Unsichtbare Mission #30 - Earl Warren - ebook

Unsichtbare Mission #30 ebook

Earl Warren

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Unsichtbare Mission - Band 30 von Earl Warren Der Umfang dieses Buchs entspricht 133 Taschenbuchseiten. Die Vierte Macht, wie die Verbrecherorganisation von Doc Alpha genannt wird, unterhielt auf Borneo eine geheime Raketenbasis. Doc Alpha, größenwahnsinniger Milliardär, der überall auf dem Globus Terror verbreitet, will die Weltherrschaft an sich reißen. Dem CIA-Agenten Mike Borran, der über übernatürliche Kräfte verfügt, ist es gelungen, den Raketenleitstand der Basis zu zerstören. Als er die Flucht durch den Dschungel ergreift, wird der Top-Agent von wilden Kopfjägern gefangen genommen und den Handlangern Doc Alphas ausgeliefert. Diese bringen ihn und seinen Agenten-Kollegen auf die Raumstation der Vierten Macht – 15.000 Kilometer von der Erde entfernt ... In diesem Roman werden die Ereignisse von Band 27 und 28 fortgeführt.

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Earl Warren

Unsichtbare Mission #30

Agenten im Weltall

BookRix GmbH & Co. KG80331 München

Agenten im Weltall

Unsichtbare Mission - Band 30

von Earl Warren

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 133 Taschenbuchseiten.

 

Die Vierte Macht, wie die Verbrecherorganisation von Doc Alpha genannt wird, unterhielt auf Borneo eine geheime Raketenbasis. Doc Alpha, größenwahnsinniger Milliardär, der überall auf dem Globus Terror verbreitet, will die Weltherrschaft an sich reißen. Dem CIA-Agenten Mike Borran, der über übernatürliche Kräfte verfügt, ist es gelungen, den Raketenleitstand der Basis zu zerstören. Als er die Flucht durch den Dschungel ergreift, wird der Top-Agent von wilden Kopfjägern gefangen genommen und den Handlangern Doc Alphas ausgeliefert. Diese bringen ihn und seinen Agenten-Kollegen auf die Raumstation der Vierten Macht – 15.000 Kilometer von der Erde entfernt ...

In diesem Roman werden die Ereignisse von Band 27 und 28 fortgeführt.

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author

© dieser Ausgabe 2016 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

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1

Der Unsichtbare vom CIA hatte die Kaverne mit den beiden Weltraumraketen und der Space Shuttle verlassen. Mike Borran schaute sich um, so gut das möglich war, denn seine Augen brannten und tränten noch von den Nachwirkungen der Magnesium-Granate. Er hatte die Gasmaske abgesetzt.

Auf der Raketenbasis Alpha, dem geheimen Stützpunkt der Vierten Macht im Dschungel im Innern Borneos an den Südhängen des Raja Massivs, herrschte völlige Verwirrung.

Mike Borran hatte den ersten Teil seines Auftrags erledigt, die Basis und ihre Anlagen fotografiert, Sabotageakte verübt und den Raketenleitstand gesprengt.

Die zwölf Atomraketen auf den Abschussrampen waren für die nächste Zeit lahmgelegt. Lucretia Lee, die Sektionsleiterin Südasien der Vierten Macht, der Stützpunktkommandant Sanjay Singh, der technische Leiter Dr. Floyd McKee und andere waren betäubt, die Besatzung der Basis ihrer Führer beraubt.

Auf dem Rollfeld waberte ein Feuermeer, das zwei Feuerwehrwagen und der Katastrophendienst des Stützpunktes bekämpften. Mike Borran hatte einen Tankwagen gesprengt und einen Grumman Abfangjäger in Flammen aufgehen und explodieren lassen.

Eine große Leichtbauhalle samt Inhalt brannte lichterloh. Schwarzer Rauch stieg auf und sammelte sich unter dem riesigen Tarnnetz, das die ganze Basis mit einem eigenen Kraftwerk, Magazinen, Unterkünften, Baracken und Hallen, Tower und Flugzeugpisten überspannte.

Die Nebelkerzen, die der Unsichtbare nach seinem Vordringen auf die Basis geworfen hatte, hatten eine Menge Dunst und Qualm erzeugt. Und der Lastwagen stand immer noch in der Raketenbatterie.

Mike hatte eine halbe Batterie von Boden-Boden- und Boden-Luft-Raketen glatt umgefahren. Weder der dreifache Sicherungsring noch die zahlreichen Wachtposten, Geschütze, Maschinengewehre, zwei Panzerspähwagen, Hundestreifen und raffinierte Überwachungsgeräte hatten den Unsichtbaren aufhalten können.

Aber Mike Borran war noch nicht aus dem Schneider. Jetzt musste er von der Basis weg und zu seinen Kameraden im Dschungel gelangen. In einer guten halben Stunde wurde er wieder sichtbar.

Mike Borran marschierte quer durch die Basis. Die Luft war derart von Rauch und Qualm vernebelt, dass er erwog, die Gasmaske wieder aufzusetzen. Die Intervall-Sirenen heulten misstönig.

Heute hatte die Vierte Macht eine schlimme Lektion erhalten. Mike Borran sah ein paar Zivilisten in weißen Kombinationen oder Kitteln aus einer flachen Baracke rennen. Ein Ambulanzwagen und ein Lastwagen fuhren um die Ecke.

Der Unsichtbare hörte einen hochgewachsenen Mann, offenbar einen Amerikaner oder Engländer, etwas rufen. In englischer Sprache.

»Dr. Huey, zum Teufel, wo stecken Sie denn? Wir müssen schleunigst zu der Kaverne B, dort hat es in der Leitzentrale gekracht.«

Der hochgewachsene Mann musste der Oberarzt des Stützpunktes sein. Ein mondgesichtiger, kleiner Chinese kam aus dem Gebäude.

»Wir haben hier Patienten zu versorgen, Dr. Colby. Wenigstens ein ausgebildeter Mediziner muss auf der Sanitätsstation zurückbleiben. Lucretia Lee und Sanjay Singh liegen bewusstlos.«

»Zum Teufel damit!«, brüllte der hochgewachsene Dr. Colby. »Ihr Zustand ist gut, sie sind nur weggetreten. Aber wenn der Leitstand und McKee und Ardaschir erledigt sind, dann sind wir alle am Arsch! Die tollsten Gerüchte schwirren umher. Es heißt, CIA-Agenten hätten den Leitstand besetzt, und indonesische Fallschirmjäger wären im Anflug!«

Der Fahrer des Lastwagens, ein Javaner in der grauen Uniform der Alpha-Garde, sprang aus dem Führerhaus. Da Dr. Colby nur Englisch sprach, bediente auch er sich dieser Sprache, und Mike Borran konnte jedes Wort verstehen.

»Ich war gerade in der provisorischen fahrbaren Kommandostelle«, meldete der Gardist und salutierte. »Oberst Phatjong hat die Situation im Griff.«

»Ha!«, schnaubten die beiden Ärzte Colby und Huey und betrachteten die Aufregung und das Durcheinander um sie her.

»Man hat eine neue Geheimwaffe gegen uns eingesetzt«, fuhr der junge Javaner fort. »Der amerikanische CIA soll dahinterstecken. Aber die feindlichen Agenten sind im Dschungel bereits von den Iban Dajaks gestellt und werden bekämpft. Oberst Phatjong will einen Hubschrauber mit Gardisten losschicken, um die Feindagenten zu vernichten. Von einem Fallschirmjägerangriff oder überhaupt dem Anflug von Maschinen oder Flugkörpern auf die Basis ist nichts bekannt. Der Tower mit den Ortungssystemen ist unversehrt und kontrolliert den Luftraum. In dieser Hinsicht können Sie unbesorgt sein.«

»Wenigstens in einer«, kommentierte der hochgewachsene Dr. Colby. »Sind jetzt Feinde in die Basis vorgedrungen, oder nicht?«

»Bisher wurden keine gesehen«, antwortete der junge Javaner und sagte damit die genaue Wahrheit.

Die beiden Ärzte sprangen in den Ambulanzwagen, der Gardist klemmte sich wieder hinter das Steuer des Lastwagens. Mike Borran wartete nicht länger. Er lief los, er suchte den Hubschrauber, der in den Dschungel starten sollte.

Denn Mike war ein toller Gedanke gekommen. Warum sollte er zu Fuß die tödlichen Sperrgürtel überwinden und sich mühsam durch den Dschungel schlagen, wenn er auch fliegen konnte? Einen Unsichtbaren würde man an Bord des Hubschraubers kaum bemerken.

Es fiel Mike schwer, den Hubschrauber zu erkennen, denn seine Sehkraft war noch sehr beeinträchtigt, und dichte Rauchschleier vernebelten die Basis. Doch dann erblickte er einen gefleckten Kampfhubschrauber mit rotierender Haupt und Heckdrehschraube, in den gerade sechs Gardisten einstiegen.

Sie schleppten zwei Maschinengewehre an Bord. Unter dem Rumpf des Hubschraubers waren vier Raketen montiert, er verfügte über Geschütze. Man hatte dem Hubschrauber eine bleckende Zahnreihe ähnlich der eines Haifischs um den Bug gemalt.

Mike lief näher. Ein Offizier und ein paar Soldaten standen bei dem Hubschrauber. Der Offizier sprach mit dem Piloten, der zu seiner Kombination einen schwarzen Stetson und eine Sonnenbrille trug.

Mike konnte nicht verstehen, was der Offizier und der Pilot im indonesischen Hauptdialekt miteinander besprachen. Er drückte sich an dem letzten Gardisten, der in die Helikopterkabine wollte, vorbei und stieg selber ein.

Mike kletterte über Ausrüstungsstücke hinweg, vermied es, einen der Gardisten in der Hubschrauberkabine zu berühren, und zwängte sich in eine Ecke. Der Hubschrauber war voll besetzt. Der Geschützstand hinten im Heck blieb leer.

Die linke Kabinentür blieb offen, als der Hubschrauber mit aufdröhnenden Motoren vom Boden abhob und in niederer Höhe auf die Einflugschneise der Basis zuhielt. Mike Borran konnte aufatmen.

Seine Kombination und die Spezialweste mit dem Einsatzubehör waren durchgeschwitzt. Mike hatte noch zwei Stielgranaten mit Betäubungsgas sowie zwei Nebelkerzen zur Verfügung. Der Fotoapparat und das Teleobjektiv baumelten ihm vor der Brust. Der Feldstecher hing überm Rücken.

Die sechs Gardisten im Hubschrauber, der die Basis verlassen hatte und in niederer Höhe über den Baumwipfeln dahinflog, rauchten Zigaretten und unterhielten sich miteinander. Ein mit einem leichten Maschinengewehr bewaffneter Gardist stand bei dem offenen Einstieg.

Mike hatte, seit er in den Zentralbereich der Raketenbasis vorgedrungen war, nicht mehr mit seinen Kameraden über Funk gesprochen. Beim letzten Funksprechkontakt hatte er erfahren, dass Wintija Batu, ein weiblicher Oberleutnant der malaysischen Armee, sich als eine Verräterin entpuppt hatte.

Als Sonderagentin der Vierten Macht. Wintija hatte die kleine Expedition bis zur Basis begleitet und war erst nach Mike Borrans Weggang aktiv geworden. Sie hatte den CIA-Agenten Bill erschossen und war von Ben Copley angesprungen und überwältigt worden.

Die CIA-Agenten hatten die Verräterin gefesselt im Dschungel zurückgelassen, wo sie von Leuten von der Basis abgeholt werden konnte. Mike Borrans Einsatz war in jeder Hinsicht hochbrisant und gefährlich gewesen und hatte bisher zweien seiner Begleiter das Leben gekostet.

Die CIA-Agenten John McIntire, Morris Taylor und der Schwarze Ben Copley lebten noch und steckten irgendwo im Dschungel fest. Mike schaute auf seinen CIA-Chronometer, eine Spezialanfertigung, äußerlich wie eine teure und aufwendige Taucheruhr anzusehen.

Der Chronometer und das Gliederarmband wiesen einige Finessen auf. Die Stoppuhr lief, und Mike Borran sah, dass er noch etwa achtzehn Minuten unsichtbar bleiben würde. Mike selber konnte seinen Körper und alles, was er bei sich trug, wie immer erkennen. Doch andere sahen ihn nicht, da ein paramagnetisches Feld die Lichtstrahlen um seinen Körper herum krümmte.

Aus diesem Grund nahmen auch Fernsehkameras Mike Borran in diesem Zustand nicht auf, und Lichtschranken sprachen nicht auf ihn an. Auch Röntgenstrahlen durchdrangen ihn nicht, sondern wurden abgelenkt.

Ultraschall-Bewegungsmelder zeigten die Präsenz des Unsichtbaren an. Überwachungsgeräte auf Laserstrahlbasis versagten meist.

Der Copilot schaute durch die Luke in die Kabine. Was er sagte, konnte Mike nicht verstehen, aber die Gesten der Männer im Hubschrauber, ihr Gesichtsausdruck und eine Kursänderung des Copters sagten ihm genug.

Der Pilot und der Copilot standen über Funk mit den Gardisten in Verbindung, die unten im Dschungel mit den Dajaks Kontakt hatten. Es handelte sich nur um eine Handvoll Gardisten. Vielleicht hatten sie Wintija Batu schon befreit, und diese befand sich bei ihnen.

Jedenfalls waren der Pilot und der Copilot von ihren Kameraden im Dschungel genau informiert worden. Sie wollten das Versteck der drei CIA-Agenten anfliegen und mit den Bordgeschützen, vielleicht sogar mit Raketen beschießen.

Das durfte der Unsichtbare nicht zulassen. Mike überlegte rasch. Es gab eine Verbindungstür zwischen Hubschrauberkabine und -kanzel. Mike entschloss sich. Er musste schnell handeln. Er setzte die Gasmaske auf und zog eine Gasgranate und eine Nebelkerze ab.

Die sechs Grauuniformierten in der Kabine schrien durcheinander. Sie fuchtelten mit den Waffen, aber binnen Sekunden sanken sie betäubt nieder. Aus der Luke des Hubschraubers quoll dichter Rauch. Mike Borran musste damit rechnen, dass das Betäubungsgas auch in die Pilotenkanzel eindrang und die beiden Männer darin betäubte.

Er stieg über die Bewusstlosen hinweg und wollte die Verbindungstür öffnen. Aber sie war verriegelt. Mike zog den 38er Colt aus dem Schulterholster.

Zwei Schüsse ins Schloss, er warf sich mit der Schulter gegen die Tür, und sie sprang auf. Der Copilot, der die Tür gerade hatte öffnen wollen, wurde gegen die Schulter getroffen und stand dem Unsichtbaren gegenüber. Der Pilot mit dem schwarzen Stetson und der Sonnenbrille hielt den Steuerknüppel in der Hand und sprach aufgeregt ins Funkmikro.

Mike zwängte sich durch die Luke. Rauch und Gas quollen in die Pilotenkanzel. Mike brauchte nicht mehr zuzuschlagen. Der Copilot und auch der Pilot sackten zusammen.

Der Copilot blieb in dem engen Zwischenraum hinter den Pilotensitzen liegen. Den Piloten hielten die Sicherheitsgurte an seinem Platz. Das Mikro war ihm aus der Hand geglitten.

Die Drehzahl des Hubschraubermotors veränderte sich. Die Maschine begann zu rütteln und abzusacken. Mike kletterte hastig auf den Sitz des Copiloten, der über eine Simultan-Steuerung verfügte, schaltete um und übernahm den Helikopter.

Es klappte gerade noch, denn der Hubschrauber neigte sich bereits gefährlich nach vorn und verlor an Höhe. Im CIA-Ausbildungslager hatte man Mike Borran auch beigebracht, Hubschrauber und Flugzeuge verschiedener Typen zu fliegen und zu bedienen.

Bis auf einen Jumbojet, und die hochgezüchteten Überschalljäger und Raketenflugzeuge, deren Beherrschung ständiges Training und Fingerspitzengefühl voraussetzte, kam Mike mit ziemlich allem zurecht, was Flügel und einen Motor hatte. Und die Überschalljets wollte er auch noch beherrschen lernen.

Mike machte sich mit dem Hubschrauber, einem russischen Ka 25 mit zwei Gluschenkow Triebwerken à 900 PS, schnell vertraut. Zuerst wackelte der tarnfarbene Ka 25 unter Mike Borrans Führung wie eine betrunkene Hummel.

Doch schnell stabilisierte sich der Flug. Mike schaltete das Funkgerät des Hubschraubers auf die Sonderfrequenz dieses CIA-Einsatzes. Die aufgeregten Anfragen der Basis und der Gardisten unten im Dschungel ignorierte er.

Er rief John McIntire, Morris Taylor und Ben Copley, während er, einen dichten Rauchschweif von der Nebelkerze hinter sich herziehend, über die Baumwipfel dröhnte.

»Hier Säbelzahntiger! Hier Säbelzahntiger! - Herde, kommen! Kommen!«

Mikes Stimme klang dumpf unter der Gasmaske. Mikes Sehvermögen war inzwischen fast vollständig wiederhergestellt. Ein Seitenfenster der Kabine stand offen; sie war kaum noch verqualmt.

McIntire meldete sich nahezu sofort.

»Hier Herde! Wir wollten dich nicht rufen, denn du hast sicher genug eigene Probleme. Wo bist du jetzt? Wir stecken tief im Dreck. Die Dajaks haben uns entdeckt und festgenagelt. - Kommen.«

»Ich weiß Bescheid«, antwortete Mike Borran. »Ich bin an Bord eines Hubschraubers, den ich gerade übernommen habe. Ich will den Kopfjägern und unseren Freunden von der Basis gehörig einheizen. Dazu müsst ihr mich leiten. - Kommen!«

»He!«, rief der unverwüstliche McIntire. »Das hätte ich mir denken können, dass du zum Laufen zu faul bist. Fliegst du etwa in der Mühle, die gerade qualmend wie ein Schlot über uns wegkurvte? Wenn es so ist, musst du dich auf eine Bruchlandung gefasst machen. - Kommen.«

Mike erklärte, dass der Helikopter völlig unversehrt war und wo die Rauchentwicklung herrührte. Sie sollte die Gardisten am Boden täuschen und verwirren. Mike erhielt Anweisung von McIntire. Über Funk wurde er zu jenem Punkt in der grünen Hölle gelotst, wo die drei CIA-Agenten umzingelt waren.

Mike hatte vernommen, dass McIntire und die beiden anderen noch unverletzt waren, dass ihnen die Dajaks mit ihren heimtückischen Blasrohrgiftpfeilen aber mehr und mehr auf den Pelz rückten.

Mike stellte kurz auf Automatic-Steuerung, zog den Piloten weg und wechselte auf den Pilotensitz über, weil sich davor die Konsole mit den Bedienungselementen für die Bordwaffen befand. Er übernahm wieder und studierte das Waffensystem.

Er schaltete die Infrarot-Optik ein, denn unter dem dichten Laubdach der Dschungelbäume herrschte ständiges Halbdämmer, sowie den Zielsucher. Genaues konnte der Unsichtbare nicht erkennen.

Aber mit den Tipps von McIntire, Copley und Taylor zusammen würde es genügen, um Geschosssalven und Raketen in die richtige Richtungen zu jagen. Und jedenfalls nicht auf die Kameraden zu schießen.

Im dichten Dschungel war die Trefferchance auch bei den automatischen Waffen gering. Doch Mike hoffte, die Dajaks und die paar Gardisten durch den Beschuss schocken und vertreiben zu können. Er flog eine Kurve, stellte die Waffen ein und steuerte knapp über den Wipfeln auf das Ziel zu.

Mike drückte die Feuerknöpfe. Die Bordkanonen und die schweren MGs hämmerten los, Geschosse fetzten in den Dschungel. Die ersten zwei Raketen sirrten ab und detonierten unter dem dichten grünen Laubdach.

Er umflog die Stellung der drei CIA-Agenten unten im Dschungel und feuerte hinaus, was er an Munition und Raketen an Bord hatte.

Die Stimme seines schwarzen Freundes Ben Copley tönte aus dem Funkgerät.

»Gut gebissen, Säbelzahntiger! Die Dajaks sind getürmt. Was jetzt? - Kommen!«

»Ich gehe schleunigst herunter, obwohl ich da unten keinen Fleck sehe, auf dem ich den Hubschrauber absetzen kann«, antwortete Mike Borran. »Aber ich muss landen. Die Basis ist inzwischen verständigt. Wie ich die Vierte Macht kenne, werden sie den Copter abschießen wollen. Haltet mir die Daumen. - Ende.«

Sowie Mike Borran aufhörte zu sprechen, schaltete eine unbekannte Stimme sich ein.

»Hier spricht Oberst Phatjong von der Basis Alpha. Sie haben richtig vermutet, wir brennen Ihnen eine Luftabwehrrakete ins Kreuz, dass es staubt! - Wer sind Sie überhaupt?«

Die Funker in der Zentrale im Tower hatten die Sonderfrequenz angepeilt. Der Oberst sprach vom provisorischen Kommandostand aus in recht gutem Englisch.

»Wer sind Sie?«, fragte er wieder. »Geben Sie sich zu erkennen und fliegen Sie zur Basis zurück, sonst schießen wir Sie ab!«

»Ich habe acht Ihrer Leute an Bord, Oberst«, antwortete Mike Borran, ohne die Frage nach seiner Identität zu beantworten. »Bedeutet deren Leben Ihnen nichts?«

»Wir sind die Alpha-Garde und nicht die Heilsarmee!«, antwortete Phatjong. »Dies ist Ihre letzte Chance! Antworten Sie sofort und kehren Sie um! - Kommen!«

»Ich bin der Weihnachtsmann«, antwortete Mike Borran. »Sind Sie mit meiner Bescherung der Basis nicht zufrieden? Sie können gern einen Nachschlag haben.«

Er schaltete ab, denn Oberst Phatjongs Flüche wollte er sich ersparen. Mike musste den Hubschrauber schleunigst landen, sonst erwischte ihn eine ferngelenkte oder selbsttätig zielsuchende Rakete.

Dann erging es ihm wie dem Piloten, der das CIA-Einsatzkommando in die Nähe der Raketenbasis gebracht hatte.

2

Der Hubschrauber rauschte durch Zweige und brach durch dichtes Geäst. Über den Wipfeln der Urwaldriesen zischte der silberglänzende Leib der Luftabwehrrakete hinweg. Das Suchgerät des stählernen Todespfeils hatte den Kontakt zu dem sich rasch senkenden Helikopter verloren.

Mike Borrans Absetzungsmanöver war gerade noch im letzten Moment erfolgt. Aber noch hatte er den Helikopter mit den acht Bewusstlosen an Bord nicht auf den Boden gesetzt.

Mike hatte sich eine Stelle ausgesucht, an der die Urwaldriesen nicht so dicht beieinander zu stehen schienen. Er sah grüne Blätter, Äste und Zweige an der Plexiglaskanzel vorbeisausen.

Die große Drehschraube zerfetzte das grüne Gewirr wie ein riesiges rotierendes Messer. Es rauschte, prasselte und krachte. Der Hubschrauber senkte sich senkrecht. Aber dann wuchsen niedere Bäume dem Helikopter entgegen.

Ausweichen oder manövrieren konnte Mike Borran nicht mehr. Mit zusammengebissenen Zähnen führte er das Lande Manöver fort. Es knallte gewaltig, und es gab eine heftige Erschütterung, als die große Drehschraube gegen einen starken Ast und gleich darauf gegen den Baumstamm hieb, zu dem er gehörte.

Die Drehschraube war verbogen, die Kardanwelle am Triebwerk wurde abgerissen. Wie ein Stein stürzte der KA 25 ab, die Heckschraube allein nützte überhaupt nichts.

Mike Borran hatte sich nicht angeschnallt und klammerte sich am Steuerknüppel und am Sitz fest. Es krachte und polterte. Mike hatte Glück, Äste und Zweige dämpften den Fall.

Der Hubschrauber landete schräg auf dem Boden und blieb an einen Baumstamm gelehnt liegen. Mike hatte die beiden Triebwerke abgeschaltet. Er lag halb über dem Co-Pilotensitz und dem in verrenkter Haltung dort hockenden Piloten.

Unter der Gasmaske blutete seine Nase. Mikes Schädel brummte, er hatte ein paar Beulen am Körper. Aber er lebte noch, er hatte sich nichts gebrochen, wie er feststellte, als er seine Glieder bewegte.