Perry Rhodan 2546: 26 Minuten bis ITHAFOR - Arndt Ellmer - ebook

Perry Rhodan 2546: 26 Minuten bis ITHAFOR ebook

Arndt Ellmer

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Opis

Sie rüsten zum finalen Angriff - kann die Milchstraße helfen? In der Milchstraße schreibt man das Jahr 1463 Neuer Galaktischer Zeitrechnung - das entspricht dem Jahr 5050 christlicher Zeitrechnung. Seit über hundert Jahren herrscht Frieden: Die Sternenreiche arbeiten daran, eine gemeinsame Zukunft zu schaffen. Als die Terraner die Transport-Technologie sogenannter Polyport-Höfe, Zeugnisse einer längst vergangenen Zeit, zu entschlüsseln beginnen, tritt die Frequenz-Monarchie auf den Plan: Sie beansprucht die Macht über jeden Polyport-Hof. Mit Raumschiffen aus Formenergie oder über die Transportkamine der Polyport-Höfe rücken die Vatrox und ihre Darturka -Söldner vor, und es bedarf großer Anstrengungen, sie aufzuhalten - denn der eigene Tod scheint für den Gegner keine Bedeutung zu haben: Die Darturka sind Klonsoldaten, und die Vatrox verfügen über Wege der "Wiedergeburt" auf den Hibernationswelten, von denen die meisten sich in der Galaxis Andromeda befinden. Daher schmieden Perry Rhodan und Atlan ein Bündnis mit den Völkern dieser Galaxis. Der " Bund von Sicatemo " findet alsbald Gelegenheit, sich zu bewähren - und erringt einen Sieg. Erstmals in der Jahrmillionen währenden Geschichte der Frequenz-Monarchie erleidet diese gravierende Rückschläge: Zuerst fällt der Allianz der Handelsstern FATICO in die Hände, anschließend eine Hibernationswelt, und alle Vatrox im Umkreis werden im Augenblick des Todes in den "Seelenkerker" der Maahks gezogen, unfähig zur erneuten Wiedergeburt. Um einem Gegenschlag der Frequenz-Monarchie zuvorzukommen, ist nicht viel Zeit - und Perry Rhodan bleiben 26 MINUTEN BIS ITHAFOR...

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Nr. 2546

26 Minuten bis ITHAFOR

Sie rüsten zum finalen Angriff – kann die Milchstraße helfen?

Arndt Ellmer

In der Milchstraße schreibt man das Jahr 1463 Neuer Galaktischer Zeitrechnung – das entspricht dem Jahr 5050 christlicher Zeitrechnung. Seit über hundert Jahren herrscht Frieden: Die Sternenreiche arbeiten daran, eine gemeinsame Zukunft zu schaffen.

Als die Terraner die Transport-Technologie sogenannter Polyport-Höfe, Zeugnisse einer längst vergangenen Zeit, zu entschlüsseln beginnen, tritt die Frequenz-Monarchie auf den Plan: Sie beansprucht die Macht über jeden Polyport-Hof.

Mit Raumschiffen aus Formenergie oder über die Transportkamine der Polyport-Höfe rücken die Vatrox und ihre Darturka-Söldner vor, und es bedarf großer Anstrengungen, sie aufzuhalten – denn der eigene Tod scheint für den Gegner keine Bedeutung zu haben: Die Darturka sind Klonsoldaten, und die Vatrox verfügen über Wege der »Wiedergeburt« auf den Hibernationswelten, von denen die meisten sich in der Galaxis Andromeda befinden. Daher schmieden Perry Rhodan und Atlan ein Bündnis mit den Völkern dieser Galaxis.

Die Hauptpersonen des Romans

Perry Rhodan – Der terranische Resident begibt sich nach ITHAFOR.

Atlan – Der Oberkommandierende der Streitkräfte muss aktiv werden.

RourSi – Der Atto misstraut seinen scheinbaren Befreiern.

Julian Tifflor

1.

Ein gleißendes Sternenmeer auf dem relativ engen Raum von rund 4000 Lichtjahren Durchmesser – das war die elliptische Satellitengalaxis M 32, Eigenname Andro-Beta. Die Helligkeit der etwa drei Milliarden Sonnen war so groß, dass die dunkleren Objekte des interstellaren Raumes in der Lichtfülle untergingen. Ausläufer des elliptischen Zwerges erreichten einen Durchmesser von bis zu 8000 Lichtjahren, die Dicke betrug 3800 Lichtjahre.

Um die Augen der Besatzung zu schonen, ließ MIKRU-JON nur gefiltertes Licht durch.

»Ich habe eine Raumortung!«, meldete Mikru, der projizierte Avatar des Schiffes, der sich aus den Facetten all seiner Piloten zusammensetzte und seit Perry Rhodans Inbesitznahme des Raumers in Gestalt einer jungen Frau mit bassiger Stimme auftrat. »Deshalb schlage ich vor, wir verlängern diesen Zwischenstopp.«

Perry Rhodan musterte die Anzeigen. »Einverstanden! Das Echo ist ungenau. Können wir näher heran?«

»Ich rate davon ab. Einige Emissionen deuten auf Schlachtlichter hin.«

Eine Patrouille der Frequenz-Monarchie in Andro-Beta? Die Andromeda vorgelagerte Kleingalaxis hatte bisher nicht zu den bekannten Operationsgebieten der Vatrox und ihrer Soldaten gezählt.

»Antiortungssystem aktivieren!«, entschied Rhodan.

»Ist bereits geschehen, Perry.«

Rhodan blickte sinnend auf die Holoprojektion. Je länger der Obeliskraumer im Normalraum blieb, desto mehr Ortungsimpulse sammelten die Instrumente. Nach und nach erhielten so die fremden Schiffe deutlichere Konturen. Nach ungefähr zwei Minuten lag ein erstes komplettes Muster vor. Es handelte sich tatsächlich um Schlachtlichter.

»Du denkst, es ist kein Zufall«, meinte Mondra, die im Sessel neben ihm saß.

»Es wäre zumindest ein sehr merkwürdiger. Mikru, versuch die Kursvektoren der Schiffe zu bestimmen.«

»In Ordnung, aber das wird dauern.«

Schicken sie jetzt gleich freie Kapazitäten in die vorgelagerten Sternhaufen und Begleitgalaxien?, überlegte der Terraner. Und wenn sie noch immer freie Kapazitäten haben – wie groß muss dann ihr Arsenal sein?

Nach der Zerstörung von Hibernation-3 gab es ohne Zweifel Flottenbewegungen. Die Frequenz-Monarchie würde sicherlich die verbleibenden fünf Hibernationswelten besser vor dem Zugriff des Gegners zu schützen versuchen.

Aber wieso beorderten die Vatrox ihre schlagkräftigen Rubinraumer ausgerechnet in einen so unbedeutenden Sektor wie Andro-Beta, das jahrtausendelang als »Hinterhof« Andromedas gegolten hatte?

Mit dem Polyport-Hof DARASTO konnte es nichts zu tun haben. Der geheime, von ES präparierte Hof stand in keiner Liste eines Controllers. Selbst wenn er aktiviert wurde, zeigte einzig Rhodans B-Controller seine Position an. Für den Rest des Universums existierte DARASTO nicht.

Blieb nur Gleam. Dort lag eine Flottenbasis der Hathorjan-Alliierten und des Milchstraßen-Galaktikums. Und hoch über Gleam loderte der eine Million Kilometer durchmessende Feuerring des Situationstransmitters, der die Operationsbasis direkt mit dem Holoin-Sonnenfünfeck verband und gewissermaßen die Verlängerung der Transmitterstrecke zur Milchstraße darstellte.

Der Feuerring bildete ein ortungstechnisches Fanal, eine Wegmarke, vor allem im Bereich des Hyperspektrums.

Der Schattenmaahk Pral trat zu Rhodan. Durch die transparente Helmkuppel des Methanatmers sah der Terraner die grün schillernden Augen auf dem Kamm des Kopfes.

»Zwischen Gleam und Andromeda gab es in letzter Zeit viele Schiffsbewegungen«, sagte Pral. »Ein zufällig aufgeschnapptes Signal könnte den Schlachtlichtern den Weg hierher gewiesen haben. Jetzt sind sie da und sehen nach.«

Für das kleine Obeliskschiff hieß das warten und warten und dabei möglichst nicht entdeckt werden. Schon gegen ein einzelnes Schlachtlicht hätte MIKRU-JON allenfalls auf der Flucht eine Chance gehabt, aber selbst dessen war sich Rhodan nicht sicher. Ausprobieren wollte er es daher nicht.

Während Mikru weiter Orterdaten sammelte, schweiften Rhodans Gedanken in die Vergangenheit ab. Wie lange war es her, dass sie zum ersten Mal nach Andro-Beta gekommen waren? Im Jahr 2402 alter Zeitrechnung beim Kampf gegen die Meister der Insel und auf dem Weg zur Andromeda-Galaxis ... Als sie danach wieder in ihre Heimat zurückgekehrt waren, hätten sie darauf gewettet, dass es in Hathorjan nie wieder Probleme mit übermächtigen Gegnern geben würde. Zwischen den beiden großen Völkern der Maahks und der Tefroder herrschte so etwas wie ein politisches und militärisches Gleichgewicht. Und ein Hüter des Lichts würde die Galaxis auf den Weg des Friedens bringen. Aber dieser Hüter war fort, und niemand war mehr da, der ihm hätte nachfolgen können.

Damals – ja, damals waren wir Terraner in unserem jugendlichen Ungestüm ziemlich blauäugig. Und heute? Er schmunzelte bei dem Gedanken.

Vier Stunden quälender Langeweile vergingen, in denen der Obelisk durch Andro-Beta trieb. Die drei Schlachtlichter zogen weiterhin ihre Bahn. Dann wechselten sie in den Hyperraum, um fast im selben Augenblick 500 Lichtjahre dichter am Zentrum zu materialisieren.

»Wir warten weiter ab«, ordnete Rhodan an. »Mit den Ortersonden der Frequenz-Monarchie ist nicht zu spaßen.« Sie mussten überall dort mit ihnen rechnen, wo die Schlachtlichter Station gemacht hatten.

Zwei weitere Stunden wartete MIKRU-JON, eine Zeitspanne, in der die Schlachtlichter dreimal den Standort wechselten.

Was ist, wenn sie es doch auf DA-RASTO abgesehen haben?

Er verwarf den Gedanken wieder. Den Vatrox und ihren Schergen war niemand in die Hände gefallen, der von DARASTO wusste.

Endlich verschwanden die Schlachtlichter aus Andro-Beta. Ihr Kursvektor zeigte auf die Hauptgalaxis. Sie kehrten zu ihrer Basis zurück.

Mikru ließ wiederum etwas Zeit verstreichen, ehe sie das kleine Schiff beschleunigte und das nächste Hyperraum-Manöver vorbereitete. »Wir nähern uns dem Stern der F-Klasse bis auf 100 Lichtjahre.«

Je vorsichtiger sie zu Werke gingen, desto besser. Eine direkte Konfrontation oder Zufallsbegegnung hätte ihre gesamte Mission gefährdet. Sie wollten DARASTO abholen. Der Polyport-Hof befand sich zwar an einem sicheren Ort, aber weitab vom Schuss. Sie brauchten ihn dort, wo sie ihn optimal für den Kampf gegen die Frequenz-Monarchie nutzen konnten.

Es ging keineswegs nur um die Frequenz-Monarchie, die über das einst von den Anthurianern geschaffene Handelssystem diesen Teil des Universums beherrschen wollte. Es ging auch um ES. Die Superintelligenz brauchte wieder einmal die Hilfe der Unsterblichen und womöglich der ganzen Menschheit.

Um Rhodans Mundwinkel bildete sich ein schmerzvoller Zug. Es kam ihm vor, als würden sie in Eiswasser waten und mit klammen Fingern nach winzigen Steinchen suchen, um irgendwann ein gigantisches Puzzle zusammensetzen zu können. Die Zusammenhänge, so klar sie auf den ersten Blick und aus der Distanz wirkten, waren keineswegs auch im Detail und den Wechselwirkungen bekannt.

Für einen kaum wahrnehmbaren Augenblick verschwanden die Sterne Andro-Betas und kehrten in einer veränderten Konstellation zurück.

Während MIKRU-JON erneut ortete, öffnete Rhodan eine der Taschen seines SERUNS und holte die handtellergroße, elfenbeinfarbene Scheibe des B-Controllers hervor. Der Länge nach strich er über das Sensorfeld und aktivierte dadurch die erste Ebene. Eine zweite Bewegung in Querrichtung rief die zweite Ebene auf. Sie enthielt eine Darstellung aller aktivierten Transferhöfe einschließlich Angaben zum Nutzungsstatus sowie des zugehörigen Distribut-Depots.

DARASTO wurde umgehend angezeigt. Der Polyport-Hof befand sich an seiner bisherigen Position im System des weißen F-Klasse-Sterns.

»Ortung negativ«, meldete Mikru. »In der unmittelbaren Umgebung hat sich in letzter Zeit kein Schiff aufgehalten.«

Rhodan nickte. »Annäherung an das Zielsystem bis auf zwei Lichtwochen.«

Erneut wechselte der Obelisk in den Hyperraum. Der Anflug auf DARASTO erfolgte nicht direkt. Das kleine Schiff mit seinen 73 Metern Länge näherte sich im Zickzack. Dadurch erschwerte es möglichen Beobachtern oder Verfolgern, anhand der Kursvektoren Rückschlüsse auf das Ziel zu ziehen.

Bezogen auf die Hauptebene der Kleingalaxis erreichte MIKRU-JON eine Position nördlich des Zielsterns und wechselte eine halbe Stunde später an eine Stelle, die südöstlich lag und nur einen Lichttag entfernt war.

Weitere zwei Stunden später gab das Schiff grünes Licht. In einer letzten Kurzetappe erreichte MIKRU-JON das System der weißen Sonne mit dem Gasriesen, der in lediglich 5,2 Millionen Kilometern Abstand um seinen Stern raste. Die jupiterähnliche Welt durchmaß 155.000 Kilometer.

»Keine Raumortung!«, meldete Mikru. »Ich berechne den Anflugkurs.«

*

Verglichen mit der sturmgepeitschten Wasserstoff-Helium-Atmosphäre dieses namenlosen Planeten war das Herumstochern in dichtem Nebel das Einfachste der Welt. Irgendwann stieß man garantiert auf ein Hindernis. Auf dem Gasriesen konnte man nach Rhodans Empfinden allerdings wohl problemlos tausend Jahre lang vergeblich suchen.

MIKRU-JON jagte im Blindflug durch die Gasschwadensuppe, tiefer und tiefer in diesen Ozean hinein, der sich Lufthülle nannte. Die Sicht reichte keine zwei Meter. Wie ein Schwamm sog die Atmosphäre die Impulse auf. Der rasende Flug mit den schnell rotierenden Luftschichten barg ein nicht zu unterschätzendes Risiko in sich. Jeden Augenblick konnte es zu einer Kollision mit dem Polyport-Hof kommen.

Die vagen Daten über die ungefähre Position DARASTOS in der planetaren Suppe reichten nicht aus, um den Hof zu lokalisieren. Sie stammten zudem von dem Zeitpunkt, als MIKRU-JON DARASTO verlassen hatte, und waren somit veraltet. In der tobenden Atmosphäre ließ sich der Polyport-Hof unmöglich exakt an derselben Stelle des planetaren Koordinatensystems halten.

Die Besatzung von MIKRU-JON war darauf angewiesen, dass DARASTO ihnen half.

Nach einer Stunde sagte Mondra: »Wir können weitersuchen bis ans Ende aller Tage, ohne den Hof zu finden.«

Rhodan forschte in ihrer Miene. »Alternativen?«

»Da wird es schwierig. So, wie ich es sehe: keine.«

Sie hatten keine andere Wahl, als sich von DARASTO finden zu lassen.

Zwei Stunden später meldete Mikru ein gerafftes Signal. Der Obelisk veränderte geringfügig seinen Kurs, stieg ein paar Kilometer nach oben, verschob seine Bahn und passte die Geschwindigkeit an.

Wenig später schälte sich ein heller Fleck aus dem Chaos. Obenauf existierte eine Wölbung, über deren Oberfläche helle Flammen züngelten. Sie stabilisierten sich nach und nach zu einem kohärenten Gebilde.

Rhodan identifizierte es als den Prallschirm über der Sichthaube. Im Unterschied zu allen anderen Polyport-Höfen war die von DARASTO nicht transparent. In diesem Augenblick verschwand sie und machte dem grellen Lichtschein des Transferdecks Platz.

MIKRU-JON sank abwärts durch das Schirmfeld, bis sie zehn Meter über dem Boden zur Ruhe kam. Die Sichthaube schloss sich, ein paar Dutzend weitere Scheinwerfer leuchteten auf. Drunten zogen mehrere Dutzend Roboter auf. Gleichzeitig kam eine Funkverbindung zustande.

»Grek 363 an die Besatzung von MIKRU-JON«, klang es aus den Akustikfeldern. »Identifiziert euch.«

»Hier Perry Rhodan! Ich grüße dich, Grek!«

»Ich sehe dich, Rhodan! Willkommen!«

Ein leichter Ruck ging durch den Obelisken.

»Bodenschleuse bereit!«, sagte das Schiff.

Rhodan erhob sich und trat an den Schacht mitten in der Zentrale. Zwölf Stunden war es her, seit die JULES VERNE den Obelisken in Andro-Beta abgesetzt hatte.

Zuvor hatte die Hantel mehrere Kommunikationskoordinaten angeflogen, um mit den Maahks und Tefrodern die neuesten Informationen auszutauschen. Inzwischen war sie längst am eigentlichen Ziel ihrer Reise angelangt, dem Tri-System. Dort wollten Atlan und die Kommandeure der einheimischen Völker den finalen Schlag gegen die Frequenz-Monarchie vorbereiten.

Hibernation-3 war ein guter Anfang gewesen. Doch eine gewonnene Schlacht bedeutete noch keinen gewonnenen Krieg. Das wusste Rhodan selbst am besten. Er hatte die Schlachten und Kriege nicht gezählt, die ihm in seinem 3000 Jahre dauernden Leben aufgezwungen worden waren. Der Gedanke an die zahllosen Opfer reichte jedes Mal aus, dass ihm schlecht wurde. Manchmal hatte er sich vorgenommen, sich nie wieder in eine solche Auseinandersetzung verwickeln zu lassen. Allzu oft aber hatte er schnell eingesehen, dass die Vernichtung der Menschheit keine Alternative war. Es hätte sein Gewissen nicht beruhigt, ganz im Gegenteil. Die Spielregeln im Universum mit seinen vielfältigen Machtstrukturen ließen sich kaum mit denen eines einzelnen Volkes auf einem abgelegenen Planeten vergleichen.

Rhodan trat in den Schacht und sank abwärts.

DARASTO konnte dazu beitragen, dass sie in dieser Auseinandersetzung nicht unterlagen. Mit dem geheimen Polyport-Hof ließ sich jederzeit ein Kontakt zwischen Andromeda und der Milchstraße aufbauen. Sie konnten Material und Soldaten transportieren, kleine Fahrzeuge, transportable Transmitter und einiges mehr.

Und sie konnten Daten schneller austauschen, als die Schlachtlichter der Frequenz-Monarchie zu fliegen in der Lage waren.

Ein Problem stellte der Handelsstern dar. Um ihn effektiv zu schützen, brauchten sie größere Flotten. Rhodan dachte an PRAETORIA, aber das Feuer speiende Bollwerk der LFT würde Bully nie freiwillig herausrücken.

Mit geschickter Einbindung der LFT und des Galaktikums vielleicht, überlegte Perry. Vorerst erschien es ihm nicht spruchreif. Das Solsystem mit GALILEO durfte so wenig wie ITHAFOR ohne Schutz bleiben.

Die Bilder vom Untergang des Sicatemo-Systems und seiner Bewohner waren zu lebendig. Sie wühlten in seinem Bewusstsein, sobald er daran dachte. Er spürte diese unterschwellige Unruhe in sich, dieses Vibrieren der Nervenfasern bis in sein Bewusstsein. Und er dachte jedes Mal daran, dass es dem Solsystem genauso ergehen würde, wenn sie nicht aufpassten.

Eine Zündung der Sonne mithilfe einer psimateriellen Aufladung, wie es die Frequenz-Monarchie bei Sicatemo getan hatte: Das durfte nicht sein. In der Heimat waren sie zum Glück schon gewarnt, und für den Fall der Fälle musste eben der TERRANOVA-Schirm wieder errichtet werden, der den Menschen schon gegen die Terminale Kolonne des Chaos geholfen hatte zu überleben.

Der Terraner erreichte das untere Ende des Schachts und den Boden des Transferdecks. Ein Stück entfernt sah er die vier Röhren der Transferkamine. Es beruhigte, Kamine und Plattformen zu sehen, die zwar abgeschirmt, aber nicht von ganzen Armeen bewacht wurden.

Wie hatte Atlan in einem letzten Vier-Augen-Gespräch gesagt, bevor sie sich getrennt hatten? »Vielleicht kann Homunk bei ES ja ein gutes Wort für uns einlegen. Es wäre nicht schlecht, wenn alle Kamine nur noch für uns zugänglich wären.«

Ein frommer, jedoch unrealistischer Wunsch.

Grek 363 kam ihm entgegen. Der Maahk hob die Hand zum Gruß. »Ihr trefft den Hof so an, wie ihr ihn verlassen habt.«

»Wir haben Schiffe der Frequenz-Monarchie gesichtet«, sagte Rhodan. »Wissen die Instrumente des Hofes etwas darüber?«

»Nein.«

Die Auskunft beruhigte Rhodan keineswegs.

Akika Urismaki und Perbo Lamonca erschienen. Der Halbspur-Changeur musterte Rhodan aus großen Augen, während der Acroni den Blick unverwandt auf Urismaki gerichtet hielt.

»Wir haben dich nicht so schnell zurückerwartet«, bekannte Urismaki. »Du scheinst in Eile zu sein.«

In wenigen Sätzen berichtete Rhodan ihnen von dem Erfolg, den die Alliierten beim Angriff auf Hibernation-3 mit dem Krathvira-Gerät erzielt hatten. »Die Frequenz-Monarchie wird das nicht ohne Weiteres wegstecken. Solange sie unter Schock steht, müssen wir das ausnutzen. Bevor sie ihre Flotten neu geordnet und ihre Taktik geändert hat, tun wir den nächsten Schritt. Kommt mit! Ich will keine Zeit verlieren.«

*

Wieder betraten sie den Korridor, in dessen Wand es keine Tür gab. Erst als Rhodan nah genug war, änderte sich das.

In der glatten Wand wurden übergangslos die Konturen eines Schotts sichtbar. Es öffnete sich vor ihnen, und sie betraten den verborgenen Raum DARASTOS. Die Superintelligenz ES hatte ihn für Rhodan angelegt, denn um ihn zu erreichen, bedurfte es eines Aktivatorchips sowie eines B-Controllers.