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Was bleibt von Religion, wenn wir beginnen, ihre heiligen Texte nicht nur zu glauben, sondern kritisch zu lesen? Selbst Visionen können träumen führt den Leser in die radikale Gedankenwelt des Philosophen Baruch Spinoza – eines Mannes, der bereits im 17. Jahrhundert Fragen stellte, die bis heute nichts von ihrer Sprengkraft verloren haben. Woher stammt unsere Vorstellung von Gott? Sind religiöse Überlieferungen göttliche Offenbarung oder das Werk von Menschen? Wie entstanden Bibel, Prophetenberichte und Wundererzählungen? Welche historischen und politischen Interessen prägten religiöse Texte? Und was geschieht mit unserem Verständnis von Leben und Tod, wenn Gott und Natur, wie bei Spinoza, nicht voneinander getrennt werden? Das Buch untersucht aus philosophischer und religionskritischer Perspektive zentrale Themen der Bibelkritik und Religionsgeschichte: Mose und den Exodus, Adam und Eva, Propheten und Wunder, Jesus und die Entstehung des Christentums, die Angst vor dem Tod, den freien Willen sowie die jahrhundertealte Verbindung zwischen Religion, Autorität und gesellschaftlicher Macht. Dabei geht es nicht darum, dem Leser einen neuen Glauben vorzuschreiben. Es geht um etwas Grundsätzlicheres: selbst zu denken. Spinozas Philosophie stellt die Frage, ob Freiheit nicht darin besteht, blind wählen zu können, sondern die Ursachen unseres Handelns, unserer Ängste und unserer Überzeugungen zu verstehen. Seine Vorstellung von Deus sive Natura – Gott oder Natur eröffnet einen Blick auf Spiritualität ohne Dogma und auf eine Ethik, die sich auf Vernunft, Erkenntnis und menschliche Verantwortung stützt.
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Liczba stron: 839
Rok wydania: 2026
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