Schnelleinstieg Controlling - inkl. Arbeitshilfen online - Ursula Binder - ebook

Schnelleinstieg Controlling - inkl. Arbeitshilfen online ebook

Ursula Binder

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99,99 zł

Opis

Controlling ist grundlegend für den Erfolg eines Unternehmens. Dieses Buch zeigt Ihnen, wie Sie ohne Vorkenntnisse die wichtigsten Controlling-Instrumente erfolgreich einsetzen und Ihr Controlling sinnvoll aufbauen und erweitern. Auch scheinbar komplexe Zusammenhänge werden anschaulich erklärt. Inhalte: - Kostenstellen - Richtig kalkulieren - Der Profit-Center-Erfolg - Die Deckungsbeitragsrechnung - Planung und Budgetierung - Liquidität - Investitionen und Wirtschaftlichkeitsberechnungen - Berichtswesen und Kennzahlen - Prozesskostenrechnung - Das Controlling organisieren - Nachhaltige Unternehmensführung Arbeitshilfen online: - Planungs- und Kalkulationstabellen - Checklisten

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EPUB

Liczba stron: 250




Inhaltsverzeichnis

Hinweis zum UrheberrechtImpressumVorwortLeserstimmen zur 1. und 2. Auflage1   Einleitung1.1   Controlling ist lernbar1.2   Unternehmen steuern1.3   So nutzen Sie dieses Buch2   Der Unternehmenserfolg2.1   Das Herzstück des Controllings: die kurzfristige Erfolgsrechnung2.2   Worin unterscheiden sich GuV und interne Erfolgsrechnung?2.2.1   Grundkosten2.2.2   Anderskosten2.2.3   Neutrale Aufwendungen2.2.4   Zusatzkosten2.3   Bestandsveränderungen – Gesamtkostenverfahren3   Der Produkterfolg3.1   Wozu brauchen Sie eine Produkterfolgsrechnung?3.2   So verteilen Sie Ihre Kosten auf die Produkte3.3   Wie ermitteln Sie als Dienstleister den Erfolg Ihrer Dienstleistungen?3.4   Wie ermitteln Sie als Auftragsfertiger den Erfolg Ihrer Aufträge?3.5   Zusammenführen der Produkterfolgsrechnungen – Umsatzkostenverfahren4   Kostenstellen4.1   Wozu Sie eine Kostenstellenrechnung benötigen4.2   Wie erfassen Sie die Kostenstellenkosten?4.3   Voraussetzungen für eine wirksame Wirtschaftlichkeitskontrolle4.3.1   Cost Center4.3.2   Profit Center4.3.3   Service Center5   Verrechnungspreise5.1   Leistungsverrechnung zwischen Kostenstellen5.2   Leistungsverrechnung zwischen verbundenen Unternehmen5.2.1   Preisvergleichsmethode5.2.2   Wiederverkaufspreismethode5.2.3   Kostenaufschlagsmethode5.2.4   Gewinnaufteilungsmethode5.2.5   Nettomargenmethode6   Der Profit-Center-Erfolg6.1   Wie ermitteln Sie einen Profit-Center-Erfolg?6.2   Was gilt für Serien- oder Massenfertiger?6.3   Was gilt für Dienstleister oder Auftragsfertiger?6.4   So ermitteln Sie den Gesamtunternehmenserfolg6.5   Wie interpretieren Sie den Profit-Center-Erfolg?7   Die Deckungsbeitragsrechnung7.1   Deckungsbeitrag – Was ist das?7.2   Break-Even-Analyse – Wie viel Umsatz brauchen Sie, um Gewinn zu machen?7.3   So hoch sollen Ihre Verkaufspreise mindestens sein!7.4   Hilfe bei Outsourcing-Entscheidungen (Make-or-Buy)7.5   Von der einstufigen zur mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung7.6   Stellen Sie Ihr Produkt-/Dienstleistungssortiment richtig zusammen7.6.1   Finden Sie die Verlustbringer!7.6.2   Planen Sie richtig bei Kapazitätsengpässen!7.6.3   Setzen Sie Ihr Werbebudget für die richtigen Produkte ein?8   Planung/Budgetierung8.1   Warum Sie Ihr Geschäft planen sollten8.1.1   Existenzgründer8.1.2   Existierende Unternehmen8.2   So planen Sie Ihren Absatz und Umsatz8.3   Die Kostenplanung8.4   So verteilen Sie Ihre Jahresplanung auf Monate oder Quartale8.5   Planabweichungen feststellen und das Ergebnis interpretieren8.5.1   Der Plan-Ist-Vergleich8.5.2   Der Soll-Ist-Vergleich8.5.3   Der Zeitvergleich (Vorjahresvergleich) und der Betriebsvergleich (Benchmarking)8.6   Wie wird das laufende Jahr am Ende aussehen?8.7   Rolling Forecast8.8   Abweichungsanalysen für Cost/Service/ Profit Center, Produkte/Dienstleistungen8.9   Die Mehrjahresplanung8.10   Der Planungskalender8.11   Alternative Konzepte der Planung: Beyond Budgeting9   Liquidität9.1   Warum Sie eine Liquiditätsplanung brauchen9.2   Machen Sie es wie die Großen9.3   Beispielrechnung zur Liquiditätsplanung10   Investitionen und Wirtschaftlichkeitsberechnungen10.1   Welche Methode Sie anwenden können10.2   Die Kapitalwertmethode11   Berichtswesen und Kennzahlen11.1   So bauen Sie ein Berichtswesen auf11.2   Kennzahlen und Kennzahlensysteme12   Das Controlling organisieren12.1   Was wird vom Controller erwartet?12.2   Das Controlling in die Unternehmensorganisation einbinden13   Nachhaltige Unternehmensführung13.1   Wann hat das mit der Nachhaltigkeit angefangen?13.2   Was man alles unter dem Begriff Nachhaltigkeit versteht13.3   Wie richte ich mein Unternehmen auf Nachhaltigkeit aus?SchlusswortLiteraturverzeichnisStichwortverzeichnisArbeitshilfen online
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Hinweis zum Urheberrecht

Haufe-Lexware GmbH & Co. KG, Freiburg

Impressum

Bibliographische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.

Print: ISBN: 978-3-648-10330-2 Bestell-Nr. 01405-0006EPUB: ISBN: 978-3-648-10332-6 Bestell-Nr. 01405-0101EPDF: ISBN: 978-3-648-10333-3 Bestell-Nr. 01405-0151Professor Dr. Ursula BinderSchnelleinstieg Controlling6. Auflage 2017© 2017, Haufe-Lexware GmbH & Co. KG, Freiburg

[email protected]: Dipl.-Kfm. Kathrin Menzel-SalpietroLektorat: Hans-Jörg Knabel, WillstättSatz: kühn & weyh Software GmbH, Satz und Medien, FreiburgUmschlag: RED GmbH, KraillingDruck: Schätzl Druck & Medien GmbH & Co. KG, DonauwörthAlle Angaben/Daten nach bestem Wissen, jedoch ohne Gewähr für Vollständigkeit und Richtigkeit. Alle Rechte, auch die des auszugsweisen Nachdrucks, der fotomechanischen Wiedergabe (einschließlich Mikrokopie) sowie der Auswertung durch Datenbanken oder ähnliche Einrichtungen, vorbehalten.

Vorwort

Zwei Jahre lang ruhte ein kolossaler Marmorblock im Innenhof der Kirche von Santa Maria del Fiore in Florenz. Simone, ein erfahrener Bildhauer und Zeitgenosse Michelangelos, hatte begonnen, ihn zu behauen, und dann entnervt aufgegeben. Nicht, weil das Material zu hart oder die Proportionen ungünstig waren. Der einzige Grund bestand darin, dass er die Vorstellung des im Stein „schlafenden” Davids verloren hatte.[2]

Michelangelo, gerade 30 Jahre alt, unbefangen und ehrgeizig, sah den Stein und fertigte aus Wachs ein Modell eines Davids an, das die Maße des Steins und seine schon behauene Form berücksichtigte. Mit Holzbrettern baute er einen Verschlag gegen allzu neugierige Blicke und arbeitete drei Jahre lang besessen an der Verwirklichung. 1504 stand auf der Piazza della Signoria die vollendete Skulptur, weiß, mächtig und vollkommen, heute immerhin Anziehungspunkt für mehr als zwei Millionen Besucher jährlich.

Der Unterschied in der Herangehensweise beider Bildhauer war nur gering, aber entscheidend: Michelangelo hatte eine exakte Vorstellung!

Ich bin entschieden dagegen, ausschließlich Künstlern Kreativität zuzusprechen, es würde die Übrigen unerlaubt entlasten. Das Beispiel Michelangelos könnte aber, sorgfältig analysiert, Bedingungen klären, die für die verallgemeinerte Situation eines Prozesses von der Vision zur Wirklichkeit notwendig sind.

Michelangelo könnte eines Tages blinzelnd vor dem Marmorblock im Innenhof der Kirche in der Sonne gestanden haben, als ihm die Idee kam. Diesen Augenblick, den die Künstler gerne im Nebel des Musenkusses belassen, um profanere Erklärungen zu vermeiden, lohnt es sich, mit Muße anzuschauen. Dieser Augenblick hat den Reichtum der Langeweile und die Geschwindigkeit des Schlenderns.

Michelangelo ließ zu, dass ihn seine Gedanken ein Stück weit trugen, danach war er Sklave seiner Idee, Erfüllungsgehilfe seiner Fantasie. Dafür stellte er ein Messgerät her: das Modell, und fand einen Weg, Vision und Marmorblock anzugleichen.[3]

Diesen Weg beschreibt das Buch von Ursula Binder, vom Plan zur Wirklichkeit, von der verwegenen Idee zum gelungenen Unternehmen. Dabei gelingt es ihr, die Muse zu überzeugen, nicht nach dem ersten Kuss zu verschwinden, sondern den Prozess der Verwirklichung als Ganzes wohlwollend zu begleiten.

Ich wünschte mir, ich hätte das Buch schon viel früher gelesen.

Köln, im Februar 2003 Sebastian Probst, Bildhauer

Leserstimmen zur 1. und 2. Auflage

„Mithilfe dieses Buches konnten wir das bestehende Controlling so weiterentwickeln, dass wir jetzt ein komplettes Planungs-, Abrechnungs- und Analysesystem haben, das uns aufschlussreiche Informationen über den Erfolg und die Liquidität unseres Geschäfts liefert.“

Ghyslain Tröscher, Controlling Miro Entertainment GmbH (Künstler-/Veranstaltungsagentur), Köln

„Gerade erst selbstständig und alle Risiken im Griff? Das geht nicht! Dieses Buch hat mir aber sehr geholfen, die Probleme zu bewältigen. Vielen Dank, Frau Dr. Binder!“

Michaela Steinmann, Inhaberin Atempause – Frauen Fitness, Köln

„Unsere Nachwuchskräfte, die in einem 4-moduligen Managementprogramm ihr unternehmerisches Know-how aufbauen, erhalten das Buch von Frau Dr. Binder als wichtige Basislektüre zum tieferen Verständnis relevanter Controllingaspekte.“

Dipl.-Päd. Bernd Dieschburg, Personalmanagement Heraeus Holding GmbH, Hanau

„Schon während der Einführung der Controllinginstrumente nach dem Buch von Frau Binder konnten erste Vorschläge erfolgreich umgesetzt werden.“[4]

Dipl.-Kffr. Gabi Ansorge, Vorstandsvorsitzende der Stiftung PHÄNOMENTA, Lüdenscheid

„Welch rascher Einblick und welch gelungene Vermittlung der wichtigsten Instrumente des operativen Controllings! Nichts für Theoretiker, aber für alle, die (endlich) den Durchblick im Controlling haben wollen – also auch für viele Studenten der BWL. Besonders empfehlen möchte ich das Buch von Frau Binder den Machern in kleinen und mittleren Unternehmen, die auf Basel II schimpfen und für das Rating Controlling-Instrumente einführen „müssen” (und noch gar nicht wissen, welche positiven Auswirkungen dies für ihr Unternehmen haben wird).“

Prof. Bienert, Ennepetal

„Das Buch „Schnelleinstieg Controlling” von Frau Prof. Dr. Ursula Binder bietet für Neulinge auf dem Gebiet des Controllings einen idealen Einstieg …“

Dipl.-Kfm. Christof Müller, Bielefeld

„Das Buch ist der perfekte Einstieg für alle Controlling-Anfänger, die sich mit der Materie ganzheitlich und schnell vertraut machen wollen. Aber auch der erfahrene Controller wird an vielen Stellen des Buches merken, dass Frau Dr. Binder (bisher scheinbar) schwierige und komplexe Zusammenhänge auf sehr anschauliche und ansprechende Weise „rüberbringt”. Das Buch gleitet zu keinem Zeitpunkt – trotz seines „Übersichts- und Einstiegscharakters” – in die Oberflächlichkeit ab. Ebenfalls erwähnenswert sind sowohl die sehr gut verständlichen Praxis-Beispiele im Buch als auch die auf der CD-ROM zur Verfügung gestellten Hilfsmittel für den Controller-Alltag. Sehr gut!“[5]

Dipl.-Ing. Dipl.-Wirtsch.-Ing. Ralf Ensmann, Köln

1   Einleitung

Dieses Buch soll den oft sperrigen Zugang zum Thema Controlling für Sie erleichtern. Es ist ein praxisbezogenes Buch, das auf den vielfältigen Erfahrungen der Verfasserin als Controllerin, kaufmännische Leiterin und Beraterin beruht. Sturmerprobte Beispiele aus ihrer Lebenswelt vereinfachen den Zugang zu diesem facettenreichen Thema. Theoretische Modelle stehen eher im Hintergrund.

1.1   Controlling ist lernbar

Controlling ist keine hohe Kunst, es ist lernbar. Es bedeutet hauptsächlich, Daten für die Steuerung des Unternehmens zu erfassen und aufzubereiten. Schon ein Haushaltsbuch im privaten Bereich ist eine einfache Form des Controllings. Controlling sorgt für Transparenz und Transparenz macht Spaß. „Man weiß, wie man dran ist.”

Entgegen der gängigen Einschätzung hat Controlling sehr viel mit „gesundem Menschenverstand” und Logik zu tun und nichts mit hoher Mathematik. Sie benötigen nicht viel mehr dazu als die Grundrechenarten. Dabei verfolgt das Buch durchaus einen ehrgeizigen Anspruch und wendet sich an jeden, der:

endlich verstehen möchte, was es mit Controlling auf sich hat,

eine Anleitung zum Aufbau eines kompletten Controllings in einem Unternehmen benötigt,

bestehende Controlling-Instrumente erweitern, überprüfen und verfeinern möchte.

Insofern sind besonders auch Führungskräfte und Controller in der Wirtschaft angesprochen. Kleine und mittelständische Unternehmen vernachlässigen es gerne, geeignete Controlling-Instrumente zu entwickeln, weil sie angeblich zu zeitaufwendig sind. Sie können sehr von diesem Buch profitieren. Existenzgründern wird der „Schnelleinstieg Controlling” von großem Nutzen sein. Auch für Studenten, die sich praktisches Basiswissen aneignen wollen, ist das Buch als Einstieg äußerst hilfreich. Wenn Sie Inhaber oder Geschäftsführer eines kleinen Unternehmens (bis zu 50 Mitarbeiter und 10 Mio. Euro Umsatz pro Jahr) sind, kann ich Ihnen zusätzlich mein neues Buch: „Die 5 wichtigsten Steuerungsinstrumente für kleine Unternehmen” empfehlen1[6]. Außerdem lade ich Sie herzlich ein, sich bei mir zu melden, wenn Sie Interesse an einer (für Sie kostenlosen) Aufgabenlösung aus dem Bereich Controlling im Rahmen einer von mir betreuten Bachelor- oder Masterarbeit an der TH Köln haben ([email protected]). Der Aufbau des Buchs ermöglicht es, ohne allzu große Verständniseinbußen über jedes Kapitel einzusteigen. Sie brauchen es nicht von Anfang bis Ende zu lesen. Suchen Sie sich das Kapitel aus, das Sie am meisten interessiert. Im Internet stehen auf den Arbeitshilfen online alle notwendigen Tabellen im Excel-Format zum Abruf bereit.

Da heute Service überall großgeschrieben wird, ist der in der einschlägigen Literatur oft vernachlässigte Dienstleistungsbereich besonders berücksichtigt worden. Selbstverständlich werden aber alle Branchen und Betriebsgrößen einbezogen.[7]

Controlling ist in aller Munde. Bestimmt kann es Spaß machen, sich die Inhalte zu erarbeiten. Dazu sollen auch die zur Auflockerung eingefügten Karikaturen beitragen. Die Verfasserin wünscht den Leserinnen und Lesern einen guten Zugang zu diesem vielseitigen Wissensgebiet und viel Erfolg bei der Umsetzung!

1.2   Unternehmen steuern

Controlling hat in den letzten Jahren eine immer größere Bedeutung erlangt. Viele, auch kleinere Unternehmen haben erkannt, dass die meisten Controlling-Aufgaben für ein Unternehmen, das dem ständigen Wettbewerb ausgesetzt ist, unverzichtbar sind. Auch Basel I-II-III und die Ratings der Banken fordern ihren Tribut. Die Zahl der Stellenanzeigen für Controller ist dementsprechend hoch.

Dennoch gibt es häufig Missverständnisse über die Inhalte des Controllings, nicht zuletzt, weil es keine gesetzlichen oder anderweitig festgesetzten Regeln für das Controlling gibt. Es haben sich zwar Methoden und Einstellungen etabliert, aber letztlich ist jedes Unternehmen in der Ausgestaltung seines Controllings frei. Es handelt sich eben um ein internes betriebswirtschaftliches Instrumentarium, das nicht wie das externe Rechnungswesen (Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung) klar und eindeutig gesetzlich geregelt ist.

Aufgrund seiner Bezeichnung wird Controlling im deutschsprachigen Raum häufig als Kontrolle missverstanden. Das Missverständnis wird noch durch Controller verstärkt, die ihre Tätigkeit stark auf diesen einen Aspekt des Controllings fokussieren. Die anderen Aufgaben: Planung (Zielfindung), Information (Transparenzschaffung), Koordination, Innovation, Systementwicklung und -pflege geraten schnell in den Hintergrund. Dass „to control” ins Deutsche übersetzt nicht „kontrollieren”, sondern eher „steuern” heißt, wird häufig übersehen. Dabei trifft die Bedeutung „steuern” genau den Kern des Controllings: Controlling ist ein Navigationsinstrument, der Controller der Navigator des Unternehmens.[8]

Obwohl der Begriff des Controllings ursprünglich aus dem angloamerikanischen Raum übernommen wurde, ist er dort heute nicht mehr üblich. Vielmehr wird dort von „Management Accounting” gesprochen, das als ergänzender Gegenpol zum „Financial Accounting” gesehen wird. Auch bei uns werden diese beiden Gegenpole noch klar unterschieden als internes Rechnungswesen (Kostenrechnung und Controlling) und externes Rechnungswesen (Finanzbuchhaltung). Durch die wachsende Ausrichtung an internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) rücken sie aber in letzter Zeit näher zusammen – um genau zu sein, kommt das externe dem internen Rechnungswesen näher.

Die Ursprünge des heutigen Controllings in Unternehmen sind gerade einmal 100 Jahre alt, auch wenn der Begriff des „Comptrollers” im angelsächsischen Raum schon seit dem 16. Jahrhundert bekannt ist und manche Autoren davon sprechen, dass die Ägypter, die den Materialeinsatz beim Bau der Pyramiden überwacht haben, die ersten Controller gewesen seien.

Das operative Controlling, um das es in diesem Buch geht, greift auf Daten des externen Rechnungswesens und aller Abteilungen des Unternehmens zurück und verarbeitet sie zu einem umfassenden Steuerungsinstrumentarium. Es stellt damit eine innerbetriebliche „Servicestation” dar, die Informationen als Entscheidungsgrundlage für die Geschäftsführung und andere Mitarbeiter des Unternehmens beschafft und aufbereitet, Empfehlungen formuliert und zwischen Abteilungen und Hierarchieebenen koordiniert und moderiert. Der Controller muss alle diese Aufgaben kompetent erfüllen können. Aus diesem Grund sind die Anforderungen an ihn sehr hoch.[9]

1.3   So nutzen Sie dieses Buch

Am Anfang jedes Kapitels steht ein Alltagsbeispiel, damit Sie schnell und leichtfüßig in das Thema einsteigen. Nach der Zusammenfassung am Ende des Abschnitts folgt eine Checkliste, in der die wichtigsten Teilschritte, die zu durchlaufen sind, um die jeweilige Controlling-Methode in die Praxis umzusetzen, noch einmal kurz und prägnant aufgelistet sind. Die Vermerke „Checkpoint” helfen Ihnen, die zu den einzelnen Checklistenpunkten gehörenden Erläuterungen innerhalb der jeweiligen Kapitel schnell zu finden. Die Nummern dieser Zwischenüberschriften korrespondieren mit den Nummern der Checklistenpunkte.

Im Internet stehen für Sie – auf den Arbeitshilfen online – die im Text aufgeführten Tabellen im Excel-Format zur Verfügung. Sie finden die gesuchte Tabelle in der Excel-Datei des jeweiligen Kapitels unter dem Namen, der in der Marginalie vermerkt ist.

Die Zahlenwerte in den Excel-Dateien weichen teilweise geringfügig von den Zahlen in den Texttabellen ab. Das ist beabsichtigt: Die Zahlen in den Texttabellen sind mit dem Taschenrechner nachrechenbar. Daher sind einige Werte gerundet worden. In den Excel-Tabellen wurden keine Rundungen vorgenommen, da die Tabellenfelder mit Rechenformeln ausgefüllt sind. Damit können Sie jederzeit den Rechenweg nachvollziehen, falls Ihnen die Erläuterung im Text einmal nicht genügen sollte. Außerdem können Sie so jede Excel-Tabelle sofort nach wenigen Anpassungen individuell für Ihre Zwecke benutzen. Auf den Arbeitshilfen online[10] – „Berichtswesen” sind alle Tabellen, die Sie für Ihr eigenes Controlling nutzen können, noch einmal gesammelt abrufbar.

In dem Buch wird häufig von Mitarbeitern, Controllern usw. gesprochen. Dabei wurde meistens darauf verzichtet, die weibliche Person zusätzlich zu erwähnen. Mir ist bewusst, dass ich damit riskiere, potenzielle Leserinnen dieses Buchs abzuschrecken oder zu verärgern. Da ich selbst beim Lesen aber immer über Doppelendungen oder die „Groß-I-Darstellung” (LeserInnen) stolpere, bin ich dieses Risiko zugunsten der flüssigen Leseweise eingegangen. Ich hoffe, die Leserinnen werden mir das nachsehen.

Aus dem gleichen Grund habe ich auf Literaturhinweise im laufenden Text verzichtet. Am Ende des Buchs finden Sie ein kurzes Literaturverzeichnis, in dem Werke aufgeführt sind, mit denen Sie die Inhalte des Buchs vertiefen können. Das Buch ist – soweit irgend möglich – bewusst „unwissenschaftlich” gehalten. Das heißt, es wurde hier und da auch die wissenschaftliche Vollständigkeit der pragmatischen Anwendung und der Verständlichkeit geopfert. Wer tiefergehende Kenntnisse erlangen will, sollte sich zusätzlich mit weiterführender Literatur versorgen.[11]

1Ursula Binder: Die 5 wichtigsten Steuerungsinstrumente für kleine Unternehmen, Freiburg 2017.