Selbstsicher und souverän im Business - Jens Korz - ebook

Selbstsicher und souverän im Business ebook

Jens Korz

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99,99 zł

Opis

Das Buch zeigt Fach- und Führungskräften, wie man Minderwertigkeitsgefühle gekonnt abschaltet. Neben fundierten Erkenntnissen aus der Psychologie enthält es praxisnahe Tipps für mehr Selbstsicherheit und Souveränität im Berufsalltag. Inhalte: - Selbstwertgefühl: Wie wird es beeinflusst und wie können Sie es stärken? - Gekonnt auftreten: Schauspieltechniken - Umgang mit Sprache - Die häufigsten Denkfallen und wie Sie sie überwinden - Selbstreflexion - Mut: Wie werden Sie mutiger? - Umgang mit schwierigen Persönlichkeiten - Glaubenssätze erkennen und ändern

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EPUB

Liczba stron: 252




Inhaltsverzeichnis

Hinweis zum UrheberrechtImpressumVorwort1   Fünf Situationen der Unsicherheit1.1   Situation 1: Sobald Autoritäten im Raum sind, werde ich unsicher1.2   Situation 2: Vor Leuten reden, macht mich nervös1.3   Situation 3: Wenn ich es nicht zu 100 % weiß1.4   Situation 4: Ich kann nicht Nein sagen1.5   Situation 5: In Meetings gehe ich unter und sage nichts2   Selbstbewusstsein – Klarheit – Stärke2.1   Drei elementare Fragen über das eigene Selbst2.2   Drei Wege aus dem Opferland2.2.1   Weg 1 aus Opferland: Das System ändern2.2.2   Weg 2 aus Opferland: Sie verändern ihr Verhalten oder Ihre Einstellung zu den Menschen im System2.2.3   Weg 3 aus Opferland: Sie verlassen das System bzw. die Situation2.3   Die eigenen Minderwertigkeitskomplexe erkennen2.4   So verstehen Sie Ihre Einstellung zu Ihnen selbst und zu anderen2.4.1   Die prägenden Jahre der Kindheit2.4.2   Selbsttest: Diagnose Ihrer Lebensanschauung2.5   Wie Sie das Fremdwertgefühl zum Selbstwertgefühl entwickeln2.5.1   Faktor 1: Die Botschaften in der Kindheit2.5.2   Faktor 2: Feedback im Hier und Jetzt von wichtigen Personen2.5.3   Faktor 3: Die Macht des Selbstbewusstseins2.5.4   Übung: Selbstbewusstsein2.5.5   Übung: Selbstreflexion2.6   Sie sind wertvoll3   Ich bin, was ich glaube zu sein3.1   Finden Sie Ihre negativen Glaubenssätze3.1.1   Wie Glaubenssätze wirken3.1.2   Übung: Erkennen Sie Ihre negativen Glaubenssätze3.1.3   Selbsttest: Entdecken Sie Ihre eigenen Glaubenssätze3.2   Wie Sie Glaubenssätze ändern3.2.1   Methode 1: Mal das Gegenteil tun3.2.2   Methode 2: Das Zwiebelprinzip3.2.3   Methode 3: Reframing3.2.4   Methode 4: Spiegelenergie3.2.5   Methode 5: „21 – 3 – Alpha“4   Faken geht auch4.1   Von außen nach innen4.2   Alles ist in uns4.3   Benutzen Sie Ihre Biografie, um zu überzeugen5   Statusspiele5.1   Statusmerkmale5.2   Status verändern5.3   Die Statuswippe6   Embodiment – Zusammenspiel von Körper und Psyche6.1   Power Pose 1: Wonder Woman6.2   Power Pose 2: Chefsessel6.3   Power Pose 3: Marathonsieger6.4   Power Pose 4: Geschäftsführer6.5   Power Pose 5: Der lässige Typ7   Körpersprache7.1   Körperhaltung7.2   Gangart7.3   Mimik7.4   Augen8   Der erste und der zweite Eindruck8.1   Der körpersprachliche Ausdruck8.2   Die Kleidung, Frisur, Make-up8.3   Der Augenkontakt – Fenster zur Seele8.4   Die Sprache und Stimme8.5   Körpergeruch8.6   Der Haloeffekt8.7   Die zweite Chance gibt es auch9   Intuition die wirkungsvollste Superkraft9.1   Intuition verstehen9.2   Intuition und Spiegelneuronen9.3   Spiegelneuronen und Außenwirkung10   Mind-Killer10.1   Mind-Killer 1: Ich bin nicht intelligent!10.2   Mind-Killer 2: Katastrophen werden passieren10.3   Mind-Killer 3: Sich und anderen Druck machen10.4   Mind-Killer 4: Die Selbstverleugnung10.5   Mind-Killer 5: Die Übermotivation11   Sprache als Machtinstrument11.1   Zehn Tricks, um souveräner zu kommunizieren11.2   Die elf mächtigsten Codes der Manipulation11.3   Argumentieren unter Stress11.4   Totschlagargumente11.5   Absolut tödlich11.6   Sprechen Sie „limbisch“11.7   Alle Persönlichkeiten auf einmal überzeugen12   Jetzt geht's los13   Ich bin's!LiteraturverzeichnisStichwortverzeichnis
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Hinweis zum Urheberrecht

Haufe-Lexware GmbH & Co. KG, Freiburg

Impressum

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.

Print: ISBN 978-3-648-11712-5 Bestell-Nr. 10287-0001

ePub: ISBN 978-3-648-11713-2 Bestell-Nr. 10287-0100

ePDF: ISBN 978-3-648-11715-6 Bestell-Nr. 10287-0150

Jens Korz

Selbstsicher und souverän im Business

1. Auflage 2018

© 2018 Haufe-Lexware GmbH & Co. KG, Freiburg

www.haufe.de

[email protected]

Produktmanagement: Bernhard Landkammer

Lektorat: Ulrich Leinz

Satz: kühn & weyh Software GmbH, Satz und Medien, Freiburg

Umschlag: RED GmbH, Krailling

Alle Angaben/Daten nach bestem Wissen, jedoch ohne Gewähr für Vollständigkeit und Richtigkeit. Alle Rechte, auch die des auszugsweisen Nachdrucks, der fotomechanischen Wiedergabe (einschließlich Mikrokopie) sowie der Auswertung durch Datenbanken oder ähnliche Einrichtungen, vorbehalten.

Vorwort

Selbstsicher und souverän auftreten! Wer möchte dies nicht? Herr bzw. Frau der Lage zu sein – egal in welcher Situation – ist bei den meisten Menschen ein großer Wunsch. Doch schätzen viele sich selbst so ein, dass da noch etwas Luft nach oben ist.

Dabei wird gerade im Arbeitsleben erwartet, dass Menschen souverän, selbstsicher, hochmotiviert und freundlich auftreten. Diese Attribute gelten als Voraussetzung für den Erfolg – sprich es in unserer Gesellschaft weit zu bringen. Kaum ein Thema wurde in den letzten Monaten so oft bei namhaften Nachrichtenmagazinen wie Fokus, Stern und Spiegel aufgriffen und ausführlich behandelt. Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen, Selbstwertgefühl, Selbstsicherheit und Souveränität scheinen enorm wichtig zu sein, um sich von einem gefühlten Loserimage zu befreien.[2]

Nur stellt sich die Frage, wie schafft man das? Das ist die Kernfrage – und die Antworten darauf finden Sie in diesem Buch. Keine Angst das Buch ist nicht das Werk eines neuen Selbsthilfegurus, der sich mit seiner eigenen Story ins Rampenlicht rücken und lediglich seine Verkaufszahlen nach oben puschen möchte. Nein! Hier werden Sie mit Übungen versorgt, die auf psychologischem Know-how basieren. Und Sie werden hochinteressanten Hintergrundwissen bekannt gemacht, die Ihnen dabei helfen wird, sich selbst besser kennenzulernen und „der Welt den Kampf anzusagen“! Sei es weil Sie sich wirklich souverän und sicher fühlen oder einfach gelernt haben in wichtigen Situationen so auftreten, als wären Sie das Nonplusultra.

Was Ihnen dieses Buch bietet

In erster Linie handelt dieses Werk davon, wie Sie durch innere Klarheit sich Ihrer selbst sicherer werden. Sie werden genau den Effekt haben, wie die Menschen – die Sie sicherlich vor Augen haben und die Sie vielleicht auch bewundern –, die über eine hohe Souveränität verfügen. Sie werden den Effekt der Macht des Selbstbewusstseins spüren. Denn wenn Sie lernen sich selbst zu erkennen und anzuerkennen und dann diese Erkenntnis und Anerkenntnis anwenden, dann steht Ihnen nichts mehr im Weg. Hier liegt Ihr Schlüssel zum Erfolg: Im Erkennen Ihrer eigenen Ressourcen.[3]

Darüber hinaus finden auf ganz pragmatischer Ebene auf den nächsten Seiten Tools zum Selbstcoaching, Inputs zur Stärkung Ihres Selbstbewusstseins, mentale Trainingstechniken zur Verbesserung Ihres Auftritts und auch Schauspielmethoden zur Vortäuschung einer Stimmung, die nicht der Realität entspricht.

Alle Informationen, Techniken und Übungen in diesem Buch wurden bereits durch hunderte von Teilnehmern in meinen Seminaren erprobt und erfolgreich umgesetzt. Was ich damit sagen will ist: Diese Übungen funktionieren. Also probieren Sie sie aus! Und Ihre Unsicherheit und Ihre Selbstzweifel haben ein Ende.

Ich lade Sie also ein zu einer der spannendsten Reisen überhaupt. Zur Reise zu sich selbst. Ich werde Ihnen in verständlicher Sprache nahebringen, was Psychologen und Coaches meinen, wenn sie von „Selbstsicherheit“, „Souveränität“ und „Selbstbewusstsein“ sprechen. Sie werden praxiserprobte Tipps kennenlernen, mit denen Sie Ihre Außenwirkung verbessern und selbstbewusster agieren. Dies erhöht sowohl Ihre Resilienz gegenüber stressigen Situationen, sondern versetzt Sie auch in die Lage, Menschen leichter zu beeindrucken und dazu zu bewegen Ihre Ziele mitzutragen.

Bevor es losgeht, ist es Zeit Danke zu sagen. Ich bedanke mich bei all meinen Seminarteilnehmern, die mir mit ihren Geschichten und ihren Persönlichkeiten immer wieder gezeigt haben, das egal welche Situation auch immer dafür sorgt, dass man seine Selbstsicherheit verliert, durch die richtigen Weichenstellungen es für jeden möglich ist souverän und selbstsicher aufzutreten. Dann möchte ich mich nochmals bei meinen Wegbegleitern bedanken, die mir die Möglichkeit gegeben zu wachsen und mit den Herausforderungen des Lebens klar zu kommen. Ganz besonders die Menschen, die mir nicht wohlgesonnen sind und waren. Mit ihnen wächst man am meisten. Vielen Dank an meine Freunde Jürgen und Sabine, Raid, Piotr und Rainer, die mir in tollen Gesprächen, die Möglichkeit zur Reflexion gegeben haben und sicherlich noch weiterhin geben werden. Dann möchte ich dem Haufe Verlag danken, der mir das Vertrauen geschenkt hat in dieses Buch zu investieren. Zu guter Letzt danke ich den sechs Personen, die ich liebe. Meine Frau Doro, mein Sohn Leo, meinen Töchtern Sophie und Emily sowie meinem Bruder Andreas und meiner Schwester Michelle. Danke, dass es euch gibt. Ich widme dieses Buch meinem Sohn Leo, der zurzeit eine schwierige Zeit durchmacht, die ihn sicherlich nachhaltig prägen wird. Halte durch Großer. Nichts kann unsere Liebe zerstören.[4]

Danke an Sie lieber Leser, dass Sie sich für dieses Buch entschieden haben und somit bereit sind eine Änderung in Ihrem Leben vorzunehmen. Nun wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Lesen.

Jens Korz

PS: In diesem Text wird der Einfachheit halber nur die männliche Form verwendet. Dieses geschieht allein aus Gründen der Übersichtlichkeit. Die weibliche Form ist selbstverständlich immer mit eingeschlossen.[5]

1   Fünf Situationen der Unsicherheit

Wie passiert es eigentlich, dass Menschen ihre Souveränität und Selbstsicherheit verlieren? Dieser Frage bin ich in meinen Seminaren mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern in den letzten Jahren immer wieder nachgegangen. Und tatsächlich lässt sich ein bestimmtes Muster erkennen: Es kristallisieren sich fünf konkrete Situationen heraus, in denen Menschen im Business ihrer Souveränität und Selbstsicherheit verlustig gehen. Diese fünf Situationen stelle ich Ihnen auf den nächsten Seiten vor.

Wie Sie mit diesem Buch arbeiten

Damit jedoch nicht genug. Denn diese fünf Situationen sind gewissermaßen der Eingang einerseits zu diesem Buch, andererseits aber auch zum ersten besseren Verständnis Ihrer selbst. Folgerichtig habe ich der Beschreibung dieser fünf Situationen die möglichen Ursachen für den Verlust von Souveränität und Selbstsicherheit aus psychologischer Sicht zugeordnet – und verweise zu jeder der fünf Situationen darauf, wie Sie diesen Verlust aktiv angehen können und in welchem Kapitel (oder Kapiteln) dieses Buches Sie dazu Ihre Lösungsansätze finden. Damit haben Sie die Möglichkeit, diese Sie belastende Konstellation, in der Sie feststecken, zu reflektieren und zu lösen. Selbstverständlich können Sie aber auch das Buch von vorne bis hinten einfach durchlesen und sich auch mit den anderen Situationen und beengenden Konstellationen beschäftigen.

Los geht’s!

1.1   Situation 1: Sobald Autoritäten im Raum sind, werde ich unsicher

[6]

Mit Autoritäten in einem Raum zu sein, führt bei vielen Menschen zu einer Verunsicherung. Diese Situation ist sogar mit Abstand der häufigste Grund für unsicheres und unsouveränes Auftreten im Job. Teilnehmer meiner Seminare berichten immer wieder davon und von den Symptomen, die sie an sich feststellen wie zum Beispiel innere Aufregung, rot werden, trockener Mund, Wortfindungsstörungen bis hin zum Blackout. Um diese äußerst unangenehmen Reaktion besser zu verstehen, beschreibe ich im folgenden mögliche Ursachen für diese. Wenn Sie also die genannten Symptome gut kennen, es Ihnen ähnlich oder genauso geht, so möchte ich Ihnen die nächsten Abschnitte dringend ans Herz legen.

Mögliche Ursachen für Ihre Unsicherheit und mangelnde Souveränität

Vielleicht haben Sie in frühester Kindheit gelernt, dass Kinder still zu sein haben, wenn Erwachsene reden. Wenn dem so ist, dann hat sich aus diesem Grundsatz ein Glaubenssatz gebildet, der immer dafür sorgen wird, dass Sie auf Zuhörmodus stellen, sobald „Erwachsene“, sprich Autoritäten vor Ihnen stehen.

Machen Sie Schluss damit! Ändern Sie Ihren Glaubenssatz. Wie Sie das machen und was Sie sonst alles über Glaubenssätze und wie sie entstehen, wirken und wie man sie ändern kann, wissen sollten, finden Sie in Kapitel 3.

Ein anderer Grund ist eine sogenannte Übertragung – das tückischste Muster in unserer Psyche. Übertragungen finden tagtäglich in unserem Leben statt. Da sie unbewusst verlaufen sind sie schwer zu erkennen und zu steuern.[7]

Lassen Sie mich zunächst den Punkt vertiefen und beschreiben, was der Begriff Übertragung meint: Jedes Mal wenn ein Mensch in unser Leben tritt, der uns aufgrund seiner Art, seines Aussehens, Redens oder Verhaltens unbewusst an jemand aus unserer Biografie erinnert, so werden alle Gefühle, die wir für diese Person empfinden, ganz von selbst auf die aktuell vor uns stehende Person übertragen.

Ich erkläre eine Übertragung in meinen Seminaren immer mit dem Beispiel meiner Exfrau. Angenommen irgendeine Seminarteilnehmerin hätte starke Ähnlichkeit mit meiner Exfrau, so wäre es sehr, sehr schwer für mich dieser Person neutral zu begegnen, da es so überhaupt gar nichts Positives mehr an der Beziehung und in den Gefühlen zu meiner Exfrau gibt. Es wäre für diese Person entsprechend sehr schwer, positiv auf mich zu wirken.

Oder sollten Sie unter sehr autoritäre Personen in Ihrer Kindheit gelitten haben, so ist es möglich, dass Sie sich gegenüber neuen Autoritäten genauso fühlen und sich dann so verhalten, wie damals in Ihrer Kindheit bzw. Vergangenheit.

Sie erkennen das Muster? Können Sie den Mechanismus der Übertragung für sich nachvollziehen an einer Person, die Ihnen heute, aktuell begegnet und die Sie einschüchtert? Dann gehen Sie bewusst damit um und sagen Sie sich immer wieder, dass die aktuelle Person nicht die Person aus Ihrer Biografie ist! Sagen Sie sich das immer wieder vor, wiederholen Sie es wie ein Mantra, sonst werden Sie die Übertragung nicht stoppen können.[8]

Regressives Verhalten: Sie fühlen sich klein, bedeutungslos, alleingelassen, sobald eine Autorität Sie anspricht oder Ihnen eine Frage stellt? Dann scheint Ihr Selbstwertgefühl in solchen Momenten nahe null zu gehen. Diese Reaktion, dass wir, obwohl wir erwachsen sind, uns so, wie damals als Kind verhalten und zum angepassten, verletzten Kind oder zum trotzigen Kind-Ich werden, wird in der Psychologie mit dem Begriff regressives Verhalten bezeichnet. Eric Berne, ein amerikanischer Psychologe, hatte dieses Verhaltensmuster Anfang der 1970er-Jahre entdeckt und dokumentiert.

Sollte dies Ihr Muster sein, so finden Sie in Kapitel 2 die Lösung zu Ihrem Problem. Sowohl die Frage, was Selbstwertgefühl eigentlich ist, wie auch der Wechsel in regressives Verhalten, werden dort vertieft dargestellt – und ich biete Ihnen konkrete Übungen an, mit denen Sie Ihren Selbstwert verbessern können und es lernen, mit dem Rückfall in ein regressives Verhalten besser umzugehen.

Auch Alphatiere können nicht aus ihrer Haut: Zu guter Letzt kann es einfach nur sein, dass Sie einfach noch nicht wissen, wie Sie mit Autoritäten umgehen können und wie diese Autoritäten als Mensch ticken oder denken. Wenn ich in meinen Seminaren kurz erkläre, wie sie Autoritäten oder Alphatieren begegnen sollen, so sind die meisten Menschen erleichtert, denn anscheinend haben sie noch nie darüber nachgedacht, dass es unterschiedliche Persönlichkeiten gibt und diese nicht aus ihrer Haut können und einfach anders auftreten als man selbst. Deshalb hier die wichtigsten Infos zum Umgang mit Autoritäten.[9]

Die Persönlichkeit von Autoritäten und Alphatieren? Was motiviert diese Menschen?

Selbstbestimmung: In erster Linie möchten Autoritäten und Alphatiere ein hohes Maß an Selbstbestimmung in ihrem Leben. Fremdbestimmung ist für solche Menschen ein rotes Tuch.

Zielerreichung: Autoritäten und Alphatiere nutzen Ihre Macht und ihren maßgeblichen Einfluss, um Resultate feststellen zu können und Ziele zu erreichen. Dabei kommt es allein auf das Ergebnis an. Ist das Ziel erreicht, so können sie dadurch die angestrebte Bestätigung und Anerkennung gewinnen. Sie ist es, die die Autoritäten und Alphatieren mit einem starken Selbstwertgefühl erfüllt. Und sie sorgt zudem in der Regel dafür, dass ihr Einfluss weiter wächst und ihnen darüber hinaus der nächste Titel oder die nächste Gehalterhöhung sicher sind.

Fordernd, antreibend und anspruchsvoll: In Ihrer Persönlichkeit sind Autoritäten und Alphatieren sehr fordernd, antreibend und anspruchsvoll. Fehler können passieren, sollten aber schnellstmöglich beseitigt werden, so dass die Timeline bis zum Erreichen des Endziels nicht gefährdet wird. In der Außenwahrnehmung werden diese Menschen nicht selten als intolerant, verachtend oder aggressiv beschrieben.

Praktische Tipps für den Umgang mit Autoritäten

Kurz, knapp, präzise! Im Umgang mit diesen Persönlichkeiten gilt die Devise: kurz, knapp, präzise! Wenn Sie Autoritäten und Alphatiere treffen, kommen Sie gleich auf den Punkt. Erklären Sie nicht zu viele Details. Nennen Sie das Problem beim Namen. Schlagen Sie Lösungen vor. Denn das Endresultat darf nicht gefährdet werden. Kein Smalltalk, keine Hintergrundinfos. Keine Privatgeschichten. Und vor allem: keine Emotionen. Bleiben Sie sachlich, bleiben Sie beim Thema. Das sind die richtigen Verhaltensmuster im Gesprächen mit Autoritäten und Alphatieren, um nicht negativ wahrgenommen zu werden. (Sollten Sie auch nur versuchen zu beginnen abzuschweifen, so werden Sie meistens von diesen Personen sofort unterbrochen und laufen zudem Gefahr, mit wenigen Worten abgekanzelt zu werden.)[10]

Kein Lob! Erwarten Sie von dieser Persönlichkeit kein Lob. Lob ist im Denken dieser Menschen nicht vorgesehen. Sie als Mitarbeiter bekommen ein Gehalt und damit ist alles an Aufwand, den Sie als Arbeitsnehmer für Ihren Job aufbringen, abgegolten. Alphatiere erwarten auch kein Lob von anderen Menschen. Das einzig wahre Lob liegt für sie im Erreichen des Ziels. Sollten andere Menschen auf die Idee kommen ein Alphatier zu loben, ist dies ein Fehler. Das Alphatier kann mit dem Lob nichts anfangen und fühlt sich mitunter verars ... Lassen Sie es.

Richtig kritisieren! Es stellt sich schließlich die Frage, ob man solche Persönlichkeiten kritisieren darf – und wenn ja, wie. Die Antwort ist: Ja, Sie dürfen Ihre vorgesetzten Autoritäten bzw. Alphatiere kritisieren. Tun Sie dies jedoch stets unter vier Augen. Und tun Sie es immer direkt dann, wenn es etwas zu kritisieren gibt und nicht erst drei Wochen später. Formulieren Sie die Kritik kurz, sachlich und lösungsorientiert. Kritik ist in den Augen von Alphatieren nur angebracht, wenn deren eigenes Verhalten oder deren Entscheidung den Erfolg des Projektes gefährdet. Alles andere zählt nicht und sollte nicht angesprochen werden.[11]

Ich hoffe ich konnte Ihnen mit den Einblicken in die Persönlichkeit eines Alphatieres ein wenig Klarheit verschaffen. Hier nochmal das Wichtigste zusammengefasst.

Leitfaden: Wie Sie mit Autoritäten und Alphatieren richtig umgehen

Gehen Sie direkt auf die Person zu. Sagen Sie sofort, was Sie wollen. Kommen Sie gleich zur Sache.

Präsentieren Sie Informationen nach dem Motto: „Kurz, knapp, präzis“.

Bleiben Sie stets sachlich und verlassen Sie das Thema nicht.

Bereiten Sie sich auf Treffen mit der Person gut vor. Seien Sie entschlossen und lösungsorientiert.

Haben Sie in einer Argumentation immer den Nutzen für das Vorhaben bzw. Projekt im Blick, nur so sind Sie glaubwürdig.

Antworten Sie stets direkt.

Betonen Sie die Resultate und den Gewinn unter dem Strich.

Bleiben Sie realistisch und albern Sie nicht rum.

Bieten Sie bei Problemen mindestens zwei Lösungsvorschläge an, aus denen die Autorität wählen kann.

Schreiben Sie kurze E-Mails: Kernaussage zuerst, Schlagwörter als Auflistung, Details nur als Anhang, wenn sie überhaupt nachgefragt werden.

Halten Sie sich an die getroffenen Vereinbarungen.

Greifen Sie niemals in großen Runden an. Kritisieren Sie nur unter vier Augen.[12]

Lassen Sie ihn/sie entscheiden, wie viele Informationen er/sie will.

Vermeiden Sie Smalltalk – insbesondere den über private Dinge.

1.2   Situation 2: Vor Leuten reden, macht mich nervös

Der zweithäufigste Grund warum Menschen in meinen Trainings sitzen, ist eine Art „Präsentationsangst“. Diese Form der Angst hat verschiedene Nuancen, die es hierbei zu berücksichtigen gilt.

Nuancen der Angst und deren mögliche Ursachen

Selbstzweifel und Versagensangst nagen am Selbstwertgefühl? Sie haben grundsätzlich Probleme zu präsentieren, sei es vor bekannten oder fremden Menschen, vor kleinen oder großen Gruppen? Sie fragen sich immer wieder, was wohl andere von Ihnen denken? Sie trauen sich nicht, frei vor anderen zu reden? Dann scheint es an Ihrem Selbstwertgefühl zu liegen. Ihre Selbstzweifel sind zu hoch. Daher trauen Sie sich selbst nicht viel zu. Im Mittelpunkt zu stehen erhöht Ihre Versagensangst.

In Kapitel 2 zum Thema Selbstwertgefühl finden Sie ausführliche Informationen und Übungen, wie Sie Ihren Selbstwert verbessern.

Sie sind introvertiert und vergleichen sich immer wieder mit anderen Kollegen, die extravertiert sind und anscheinend als Naturtalent in Sachen „Präsentation“ unterwegs sind? Lassen Sie es sein und hören Sie auf sich mit anderen zu vergleichen.

Auch als introvertierte Persönlichkeit können Sie erfolgreich präsentieren. Sie benötigen lediglich mehr Vorbereitung als extravertierte Persönlichkeiten. Das ist grundsätzlich so. Extravertierte Menschen können besser improvisieren und gehen von sich aus mehr aus sich raus. Das ist aber nicht notwendig. Bereiten Sie sich fachlich gut auf Ihre Präsentation vor und beachten Sie beim Präsentieren die folgenden fünf Wirkungsinstrumente für Präsentationen.[13]

Die fünf wichtigsten Wirkungsinstrumente der Präsentation

Stehen Sie mit beiden Füßen hüftbreit auf dem Boden und lassen die Beine dabei gestreckt. Bitte nicht mir einem der beiden Beine einknicken oder hin und her wippen.

Halten Sie Ihren Oberkörper aufrecht. Beugen Sie die Unterarme an, so dass sich Ihre Hände etwa auf Bauchnabelhöhe befinden. Hier können Sie Ihre Hände dann verschließen und sich erden. Mittels Ihrer gebeugten Arme unterstützten Ihre aufrechte Körperhaltung.

Nutzen Sie Ihre Hände beim Präsentieren. Lassen Sie die Hände stets vor dem Körper und sichtbar. Wenn Sie Ihre Hände benutzen, dann sollte der Aktionsradius Ihrer Hände von der Gürtellinie bis zum Brustkorb reichen. Wenn Sie etwas in Ihren Händen halten müssen, um sich zu beruhigen, dann tun Sie das. Ein Stift oder eine Moderationskarte leisten hier gute Dienste. Spielen Sie damit jedoch nicht damit rum.

Sprechen Sie stets nach vorne und schauen Sie Ihre Zuhörer an. Bis zu einer Gruppegröße von zwanzig Personen gilt die Faustregel: Alle regelmäßig anschauen. Das heißt Augenkontakt halten.

Sollten Sie vor mehr als zwanzig Personen präsentieren, dann suchen Sie sich vier Bereiche im Publikum in die Sie regelmäßig blicken.

Bewegen Sie sich. Gehen Sie ein paar Schritte nach rechts und links, vor und zurück. Nichts ist langweiliger für den Zuhörer als ein zur Salzsäule Erstarrter, der sich nicht einen Millimeter bewegt.[14]

Spiel Dich nicht immer so in den Vordergrund! Sie haben beim Präsentieren vor fremden Personen oder großen Gruppen Angst. In einer gewohnten Umgebung, bei Meetings in ihrem Team können Sie jedoch gut präsentieren?

Der häufigste Grund für diese Nuance der Angst bei der Präsentation ist ein Glaubenssatz, der in Ihrer Kindheit entstanden ist. Vielleicht wurde in Ihrer Familie immer wieder dafür gesorgt, dass Sie sich als Kind nicht immer in den Vordergrund spielen, dass Sie sich immer schön der Gruppe anschließen?

Dann blockiert dieser Glaubenssatz den Zugang zu Ihren Ressourcen und sorgt dafür, dass Sie sich unwohl fühlen. Schluss damit! Ändern Sie Ihren Glaubenssatz. Wie Sie das machen und was Sie sonst alles über Glaubenssätze und wie sie entstehen, wirken und wie man sie ändern kann, wissen sollten, finden Sie in Kapitel 3.

1.3   Situation 3: Wenn ich es nicht zu 100 % weiß

So haben wir es gelernt, genau so muss es sein: Wenn wir etwas nicht 100-%ig sicher wissen, dann sollten wir besser nichts sagen. Sonst könnte es am Ende falsch sein und deswegen die falschen Entscheidungen getroffen worden sein.

Nun gibt es aber Menschen, die haben dieses Konzept nicht so richtig verinnerlicht. Die behaupten ganz selbstsicher irgendwelche Halb- oder Unwahrheiten. Das Schlimme daran ist, die kommen damit durch. Keiner widerspricht, keiner klärt die Sachlage auf oder korrigiert sie. Keine Sorge, ich möchte Sie jetzt nicht animieren zu lügen. Ich möchte Ihnen lediglich erklären, dass das in weiten Bereichen üblich ist. Der diplomatische Begriff für diese Form von Lügen ist „strategische Falschaussagen treffen“. Solche strategischen Falschaussagen werden getroffen, nur um sich selbst oder das Projekt in ein besseres Licht zu setzen. In einem Zeitalter von „quick and dirty“ lassen sich solche Dinge nicht vermeiden und wenn wir ganz ehrlich sind, haben sich die meisten von uns schon selber Mal solcher kleinen Notlügen bedient.[15]

Mögliche Ursachen für die Zögerlichkeit, seinen Senf beizutragen

Es gibt keine wirkliche Gerechtigkeit. Wenn Sie eine behütete Kindheit hatten und in Ihrer Erziehung sehr hohe Werte vermittelt und gelebt wurden: Glückwunsch. Das soll Ihnen auch keiner nehmen. Aber machen Sie Ihren Frieden damit, dass es Menschen gibt, die nicht mit Ihren Werten ausgestattet sind – und die damit durchkommen, Halbgares in den Raum zustellen, ohne dass sie dafür später zur Verantwortung gezogen oder sanktioniert werden. Ja, das ist ungerecht. Ja! Das ist es wirklich. Aber wir wissen alle, dass es keine wirkliche Gerechtigkeit gibt. Damit müssen wir leben. Meine Empfehlung an Sie ist: Stehen Sie zu Ihren Werten und erklären Sie den Menschen, dass Sie sich nicht zu Dingen äußern werden in denen Sie nicht zu 100 % kompetent sind. Das ist immer noch besser als nichts zu sagen und stumm wie ein Fisch vor sich hin zu dümpeln.[16]

1.4   Situation 4: Ich kann nicht Nein sagen

Menschen die nicht Nein sagen können, habe ich oft in meinen Seminaren. Und es ist egal, ob es ein Mitarbeiter oder ein Vorgesetzter ist. Diese Menschen übernehmen jeden Auftrag. Sie erfüllen jede Bitte um Hilfe und sie grenzen sich nicht ab. Doch häufig ärgern sie sich über sich selbst. Sie tun das aber erst hinterher und verderben sich damit aber sicher die Laune.

Mögliche Ursachen für Unfähigkeit Nein zu sagen

Helfertypen: Rational gesehen kann jeder von uns Nein sagen. Emotional ist das aber leider eine ganz andere Sache. Wenn Sie die zuvor beschriebene Situation gut kennen, gehören Sie zu den sogenannten Helfertypen. Helfertypen wollen gebraucht werden. Sie ziehen ganz viel Selbstwertgefühl und Bedeutung aus der Tatsache, dass andere Sie brauchen und um Hilfe bitten.

Die Lösung ist recht einfach. Sagen Sie in Zukunft nicht grundsätzlich Ja aber auch nicht grundsätzlich Nein. Finden Sie Ihre persönliche Quote im Verhältnis von Ja : Nein. Vielleicht 2 : 1? Zwei Mal Ja sagen und dann ein Mal Nein. Oder 3 : 1. So laufen Sie nicht Gefahr, die Leute zu verprellen oder für alle der Depp zu sein, der immer alles macht und zu allem Ja und Amen sagt. Das beste Argument für ein Nein ist immer, auf die Überfrachtung an Arbeit zu verweisen, in der Sie gerade stecken. Und dann teilen Sie zudem mit, dass Sie gerne helfen würden, jedoch viel zu viel auf dem Tisch haben. Ein anderes Mal gerne, nur heute nicht. Dieses Argument zieht immer und keiner ist Ihnen böse.[17]

Kultur verankert: Vielleicht ist es in Ihrer Kultur verankert und ein Nein gilt als Ablehnung der Person, die gerade etwas von Ihnen will. Z. B. in der türkischen Kultur ist das der Fall. Dann wird es richtig schwer für Sie. Denn hier entsteht ein innerer Wertekonflikt in Ihnen, der Sie immer wieder vor die Wahl stellt, sich selbst zu überlasten oder dem anderen zu signalisieren, dass Sie ihn ablehnen.

Machen Sie sich klar: Zunächst einmal ist ein Nein keine Ablehnung der Person, sondern lediglich eine Ablehnung des Anliegens der Person, die etwas von Ihnen will. Erklären Sie Ihrem Kollegen Ihre Situation und verweisen Sie auf Teamarbeit und das Sie nicht alle Anliegen bearbeiten können. Benutzen Sie ein Codewort mit Ihren Kollegen, das Sie anstelle von Nein benutzen, sodass die Kollegen wissen, dass es heute nicht geht. Zum Beispiel „Pusteblume“. Immer wenn Sie das sagen, ist allen klar, dass Ihre Arbeitslast zu groß ist.

1.5   Situation 5: In Meetings gehe ich unter und sage nichts

Bekamen Sie schon öfter das Feedback, dass Sie in Meetings zu still sind und dass man mehr Aktivität von Ihnen fordert? Sie nehmen sich es dann auch immer wieder vor. Nur klappt es nicht, wieder ist ein Meeting vorbei und Sie haben wieder nicht einmal das Wort ergriffen. Die anderen haben die ganze Zeit geredet und Sie haben den Zeitpunkt verpasst zu intervenieren. Danach ärgern Sie sich. Und dann fangen Sie an, sich schon vorher zu ärgern und verkrampfen sich in jedem Meeting und sagen gar nichts mehr.[18]

Mögliche Ursachen für Ihre die ungewollte Schweigsamkeit

Unwichtig: