Meine Heimat - Euer Krieg - Saovory Kim Sam - ebook

Meine Heimat - Euer Krieg ebook

Saovory Kim Sam

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Opis

'Der Komet hat gesagt, dass der Krieg bald kommt!' Diese Worte sagt eines Tages ein kambodschanischer Vater zu seiner Tochter Kim. Das sechsjährige Mädchen ist neugierig auf dieses Wort 'Krieg', das die Erwachsenen jetzt täglich in den Mund nehmen und das so harmlos und nett klingt, und wünscht sich sehnlichst, ihn einmal zu erleben. Zehn Jahre später gibt es dieses kleine schalkhafte und freiheitsliebende Kind nicht mehr. Schwer getroffen von dem Erlebten, aber dankbar überlebt zu haben, beginnt Kim ihre Geschichte und die des Volkes der Roten Khmer aufzuschreiben, das in den unseligen Krieg zwischen Kambodscha und Vietnam hineingezogen wurde. Saovory Kim Sam verfasste dieses Buch, das einfühlsam und authentisch ihr Schicksal als Kriegskind erzählt, im Gedenken an Eltern, Geschwister, Verwandte und Freunde.

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Saovory Kim Sam

Meine Heimat – Euer Krieg

Kindheit in Kambodscha

2. Auflage 2012

TRIGA – Der Verlag

Bibliografische Information der Deutschen NationalbibliothekDie Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.deabrufbar.

Copyright-Hinweis:Das E-Book einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig und strafbar. Der Nutzer verpflichtet sich, die Urheberrechte anzuerkennen und einzuhalten.

© Copyright TRIGA – Der VerlagFeldstraße 2a, 63584 Gründau-Rothenbergenwww.triga-der-verlag.deAlle Rechte vorbehaltenLektorat: Renate Richter, BiebergemündCoverfoto: © Bertrand Devimeux – Fotalia.comISBN 978-3-89774-910-8

Für meine Eltern, Geschwister, alle Verwandten, Freunde und alle Kambodschaner, die von den Roten Khmer umgebracht worden sind.

Die Autorin

Vorwort

Chantrea in Flammen

Die grauenvolle Nacht

Die Tränen der Khmer

Die Jahre der Erwartung

Endlich frei!

Altes Territorium – neue Menschen

Ein neues Leben fängt an

Das gemeinsame Essen

Ein neuer Krieg ist möglich

Ein Monat unter der vietnamesischen Besatzung

Die Rückkehr der Roten Khmer

Erneute Deportation

Das Ruhefeld

Auswanderung ins Unbekannte

Phum Ba Bong

Das Zerreißen der schwarzen Hemden

Eine schreckliche Tragödie

Lebe wohl, Phum Ba Bong!

Phnom Penh, meine Liebe!

Die nordwestliche Zone

Die Trennungsstunde

Die revolutionären Kinder

Das Kindergericht

Das letzte Massaker

Die Rückkehr der Überlebenden

Epilog

Ebenfalls bei TRIGA – Der Verlag erschienen

Ich bedanke mich ganz herzlich bei allen Verwandten, Freunden und Bekannten, die mich bei der Entstehung dieses Buches unterstützt haben.

Danke!Die Autorin

Vorwort

Die Geschichte von Kambodscha an diesem Ende des Jahrhunderts ist geprägt von dem Bestreben nach Macht, das die katastrophale Situation der Bevölkerung zu verantworten hat. Der Krieg hat das ganze kambodschanische Volk in einen Schrecken geworfen, aus dem man nicht wagt, herauszutreten. Besonders betroffen war die Grenzbevölkerung, die nicht weiß, wo sie sich verstecken kann, um dem Massaker zu entkommen, gemäß der Redensart: »Im Wasser gibt es die Krokodile und auf der Erde gibt es die Tiger.« Es ist eine Bevölkerung, die nur danach strebt, in Frieden auf ihrer vielgeliebten Erde zu leben, die aber verdächtigt wird, unter einer Decke mit den Ausländern, den Feinden, zu stecken.

Dieses Buch erzählt die Geschichte von Chantrea, einer Region an der vietnamesischen Grenze, die während des Krieges zwischen Vietnam und Kambodscha sehr bekannt war und die von den Amerikanern als das »Gebiet des Entenschnabels« bezeichnet wurde. Ab 1968 stand Chantrea in Flammen. Seine Bevölkerung kannte die unermessliche Angst, die Trennung, die Flucht, das Leid. Die Tränen und das Blut dieser Menschen fingen an zu fließen.

Seit 1970 schreibe ich die immer in meinem Gedächtnis lebenden Ereignisse auf. Sie sind in diesem Buch festgehalten, aus dem Blickwinkel einer Erwachsenen, die ich dreißig Jahre später geworden bin.

Um dem Krieg zu entkommen, nahm das Volk der Khmer die Flucht auf sich; es zog von Tag zu Tag umher, verzweifelt, heulend, auf der Suche nach den verlorenen Kindern oder weinend um den verschwundenen Vater, die tote Mutter. Diese Schreie hallen noch heute in meinen Ohren. Ich sehe vor meinen Augen durch die Angst traumatisierte Verwandte, die ein kleines verwundetes Kind in den Armen tragen. Es sind die herzzerreißenden Rufe, die unerträglichen Vorstellungen, die mich drängen, zu schreiben. Unter dem Regime der Roten Khmer hatten sie Hunger und Durst erlitten, Sklavenarbeit geleistet und wurden zum absoluten Schweigen gezwungen. Sie haben die Zwangsmaßnahmen ertragen und sind vor den Bombardierungen geflüchtet, nur um zum Schluss durch eine unbeschreibliche Grausamkeit vernichtet zu werden.

Chantrea in Flammen

Es war eine ruhige und friedliche Nacht. Plötzlich hörte ich die Detonation von Granaten, die schnell hintereinander explodierten. »Bum, bum, bum«. Ich sah viele Flugzeuge über meinem Kopf. In diesem Augenblick fielen die Raketen vom Himmel und zersprangen mit grellrotem Leuchten. Geschütze donnerten. Der Fußboden unter mir erbebte heftig. Ich stand allein auf dem freien Feld und beobachtete das Schauspiel. Die Angst in mir wuchs. Ich wollte rennen, einfach rennen, weg von diesem schutzlosen Ort, vom Krachen der Kanonen, dem Pfeifen der Kugeln, aber meine Beine waren so schwer, als wären sie mit der Erde unter meinen Füßen verklebt. Ich versuchte trotzdem zu laufen, jedoch mit jedem Schritt wurde ich langsamer und geriet mehr und mehr ins Schwitzen und außer Atem. Endlich gelangte ich in ein kleines Dorf, wo ich in einer Hütte Schutz suchte. Die Flugzeuge schienen sich von mir zu entfernen und der Kanonendonner legte sich langsam. Die plötzliche Attacke war vorüber. Ich war froh und ging wieder ins Freie. Plötzlich kamen viele Männer zu mir. Sie flüsterten miteinander, dann umkreisten sie mich.

»Was wollt ihr von mir?«, fragte ich sie mit zittriger Stimme.

Ein junger Mann lachte breit und winkte einen seiner Freunde herbei, der einen Strick um meine Handgelenke band und mir fröhlich ins Gesicht grinste. Die Gewehre im Anschlag, befahlen sie mir nach vorn zu laufen. Meine Augen waren offen, aber ich sah nichts, außer den schwarzen Schatten der Männer, die mir so fremd waren, als kämen sie von einem anderen Planeten. Vor einer Grube zwangen sie mich zu knien. Ich schwankte am Grubenrand. Ein Mann nahm einen Stock und wollte mich schlagen. Ich schrie und schrie, zerrte an den Fesseln und warf den Kopf hin und her, als könnte ich damit den erwarteten Schlägen ausweichen. Jemand rief mich, ich hörte ganz genau meinen Namen. Aber woher kam diese Stimme, deren Klang ich sehr gut zu kennen schien? Ich schrie noch einmal laut. Eine Hand schüttelte mich sehr stark und die gleiche Stimme sagte zu mir: »Wach auf, Liebling, du hattest wieder ein Alptraum.« Das Wort »Alptraum« weckte mich, aber es war ein schreckhaftes Erwachen. Ich hob meine Hände und berührte meinen ganzen Körper. Mein Herz klopfte so rasend, als müsste es zerspringen, aber ich merkte, dass ich atmete, d. h. ich lebte ja noch! Ich weinte erleichtert. Es war nur ein Alptraum, allerdings einer, der mich schon seit Jahren wie mein Schatten verfolgte. Mein Körper zitterte und ich war in Schweiß gebadet. Das Zimmer lag in totaler Dunkelheit, und diese Finsternis machte mir noch mehr Angst.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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