Mord auf der Klappe - Tony Fennelly - ebook

Mord auf der Klappe ebook

Tony Fennelly

0,0

Opis

Während er seinen Schwanz durch ein Loch in einer Toilettenwand schiebt, wird Hubert Loomis auf abscheuliche Weise ermordet. Hobby-Ermittler Matty Sinclair geht in der Schwulenszene auf Spurensuche - ausgestattet mit Instinkt und einer guten Portion Überheblichkeit. Mit "Mord auf der Klappe" hat die Amerikanerin Tony Fennelly einen geistreichen und urkomischen Krimi vorgelegt, der zum Kultklassiker wurde.

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Liczba stron: 289

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Table of Contents

Titelei

Vorwort

Prolog

1. Kapitel: Samstagnachmittag

2. Kapitel: Samstagabend

3. Kapitel: Sonntagmorgen

4. Kapitel: Sonntagabend

5. Kapitel: Montag

6. Kapitel: Dienstag

7. Kapitel: Mittwochnachmittag

8. Kapitel: Mittwochabend

9. Kapitel: Donnerstag

10. Kapitel: Freitag

11. Kapitel: Samstag

12. Kapitel: Samstagabend

13. Kapitel: Montag

14. Kapitel: Montagabend

15. Kapitel: Dienstag

16. Kapitel: Dienstagabend

17. Kapitel: Mittwoch

Über die Autorin

Impressum

Sexy, schrill und politisch inkorrekt

Zur Wiederveröffentlichung von

Tony Fennellys Mord auf der Klappe

Mehr als zwanzig Jahre sind vergangen, seit ich Tony Fennellys Krimi Mord auf der Klappe zum letzten Mal gelesen habe. Den Verlauf der Handlung und die Charaktere der handelnden Personen, das alles hatte ich längst vergessen. Aber als ich gefragt wurde, ob ich die einleitenden Zeilen für diese Neuauflage schreiben wolle, tauchten sofort wieder Bilder in meiner Erinnerung auf: blutrünstig, schrill, sexy und irgendwie politisch inkorrekt – zumindest für einen ›bewegten‹ Schwulen der späten Achtzigerjahre, wie ich es gewesen bin.

Matty Sinclair – reich, weiß, eitel – lebt mit seinem Lustknaben Robin zusammen und führt ein nobles Antiquitätengeschäft im Schwulen-Viertel von New Orleans. Er ist der Prototyp des hedonistischen Schwulen jener Tage, mit trainiertem Body, locker sitzender Geldbörse und Sinn für Extravaganz. Als Sonderermittler unterstützt er die Polizei bei der Suche nach dem ominösen Klappenlochmörder. Männer, die anonymen Sex auf öffentlichen Toiletten haben, verachtet Sinclair eigentlich. Er selbst hat »irgendwann zwischen Herpes und AIDS« damit aufgehört, in Bars und Saunen zu gehen.

Mit sarkastischem Blick seziert Tony Fennelly die scheinheiligen reaktionären Milieus in New Orleans, in denen sich Sinclair aufgrund seiner Herkunft aus einer angesehenen Familie selbstsicher bewegt. Er ist nicht nur mit homophoben Ausfällen, sondern auch mit dem tief sitzenden Rassismus der Südstaatengesellschaft konfrontiert, doch pariert er die Angriffe meist mit Humor und gibt sie damit der Lächerlichkeit preis. Die spannende Krimihandlung kommt dabei nicht zu kurz: Kaum hat Sinclair den Faden einer Spur gefunden, geschieht ein weiterer Mord, der den Druck auf den Ermittler erhöht.

Ich hatte in Erinnerung, dass die Morde in diesem Buch ziemlich brutal dargestellt waren. Beim Wiederlesen verblüffte mich dann aber, dass im Gegensatz zu manchen aktuellen Krimis die grausamen Details keineswegs ausführlich geschildert werden.

Mit ihrem ersten Krimi gelang Tony Fennelly ein beachtlicher Erfolg im deutschsprachigen Raum: Schwule Krimis waren in den Achtzigerjahren noch Mangelware, vor allem solche, in denen Schwule nicht nur Mordopfer sind, sondern auch selbstbewusst von schwulem Leben und Sex erzählen. Dass all das dazu noch von einer Frau geschrieben wurde, die ihr Geld vorher als Stripperin verdient hatte, verlieh der Story zusätzliches Flair, das auch heute noch seine Wirkung entfaltet. So ist Mord auf der Klappe nicht nur ein nach wie vor spannend zu lesender Krimi, sondern auch ein Dokument sich manifestierenden schwulen Selbstbewusstseins.

Andreas Brunner

PROLOG

FREITAGABEND

So schlecht hatte Hubert R. Loomis noch nie ausgesehen. Die gefesselte Leiche des wohlgenährten weißen Mannes Ende dreißig war nackt von der Taille bis zum Knie und hatte eine ausgefranst-blutige Wunde in der Lendengegend.

Der unglückliche Mr. Loomis lag so, wie er gestorben war, gekrümmt an der Wand der Klokabine. Hellblaue Augen starrten in schierer Todesangst. Der mit einer schmutzigen Socke geknebelte breite Mund stand noch zu einem letzten stummen Schrei weit aufgerissen.

Inspektor Frank Washington von der Polizei in New Orleans wandte sich vom Tatort ab und bereute sein spätes Abendessen und die zweite Portion der geschmorten Langusten bitterlich. Er zog sein Taschentuch.

»Haben Sie ihn so gefunden, Rico?« Dumme Frage. Wer hätte die Leiche bewegen sollen? Wer hätte überhaupt Lust, sie anzufassen?

»Mmh. Hab Sie sofort angerufen. In meiner Branche muss man sich mit dem Gesetz gut stellen, oder?«

»Stimmt.«

Das traf zwar für alle zu, aber für eine Bar im schwulen Gewerbe eben ganz besonders. Die Behörden in New Orleans versuchten schon seit drei Jahren, das Ramrod zu schließen. Aber so lange Rico Minderjährige draußen hielt und der Lärm erträgliches Maß nicht überschritt, durfte dieser Sündenpfuhl weiterhin sein Eckchen im Vieux Carré besudeln.

»Haben Sie eine Ahnung, wer…« Washington guckte in seinen Notizen nach, »Mr. Loomis loswerden wollte?«

»Nein.« Rico schüttelte nachdrücklich den Kopf. »Niemand weit und breit. H. R. war der netteste Kerl, den man sich vorstellen kann.« Er hüstelte. »Nicht, dass er oft herkam, wissen Sie.«

»Natürlich nicht.«

»Aber alle mochten H. R.«

»Dann hatte einer aber eine seltsame Art, es ihm zu zeigen.«

Rico blickte auf die Leiche, ohne mit der Wimper zu zucken. In den pseudo-kannibalistischen Pornos, die er nach Feierabend privaten Gästen zeigte, hatte er wahrscheinlich Schlimmeres gesehen.

»Der Mann hatte wirklich was für Menschen übrig, wissen Sie. H. R. erkundigte sich immer nach meiner Mutter. Und als ich ihm erzählte, dass sie sich die Hüfte gebrochen hatte, schickte er ihr Blumen. Ist das nicht nett?« Rico bekreuzigte sich. »Das muss ein Verrückter gewesen sein, was anderes kann ich mir nicht vorstellen. Einer, der ihn nicht kannte.«

Officer Duffy tippte auf Washingtons Schulter, kam aber nicht in die Todeszelle hinein. »Der Arzt ist da.«

»Er kann ihn haben.«

Der Inspektor trat in den dumpfig stinkenden Flur.

»Wie habt ihr ihn identifiziert?«

»Hier, mit seinem Führerschein.«

Washington hielt ihn an eine 40-Watt-Birne und betrachtete das Foto unter der Folie. Die hübschen, selbstbewussten Züge dort bildeten einen unheimlichen Kontrast zu dem grotesken Anblick in der Toilettenkabine.

»Schwer gestorben.«

»Schwer, Sir?«

»Ich meine … Das war ein übler Tod. Loomis war doch ein ziemlich großer Kerl. Gesund und athletisch. Warum hat er den Angreifer nicht abgeschüttelt und ist geflohen?«

»Das konnte er nicht… Oh, den Teil haben Sie noch gar nicht gesehen.« Duffy öffnete die Tür der Nachbarzelle.

»Sehen Sie selbst.«

Er deutete auf ein blasses, verschrumpeltes Röhrchen, das etwa in Hüfthöhe an der Wand befestigt war. Das Beweisstück verwirrte Washington zunächst, und er musste mehrere Sekunden lang seine Augen darauf einstellen. Dann dämmerte es ihm, dass dieses zerfetzte Stück Müll Hubert Loomis Penis gewesen war, und es drehte ihm den Magen um. Washington schlug eine Hand über den Mund und taumelte aus der Klozelle, um eine freie Toilette zu suchen. Fast hätte er es geschafft.

ERSTES KAPITEL

SAMSTAGNACHMITTAG

Ich fühle mich nicht als Teil der schwulen Subkultur von New Orleans. Irgendwann zwischen Herpes und AIDS hörte ich auf, in die Bars und Saunas zu gehen. Seit einiger Zeit scheint es mir auch angebracht, meine Körperkontakte auf einen Partner zu beschränken und ihn wie ein Habicht im Auge zu behalten.

Natürlich bin ich schwul. Und das ganz und gar nicht verschämt. Aber das macht bei Gott nicht meine gesamte Identität aus. Wenn da also eine Hinterzimmertunte mausetot, den Schwanz in einem Klappenloch, aufgefunden wird, dann ist das kein Problem, mit dem ich mich identifizieren könnte.

Ich heiße Matthew Arthur Sinclair. Matty für meine Freunde. Ich habe und hatte nie einen schwulen Künstlernamen. Während ich dies schreibe, bin ich 37 Jahre alt, aber ich habe noch alle Haare. Und ich halte meinen Körper mithilfe dreier selbstquälerischer Stunden pro Woche auf Nautilus-Geräten in anständiger (wenn nicht sogar überwältigender) Kondition. Im Solarium würde man mich nicht gerade mit Conan, dem Barbaren, verwechseln, aber ich bin das, was man attraktiv nennt. Besonders für Frauen (was manchmal verdammt lästig ist), obwohl ich auch bei Männern ganz gut dastehe. So gut sogar, dass ich selten auf mich selbst angewiesen bin. Mein Laden, New Traditions, hat in den zehn Jahren, die wir im Geschäft sind, jedes Jahr Gewinn abgeworfen. Das verdankt er meinem Geschmack und Scharfsinn. Seit fast zwanzig Jahren gehe ich regelmäßig in alle Konzerte in New Orleans und habe eine Dauerkarte fürs Museum.

Diese faszinierenden Daten teile ich nur mit, um klarzustellen, dass ich ein Mann von einiger Urteilskraft bin, der nichts für grelle Sensationen übrig hat. Und deshalb war ich höchst ungehalten, als Inspektor Frank Washington von mir erwartete, ich solle mich für seine scheußliche tote Tunte interessieren.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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