Wenn Rache Blutwurst ist: Western - Glenn Stirling - ebook

Wenn Rache Blutwurst ist: Western ebook

Glenn Stirling

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Western von Glenn Stirling Der Umfang dieses Buchs entspricht 113 Taschenbuchseiten. El Cordoba und seine Bande überfallen Lilac City und verwüsten zahlreiche Häuser. Der Richter wird auf einer Sau durch die Stadt getrieben, und alles Geld wird geraubt. Das schreit nach Rache. Duffy und seine Freunde, die Fool Boys, hecken einen Plan aus, in dem Wespen, eine Stinktier und eine Menge anderer Gemeinheiten eine tragende Rolle spielen.

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Glenn Stirling

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Inhaltsverzeichnis

Wenn Rache Blutwurst ist: Western

Copyright

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Wenn Rache Blutwurst ist: Western

Western von Glenn Stirling

Der Umfang dieses Buchs entspricht 113 Taschenbuchseiten.

El Cordoba und seine Bande überfallen Lilac City und verwüsten zahlreiche Häuser. Der Richter wird auf einer Sau durch die Stadt getrieben, und alles Geld wird geraubt. Das schreit nach Rache. Duffy und seine Freunde, die Fool Boys, hecken einen Plan aus, in dem Wespen, eine Stinktier und eine Menge anderer Gemeinheiten eine tragende Rolle spielen.

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

Alfred Bekker

© Roman by Author/ COVER FIRUZ ASKIN

© dieser Ausgabe 2021 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

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1

Der große Häuptling Coyotenauge ist aus der Prärie zum großen weißen Vater nach Washington gerufen worden. Er und seine Squaw bekommen ein Zimmer im Weißen Haus. In der Nacht hat der große Häuptling Durst. „Squaw“, sagte er zu seiner Frau, „geh und hole Wasser!“ Er deutet auf einen Krug auf dem Nachttisch. Die Squaw nimmt den Krug, verschwindet, kommt nach einer Weile mit Wasser wieder. Der Häuptling trinkt. Nach einer Stunde hat er wieder Durst, die Squaw holt abermals Wasser. Dann, so gegen Morgen, hat er abermals Durst und schickt die Squaw los, aber sie kommt und kommt nicht wieder. Schließlich, nach einer langen Zeit, kommt sie zurück, aber der Krug ist leer. „Warum hast du kein Wasser, Squaw?“, fragt der Häuptling erbost.

„Großer Häuptling Coyotenauge“, sagt die Squaw, „ich kann dir kein Wasser bringen, auf der Quelle sitzt ein weißer Mann …“

Manolito, dem kleinen schwarzhaarigen Mexikaner mit den vorstehenden Zähnen, lief das Wasser im Mund zusammen. Er schaute durch das hintere Fenster des neuen Saloons in Lilac City und sah dort im Regal diese herrlichen Flaschen mit dem goldgelben Whisky stehen.

Whisky, das war für ihn eine der schönsten Gottesgaben. Für Whisky machte Manolito eine ganze Menge. Zum Beispiel hätte er dafür den letzten Knopf seines Hemdes geopfert; da war ja nur noch einer, oder den Zahnstocher verliehen, den er immerzu im linken Mundwinkel balancierte. Und für eine ganze Flasche wäre Manolito sicherlich bereit gewesen, das größte Opfer zu bringen, das er nun schon seit mehr als einem Jahr nicht mehr gebracht hatte: er hätte sich gewaschen. Wer Manolito kannte, der wusste, wie hoch dieses Opfer zu bewerten war.

Im Augenblick quälte Manolito der Durst, und der war ganz fürchterlich. Aber was macht man, wenn man weder einen Peso noch einen Dollar noch sonst irgendein Geldstück in seiner Tasche hat? Und die da drinnen im Saloon gaben den Whisky ja nur gegen Geld ab.

Dazu duftete es aus der neuen Küche des Saloons heraus nach knusprigen Steaks, und das empfand Manolito schon fast als Körperverletzung, angesichts der Tatsache, dass er nicht nur Durst, sondern auch Hunger hatte und eben keinen Krümel Geld.

Am liebsten wäre Manolito natürlich in den Saloon gelaufen, hätte sich zwei Flaschen genommen und in der Küche noch eine Handvoll Steaks und wäre verschwunden.

Dem standen allerdings ein paar Dinge entgegen. Einmal war das die Kette der Männer, die sich drinnen am Tresen des Saloons versammelt hatten und Schluck um Schluck diesen ganzen Whisky wegzutrinken drohten, mach dem sich Manolito so sehnte. Und zum anderen waren auch in der Küche ein paar Leute. Einmal ein ziemlich kräftiger Bursche, der dort das Fleisch kleinschnitt und klopfte, und zum anderen eine dicke Köchin, die mit den Pfannen umging wie ein Schmied mit dem Vorschlaghammer. Diese Sorte Köchinnen kannte Manolito zur Genüge, vor denen hatte er Dampf.

Aber da waren der Hunger und der Durst; beides wühlte in ihm und zwang ihn, sich etwas auszudenken.

Eigentlich hätte er ja schnellstens weiterreiten müssen, zurück zu El Cordoba, der auf eine Nachricht wartete, die er zu überbringen hatte. Aber Manolito hatte El Cordoba nun völlig vergessen, war hier im Reich der wohlhabenden Americanos, und ins arme Mexiko zurück käme er immer noch früh genug zu spät.

In seiner Verzweiflung und seinem Durst und seinem Appetit nach knackigen Steaks, trennte sich Manolito vom Fenster und damit von dem Anblick der Flaschen mit dem goldenen Inhalt, sah sich suchend auf dem Hinterhof des Saloons um und sah den Schuppen.

Vorhin war ihm das gar nicht aufgefallen. Aber jetzt kam ihm die Idee, wenigstens da nachzusehen.

Die Tür war verriegelt, und am Riegel hing ein Vorhängeschloss.

Bei vielen anderen wäre nun Endstation gewesen, aber nicht bei Manolito. Denn Manolito war nicht nur El Cordobas Meldereiter und Kundschafter, sondern auch sein Schlossöffner. Manolito war Spezialist für Schlösser. Und für ihn bedeutete ein Vorhängeschloss wie das an dem Schuppen fast eine Beleidigung, weil es so einfach war, dieses Schloss zu öffnen.

Er brauchte zwei Sekunden, dann konnte er den Riegel zurückschieben und in den Schuppen eindringen.

Weil es dunkel war, riss er ein Streichholz an, und das hätte er besser nicht tun sollen.

Das letzte, was er vor seiner Bewusstlosigkeit sehen konnte, waren drei Fässer, die auf Böcken standen, und aus dem einen tropfte es heraus … Und unmittelbar nach dieser Ansicht sah Manolito nur noch einen Feuerblitz, eine richtige Feuerwand. Und dann flog er schon wie eine Kanonenkugel durch die Gegend und prallte irgendwo an.

In seinem Kopf flogen die Sicherungen heraus, und Manolito rutschte irgendwo an einer Wand herunter, die Augen verdreht, das Gesicht schwarz – und er befand sich im tiefsten Tiefschlaf.

Und nun hatte Manolito erst mal eine Menge Pech. Erstens war nicht nur ein Haufen Männer auf den Hof gestürzt, um zu sehen, was da in die Luft geflogen war, sondern zu allem Unglück befand sich der zuständige Sheriff in Lilac City. Dabei handelte es sich um Sergio Moreno, der ebenfalls mexikanischer Herkunft war. Und dass dies eine Bedeutung haben sollte für den armen Manolito, wird sich gleich noch herausstellen.

Doch zunächst träumte Manolito in seinem Mexikanerhimmel von einem schönen Mädchen, von einer riesengroßen Flasche voller Whisky und daneben ganze Tische, auf denen sich saftige, knackige, gebratene Steaks türmten.

Mittlerweile stand ein gutes Dutzend Männer rund um den am Boden liegenden Manolito herum. Vom Schuppen und den Whiskyfässern war nichts mehr da. Hedy Wonder, der nicht nur der Saloon, sondern auch die Fässer mitsamt dem Inhalt gehörten, sprang vor Wut ins Viereck.

Sie war eine ausnehmend hübsche Frau, die das auch wusste. Aber im Augenblick dachte sie nur an ihr Geld. Und da war sie eigentlich gar nicht mehr so hübsch. Auch die Köchin, diese schwergewichtige stramme Person, hätte am liebsten mit ihrer schweren gusseisernen Pfanne dem lieben Manolito ein wenig die Falten im Gesicht geglättet oder auch an einem anderen Teil des Körpers. So genau hätte sie es damit nicht genommen. Doch nun, da auch Sheriff Sergio Moreno aufgetaucht war, konnte sie sich das nicht mehr erlauben. Aber sie machte mit Schimpfkanonaden ihrem Unmut Luft. Darin übertraf sie aber keinesfalls Hedy Wonder, die eine Menge Ausdrücke auf Lager hatte, von denen „verlauster stinkender Affe“ einer der anmutigsten und freundlichsten war. Aber wie gesagt, das alles entging dem lieben Manolito.

Und auch Richter Curley war gekommen. Der hatte nämlich zusammen mit Sergio Moreno die Stadt besucht, um hier einmal des Amtes zu walten. Dieser Richter war ein gefährlich aussehender Bursche. Die ihn kannten, wussten aber, dass er noch viel gefährlicher war, als er aussah. Denn er hatte eine eigene Art, Recht zu sprechen. Und wie immer war sein Schreiber, ein Buckliger mit einer Nickelbrille, in seinem Gefolge. Die drei nun sahen sich den am Boden liegenden Übeltäter an, und Hedy Wonder kreischte fortwährend, dass das Gesetz seines Amtes walten müsse, und dass dieser Bursche schwer zu bestrafen sei.

So kam, was kommen musste: Richter Curley eröffnete auf der Stelle die Sitzung. Dazu brauchte er nichts weiter als einen Tisch und einen Stuhl und natürlich seinen Hammer, aber den hatte er bei sich. Mit diesem Holzhämmerchen schlug er, kaum dass er saß, auf die Tischplatte und erklärte den verblüfften Anwesenden, dass die Sitzung nun sofort eröffnet sei.

Man hatte ein paar Laternen gebracht, denn niemand wollte sich die Gaudi einer Gerichtsverhandlung nach dem Rezept von Richter Curley entgehen lassen. Alle waren schon unheimlich darauf gespannt, wann er sein sogenanntes Gesetzbuch, das in Wirklichkeit nichts anderes als ein Warenhauskatalog war, aufschlagen und dann die Höhe der Strafe bestimmen würde.

Aber zunächst einmal kam die Vernehmung. Und wie immer saß der Schreiber an der Seite des Tisches, und weil es für ihn keinen Stuhl gab, hatte man ihn kurzerhand auf ein leeres Fass gesetzt, das glücklicherweise die Detonation überstanden zu haben schien. Der Schreiber kritzelte also auf sein Stück Papier, das er vor sich liegen hatte, und das Licht der Laternen flackerte und beleuchtete beinahe gespenstisch die Gesichter von Richter und Schreiber.

Nach dem vierten Eimer Wasser, den man über Manolito ausgegossen hatte, kam der wieder zu sich, fiel aus seinem Traum von den vielen guten Whiskys und den herrlichen Steaks und der knackigen Bedienung in ein tristes Dasein dieser Erde zurück.

Erst war er etwas verwundert, dann rieb er sich die Augen, aber die schienen ihn höllisch zu brennen. Doch die Nässe seiner Kleidung und die Kühle der Nacht ließen ihn sehr rasch darauf kommen, dass irgend etwas nicht ganz so gelaufen war, wie er sich das zuerst ausgedacht hatte. Und die Gesichter der Männer, die da um ihn herumstanden, und noch mehr die Gesichter der beiden Frauen machten auf Manolito absolut nicht den Eindruck, als sei man zu seinem Willkommen hier angetreten und freue sich ob seines Besuches. Die Hübsche von den beiden Frauen machte sogar Augen wie ein Pumaweibchen, dem jemand das gerade mühsam erbeutete Stück Fleisch weggenommen hatte. Und die andere, die Dicke, die da mit der Bratpfanne dastand, das war ja die Köchin, jetzt entsann er sich. Wie war denn das nur gewesen …

Also, überlegte er, ich habe die Küche gesehen, ich habe den Saloon gesehen, und dann … Da fiel ihm ein, dass er auch den Schuppen gesehen hatte. Und er konnte sich auch noch daran erinnern, die Tür geöffnet zu haben. Aber danach war ein Loch, ein richtig schwarzes Loch.

Er blinzelte ein wenig zwischen den Beinen der Männer hindurch, die da um ihn herumstanden, und konnte im schwachen Lichtschein den übrigen Hof sehen und natürlich auch die Trümmer. Er sah zwei zerborstene Fässer. Und dann konnte er sich den Rest fast denken. Aber schon, als er das zu ahnen begann, wurde ihm beinahe übel. Und schließlich entdeckte er den Mann am Tisch: Richter Curley.

Nun muss man wissen, dass Manolito schon einmal wegen Viehdiebstahls vor Richter Curley verdonnert worden war, damals zu einer recht drakonischen Strafe. Richter Curley hatte von ihm verlangt, den riesigen Hof jenes Ranchers mit faustgroßen Steinen zu pflastern, wo er die Kühe gestohlen hatte.

Zwar hatte Manolito die Arbeit nicht erfunden, aber er mühte sich redlich. Er schuftete wirklich sechzehn Stunden am Tag und länger und brauchte dennoch zwei Jahre, bis der Hof gepflastert war.

Das war eine so furchtbare Sache für Manolito gewesen, dass er sie so schnell nicht vergessen konnte. Und dieser Richter Curley bedeutete für ihn soviel wie ein Schreckgespenst. Dass er ihn jetzt dort am Tisch sah, hielt er für einen schlimmen Traum. Aber es war kein Traum, denn er hörte Richter Curley sagen: „Wenn er jetzt wach ist, dann soll er aufsteh‘n und vor mich hintreten! Vor mich, dieses Gericht, das ihn verurteilen wird, dass die Schwarte knackt und ihm Hören und Sehen vergeht, so wahr mir Gott helfe!“

Sie zerrten ihn also hoch, und Manolito wankte vor den Tisch. Ihm wurde schon alleine bei dem Gedanken schlecht, vor Curley zu stehen. Aber da war noch einer, der lehnte ein Stück hinter Curley an der Wand des alten Stalles. Er kannte ihn nicht, aber er sah den Sheriffstern.

Nun hatte Manolito ein ganz besonderes Rezept, wenn er es mit Amerikanern zu tun bekam. Obgleich sein Englisch nicht schlecht war, tat er dann so, als könnte er keine einzige Silbe davon. Wenn nichts mehr half, stellte er sich auch noch taub.

„Wie heißt du?“, brüllte Curley, dem Manolito irgendwie bekannt vorkam, aber so richtig konnte er sich nicht erinnern. Und außerdem war er ohnehin der Meinung, dass alle Mexikaner und Schwarze gleich aussahen. Mit den Indianern erging es ihm ähnlich, er konnte sie nur schwer unterscheiden.

Manolito frohlockte. Aber er machte ein dümmliches Gesicht, zuckte die Schultern und tat, als habe er nichts verstanden.

„Dich dreimal gerösteten Schweinehund kenne ich doch“, sagte plötzlich der mit dem Sheriffstern, und er sagte es nicht auf Englisch, er sagte es auf Spanisch.

Manolito war so perplex, dass er tatsächlich kein Wort herausbrachte, auch wenn er gewollt hätte.

Curley wandte sich Moreno zu. „Sie kennen den, Sheriff?“

„Sie auch, Euer Ehren“, erwiderte Moreno. „Den haben Sie doch den Hof pflastern lassen, wissen Sie noch? Von der Fork-C-Ranch.“

Da fiel es Curley ein. Er schlug mit der Faust auf den Tisch und polterte: „Du bist das also, du Früchtchen! Na warte nur, soviel Höfe kannst du dir gar nicht ausdenken, wie du jetzt pflastern wirst. Du hast ein Gebäude in die Luft gesprengt. Was hattest du da zu suchen?“

Hedy Wonder, die Angst hatte, dass ihr niemand den Schaden ersetzen würde, kreischte mit überschnappender Stimme: „Seht nach, ob er Geld hat! Euer Ehren, Sie müssen nachsehen, ob er Geld hat! Er muss mir alles ersetzen, ich bin ruiniert. Mein bester Whisky, das Feinste vom Feinen.“

„Stinkender Fusel war es!“, rief einer der Männer aus dem Hintergrund.

Hedy Wonder fuhr herum. „Du hast überhaupt keine Ahnung! Was verstehst du davon? Dir könnte man reinen Spiritus hinsetzen oder Petroleum, das würdest du auch aussaufen. Bei dir kommt’s doch bloß auf die Prozente und auf die Menge an.“ Sie wandte sich wieder Curley zu und sagte honigsüß: „Euer Ehren, es war der feinste Whisky, das Beste vom Besten, wirklich, ich schwöre es Ihnen. So etwas Feines und so etwas Reines – ich habe ihn extra aus Schottland kommen lassen. Es war kein Kentucky Whisky, kein Bourbon, verstehen Sie? Es war echter aus Schottland, Scotch Whisky.“

Curley nickte. „Er hat es in die Luft gesprengt, es gibt gar keinen Zweifel. He, du Lump, warum hast du das getan?“, bellte Curley.

„Ich habe ja nichts getan“, verteidigte sich Manolito, und diesmal sprach er englisch. „Ich habe gehabt Durst, vieles Durst, und ich nur wollen trinken etwas Whisky. Und ich machen Licht an, weil nichts sehen, kleine Streichholz, weiter weiß nicht.“

„Weiter weiß er nichts! Er hat das Ding in die Luft gesprengt. Da sind doch Gase“, rief Moreno, der Sheriff. „Jeder Idiot weiß, dass man in einem Whiskylager kein Feuer anmacht.“

„Dieser Idiot hat es nicht gewusst“, stellte Curley sachlich fest. „Also, schreiten wir zum Urteil.“

Nun kam der große Augenblick, auf den so viele gespannt warteten. Curley schlug den Warenhauskatalog auf, dabei schaute er zum Himmel. Und dann kreiste seine Hand mit nach unten gestrecktem Zeigefinger wie ein Adler hoch über dem aufgeschlagenen Katalog. Und plötzlich schoss der Finger nach unten, und dann senkte Curley den Kopf und blickte hin, auf welche Stelle sein Finger deutete.

Er deutete auf eine Säge, mit der man die Hörner von Kühen absägen konnte. Ein Stück kostete 1,25 Dollar, bestellte man davon sechs, kosteten sie nur noch 1,10 Dollar, und wenn man sämtlichen Kühen Amerikas die Hörner absägen wollte und deshalb hundert von diesen Sägen bestellte, konnte man sie zum Sondervorzugspreis von 88 Cent erwerben.

Richter Curley warf einen kurzen Blick auf diese Stelle, und dann formulierte er das Urteil folgendermaßen: „Im Namen des amerikanischen Volkes verurteile ich dich verdammten Lumpenkerl zu einer Strafe von einhundertfünfundzwanzig Tagen Gefängnis hier in dieser Stadt. Während der Haftzeit ist Arbeit abzuleisten. In diesem Falle wirst du beim Wiederaufbau des Schuppens tatkräftig helfen. Anschließend sind auch andere Reparaturen in der Stadt auszuführen, bei denen du zu helfen hast oder die du alleine erledigst.“ Er schlug mit dem Hammer auf den Tisch. „Die Sitzung ist geschlossen“, erklärte er.