Wanda - Karl May - ebook

Wanda ebook

Karl May

0,0

Opis

Im musikalischen Verein der kleinen Stadt soll Hof gehalten werden, ein Spiel, welches dem Vergnügen dient und bei dem die Frauen ersteigert werden dürfen. Auch die schöne, adelige Wanda hat es in diesen Kreis von Bürgern und Handwerkern geschafft. Diese fühlen sich geehrt. Doch bevor die Feier so richtig losgehen kann, passiert im Nachbarort ein Brandunglück. Die Feier wird unterbrochen und zwei Männer, der Schmied und der Schornsteinfeger, eilen zu Hilfe. Dabei tritt Emil Winter, der Schornsteinfeger, mutig und uneigennützig hervor. Das imponiert anschließend auch Wanda und Emil gewinnt ihre Zuneigung. Es könnte alles harmonisch verlaufen, wenn da nicht Wandas aufgeblasener Verlobter Herr von Säumen wäre. Er sieht seine Verlobung und seine Geschäfte in Gefahr und möchte den örtlichen Rivalen gerne ausschalten.

Ebooka przeczytasz w aplikacjach Legimi na:

Androidzie
iOS
czytnikach certyfikowanych
przez Legimi
Windows
10
Windows
Phone

Liczba stron: 237

Odsłuch ebooka (TTS) dostepny w abonamencie „ebooki+audiobooki bez limitu” w aplikacjach Legimi na:

Androidzie
iOS



Wanda

Karl May

edition oberkassel

Inhaltsverzeichnis

I. Die Auktion

II. Im Felsenbruch

III. Auf der Fährte

IV. Über den Wolken

Dank an die LeserInnen

Karl May

Impressum

Landmarks

Cover

Inhaltsverzeichnis

I. Die Auktion

Unter allen Gesellschaften der Stadt war Die Erheiterung die beliebteste. Zwar gehörten ihre Mitglieder ohne Ausnahme dem gewöhnlichen Handwerkerstand an, aber bei ihren Zusammenkünften und Vergnügungen herrschte immer ein seriöser Ton, und sie verhielten sich achtbar und untadelig. Da die charakteristische Gemütlichkeit, die man eher dem einfachen Bürger als dem Höhergestellten zuschreiben kann, ihre Anziehungskraft auch auf die Bessergestellten hat, ließen sich sogar die Honoratioren der Stadt gern und häufig im Kreis der jungen, munteren Leute sehen, um sich von ihnen unterhalten zu lassen.

Überzogene Ansprüche durfte man allerdings nicht mitbringen, und es war auch besser, zu irgendeinem lustigen Einfall nicht mit schulmeisterlicher Pedanterie den Kopf zu schütteln. Wer kam, der musste mitmachen, und wer das nicht wollte, der erhielt ohne Weiteres sein Eintrittsgeld zurück und durfte wieder gehen. Gerade dieses energische Aussortieren aller störenden Elemente hatte dem Verein seine Beliebtheit eingebracht, sicherte ihm die Teilnahme der Verständigen und machte sein Lokal zum Versammlungsort all derer, die den Staub der Arbeit oder belästigenden Zwänge einmal abschütteln und fröhliche Menschen sein wollten.

Heute nun feierte Die Erheiterung ihr Stiftungsfest, und zahlreiche Einladungen waren verteilt und auch angenommen worden. Sogar der Herr Polizeirat hatte zugesagt und um die Erlaubnis gebeten, seinen hohen Gast, Herrn Baron von Säumen, mitbringen zu dürfen. Dieser hatte sich viele Jahre lang in Italien aufgehalten und war nach dem kürzlich erfolgten Tod seines Vaters in die Heimat zurückgekehrt, um sein Erbe anzutreten. Der letzte Wille des Verstorbenen hatte ihn mit einem Fräulein von Chlowicki verlobt, die mit ihrer Mutter in einer der nahe gelegenen Villen wohnte. Von Säumen war deshalb nach der Regulierung der Erbschaft gekommen, um die junge Dame kennenzulernen, die er vorher noch nie gesehen hatte. Er hatte bei dem Polizeirat, einem alten pensionierten Sicherheitsbeamten, der irgendwie mit ihm verwandt war, gastliche Aufnahme gefunden.

Frau von Chlowicki war nach Aussage der wenigen Personen, die sie kannten, eine alte, kränkliche, unausstehlich hochmütige Dame, deren einzige Beschäftigung in dem Studium der Vorrechte ihres Standes bestand. Zur Abwechslung peinigte sie die Dienstboten, beklagte den immer sichtbarer werdenden Verfall des Adels und nörgelte an ihrer Stieftochter herum, deren Erziehung sie als verkehrt und verfehlt bezeichnete. Dabei war sie es selbst gewesen, die deren Erziehung geleitet hatte. Frau von Chlowicki verließ ihre Wohnung äußerst selten. Deshalb gab es in der Stadt nur wenige Personen, die sich rühmen konnten, sie je gesehen zu haben.

Umso öfter wurde dafür ihre Tochter gesehen, Fräulein Wanda oder die wilde Polin, wie sie allgemein genannt wurde. Als sie vor mehreren Jahren den Heimatort mit ihrem jetzigen Aufenthaltsort vertauscht hatte, war unter den jungen Männern der Stadt eine rasch um sich greifende Epidemie ausgebrochen. Der alte scharfzüngige Doktor Kühne bezeichnete diese als Wandamanie. Da aber das schöne Mädchen nicht die geringste Notiz von dieser höchst interessanten Krankheit nahm und die hoffnungslos Infizierten vollständig und konsequent ignorierte, verwandelte sich der Anfall nach und nach in ein unerfülltes Schmachten aus der Ferne – wie einst beim Ritter Toggenburg. Wanda war Königin, ohne dass es einer ihrer Untertanen gewagt hätte, ihr eine offizielle Huldigung darzubringen. Von der Natur mit den herrlichsten Gaben ausgestattet, glänzte sie als leuchtendes, aber unberechenbares Phänomen am gesellschaftlichen Himmel. Während andere ruhig ihre Bahnen zogen, flimmerte sie in den verschiedensten Lichtern, zuckte blitzähnlich von einem Punkt zum andern, warf oft die ganze Planetenstellung über den Haufen und hätte auch den kaltblütigsten Astronomen zur Verzweiflung bringen können. Für sie gab es keine sittliche Unmöglichkeit. Sie ritt wie ein Husarenleutnant, schoss mit den Jägerburschen um die Wette, betrat ganz unerwartet den Fechtboden und trieb mit dem Florett in dem kleinen, weißen Fäustchen jeden Mann in die Enge, galoppierte über Heide und Stoppeln, durch dick und dünn, und erschien bei Tagesgrauen, wenn die ehrbaren Spießbürger noch in den Federn streckten, hochgeschürzt auf dem Sportplatz der Feuerwehr, um an Reck, Barren, Bock und Kletterstange ihre Meisterschaft zu erhalten. Sie tanzte, sang und rezitierte prächtig, spielte mit ungewöhnlicher Fertigkeit Piano, schien in jeder Sprache, in jeder Kunst und Wissenschaft bewandert zu sein und wusste auch in die steifsten Zirkel Leben und Bewegung zu bringen.

Trotz dieser scheinbar unweiblichen Vielseitigkeit und Selbstständigkeit war jedem ihrer Worte, jeder ihrer Taten, ihrem ganzen Wesen und Leben eine so bezaubernde Anmut, eine so mädchenhafte Reinheit, ein so imponierender Adel aufgeprägt, dass es außer der Stiefmutter niemanden gab, der die leiseste Spur eines Anstoßes zu entdecken gewusst hätte. Und wie sie von der Männerwelt vergöttert wurde, so stand sie bei den Frauen in der unbeschränktesten Achtung und Ehrerbietung. Wo Armut ihre düsteren Schatten über ein Familienleben warf, wo Krankheit drohend an die Türen klopfte, wo irgendein Leid den fröhlichen Schlag eines Menschenherzens hemmte, da erschien sie gewiss, um Rat, Trost und Hilfe zu bringen. Es war deshalb kein Wunder, wenn sie nicht bloß von ihren Schutz- und Pflegebefohlenen, sondern auch von anderen, die von ihrem stillen, liebevollen Walten erfuhren, wie ein Engel verehrt wurde.

Wanda war natürlich auch zu dem heutigen Fest geladen. Da man ihren Verlobten erwartete, so glaubte man, auch mit ihrem Erscheinen rechnen zu dürfen. Aber fast wäre das erwartete Vergnügen gestört worden. Kurz vor Beginn der Festrede brach nämlich in einem Nachbardorf Feuer aus, und nach dem ersten Schreckensruf schien es, als wollten die zahlreich Versammelten auseinanderstürmen. Bald jedoch überzeugte man sich, dass der Ort fast eine Meile entfernt und daher kein Grund zu einer so gewaltsamen und unwillkommenen Störung bestand. Nur zwei Mitglieder des Vereins, der Schmiedemeister Anton Gräßler und der Schornsteinfeger Emil Winter, mussten als Mitglieder der Feuerwehrabteilung für auswärts dem Ruf des Signalhorns folgen. Die anderen aber kehrten in den Saal zurück.

So verging die Zeit. Längst schon war die städtische Löschmannschaft an der Unglücksstätte angekommen und sah ihre Bemühungen von allmählich immer größerem Erfolg gekrönt. Blutig rot glänzte der Himmel. Die sich über der Brandstelle sammelnden Wolken tauchten ihre Säume in die aufsteigenden Gluten. Lange hatte das Gemäuer dem Feuer widerstanden. Jetzt stürzte es mit Getöse zusammen. Dichter schwarzer Rauch wirbelte aus dem zischenden Herd auf. Wie die Strahlen einer riesigen Fontäne zuckten und sprühten die Flammen weithin leuchtend zum letzten Mal empor. Dann sanken sie in sich zusammen. Der Himmel färbte sich dunkler. Nur hier und da leckte eine gefräßige Zunge an einem noch nicht verkohlten Balken.

»Gott sei Dank, itzt is endlich vorbei!«, sagte tief aufatmend der Schmied, der als Spritzenmeister das Mundstück des Wasserschlauchs geführt hatte.

»Das war, mein Seel, keen Zuckerlecken; ich bin wie gerädert.«

»Na, du Riesenkind wirst das bissel Anstrengung nich besonders merken, aber wie es unserm Winter dort zumute is, das möchte ich wissen. Der hat fast Übermenschliches getan. Ohne ihn hätten die armen Leute elendiglich umkommen müssen.«

»Hast recht, alter Haudegen. Das Herz hat mer, mein Seel, im Leib gezittert, als ich den braven Jungen so hoch da droben mitten durch Rauch und Flammen über die Firste balancieren sah. So eenen verwegenen Gesellen gibt’s hundert Meilen in der Runde nich wieder, und er hat sich heut wenigstens ein halbes dutzend Orden und Medaillen verdient. Na, wenn ich Fürst wäre oder gar König, wüsste ich, was ich zu machen hätte. Da ich aber leider nur een simpler Hufnagler bin, so kann ich ihm weiter nischt als nur eenen ehrlichen, gut gemeinten Händedruck geben. Und den soll er ooch gleich haben!«

Der Schmied kletterte über die herumliegenden Trümmer und schritt auf den Schornsteinfeger zu, der abseits von der Menge an einem Baum lehnte.

»Emil, alter Schwede, wie schaut es denn bei dir aus? Du musst doch, mein Seel, verbrannt sein wie ’ne Weihnachtsstolle, die von Pfingsten bis zu Ostern im Backofen gestanden hat!«

»Danke, Anton. Es ist nicht so schlimm, wie du denkst. Meine schwarze Staatsmontur hat freilich einige Schandflecken davongetragen; die Haut aber ist so ziemlich unverletzt geblieben. Du hast mich ja erst gehörig eingeweicht, bevor ich das Kunststück unternahm.«

»Na, schönes Kunststück! Wenn es gilt, nen Tanzsaal auszuräumen oder ein Dutzend Baldrians zusammenzuhauen oder meinswegen ooch mit eener zweespännigen Fuhre Erdäpfel auszureißen, da bin ich dabei. Aber wie ne Katze off brennenden Dächern rumklettern und drei Menschen, eenen nach dem andern, dem Bruder Vesuvius aus dem Rachen reißen, dazu bin ich nich gemacht, das kann nur so een verteufelter Kerl wie du zustande bringen. Ich hab’s ja immer gesagt: Du bist’n tüchtiger Kerl in allen Stücken, und wir alle sind froh, dass du wieder bei uns bist.«

»Lass es gut sein. Ich habe nur getan, was jeder andere Schornsteinfeger auch tun würde. Freilich wollte es mir erst nicht so recht passen, dass ich unsern schönen Ball im Stich lassen musste. Es ist ja der Erste, dem ich wieder beiwohne. Jetzt aber bin ich ausgesöhnt mit der Störung. Du glaubst nicht, Anton, wie wohl es tut, wenn man sich sagen kann: ›Hast heut rechtschaffen deine Pflicht getan!‹«

»Bist alleweil ein guter Junge, Emil! Und was den Ball betrifft, so is er uns ja noch gar nich davongeloofen. Wenn wir itzt gleich anspannen, so kommen wir schon zurecht. Es gibt sowieso nischt mehr für uns zu tun. Du, guck mal da nüber. Ich gloobe, die suchen dich. Es sieht aus wie der Pastor und der Schulze.«

»Du hast recht. Aber ich bin kein Freund von Komplimenten. Spann rasch an und komm nach. Ich werde vorangehen. Ich hab nicht allein gearbeitet. Ihr habt alle Dank verdient.«

»Na, so loof nur zu. In zehn Minuten haben wir dich eingeholt.«

Der Schornsteinfeger schlich durch die Gärten und suchte die Straße, die zur Stadt führte. Als er sie erreicht hatte, schritt er leichten Fußes aus. Er mochte die Seligkeit, die er wegen der Rettung dreier Menschen empfand, nicht durch störende Dankesworte entweihen lassen und gab sich den wohltuenden Gefühlen seines Inneren hin, bis er das laute Rollen des herannahenden Spritzenwagens hinter sich vernahm.

»Hallo, Emil, bist du’s? Da sind wir. Komm, steig uff. In eener halben Stunde sind wir in der Stadt; unsere Equipage fährt rasch. Da sehen wir zuerst, wie’s im Saal ausschaut, und dann rennen wir nach heeme, stecken die Arme in den Frack und holen das Versäumte doppelt nach. Vorwärts, Christian, und een bischen laut!«

Das Sechsergespann donnerte in scharfem Trab weiter, und kaum war die halbe Stunde vorüber, hielt der Spritzenwagen mit der darauf hockenden Mannschaft vor dem Gasthaus.

Die beiden Männer sprangen ab und traten in den Hausflur. Hier kam ihnen der Wirt entgegen.

»Seid ihr wieder da? Ist’s Feuer niedergeschlagen?«

»Ja. Wie sieht’s denn droben aus, Gevatter?«

»Sehr belustigend! Der Thomas hat wieder was Schönes ausgeheckt. Er versteigert die Weibsen. Macht, dass ihr naufkommt, wenn ihr noch eene abhaben wollt. Umziehen könnt ihr euch nachher ooch noch. Hör, Emil, der Buchhändler hat das Geld für dich geschickt. Ich hab’s drin liegen, wenn du’s haben willst.«

»Nachher. Halt nur deinen Mund. Es braucht niemand zu wissen, was ich in meinen Feierstunden treibe!«

Aus den geöffneten Flügeltüren tönte ihnen lustiges Lachen entgegen, das eine laute, um Ruhe bittende Stimme zu übertönen versuchte.

»Silentium, meine Herrschaften. Si-Si-Silentium, was so viel heeßt wie: Wer fertig is mit Lachen, der mag sich den Bauch wieder zurechtschieben. Denn es wird gleich wieder losgehen. Also drei Taler zum zweeten Mal; drei Taler zum dritten Mal, zum dritten und letzten Mal, Pumps! Der Herr Advokat Heinemann aus Dresden, der heut wegen eenes Gevatterbriefes in unserer guten Stadt weilt, zahlt für die Frau Schmiedemeisterin Anton Gräßler, welche bisher ohne Gevatterbrief anwesend gewesen ist, drei Taler. Kassierer, hier ist das Geld!«

»Meine Frau verkooft?«, rief der Schmied mit seiner tiefen Bassstimme in die von Neuem lachende Versammlung hinein. »Und für drei Taler? Ihr seid nicht recht gescheit. Soviel habe ich doch selber nich für sie gegeben.«

»Schadet nischt, Anton. Nimmst den Profit und erstehst dir eene Bessere. Erlooben die verehrtesten Herrschaften, dass ich meiner Pflicht als Auktionator genüge, indem ich ihn von dem Notwendigen in Kenntnis setze? Er hat wegen des Feuers fortgemusst und weeß also nich, was hier eegentlich losgeht. Wie steht es denn mit dem Brand?«

»’s is aus. Kannst’s nachher ausführlicher hören. Erkläre mir nur erst die Rebellion, die du angerichtet hast, alter Schabernack.«

»Keine Beleidigung nich, Anton; ich bin nich schuld, dass dir deine Gustel abhandengekommen is. Ich habe dich wahrhaftig nich verleitet, in die Feuerwehr einzutreten und jedem glimmenden Zigarrenstummel nachzuspringen. Also, off meinen Vorschlag hat der Verein den Beschluss gefasst, alle anwesenden Damen zu versteigern. Jede dieser Damen gehört dem, der sie ersteht, für die Dauer des heutigen Abends, muss ihm beim Dankeswalzer eenen Kuss geben, darf ohne seine Erloobnis mit keenem andern tanzen, geht mit ihm zur Tafel und muss ihm ooch gestatten, sie nach Hause zu begleiten. Diejenige, für welche das meiste gezahlt wird, ist Ballkönigin. Ihr Herr wird König, und dann errichten die Majestäten eenen Hofstaat, mit dessen Hilfe das Programm entworfen wird. So, und nun mach nur, dass du heem kommst und eenen andern Gottfried anziehst. Du siehst ja aus, als wenn du een halbes Jahr im Teich gelegen hättest und nachher noch eenige Monate lang als Froschreuse in Gebrauch gewesen wärst.«

»Wie viele hast du denn noch?«

»Grad noch een Dutzend.«

»Na, da kann ich doch nicht erst heeme gehen. Wenn ich eenmal ins Parfümieren komme, so werde ich vor dem ersten Advent nich fertig, und dann habe ich das Nachsehen. Ich möchte doch gern Schadenersatz für meine Alte haben und werde warten, bis Eene kommt, die nach meinem Geschmack is. Wer mich in meiner jetzigen Schönheet nich haben will, der kriegt mich, mein Seel, ooch nich, wenn ich nachher noch schöner bin. Also, fang an.«

Der Schornsteinfeger war, unbeachtet von den anderen, hinter einen der Türpfosten getreten und überflog mit musterndem Blick die noch zu versteigernden Damen.

Sie waren ihm alle bekannt, außer …

Mit einer raschen Bewegung trat er überrascht aus dem Versteck hervor und heftete die Augen auf ein Mädchen, das zwischen dem Polizeirat und einem unbekannten Herrn saß.

»Welche Ähnlichkeit. So schön, so herrlich müsste sie geworden sein.«

Und sich an den eben eintretenden Wirt wendend, fragte er: »Wer ist die junge, weiß gekleidete Dame dort unter dem Orchester?«

»Das is Fräulein von Chlowicki. Kennst du sie denn noch nich?«

»Die wilde Polin? Ich habe wohl von ihr gehört, sie aber noch nicht gesehen. Und der Herr zu ihrer Linken?«

»Das is der Baron von Säumen, een reicher Erbe und ihr Verlobter.«

»Kennst du ihren Vornamen?«

»Se heeßt Wanda.«

»Bitte, hole mir mein Geld.«

»Emil, biste toll? Ich gloobe gar, du willst das Mädchen erstehen.«

»Geh nur und lass mich nicht lange warten.«

Er trat in Rücksicht auf seinen nichts weniger als ballmäßigen Anzug wieder hinter den Pfeiler zurück und beobachtete von da aus den Gegenstand seiner gerade eben gezeigten Überraschung. In ziemlich reservierter Haltung saß Wanda neben ihrem Verlobten, dessen rednerische Anstrengungen, nach dem leisen Unmut zu urteilen, der wie ein Schatten auf ihrem schönen Angesicht lag, nicht von Erfolg gekrönt zu sein schienen.

»Also, du wirst mit aufbrechen, Wanda?«

»Nein!«

»Du wirst mitgehen, und ich bin überzeugt, dass eine Dame deines Formats an einem so niveaulosen Spaß unmöglich Wohlgefallen finden kann.«

»Und ich bin überzeugt, dass du keine Ahnung von dergleichen Dingen hast. Ich werde bleiben.«

»Wirklich?«

»Wirklich!«

»Dann zwingst du mich, von dem Recht, das meine Stellung als dein Verlobter mir gestattet, Gebrauch zu machen, indem ich dich diesen Schustern, Schneidern, Schmieden und Perückenmachern entziehe.«

»Ah!«

In diesem einen Laut lag eine unverhohlene Geringschätzung, und ihre großen, dunklen Augen blitzten mit spöttischem Blick über die hagere Gestalt ihres Verlobten hin, als sie, die reichen, blonden Locken mit einer unnachahmlichen Bewegung nach hinten werfend, hinzufügte:

»Und wenn ich mir nun wirklich einen dieser Schneider und Perückenmacher zum Ballherrn wünsche? Deine so rücksichtsvoll bei den Haaren herbeigezogene Stellung als mein Verlobter gibt dir keine andere Berechtigung als einzig und allein diejenige, dich in meine Wünsche fügen zu dürfen.«

»Herr Baron«, fiel der Polizeirat ein, um einem möglichen Eklat vorzubeugen, »das Vergnügen ist ein durchaus unschuldiges. Man beliebt zuweilen, auf wohlberechtigte Ansprüche zu verzichten, um den gewöhnlichen Mann in seinen Umgangsformen kennenzulernen und sich dabei ein kleines, erlaubtes Amüsement zu bereiten. Die Versammlung besteht aus durchaus ehrenwerten Personen. Ich selbst habe mich bewogen gefühlt, eine kleine, nette Tuchhändlerin zu engagieren. Hegt Fräulein Wanda wirklich die interessante Absicht, einem Gebot für sie keine Schwierigkeiten entgegenzusetzen, so steht es Ihnen ja frei, dieses Gebot selbst abzugeben.«

»Einem so beredten und von mir hochgeachteten Verteidiger muss ich mich allerdings fügen«, antwortete von Säumen; aber es war kein guter Blick, den er dabei auf das Mädchen warf. »Doch werde ich der erwähnten Stellung wenigstens dadurch Rechnung tragen, dass ich ein Gebot sprechen werde, das jede Konkurrenz ausschließt.«

Da erschallte die Stimme des Auktionators von Neuem: »Offgepasst, meine Herrschaften! Ich habe aus Höflichkeit gegen die anwesenden Herren mein Gebot offgeschoben bis jetzt und erwarte deshalb, dass bei der nächsten Dame meine rücksichtsvolle Politik keene Gegner finden wird. Jede feindselige Intervention werde ich bis zum letzten Groschen meines Geldbeutels zurückweisen. Also jetzt, Fräulein von Chlowicki. Ich biete fünf Taler.«

»Zehn Taler!«, rief Baron von Säumen mit einer Stimme, die sehr hörbar zu überzeugen versuchte, dass das Bürgertum vollständig geschlagen sei. Thomas maß den Sprecher mit scharfem, stechendem Auge und antworte dann: »Der reiche Herr Baron von Säumen bietet für seine Verlobte zehn Taler. Ich bin nur een armer Buchbinder. Doch für eene solche Dame is mir das Doppelte nicht zu viel. Zwanzig Taler zum ersten Mal.«

»Fünfundzwanzig Taler!«, rief der Baron.

»Ich gebe dreißig Taler und esse zwee Monate lang trockenes Brot. Also dreißig Taler zum Ersten!«

»Fünfunddreißig!«

»Zehne mehr!«

Die Anwesenden folgten diesem ungewöhnlichen Wettstreit mit größtem Interesse. Wollte Thomas die so hoch über ihm stehende Aristokratin wirklich für sich erstehen? Oder beabsichtigte er nur, den Baron in die Höhe zu treiben? Und warum lag ganz gegen seine bisherige Höflichkeit jetzt eine so ätzende und beleidigende Schärfe in seinen Worten? Man sah es jedem seiner Blicke an, dass er unter einem dem Baron gegenüber höchst unfreundlichen Gefühl handelte.

»Das Gebot«, fuhr er fort, »is jetzt so hoch gestiegen, dass ich mich genötigt sehe, noch eenmal daroff offmerksam zu machen, dass der Betrag desselben sofort und bar bezahlt werden muss.«

»Fünfzig Taler!«, rief von Säumen, ergrimmt über diese neue Dreistigkeit.

»Hundert Taler!«, scholl es plötzlich mit lauter Stimme von der Tür her.

Alle wandten sich überrascht dieser Richtung zu. Auch Wanda bemühte sich, den Mann zu entdecken, der ihr eine so bedeutende Summe opfern wollte, bedenkt man die bescheidenen Verhältnisse der meisten anwesenden Arbeiter. Aber da der Mann im äußersten Winkel des Saals stand, gelang es ihr nicht, ihn zu sehen.

»Emil, du bist’s?«, rief Thomas. »Da trete ich gern zurück. Niemandem gönne ich dieses Glück so gern wie dir.« Und wie um dem Baron jedes weitere Gebot abzuschneiden, rief er schnell hintereinander: »Also hundert Taler zum ersten, zum zeeten und zum dritten Mal, Pumps! Unser neuer Herr Vorsteher, der leider durch das Feuer davon abgehalten worden is, eher zu erscheinen, gibt für Fräulein von Chlowicki hundert Taler. Und da diese Summe die höchste is, die heut geboten wurde, is die genannte Dame die Königin des heutigen Festes. Es wird, sobald sich unser Feuerwehrmann umgekleidet hat, sofort zur Krönung geschritten. Jetzt aber erlobe ich mir vor allen Dingen, die Majestäten eenander vorzustellen.«

Wanda erhob sich, als Thomas von der Tafel stieg, auf der er bisher gethront hatte, um ihr den König zuzuführen. Sie liebte das Ungewöhnliche und fühlte ihr aristokratisches Gewissen nicht im Mindesten beschwert. Es störte sie nicht, die Königin eines bürgerlichen Balles zu sein. Zudem war Winter als Vorsteher der Gesellschaft bezeichnet worden, ein Umstand, der ihn jedenfalls empfahl. In der einfachen Natürlichkeit dieser Leute lag zumindest für sie nichts Verletzendes. Sie zeigten eine harmlose Munterkeit und ein offenes, gutmütiges Wesen und wurden von dem treuherzigen Charakter ihres Dialekts unterstützt, was sie bisweilen auch stolzer erscheinen ließ als vermutet. Die Sonne des Lebens hatte für Wanda nur kaltes, winterliches Licht gehabt und ihr nur selten einen freundlichen, erwärmenden Strahl zugesandt. Die Quelle ihres tiefen, reinen Gemüts war von einer falschen, auf wankenden Grundsätzen fußenden Erziehung zurückgedrängt und mit steinernem Riegelwerk verschlossen, der Reichtum ihres Geistes brachgelegt und ihr Wollen und Handeln von den rechten Bahnen seitwärts gelenkt worden. Die Nähe zu einem ihr innerlich verwandten Wesen war ihr versagt geblieben. Deshalb hatte sie sich stets einsam und verlassen gefühlt. In dieser Einsamkeit hatte sie keine Gelegenheit gefunden, nach der echten Freiheit und Selbstständigkeit zu streben und diese hohen Güter in der rechten Weise anzuwenden. So war sie das geworden, als was man sie bezeichnete: die wilde Polin.

Ihre Verlobung war das Werk kalter Berechnung, der sie sich nur gezwungenermaßen gefügt hatte. Der Baron war ihr verhasst und widerwärtig. Da er ihr mit verletzender Offenheit zeigte, dass er aus geschäftlichen Gründen in ihre Nähe geführt worden war, machte auch sie keine Anstrengung, ihm ihre Gesinnung zu verhehlen. Sie versprach sich aus der Verbindung mit ihm weder Glück noch Segen. Sein herrisches und hofmeisterliches Gebaren ärgerte sie. Mit Befriedigung ergriff sie jede Gelegenheit, sich unabhängig von ihm zu zeigen. Daher kam auch ihre gegenwärtige Bereitwilligkeit, sich von der Auktion nicht auszuschließen, deren Ergebnis nun ganz ihren Wünschen entsprach. Hätte der Baron sie erstanden, so hätte sie sofort den Saal verlassen. Nun aber, da er geschlagen war, beschloss sie, dem Sieger durch freundliches Entgegenkommen zu danken und heute einmal so richtig fröhlich unter den Fröhlichen zu sein.

»Ach was«, hörte sie vorn an der Tür den Auktionator rufen. »Erst heeme loofen und Toilette machen. Dazu is nachher ooch noch Zeit, Emil. Es würde doch die reene Unhöflichkeet sein, wenn du deine Dame so lange off die Geduldsprobe stellst. Du musst ihr jetzt endlich das Kompliment machen und nachher um den notwendigen Urlaub bitten. Komm schon!«

»Ja, Emil«, unterstützte ihn der Schmied mit nachdrucksvollem Bass. »Ich sehe genau so unappetitlich aus wie du, und doch bin ich meiner Frau, die ich erstanden habe, willkommen gewesen. Deine Dame is jedenfalls nich weniger verständig als die meine. Wir kommen eben vom Einsatz. Und Arbeit hat noch niemandem geschadet. Geh nur, geh!«

Fräulein von Chlowicki sah, wie sich die Versammlung auflöste und Thomas auf sie zukam. Hinter ihm schritt noch jemand auf sie zu. War es möglich? Deutlich fühlte sie das zornige Klopfen ihres Herzens. Ihre Augen öffneten sich weit beim Anblick des rußgeschwärzten Mannes. Über ihre weichen Züge legte sich jene strenge Kälte, hinter deren Schild sich die gekränkte Weiblichkeit gern und erfolgreich flüchtet. Ein rascher Blick in das Angesicht des Barons zeigte ihr ein schadenfrohes, höhnisches Lächeln, das ihr augenblicklich die notwendige Fassung zu rauben drohte. Das machte es ihr schwer, fast unmöglich, das Richtige zu treffen.

»Gnädiges Fräulein, leider habe ich nich off Zeremonienmeester studiert und bin also ooch nich imstande, so hohe Herrschaften mit hofmäßigem Anstand eenander vorzustellen. Beglücken Sie deshalb ihren untertänigsten Diener mit königlicher Nachsicht. Herr Schornsteinfeger Emil Winter – Fräulein Wanda von Chlowicki.«

»Herr König aus dem Mohrenland, kehren Sie nach Dahomey zurück!« Mit einer zurückweisenden, stolzen Handbewegung trat sie zur Seite und wehrte den penetranten Brandgeruch, welcher der versengten Kleidung des Essenkehrers entströmte, mit dem duftgetränkten Taschentuch von sich ab.

Mit einem leisen Lächeln in dem von Schweiß und Schmutz entstellten Gesicht wollte Winter ihr antworten. Da aber trat ihm der Baron hastig und mit gebieterischer Handbewegung entgegen.

»Sie sehen, dass die Dame nichts von Ihnen wissen will. Gehen Sie. Ein Mensch Ihresgleichen sollte hier gar keinen Zutritt haben.«

»Wer sind sie, mein Lieber?«

»Nun gut, ich gebe mich der Lächerlichkeit preis und nenne Ihnen meinen Namen: Ich bin Baron Eginhardt von Säumen.«

Winters Augen, dessen Weiß aus der Schwärze seines Antlitzes hervorstach, maß den Baron langsam und forschend von Kopf bis Fuß. Dann klang es mit eigentümlichem Ausdruck: »Ich kenne Sie nicht!«

»Ist mir eine Ehre. Gehen Sie.«

»Nur keine lächerliche Anmaßung, mein Herr Baron!« Auf dem Wort Baron lag wieder jener eigentümliche, zweifelhafte Ausdruck. »In Ihrem Ton spricht selbst ein Eskimo nur mit seinen Hunden.« Und sich zu Wanda wendend, fuhr er fort: »Ich ließ mich in Ihre Nähe zwingen, Fräulein, um unter zwei Fehlern den kleineren zu begehen. Verzeihen Sie einem Mann, dem die Aufmerksamkeit einer Dame in der ersten, die Seife aber erst in der zweiten Reihe stand. Schließlich ist er gewohnt, den Menschen nicht nach der äußeren Erscheinung, sondern nach den inneren Werten zu beurteilen. Adieu!«

Mit einer gewandten Verbeugung entfernte er sich und verließ nach einem kurzen Gespräch mit Thomas den Saal.

»Hat man je so etwas erlebt!«, rief der Baron. »Diese Schmach hast du dir selbst zuzuschreiben, und ich hoffe, dass du jetzt nicht zögerst, mir zu folgen.«

Wanda schien seine Worte gar nicht gehört zu haben. Ihre Augen waren noch auf die Tür gerichtet, die sich hinter dem Schornsteinfeger geschlossen hatte. Die Härte in ihren Zügen war gewichen und hatte einem sinnlichen Ausdruck Platz gemacht. Wie kam dieser Mann zu der noblen Geste und behenden Sprachfertigkeit, die er während des ganzen für sie so beleidigenden Vorganges gezeigt hatte? Woher kam ihm die Geschicklichkeit, diese Beleidigung zu parieren und auf die Gegner zurückzuwerfen? War diese sonore, metallreiche Stimme nicht schon ein Mal an ihr Ohr geklungen? Und warum hatte dieselbe bei den Worten »Ich kenne Sie nicht« einen so merkwürdigen Klang gehabt?

Es wurde ihr klar, dass ihr Fauxpas größer war als seiner, wenn bei ihm überhaupt davon die Rede sein konnte. Sie war nicht nur unhöflich, sondern sogar undankbar und rücksichtslos gewesen.

Während die anderen Gäste sich nicht hatten stören lassen, war er seiner Pflicht in höchstem Maß nachgekommen. Seine Kleidung war verbrannt und zerrissen, und ihr unausstehlicher Geruch war deutlicher Beweis, dass er sich mitten in die Flammen gewagt hatte. Diesem braven, vielleicht sogar kühnen Mann, der obendrein ihretwegen so viel Geld ausgegeben hatte, war nun alles eine bittere Kränkung geworden. Oh, wie hasste sie den Baron, dessen Blick sie provoziert hatte, solche Worte auszusprechen, die sie jetzt bereuen musste.

Und was nun? Die Freude war gestört. Wenn auch viele der Anwesenden ihr Verhalten gerechtfertigt fanden, so war anderen die Unzufriedenheit umso deutlicher anzusehen. Außerdem konnte sie sich selbst bei genauem Nachdenken darüber einer kleinen Verlegenheit nicht erwehren.

Da trat in Begleitung einiger Vereinsmitglieder der Buchbinder Thomas wieder an sie heran und bat sie, für den heutigen Abend das Kommando allein zu übernehmen, da Winter sich nach dem Brand außerstande fühle, den Anforderungen der ihm übertragenen Würde gerecht zu werden.

»Ist diese Anstrengung so groß gewesen?«, fragte Wanda.

»Gewiss, er hat drei Menschenleben gerettet.«

»Drei Menschenleben«, wiederholte sie. Ihre schönen Augen füllten sich mit leuchtendem Glanz. »War es gefährlich?«

»Sehr. Der Zutritt von unten war unmöglich, so musste er vom Nachbarhaus auf das Dach hinabspringen, mitten durch Rauch und Flammen über die Firste klettern und sich durch die Feueresse eenen Weg in die Kammer bahnen, in der die Leute steckten. Dann hat er das Dach zerschlagen und eeenen nach dem andern in die mitgenommenen Decken gewickelt und über die Firste zurückgetragen.«

»Eine solche Heldentat verdient den größten Dank.«

»Der mag keenen Dank. Er is sogar fortgegangen, als er gemerkt hat, dass sie nach ihm suchten; ’s is een Kerl, der mehr wert is als zehn Barone!«

Diese Worte waren laut genug gesprochen, dass von Säumen sie hören konnte. Auch Wanda musste den Vorwurf, der in ihnen lag, um so mehr anerkennen, als sie überzeugt war, dass sie nur Winter die schonende Behandlung zu verdanken hatte, mit der diese guten Menschen ihr sprödes Auftreten ignorierten.

»Wird er wiederkommen?«

»Ja; er is Vorsteher und kann nicht gut entbehrt werden.«

»Ich bin bereit, den Thron, welchen Sie mir bieten, zu besteigen, und werde mich sehr bemühen, meine Untertanen während der Dauer meiner Regierung froh und glücklich zu machen. Bitte, Herr Thomas, rufen Sie die Herren zu einer Beratung zusammen.«

Sie trat in die Mitte des Saales, und bald herrschte in der Versammlung heiteres Treiben, von der nur der Baron ausgeschlossen war. Er war der Einzige, der keine Dame hatte. In vornehmer Ungezwungenheit lag er auf dem Stuhl und würdigte den bunten Trubel keines Blickes. Aber trotz seiner anscheinenden Teilnahmslosigkeit zuckte ein mit viel Kraft zurückgehaltener Ärger um seine Lippen, und unter den halb geschlossenen Lidern flog zuweilen ein zorniger Blick hinüber zu der Verlobten, die seine Anwesenheit gänzlich vergessen zu haben schien.