Unsichtbare Mission #26 - A. F. Morland - ebook

Unsichtbare Mission #26 ebook

A. F. Morland

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Opis

Unsichtbare Mission - Band 26 von A. F. Morland Der Umfang dieses Buchs entspricht 110 Taschenbuchseiten. Anto Litanda ist Staatschef des kleinen afrikanischen Staates Kangun. Sein Gegner, der in Paris lebende Exilpolitiker Robespierre Dada, will die Regierung an sich reißen und wird dabei von einer weltweit verzweigten Verbrecherorganisation unterstützt. Da die politischen Beziehungen zwischen den USA und Kangun unter dem amtierenden Präsidenten bestens sind, setzt der CIA alles daran, diesen an der Macht zu halten. Während Mike Borran, Top-Agent der CIA, sich um die Sicherheit der Präsidententochter in Paris kümmert und Dada im Auge behält, sollen seine Kollegen McIntire und Copley in Kangun den Putsch verhindern …

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A. F. Morland

Unsichtbare Mission #26

Treibjagd auf den Unschuldsengel

BookRix GmbH & Co. KG80331 München

Treibjagd auf den Unschuldsengel

Unsichtbare Mission - Band 26

von A. F. Morland

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 110 Taschenbuchseiten.

 

Anto Litanda ist Staatschef des kleinen afrikanischen Staates Kangun. Sein Gegner, der in Paris lebende Exilpolitiker Robespierre Dada, will die Regierung an sich reißen und wird dabei von einer weltweit verzweigten Verbrecherorganisation unterstützt. Da die politischen Beziehungen zwischen den USA und Kangun unter dem amtierenden Präsidenten bestens sind, setzt der CIA alles daran, diesen an der Macht zu halten. Während Mike Borran, Top-Agent der CIA, sich um die Sicherheit der Präsidententochter in Paris kümmert und Dada im Auge behält, sollen seine Kollegen McIntire und Copley in Kangun den Putsch verhindern …

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author

© dieser Ausgabe 2016 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

[email protected]

Prolog

Weichen wurden gestellt, Hebel umgelegt. Die Vierte Macht plante wieder einmal einen großen Schachzug. Fäden wurden gewebt, Netze ausgelegt. Eifrig traf die Alpha-Organisation im verborgenen ihre Vorbereitungen.

Wo gehobelt wird, fallen Späne.

Wo die Alpha-Agenten arbeiteten, fielen Tote an.

Diesmal schlugen sie in Paris zu. Der Tod kam in die Seine-Metropole und war entschlossen, reiche Ernte zu halten ...

1

Catherine Sarville trat lachend aus der kleinen Bar am Quai d’Orsay. Ihre schwarze Lockenpracht zitterte, als sie den Kopf drehte. Sie war eine rassige, makellose Schönheit mit einer Traumfigur, in die sich Luis Galabru sofort vergafft hatte.

„Und wohin tigern wir jetzt?“, fragte Catherine unternehmungslustig.

Galabru, ein Mann in den besten Jahren, kernig und grobknochig, hob die massigen Schultern. „Wohin Sie wollen. Der Abend ist noch jung, ich habe viel Zeit und genug Geld, um mit Ihnen die verrücktesten Dinge anzustellen. Wie wär’s mit einem Besuch bei den ,Follies‘?“

„Einverstanden“, sagte Catherine und schob ihre Hand unter seinen Arm.

Er winkte einem Taxi, sie stiegen ein, Galabru sagte dem grauhaarigen Fahrer, wohin sie wollten. Während der Fahrt schmiegte sich Catherine an ihn. Das gefiel ihm ausnehmend gut. Er lächelte stolz in sich hinein. Mit dieser Eroberung konnte er sich wirklich überall sehen lassen. Catherine hatte Klasse. Sie gehörte zu den Mädchen, nach denen sich die Männer scharenweise umdrehten.

Als sie das Restaurant betrat, in dem er gespeist hatte, war sie ihm sofort aufgefallen, und er hatte den Blick nicht mehr von ihr lassen können. Sie setzte sich an den Nachbartisch, und von diesem Moment an überlegte er fieberhaft, wie er sie ansprechen sollte.

Dass er Chancen bei ihr haben würde, wagte er fast nicht zu glauben, deshalb zögerte er auch so lange mit dem ersten Wort an sie. Sie beachtete ihn nicht. Er war Luft für sie. Jedenfalls hatte er diesen Eindruck. Später gestand sie ihm, dass sie doch ab und zu zu ihm herübergesehen hatte. Aber nur dann, wenn sie sicher sein konnte, dass er es nicht bemerkte.

Bei der ist nichts zu machen, hatte Luis Galabru gedacht. Er war kein Adonis, etwas zu groß und zu kräftig, um schön zu sein. Und er sagte sich richtig: Warum sollte sie sich ausgerechnet von dir ansprechen lassen? Sie kommt bestimmt nicht ohne Grund solo hierher. Sie möchte allein sein. Vielleicht hat sie genug von den Männern. Eine Scheidung. Eine schlechte Erfahrung. Es gibt viele Gründe, weswegen sie allein dort sitzt. Sie wird es aufdringlich finden, wenn du sie ansprichst.

Aber Catherine zog ihn mit magischer Kraft an. Er musste sie einfach kennenlernen.

Die Gelegenheit ergab sich, als sie sich eine Zigarette anzünden wollte, aber weder ein Feuerzeug noch Streichhölzer in ihrer Handtasche finden konnte. Er sprang helfend ein, und sie schenkte ihm einen Blick, der ihm durch und durch ging.

Mutig fragte er, ob er sich zu ihr setzen dürfe, und zu seinem größten Erstaunen sagte sie nicht nein. Damit machte sie ihn sehr glücklich. Er redete viel, um seine Nervosität zu übertünchen. Sie nahm seine Einladung, mit ihm guten alten Cognac zu trinken, an. Er erfuhr von ihr, dass sie zwar Französin, aber keine Pariserin war. Sie wohnte in Marseille und hielt sich erst seit zwei Tagen in Paris auf, um hier Ferien zu machen. Sie meinte, es wäre eine Schande, dass sie zum ersten Mal die Seine-Metropole besuchte.

Das war ein Stichwort für ihn, das er sich nicht entgehen ließ. Er bot sich ihr als Fremdenführer an.

„Haben Sie denn so viel Zeit?“, fragte sie ihn erstaunt.

„Für Sie, so viel Sie wollen.“

„Müssen Sie denn nicht arbeiten?“

„Sagen wir, ich habe auch Ferien“, erwiderte er ausweichend. Er wollte ihr noch nicht sagen, welchen Beruf er ausübte. Vielleicht würde sie es später von ihm erfahren, wenn er sie näher kannte und ihr vertrauen konnte.

Er hatte keinen alltäglichen, dafür aber äußerst heiklen Job, war Leibwächter, und eigentlich hätte er jetzt nicht mit Catherine Sarville durch das abendliche Paris kutschieren dürfen.

Es wäre seine Aufgabe gewesen, auf Estelle Litanda, die Tochter des afrikanischen Staatschefs Anto Litanda, die hier in Paris studierte, aufzupassen. Wenn Anto Litanda gewusst hätte, wie locker Luis Galabru seine Arbeit verrichtete, wäre er die gut dotierte Stellung los gewesen.

Estelle selbst war schuld daran, dass Galabru zurzeit nicht bei ihr war. Sie hatte an der Sorbonne einen jungen, gutaussehenden Studenten kennengelernt und sich in ihn verliebt.

Der junge Mann hatte ihr den Vorschlag gemacht, mit ihr für ein paar Tage auf das Gut seiner Eltern zu fahren, und Estelle hatte freudestrahlend zugesagt. Aber sie wollte da nicht mit ihrem Leibwächter aufkreuzen, deshalb hatte sie Galabru so lange bekniet, bis er sie allein fahren ließ. Niemand würde von dieser Unregelmäßigkeit erfahren, das hatte sie ihm fest versprochen. Er hatte die Adresse verlangt, unter der er sie — wenn es dringend sein sollte — erreichen konnte, und Estelle hatte ihm eine Fantasieanschrift genannt, wie er kurz darauf herausfand.

Nun befand er sich in der fatalen Lage, nicht zu wissen, wo sich sein Schützling aufhielt. Wenn das nur keinen Ärger gab.

Er hoffte, Estelle Litanda würde sich so bald wie möglich wieder bei ihm melden. Ein zweites Mal würde er sich von ihr bestimmt nicht mehr so austricksen lassen, das schwor er sich.

Estelles kleine Romanze war also schuld an seinem freien Abend, der ihm Catherine Sarville beschert hatte. Reicher hätte ihn das Schicksal nicht beschenken können.

Sie blieben zwei Stunden bei den „Follies“ und tranken teuren Champagner. Luis Galabru war bester Laune, und es gefiel ihm, dass Catherine einen kleinen Schwips hatte.

In der Garderobe ließ sie sich von ihm in ihren dunklen Kamelhaarmantel helfen, lehnte sich seufzend an ihn und flüsterte: „Ich bereue nicht, nach Paris gekommen zu sein. Die Stadt ist herrlich.“ Er lachte. „Sie haben noch nicht viel davon gesehen.“

„Ich bin sicher, Sie werden mir keine Sehenswürdigkeit unterschlagen.“

„Bestimmt nicht.“

Sie verließen die „Follies“, und Catherine ließ ihn wissen, dass sie von diesem Abend noch nicht genug hatte. Sie wollte mit ihm allein sein. Als er das hörte, schlug sein Herz mit einem Mal hoch oben im Hals. Das war die Chance seines Lebens, die er nicht verpassen durfte.

„Wenn Sie es nicht für unschicklich fänden, könnten wir zu mir ... gehen“, schlug er zögernd vor.

Sie schaute ihm voll in die Augen, und ihr Blick elektrisierte ihn. „Ist es weit?“

„Mit dem Taxi zehn Minuten“, antwortete er heiser.

„Einverstanden.“

Anto Litanda, verzeih mir!, dachte Galabru glücklich.

Fünfzehn Minuten später betraten sie seine Junggesellenbude. Vier Zimmer, Bad, Küche und so weiter. Die Einrichtung sah gediegen aus.

„Nett haben Sie’s hier“, sagte Catherine anerkennend.

Er half ihr aus dem Mantel. „Bitte nehmen Sie Platz. Möchten Sie noch etwas trinken?“

Sie wollte. Er ließ sie aus dem reich sortierten Angebot wählen. Sie entschied sich für echt russischen Wodka. Er fragte sie, welche Art von Musik sie bevorzuge.

„Musik zum Träumen“, antwortete sie, und als sie sich vorbeugte, um nach ihrem Glas zu greifen, gewährte sie ihm einen prachtvollen Einblick in ihren tiefen Ausschnitt. Unter seiner Haut entstand ein angenehmes Kribbeln. Er legte eine Langspielplatte auf. Aus den Stereoboxen, die in Ohrhöhe an der Wand hingen, plätscherten einschmeichelnde Klänge.

Sie forderte ihn auf, sich zu ihr zu setzen.

Kaum saß er, da lehnte sie sich an ihn. „Was machen Sie, wenn Sie nicht Urlaub machen?“, wollte sie wissen.

„Ich gebe auf Personen acht.“

„Sind Sie bei der Polizei?“

Er lächelte. „Nein, ich bin mein eigener Herr. Ich habe eine harte Ausbildung hinter mir. Nun kann mich jedermann für Geld mieten.“

„Als was?“

„Als Leibwächter.“

„Darf man fragen, auf wen Sie derzeit aufpassen, oder ist das ein Geheimnis?“

„Nicht für Sie“, erwiderte Galabru und streichelte zärtlich ihr Haar. „Haben Sie schon mal von Kangun gehört?“

„Ja, das ist einer von diesen kleinen Staaten in Afrika.“

Galabru nickte. „Er liegt zwischen dem zehnten und dem zwanzigsten Breitengrad und wird von Anto Litanda regiert.“

„Der Name ist mir nicht unbekannt.“

„Vielleicht haben Sie auch schon von seiner Tochter Estelle gehört.“

„Schon möglich, im Augenblick erinnere ich mich allerdings nicht an ihren Namen.“

„Sie ist mein Schützling.“

„Befindet sie sich denn in Paris?“

„Sie studiert an der Sorbonne.“

„Müssten Sie als ihr Leibwächter nicht ständig in ihrer Nähe sein?“

„Das bin ich zumeist auch, aber gestern Morgen hat Estelle Litanda Paris verlassen.“

„Ohne Sie?“

„Ja, aber dafür mit einem netten jungen Mann. Sie hat sich verliebt, und meine Nähe stört sie.“

Catherine räkelt sich schnurrend. „Paris ist tatsächlich die Stadt der Liebe.“ Sie schaute ihm tief in die Augen, und er hatte auf einmal den brennenden Wunsch, sie in seine Arme zu nehmen und zu küssen. Als seine Lippen ihren sinnlichen Mund berührten, spürte er, dass sie dasselbe heiße Verlangen hatte wie er. Sie versanken in einem Rausch der Sinne.

Sein stummer Blick richtete sich auf die Schlafzimmertür, und sie hauchte ihm ins Ohr: „Ich habe nichts dagegen, Luis. Aber gib mir zuerst noch was zu trinken, und dann lass uns dieses Lied zu Ende tanzen.“ Während er für sie noch einen Wodka holte, öffnete sie ihre Handtasche und entnahm ihr ein unscheinbares röhrenförmiges Fläschchen. Es sah aus, als wollte sie sich parfümieren, doch in dem Fläschchen befand sich kein Parfüm, da waren K.o.-Tropfen drin.

Ahnungslos summte Luis Galabru, während er an der Hausbar hantierte. Wie hätte er auch wissen sollen, dass dieses Mädchen eine Agentin der Vierten Macht war.

Eine eiskalte Killerin!

Grausamkeit, luxuriös verpackt und hundertprozentig tödlich. Bisher hatte Catherine Sarville noch jeden Mann, den sie aufs Korn nahm, erwischt. Sie kannte ihre Qualitäten und setzte die Waffen der Frau geschickt und mit verderbenbringender Raffinesse ein.

Ein paar farblose Tropfen fielen in Galabrus Glas.

Sein Schicksal war damit besiegelt. Ohne dass er es merkte, ließ Catherine das Fläschchen wieder in ihrer Handtasche verschwinden. Er brachte ihren Drink. Sie nahm ihn mit einem dankbaren Lächeln entgegen, ohne die Absicht zu haben, ihn auch tatsächlich zu trinken. „Auf uns“, sagte sie leise. „Auf diese Nacht, Luis. Möge sie nie zu Ende gehen.“

„Ja“, sagte Galabru begeistert. „Darauf trinken wir.“

Er leerte sein Glas auf einen Zug. Catherine nahm es zufrieden zur Kenntnis.

Er verneigte sich leicht vor ihr. „Darf ich jetzt bitten?“

Sie erhob sich und glitt in seine Arme. Ihre Körper verschmolzen ineinander. Catherine wiegte sich aufreizend im trägen Takt der Musik. Galabru wurde heiß. Der Raum fing sich an zu drehen. Luis Galabru dachte, es wäre Leidenschaft, aber gleich darauf stellten sich Atembeschwerden ein, und er sah das hübsche Mädchen nur noch wie durch einen trüben Schleier.

Da begriff er.

Fassungslos starrte er Catherine Sarville an.

„Du ... du hast mir etwas in meinen Drink getan.“

„Richtig.“

„Gift?“, keuchte Galabru.

„Aber nein, du wirst nur sehr tief schlafen“, erwiderte das schwarzhaarige Mädchen beruhigend.

„Wer bist du?“, fragte er mit schwerer Zunge. „Warum machst du das?“

„Auftrag“, sagte Catherine kalt.

„Du verfluchte ...“ Er wollte sie packen, doch sie stieß ihn von sich. Er war so kraftlos wie ein Kleinkind. Ihr Stoß warf ihn um, und einen Moment später verlor er die Besinnung.

„Du wirst nur sehr tief schlafen“, sagte die Killerin der Alpha-Organisation noch einmal. „Und nicht wieder erwachen.“

Emotionslos traf sie die Vorbereitungen für den Mord. Sie eilte ins Bad und ließ warmes Wasser in die Wanne laufen, dann kehrte sie ins Wohnzimmer zurück und betrachte den Leibwächter verächtlich. Man hatte ihr gesagt, Luis Galabru wäre ein gefährlicher Mann, der mit seiner Kanone sehr flink und treffsicher umzugehen verstand. Judo, Boxen, Karate — es gab kaum eine Kampftechnik, die dieser Mann nicht beherrschte. Und doch hatte ihn Catherine ohne die geringste Schwierigkeit auf die Matte gelegt.

Man muss wissen, wie man’s anstellt, dachte die Alpha-Killerin.

„Männer“, sagte sie spöttisch. „Ihr seid alle blöd wie die Hammel, wenn ihr ein schönes Mädchen seht.“

Sie sank neben Galabru auf die Knie und begann ihn zu entkleiden. Sobald er nackt war, schleppte sie ihn ins Bad, und es stellte sich heraus, dass dieses schlanke Mädchen mehr Kraft hatte, als man ihr zugetraut hätte.

Sie legte den Bewusstlosen in die Wanne, die sich langsam füllte, kehrte abermals ins Wohnzimmer zurück und legte Galabrus Kleider auf einen Stuhl. Dann begab sie sich mit beiden Gläsern in die Küche, schüttete den Wodka aus, wusch die Gläser gründlich, trocknete sie ab und stellte sie an ihren Platz. Niemand sollte wissen, dass jemand bei Luis Galabru gewesen war.

Nachdem die Spuren verwischt waren, kehrte Catherine ins Bad zurück. Dampf füllte den Raum. Das Mädchen öffnete die schmalen Türen des beschlagenen Spiegelschranks und fand Galabrus Rasiermesser. Sie setzte sich auf den Wannenrand, wartete, bis das Wasser hoch genug gestiegen war, drehte es ab und schnitt dem Mann dann mit dem Rasiermesser die Pulsadern auf.

Selbstmord …

2

„Selbstmord“, sagte General Benson zu Mike Borran, seinem besten Mann. „Das ist die offizielle Version, aber wir glauben es nicht. Luis Galabru war ein lebensbejahender Mann, der weder an Depressionen litt noch sonst einen Grund gehabt hat, sich umzubringen. In seinen Augen waren Selbstmörder Feiglinge, die den Mut nicht aufbringen, gegen ihr Schicksal anzukämpfen. Nein, Mike, dieser Mann hat sich nicht selbst das Leben genommen.“

Mike Borran blickte auf das Foto, das ihm der General, der die CIA-Fäden fest in seinen Händen hielt, gegeben hatte.

Das Bild bot keinen schönen Anblick. Ein Mann lag in einer Badewanne, die mit Blut gefüllt zu sein schien.

Mike gab das Foto zurück.

„Dieser Mann wurde ermordet“, behauptete General Benson, dessen kurz geschorenes Haar auf dem kantigen Schädel wie ein abgeerntetes Weizenfeld aussah. „Wenn’s die Pariser Polizei auch nicht wahrhaben will. Nichts deutet auf ein Kapitalverbrechen hin. Der Mörder ist die Sache mit größter Vorsicht angegangen.“

„Und warum musste Luis Galabru sterben?“, fragte Mike, der dem General im CIA-Hauptquartier in Langley in dessen spartanisch eingerichtetem Büro gegenübersaß.

„Weil er der Leibwächter von Estelle Litanda war.“

„Jetzt klingelt’s“, sagte Mike. „Estelle ist die Tochter von Anto Litanda, und dieser wiederum ist der Staatschef von Kangun. Auf einen einfachen Nenner gebracht, heißt ein Mord am Leibwächter dieses Mädchens, dass es jemand auf sie abgesehen hat. Das Hindernis ist nun aus dem Weg geräumt. Das bedeutet: Estelle Litanda ist in Gefahr.“