Man kann nicht sagen, dass die Uljanows reich gewesen waren. Aber als Angehöriger des Beamtenstandes hatte der Vater ein gutes Auskommen und Not hatte die Familie nie zu leiden gehabt, selbst dann nicht, als der Ernährer durch einen frühen Tod hinweggerafft wurde. «Das Fehlen von erniedrigender Not oder demoralisierendem Überfluss»6, wie Trotzki das Elternhaus Lenins beschreibt, schaffte eine behagliche Atmosphäre, in der Interesse für Literatur und Musik vorherrschten. Der Vater legte Wert auf ein harmonisches Familienleben und gab durch sein Beispiel von Arbeits- und Pflichtbewusstsein sowie seine Ehrlichkeit und Frömmigkeit ein Vorbild für alle Angehörigen.

Ilja Nikolajewitsch Uljanow stammte aus kleinbürgerlichen Kreisen der Stadt Astrachan an der Mündung der Wolga. Der Großvater Wassil Uljanow war noch Bauer gewesen. Der dann 1765 geborene Nikolai Wassiljewitsch Uljanow erlernte das Schneiderhandwerk. Als Ilja Nikolajewitsch Uljanow 1831 als vierter Sohn Nikolais geboren wurde, war dieser bereits 66 Jahre alt und als Nikolai 1838 starb, musste der älteste Sohn, Wassil Nikolajewitsch, die Vormundschaft für den jüngeren Bruder Ilja übernehmen. Iljas Mutter, die 25 Jahre jünger als ihr Mann gewesen war, war Kalmückin. Von ihr dürfte Lenin das asiatische Aussehen geerbt haben. Da sie außerdem Analphabetin war, lag ihr wenig an einer höheren Bildung ihres jüngsten Sohnes Ilja. Da nun Wassil den Lebensunterhalt der Familie erwerben musste – er tat dies als Salinenbereiter, Fuhrmann und Handlungsgehilfe – übertrug er seinen Wunschtraum, einmal studieren zu können, auf den damals siebenjährigen Ilja. Er ermöglichte unter ständigen eigenen Entbehrungen dem Bruder den Besuch des Astrachaner Gymnasiums und später das Studium an der Universität Kasan. Ilja wusste, was er seinem Bruder, dem er lebenslang in Dankbarkeit zugetan blieb, schuldig war und brachte beste Leistungen. 1854 bestand er die Abschlussprüfung als Mathematik- und Physiklehrer und erhielt sofort eine Stelle am Adelsinstitut in Pensa. Von dort wurde er 1863 an das Gymnasium in Nishegorod versetzt.

In Pensa verkehrte Ilja Nikolajewitsch Uljanow im Hause seines Kollegen Wereschnikow, der mit Anna Blank verheiratet war. Es war beiderseitige Liebe, als er die zu Besuch weilende Schwester Annas, Maria Alexandrowa Blank kennenlernte und sich mit ihr im Frühjahr 1863 verlobte. Im August des gleichen Jahres heirateten sie und siedelten nach Nishegorod über, wo Ilja am Knaben- und Mädchengymnasium unterrichtete.

Maria Blank kam aus einer wolhynien-deutschen Familie. Ihr 1802 geborener Vater, Alexander Dimitrijewitsch Blank, hatte Medizin studiert, war als Polizeiarzt tätig gewesen und leitete später eine Abteilung eines Krankenhauses. Ihre Mutter, Anna Groschopf, entstammte einer reichen Lübecker Familie. Ihr Vater, Johannes Groschopf, war mit der Schwedin Anna Östedt verheiratet. Zwei Söhne des alten Groschopf bekleideten leitende Funktionen: Karl avancierte zum stell-vertretenden Direktor im Außenhandelsdepartement und Gustav war Leiter der Zollinspektion in Riga.7

Maria Blank war 1835 geboren. Drei Jahre später starb ihre Mutter. Mit ihren vier Geschwistern wurde sie von ihrer Tante Katharina erzogen. Der Vater, Alexander Blank, übersiedelte in den vierziger Jahren in den Ural, wo er als Militärarzt diente. Er war so wohlhabend, dass er sich ein Gut kaufen konnte. In Kokuschkino wuchsen die Kinder auf. Maria Blank erhielt eine deutsche Erziehung, die ihre Schwerpunkte in Musik, Sprachen und Literatur setzte.

Maria war kaum aus dem geliebten Kokuschkino herausgekommen. Als sie Ilja Uljanow kennenlernte und heiratete, war sie bereits 28 Jahre alt. Das jungverheiratete Ehepaar fand in Nishegorod schnell gesellschaftlichen Anschluss. Man wohnte neben dem Gymnasium. Es gab gleichgesonnene Lehrerehepaare und das kulturelle Leben war annehmbar. Die Lebensverhältnisse änderten sich jedoch mit der Übersiedlung nach Simbirsk. Dort war die Stelle eines Volksschulinspektors für das Gouvernement Simbirsk neu geschaffen worden. Es gab nur wenige Schulen im Bezirk und diese befanden sich in einem katastrophalen Zustand. Ein Pressebericht aus jener Zeit führt für einen Kreis mit 180.000 Einwohnern 16 Schulen und 300 Branntweinschenken auf.8

Unter den Reformen des neuen Zaren, Alexander II., deren wichtigste die Aufhebung der Leibeigenschaft darstellte, sollte auch das Unterrichtswesen erfasst werden. Es fehlten der Regierung jedoch die Kontrollen über die Durchführung. Deshalb wurde Ilja Nikolajewitsch Uljanow der Posten eines Inspektors der Volksschulen des Bezirks Simbirsk angeboten. Das Gouvernement nannte damals etwa eine Million Einwohner sein eigen. Da dieser Posten keine Vorteile bot, weder Schmiergelder noch Nebeneinkünfte brachte, riss sich niemand darum. Ilja Uljanow jedoch nahm die Aufgabe ohne Zaudern an. Und er nahm seinen Auftrag ernst.

Das machte ihn in der neuen Gesellschaft der bestechlichen Intriganten von Simbirsk verdächtig und zu einem Außenseiter. Auch die Bauern standen dem neuen Inspektor ablehnend gegenüber. Bildung brauchten sie nicht. Vielfach bezahlten sie die Lehrer dafür, dass sich diese verpflichteten, die Schüler nicht von der Feldarbeit wegzuholen.

Ilja Uljanows Aufgabe bestand in der Neuordnung der wenigen bestehenden Schulen, der Anwerbung und Umschulung von Lehrern sowie dem Neubau von Schulen. Dazu musste er ständig in einem Gebiet unterwegs sein, wo es weder Eisenbahn noch feste Straßen gab. Er reiste zu Pferde und im Schlitten, durch Wald und Steppe, durch Schlamm und Schneesturm. Es galt zu erklären, zu überzeugen, zu drohen, anzuordnen, zu planen, zu bauen und Gelder zu beschaffen. In den 17 Jahren seines Wirkens erhielt das Gouvernement Simbirsk 450 neue Schulen. Hier traten jene Zielstrebigkeit, Ausdauer, Kraft und Überzeugungsgabe zutage, die Lenin von seinem Vater geerbt zu haben scheint.

Ilja Uljanows Einsatzfreudigkeit sollte nicht unbelohnt bleiben. Im Jahre 1874 ernannte ihn die Schulbehörde zum Direktor der Volksschulen, dem mehrere Inspektoren unterstanden. Dazu brachten die Verleihung des Ordens des heiligen Wladimir und der Rang eines «Wirklichen Staatsrates» die Erhebung in den erblichen Adelsstand. Das Gefühl der Dankbarkeit gegenüber seinem älteren Bruder Wassil, der ihm den Aufstieg ermöglicht hatte, und die tiefe Frömmigkeit in der Verbindung zu seiner russisch-orthodoxen Kirche, hatten Ilja Uljanow zu seiner vorbildlichen Pflichttreue und zum rastlosen Arbeitseifer motiviert. Sie übten zwar einen tiefen, jedoch nicht nachhaltigen Eindruck auf seine Kinder aus.

In Nishegorod waren drei Kinder geboren worden: Anna im Jahre 1864, Alexander 1866 und Olga 1868. Olga starb noch im gleichen Jahr. Nach der Übersiedlung 1870 wurde Wladimir geboren, ein Jahr später ein Mädchen, das wiederum den Namen Olga erhielt, 1873 Nikolai, der auch nach der Geburt starb, 1874 Dimitrij und als letzte 1878 Maria.

Die Uljanows fühlten sich in Simbirsk nicht so wohl. Die neue Heimat stand kulturell weit hinter Nishegorod zurück. Der russische Dichter Iwan Alexandrowitsch Gontscharow (1812-1891) sagt von seiner Heimatstadt Simbirsk: «Das ist keine Stadt, sondern ein Friedhof.»9 900 Kilometer von Moskau entfernt, ohne Eisenbahnanschluss, mit einer Zeitung, die zweimal pro Woche erschien, musste Simbirsk wie eine typische Hinterwaldsiedlung wirken. Auf dem «Krone» genannten Berg lag das vornehmere Stadtviertel, wo sich um Dom, Verwaltungsgebäude, Lehranstalten und Boulevard die Häuser der Adeligen scharten.

Der aus dem Kleinbürgertum kommende Schulinspektor mit seiner deutschstämmigen Frau konnte natürlich nicht als gleichwertig in die vom Adel geprägte Gesellschaft Simbirks aufgenommen werden. Die Uljanows mussten ein am Rande der «Krone» gelegenes Haus beziehen. Die reichen Kaufleute der Stadt waren grob und ungebildet und nicht weniger exklusiv als die Kreise des Adels. Mit Missgunst und Ironie begegneten sie dem gewissenhaften Schulinspektor, der als loyaler Regierungsbeamter auch nicht mit den verdächtigen Kreisen der radikalen Intelligenz in Verbindung treten konnte. Diese diskriminierende Haltung des Bürgertums lasst den Wesenszug im Charakter Lenins verständlich erscheinen, mit dem er später in fanatischem Hass die Bourgeoisie verfolgte.

Ilja Uljanow litt nicht so sehr unter der Isolierung wie seine Familie, da er sich ja ständig beruflich unterwegs befand. Die Mutter überwand die Eintönigkeit ihres Lebens durch intensive Beschäftigung mit den Kindern, die sie selbst unterrichtete und für das Gymnasium vorbereitete. Als das fünfte Kind zur Welt kam, wurden für die Aufgabe des Unterrichts der Hauslehrer Kalaschnikow und später die Lehrerin Kaschkadamowa angestellt.

Die Kinder erhielten eine streng religiöse Erziehung. Ilja Uljanow war seit seinen Kindheitstagen aus innerer Überzeugung «Christ». Er besuchte regelmäßig den Abendgottesdienst, nicht nur weil er pflichttreuer Beamter des Zaren war. Gemäß den Bräuchen seiner Kirche fastete er und nahm das Abendmahl und beteiligte sich rege am Gemeindeleben.

Wie an sich selbst stellte der Vater auch an seine Kinder höchste Ansprüche hinsichtlich christlicher Religionsausübung. Sie bewirkten das Gegenteil. Die Kinder lehnten den autoritären Charakter des Vaters ab. Sie öffneten sich mehr dem Einfluss der Mutter. Über das Wesen der Mutter, die in der kommunistischen Literatur mit dem Glorienschein einer Heldenmutter und Wegbereiterin der Revolution versehen wird, ist unter dem Wust der historischen Verfälschung nicht viel zu erfahren. Nur soviel lasst sich feststellen, dass sie abgesehen von einer deutschen Weihnachtsbaum-Mentalität – auch Lenin behielt später die Sitte des Weihnachtsbaumes inkonsequenterweise bei – im Gegensatz zu ihrem Mann über keine Tradition einer Kirchlichkeit verfügte. Wie sich die Tochter Anna erinnerte, «besuchte sie ebenso selten die russische Kirche wie die deutsche».10

Wir wissen nicht, ob sie nach ihrer Heirat Lutheranerin blieb oder zur orthodoxen Kirche übertrat. Allerdings behielt sie sich einen Rest von Religiosität in den dunklen Stunden des Lebens, als der Sohn Alexander vierjährig todkrank darniederlag. «Bete für Sascha!», gebot sie der sechsjährigen Anna und fiel selbst vor dem Heiligenbild auf die Knie. Und 17 Jahre später, als Alexander auf seine Hinrichtung im Petersburger Gefängnis wartete, wiederholte sie die Bitte an Anna: «Bete für Sascha!«

Alexander hatte sich schon längst vom kirchlichen Glauben entfernt. Der Vater, der Verdacht geschöpft hatte, dass der Sohn nicht mehr glaube, fragte ihn eines Tages: «Gehst du heute zur Abendmesse?» Das folgende überzeugte klare «Nein» Alexanders ließ den Vater erkennen, dass er mit seiner religiösen Erziehung gescheitert war.11 Alexander war das große Vorbild für Wladimir. Anna berichtet: «Er machte Alexander immer alles nach.»12 Wenn man ihn fragte, sich für eine Sache zu entscheiden, blickte er immer auf den älteren Bruder und scheute sich nicht, auch trotz des Spottes anderer Kinder zu antworten: «Wie Alexander.»13

Die in der kommunistischen Literatur aufgestellte Behauptung, die Eltern hätten die Kinder unter zu Grundelegung der pädagogischen Anschauungen des revolutionären Intellektuellen N.A. Dobroljubow zu Revolutionären erzogen,14 entbehrt der Realität. Auch die Idylle «im Hause Uljanow herrschte stets Eintracht und Liebe … Die Eltern waren bemüht, ihnen eine vielseitige Bildung zu vermitteln und erzogen sie zur Ehrlichkeit und Arbeitsliebe, zur Feinfühligkeit gegenüber den Nöten des Volkes, der Werktätigen. In der Folgezeit wurden sie alle Revolutionäre …»,15 ist weitgehend eine nachträgliche Konstruktion sowjetischer Ideologen.

Richtig ist, dass der Vater Ilja Nikolajewitsch seinen Kindern eine möglichst gute Ausbildung zukommen ließ, aber er tat es von seiner christlichen, wenn auch schroffen Grundhaltung her. Die ethischen Werte, die er vermittelte, haben jedoch keine tiefere Wirkung erzielt. Wladimir entwickelte schon bald seine eigenen menschenfeindlichen Anschauungen.

Wladimir soll ein Musterschüler gewesen sein. Als Fünfjährigem erteilte ihm die Mutter Klavierunterricht, den er aber für eine «eines Knaben unwürdige Beschäftigung»16 bald abbrach.

Im Herbst 1879 kam Wladimir aufs Simbirsker Gymnasium. Er besaß die Fähigkeit, konzentriert und systematisch zu arbeiten. Dazu war er von einer Wissbegier geprägt, die ihn veranlasste, Wissensgebiete über den Schulstoff hinaus zu erarbeiten. Er erreichte jedes Klassenziel mit überdurchschnittlichen Noten. Als er 1887, einen Monat nach der Hinrichtung seines Bruders Alexander, das Abitur ablegte, wurde er als bester Schüler mit einer goldenen Medaille ausgezeichnet. Direktor des Gymnasiums war Fedor Kerenski, der Vater Alexander Kerenskis, dessen Provisorische Regierung W.I. Lenin im Jahre 1917 stürzen sollte. Fedor Kerenski war von Ilja Nikolajewitsch als Vormund testamentarisch für die Uljanow-Kinder und damit auch für Wladimir als Vormund eingesetzt. Er urteilt über den jungen Lenin: «Außerordentlich begabt, ständig eifrig und akkurat, war Uljanow in allen Klassen der beste Schüler und wurde bei Beendigung des Studienganges wegen seiner Erfolge, seiner Entwicklung und seines Betragens als Würdigster mit der goldenen Medaille ausgezeichnet. Weder im Gymnasium noch außerhalb desselben wurde bei Uljanow auch nur ein einziger Fall beobachtet, wo er in Wort oder Tat bei den Leitern und Lehrern des Gymnasiums eine abfällige Meinung über sich hervorgerufen hätte! Auf das Studium und die moralische Entwicklung Uljanows achteten immer sorgfältig die Eltern, und ab 1886, nach dem Tod des Vaters, die Mutter allein, deren ganze Sorge und Betreuung der Erziehung der Kinder galt. Der Erziehung lag die Religion und vernünftige Disziplin zugrunde. Die guten Früchte der Erziehung waren aus dem ausgezeichneten Benehmen Uljanows ersichtlich.»17

Trotzki, der Kampfgefährte und engster Mitarbeiter Lenins aus den Revolutionsjahren, der die Beurteilung Lenins durch Kerenski überliefert hat, äußerte Zweifel an der Echtheit des Gutachtens, das der Erziehung Lenins die «Entwicklung des religiösen Gefühls, der Ehrerbietung vor den Älteren, dem Gehorsam gegenüber der Leitung und der Achtung des fremden Eigentums»18 bescheinigt. Trotzki merkt deshalb zu Kerenski an: «Angesichts dieser untadeligen Prinzipien ist es nicht leicht, zu glauben, dass die von ihm ausgestellte vorbildliche Charakteristik sich auf den künftigen Unterwühler der Religion, der Staatsmacht und des Eigentums bezieht.»19 Er vermutet, dass der Gymnasialdirektor mit dem günstigen Zeugnis Wladimir helfen wollte, mögliche Schwierigkeiten auf dem Lebensweg wegen des Terroristenschicksals des Bruders zu überwinden. Er gesteht aber gleichzeitig zu, dass der junge Lenin sein innerstes Wesen, das längst mit dem christlichen Glauben gebrochen hatte, unter der schützenden Schale der Tradition vor allen anderen verbarg. «Man muss daher wohl annehmen, dass Direktor Kerenski ein ebenso schlechter Psychologe war, wie später einmal sein Sohn»,20 spottet Trotzki.

Die Uljanows waren nicht reich, doch war ihr Lebensstandard wesentlich höher als beim vergleichbaren niederen Beamtenadel, bedingt durch die Vermögensverhältnisse der Mutter. Die Sommermonate verbrachte die Familie auf dem Gut Kokuschkino, das die Mutter von ihrem Vater geerbt hatte. Dort angelten sie, schwammen und jagten, spielten Schach und wanderten, musizierten und lasen sehr viel. In den Ferienzeiten des Winters vertrieben sie sich auf ihrem Gut die Zeit mit Ski- und Schlittschuhlauf.

Wladimir fand Genüge in der Gesellschaft seiner Geschwister. Er hatte wohl Umgang mit Altersgenossen, nahm aber nie einen von ihnen mit nach Hause. Gemeinsame Interessen verbanden ihn mit vielen, Freundschaft jedoch mit niemandem. Spott und Zynismus schufen eine Distanz zwischen Wladimir und seinen Opfern. Er hat in seinem Leben nie erfahren, was Freundschaft bedeutet. Anstelle dieses menschlichen Defizits entwickelte sich ein ungeheures Überlegenheitsgefühl gegenüber den andern.

3. Studium und Berufsausbildung

Der Tod des Vaters, aber noch mehr die Hinrichtung des Bruders, bilden Wendepunkte auf dem Lebensweg Lenins. «Mein Weg ist mir durch meinen älteren Bruder vorgezeichnet worden»,21 äußerte er zu Mitgefangenen bei seiner ersten Verhaftung.

Nachdem er mit seiner Schwester Olga zusammen im Frühsommer 1887 das Abitur bestanden hatte, verbrachte die Familie den Sommer wieder auf dem Gut Kokuschkino, wohin sich die in Petersburg weilende Schwester Anna nach ihrer Freilassung zurückgezogen hatte. Anna war mit Alexander, von dessen terroristischen Plänen sie nichts wusste, verhaftet worden und durfte nur unter Polizeiaufsicht ihren Wohnsitz auf Kokuschkino nehmen.

Die gute Beurteilung Direktor Kerenskis eröffnete dem jungen Lenin den Weg zum Studium. Im Herbst 1887 immatrikulierte er sich an der juristischen Fakultät der Universität Kasan, wo sein Vater 37 Jahre zuvor mit dem Studium der Mathematik und Physik begonnen hatte. Lenin widmete sich sofort politischer Tätigkeit, indem er als aktives Mitglied der illegalen Samara-Simbirsker Landsmannschaft beitrat. Am 4. Dezember beteiligte er sich an einer studentischen Protestaktion und wurde am nächsten Tag mit 40 Kommilitonen verhaftet. Der zuständige Polizeikommissar hielt Lenin vor: «Was rebellieren Sie, junger Mann, Sie haben doch eine Mauer vor sich!» «Eine Mauer schon, aber eine morsche, man stoße, und sie bricht zusammen!», entgegnete Lenin.22

Lenin wurde von der Universität delegiert und aus Kasan ausgewiesen. Noch ehe das akademische Studium so recht begonnen hatte, war es schon zu Ende. Nach seinen Zukunftsplänen befragt, antwortete Lenin, es gebe für ihn nur noch den Weg des revolutionären Kampfes. Lenin wurde am 7. Dezember 1887 unter geheime Polizeiaufsicht gestellt und auf das Gut Kokuschkino verbannt, wo bereits die Schwester Anna lebte. Dort verbrachte die Familie ein einsames Jahr, unterbrochen von den gelegentlichen Kontrollbesuchen des Kreispolizeichefs.

Das Haus war voll von Büchern, die einem verstorbenen Onkel gehört hatten, und Lenin verbrachte die Zeit mit der Lektüre von gesellschaftspolitischer, ökonomischer und statistischer Literatur. Durch Verwandte wurde er aus Kasan mit weiteren Büchern und Zeitschriften aus Bibliotheken versorgt.23

Im Herbst 1888 wurde die Verbannung aufgehoben. Lenin durfte nach Kasan zurückkehren, erhielt aber keine Erlaubnis zur Wiederaufnahme des Studiums. Die Familie mietete ein zweistöckiges Haus mit Garten, und Lenin richtete sich mit seinen Büchern in einer der beiden Küchen ein Arbeitszimmer ein. Hier begann er das «Kapital» von Karl Marx zu lesen. Abends versuchte er, die Gedankengänge seiner Schwester Anna zu erklären. Er blieb aber nicht bei ihr stehen, sondern bezog Bekannte in die Belehrungen mit ein und organisierte mit Rücksicht auf seine Mutter Diskussionsgruppen in deren Häusern.

In Kasan begann Lenin zu rauchen. Alle Argumente der Mutter dagegen, hinsichtlich der Gesundheit, fruchteten nichts. Als jedoch die Mutter darauf verwies, man dürfe der Familie, wenn man kein eigenes Einkommen habe, keine unnütze finanzielle Belastung auferlegen, verzichtete Lenin sofort und zwar endgültig fürs ganze Leben aufs Rauchen.24

Als im nächsten Jahr die Familie in das Dorf Alakujewka bei Samara (das heutige Kuibyschew) übersiedelte, wo die Mutter ein kleines Gut mit 225 Morgen Land und einer Mühle erworben hatte, gründete Lenin dort eine marxistische Zelle. Neben den Werken Marx' und Engels' wurden die Schriften Plechanows diskutiert. Plechanow hatte sich gegen die weitverbreitete Bewegung der Volkstümler gewandt. Diese vertraten die Ansicht, der Kapitalismus sei in Russland eine fremde, rein zufällige Erscheinung. Der Weg zum Sozialismus könne nur über die bäuerliche Dorfgemeinde, den Mir, gelingen. Dabei sollte der individuelle Terror das Signal geben.

Am 13. März 1881 war Zar Alexander II. von Volkstümlern, die sich auch «Narodnaja Wolja» (Volkswille) nannten, ermordet worden. Außer einer umfassenden Verfolgung und Bestrafung zahlreicher Volkstümler passierte nichts. Georgi Plechanow, der zur Führerschaft des Narodnaja Wolja gehörte, gelang die Flucht ins Ausland. Unter dem Einfluss von Karl Marx wandte er sich der Sozialdemokratie zu und bekämpfte seine bisherige Auffassung, dass in Russland der Weg zum Sozialismus nur über einen Bauernaufstand bzw. durch den Staatsstreich einer kleinen revolutionären Terroristengruppe möglich sei.

Lenin bekämpfte im Gefolge Plechanows die Ideen der Volkstümler in Wort und Tat. Er setzte auf die revolutionäre Arbeiterklasse.

Lenin verdiente sich während der Samaraner Zeit etwas Geld mit Nachhilfeunterricht. Da dies kein Zustand von Dauer sein konnte, unternahm die Mutter wiederholt Anstrengungen, um ihrem Sohn die erneute Zulassung zum Studium zu ermöglichen. Die Bescheide waren drei Jahre lang abschlägig. Doch dann wurde im Mai 1890 die Erlaubnis erteilt, der nun zwanzigjährige Wladimir Iljitsch Uljanow könne als Externer das juristische Staatsexamen an der Universität Petersburg ablegen.

Lenin beseelte der Ehrgeiz, gleichzeitig mit den früheren Kommilitonen sein Studium abzuschließen. Wozu andere vier Jahre benötigten, blieb ihm nur ein Jahr Zeit. Er stellte systematisch einen Lernplan auf. Über Kasan reiste er nach Petersburg und arbeitete dort zwei Monate. Er wohnte bei Olga, die inzwischen in Petersburg studierte. Im März 1891 reiste Lenin ein zweites Mal nach der Hauptstadt und begann sein juristisches Staatsexamen, das er im November mit sehr guten Noten bestand. Während dieser Zeit traf die Familie ein neuer Schlag. Zwischen zwei Prüfungen musste Lenin seine jüngere Schwester Olga ins Krankenhaus bringen, wo sie am 8. Mai 1891, dem gleichen Tag, an dem vier Jahre zuvor Alexander hingerichtet worden war, an Bauchtyphus starb.

Im Januar 1892 erhielt Lenin von der Petersburger Bezirksverwaltung für Unterrichtswesen das Universitätsdiplom ersten Grades und damit die Zulassung als Advokat beim Gericht.

Nicht allein einer Zukunft als Jurist diente der Petersburger Aufenthalt. Lenin nahm Kontakt zu Petersburger Marxisten auf und durchstöberte die Bibliotheken nach marxistischer Literatur. Sein Antrag auf Ausstellung eines Reisepasses ins Ausland wurde abgelehnt. Ihn lockte die Freiheit, sich in Bibliotheken Berlins, Zürichs und Genfs marxistischen Studien hingeben zu können. Stattdessen musste Lenin nach Samara zurückkehren, wo er mehr der Mutter zuliebe den Anschein erweckte, ein Rechtsanwaltsbüro zu eröffnen. Tatsächlich war bald nur noch der Umgang mit marxistischen Schriften und revolutionärem Gedankengut der Hauptinhalt seines Lebens.

2 Lenin, Biographie S. 25

3 Trotzki, Der junge Lenin S. 93

4 Shub S. 10

5 ebd. S. 10

6 Trotzki, a.a.O. S. 24

7 Schaginjan S. 49

8 Trotzki, a.a.O. S. 27

9 ebd. S. 17

10 ebd. S. 33

11 ebd. S. 50

12 Shub S. 50

13 Prawda vom 21.1.1941

14 vgl. Lenin, Biographie S. 20 f.

15 ebd. S. 20

16 Uljanow-Jelisarowa, Erinnerungen an Lenin S. 18

17 Trotzki, ebd. S. 16; die sowjetische Zeitung «Trud» hat am 24.11.1968. Dieses Zitat aus Trotzki «Der junge Lenin« nachgedruckt, aber die Passagen über die Religion weggelassen, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. In den sowjetischen Veröffentlichungen wird peinlich der Name des Direktors Kerenski totgeschwiegen, damit nicht der Makel einer Undankbarkeit auf Lenin fällt, da Lenin dessen Sohn, Alexander Kerenski, als Todfeind behandelt hat.

18 Trotzki, a.a.O. S. 104

19 ebd. S. 104

20 ebd. S. 105

21 Fischer S. 31

22 Lenin, Biographie S. 31

23 Wopossy Literatury (= Fragen der Literatur) Jahrgang 1957 Nr. 8 S. 133

24 Weber S. 20; Trotzki, a.a.O. S. 140

Kapitel 2

Die Begegnung mit dem Marxismus

1. Die besondere Situation Russlands

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Kapitel 3

Lenin in der Emigration und Illegalität

1. Der Aufbau eines Propagandaorgans

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Kapitel 4

Das zweite Exil

1. Die Überwindung der Resignation

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Kapitel 5

Das Revolutionsjahr 1917 Eine Wende der Weltgeschichte

1. Der Demagoge Lenin

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Kapitel 6

Die Pervertierung der Moral

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Literaturverzeichnis

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Heft l Bonn 1957

Heft 2 Bonn 1957

Heft 3 Bonn 1958

Heft 4 Bonn 1959

Heft 5 Bonn 1959

Heft 6 Bonn 1960

Heft 7 Bonn 1961

Heft 8 Bonn 1962

Heft 9 Bonn 1968

Heft 10 Bonn 1969

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