Timetravel #41: Monster aus der Retorte - Wilfried A. Hary - darmowy ebook

Timetravel #41: Monster aus der Retorte ebook

wilfried a hary

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Opis

TIMETRAVEL - Reisen mit der Zeitkugel Band 41 von Wilfried A. Hary   Der Umfang dieses Buchs entspricht 113 Taschenbuchseiten.   Insekten waren nahezu ausgerottet. Das führte zu einer Katastrophe. Deshalb musste man sie züchten. Da geschah das Unfassbare ... Die Zeitspringer bekommen unmittelbar nach der Ankunft im Jahre 2170 einen kleinen Vorgeschmack der zweiten Katastrophe, die durch falschen Forscherehrgeiz ausgelöst wurde. Riesige Ameisen greifen sie an. Zunächst halten sie die Ereignisse noch für einen üblen Scherz aus dem Gruselkabinett. Das Lachen vergeht ihnen schnell. Auch andere Insekten zeichnen sich durch Großwuchs aus. Handelt es sich um Launen der Natur, um auffällige Spielarten einiger Insektenrassen? Auf dem Flug zu einem Landwirtschaftscamp mitten in der Sahara entdecken die Zeitspringer weitere bestürzende Details.  

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Wilfried A. Hary

Timetravel #41: Monster aus der Retorte

Science Fiction Roman

BookRix GmbH & Co. KG80331 München

Monster aus der Retorte

TIMETRAVEL - Reisen mit der Zeitkugel

Band 41

von Wilfried A. Hary

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 113 Taschenbuchseiten.

 

Insekten waren nahezu ausgerottet. Das führte zu einer Katastrophe. Deshalb musste man sie züchten. Da geschah das Unfassbare ...

Die Zeitspringer bekommen unmittelbar nach der Ankunft im Jahre 2170 einen kleinen Vorgeschmack der zweiten Katastrophe, die durch falschen Forscherehrgeiz ausgelöst wurde. Riesige Ameisen greifen sie an.

Zunächst halten sie die Ereignisse noch für einen üblen Scherz aus dem Gruselkabinett. Das Lachen vergeht ihnen schnell. Auch andere Insekten zeichnen sich durch Großwuchs aus.

Handelt es sich um Launen der Natur, um auffällige Spielarten einiger Insektenrassen?

Auf dem Flug zu einem Landwirtschaftscamp mitten in der Sahara entdecken die Zeitspringer weitere bestürzende Details.

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author

© Cover by Michael Hutter, 2017

© dieser Ausgabe 2017 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

[email protected]

Prolog

Am 5. Juli 1984 glückte Professor Hallstrom das fantastische Experiment, winzige Substanzteile zu ent- und zu rematerialisieren. Er errechnete, dass diese Substanzteile im Zustand der Körperlosigkeit mit ungeheurer Geschwindigkeit in der 4. Dimension zu reisen vermochten – also nicht nur durch den Raum, sondern auch in die Vergangenheit und in die Zukunft. Mit seinem Assistenten Frank Jaeger und dem Ingenieur Ben Crocker begann er, diese Entdeckung für die Praxis auszuwerten. Er wollte ein Fahrzeug bauen, das sich und seinen Inhalt entmaterialisieren, dann in ferne Räume und Zeiten reisen, sich dort materialisieren und nach dem gleichen Verfahren wieder an den Ursprungsort und in die Ursprungszelt zurückversetzen konnte. Nach vier Jahren musste der Professor seine Versuche aus Geldmangel einstellen.

Die superreichen Mitglieder vom „Konsortium der Sieben“ in London boten ihm aber die fehlenden Millionen unter der Bedingung an, dass sie über den Einsatz der Erfindung bestimmen könnten. Der Professor erklärte sich einverstanden, konnte weiterarbeiten und vollendete am 3. Mai 1992 sein Werk: die Zeitkugel. Seit diesem Tag reisen der Professor, sein Assistent und der Ingenieur im Auftrag des „Konsortiums der Sieben“ durch die 4. Dimension.

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„Draußen ist es dunkel!“ Ben Crocker deutete auf die Panoramagalerie in der Zeitkugel. „Wäre schön, wenn mal jemand Licht machen würde!“

„Nur gut, dass du deinen Obersklaven Frank Jaeger in Reichweite hast“, brummte Frank und drückte ein paar Kontakte.

Professor Hallstrom überprüfte die Anzeigen und bereitete sich auf das Verlassen der Zeitkugel vor.

Frank und Ben blickten auf die Bildschirme. Sie befanden sich in einem Höhlengang.

Ein recht eigenartiger Gang war das. Die Wände waren mit einer steinharten grauen Substanz überzogen, die sie am Einstürzen hinderten.

„Künstlich?“, fragte Hallstrom nach einem Seitenblick.

Ben zuckte die Achseln. „Möchte ich zunächst einmal bejahen. Vielleicht hat man neue Verfahren entdeckt?“

Frank zog den Kopf zwischen die Schultern. „Hoffentlich befinden wir uns nicht in einem Verkehrstunnel! Deinen verkehrten Berechnungen ist alles zuzutrauen.“

Jetzt war es heraus, warum Ben nicht gerade bester Laune war. Ringsum befanden sich eine Menge Erdmassen - dort, wo eigentlich freies Feld hätte sein müssen.

Und Frank hakte sofort nach: „Jetzt rede dich nicht mit der Kontinentalverschiebung heraus wie damals, als wir in Manhattan landeten - mitten im Kanalsystem und ebenfalls am falschen Platz.“

„Das war nicht damals, wie du dich auszudrücken beliebst“, konterte Ben wütend, „sondern wird erst in achtzig Jahren sein, und zwar 2250. Im Moment schreiben wir 2170!“

„Stimmt!“, unterstützte ihn Professor Hallstrom ahnungslos. „10. Mai 2170, wie berechnet.“

„Und das hat jemand geahnt und diesen Berg hier geschaffen - nur um einen gewissen Ben Crocker und seine Freunde zu ärgern!“, philosophierte Frank.

„Schluss jetzt!“ Professor Hallstrom runzelte die Stirn und tippte auf seinen Radar-Timer. „Wir haben keine Zeit zu verplempern. Noch zwei Minuten bis zur Entmaterialisierung der Zeitkugel. Wie weit seid ihr?“

„Fix und fertig!“, sagte Frank zweideutig.

Ben Crocker knurrte nur. Wahrscheinlich hatte er sich verrechnet. Gar nicht auszudenken, was das für Folgen haben konnte.

„Was ist das?“, rief Professor Hallstrom.

Die beiden hielten lauschend inne. Jetzt hörten auch sie es: ein Schaben, Rasseln und Gleiten.

„Verkehrstunnel!“, rief Frank Jaeger erneut.

„Verdammt!“, entfuhr es dem Professor. Ihm war egal, dass er damit gegen seine Gewohnheit verstieß, nie zu fluchen oder nur selten. „Wir müssen raus hier!“

„Und wenn Frank recht hat und wir tatsächlich ...?“, warf Ben ein.

Hallstrom winkte ab. „Der Luftdruck verändert sich draußen nicht. Also kein heranschießender Gegenstand. Wir werden wohl ausweichen können.“

„Ihr Wort in das weite Ohr der Götter“, sagte Frank Jaeger. „Hoffentlich verliert es sich darin nicht und wird gehört!“

„Raus!“, sagte Hallstrom nur wieder. Er befand sich schon an der aufschwingenden Luke. Elegant sprang er hinaus. Weniger elegant landete er unten. Das Zeug, mit dem die Wände überzogen waren, erwies sich als ziemlich glatt. Er verlor den Halt und krachte auf sein Hinterteil.

Solchermaßen gewarnt waren Ben Crocker und Frank Jaeger vorsichtiger. Ben verschloss hinter sich die Luke.

Keine Sekunde zu früh. Sie hatten es gerade noch geschafft. Die Zeitkugel verflüchtigte sich wie Zigarettendunst im Sturm. In das entstandene Vakuum knallte die Luft.

Der Entmaterialisierungsprozes war genau berechnet. Die Implosion im Geleit war nicht so stark, als dass die dreiköpfige Besatzung hätte daran Schaden nehmen können.

Sie schalteten ihre Körperlampen ein. Das Licht reichte, die Umgebung gut zu erkennen.

Das Schaben, Rasseln und Gleiten näherte sich immer noch. Die Akustik des Höhlenganges erschwerte es, die Richtung zu bestimmen.

„Das ist das Reparaturkommando“, vermutete Frank und spielte damit auf die Beschädigungen an, die die Zeitkugel an den Gangwänden hinterlassen hatte.

„Komisches Kommando, das solche Geräusche verursacht“, sagte Ben trocken. „Ich für meinen Teil ziehe es vor, in Deckung zu gehen. Hat jemand Lust, mich zu begleiten?“

„Nach rechts!“, schlug Hallstrom vor. Er nahm an, dass die Geräusche von der anderen Seite kamen.

Zu dritt rannten sie davon. Die Geräusche waren bereits bedrohlich nahe.

Weit kamen sie nicht.

Hallstroms Annahme war falsch. Sie liefen dem Reparaturkommando direkt in die Arme.

Nur, dass das Kommando keine Arme besaß!

Es handelte sich auch nicht um Menschen, wie sie automatisch angenommen hatten.

Das Insekt war groß genug, um den Gang fast zur Gänze auszufüllen.

Es schabte und rasselte und glitt direkt auf sie zu.

So schnell hatte Ben Crocker selten in seinem Leben den Paralyzer gezogen, ihren immer mitgeführten Betäubungsstrahler.

Auch Frank Jaeger und Professor Hallstrom erwiesen sich in dieser Beziehung als wahre Geschwindigkeitsrekordler.

Das Insekt war offenbar über den Besuch überrascht, oder aber es wurde vom Licht der Körperlampen geblendet. Es hielt in der Bewegung ein.

„Mein Gott!“ Franks Stimme bebte. „Das ist ja eine Ameise - eine rote Waldameise!“

„Hoffentlich verwechselt sie uns nicht mit Blattläusen und versucht uns zu melken!“, sagte Ben Crocker trocken.

„Achtung!“, schrie Professor Hallstrom.

Aber seine beiden Begleiter hatten es selber gesehen.

Die Riesenameise, wesentlich größer als ein Mensch, hatte ihre Erstarrung überwunden. Sie kroch auf den sechs eingenickten Beinen weiter auf sie zu.

Fast hatte sie die drei Männer erreicht. Ihr Hinterleib krümmte sich, um Säure zu spritzen, doch kam kein Tropfen.

Entsprechend der Größe der Ameise hätte die Säure eine kleine Überschwemmung verursacht.

Frank Jaeger, Ben Crocker und Professor Hallstrom schossen gleichzeitig mit ihren Betäubungsstrahlern.

Für einen Sekundenbruchteil befürchteten sie, damit gegen das Insekt keine Chance zu haben.

Aber dann fiel die Ameise in sich zusammen - übergangslos.

Die geknickten Beine rutschten über den Boden und kamen in gefährliche Nähe.

Jetzt wirkte das Insekt nur noch wie eine übergroße Nachbildung, ein lebloses Modell.

Die drei Zeitreisenden sahen sich an.

„Begreifst du das?“, fragte Ben Crocker Frank Jaeger. Gleichzeitig ärgerte er sich über die seiner Meinung nach dumme Frage, die ihm entschlüpft war.

„Was ich begreife“, antwortete Frank tonlos, „ist zunächst einmal, dass wir unmöglich an unserem ursprünglichen Zielort, nämlich in der ehemaligen und inzwischen gewiss urbar gemachten Wüste Sahara, gelandet sind. Dort gibt es nämlich keine Waldameisen.“

„Du Witzbold!“, regte sich Ben auf. „Normalerweise darf es auch diese niedlichen Tierchen nicht in solcher Größe geben!“

Hallstroms Interesse an dem wahrhaft gigantischen Insekt war erwacht. Er ging näher heran.

„Moment, Professor!“, rief Ben. „Bleiben Sie lieber hier! Wer weiß, wann das Biest zu sich kommt.“ Er sah sich um. „Möglicherweise warten seine Artgenossen bereits im Hintergrund.“

„Möchte wissen, was das für ein Gang ist“, überlegte Frank laut. „Ich weigere mich entschieden, an ein Ameisennest zu glauben!“

„Wie wäre es mit deiner alten Theorie vom Verkehrstunnel?“, schlug Ben spöttisch vor. „Wir befinden uns wahrscheinlich in einem Ameisenhaufen! Das Ding muss die Ausmaße eines kleinen Berges haben!“

Frank runzelte die Stirn. Näher betrachtet, war der Gedanke gar nicht so abwegig. Die Riesenameise war ein unübersehbarer Beweis. Und warum sollte es keine Waldameisen in der Sahara geben? Nein, die Berechnungen Bens waren goldrichtig. Er konnte schließlich nicht ahnen, dass fleißige Riesenameisen ausgerechnet hier einen Ameisenberg aufgeschüttet hatten.

„Unfassbar!“, ließ Professor Hallstrom hören.

Sie näherten sich ebenfalls, die Paralyzer schussbereit. Kein Risiko wollten sie eingehen. Sie hatten keine Ahnung, wie lange die Wirkung ihrer Waffen auf das Insekt anhielt.

Der Professor verriet nicht, was er für so unfassbar hielt. Da er sich aber mit dem Hinterleib der Ameise beschäftigte, meinte er offenbar die Säuredrüsen.

„Was ist mit ihnen?“, fragte Ben Crocker.

„Noch vorhanden zwar, aber nicht mehr funktionsfähig. Das Krümmen des Hinterleibs angesichts unserer Anwesenheit war ein Urreflex ohne Folgen. Solche wären für uns wohl tödlich verlaufen.“

„Aber wie sind diese Biester entstanden?“, begehrte Frank Jaeger auf. „Die Tatsache, dass es diesen Gang hier gibt, lässt auf mehr als nur eine Riesenameise schließen.“

„Schon mal was von Darwin und seiner Evolutionstheorie gehört?“, fragte Ben.

„Nein, ich bin nämlich nicht von heute, sondern gerade von gestern angekommen!“

„Das ist gut, denn mit der natürlichen Evolution hat das hier auch gar nichts zu tun.“ Ben hob dozierend den Zeigefinger. „Lieber Frank, da hat jemand der Menschheit ein ganz dickes Kuckucksei ins Nest gelegt. Für eine natürliche Entwicklung dieser Dinge reichte einfach die Zeit nicht. Die hätte Millionen Jahre gedauert.“

„Außerdem hat sich der Riesenkörper an die Größe und an das daraus resultierende Gewicht noch gar nicht ganz angepasst“, fügte Professor Hallstrom hinzu. „Ein Indiz dafür sind die eingeknickten Beine. Die schaffen einfach die ungeheure Last nicht. Diese Riesenameisen leben zwar, aber mehr schlecht als recht. Ihre Lebenserwartung ist wohl ziemlich kurz.“

„Sie braucht auch gar nicht länger zu sein, denn sie pflanzen sich inzwischen mehr als zehnmal im Jahr fort“, sagte eine männliche Stimme aus dem Hintergrund.

Die drei Zeitreisenden wirbelten herum.

In einem Anfall von Galgenhumor stellte Ben Crocker die Vermutung an, dass es sich um eine sprechende Ameise handelte. Aber hinter ihnen stand eine Gruppe Männer.

Die Zeitreisenden hatten keine Chance, die Paralyzer einzusetzen. Sie wären nicht zum Schuss gekommen.

Die Fremden waren bis an die Zähne bewaffnet, und es bestand kein Zweifel daran, dass sie gewillt waren, diese Waffen auch einzusetzen.

Das zeigte allein schon ihr entschlossener Gesichtsausdruck.

Professor Hallstrom fragte sich, woher die Männer gekommen waren und wie lange sie sich schon hier befanden. Was suchten sie in diesem gigantischen Ameisenberg? Scheuten sie nicht die Gefahren durch die Riesenameisen?

Der Sprecher der Gruppe deutete mit einem Energiestrahler auf die Ameise.

„Wie gesagt, sie pflanzen sich unglaublich schnell fort. Von Generation zu Generation schneller. Dabei werden sie immer größer. Natürlich geschieht das nicht gegen die Naturgesetze. Das haben Sie inzwischen sehr richtig erkannt. Manche Probleme lösen sich gewissermaßen von selbst. Die Riesenameisen vernichten in ihrer Beutegier die vorangegangene Generation und erzeugen ein neue. Es geht immer weiter so, bis eine Körpergröße erreicht wird, die sie ihrer Lebensfähigkeit beraubt. Die letzte Generation stirbt aus.“

Ben gab einen Schuss ins Blaue ab: „Trotzdem sind Sie hier, um die Ameisen zu vernichten?“

Der Sprecher der Gruppe nickte. „Gewiss! Wir können es uns nicht leisten, darauf zu warten, bis sich das Problem von alleine löst. Wir müssen nachhelfen, denn die Ameisen sind nicht nur eine Plage, sondern darüber hinaus äußerst gefährlich. Sie wurden in diesem Landstrich eingesetzt, um für eine gewisse Hygiene zu sorgen. Sehr nützliche Tiere, die im alten Europa die Wälder sauber hielten. Um hier eingesetzt werden zu können, veränderte man ihre Gene. Außerdem sorgte man dafür, dass sie sich schneller vermehrten.“

„Unfassbar!“, murmelte Frank erschrocken. „Wie können Wissenschaftler so leichtsinnig und unverantwortlich handeln! Man hat also die neue Zucht einfach in freier Natur ausgesetzt, ohne über die Folgen nachzudenken und ohne ausgiebige Vorversuche?“

Der Mann legte den Kopf schief und bedachte Frank mit einem sehr misstrauischen Blick.

„Sagen Sie mal, Fremder, wieso fragen Sie das eigentlich?“

Die drei Zeitreisenden sahen sich an.

Was hatten die Fremden gesehen? Etwa ihre Ankunft mit der Zeitkugel?

Frank wurde es unwillkürlich heiß. Er wusste nicht, was er antworten sollte.

Ben und der Professor halfen ihm nicht aus der Klemme. Er musste die von ihm eingebrockte Suppe auch selber auslöffeln.

Frank zwang sich zu einem Lächeln.

„Wir sind eben erst angekommen“, antwortete er lahm. Es entsprach haargenau der Wahrheit, konnte jedoch verschieden ausgelegt werden. Der Sprecher nickte.

„Das ist uns klar.“

„Haben Sie etwas gesehen?“

„Was sollte ich gesehen haben?“ Die Augen Hallstroms flehten Frank an, das Spiel nicht zu weit zu treiben. Frank ließ sich aber nicht beirren.

„Sie hielten sich im Hintergrund, warteten erst einmal ab, was es mit uns drei auf sich hat, stimmt’s?“

Der Sprecher lächelte entwaffnend. „Ich glaube, es ist an der Zeit, mit offenen Karten zu spielen. Wurden Sie von der Regierung geschickt?“

„Nein“, antwortete Frank schnell. Sein Gesprächspartner zuckte die Achseln.

„Schade, wir dachten es zunächst.“

„Blieben Sie deshalb in Deckung?“

Der Mann wurde etwas unsicher. „Hören Sie, das können Sie uns nicht in die Schuhe schieben! Gut, wir haben einige Beschwerden losgelassen, weil uns die Staatsgewalt im Stich ließ. Erst hat man uns diese Riesenameisen beschert und dann hat man die ganze Sache sich selbst überlassen. Wir forderten Militär an. Nichts geschah. Wir mussten die Dinge selber in die Hand nehmen.“

Frank war dem Mann für so viel Information sehr dankbar. Die Fortführung des Gespräch erfolgte nun unter ganz anderen Gesichtspunkten.

„Vielleicht hat man von amtlicher Seite her das Ganze als Ammenmärchen abtun wollen. Außerdem durften die Verhältnisse hier nicht in der Öffentlichkeit bekannt werden.“

„Auch dazu erklärten wir uns bereit!“, antwortete der Mann heftig. „Wir versprachen Stillschweigen.“

„Nun, es ist doch etwas durchgesickert. Deshalb sind wir hier“, erläuterte Frank. „Eine Privatinitiative. Wir wollen euch unterstützen. In die Amtsstuben muss endlich Licht kommen. Wir müssen handfeste Beweise liefern und mit Veröffentlichung drohen. Dann wird die notwendige Hilfe auch gegeben.“

Der Mann winkte ab. „Das sind genau unsere Gedanken, aber die verstehen es, uns abzuwimmeln. Es geschieht gewissermaßen nach dem Motto, dass nichts existiert, was es von Amts wegen nicht geben darf! Und wir müssen es ausbaden.“

„Wie hat die ganze Sache begonnen?“