Prüfungstraining Kosten- und Leistungsrechnung - Alexander Burger - ebook

Prüfungstraining Kosten- und Leistungsrechnung ebook

Alexander Burger

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Opis

Kostenartenrechnung, Kostenstellenrechnung, Kostenträgerrechnung, Plankostenrechnung und mehr: Am Ende des Studiums ist der hochkomplexe Stoff geschafft, nur noch die Klausur steht bevor. Mit diesem Trainingsbuch können angehende Prüflinge alle relevanten Themen noch einmal vertiefen und festigen, sich optimal und ohne Nervenflattern vorbereiten. Mit kommentierten Aufgaben und ausführlichen Lösungswegen, dazu Musterklausuren - besser kann der Ernstfall nicht trainiert werden.

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Liczba stron: 180




Inhaltsverzeichnis

Hinweis zum UrheberrechtImpressumVorwort1 Einleitung2 Kostenartenrechnung2.1 Grundbegriffe2.2 Rechnungskreise2.3 Kostenarten2.4 Betrieblich und neutral2.5 Aufwand und Kosten2.6 Kostenartenrechnung2.7 Kalkulatorische Kosten2.8 Kalkulatorischer Unternehmerlohn2.9 Abschreibungen2.10 Kalkulatorische Zinsen2.11 Kostenspaltung2.12 Kostenbegriffe2.13 Kostenfunktionen2.14 Verrechnungspreise2.15 Verrechnungspreise und Ergebnisse2.16 Materialbewertung3 Kostenstellenrechnung3.1 Zuschlagskalkulation3.2 Selbstkostenkalkulation3.3 Preiskalkulation3.4 Differenzierte Zuschlagskalkulation3.5 Nachkalkulation3.6 Skonto und Rabatt3.7 Provisionen3.8 Zuschlagskalkulation rückwärts3.9 Betriebsabrechnungsbogen3.10 Verteilschlüssel3.11 Zuschlagskalkulation mittels BAB3.12 Sekundärkostenverrechnung4 Kostenträgerrechnung4.1 Betriebsergebnisrechnung4.2 Fertige und unfertige Erzeugnisse4.3 Divisionskalkulation4.4 Break-even-Analyse4.5 Relative Deckungsbeitragsrechnung4.6 Maschinenstundensatzkalkulation4.7 Teilkostenrechnung4.8 Deckungsbeitrags- und Teilkostenrechnung5 Weiterführende Methoden5.1 Starre Plankostenrechnung5.2 Flexible Plankostenrechnung5.3 Prozesskostenrechnung5.4 Prozesskostenkalkulation5.5 Allokationseffekt5.6 Komplexitätseffekt5.7 Leistungsmengeninduziert und -neutral5.8 Mitarbeiterbedarf in der ProzesskostenrechnungStichwortverzeichnis
[1]

Hinweis zum Urheberrecht

Schäffer-Poeschel Verlag für Wirtschaft · Steuern · Recht GmbH, Stuttgart

Impressum

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.

Print:ISBN: 978-3-7910-3860-5Bestell-Nr.: 11204-0001ePDF:ISBN: 978-3-7910-3863-6Bestell-Nr.: 11204-0150ePub:ISBN: 978-3-7910-4098-1Bestell-Nr.: 11204-0100

Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

© 2017 Schäffer-Poeschel Verlag für Wirtschaft · Steuern · Recht [email protected]

Umschlagentwurf: Goldener Westen, BerlinUmschlaggestaltung: Kienle gestaltet, StuttgartSatz: Claudia Wild, Konstanz

Januar 2017

Schäffer-Poeschel Verlag StuttgartEin Tochterunternehmen der Haufe Gruppe

Vorwort

Quantitative Fächer wie Buchführung, Kosten- und Leistungsrechnung oder Investitionsrechnung sind elementare Wissensgrundlagen für betriebswirtschaftliche Studiengänge und Ausbildungen. Allerdings gehören sie bei den Lernenden nur selten zu den besonders beliebten Fächern, denn auf einmal wird wieder auf die mathematischen Methoden zurückgegriffen, die man aus der Schule kannte.[2]

Aber Betriebswirtschaftslehre ist ein Fach, das auf Zahlen aufbaut: Umsätze müssen erwirtschaftet und Kosten geplant werden. Preise werden kalkuliert und die Buchführung erfasst die bewerteten Geschäftsvorfälle systematisch und erstellt damit einen Jahresabschluss. Dieser adressiert allerdings eine breite Öffentlichkeit und ist als Grundlage für unternehmerische Entscheidungen nur bedingt nutzbar. Hier hilft uns die Kosten- und Leistungsrechnung (KLR) weiter. Sie stellt drei grundsätzliche Fragen, auf denen alle Methoden des „Managerial Accounting“, wie die Kosten- und Leistungsrechnung im anglo-amerikanischen Sprachraum auch genannt wird, aufbauen:

Welche Kosten fallen an?

Wo fallen die Kosten an?

Wofür fallen die Kosten an?

Diese Fragen sind Grundlage für die Kostenarten-, Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung.

Für die theoretische Wissensvermittlung der KLR stehen zahlreiche Lehrbücher zur Verfügung, und mit Coenenberg ist einer der Nestoren dieses Fachgebietes prominent in diesem Verlag vertreten.

Für Sie als Lernende, von denen sich vermutlich nur die wenigsten eine Karriere im Rechnungswesen oder im Controlling erträumen, steht vor allem die Klausur am Ende des Semesters im Vordergrund, und dafür möchten Sie Aufgaben haben. Das ist auch mehr als verständlich, denn Übung macht den Meister. Eine kaufmännische Leiterin eines mittelständischen Unternehmens, die ihre Karriere als Steuerfachangestellte begonnen und mit Weiterbildungen zur Bilanzbuchhalterin und Controllerin ausgebaut hat, sagte mir einmal: „Wirklich verstanden hatte ich Buchhaltung erst, nachdem ich aus einem Schuhkarton voller Belege einen kompletten Jahresabschluss gemacht hatte.“[3]

Das ist der Grund für dieses Prüfungstraining: Es soll Ihnen nicht nur Aufgaben für die drei oben genannten elementaren Fragen der KLR zur Verfügung stellen, sondern auch spezifischere Modelle wie Zuschlagskalkulation, Maschinenstundensatzkalkulation oder Teilkostenrechnung sowie für die Plankosten- oder die Prozesskostenrechnung. Natürlich reichen Aufgaben allein nicht aus. Wenn Sie sich auf eine Prüfung vorbereiten und Aufgaben bearbeiten, durchrechnen und sich in Erläuterungen der Ergebnisse versuchen, möchten Sie auch wissen, ob es richtig ist, was Sie gerade erarbeitet haben. Und wenn ein Fehler passiert ist, kann es für Ihre Prüfungsvorbereitung ungemein hilfreich sein zu wissen, ob Sie einen systematischen Fehler begangen haben oder ob sich vielleicht nur ein Rechenfehler eingeschlichen hat. Daher finden Sie grundlegende Aufgabentypen mit ausführlichen Musterlösungen und Erläuterungen des Rechenwegs. Zusätzlich gibt Ihnen das Prüfungstraining Tipps an die Hand, welche Fehler leicht vermeidbar sind. Hierzu finden Sie im Text „Typische Fehlerquellen“, die Ihnen dabei helfen sollen, genau diese Fehler in der Klausur zu vermeiden.

„Pobody’s nerfect“. Das gilt natürlich auch für den Autor. Trotz größtmöglicher Sorgfalt und Unterstützung durch das Lektorat kann es zu Fehlern kommen, für die ich allein verantwortlich bin. Sollte Ihnen hierzu etwas auffallen, sollten Sie bestimmte Themen oder Aufgabentypen vermissen, bin ich für konstruktive Kritik sehr dankbar.[4]

Frankfurt, im Dezember 2016 Alexander Burger

Kostenartenrechnung

Die Kostenarten sind der erste Teilbereich des Triples der Kostenarten-, Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung innerhalb der Kosten und Leistungsrechnung.

Abb. 2.1 Logischer Aufbau der Kosten- und Leistungsrechnung (1)

Diese drei Teilbereiche bauen aufeinander auf. Die Kostenarten bilden die Grundlage, denn dabei geht es um die elementare Fragestellung: Welche Kosten fallen überhaupt an?

Durch diesen grundlegenden Charakter der Kostenarten sind diese auch die Basis einer jeden Kosten- und Leistungsrechnung. Ein kleines oder mittelgroßes Unternehmen mag sich durchaus zu Recht die Frage stellen, ob es sich wirtschaftlich lohnt, eine Kostenstellenrechnung aufzubauen. Ein handwerklich orientiertes Unternehmen mag sich fragen, ob eine Kostenstellenrechnung überhaupt organisatorisch Sinn macht, oder ob es nicht viel einfacher ist, die Kosten direkt den Trägern, nämlich den zu verantwortenden und zu bearbeitenden Baustellen zuzuordnen. In mittelgroßen bis großen Unternehmen stellt sich mitunter die Frage, ob eine separate Kostenträgerrechnung zusätzlich zur Kostenstellenrechnung (wirtschaftlich) Sinn macht, besonders, wenn sich das Unternehmen auf ein oder nur sehr wenige Produkte konzentriert. Allen gemeinsam ist jedoch, dass sie zur sinnvollen Steuerung des Unternehmens wissen müssen, welche Kosten überhaupt anfallen.

Wie differenziert Kostenarten erfasst werden, hängt von der Unternehmensgröße und damit der wirtschaftlichen Sinnhaftigkeit einer groben oder einer feineren Aufgliederung der Kostenarten ab (vgl. Coenenberg et al. (2016), S. 74 ff.).[12]

Kostenartenhauptgruppen

Differenziert ein Unternehmen die anfallenden Kosten nach der Art der verbrauchten Güter und Leistungen, so bietet sich in einem ersten Schritt die Verwendung der sogenannten Kostenartenhauptgruppen an.

Personal- und Sozialkosten, oft auch unter dem Begriff der Arbeitskosten zusammen gefasst

Hierunter fallen typischerweise alle Löhne und Gehälter, wobei bei einer feineren Differenzierung noch zwischen Fertigungs- und Hilfslöhnen unterschieden werden kann. Darüber hinaus können auch Boni und andere erfolgsabhängige Lohn- und Gehaltsbestandteile separat erfasst werden, wenn aus dem zusätzlichen Erfassungsaufwand auch ein informationeller Mehrwert erwächst. In einfachen Worten bedeutet das: Wenn eine detailliertere Erfassung der Kostenarten keine zusätzliche Information und damit Steuerungsmöglichkeit bringt, kann man es auch einfach lassen. Auch rein kalkulatorische Größen wie der kalkulatorische Unternehmerlohn, sofern ein solcher zu berücksichtigen ist, werden in den Personal- und Sozialkosten erfasst. Beim kalkulatorischen Unternehmerlohn ist es wichtig, darauf zu achten, dass dieser nicht nur als Opportunitätskosten in Form eines Bruttogehaltes (Fragestellung: Was verdient ein vergleichbarer angestellter Geschäftsführer?) erfasst werden, sondern als Opportunitätskosten für das Unternehmen (Fragestellung: Was kostet ein vergleichbarer angestellter Geschäftsführer – inklusive Arbeitnehmeranteilen zur Sozialversicherung – das Unternehmen?).[13]

Sachkosten

Sachkosten stellen – zumindest in Produktionsbetrieben – meist den größten Kostenblock dar. Je nachdem, wie weit eine tiefergehende Differenzierung erwünscht und wirtschaftlich sinnvoll ist, kann dann zwischen

Betriebs- und Geschäftsausstattung (BuG),

Betriebsmitteln,

Werkzeugen,

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen.

Beispiel

Rohstoffe sind wesentlicher Bestandteil des Endproduktes (beispielsweise der Stein für einen Steinmetz, der einen Grabstein fertigt). Hilfsstoffe sind unwesentliche Bestandteile des Endproduktes (im verwendeten Beispiel Buchstaben aus Messing, Bronze oder Kupfer). Betriebsstoffe sind Verbrauchsstoffe der Fertigung, die nicht in das eigentliche Endprodukt eingehen (Maschinelle Abnutzung der Trenn-, Schleif- und Poliermaschinen, Öle und Fette für deren Schmierung, Wasser für die Kühlung beim Steinschnitt).

Energiekosten,

Verpackungsmaterial und ggfs. weiteren Kostenarten gegliedert werden.

Kapitalkosten

Hierzu zählt man üblicherweise kalkulatorische Zinsen und Abschreibungen, die von den pagatorischen Größen aus der Finanzbuchhaltung abweichen können, aber nicht müssen.

Kosten für bezogene Dienstleistungen

Hierunter können ganze Teile von ausgelagerter Produktion fallen, die eben nicht mehr im eigenen Unternehmen erbracht, sondern von einem entsprechenden Dienstleister zugekauft werden. Viele einfache Dienstleistungen wie beispielsweise ein firmeneigener Handwerker für alle Fälle, die früher in mittleren wie großen Betrieben gängige Poststelle wie auch Prüfungs- oder Beratungsleistungen werden oft aus Kostengründen nicht mehr unternehmensintern erbracht, sondern von spezialisierten externen Dienstleistern bezogen.[14]

Kosten für Fremdrechte

Diese Kostenartenhauptgruppe umfasst sowohl Lizenzen (beispielsweise für Software), Patente (d. h. technologische Nutzungsrechte), Konzessionen, aber auch Leasingraten für im Unternehmen eingesetzte Wirtschaftsgüter (vom Pkw über Produktionsmaschinen bis hin zu Flugzeugen und Schiffen).

Öffentliche Abgaben (Beiträge und Gebühren) und Steuern

Hier ist bei der Kostenzuordnung darauf zu achten, dass Sozialversicherungsbeiträge zwar oft auch mit dem Label „Sozialversicherungsabgaben“ versehen werden. Diese fallen aber unter die bereits erwähnten Personal- und Sozialkosten und sind nicht in der Kostenartenhauptgruppe Öffentliche Abgaben und Steuern zu erfassen.

Versicherungskosten und kalkulatorische Wagniskosten

Diese Kostenartenhauptgruppe wird separat geführt, weil diese Kostenarten schwerpunktmäßig der Risikobewältigung im Unternehmen dienen. Eine Produkthaftpflicht springt bei Schädigungen der Konsumenten durch das Produkt des Unternehmens ein. Versicherungen gegen Diebstahl oder Elementarschäden dienen ebenfalls dem Auffangen ansonsten einzelwirtschaftlich nicht tragbarer Risiken. Kalkulatorische Wagniskosten sind quasi Selbstversicherungsprämien für betriebliche Einzelrisiken. Diese umfassen u. a.:[15]

Arbeitswagnisse (Krankheitsbedingte Ausfälle),

Bestandswagnisse (Schwund, Verderben, Modewechsel),

Anlagenwagnisse (Zerstörungen, Defekte),

Entwicklungswagnisse (Fehlentwicklungen),

Mehrkosten- und Fertigungswagnisse (Nacharbeiten),

Gewährleitungswagnisse (Kulanz, Haftung),

Debitoren- und Vertriebswagnisse (Forderungsausfälle, Konventionalstrafen).

Das allgemeine unternehmerische Risiko wird hingegen nicht als kalkulatorisches Wagnis erfasst. Sollten einzelne der genannten kalkulatorische Wagnisse bereits über Versicherungen abgedeckt sein (beispielsweise durch Diebstahl- oder Elementarschadenversicherungen), ist darauf zu achten, dass diese Risiken nicht doppelt als Versicherungs- und kalkulatorische Wagniskosten erfasst werden.

Verrechnungseinheiten

Neben der Differenzierungsmöglichkeit nach Kostenartenhauptgruppen gibt es auch die Möglichkeit einer Differenzierung nach der Zurechenbarkeit zu einer Verrechnungseinheit. Letztere kann eine Kostenstelle sein, in der die Kosten anfallen, ein Produkt, für dessen Erstellung die entsprechenden Kosten anfallen, oder ein bestimmter Betrachtungszeitraum der Unternehmensanalyse (beispielsweise ein Geschäftsjahr, ein Quartal oder ein Monat). Dabei unterscheidet man Einzelkosten, die sich direkt einer betrieblichen Leistung zuordnen lassen und Gemeinkosten, die für die Erstellung mehrerer betrieblicher Leistungen entstehen. Beispiele für Einzelkosten sind verwendete Rohstoffe und Fertigungslöhne, Beispiele für Gemeinkosten sind die Kosten einer zentralen IT-Abteilung, der Personalabteilung oder auch eine unternehmensweit in Anspruch genommene Kantine.[16]

Einzel- und Gemeinkosten

Die Aufteilung nach Einzel- und Gemeinkosten ist allerdings ein sehr theoretisches Konzept, denn in der Praxis sind auch Sonderformen zu berücksichtigen. Sind beispielsweise für einen Produktionsauftrag zunächst Spezialwerkzeuge zu beschaffen oder herzustellen, die nicht für andere Leistungen zu gebrauchen sind, spricht man von sogenannten Sondereinzelkosten. Liegen hingegen beim Zusammenbau einer Küche mit den verwendeten Schrauben und Nägeln eigentlich Einzelkosten vor, macht es aber meist dennoch keinen Sinn, jede einzelne Schraube und jeden einzelnen Nagel als Einzelkosten zu erfassen, so dass typischerweise größere Gebinde an Schrauben und Nägeln (nach Gewicht oder nach Anzahl) als sogenannte unechte Gemeinkosten erfasst werden.

Fixe und variable Kosten

Schließlich können Kosten auch noch nach fixen und variablen Kosten differenziert werden. Fixe Kosten sind grundsätzlich von der Produktionsmenge unabhängig, variable Kosten hängen von der Produktionsmenge ab. Von diesem Grundsatz gibt es – insbesondere bei den fixen Kosten durch sprungfixe Kosten – Ausnahmen, für die wir aber auf die entsprechende Fachliteratur verweisen (vgl. Coenenberg et al. (2016), S. 77 ff.).

Zusammenhänge zwischen fixen und variablen Kosten einerseits sowie Einzel- und Gemeinkosten andererseits sind nicht immer eindeutig. So sind zwar Einzelkosten typischerweise variable Kosten und Gemeinkosten typischerweise Fixkosten, diese Zusammenhänge sind jedoch nicht zwangsläufig.[17]

Abb. 2.2 Zusammenhänge zwischen unterschiedlichen Kostenartendifferenzierungen

In der Fachliteratur finden sich noch weitere Differenzierungsmöglichkeiten von Kosten. Für die Unternehmensleitung wichtigstes Kriterium bei der Differenzierung muss jedoch immer sein, ob die Differenzierung einen informationellen Mehrwert liefert, der den entsprechenden Informationsbeschaffungsaufwand überwiegt.

Abschreibungen

Das Feld der Kostenarten ist durchaus mathematisch-analytisch angehaucht. So beschäftigt sich die Kostenartenrechnung auch mit unterschiedlichen Abschreibungsmethoden. Die einfachste davon ist die lineare Abschreibung, bei der einfach die Anschaffungs- oder Herstellkosten oder – wenn verfügbar – die Wiederbeschaffungskosten des jeweiligen Wirtschaftsgutes gleichmäßig auf die erwartete Nutzungsdauer verteilt wird. Aber auch geometrisch- oder arithmethisch-progressive Abschreibungen sind wie auch leistungsbezogene Abschreibungen möglich. Für Details hierzu verweisen wir auf die entsprechende Fachliteratur (vgl. Coenenberg et al (2016), S. 91 ff.).

Typische Fehlerquellen

Achten Sie in diesem Zusammenhang immer auf zwei wichtige Grundsätze:

Wählen Sie in der Kosten- und Leistungsrechnung eine Abschreibungsform, die der tatsächlichen Ressourcenabnutzung bestmöglich entspricht. Welche das ist, hängt von einer Vielzahl von Rahmenbedingungen wie beispielsweise den Produktions- oder auch den Vermarktungsbedingungen, der Konkurrenzsituation und dem technischen Fortschritt ab.[18]

Achten Sie darauf, ob die gewählte Abschreibungsart handels- und steuerrechtlich zulässig ist.

Beispiel

So sind beispielsweise nach § 7 Abs. 1 S. 6 EStG in Verbindung mit R 7.4 Abs. 5 EStR) die Leistungsabschreibung steuerrechtlich zulässig, nach § 7 Abs. 1 EStG ist die lineare Abschreibung zulässig. Geometrisch-degressive Abschreibung und gemischte Abschreibung sind nach § 7 Abs. 2 und 3 EStG nur für bis zum 31.12.2010 angeschaffte Wirtschaftsgüter zulässig. Die arithmetisch-degressive Abschreibung ist in der Steuerbilanz nicht zugelassen. Internationale Rechnungslegungsvorschriften wie IFRS und US-GAAP schränken Abschreibungsmethoden nur insofern ein, als sie den Ressourcenverbrauch auf rationaler Basis widerspiegeln müssen (bspw. IAS 16.61f.), was dem Grundsatz des „fair view“ auf das betriebliche Geschehen entspricht.