Timetravel #14: Im Lande der goldenen Menschen - Horst Weymar Hübner - darmowy ebook

Timetravel #14: Im Lande der goldenen Menschen ebook

Horst Weymar Hübner

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Opis

TIMETRAVEL - Reisen mit der Zeitkugel Band 14 von Horst Weymar Hübner Der Umfang dieses Buchs entspricht 92 Taschenbuchseiten. Der Auftrag: Während der Eroberung des peruanischen Inka-Reiches durch den Spanier Pizarro ist der sagenhafte Inka-Schatz verlorengegangen. Immer wieder wurde in der Vergangenheit behauptet, die Inkas selbst hätten ihn in unwegsamem Gebiet versteckt. Reisen Sie in das Jahr 1533 zurück, versuchen Sie Verbindung zu den Spaniern herzustellen und ergründen Sie, ob es den Inka-Schatz überhaupt gegeben hat. Versuchen Sie in diesem Falle auch, das Versteck in Erfahrung zu bringen. Konsortium der Sieben

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Horst Weymar Hübner

Timetravel #14: Im Lande der goldenen Menschen

BookRix GmbH & Co. KG80331 München

IM LANDE DER GOLDENEN MENSCHEN

TIMETRAVEL - Reisen mit der Zeitkugel

Band 14

von HORST WEYMAR HÜBNER

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 92 Taschenbuchseiten.

 

Der Auftrag:

Während der Eroberung des peruanischen Inka-Reiches durch den Spanier Pizarro ist der sagenhafte Inka-Schatz verlorengegangen. Immer wieder wurde in der Vergangenheit behauptet, die Inkas selbst hätten ihn in unwegsamem Gebiet versteckt. Reisen Sie in das Jahr 1533 zurück, versuchen Sie Verbindung zu den Spaniern herzustellen und ergründen Sie, ob es den Inka-Schatz überhaupt gegeben hat. Versuchen Sie in diesem Falle auch, das Versteck in Erfahrung zu bringen. Konsortium der Sieben

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker.

© by Author / Cover by pixabay mit Steve Mayer, 2016

© dieser Ausgabe 2016 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

[email protected]

Prolog

Am 5. Juli 1984 glückte Professor Hallstrom das fantastische Experiment, winzige Substanzteile zu ent- und zu rematerialisieren. Er errechnete, dass diese Substanzteile im Zustand der Körperlosigkeit mit ungeheurer Geschwindigkeit in der 4. Dimension zu reisen vermochten, also nicht nur durch den Raum, sondern auch in die Vergangenheit und in die Zukunft. Mit seinem Assistenten Frank Jaeger und dem Ingenieur Ben Crocker begann er, diese Entdeckung für die Praxis auszuwerten. Er wollte ein Fahrzeug bauen, das sich und seinen Inhalt entmaterialisieren, dann in ferne Räume und Zeiten reisen, sich dort materialisieren und nach dem gleichen Verfahren wieder an den Ursprungsort und in die Ursprungszeit zurückversetzen konnte. Nach vier Jahren musste der Professor seine Versuche aus Geldmangel einstellen.

Die superreichen Mitglieder vom „Konsortium der Sieben“ in London boten ihm aber die fehlenden Millionen unter der Bedingung an, dass sie über den Einsatz der Erfindung bestimmen könnten. Der Professor erklärte sich einverstanden, konnte weiterarbeiten und vollendete am 3. Mai 1992 sein Werk: Die Zeitkugel. Seit diesem Tag reisen der Professor, sein Assistent und der Ingenieur im Auftrag des „Konsortiums der Sieben“ durch die 4. Dimension. Dieser Roman erzählt die Geschichte der Ausführung eines derartigen Auftrags.

1

Der fürchterliche Anblick war wie ein brutaler Schock für sie. Genau neben dem Sperrkastell der Inkas, das den Zugang zur Hochebene von Caxamalca bewachte, hingen Menschen an den Bäumen. Weiße Spanier!

Hier wuchsen nur wenige Bäume, knorrige, windgepeitschte Eichen. Sie waren übersät mit Toten, die an den Füßen aufgehängt waren.

„Mein Gott!“, murmelte Professor Hallstrom. Der Schreck hatte seine Lippen schmal und seine Nase spitz werden lassen.

Frank Jaeger schluckte würgend.

Nur Ben Crocker zeigte keine sonderlich gemütvolle Regung. Er zog scharf die Luft ein und meinte: „Wenn mich meine Nase nicht täuscht, ist das schon vor ein paar Tagen geschehen. Und es sieht genau so aus, als sei ein spanischer Goldräubertrupp in einen Hinterhalt der Inkas geraten.“

Er schaute sich vorsichtig und misstrauisch um. In der Ferne, vielleicht fünfzehn, aber möglicherweise auch zwanzig Kilometer entfernt, erhob sich die mächtige Anlage einer Inka-Stadt. Die klare Höhenluft gestattete keine exakte Schätzung.

Diese Stadt dort im Süden musste Caxamalca sein. Im Jahre 1533 gab es dort noch keine andere. Die klobigen Mauern der Festungen bei der Stadt und die Paläste verrieten die Bauweise der Inkas, die tonnenschwere Granitsteine mit haarscharf behauenen Kanten ohne Mörtel übereinandertürmten.

Ben Crocker sah in der Ferne zwar Reitertrupps, Spanier. Sie strebten aber der eroberten Stadt zu. Auf der Hochebene kam niemand heraus zu diesem Sperrkastell.

Es war ein grausiger Ort. Aus den Spuren ersah Ben Crocker, dass die spanischen Beutemacher das Sperrkastell angegriffen hatten. Mit einer Feldschlange, einem Pulvergeschütz, hatten sie ein Loch in die gewaltige Mauer geschossen. Sicher hatten sie auch hier einen gewaltigen Goldschatz vermutet und ihn vielleicht auch erbeutet.

Nur behalten hatten sie ihn nicht.

Aus einem Hinterhalt mussten todesmutige Inka-Krieger hervorgebrochen sein, die weder Furcht vor dem Geschütz noch Angst vor den Pferden der weißen Eroberer hatten.

Die Feldschlange war noch da, ihre Räder zerschlagen. Die Pferde waren ebenfalls noch vorhanden. Mit ihren aufgeschnittenen Bäuchen oder zerrissenen Hälsen bedeckten sie den Platz um die Bäume.

Ein paar zerschlagene Pulverfässer lagen herum und Kleidungsstücke der spanischen Konquistadoren - Helme, Stiefel, Brustpanzer, Wämser, Säbelgehenke, Lederzeug und zerbrochene Waffen.

Von toten Inkas keine Spur.

Ben Crocker gab sich einen Ruck und ging zu den Bäumen.

Die Inka-Krieger hatten bestialisch gehaust. Einigen Toten war der Schädel eingeschlagen, und sie waren danach noch an den Füßen aufgehängt worden. Wohl zur Abschreckung.

Andere waren wohl lebend an die Äste gekommen und starben an Blutüberdruck im Kopf.

Einigen waren auch die Gliedmaßen zerschlagen.

Und einem war die Brust aufgerissen.

Neugierig schaute Ben in den Hohlraum. Das Herz fehlte.

Unter dem Toten war der Boden bespritzt mit eingetrocknetem Blut. Hals und Gesicht waren bis zur Unkenntlichkeit verkrustet.

Nun schüttelte es den nervenstarken Ben Crocker doch: Ohne Zweifel hatten die Inkas diesem Spanier bei lebendigem Leibe das Herz herausgeholt!

Er und Frank Jaeger und Professor Hallstrom hatten sich gut vorbereitet auf diesen Zeitsprung zurück in jenes Jahr, als die goldhungrigen Horden des spanischen Generalkapitäns Francisco Pizarro unter ihrem Ansturm das Reich des Inka Atahualpa zerbrechen ließen und plündernde, mordende Landsknechtshaufen die Städte des Inka Volkes überfielen und den unermesslichen Reichtum der Menschen brutal an sich rissen.

Ben wandte sich um und spuckte aus.

Sein Blick fiel auf das Sperrkastell. Auf der Quadermauer hockten drei Kondore und äugten bösartig herüber. Sie waren beim Auftauchen der drei Zeitreisenden widerwillig von den toten Spaniern fortgeflogen, blieben aber in der Nähe.

Ben kehrte zu Frank Jaeger und Professor Hallstrom zurück.

„Sechzehn sind es“, sagte Ben, als ihn Hallstroms fragender Blick traf. „Aus der Nähe sehen sie noch schlimmer aus als so. Einem haben sie das Herz herausgerissen.“

„Keine Inka-Krieger?“, vergewisserte sich Jaeger.

„Nicht einer. Entweder hatten sie überhaupt keine Toten, oder sie haben sie weggebracht.“

Der Professor wandte sich zum Sperrkastell um. „Könnte es nicht sein, dass diese Spanier hier einen Schatz fanden und in dem Moment, als sie sich um die Beute rauften, überfallen wurden?“

„Ich war nicht dabei“, brummte Ben Crocker. „Ich weiß also auch nicht, wie es geschehen ist. Ich sehe nur das schlimme Ergebnis.“

Frank Jaeger zog die Unterlippe zwischen die Zähne. Er hatte sich so gestellt, dass er die Toten an den Bäumen nicht mehr sah. „Womöglich wurde die den Spaniern abgenommene Beute zurück in diese Sperrfestung gebracht?“

„Verschone mich mit deinen makabren Scherzen!“, knurrte Ben grob. „Dann fehlte jetzt bloß noch, dass die Inka-Krieger hinter den Mauern sitzen und beobachten und noch beraten, wie sie uns am besten totschlagen!“

„Das ist nicht auszuschließen“, meinte Hallstrom. Sein Gesicht wurde noch blasser. „Die Spanier müssen etwas von Bedeutung erbeutet haben.“

„Gold, was sonst? Nur das ist doch von Bedeutung!“, sagte Ben.

„Etwas, das mit dem Sonnenkult der Inkas in engster Beziehung steht“, erklärte Hallstrom, wobei er keinen Blick mehr von der Festung ließ. „Die plündernden Spanier müssen einen ungeheuren Frevel begangen haben. Anders kann ich das herausgerissene Herz nicht erklären. Der Tote muss der Anführer der Spanier gewesen sein. Um den beleidigten Sonnengott zu versöhnen, haben die Inkas sein Herz geopfert. Ich bin dafür, dass wir uns dem Sperrkastell nähern. Wenn es besetzt ist, nehmen wir Verbindung mit den Kriegern auf.“

„Was denn auch anderes?“, brummte Ben.

Und dann zuckte er zusammen.

Die drei Kondore warfen sich ruckartig von der Mauer, als hätte ihnen jemand einen Tritt verpasst. Sie breiteten die gewaltigen Schwingen aus, segelten an den Bäumen vorbei und strichen in die Hochebene ab.

Jaeger starrte diesen gewaltigen Vögeln nach.

Hallstrom fingerte nervös an seinem Paralyzer herum. Und Ben Crocker hatte das Kinn etwas vorgeschoben und betrachtete das Sperrkastell, als müsste dort gleich der Teufel erscheinen.

Nichts rührte sich.

Aber da war etwas, das die Kondore so jäh hatte flüchten lassen.

Ben schob seine helmartige Kappe zurück, legte seine Ohren frei und lauschte gebannt.

Da war nur das Zischeln des Windes zu hören, der durch das Gras wehte, die Toten pendeln ließ und sich an den Mauern der Sperrfestung brach.

Der Wind war kühl. Er kam aus dem tiefen Tal herauf, das sich hinter dem Kastell tief eingeschnitten in die Anden auftat. Von dort führte eine Straße herauf, eine Inka-Straße für die Läufer des Königs. Sie führte am Kastell vorbei über die Hochebene nach Caxamalca. Schnurgerade war sie, gepflastert obendrein, und auf der Hochebene war sie ungefähr alle fünf Kilometer mit einem Steinhaus versehen. Das waren die Stationen der Läufer. Mehr als fünf Kilometer hatte keiner zu laufen. Die aber legte er in einem mörderischen Tempo zurück.

„Verdammt, das ist der reinste Nervenkrieg!“, knurrte Ben. „Hinter den Mauern ist etwas!“

„Gehen wir gemeinsam hin!“, schlug Hallstrom vor.

„Was?“ Frank Jaeger fuhr herum. „Hast du was gesehen?“

„Nein, aber bilde dir bloß nicht ein, die Kondore seien deshalb weggeflogen, weil ihnen unsere Gesichter nicht gepasst haben. Etwas hat sie aufgescheucht.“ Ben Crocker lüftete den Paralyzer an, diese pistolenähnliche Lähmwaffe, die auf Schockstrahlenbasis arbeitete.

Es reizte ihn, einfach auf die Mauer zu feuern. Auch wenn es nutzlos war. Granitmauern von dieser Stärke durchdrang der Lähmstrahl nie.

„Vielleicht getrauen sie sich nicht hervor, weil ihnen unsere Kombinationen unheimlich sind.“ Jaeger beobachtete ebenfalls die Granitfestung.

Niemand zeigte sich, nichts rührte sich.

Als die drei Zeitreisenden sich langsam in Bewegung setzten und den Mauern des Kastells näherrückten, bewegte sich hinter ihnen einer der Pferdekadaver.

Ein Kopf tauchte auf, ein bronzefarbenes Gesicht mit funkelnden Augen, die den silbernen Fremden hinterher starrten. Das Gesicht verzog sich. Seitlich von ihm hingen Ohren fast bis auf den Hals herunter. Schwere Goldpflöcke steckten in den Ohren. Das Goldgewicht zog die Ohren lang. Und die Ohren gaben dem Gesicht ein erschreckendes Aussehen.

2

Ben Crocker suchte vergeblich nach einem Tor, durch das sie in das Kastell gelangen konnten.

Es gab nur die vier gleichlangen und gleichhohen Mauern aus Granitblöcken.

„Gute Läufer sind sie ja, die Inkas“, meinte Ben und kratzte sich am Kinn. „Aber so gut springt keiner, dass er über diese mindestens vier Meter hohe Mauer käme. Achtet mal mit auf Vertiefungen im Boden - kleine Löcher und so.“

Dort, wo die Inka-Straße genau an der nördlichen Mauer vorbeiführte, fanden sie im zusammengewehten Sandstaub ein paar kümmerliche Abdrücke wie von einer Leiter oder von Kletterstämmen.

Stirnrunzelnd betrachtete Hallstrom sie. „Etwas mühsam, auf diese Weise in die Festung zu gelangen.“

„Aber höchst praktisch“, widersprach Ben. „Die Verteidiger ziehen die Kletterstämme ein, und die Belagerer rennen erfolglos um die Mauer rum, bis sie krumme Füße haben. Wenn die Besatzung der Festung es nicht wollte, kam niemand hinein.“

„Dieses Problem hat sich auch den Spaniern gestellt“, sinnierte Hallstrom. „Sie haben es mit ihrer Feldschlange gelöst und die Mauer zur Hochebene hin zerschossen. Versuchen wir es da.“

„Gerade das hatte ich vermeiden wollen“, sagte Ben mürrisch. „Das Loch ist so eng, dass man sich förmlich durchquetschen muss. Ob ich überhaupt durchkomme, ist eine andere Sache. Da brauchen bloß welche rechts und links vom Loch zu lauern! Die hauen uns schneller die Birne ein, als wir ein Gebet loslassen können. Und ich habe gelesen, dass die für solche Zwecke ganz ordentliche Hartholzkeulen verwendet haben.“

„Mensch, du stellst dich an wie eine zimperliche Jungfer!“, sagte Frank Jaeger.

Ben Crocker wedelte mit der Hand. Es war eine mehr als abwehrende Bewegung. „Die sechzehn Spanier dürften ziemlich hartgesottenes Gesindel gewesen sein - Landknechte, Raufbolde, ehemalige Sträflinge, Glücksritter und Strauchdiebe, vielleicht noch Schlimmeres. Die Konquistadoren waren in der Regel gestrandete Existenzen. Und die waren verdammt nicht zimperlich. Wir sind bloß zu dritt.“

„Dann schieß doch mit der Lichtkanone rein!“, gab Jaeger gereizt zurück.

Ben grinste. „Deine guten Ideen pflegst du immer im richtigen Augenblick zu haben. Das schätze ich so an dir.“ Er setzte seinen mächtigen Körper in Bewegung und ging zur Vorderseite des Kastells, wo die Spanier das Loch geschossen hatten.

Hallstrom und Jaeger folgten ihm.

Keiner sah den blitzschnell niederzuckenden Kopf hinter dem Pferdekadaver und die schwache Bewegung des Pferdebauches, als sich dort etwas in dem Pferdeleib verbarg.

Ben Crocker musterte die Bresche. Die Spanier hatten mit Steinkugeln geschossen. Die Splitter lagen knöchelhoch auf der Mauer. Irgendwann hatten ein paar Granitblöcke nachgegeben und waren nach innen gefallen. Von oben waren Blöcke nachgestürzt. Die Mauer war zerborsten bis hinauf zur oberen Kante.

Ein paar Quader hatten sich aber verkantet, und so gab es in Brusthöhe nur einen schmalen Durchstieg, der so verlockend war wie das aufgerissene Maul eines Krokodils.

Ben lauschte durch das Loch in die Festung hinein. Nichts!

Er beugte sich vor. Die Mauer war mehr als einen Meter dick, das sah er sofort.

Drinnen gewahrte er ein paar Gebäude, ähnlich klobig gebaut wie die Außenmauer. Aber keine Menschenseele. Auch keinen Toten. Und keine Unordnung.

Die Festung wirkte, als sei sie seit Jahren verlassen.

Ben hob den Splitter einer Kanonenkugel auf, klapperte damit in dem Mauerloch herum und gab sich redlich Mühe, die Geräusche zu vollbringen, die ein Mann machen würde, der sich in das Loch zwängt.