Wien mit Bahn und Bim - Clara Hein - ebook

Wien mit Bahn und Bim ebook

Clara Hein

4,0

Opis

Die fünf U-Bahn-Linien und die Ring-Straßenbahnen sind die Schlagadern Wiens. Mit ihnen erreicht man schnell und bequem alle Highlights im Zentrum, die Anlagen von Schloss Schönbrunn, aber auch weniger bekannte, doch absolut sehenswerte Orte in den äußeren Bezirken. Clara Hein und Bernd Roth nehmen Sie in diesem Band mit auf Abenteuerfahrten vom Stephansdom über Kaffeehaus-Klassiker und Geheimtipps bis hin zu Kuriositäten, wie dem Circus- und Clownmuseum. Ob Kulturfreunde, Gourmands, sportlich Aktive oder Familienmenschen, hier kommen alle auf ihre Kosten!

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Wienmit Bahn und Bim

Clara Hein / Bernd Roth

Impressum

Sofern hier nicht erwähnt, stammen alle Bilder von Bernd Roth.

© Wiener Linien 14/15; Mit freundlicher Genehmigung der kaffeefabrik/© kaffeefabrik 24; © Mozarthaus Vienna/David Peters 32; Clara Hein 42, 58, 62, 64, 90, 102, 108, 138, 164, 172; Adobe Stock/© Javi Martin 50; Adobe Stock/ © Sascha 52; Copyright: Kletterhalle Wien 60; Mit freundlicher Genehmigung des Kriminalmuseums (Anna Seyrl) 66; Hertha Hurnaus/Josephinum 70; © borisb17/Adobe Stock 72; Oliver Topf 78; Copyright: © ZOOM Kindermuseum/J. J. Kucek 86; Mit freundlicher Genehmigung der Ottakringer Brauerei 88; Mit freundlicher Genehmigung von Toma Tu Tiempo 94; Mit freundlicher Genehmigung Michaelerkirche/Constanze Gröger 100; Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H./Alexander Eugen Koller 104; Mit freundlicher Genehmigung der Wiener Linien 112; Adobe Stock/ © bwagner 114; © Flo Moshammer 116; © lesniewski 118; Hertha Hurnaus © Wien Museum 120; © SK Rapid 122; Bildcredit: Klimt Villa, 2018 124; Daniel Zupanc 128; Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H./Alexander Eugen Koller 130; Copyright Alexander Eugen Koller 132; © Klaus Pichler 134; Mit freundlicher Genehmigung des Altwiener Schnapsmuseums/Studio Huger 136; Foto: Hertha Hurnaus © Wien Museum 144; feel image – Fotografie OG Felicitas Matern 152; © bwagner – stock.adobe.com 162; © Manfred Seidel 168; © Uwe Strasser 174

Die Angaben beziehen sich auf die Seitenzahlen der gedruckten Ausgabe.

Besuchen Sie uns im Internet:

http://www.gmeiner-verlag.de

© 2018 – Gmeiner-Verlag GmbH

Im Ehnried 5, 88605 Meßkirch

Telefon 0 75 75/20 95-0

[email protected]

Alle Rechte vorbehalten

1. Auflage 2018

Lektorat: Dominika Sobecki

Satz: Julia Franze

E-Book: Mirjam Hecht

Bildbearbeitung/Umschlaggestaltung: Benjamin Arnold

unter Verwendung eines Fotos von: © querbeet / istock.com

Kartendesign: Maps4News.com

ISBN 978-3-8392-5864-4

Inhalt

Impressum

Karten

1  Ein Löwe zieht um

Der Wiener Hauptbahnhof

2  Nostalgie im Raucherzimmer

Das Café Goldegg

3  Spiegelbild barocker Baukunst

Das Schloss Belvedere

4  Pflanzenvielfalt für Bergliebhaber

Der Alpengarten im Belvedere

5  Renaissance des Filterkaffees

Die Kaffeebar Kaffeefabrik

6  »Ich bin intolerant, aber das macht nichts«

Das Allergiker Café

7  Über den Dächern der Stadt

Der Stephansdom

8  Wo sich der »Steffl« spiegelt

Das Haas-Haus

9  Auf den Spuren eines Wunderkindes

Das Mozarthaus

10  Mehlspeisen und Piano-Geklimper

Das Café Diglas

11  Kaffeehaus oder Kneipe?

Das Kaffee Alt Wien

12  Wo das akademische Herz Wiens schlägt

Das alte Universitätsviertel

13  Wo das Wiener Monster haust

Das Basiliskenhaus in der Schönlaterngasse

14  Kaffeehaus der Künstler

Das Café Hawelka

15  Die Welt des Klanges erleben

Das Haus der Musik

16  Graffiti und Partyschiffe

Der Donaukanal

17  Cocktails in cooler Atmosphäre

Die Bar First Floor im »Bermudadreieck«

18  Von Schwertschluckern und legenden

Der Wurstelprater

19  Wandern in einstigen Jagdgründen

Der Stadtwanderweg 9 im Wiener Prater

20  Insel-Feeling in der Großstadt

Die Donauinsel

21  Wo Wien den Himmel küsst

Der Donauturm

22  Sommerurlaub auf der Stadtinsel

Das Strandbad Gänsehäufel

23  Wien vertikal

Die Kletterhalle Wien

24  Ein gesellschaftlicher Mikrokosmos

Die Großwohnsiedlung Trabrenngründe

25  Wo das Träumen noch erlaubt ist

Das Circus- und Clownmuseum

26  Nichts für schwache Nerven!

Das Kriminalmuseum

27  Zur Feier des Lebens

Die Votivkirche

28  Josephs Erbe

Das Josephinum

29  Wiege der Nobelpreisträger

Das Hauptgebäude der Universität am Schottentor

30  Bücke dich!

Das Café Bendl

31  Zwischen Tradition und Moderne

Das Café Eiles

32  Pure Fleischeslust

Das Restaurant Die Burgermacher

33  Surfin’ USA

Die Pure Living Bakery

34  Abseits des Stroms

Das Durchhaus zwischen Lerchenfelder Straße/Neustiftgasse

35  »We are all mad here«

Das 25hours Hotel beim MuseumsQuartier

36  Für kleine Künstler und Forscher

Das ZOOM-Kindermuseum

37  Braukultur trifft Lebensfreude

Die Ottakringer Brauerei

38  Spontaneität ist alles

Die Tschauner Bühne

39  Eine grüne Großstadtoase

Das Rooftop Garden im Ruby Marie Hotel & Bar

40  Tapas und Vino

Die Tapas-Bar Toma Tu Tiempo

41  Wiener-Schnitzel-Imperium mit Charme

Der Schnitzelwirt

42  Faszinierende Unterwasserwelten

Das Aquarium Haus des Meeres

43  Wiens unterirdischer Friedhof

Die Michaelergruft

44  Wenn Statuen Geschichten erzählen

Die Schottenkirche

45  Sisis Klo & Co

Die Kaiserappartements in der Hofburg

46  Relikte im U-Bahnhof

Überreste der Stadtmauer am Stubentor

47  So weit die Arme reichen

Das Hundertwasserhaus

48  Die gemütliche Kneipe nebenan

Das Szenelokal Das Moped

49  Bitte alle einsteigen!

Das Verkehrsmuseum Remise

50  Wenn die Endlichkeit ruft

Der Zentralfriedhof

51  In der Zwischenwelt

Der Cafésalon Concordia Schlössl am Zentralfriedhof

52  Die vergessene Ruhestätte

Der Friedhof der Namenlosen

53  Natur genießen

Der Lainzer Tiergarten

54  Wo der Ball rollt

Das Allianz-Stadion

55  Klimts letzte Schaffensstätte

Die Klimtvilla

56  Zuckerbäckerei und ein »Schanigarten«

Das Alt-Wiener Kaffeehaus Oberlaa-Dommayer

57  Familienausflug in den Zoo

Der Tiergarten Schönbrunn

58  Auf den Spuren von Kaisern und Königen

Das Schloss Schönbrunn

59  Eine schöne Aussicht

Die Gloriette im Schlosspark Schönbrunn

60  Ein Museum zum Anfassen

Das Technische Museum

61  Wien hochprozentig erleben

Das Alt-Wiener Schnapsmuseum

62  Architektonische Perle und Kaffeehaus

Der Rüdigerhof

63  Wohnzimmer für jedermann

Das Café Jelinek

64  Ein Markt für alle Sinne

Der Naschmarkt

65  Lebensabend eines großen Künstlers

Die Schubert Sterbewohnung

66  Billard spielen und Zeitung lesen

Das Café Sperl

67  Sternstunden der Unterhaltung

Das Theater an der Wien

68  »Der Zeit ihre Kunst. Der Kunst ihre Freiheit«

Die Secession

69  Abtauchen in Wiens Untergrund

Die 3. Mann Tour durch die Kanalisation

70  Die goldene Klassik

Das Konzerthaus Musikverein

71  Ein barockes Meisterwerk

Die Karlskirche

72  Wiens Geschichtenspiegel

Das Wien Museum mit seinem Haupthaus am Karlsplatz

73  Kunstgenuss und Aussichtsplattform

Die Albertina

74  Zeit zum Nachdenken

Der Wiener Stadtpark

75  Symbiose aus Ästhetik und Industrie

Die Hundertwasser-Müllverbrennungsanlage Spittelau

76  Wiens rote Geschichte

Der Karl-Marx-Hof

77  Lesen macht Spaß!

Die Hauptbücherei

78  Multikulturelles Marktleben

Der Brunnenmarkt

79  Gänsehaut im Museum

Das Anatomische Museum im Narrenturm

80  Wiener Wein

Der Weinbau Obermann

81  Jeder darf schauen und hören

Die Wiener Staatsoper

82  Die Chefin hat den Überblick

Das Maria-Theresien-Denkmal

83  Von der Antike bis jetzt

Das Kunsthistorische Museum Wien

84  Ein Paradies für kleine Abenteurer

Das Naturhistorische Museum Wien

85  Eine Rose für die Liebsten

Der Volksgarten

86  Wo Entscheidungen getroffen werden

Das Parlamentsgebäude

87  Unterwegs im Rathausviertel

Das Wiener Rathaus

88  Bretter, die die Welt bedeuten

Das Burgtheater

 

Karten

1  Ein Löwe zieht um

Der Wiener Hauptbahnhof

Servus, lieber Reisender! Darf ich mich vorstellen? Man nennt mich Markuslöwe. Mein Erschaffer, der Bildhauer Josef Leimer, hat mich 1873 aus Sandstein gemacht. Vielleicht habe ich kein Herz, aber ich bin ein Herz – das Herz des Hauptbahnhofs Wien, der 2015 am Südtiroler Platz endgültig in Betrieb genommen wurde.

Ich wache über all die Reisenden, die tagtäglich ankommen und abreisen, und gebe ihnen einen Orientierungspunkt im geschäftigen Gewimmel, das hier herrscht. Der Job ist nicht immer leicht – jeden Tag scharen sich Unmengen neuer Gesichter um mich, schließlich gelte ich als Sammelstelle für all jene, die sich treffen wollen. Von hoch oben auf meinem Sockel kann ich alles gut überblicken. Meine neue Behausung gefällt mir sehr gut. Auf etwa 20.000 Quadratmetern Fläche findet sich alles, was das Herz des Reisenden begehrt. Im Einkaufszentrum warten rund 90 Geschäfte. Keiner verhungert – von Italienisch bis Asiatisch gibt es alles. Wer es gern herzhaft mag, gönnt sich einen Snack am Würstelstand. Sehr beeindruckend finde ich auch das Rautendach, ein architektonisches Meisterwerk aus Stahl, das so arrangiert ist, dass viel Tageslicht in den Bahnhof fällt. Viele bezeichnen es als Aushängeschild des Wiener Hauptbahnhofs, und oft kommen Touristen und bewundern es. Manchmal bin ich deshalb etwas eifersüchtig, schließlich möchte ich hier die Hauptperson sein, dennoch teile ich den Ruhm gern.

Mein früheres Domizil, den alten Wiener Südbahnhof, gibt es nicht mehr. Er wurde abgerissen und ich bekam einige Jahre Urlaub, den ich in Niederösterreich verbrachte. Dort wurde ich aufgefrischt und verschönert. Herausgeputzt zog ich schließlich hier ein und erhielt einen Sonderplatz in der Empfangshalle.

Tipp: Schauen Sie sich unbedingt das imposante Rautendach des Wiener Hauptbahnhofs an.

U1: Südtiroler Platz/Hauptbahnhof

Wiener Hauptbahnhof /// Am Hauptbahnhof 1 /// 1100 Wien ///

+43 / 05 / 17 17 /// http://www.hauptbahnhof-wien.at ///

2  Nostalgie im Raucherzimmer

Das Café Goldegg

Ein dunkel getäfelter Raum. Fellkissen mit Leopardenmuster und rosafarbene Satinkissen mit Goldrand auf einem Ledersofa. Goldgerahmte Spiegel nebst imposanten Wandgemälden. Alles mutet so an, als befände man sich in einer mondänen Lounge. Einen Kontrast dazu bilden die konventionellen schwarzen Kaffeehaustische mit Aschenbechern und die kaffeehaustypische Telefonzelle. Wir befinden uns im ungewöhnlichsten Raucherzimmer von Wien – im Café Goldegg. Dieses charmante Kaffeehaus, das eine spannende Mischung aus Traditionellem und Neuem bietet, befindet sich nur einen kurzen Fußmarsch vom Wiener Hauptbahnhof entfernt. Trotz seiner zentralen Lage wird es immer noch als Geheimtipp gehandelt, als authentisches Lokal, in das sich nur wenige Touristen verirren.

Im Vergleich zum extravagant eingerichteten Raucherzimmer ist der große Gastraum klassisch gehalten. Kleine Tische drücken sich in Nischen an hohe Fenster. Auf dem grünen Polster der Sessel und Bänke liegt Patina. Das helle Fischgrätparkett und die hohen Decken, von denen Lüster herabhängen, verleihen dem Raum etwas Prachtvolles. Die Glasvitrine der dunklen Theke ist mit guten Wiener Mehlspeisen gefüllt.

Genauso abwechslungsreich wie die Einrichtung ist auch die Speisekarte im Goldegg. Neben Klassikern der Kaffeehausküche wie Gulasch oder Backhendlsalat gibt es Curries und Panini. Das inzwischen unter Denkmalschutz stehende Café wurde 1910 gegründet und im neuen Jahrtausend von zwei Quereinsteigerinnen übernommen. Ihnen ist es zu verdanken, dass das Kaffeehaus seine ursprüngliche Einrichtung bewahrt hat und trotzdem nicht altbacken wirkt. Neben dem freundlichen Service und dem guten Essen gibt es die Möglichkeit, an einem der beiden Billardtische zu spielen oder einfach nur den guten Kaffee zu genießen. Kulturliebhabern bietet das Goldegg diverse Veranstaltungen, etwa Lesungen.

Tipp: Es lohnt sich auch als Nichtraucher, den eindrucksvollen Raucherraum zu besichtigen.

U1: Südtiroler Platz/Hauptbahnhof + Fußweg

Café Goldegg /// Argentinierstraße 49 / Ecke Goldeggasse ///

1040 Wien /// +43 / 1 / 5 05 91 62 /// http://www.cafegoldegg.at ///

3  Spiegelbild barocker Baukunst

Das Schloss Belvedere

Als Prinz Eugen von Savoyen zu Beginn des 18. Jahrhunderts den bekannten Architekten Johann Lucas von Hildebrandt beauftragte, ihm eine herrschaftliche Sommerresidenz in Wien zu erbauen, hätte er sicher nicht vermutet, dass diese eines Tages die wichtigste österreichische Kunstsammlung beherbergen würde. Das imposante Barock-Ensemble, das zwei Gebäude – nämlich das Obere und das Untere Belvedere – umfasst sowie einen großen Garten, gehört heute zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist eine beliebte und sehenswerte Attraktion in der österreichischen Hauptstadt. Zu Zeiten des Prinzen diente das Untere Belvedere als Wohnhaus, während dessen oberes Pendant vor allem eine repräsentative Funktion hatte. Ein besonderes Kennzeichen war der Spiegelungsteich. In diesem wurde das Bild der prächtigen Hausfassade des Oberen Belvederes widergespiegelt. Als Prinz Eugen starb, kaufte die Kaiserin Maria Theresia das Schloss Belvedere und gab ihm seinen heutigen Namen. Politische Bedeutung erlangte es zudem, da hier 1955 der österreichische Staatsvertrag von Österreich sowie den Alliierten unterschrieben wurde.

Heute ist das Schloss gleichsam Treffpunkt für Touristen und Kunstliebhaber. Während im Unteren Belvedere regelmäßig wechselnde Ausstellungen sowohl österreichischer als auch internationaler Kunstschaffender gezeigt werden, findet man im Oberen Belvedere Werke bedeutender österreichischer Künstler aller Epochen. So verzaubert Gustav Klimts Meisterwerk Der Kuss den Betrachter genauso wie Bilder anderer großer Maler, etwa Oskar Kokoschkas. Doch das Belvedere bietet auch Raum für Veranstaltungen aller Art. So werden hier festliche Anlässe wie Hochzeiten vor barocker Kulisse zelebriert.

Tipp: Im Unteren Belvedere gibt es immer wieder tolle Ausstellungen, die Sie nicht verpassen sollten.

U1: Südtiroler Platz/Hauptbahnhof + Fußweg

Schloss Belvedere /// Prinz-Eugen-Straße 27 /// 1030 Wien ///

+43 / 1 / 79 55 70 /// http://www.belvedere.at ///

4  Pflanzenvielfalt für Bergliebhaber

Der Alpengarten im Belvedere

Wer durch den runden Torbogen mit der Aufschrift »Alpengarten« hindurchtritt, findet sich an einem ganz besonderen Ort in Wien wieder. Hier werden nämlich seit fast 200 Jahren Alpenpflanzen aus der ganzen Welt gehegt und gepflegt. Der interessierte Besucher kann diese allerdings nur in den Monaten März bis August bestaunen – den Rest des Jahres bleibt der Alpengarten geschlossen. Auch bei Regenwetter müssen Freunde der alpinen Botanik draußen bleiben. Wer aber an einem sonnigen Frühlingsmorgen hier landet, der hat die Möglichkeit, typische Pflanzen wie den Enzian oder verschiedene Varianten der Alpenrose zu bewundern.

Der Alpengarten gründet auf die Sammelleidenschaft von Erzherzog Johann, einem Bruder von Kaiser Franz I. Er initiierte die Sammlung noch im Schlosspark Schönbrunn. Über 60 Jahre später zog sie an ihren heutigen Standort im Schlosspark Belvedere um. Fast 4.000 alpine Pflanzenarten tummeln sich nun auf über 2.500 Quadratmetern Gartenfläche. Es ist einer der ältesten Alpengärten Europas und kann sich auch über Exoten freuen. So beherbergt er eine beachtliche Sammlung japanischer Bonsais. An Zuwachs mangelt es ihm nicht. Jedes Jahr werden etwa 2.000 neue Samen in den fruchtbaren Boden gelegt. Wichtig ist, dass es sich um keine reine Touristenattraktion handelt. Vielmehr sollen Arten, die seit Jahren vom Aussterben bedroht sind, erhalten und geschützt werden.

Heute strahlt der Alpengarten, ist gepflegt und liebevoll bestellt. Das war nicht immer so. Während der beiden Weltkriege verwilderte er vollständig und musste sogar über längere Zeiträume geschlossen werden. Zum Glück ist er heute wieder geöffnet und kann viel über die faszinierende Artenvielfalt unserer Alpen erzählen.

Tipp: Manche Blumen im Alpengarten sind echte Raritäten, die man in der freien Natur kaum noch findet.

U1: Südtiroler Platz/Hauptbahnhof + Fußweg

Alpengarten im Belvedere /// Prinz-Eugen-Straße 27 ///

1030 Wien /// +43 / 1 / 79 55 70 /// http://www.belvedere.at ///

5  Renaissance des Filterkaffees

Die Kaffeebar Kaffeefabrik

Wien ist die Stadt der Kaffeehäuser. Da gibt es die unterschiedlichsten Kaffeezubereitungsarten, von der Melange bis zum »Einspänner« oder »Fiaker«. In der Kaffeefabrik in Wieden spielen diese Wiener Spezialitäten keine große Rolle. Hier wird guter Kaffee aus selbst gerösteten Bohnen zubereitet. Natürlich bekommt man die Klassiker wie Espresso oder Cappuccino. Zudem bereiten die Baristas in der charmanten kleinen Kaffeebar handfesten Filterkaffee nach verschiedenen aufwendigen Brühmethoden zu. Das schmeckt wie daheim.

Die Kaffeefabrik begeistert vor allem durch ihre schlichte und freundliche Gemütlichkeit. Im Innenraum finden sich nur wenige Sitzgelegenheiten. An hohen Stehtischen sammeln sich morgens, wenn das Café öffnet, die Frühaufsteher, Pendler und Kaffeegenießer auf dem Weg zur Arbeit. Alles ist in einem sanften Weiß gehalten. Die Theke wird von einer großen silbernen Kaffeemaschine dominiert, durch die von morgens bis abends das dunkle Gebräu läuft. Aufgrund der perfekten Lage, quasi direkt bei der U-Bahn-Station, kann man die Kaffeefabrik gar nicht verpassen.

Nicht nur die Kaffeezubereitung ist dem Team des Lokals ein Anliegen. Die meisten der Kaffeesorten werden direkt vom Erzeuger gekauft, sodass das Geld dort landet, wo geerntet wird. Dabei spielen auch immer soziale Aspekte eine Rolle: faire Preise und eine aktive Unterstützung der Infrastruktur und der Arbeitsbedingungen vor Ort. Geröstet wird allerdings nicht in der Hauptstadt, sondern im nahen Burgenland. Wer mehr über die Herkunft des Kaffees erfahren will, bekommt in der Kaffeefabrik ausführlich Auskunft.

Tipp: Hier schmeckt der Kaffee! Dabei kann man in einem der Bücher über Kaffee und Kaffeehäuser schmökern, die im Lokal ausliegen.

U1: Taubstummengasse

Kaffeefabrik /// Favoritenstraße 4–6 /// 1040 Wien ///

+43 / 6 60 / 1 78 90 92 /// http://www.kaffeefabrik.at ///

6  »Ich bin intolerant, aber das macht nichts«

Das Allergiker Café

»Wanda«, »Birgit« und »Mimi« lachen uns aus der Vitrine an, genauso wie »Sepp«, »Rudi« und »Lorenz«. Obwohl allesamt sehr schmackhaft aussehen, entscheiden wir uns heute für »Lilian«, eine Belvedere-Schnitte, und für »Herrn König«, einen saftigen Streuselkuchen, der garantiert frei von Gluten und Co ist. Mit dem Slogan »Ich bin intolerant, aber das macht nichts« wirbt das charmante Allergiker Café in der Wiedner Hauptstraße für seine vielseitigen Speisen, die eines gemeinsam haben: Sie sind für all jene geeignet, die unter einer Lebensmittelallergie oder -unverträglichkeit leiden. Jedes Essen hat hier seinen eigenen Namen. Neben Süßspeisen gibt es kleine, feine Gerichte wie »Lieschen«, die salzige Palatschinke mit Schinken und Käse, oder »Marvin«, den Milchreis mit Apfel und Zimt. Ein nettes Detail: Jedes Gericht wird auf einem anderen Teller serviert, keiner gleicht dem anderen.

Betritt man das Café, sticht sofort die liebevoll ausgewählte Einrichtung ins Auge. Schlichte blaue und weiße Holzstühle um kleine quadratische Tische, ein Servierwagen mit Zeitungen darauf und viele farbenfrohe, fröhliche Bilder an der Wand – dieser Ort strahlt eine einladende Gemütlichkeit aus.

Zudem gibt es regelmäßig Veranstaltungen wie Musikabende oder Lesungen. Besonders die Förderung von jungen, aufstrebenden Künstlern und Studenten steht bei diesen kulturellen Events im Zentrum. Denn das Allergiker Café war selbst einst ein Studentenprojekt. Franka Rothaug, die zusammen mit ihrer Mutter Margarete und ihrer Schwester Astrid das Café betreibt, entwarf dieses für die Diplomarbeit zum Abschluss ihres Studiums der angewandten Kunst. Und das hat sich eindeutig gelohnt. Das Café ist ein freundlicher Ort, an dem man, auch als Nicht-Allergiker, gemütlich einen Kaffee trinken oder etwas essen kann.

Tipp: Probieren Sie ein Stück der hausgemachten Torten, die alle aus Bio-Zutaten hergestellt wurden.

U1: Taubstummengasse

Allergiker Café /// Wiedner Hauptstraße 35 /// 1040 Wien ///

+43 / 06 60 / 5 37 10 07 /// http://www.allergikercafe.at ///

7  Über den Dächern der Stadt

Der Stephansdom