Tennisdrills - Christian Scherer - ebook

Tennisdrills ebook

Christian Scherer

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Opis

Dieses Buch stellt eine Sammlung von neuen Übungs-und Spielformen dar, die im täglichen Training funktionieren. Anwendung finden diese Trainingsformen im ambitionierten Clubtraining und im Leistungsbereich. Die altersspezifischen Zielgruppen der Spieler des Buches beginnen ab der Stufe Orange des Play& Stay Konzeptes. Die Übungen können somit im Midcourt und im Großfeld (Grüne und harte Bälle) gespielt werden. Die Zielgruppe umfasst aber auch die Trainer, die im Clubtraining und/oder im Leistungstraining tätig sind. Hierbei können die Trainingsformen sowohl im Erwachsenentraining als auch im Jugendtraining angewendet werden. Das Buch dient auch zur Fort- und Ausbildung für pragmatisch orientierte Trainer.

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Liczba stron: 159

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Christian Scherer / Sebastian Mastalerz

Tennisdrills

Trainingsformen für alle Leistungsstufen

Meyer & Meyer Fachverlag & Buchhandel GmbH

Inhaltsübersicht

Hinweis: Alle Videos können ...VorwortEinleitungZum Aufbau der Trainingsformen-SammlungLegende1 Grundlagen1.1 Methodische Konzeptionen und Verfahren1.2 Techniktraining1.2.1 Technikerwerb1.2.2 Technikanwendung1.2.3 Komplexes Techniktraining1.2.4 Technische Korrekturen1.3 Taktiktraining1.3.1 Taktikerwerb1.3.2 Taktikanwendung1.4 Ergänzung zu den Zählweisen2 Trainingsplanung2.1 Komponenten sportlicher Leistungsfähigkeit2.2 Kompetenzbereiche2.3 Personeninterne Faktoren der sportlichen Leistung2.4 Trainingsplantypen2.5 Empfehlungen3 Warm-up und Rhythmustraining3.1 Vorteile des Aufwärmens3.2 Beschreibung des spezifischen Aufwärmens und des Rhythmustrainings3.3 Praxis – Übungs- und Spielformen4 Üben und Trainieren im Midcourt4.1 Einleitende Bemerkungen zum Thema Midcourt4.2 Praxis – Übungs- und Spielformen4.2.1 Grundlinienspiel4.2.2 Angriffs- und Netzspiel4.2.3 Verteidigung und Spezialschläge4.2.4 Aufschlag und Return4.2.5 Doppel- und Mannschaftstraining5 Üben und Trainieren im Großfeld5.1 Einführung5.2 Praxis – Übungs- und Spielformen5.2.1 Grundlinienspiel5.2.2 Angriffs- und Netzspiel5.2.3 Verteidigung und Spezialschläge5.2.4 Aufschlag und Return5.2.5 Doppel- und MannschaftstrainingDanksagungDanksagung Christian SchererDanksagung Sebastian MastalerzAbkürzungsverzeichnisLiteraturverzeichnisLiteratur und MedienInternetBildnachweis

Hinweis: Alle Videos können bei den entsprechenden Techniken aufgerufen werden. Die Videos finden Sie darüber hinaus unter:

htttp://mmurl.de/tennisdrills1

http://mmurl.de/tennisdrills2

Vorwort

Liebe Tennisfans,

schön, dass Sie dieses Buch in die Hand genommen haben. Das zeigt, dass unsere Sportart, die weltweit boomt, auch Ihr Interesse findet. Die goldenen Zeiten einer Steffi Graf oder eines Boris Becker mögen hierzulande zwar vorbei sein, aber die Faszination Tennis wird immer bleiben. Die Begeisterung, gerade beim Nachwuchs, ist da. Das erlebe ich tagtäglich, übrigens auch bei meinen Kindern.

Ich war über 10 Jahre lang erfolgreich als Tennisprofi unterwegs. Die Basis dazu habe ich in harten Trainingseinheiten gelegt. Viel Schweiß ist hier geflossen. Nicht immer freut man sich aufs Training, doch bei jedem Sieg sind Strapazen und Quälerei vergessen.

Stichwort Training: Es gibt Hunderte von Übungsformen für jede Zielgruppe. Gleichgültig, ob Hobbyspieler, Leistungsklasse, Meisterschaft oder gar Profi, entscheidend ist die Umsetzung und Ausführung. Dieses Buch bietet dem Tennisfan eine große Variation, denn praktische Trainingspläne sind anschaulich aufgezeigt. Ich selbst habe einige davon in der Vergangenheit als Spieler verwendet und greife heute als Trainer gerne darauf zurück.

Ich gratuliere Christian Scherer, dass er seine langjährige Erfahrung, als Spieler wie als Trainer, hier eingebracht hat. Christian und ich kennen uns seit fast 20 Jahren. Wir haben bei Jugendturnieren früher wegen des Altersunterschiedes zwar nicht oft gegeneinander gespielt, aber oft miteinander trainiert. Während ich mich dann auf die Profikarriere konzentrierte, wechselte Christian in den Trainerjob, durchlebte hier sämtliche Ausbildungen und erwarb alle Scheine. Unsere Wege wurden getrennt und dennoch standen wir immer in Verbindung.

Der Tennissport zählt gerade bei den Kindern und Jugendlichen zu den beliebtesten Sportarten. Kein Wunder, denn es macht Riesenspaß, sich auf dem Tennisplatz auszutoben. Und dazu kann ich die folgenden 280 Seiten nur wärmstens empfehlen. Haben Sie, liebe Tennisfreunde, Freude beim Lesen und dann auch bei der Umsetzung auf dem Platz!

Euer Christopher Kas

Davis-Cup-Spieler, Olympia Teilnehmer, Trainer von Sabine Lisicki, ehemalige Nummer 17 der Welt im Doppel, Bundesligaspieler

Liebe Tennisfreunde,

in meiner langjährigen Tätigkeit als Trainer ist man immer wieder auf der Suche nach neuen Anregungen bzw. Ideen. Das Tennisspiel kann nicht mehr neu erfunden werden, aber wenn man mit offenen Augen durch die Tennislandschaft fährt, kann man immer wieder neue Impulse für sich entdecken.

Es gibt Tausende von Übungen für jeden Altersabschnitt und für jede Leistungsstärke, aber man findet diese Übungen nicht immer gebündelt und systematisiert vor.

Daher gratuliere ich Sebastian Mastalerz und seinem Kollegen, die dies in diesem Buch sehr anschaulich und verständlich dargestellt haben.

Für einen interessierten und engagierten Trainer sollte diese Lektüre den Weg auf den Trainingsplatz finden. Viel Spaß beim Lesen!

Bijan Wardjawand

Landestrainer Tennisverband Rheinland-Pfalz

Einleitung

Durch die langjährige Arbeit im Trainerberuf sowohl auf Klub- als auch auf Wett­kampf­ebene und durch die Tätigkeit als Ausbilder im Verband haben wir viele Erfahrungen und Erkenntnisse sammeln können. Eine wesentliche Schwierigkeit, die auch sehr viele Trainerkollegen bestätigen können, ist die „ROUTINE“. Auch bei aller Leidenschaft, die notwendig ist, um Erfolg zu haben, schleicht sich über kurz oder lang ein gewisser Alltag ein. Unbewusst wählt man oft die gleichen Übungen, da man sich mehr Gedanken um inhaltliche Ziele macht und dabei bleibt die Kreativität in Hinsicht auf den Übungsablauf im Hintergrund. Zweifelsfrei sollte der Trainer immer nach neuen Wegen und Ideen suchen, das Training so zu gestalten, dass der Trainingsverlauf möglichst effektiv und abwechslungsreich vonstattengeht. Dadurch kann die Motivation und Konzentration der Spieler während der jeweiligen Trainingseinheit gesteigert und gehalten werden.

Dieses Buch bietet eine Vielzahl an Übungs- und Spielformen und soll ein zusätzliches Angebot für ein abwechslungsreiches Trainingsprogramm für Spieler und Trainer darstellen. Wir möchten an dieser Stelle ausdrücklich darauf hinweisen, dass eine Verbesserung des Spielers nur durch akribische Arbeit möglich ist. Die Übungssammlung ist eine große Hilfe in der Trainingsgestaltung, aber kein Selbstläufer für das Weiterkommen der Spieler.

Die fünf Hauptkapitel des Buches beinhalten folgende Aspekte und Schwerpunkte: Grundlagen, Trainingsplanung, Warm-up, Üben und Trainieren im Midcourt wie auch im Großfeld. Der theoretische Teil beinhaltet Erläuterungen rund um die Themen Technik, Taktik und Zählweisen. Zudem liefert die Trainingsplanung wesentliche Informationen und Empfehlungen für Spieler und Trainer. Im praktischen Teil werden die Trainingsformen in typischen Spielsituationen (z.B. Grundlinienspiel) dargestellt. Vorab liegt der Fokus stets auf einer allgemeinen Beschreibung des jeweiligen Themenbereichs. Für das Trainieren im Midcourt und Großfeld sind abschließend das Doppel- und Mannschaftstraining zusätzliche Themen.

Die Gliederung gibt eine kurze Übersicht über mögliche Trainingsinhalte. Es wird eine Vielzahl von verschiedenen Trainingsformen beschrieben und durch Grafiken dargestellt. Die Übungsformen sind charakterisiert durch die wiederholte Ausführung von Technik und das Bewältigen von Spielsituationen. Durch die Automatisierung der Technik können somit auch Spielsituationen zunehmend erfolgreicher gelöst werden. Das Spielen um Punkte hat in den Spielformen Priorität. Der Trainer organisiert für beide Trainingsbereiche den Spielablauf, ist Zuspieler und übernimmt bei Bedarf die Rolle eines Spielpartners.

Zum Aufbau der Trainingsformen-Sammlung

Sämtliche Übungen und Spielformen sind in der Art dargestellt, welche eine schnelle Orientierung gewährleistet. Die jeweiligen Trainingsziele werden beschrieben und kennzeichnen den Trainingsschwerpunkt. Unter „Beschreibung“ wird der organisatorische Ablauf der Trainingsform erklärt. Für jede Trainingsform werden mögliche Variationen angegeben. Zudem erhält man wichtige Informationen über die Anzahl der Spieler, Belastungsdauer und zusätzliche Hinweise und Tipps.

Legende

Dreier-Warm-up

Schnelle Orientierung

Trainingsziele:

Gleichmäßiges und rhythmisches Spiel aus dem Grundlinien- und Netzbereich. Ziel ist, eine Regelmäßigkeit hinsichtlich Platzierung, Tempo und Flughöhe, Sicherheit und Präzision zu erlangen.

Beschreibung und Informationen

Die Spieler (A-C) spielen auf Rhythmus und Länge. Dabei spielt (C) abwechselnd zu den beiden anderen Akteuren. Die Spieler (A+B) spielen immer zwei Schläge von der Grundlinie. Beide Spieler müssen danach stets ans Netz aufrücken und einen Volley zu Spieler (C) spielen. Nach dem gespielten Volley wird an die Grundlinie zurückgelaufen (Gesicht zeigt dabei zum Netz). Falls ein Fehler passieren sollte, spielt der Trainer sofort neu an. Ziel ist, so lange wie möglich mit einem Ball auf Rhythmus zu spielen.

Anzahl der Spieler: 3

Belastungsdauer: ca.10-15 Minuten

Variationen:

Die Übungsform wird cross oder longline gespielt.

Die Übungsform wird nur mit einem Grundschlag plus Volley trainiert.

Die Übungsform wird mit zwei Grundschlägen plus zwei Volleys gespielt.

Der Einzelspieler kann unterschiedlich zuspielen.

Anstatt Volley zu spielen, müssen die Spieler nur mit dem Schläger die T-Linie berühren.

Hinweise und Tipps:

Der Seiten- und Positionswechsel findet im Uhrzeigersinn statt.

Falls das Volleyzuspiel zu fehlerhaft ist, kann sich der Trainer auf die andere Seite stellen und von dort das Zuspiel zu den Netzspielern anspielen.

1 Grundlagen

1.1 Methodische Konzeptionen und Verfahren

Selbstverständlich spielt es eine große Rolle, mit welcher methodischen Konzeption und mit welchen Verfahren der Trainer vorgeht, um das Training zu gestalten. Wie eingangs schon bemerkt, möchten wir verstärkt in diesem Buch auf unterschiedliche Trainingsformen eingehen, aber aufgrund der Wichtigkeit stellen wir das Thema Grundlagen kurz dar und verweisen gleichzeitig auf dementsprechende Literatur. Grundsätzlich werden zwei verschiedene methodische Konzeptionen unterschieden.

Spielorientierte Konzeption: Hierbei steht das Spiel im Vordergrund. Der Trainer entwickelt sowohl technische als auch taktische Trainingsinhalte durch das Spiel mit- oder gegeneinander.

Technikorientierte Konzeption: Nicht das Spiel miteinander steht hierbei im Fokus, sondern der Trainer versucht, die vermehrt technischen Inhalte durch eingeschränkte Spielsituationen und unter der aktiven Einbeziehung seiner eigenen Person zu verbessern.

Der Trainer hat nunmehr zwei Verfahrensweisen zur Verfügung, um die o.g. Konzeptionen umzusetzen:

Das induktive Verfahren: Hier gibt der Trainer die äußeren Gegebenheiten (z.B. Bewegungsaufgabe, Lenken der Versuche etc.) vor und der Spieler kann durch Ausprobieren die Lösung selbst finden.

Das deduktive Verfahren: Hier gibt der Trainer konkrete Anweisung (z.B. Bewe-gungsbeschreibung, Demonstration, Übungsorganisation etc.), wie der Spieler vorzugehen hat.[1]

Im Anschluss möchten wir das Techniktraining näher beschreiben und Empfehlungen sowie Tipps geben, die aus unserer Sicht für den Traineralltag von Bedeutung sind. In dieser Publikation ist es nicht möglich, auf die gesamte Komplexität dieses Bereichs einzugehen, daher möchten wir auf entsprechende Fachliteratur verweisen.

1.2 Techniktraining

In der sportwissenschaftlichen Literatur gibt es eine Vielzahl von Interpretationen der Technik. Sehr praxisorientiert ist die Definition aus dem Sportwissenschaftlichen Lexikon (1983): „Technik ist die individuelle Realisierung einer angestrebten Idealbewegung, die als optimale Bewegungshandlung des Sportlers durch anatomische, biomechanische und physikalische Gesetze und Prinzipien eingeschränkt bzw. vorgegeben ist.“

1.2.1 Technikerwerb

Das „Erwerbstraining“ befasst sich mit dem Erlernen von Bewegungen in der Grobform, mit dem Erreichen der Feinform und mit der Vervollständigung der Bewegungen in der Feinstform. Für die Praxis können wir Folgendes empfehlen:

Störungsfreie Bedingungen schaffen.

Die Wiederholungszahl insgesamt sollte zwischen 150-220 liegen, um Engramme bilden zu können.

Drills von 8-15 Wiederholungen wählen.

Zuspiel/Anwurf muss der Anforderung entsprechen.

Zielflächen vorgeben (Trefferquote 2:1).

Technische Korrekturen und Hinweise geben.

Hohe Intensität.

1.2.2 Technikanwendung

Das „Anwendungstraining“ ist ein fließender Übergang in die Ausbildung der Feinstform. Sprich, es wird nicht getrennt voneinander geschult. Im Vordergrund steht nun, Spielsituationen qualitativ besser lösen zu können und somit die erworbene Technik durchsetzungsfähiger anzuwenden. Auch hier raten wir Ihnen für die Praxis Folgendes:

Die Drills bauen auf matchnahen Situationen auf.

Spielformen mit oder ohne Vorgaben.

Die Zielflächen sind angepasst.

Technische Korrekturen und Hinweise sind situationsabhängig.

Hohe Intensität.

1.2.3 Komplexes Techniktraining

Ist die Zieltechnik anwendbar, werden Leistungssteigerungen nur noch mithilfe des sogenannten Komplextrainings möglich. Durch das Setzen von neuen Reizen werden Barrieren überwunden und das dynamische Stereotyp wird verändert. Durch den Einsatz von „leichteren und schwereren Geräten“ wird das ZNS (zentrale Nervensystem) angeregt. Das veränderte Widerstandsgefühl des ZNS schwingt kurz nach, wodurch ein Nachwirkungseffekt entsteht. Nutzt man diesen Effekt im Training sinnvoll aus, so werden weitere Verbesserungen der Technik erzielt. Empfehlungen für die Praxis:

Ein qualitatives Aufwärmprogramm ist erforderlich.

Die komplexe Vorübung steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Zielübung und auf eine technisch korrekte Ausführung ist zu achten.

Die Übungen müssen zielgruppengerecht sein.

Hohe Intensität.

1.2.4 Technische Korrekturen

Die Optimierung der Technik, mit allen dazugehörigen Elementen, ist die Basisarbeit von Trainern und besonders relevant im Jüngstenbereich. Die Entwicklung der Spieler in diesem Bereich setzt ein fundiertes Wissen voraus, daher ist eine Fachlektüre mit Inhalten zu Technikleitbildern (Schlagbewegungen, Beinarbeit etc.) und wissenschaftlichen Ansätzen Grundvoraussetzung. Folgende Ratschläge sind wertvoll und sollten beachtet werden:

Korrekturen der Griffe stehen im Mittelpunkt.

Korrekturen am gesamten Bewegungsablauf (Schlagbewegung, Beinarbeit, Fußstellungen) vornehmen.

Korrekturen durch richtige Demonstrationen aufzeigen.

Geeignete Materialien (Methodikbälle, passende Schläger, Feldgrößen, sonstige Hilfsmittel) einsetzen.

Trainerzuspiel/-anwurf ist von Bedeutung (Zuspiel in der richtigen Treffhöhe, mit dem richtigen Drall und der passenden Geschwindigkeit).

Distanz/Entfernung von Spieler und Trainer ist ebenfalls von Bedeutung und zu überprüfen.

1.3 Taktiktraining

Jürgen Weineck beschreibt in seiner Veröffentlichung Optimales Training (2007) das Thema Taktiktraining wie folgt: „Unter Taktik im Tennis versteht man das planmäßige, auf die eigene und gegnerische Leistungsfähigkeit und die äußeren Umstände abgestellte Verhalten im Match.“

1.3.1 Taktikerwerb

Hierbei handelt es sich um das Erlernen und Durchspielen von taktischen Grundmustern. Dies sind erfolgbringende Spielzüge für jeweilige Spielsituationen. Empfehlungen für die Praxis:

Gespielt wird miteinander und nicht gegeneinander.

Das Verhalten des Gegners wird dabei nicht berücksichtigt.

Der Spieler hat die Entscheidungsfreiheit, wie und wann er die Situationen löst.

Der Spieler muss Situationen wahrnehmen, beurteilen, entscheiden und anschließend handeln.

Der Trainer gibt Korrekturen/Hilfestellung bei der Lösung.

Der Trainer korrigiert die Entscheidung, das Verhalten und die Positionen.

1.3.2 Taktikanwendung

Darunter versteht man, die erlernten Grundmuster/Spielzüge in matchähnlichen Situationen anzuwenden. Empfehlungen für die Praxis:

Gespielt wird gegeneinander.

Das Verhalten des Gegners wird dabei berücksichtigt.

Der Spieler hat die Entscheidungsfreiheit, wie und wann er die Situationen löst.

Der Spieler muss Situationen wahrnehmen, beurteilen, entscheiden und anschließend handeln.

Der Trainer gibt Korrekturen/Hilfestellung bei der Lösung.

Der Trainer korrigiert die Entscheidung, das Verhalten und die Positionen.

1.4 Ergänzung zu den Zählweisen

Als eine zusätzliche Empfehlung für den Trainingsalltag möchten wir kurz die Bedeutung und Wichtigkeit möglicher Zählweisen beim Spiel um Punkte ansprechen. Durch eine Änderung der Zählweisen wird nicht nur die Routine verändert, sondern es wird die Konzentration, Motivation und das „bewusste Spiel“ verbessert. Des Weiteren sollte man sich Gedanken über Belohnungs- und Bestrafungsmodelle für Sieger und Verlierer machen. Grundsätzlich ist es immer ratsam, um eine Belohnung zu spielen. Folgende Möglichkeiten der Variation der Zählweise sind u.a. vorstellbar:

Spiel bis X-Punkte

Das Spiel bis 11 ist das häufigste Verfahren, welches auf vielen Trainingsplätzen praktiziert wird. Aus Erfahrung kann man aber sagen, dass diese Zählweise öfter variiert und modifiziert werden sollte. Alternative Möglichkeiten:

Spiel bis 50 Punkte, wobei der Punktgewinn unterschiedlich gewertet wird. Beispiel: Winner von GL entspricht zwei Punkte, Punkte mit Volley beendet, sind drei Punkte, durch das Setzen eines Jokers (jeweils 2 x pro Spiel) kann der folgende Punktgewinn verdoppelt werden, Fehler auf den ersten Schlag entspricht einem Minuspunkt.

Spiel bis vier Punkte. Beispiel: Wer 5 x 4 Punkte gewinnt, ist der Sieger.

Punktserien müssen gewonnen werden

Um einen Punkt zu gewinnen, müssen zwei Punkte in Folge gewonnen werden.

Um einen Punkt zu gewinnen, müssen drei Punkte in Folge gewonnen werden (laut Statistik, gewinnt der Spieler ein Match, welcher am häufigsten drei Punkte in Serie gewinnt).

Spiel, bis ein gewisser Abstand des Spielstandes erreicht ist (z.B. wer fünf Punkte Vorsprung hat, ist der Sieger).

Spiel auf Zeit und mit Punktserien (z.B. wer in sechs Minuten am häufigsten drei Punkte in Folge gewinnt, ist der Sieger).

2 Trainingsplanung

Nun möchten wir uns mit dem Thema der Trainingsplanung auseinandersetzen. Vorweg weisen wir darauf hin, dass dieses Thema sehr umfassend und bedeutend ist, daher findet es in jeder Fachliteratur seinen Platz. In diesem Kontext werden wir nicht auf alle Faktoren des Themas eingehen, sondern uns nur den Elementen widmen, die im Zusammenhang mit unserem Buchtitel stehen, wie z.B. Zeitspannen des Trainingsaufbaus, Inhalten der einzelnen Abschnitte und der Gewichtung der Inhalte in diesen Abschnitten. Für Elemente der Trainingslehre und -steuerung, wie u.a. Trainingsprinzipien und Kontrollverfahren, verweisen wir auf entsprechende Fachliteratur.

2.1 Komponenten sportlicher Leistungsfähigkeit

Häufig erleben wir bei Trainerausbildungen (C- und B-Trainer), dass sich viele angehende oder auch schon erfahrene Trainer vor allem mit der Methodik, sprich mit der Durchführung und Gestaltung einer Trainingseinheit, befassen. Diese Denkweise ist aber auf mittel- und langfristige Sicht nicht immer optimal. Die Didaktik, also die Frage nach dem „Was möchte ich trainieren?“ im Zusammenhang mit einer längerfristigen Spielerausbildung, ist fundamental und von hoher Bedeutung. Jeder Trainer, der die Möglichkeit hat, über einen bestimmten Zeitraum mit Spielern zusammenzuarbeiten, trägt die Verantwortung für deren Entwicklung und somit für die Planung der kurz- und langfristigen Trainingsgestaltung. Mit anderen Worten ausgedrückt, was für ein Unternehmen der Businessplan, ist für den Trainer der langfristige Trainingsplan.

Der Trainer muss diesbezüglich verschiedene Elemente zur optimalen Entwicklung der sportlichen Leistungsfähigkeit des Spielers berücksichtigen. Die nachfolgende Abbildung stellt grafisch die Basiskomponenten der sportlichen Leistungsfähigkeit dar. Eine unter den sechs Komponenten wird als „soziale Fähigkeit“ bezeichnet. Diese Kompetenz beinhaltet, andere Personen zu verstehen, sowie sich situationsangemessen und klug zu verhalten. In Bezug auf den Trainer inkludiert dies die Befähigung, das Verhalten des Spielers hinsichtlich Motivation und Einstellung positiv zu beeinflussen. Letztendlich umfasst dieser Bereich aber alle Faktoren, die von „außen“ auf den Spieler einwirken, wie u.a. Freunde, Schule, Eltern, aber auch die Trainingsbedingungen, wie z.B. Trainingsstätte, Anfahrt zum Training und letztendlich den Trainer selbst.

Abb. 1:

Vereinfachtes Modell der Komponenten der sportlichen Leistungsfähigkeit (aus Weineck, 2007, S. 25)

2.2 Kompetenzbereiche

Natürlich hat der Trainer nicht alles in der Hand, aber er hat einen sehr großen Anteil an der Entwicklung des Spielers ebenso wie dessen Eltern. Aufgrund dieser Tatsache ergeben sich, wie in Abb. 2 dargestellt, verschiedene Kompetenzbereiche mit den dazugehörigen Eigenschaften für den Trainer.

Geforderte Kompetenzen

Eigenschaften

Führungspersönlichkeit

Vorbild, Charisma, Motivationskünstler, Gerechtigkeitssinn, Unvoreingenommenheit, positive Ausstrahlung, analytisches Denkvermögen, Vermittler von Ruhe/Zuversicht; Distanz/Nähe in optimaler Mischung, souveränes Auftreten auch in schwierigen Konfliktsituationen

Psychosoziale Kompetenz

Einfühlungsvermögen, Dialogfähigkeit, Kommunikationskompetenz, Differenzierungsfähigkeit im Umgang mit den Athleten; positives Denken, hohe Sachlichkeit, Fähigkeit zur Reduzierung des Leistungsdrucks; Fähigkeit, eine Mannschaft zu einer Einheit (nicht Einigkeit) formen zu können, um einen maximalen Synergieeffekt zu erzielen

Sachkompetenz

Sportartspezifisches Wissen, langjährige Trainings- und Wettkampferfahrung, Prognosesicherheit, Kenntnisse über die Qualitäten der jeweiligen Gegner, technisch-taktische Versiertheit

Trainingswissenschaftliche Kompetenz

Umfassendes trainingswissenschaftliches Wissen, das in der jeweiligen Situation (Training, Wettkampf) erfolgreich eingesetzt werden kann. Genaue Kenntnis der kurz- und längerfristigen Wirkung von Trainingsmethoden, -inhalten und -mitteln, ernährungswissenschaftliches Wissen (Nahrungsergänzung, Ernährung vor, während und nach dem Training/Wettkampf etc.)

Abb. 2:

Kompetenzbereiche (aus Weineck, 2007, S. 33)

Der Trainer kann durch seine Persönlichkeit und Kommunikationsfähigkeit das Klima in der Trainingsgruppe, den Leistungswillen des Spielers und dessen individuelles Wohlbefinden maßgebend beeinflussen. Die wichtigsten Merkmale und Eigenschaften eines erfolgreichen Trainers sind:

Offenheit, Ehrlichkeit und Gesprächsbereitschaft gegenüber dem Spieler.

Positive Einstellung.

Gegenseitiges Vertrauen sowie gegenseitigen Respekt.

Selbstreflexion des Trainers.

Gleiches Verhalten in Training und Wettkampf zeigen; auf „Schauspielereien“ verzichten.

Der Trainer sollte uneigennützig sein – kein „Selbstdarsteller“.

2.3 Personeninterne Faktoren der sportlichen Leistung

Unbestritten spielt die langfristige Trainingsplanung für die Entwicklung des Spielers eine tragende Rolle. Stephan Starischka (1988, S. 7) bestimmt den Begriff und die inhaltliche Fokussierung wie folgt: „Trainingsplanung ist ein auf das Erreichen eines Trainingsziels ausgerichtetes, den individuellen Leistungszustand berücksichtigendes Verfahren der vorausschauenden, systematischen – sich an trainingspraktischen Erfahrungen und sportwissenschaftlichen Erkenntnissen orientierenden – Strukturierung des (langfristigen) Trainingsprozesses.“

Erfahrungsgemäß ist der erste Schritt, der einer Planung immer vorausgehen sollte, die Definition des Ziels. Also die Frage, wohin möchte ich den Spieler bringen bzw. wohin kann ich den Spieler bringen. Diese Fragestellung muss jeder Trainer für sich beantworten und im weiteren Schritt ist die Zielsetzung eventuell (Spielern und Eltern) zu erläutern. Auf Basis dieser Zielsetzung (z.B. leistungsorientierte Ausbildung mit der Teilnahme an nationalen und evtl. internationalen Wettkämpfen im Jugendbereich) findet nun die Vorbereitung der eigentlichen Trainingsplanung statt. Dazu ist die Analyse der leistungsbestimmenden Faktoren der Sportart ein wichtiger Punkt. An dieser Stelle müssen alle relevanten Faktoren gesammelt werden, die der Spieler benötigt, um das Ziel zu erreichen. Abb. 3 zeigt die Unterschiede zwischen „leistungslimitierenden Faktoren“ und „leistungsbeeinflussenden Faktoren“ auf.

Abb. 3: