Perry Rhodan 2519: Die Sonnen-Justierer - Arndt Ellmer - ebook

Perry Rhodan 2519: Die Sonnen-Justierer ebook

Arndt Ellmer

0,0

Opis

Spezialisten versuchen das Unmögliche - die JULES VERNE wagt den Vorstoß zum Sternhaufen Bengar Auf der Erde und den zahlreichen Planeten in der Milchstraße, auf denen Menschen leben, schreibt man das Jahr 1463 Neuer Galaktischer Zeitrechnung - das entspricht dem Jahr 5050 christlicher Zeitrechnung. Seit über hundert Jahren herrscht in der Galaxis weitestgehend Frieden: Die Sternenreiche arbeiten zusammen daran, eine gemeinsame Zukunft zu schaffen. Die Konflikte der Vergangenheit scheinen verschwunden zu sein. Vor allem die Liga Freier Terraner ( LFT ), in der Perry Rhodan das Amt eines Terranischen Residenten trägt, hat sich auf Forschung und Wissenschaft konzentriert. Sogenannte Polyport-Höfe stellen eine neue, geheimnisvolle Transport-Technologie zur Verfügung. Gerade als man diese zu entschlüsseln beginnt, dringt eine Macht, die sich Frequenz-Monarchie nennt, über den Polyport-Hof in die Milchstraße vor. Zum Glück kann der Angriff zumindest zeitweilig zurückgeschlagen werden. Während Perry Rhodan einem Hilferuf der Terraner in das in unbekannter Weite liegende Stardust-System folgt, bricht der unsterbliche Atlan auf, um mehr über den geheimnisvollen Gegner herauszufinden: In Andromeda organisiert er zunächst Erkundungsvorstöße und bereitet alles für die Entsatztruppen vor. Seine Leute betätigen sich als DIE SONNENJUSTIERER...

Ebooka przeczytasz w aplikacjach Legimi na:

Androidzie
iOS
czytnikach certyfikowanych
przez Legimi
czytnikach Kindle™
(dla wybranych pakietów)
Windows
10
Windows
Phone

Liczba stron: 122

Odsłuch ebooka (TTS) dostepny w abonamencie „ebooki+audiobooki bez limitu” w aplikacjach Legimi na:

Androidzie
iOS



Nr. 2519

Die Sonnen-Justierer

Spezialisten versuchen das Unmögliche – die JULES VERNE wagt den Vorstoß zum Sternhaufen Bengar

Arndt Ellmer

Auf der Erde und den zahlreichen Planeten in der Milchstraße, auf denen Menschen leben, schreibt man das Jahr 1463 Neuer Galaktischer Zeitrechnung – das entspricht dem Jahr 5050 christlicher Zeitrechnung. Seit über hundert Jahren herrscht in der Galaxis weitestgehend Frieden: Die Sternenreiche arbeiten zusammen daran, eine gemeinsame Zukunft zu schaffen. Die Konflikte der Vergangenheit scheinen verschwunden zu sein.

Vor allem die Liga Freier Terraner (LFT), in der Perry Rhodan das Amt eines Terranischen Residenten trägt, hat sich auf Forschung und Wissenschaft konzentriert. Sogenannte Polyport-Höfe stellen eine neue, geheimnisvolle Transport-Technologie zur Verfügung. Gerade als man diese zu entschlüsseln beginnt, dringt eine Macht, die sich Frequenz-Monarchie nennt, über den Polyport-Hof in die Milchstraße vor. Zum Glück kann der Angriff zumindest zeitweilig zurückgeschlagen werden.

Die Hauptpersonen des Romans

Atlan – Der unsterbliche Arkonide setzt alle Hebel in Bewegung, um das Holoin-Sonnenfünfeck wieder in Betrieb zu setzen.

Captain Semwat Lenz – Der Terraner muss sich mit einem besonders aufmüpfigen Roboter auseinandersetzen.

Dork – Der Tlunx kehrt nach Hause zurück.

Canio Sarkyuin

1.

»Fünfundzwanzig Prozent Lichtgeschwindigkeit; gleichbleibend. Abstand: vier Millionen Kilometer.«

Die Meldungen der Schiffspositronik NEMO suggerierten, dass alles in Ordnung war.

Ich holte ein letztes Mal tief Luft. Rund dreizehn Sekunden blieben bis zum Transmitterfeld, das uns vom Multika-Duo zum Holoin-Fünfeck bringen sollte.

Der Flug durch einen Sonnentransmitter barg Risiken. Wir kannten sie und hätten uns anders entscheiden können. Aber es war zu spät, um umzukehren.

Wir hielten auf das Zentrum jener Ballung aus Hyperenergien zu, die uns in wenigen Augenblicken verschlingen und über unfassliche Entfernungen transportieren würde. Optisch zu sehen bekamen wir nur das Gleißen grellen Lichts. Von den beiden Sternen des Sonnentransmitters und dem umgebenden Weltraum war nichts mehr zu erkennen.

Fünf Sekunden ...

Tristan Kasom, der Kommandant der JULES VERNE, hatte seinen Platz an der blauen Scheibe der Trafitron-Steuerung geräumt und saß in seinem leicht erhöht angebrachten Sessel. Unser Erster Pilot Saaroon, ein Posbi, wachte über die Antriebssysteme für den Sublichtflug.

»Triebwerke im Bereitschaftsmodus«, meldete er.

Eine Sekunde ...

Das Hantelschiff tauchte in das Feld. Die Entmaterialisation, die technisch gesehen einer Transition ähnelte, jagte eine Schmerzwelle durch meinen Körper, wie ich sie selten erlebt hatte. Und das trotz der perfekten Metaläufer-Schockdämpfung!

Ich presste die Lippen zusammen, um ein Stöhnen zu unterdrücken. Vergeblich. Mein Körper schien übergangslos in einer Eisernen Jungfrau zu stecken. Tausende winzige Stacheln peinigten mich, wollten meine Nervenfasern in winzige Fusseln zerlegen ... Meine Finger gruben sich in die Armlehnen.

Jetzt bloß nicht den Verstand verlieren!, redete ich mir ein. Ein paar Augenblicke, dann ist es vorbei!

Mein Wissen, dass Transmitterdurchgänge in Nullzeit erfolgten, wurde in diesem Augenblick zu Makulatur. Das ersehnte Bild des Sonnenfünfecks blieb aus. Der Holo-Globus waberte in unwirklichen düsterroten Farben wie bei jedem Aufenthalt im Hyperraum.

Noch immer tobte der Schmerz durch meinen Körper. Vor meinen Augen verschwamm alles: die Sessel, die Konturen der Personen, selbst die Zeitanzeige an meinem Armband. Bei Arkon! Wir werden zurückgeschleudert, oder wir erleben einen Fehlsprung!

Der alte lemurische Sonnentransmitter Holoin war von unbekannter Seite verändert worden. Und im Unterschied zum Multika-Duo war der Fünf-Sonnen-Transmitter nicht an die Gegebenheiten der erhöhten Hyperimpedanz angepasst worden.

Ein leises, auf und ab schwellendes Wimmern drang an meine Ohren. Medo-Alarm.

»NEMO, Statusmeldung!« Ich ächzte und erschrak vor meiner eigenen Stimme. Sie klang extrem in die Länge gezogen und deutlich tiefer als gewohnt.

Ich stemmte mich gegen das Prallfeld, das mich in meinem Sessel hielt. Es gelang mir, Kopf und Oberkörper so weit nach vorn zu beugen, dass ich die Zeitanzeige erkennen konnte.

Vier Sekunden waren seit dem Eintritt in das Transmissionsfeld vergangen!

»NEMO?«

Ich hörte erste Schmerzensrufe in dem weiten Halboval der Zentrale. Silbergraue Medokegel sanken im Schneckentempo neben Sesseln nach unten.

»Die Notversorgung von Besatzungsmitgliedern ist eingeleitet«, klang es verzerrt aus den Akustikfeldern in meinem Helm. »In der JV-1 sind bisher 2500 Personen betroffen.«

2500 von insgesamt 3700 Besatzungsmitgliedern.

Wieder stöhnte ich vor Schmerz. Diesmal versuchte ich erst gar nicht, es zu unterdrücken. Meine Augen brannten. In meinem Kopf zerrte und zupfte etwas, als wolle mir ein altägyptischer Arzt das Gehirn aus der Nase herausziehen. Unterhalb meines linken Schlüsselbeins pochte der Zellaktivator, ohne dessen Unterstützung ich vermutlich schon das Bewusstsein verloren hätte.

Wir waren zu leichtsinnig gewesen. Die Erkenntnis kam zu spät. Die Katastrophe, die sich anbahnte, ließ sich nicht mehr aufhalten.

Der Schmerz kulminierte und überschritt die Grenze des Erträglichen.

Dann sah ich nur noch Dunkelheit.

*

Etwas drückte mich mit unwiderstehlicher Kraft unter Wasser.

Ich warf mich auf den Rücken, stemmte mich dagegen – vergeblich. Der riesige Schatten blieb über mir, ein gigantischer Rochen oder Oktopus. Ich tastete nach meinem Gürtel, wo ich das Messer wusste. Endlich fand ich es. Mit zusammengepressten Lippen, um ja keine Luft zu verlieren, stieß ich die Klinge immer wieder in den wogenden Leib. Sie prallte ab.

Hastig steckte ich das Messer zurück und versuchte, mich mit heftigen Schwimmzügen unter dem Geschöpf hervorzuarbeiten. Auch das war sinnlos. Ich kam nicht von der Stelle. Zu allem Ungemach brannte das Salzwasser in meinen Augen, und ich hatte kaum noch Luft.

»Atlan?«

Mit einem Ruck warf ich mich gegen das Ungeheuer. Der Zusammenprall trieb mir den letzten Rest aus der Lunge.

»Atlan?«

Kühles, sauerstoffhaltiges Gemisch strömte in meine Nase. Ich riss die Augen auf. Der riesige Schatten war noch immer über mir. Er gehörte zu ... Kasom?!

Der Transmitterschock hat Erinnerungen an die Oberfläche deines Bewusstseins gespült, stellte der Extrasinn fest. Erinnerungen an eine ferne Zeit.

Es waren Bruchstücke, ich konnte sie nicht zuordnen.

Ich blinzelte. Das Funkeln im Holo-Globus kitzelte in meinen überreizten Augen. Nein, es war keine optische Täuschung. Wir waren ins Standarduniversum zurückgekehrt. Das Leuchten am Rand des Bildausschnitts musste vom Fünf-Sonnen-Tranmitter stammen.

»Es ist Holoin«, hörte ich Kasom sagen. »Alles okay, Atlan?«

Ich nickte. »Geht so!«

Ich war bei Bewusstsein, aber vor Erschöpfung keines weiteren Gedankens fähig. Nach einer Weile – Sekunden oder Minuten, schwer zu sagen – hatten sich meine Sinne so weit erholt, dass ich die Umgebung wieder in gewohnter Weise wahrnahm. Kasom stand neben mir.

NEMOS Statusmeldungen besaßen in diesen Augenblicken etwas ungemein Beruhigendes.

»Die JULES VERNE ist materialisiert. Keine Schäden am Schiff. Zielsystem erreicht. Bremsphase abgeschlossen. Wir machen aktuell rund zwei Prozent Lichtgeschwindigkeit. Noch 1600 bewusstlose Besatzungsmitglieder. Tendenz fallend. Elf Tlunx in komaartiger Starre.«

Die Tlunx! Darturka hatten die latent parapsychisch begabten Wesen von ihrer Heimatwelt entführt, um sie in den Multiduplikatoren von Multika zu vervielfältigen und als Einsatzkräfte der Frequenz-Monarchie einzusetzen. Wir hatten sie gerettet.

Ich stand abrupt auf. Sofort wurde mir schwarz vor Augen. Der Tentakel eines Medorobots schlang sich um meinen Brustkorb. Ich hörte das leise Zischen einer Injektionspistole.

Mein Kreislauf stabilisierte sich innerhalb kurzer Zeit.

»Danke, du kannst mich loslassen«, sagte ich zu dem Roboter.

Der Kegel zögerte, tat dann mit einem kurzen Pfeifton kund, dass mein Puls und mein Blutdruck nunmehr in Ordnung waren, und schwebte davon.

Ich warf einen Blick nach links und rechts. Ortung und Navigation, beide Abteilungen waren besetzt.

Im Holo-Globus tauchte der Ball einer blauweißen Riesensonne auf.

»Was ist mit der Ortung? Keine Aktivitäten auf der Justierungswelt?«

Shaline Pextrel schüttelte den Kopf. »Bisher negativ. Keine auffälligen energetischen Aktivitäten. Auch kein Raum-Zeit-Labyrinth, falls du das meinst.«

Bei unserer ersten Annäherung hatte sich Holoin nicht gerade von seiner friedfertigsten Seite gezeigt. Der Zentralrechner HOL hatte meine Berechtigung nicht anerkannt, und als wir uns dennoch der Justierungswelt genähert hatten, war das Raum-Zeit-Gefüge um die JULES VERNE verändert worden.

»Die Gefechtsbereitschaft bleibt bestehen«, sagte ich.

Bisher erhielten wir keinen Funkkontakt mit der Justierungswelt.

Das Pochen des Zellaktivators hörte auf. Ich verließ COMMAND und ging zum Ausgang auf der Backbordseite. Fünfzig Meter den Ringgang entlang lag diejenige Gästekabine, in der wir die Tlunx untergebracht hatten. Die einen Meter großen Wesen mit den schräg stehenden Augen und den kleinen Tellerhänden ruhten in Prallfeldern. Die winzigen Saugnäpfe an den Fingerkuppen glühten wie bei einem starken Sonnenbrand.

Neben einem Dutzend Medorobotern hielt sich der Exomediker Kando Alkuro bei ihnen auf.

»Ihre Körperfunktionen normalisieren sich nur langsam«, empfing er mich. »Die Transmission hätte sie ums Haar getötet.«

»Wegen ihrer geringen körperlichen Widerstandskraft oder ihrer Parafähigkeit?«

»Wie es aussieht, kommt beides zusammen. Eine normale Transmission hätte ihnen nichts ausgemacht. So aber ... Ein Glück, es ist gut gegangen.«

»Danke, Doc!«

Ich blieb bei den Tlunx, die einst von den Genmodulatoren im Auftrag der Meister der Insel vermutlich aus dem Volk der N'dullas geschaffen und auf der Welt Taafun angesiedelt worden waren.

Nach einer Weile schlug einer der Tlunx – Dork hieß er – die Augen auf, griff sich an den Kopf und stöhnte. »Macht die Klammer weg! Sie tut weh!«

»Eure Paragabe hat negativ auf die ungewöhnliche Transmission reagiert«, sagte ich. »Ungefähr zwei Drittel aller Besatzungsmitglieder sind ebenfalls bewusstlos geworden, und sie besitzen keine Paragabe.«

Ich half Dork, sich aufzusetzen. Er drehte unablässig den Kopf hin und her. »Atlan, die Klammer geht von allein wieder weg.«

Er stand auf und suchte die Felder mit den Kameraden auf. Nach und nach erwachten auch sie und bejubelten ihre Rückkehr ins Leben. »Kuike, Dendello, Frabonn ...«

Die Chefin der Funk- und Ortungsabteilung meldete sich. »Atlan, vom Justierungsplaneten greift ein starker Zugstrahl nach uns. Wir versuchen auszubrechen.«

»Nichts unternehmen!«, rief ich hastig. »Es handelt sich um die Landeautomatik.«

*

Canio Sarkyuin fröstelte. Der letzte Eindruck, an den er sich erinnerte, war das Gleißen auf dem Wandschirm, als die JULES VERNE in das Transmitterfeld eindrang. Danach hatte er das Bewusstsein verloren für ein paar Augenblicke, wie er glaubte.

Als er wieder einigermaßen klar denken konnte, stand er in dem Kuppelsaal mitten zwischen aufgeregt flackernden Konsolen. Das irrwitzige Spiel der Anzeigen signalisierte höchste Gefahr.

Etwas stimmte nicht mit den Anlagen.

»HOL! Lagebericht!«

Es blieb still. Der Algustraner setzte sich in Bewegung und näherte sich dem Rechner. An dem positronischen Bedienungsterminal leuchtete keine einzige Lampe. Als Sarkyuin ein Stück nach oben schwebte und an der halb offenen Wandverkleidung zerrte, erhaschte er einen Blick in das Innere des Rechners. Der Kasten war leer. Jemand hatte HOL ausgebaut.

»Sarkyuin an ATLANTIS!« Hastig gab er seine Entdeckung durch. »Es muss in den wenigen Tagen seit unserem ersten Besuch geschehen sein.«

Er erhielt keine Antwort. »ATLANTIS?«

Er klopfte gegen das Multifunktionsgerät an seinem linken Unterarm. Tot, kaputt. Ein Unglück kam selten allein.

Ein wenig ratlos sah er sich um. Das Blinken und Flackern wurde schneller, im selben Rhythmus flammten Holo-Projektionen auf und fielen in sich zusammen.

Der Algustraner trat an eine der Konsolen. Ihre Funktionen kannte er von der Anlage auf Multika. Durch Berühren aktivierte er zwei Sensorfelder. Die Projektionen blieben stehen, jede zeigte eine der fünf Sonnen. Darunter blendete der Rechner eine Reihe Parameter ein, die mit der Steuerung des Energieflusses zu tun hatten.

Sarkyuin schaltete in den Diagrammmodus. Die hektischen Ausschläge nach oben und unten alarmierten ihn. Keine der fünf Sonnen befand sich in einem energetisch stabilen Zustand.

»JULES VERNE, hört ihr mich?«

Totenstille! Auch die JULES VERNE reagierte nicht.

Sarkyuin versuchte es auf den anderen Frequenzen. »ATLANTIS, JULES VERNE, wir haben ein Problem! Ich empfehle die sofortige Evakuierung der Anlagen. Die Sonnen stehen kurz vor der Explosion!«

Er beugte sich über die Konsole, berührte nacheinander die Sensorfelder für Energiesteuerung und hyperenergetische Impulsmodulation. Ungeduldig wartete er darauf, dass sich Holos aufbauten und ihm dabei assistierten, die völlig irrwitzigen Werte zu korrigieren. An sein eigenes Leben und die Gefahr, in der er schwebte, dachte er nicht.

Die Konsole schaltete sich ab. Er versuchte, sie neu zu starten, es ging nicht.

Das Steuerprogramm! Sarkyuin hatte den Eindruck, als läge es daran. Das Programm funktionierte nicht, oder jemand hatte es verändert.

Der Algustraner fuhr herum. »HOL, du sabotierst unsere Arbeit!«

Die Positronik gab keine Antwort. Er starrte das Gehäuse mit seinem Plastolinüberzug an. Irgendetwas stimmte nicht. Er bohrte in seinen Gedanken, glaubte es immer wieder zu finden, doch es entglitt ihm.

Verbissen arbeitete der Algustraner weiter, bis er sein Bewusstsein endlich überlistete. Er lauerte ihm auf, und als der Gedanke erneut sein Bewusstsein streifte, packte er ihn und hielt ihn fest.

Der Kasten war leer. Jetzt fiel es ihm wieder ein. Jemand hatte die Positronik gestohlen.

Ein leerer Kasten konnte nicht sabotieren.

Woran lag es dann? Das Programm hatte bisher keine Fehlfunktion gehabt.

Wenn HOL nicht existierte, wieso hatte dann die Konsole funktioniert?

Sarkyuin spürte immer stärker den Druck, der auf ihm lastete. Die Verantwortung stieg ins Unermessliche. Die Zacken auf dem Monitor wurden enger, die Peaks höher.

»Wir bekommen es nicht in den Griff!«, rief er den Technikerinnen und Technikern zu.

Sie waren nicht da, er hatte die ganze Zeit allein gearbeitet.

Er suchte nach einer Möglichkeit, die Aggregate von Hand abzuschalten, es klappte nicht. Keine Wandverkleidung ließ sich öffnen. Canio Sarkyuin kam sich vor, als stecke er in einer zähen Masse, die ihn immer mehr zur Bewegungslosigkeit verdammte.

Da war das Holo und das Wabern der Sterne. Gewaltige Protuberanzen rasten ins All, als würden die fünf Sterne mit Gewalt alles von sich schleudern.

Die Sonnen platzten. Die feurige Glut, das Plasma, das Gas, alles raste davon. Ein Teil näherte sich Holoin, um den Planeten zu verschlingen.

Sarkyuin bekam keine Luft mehr. Es schnürte ihm die Kehle zu. Er fühlte den Schlag, als die ersten Energien auf den Planeten schlugen und ihn zerfetzten. Er spürte die Hitze, die auf ihn eindrang.

2.

Im Vergleich zum Multika-Duo präsentierte sich Holoin als Gigant-Transmitter. Die fünf blauweißen Riesen vom Typ A9 bildeten ein Fünfeck mit einer Kantenlänge von 16,128 Milliarden Kilometern. Der Umkreisdurchmesser des Sonnentransmitters betrug 27,44 Milliarden. Verglichen damit war das Multika-Duo nicht viel mehr als ein Gerät für die Westentasche.

Der Traktorstrahl zog uns beharrlich und ohne messbare Schwankungsbreite zur Justierungswelt. Er beschleunigte das Schiff mit 45 Kilometern pro Sekundenquadrat, bis es nach etwas mehr als elf Minuten zehn Prozent der Lichtgeschwindigkeit erreichte. 21,5 Minuten mit einer konstanten Geschwindigkeit von 30.000 Kilometern pro Sekunde folgten, dann begann die Verzögerungsphase.

»Wir erhalten weiterhin keinen Kontakt zu HOL!« Shaline Pextrels Gesicht blieb ausdruckslos. »Ist das ein gutes oder schlechtes Zeichen?«

»Im Zweifelsfall ein gutes«, antwortete ich. Wenn die Automatik uns als unbefugt eingestuft hätte, wären uns längst die Fetzen um die Ohren geflogen. HOL hätte sich nicht die Mühe gemacht, uns zum Planeten zu holen.