Tony Ballard #53: Die Rückkehr der Bestie - A. F. Morland - ebook

Tony Ballard #53: Die Rückkehr der Bestie ebook

A. F. Morland

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Opis

Tony Ballard ist der Dämonenhasser. Er kämpft gegen die Mächte der Finsternis und begegnet dem Unfassbaren. Vampire, Dämonen, Werwölfe und andere Kreaturen der Schattenwelt sind seine unbarmherzigen Gegner. Erfolgsautor A. F. Morland schuf diese einzigartige Horror-Serie, die jetzt endlich auch im E-Book vorliegt.

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Die Rückkehr der Bestie

Dämonenhasser Tony Ballard Band 53

Tony Ballard ist der Dämonenhasser. Er kämpft gegen die Mächte der Finsternis und begegnet dem Unfassbaren. Vampire, Dämonen, Werwölfe und andere Kreaturen der Schattenwelt sind seine unbarmherzigen Gegner.  Erfolgsautor A. F. Morland schuf diese einzigartige Horror-Serie, die jetzt endlich auch im E-Book vorliegt.

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author

© dieser Ausgabe 2016 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

www.AlfredBekker.de

[email protected]

"Edition A. F. Morland" ist ein Imprint von Alfred Bekker & Jörg Martin Munsonius.

Alle Rechte des Titelbild-Logos by Jörg Martin Munsonius/Edition Bärenklau

Illustrator: Michael Sagenhorn, 2016

E-Book-Herstellung: Zeilenwert GmbH 2016

ISBN 9783956175688

Inhalt

Cover

Titel

Impressum

Die Rückkehr der Bestie

Viele werden sich noch erinnern. Es passierte vor acht Jahren:

Die mutigen Männer des kleinen Cornwallstädtchens Holsworthy hatten die gefährliche Blutbestie in den Schilfgürtel des nahe gelegenen Sees getrieben und ein Feuer gelegt.

Das Ungeheuer, zu dem Steve Dury geworden war und das im Ort schrecklich gewütet hatte, war mit Kugeln nicht zu verletzen gewesen. Aber das Feuer machte ihm zu schaffen.

Dave Donovan, ein amerikanischer Privatdetektiv, hatte sich für das Feuer entschieden, und ihm war es in erster Linie zu verdanken, dass der Horror in Holsworthy ein Ende fand.

In wilder Raserei schlug die Blutbestie um sich. Die Flammen, die auf ihrem Körper tanzten, schwächten sie. Durys Haut verfärbte sich. Sie wurde zuerst grau und dann schwarz - und schließlich löste sich das Ungeheuer in pechschwarze Asche auf, die vom Wind erfasst und in den See getragen wurde. Die Schwärze ging auf den See über, und so sieht er auch heute noch aus.

Eine Erinnerung an schreckliche Zeiten, die - so hoffte jeder in Holsworthy - nie mehr wiederkehren sollten. Doch diese Hoffnung sollte nicht in Erfüllung gehen …

*

Er hieß Atax, die Seele des Teufels, war geschlechtslos und herrschte in der Spiegelwelt, die irgendwo in den vielen Dimensionen existierte und alles umkehrte, was es auf der Welt gab. Was auf der Erde gut war, war in Atax' Spiegelwelt böse. Was auf dem Globus böse war, war im Jenseits gut. Jeder Mensch existierte in der Spiegelwelt noch einmal. Jeder hatte da seinen Doppelgänger.

Atax war ein abscheuliches Wesen. Sein transparenter Körper war von violett schillernden Adern durchzogen. Er war ein zeitweilig spiegelndes Ungeheuer, das sein Aussehen nach Belieben verändern konnte, während seine Stimme weder die einer Frau noch die eines Mannes war.

In jüngster Zeit hatte er einige Niederlagen hinnehmen müssen, die ihm Tony Ballard, der Dämonenhasser, zugefügt hatte. Das nagte in ihm, und er suchte nach einer Möglichkeit, sich zu rächen.

In seiner Welt saß er auf einem Nebelthron, umwabert von giftgrünen Schwaden. Er hob seine grauenerregenden Hände, führte sie zusammen, bildete mit ihnen eine große Schale und stieß seinen stinkenden Atem hinein.

Dabei konzentrierte er sich auf Tony Ballard. Er ortete den Dämonenhasser mit seinem dämonischen Geist, wusste, wo der Detektiv war und wollte sich ansehen, welche Möglichkeiten zur Attacke sich ihm boten.

Zwischen seinen Händen baute sich ein flirrendes Spannungsfeld auf. Bilder wurden sichtbar. Angst und Schrecken waren zu erkennen. Da, wo sich Tony Ballard zur Zeit aufhielt, waren in der Vergangenheit furchtbare Dinge geschehen.

Atax erlebte alles, was sich damals ereignet hatte, mit. Wie ein Film lief der Horror vor seinen Augen ab. Er sah Steve Dury, die Blutbestie, die die Menschen grausam ermordet hatte, und in ihm reifte der Entschluss, dieses gefährliche Monster noch einmal zum Leben zu erwecken.

An ihm würde sich Tony Ballard die Zähne ausbeißen. Atax wollte Dury mit Höllenkräften stärken. Die Blutbestie sollte stärker werden, als sie jemals war.

Der Geschlechtslose kicherte. Ein fanatisches Glühen war in seinen Augen. »Vielleicht wirst du über diesen Fallstrick stolpern, Ballard!«, sagte er. »Und wenn nicht, dann möglicherweise über den nächsten. Ich werde meine Absicht niemals aufgeben, dich zur Strecke zu bringen, denn du bist einer unserer gefährlichsten Feinde.«

Es stimmte. Solange es Tony Ballard und seine Freunde gab, konnte sich das Böse auf der Welt nicht so ausbreiten, wie es das gern getan hätte. Es konnte nicht nach Belieben schalten und walten, denn Tony Ballard verstand es immer wieder, den Mächten der Finsternis einen Riegel vorzuschieben.

Aber es bestand durchaus die Gefahr, dass ihn einer seiner gefährlichen Gegner eines Tages besiegte. Vielleicht war es schon Atax, die Seele des Teufels. Der Herrscher der Spiegelwelt zog seine Fäden gern im verborgenen, trat selbst nur selten in Erscheinung.

Was zu erledigen war, konnten seine Vasallen tun, die er schuf.

Diesmal schickte er die Blutbestie vor.

*

Nachdem wir uns mit Hec Caristro, dem Herrn der Ghouls - einem gefährlichen Hexer, der die Fähigkeit gehabt hatte, sich in einen reißenden Werwolf zu verwandeln - kräfteraubend herumgeschlagen hatten, hofften wir auf eine kleine Verschnaufpause. Ich bin schließlich keine Maschine, die immer nur robotet.

Deshalb kam uns die Einladung aus Holsworthy sehr gelegen. Man hatte ein neues Kulturzentrum gebaut, und da man dem Ganzen einen gewissen Glanz verleihen wollte, hatte man meine Freundin Vicky Bonney, die bekannte Schriftstellerin, deren Werke in acht Sprachen übersetzt wurden, gebeten, bei der Eröffnung dabei zu sein.

Obwohl die Einladung nur Vicky gegolten hatte, hatten wir sie alle angenommen - also auch Mr. Silver, seine neue Freundin Roxane, die Hexe aus dem Jenseits, und meine Wenigkeit.

Vicky war froh darüber, dass sie nicht allein nach Cornwall zu reisen brauchte, und wir hofften, in Holsworthy Ruhe und Erholung zu finden. Aber weit gefehlt …

Wir erreichten die Kleinstadt am späten Nachmittag. Holsworthy hatte sich festlich geschmückt. Es gab Transparente, die über die Straße gespannt waren. Es flatterten Fähnchen an den Fenstern der Häuser. Man war stolz auf das neue Kulturzentrum, in dem es selbstverständlich auch eine Bibliothek gab, in der - selbstverständlich - auch Vickys Bücher zu kriegen waren.

Ich stoppte meinen weißen Peugeot 504 TI auf dem Parkplatz des Hotels ›Three Oaks‹. Der Besitzer, James Cobb, begrüßte uns persönlich, als wir die Halle betraten.

Mit ausgebreiteten Armen kam er auf uns zu. »Miss Bonney!«, rief er begeistert aus. »Es ist mir eine große Freude und eine Ehre, Sie begrüßen zu dürfen.« Er schüttelte ihr lachend die Hand. So lange, dass es Vicky bald unangenehm wurde, und so fest, dass ich dachte, er wollte meiner Freundin die Hand abreißen. »Ich habe alle Ihre Bücher gelesen!«, versicherte Cobb der blonden, blauäugigen Schriftstellerin.

»Das freut mich, Mister …«

»Cobb. James Cobb. Ich bin der Besitzer dieses Hotels. Sagen Sie, ist es wahr, dass Ihre Geschichten, die einem so verteufelt unter die Haut gehen, nicht erfunden sind?«

»Ja, Mr. Cobb. Das stimmt. Was ich schreibe, hat das Leben erfunden, nicht ich.«

»Dann ist das alles wirklich passiert?«

Vicky nickte. »Ich sorge lediglich für einen dramaturgisch aufgebauten Ablauf der Handlung.«

»Was Sie nicht sagen«, bemerkte James Cobb. Sein Blick richtete sich auf mich. »Und Sie haben das alles erlebt, was in Miss Bonneys Büchern steht?«

»So ist es«, bestätigte ich lächelnd.

»Wissen Sie, was mich wundert, Mr. Ballard?«

»Was?«

»Dass Sie all den Trouble überlebt haben. Ihr Leben muss doch mehr als einmal an einem seidenen Faden gehangen haben«

»Das hat es.«

Cobbs Augen strahlten vor Begeisterung. »Ich muss Ihnen wohl sehr dumm vorkommen, aber es passiert nicht alle Tage, dass in meinem Hotel so illustre Gäste absteigen. Hoffentlich gehe ich Ihnen mit meiner Neugier nicht auf die Nerven. Sie müssen es mir sagen, wenn ich zuviel frage, okay? Von selbst werde ich wohl kaum ein Ende finden. Schließlich hat man nicht oft Gelegenheit, sich mit so interessanten Gästen zu unterhalten. Wenn ich Ihnen jetzt Ihre Zimmer zeigen darf …«

Er schlug auf die Klingel, die auf dem Rezeptionspult stand. Ein Page erschien. Er nahm Vickys und Roxanes Gepäck. Mr. Silver und ich trugen das unsere selbst. Wir wollten den Burschen nicht überfordern.

Cobb hatte für uns zwei schöne Doppelzimmer reserviert. Er rollte die Augen. »Sie werden heute noch eine interessante Bekanntschaft machen, Mr. Ballard.«

»So? Um wen wird es sich denn handeln?«

»Lassen Sie sich überraschen.«

»Ich bin kein Freund von Überraschungen, Mr. Cobb.«

»Sie sind Privatdetektiv, nicht wahr?«

»Allerdings.«

»Nun, es wird heute noch ein Privatdetektiv in Holsworthy eintreffen. Ein Prachtkerl.«

»Engländer?«

»Nein, Amerikaner. Er hat sehr viel für Holsworthy getan, aber davon wird er Ihnen selbst erzählen.«

»Wie ist sein Name?«, erkundigte ich mich.

»Dave Donovan«, sagte James Cobb und ließ uns allein.

»Netter Bursche, dieser Cobb«, sagte Vicky Bonney. »Ich mag ihn.«

»Ich auch«, sagte ich, und zu Mr. Silver gewandt fuhr ich fort: »Während sich die Girls zurechtmachen, könnten wir abschwirren und in der Hotelbar einen zwitschern. Was hältst du davon?«

»Gute Idee«, sagte Mr. Silver.

Zehn Minuten später hätte der Ex-Dämon einen Scotch vor sich stehen, und ich labte mich mit einem Pernod.

»Gefällt es dir in Holsworthy?«, fragte ich den Hünen mit den Silberhaaren.

»Ich habe noch nicht viel davon gesehen.«

»Das wird sich ändern. Morgen werden wir von den Honoratioren dieses Städtchens bestimmt überall herumgereicht. Wir werden Holsworthy besser kennenlernen als die Menschen, die hier wohnen.«

»Ich dachte, wir wären hergekommen, um uns zu erholen.«

»Das tun wir übermorgen.«

»Wenn die Autogrammjäger Vicky bis dahin nicht totgehetzt haben.«

»Wird schon nicht so schlimm werden«, sagte ich und nahm einen Schluck vom Pernod. Wie Öl floss der Drink über meine Zunge und wärmte gleich darauf angenehm meinen Magen.

Eine halbe Stunde später erschienen Vicky und Roxane in voller Kriegsbemalung. Ich bestellte zwei Sherry Brandy für sie. Roxane - sie hatte die Fähigkeit, zwischen den Dimensionen hin und her zu pendeln, und konnte auf diese Weise unsere Feinde manchmal ausspionieren - setzte sich zwischen mich und Mr. Silver, den sie, für menschliche Begriffe unvorstellbar, schon seit einer Ewigkeit liebte. Ihre Freundschaft reichte weiter als bis ins 12. Jahrhundert zurück.

Als es mich in diesen Zeitabschnitt verschlug, lernte ich den Ex-Dämon kennen. Man hatte ihn zum Tode verurteilt, doch ich konnte ihm das Leben retten und ihn mit ins 20. Jahrhundert bringen, während Roxane, eine abtrünnige Hexe, die wie Mr. Silver nicht nach den Gesetzen der Hölle leben wollte, all die Zeiten vor Mago, dem Schwarzmagier, auf der Flucht war, dessen Aufgabe es war, abtrünnige Hexen mit seinen Schergen zu töten.

Bisher hatte Mago die schwarzhaarige Hexe mit den grünen Augen noch nicht erwischt, aber er und seine Schergen schwebten ständig wie ein Damoklesschwert über Roxane. Es konnte jederzeit herunterfallen und sie tödlich treffen.

Nachdem wir unsere Gläser geleert hatten, verspürten wir Hunger und begaben uns in den Speisesaal des Hotels. Draußen war es zwar noch hell, aber es war bereits Zeit für das Abendessen.

James Cobb führte uns zu einem Tisch, an dem bereits zwei Personen saßen. Ein Mann und eine Frau.

»Darf ich die Herrschaften miteinander bekannt machen?«, sagte der Hotelbesitzer höflich, und dann stellte er uns Dave Donovan und dessen Frau Alice vor. Cobb schien für uns bereits kräftig die Werbetrommel gerührt zu haben, denn der Amerikaner und seine Frau wussten bestens über uns Bescheid.

Nach dem Essen - es hatte Lammfilets gegeben, und natürlich Vor- und Nachspeise - bot mir mein amerikanischer Kollege eine Zigarette an. Er saß neben mir. Ich schüttelte den Kopf. »Vielen Dank, Mr. Donovan. Ich bin Nichtraucher.«

»Lobenswert«, sagte er.

»Das könnten Sie auch werden.«

»Ich fürchte, dazu bin ich zu schwach.«

»So sehen Sie nicht aus.«

»Jeder hat eben irgendwo seine Grenzen. Und, seien wir doch ehrlich, ein Mensch ohne Laster ist doch ein langweiliger Patron. Entschuldigung, das war jetzt natürlich nicht auf Sie gemünzt, Mr. Ballard.«

Wir unterhielten uns hervorragend. Auch die Frauen und Mr. Silver beteiligten sich an dem Gespräch, und Dave Donovan sagte schließlich zu mir: »Mr. Cobb hat mir erzählt, dass Sie kein normaler Privatdetektiv sind, Mr. Ballard.«

»Nun, als verrückt würde ich ihn auch nicht gerade bezeichnen«, gab Mr. Silver grinsend seinen Senf dazu. »Er spinnt zwar manchmal ein bisschen, aber ich würde trotzdem meinen, dass sich das noch innerhalb normaler Bahnen bewegt.«

»Ich wollte darauf hinaus, dass Mr. Ballard keine Verbrecher jagt, so wie ich das in den Staaten tue, sondern hinter Geistern und Dämonen her ist«, sagte Donovan.

»Jeder hat eben sein Spezialgebiet«, meinte ich.

»Ich hab' mal einen Abstecher auf Ihr Gebiet gemacht«, erzählte Donovan.

»Tatsächlich?«

Er nickte. »Das ist schon eine Weile her, und was ich getan habe, hat mir heute die Einladung der Stadt Holsworthy eingebracht. Man möchte mich bei der Eröffnung des Kulturzentrums dabei haben. Es freut mich, dass Holsworthy mich noch nicht vergessen hat, und ich bin gern gekommen.«

»Mr. Cobb erwähnte, dass Sie sehr viel für Holsworthy getan hätten«, sagte ich.

»Das kann man - bei aller Bescheidenheit - wohl sagen«, bestätigte Dave Donovan. »Es war bei Gott nicht leicht, das kann ich ihnen verraten. Alice - heute meine Frau - hieß früher Flack. Ihr Vater war Wissenschaftler. Ein gescheiter Mann, der Tag und Nacht arbeitete und einen Apparat entwickelte, mit dem er Lebewesen unsichtbar machen konnte. Es klappte hervorragend mit allen möglichen Tieren. Aber den Versuch auch mit einem Menschen zu wagen, fehlte Lee J. Flack zunächst der Mut.«

Alice Donovans Miene wurde ernst. Sie blickte vor sich auf den Tisch und sagte kein Wort mehr. Die Vergangenheit schien mit jedem Wort, das ihr Mann sprach, für sie wieder lebendig zu werden.

»Professor Flack hatte einen jungen Assistenten namens Steve Dury. Alice war mit ihm verlobt«, fuhr mein Kollege aus Amerika fort. »Und Steve stellte sich für den Versuch eines Tages zur Verfügung. Er war ein unbekümmerter Bursche. Er lachte, war übermütig, scherzte noch kurz vor dem Experiment - und dann kam es zur Katastrophe. Flacks Apparat musste irgendeinen Defekt gehabt haben. Diese Panne löste ein unvorstellbares Grauen aus. Steve Dury wurde zwar unsichtbar, aber sein Gehirn erlitt gleichzeitig einen Schaden. Er wurde zum primitiven Tier, das nur noch von einem Trieb beherrscht wurde: zu töten. Er wütete schrecklich in Holsworthy. Beinahe wäre auch Alice ihm zum Opfer gefallen, doch es gelang ihr etwas Unfassbares: Sie konnte Steve Dury dazu überreden, sich selbst das Leben zu nehmen. Irgend etwas war noch in ihm, das auf Alice hörte. Im Keller ihres Hauses - Professor Flack lebte zu diesem Zeitpunkt nicht mehr, er war der Blutbestie als erster zum Opfer gefallen - legte sich Dury selbst die Schlinge um den Hals. Er trat den Stuhl weg, auf dem er stand, und in den Sekunden knapp vor seinem Tod wurde er sichtbar. Alice traf bei seinem Anblick beinahe der Schlag. Er hatte eine giftgrüne Teufelsfratze, eine schuppige Haut. Nichts Menschliches war mehr an ihm. Seine blutunterlaufenen Augen versprühten ein satanisches Feuer. Ein Vampirgebiss war von harten Lippen bedeckt, und an den geschuppten Fingern hatte er lange messerscharfe Krallen. Das war aus Steve Dury, dem Mann, den Alice geliebt hatte, geworden. Eine grauenerregende Bestie, die alles vernichtete, was ihr über den Weg lief. Ein harmlos scheinender Versuch hatte aus einem sympathischen Menschen ein blutrünstiges Ungeheuer gemacht. Bis heute kann sich niemand erklären, wie so etwas möglich war.

»Hat Dury sich erhängt und Holsworthy damit von sich erlöst?«, fragte Vicky Bonney neben mir.

»Er hätte es getan, weil ich es von ihm verlangt hatte«, sagte Alice Donovan leise. »Aber der Strick war nicht widerstandsfähig genug. Er riss ab, Steve wurde wieder unsichtbar und stürmte aus dem Keller.«

»Der Horror ging weiter«, erzählte Dave Donovan. »Ich war damals in Holsworthy, um Ferien zu machen. Aber daraus wurde nichts. Wir jagten die Blutbestie mit Hunden in ein Moor. Ich sah die Hunde hochschnellen, sah das Monster aber nicht, lieh mir ein Gewehr und ballerte dorthin, wo die Hunde immer wieder hochsprangen. Als Dury von mir tödlich getroffen wurde, wurde er wieder sichtbar. Sterbend versank er im Sumpf. Wir waren froh, es geschafft zu haben. Holsworthy atmete auf. Doch zu früh …«

»Zu früh?«, fragte Mr. Silver verwundert. »War das Monster denn immer noch nicht tot?«

»Doch. Es war tot«, sagte Donovan.

»Aber Sie sagten doch …«